Springe zu den Kommentaren

Hogwartslovestory: And the tears come streaming down your face, ..., and I will try to fix you (Coldplay)

star goldstar goldstar goldstar goldstar goldFemaleMale
20 Kapitel - 18.445 Wörter - Erstellt von: Love ireland - Aktualisiert am: 2014-11-01 - Entwickelt am: - 6.080 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.9 von 5.0 - 10 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Was ist Freundschaft? Und was ist, wenn du dich in den Falschen verliebst? Für was entscheidest du dich? Für die Liebe? Oder für die Freundschaft?

    1
    Ich heiße Clara Greengrass, und komme aus einer alten reinblütigen Familie. Slytherin bedeutet Tradition, und deshalb hat der Sprechende Hut meine beste Freundin Sophia Urquhart und mich in dieses Haus eingeteilt. Aber irgendwann kommt die Zeit, in der es gilt, alte Strukturen und Muster zu durchbrechen. Und davon handelt diese Geschichte.

    „Und wie geht es heute meinen beiden Mädels?“, fragte Theodor Nott gutgelaunt, und setzte sich mit Schwung neben mich und meine beste Freundin Sophia.
    „Hallo Cousin!“, flötete Sophia. (Running Gag unter Reinblütern.) „Bereit für den nächsten Kinoabend?“, fragte sie und nickte zu Malfoy, Blaise und Pansy hinüber, die Malfoy die ganze Zeit anschmachtete. „Hm“, machte Nott, „eigentlich müsste ich gehen und ihm beistehen.“ Sophia prustete los. „Nein, das erledigen schon Crabbe und Goyle“, grinste ich, und im selben Moment tauchten die beiden wie zwei drohende Gorillas hinter Malfoy auf, und setzten sich zwischen ihn und Pansy. Die begann zu schmollen, stand auf, und setzte sich zu uns rüber. Sophia und ich sahen uns an. „OH-NEIN!“, dachten wir beide. Pansy und ihre Clique waren echt zum Kotzen. Nur leider war sie so dämlich, dass ihr nie auffiel, dass wir sie echt nicht mochten. „Irgendwann wird er dich zu schätzen wissen“, sagte Sophia mit ihrer Trauermiene. Meine Mundwinkel zuckten. Pansy seufzte theatralisch auf und meinte: „Habt ihr die Granger heute wieder in Zaubertränke gesehen? Ich bin vor Lachen fast vom Stuhl gefallen. Bitte nehmen sie mich doch endlich dran, Professor Snape, ich kann das Lehrbuch auswendig!“, äffte sie Bieberzahn nach. (Den Anblick würde ich nie vergessen!) „Draco hat trotzdem eine bessere Note als sie auf seinen Trank bekommen.“
    Nott sagte irgendetwas, aber ich starrte auf das flackernde Feuer im Kamin, um ihm nichts ins Gesicht sehen zu müssen. Denn dann lief ich immer knallrot an, oder ich bildete es mir auch nur ein, und mein Atem ging schneller. Der Kerl sah verboten gut aus, und war verdammt charmant. Nicht auf die Art wie Blaise, sondern viel feiner von seinem Charakter her. Außerdem hatte er so was Geheimnisvolles an sich, weil er eher ein Einzelgänger war. (Deswegen war das „Ich-muss-Malfoy-beistehen“ auch ein Witz von ihm gewesen.) Die Hälfte aller Slytherins stand deswegen auf ihn (die andere Hälfte auf Blaise. Oder auf Diggory-puh-aber der war ja seit dem Trimagischen Turnier unerreichbar für alle Mädchen.)
    Und jetzt starrten uns jeden Abend alle Mädchen neidisch an, weil Nott bei uns saß. Von mir aus hätten sie ihn auch gerne haben können, denn mir passierte einfach dasselbe wie allen anderen auch. Ich wurde rot. Mein Atem wurde schneller. Hinzu kam, dass ich etwas verklemmt war, was Jungs anging. Sophia war da ganz anders. Sie konnte munter drauflos quatschen, und die Jungs setzten sich gerne zu uns. Wegen ihr. An mich verschwendeten sie kaum ein paar Worte. Und ich nicht an sie. Aber Nott war anders. Denn er sagte auch zu mir eine Menge. Witzige Sachen, wenn ich denn überhaupt mitbekam, was er gesagt hatte, weil ich es entspannender fand, auf den Kamin zu starren, als in sein Gesicht. „Clara?" „Was?“ Ich schreckte auf, und sah Sophia neben mir stehen. „Ich geh schlafen, ja? Pansy will mir noch ihren neuen Festumhang zeigen.“
    Sie verdrehte die Augen. „Gute Nacht, Honey.“ „Gute Nacht“, murmelte ich und sah sie flehend an. Sie konnte mich doch nicht mit Nott alleine sitzen lassen! Aber sie war schon auf dem Absatz umgekehrt, und ging mit Pansy zu unserem Schlafsaal. Ich schaute Theodor gezwungenermaßen an.
    „Und, wie war dein Tag?“, fragte ich. Er stöhnte. „Ätzend. McGonagall hat uns in Verwandlung einen drei Fuß langen Aufsatz aufgebrummt. Und mein Dachs will immer noch kein Tisch werden. Er ist als halber Tisch ständig weggerannt. Alles war voller Fell.“ Ich nickte mitfühlend, und schaute wieder zum Kamin. „Mein Tisch hatte noch einen Dachsschwanz. Das war auch super. Sophias Dachs ist die ganze Zeit hochgesprungen, um dranzukommen.“ Nott lachte. „Und die Granger hatte nach fünf Minuten einen furnierten Eichentisch vor sich stehen.“ Er verzog das Gesicht. „Für ein Schlammblut ist sie viel zu schlau.“
    Ich nickte abermals. „Genau, sie ist schlau, aber sie lernt ja auch nur alles auswendig. Das heißt nicht, dass ihr magisches Talent so großartig ausgeprägt ist.“ Weil es dazu nichts mehr zu sagen gab, schauten wir schweigend zu, wie Malfoy eine Geschichte über den Wieselkönig zum Besten gab. Wie hatte der es eigentlich überhaupt geschafft, Hüter zu werden? Nott grinste, und legte dann beiläufig seine Hand locker neben sich. Und neben mich. Oh Gott! Ich sprang auf, bevor ich mit Schnappatmung anfing, und rief: „Ich geh dann auch mal Schlafen. Gute Nacht!“ Dann stürmte ich zu den Mädchenschlafsälen davon.

    2
    ZEITSPRUNG

    „Meinst du ich habe vorhin ein bisschen übertrieben?“, fragte Sophia ein paar Tage später vorsichtig, als wir durch die Kerker schlenderten. „Was meinst du?“, fragte ich. „Nott. Das ich über jeden Witz gelacht habe.“ Ich starrte auf eine Fackel an der Wand. Hatte sie beim Mittagessen echt nur gelacht? Hatte ich gar nicht mitgekriegt. Ich war zu sehr damit beschäftigt gewesen, noch schnell ein Buch für Arithmantik zu Ende zu lesen, von dem ich nur Bahnhof verstand. Aber HALT! Wieso fragte sie das? Ich schaute auf. Sie sah mich mit großen Augen an.
    „Keine Ahnung. Wieso ist dir das so wichtig?“ Sie schwieg, und schaute auf ihre perfekt lackierten Fingernägel. „Magst du ihn?“, fragte ich. Sie lief rot an und nickte. „Er ist auch echt süß“, seufzte ich. „Ich weiß!“, quietschte sie. „Seine Art ist so toll. Und, bei Merlin, wie er aussieht! Wenn er mich nicht bald selbst um ein Date fragt, mache ich es!“, plapperte sie weiter. Ich schluckte. Es war ja nicht so, dass ich extrem in ihn verknallt war. Nur ein bisschen.
    „Honey, ich freue mich für dich“, sagte ich etwas verstimmt. Sie sah mich strahlend an. Dann erreichten wir den Gemeinschaftsraum. „Reinblut“, murmelte ich zur Mauer, und sie gab uns den Blick in den Slytheringemeinschaftsraum frei. Wie immer war diese gewisse Stimmung atemberaubend, mit den Lichtern, die an der Wand tanzten, und mit dem geheimnisvollen Schimmern des Sees vor den Fenstern. Aber wie immer schob mich Sophia ungeduldig durch die Tür, und steuerte dann zielstrebig auf eine Gruppe von vier Armsesseln zu, die von Malfoy und Nott belegt waren. „Ihr habt doch bestimmt für uns freigehalten“, sagte Sophia, und setzte sich in die Mitte von Malfoy, und Nott. Ich setzte mich gegenüber von ihr hin, und wusste plötzlich nicht mehr, wo ich meine Arme hinlegen sollte. Normalerwiese ruhten sie auf den Armlehnen, aber das erschien mir zu nah an Nott. „Urquhart. Greengrass“, begrüßte uns Malfoy mit nestelnder Stimme. „Ich geh dann mal. Ich muss noch Zauberkunst zu Ende schreiben.“ Sophia beschlagnahmte sofort Nott für sich, und ich zog wieder mein Arithmantikbuch aus der Tasche, um nicht rot zu werden. Außerdem hatten so meine Hände etwas zu tun.
    „Hast du beim nächsten Hogsmeadewochenende schon was vor?“, hörte ich Sophia sagen. Oh, jetzt fragte sie. Ich starrte konzentrierter auf den Text. Nott schwieg. Bestimmt schaute ihn Sophia jetzt mit diesem Blick von unten herauf an. „Weißt du, Clara muss dableiben, weil sie bei Professor Vektor nachsitzen muss.“ WAS? Ich schaute verblüfft auf, und Sophia zog flehend die Augenbrauen hoch und nickte leicht. „Ähm ja. Ich kann nicht“, sagte ich. Toll, jetzt dachte Nott noch, dass ich total dämlich war. Außer Potter schaffte es doch keiner, am Hogsmeadewochenende nachsitzen zu müssen! Ich seufzte. Außerdem würde ich den ganzen verdammten Tag mit den Erstklässlern hier hocken, während Sophia Nott zu Madam Poodifoot schleppte. „Clara?“ „Was? Tschuldigung.“ Die beiden sahen mich an. „Was hast du denn gemacht?“, fragte mich Nott. Ich blickte Sophia böse an. „Buch. Ähm, ich habe Professor Vektor-ähm- das Buch an den Kopf geworfen.“
    „Ja, ihr Wingardium Leviosa ist absolut schiefgegangen“, sagte Sophia mit vielsagendem Blick. „Also?“ Hallo? Den konnte sogar ein Erstklässler! Sie sah Nott schmachtend an, und mein Magen verknotete sich zu einer kleinen Kugel, während wir beide gespannt auf die Antwort warteten. „Eigentlich wollte ich ja hierbleiben“, meinte Nott, „aber ich kann gerne mit dir mitkommen. Schade, dass du nicht kannst, Clara.“ „Ja, finde ich auch“, murmelte ich. Sophia sah mich triumphierend an, aber mein Hals war plötzlich fürchterlich trocken. Ich starrte wieder auf „Neue Theorie der Numerologie“, erfasste aber nicht, was der Autor mir dazu sagen wollte. Theodor fand es schade, dass ich nicht mitkommen konnte. Mein Bauch flatterte. Aber bestimmt hatte er nur Mitleid gehabt. Ich stand auf, und klatschte das Buch zu. Dann packte ich meine Schultasche, und ging wütend in die nächste Unterrichtsstunde.

    3
    ZEITSPRUNG

    „Honey, Oh-Gott bin ich aufgeregt! Was soll ich morgen nur anziehen?“
    Sophia ging hektisch vor ihrer Truhe auf und ab. „Hm?“ Ich dachte gerade daran, wie ich eine intelligente Antwort auf Notts Witze gegeben hatte. Wer hätte jemals gedacht, dass dieser stille Junge so gute Witze erzählen konnte?
    „H-A-L-L-O-!“ Meine beste Freundin wedelte ungeduldig mit ihrer Hand vor meinem Gesicht hin und her. „Ich bin hier, nicht da!“ Sie deutete auf meinen smaragdgrünen Bettvorhang. „Zieh doch den dunkelblauen Pulli, und den rotkarierten Rock an.“ „Soll ich vor ihm wie ein Muggel rumrennen, oder was?“ Ich verdrehte die Augen. „Du läufst MODISCH herum. Außerdem hat hier jeder Muggelsachen an. Das Outfit würde auch super zu deinem blauen Winterumhang passen, und das Blau betont deine schönen Augen.“ Sie legte ihren Kopf schief, sodass ihre blonden Engelslocken ihr ins Gesicht fielen, und dachte über die Flut meiner Argumente nach. „Okay, überredet“, meinte sie schließlich, „aber du bist Schuld, wenn er mich morgen nicht endlich küsst.“ „Das nehme ich in Kauf, Honey“, sagte ich, „du siehst in den Sachen hinreißend aus.“ Außerdem war der Rock so kurz, dass ihn kein Lehrer sehen durfte. Manchmal wünschte ich mir, dass ich mich trauen würde, auch so etwas zu tragen. Tat ich aber nicht. Ob das Nott besser gefiel? Bestimmt. Er war ein Junge. Ich seufzte. „Musst du ständig den Vorhang anseufzen?“, fragte Sophia argwöhnisch, „was ist los mit dir?“ Ich setzte an zum Antworten, aber sie redete bereits weiter, wie toll der Tag morgen doch für sie werden würde, und so weiter. Irgendwann schaltete ich einfach ab, und nickte an den richtigen Stellen. Ich hatte Sophia echt lieb, aber manchmal redete sie einfach zu viel. Von sich selber, über mich, und was wir wann mal unbedingt machen müssten. Aber ich mochte ihr Plappern. Es war dieses vertraute Geräusch, wie das blubbern eines munteren Baches, das mir seit Kindesbeinen an vertraut war. Nach einer Ewigkeit gingen wir Schlafen, und Sophia berichtet mir von ihrem Tag (den wir größtenteils gemeinsam verbracht hatten). Aber nach einer Weile war es still. „Sophia?“, flüsterte ich, und richtete mich auf. Im Nebenbett saß meine beste Freundin und schlief tief und fest mit offenem Mund. Leise stand ich auf, drückte sie vorsichtig in ihr Kissen, und deckte sie zu. „Gute Nacht, Honey“, lächelte ich. Schlafend sah sie mehr denn je wie ein Engel aus, aber selbst im Schlaf redete sie vor sich hin. Sie war nie still zu kriegen. Über das Murmeln hinweg schlief ich schließlich irgendwann ein.

    4
    ZEITSPRUNG

    Endlich war es fünf Uhr. Das hieß, dass Sophia und Theodor bald mit den anderen zum Abendessen zurückkehren würden. Ich hatte den ganzen verdammten Tag vor dem Feuer im Kamin gesessen, und freche Zweitklässler von meinen Marshmallows vertrieben. Aber sonst hatte ich meine Ruhe gehabt und einen Roman fast zu Ende gelesen. Eigentlich liebte ich es zu lesen, hatte aber nie so viel Zeit dafür, weil Sophia und ich doch immer so viel unternahmen. „Greengrass, schon zurück?“, begrüßte mich meine Lieblingsstimme. „Nott! Schon zurück?“, grüßte ich zurück, „wo ist Sophia?“ „CLARA!“, kreischte eine Stimme hinter mir, dann wurde mein Sichtfeld von blonden Strähnen bedeckt. „Er hat mich geküsst, bei Merlin!“, flüsterte sie mir strahlend in mein Ohr, und setzte sich demonstrativ zu Nott auf den Schoß- Sollte ich mich jetzt freuen, oder was? Meine entspannte Stimmung sackte plötzlich auf einen ungeahnten Tiefpunkt.
    „Freu dich, verdammt noch einmal“, sagte ich zu mir, „deine beste Freundin hat einen Freund, und du hast keine Besitzansprüche auf ihn, oder so.“ Das war die Wahrheit. Nott war ein freier Mensch. Er konnte Küssen, wen er wollte.
    „Oh, sind das Marshmallows?“, fragte er. Ich seufzte. „Clara liebt Marshmallows. Mach dir keine Hoffnungen. Die teilt sie noch nicht mal mit mir.“ Sophia grinste mich an. „Hier“, sagte sie, und warf mir eine neue Packung in den Schoß, „ich habe dir neue aus dem Honigtopf mitgebracht, weil es doch so ein blöder Tag für dich war.“
    Ach Sophia. Ich lächelte. „Danke. Wirklich. Aber ihr könnt die im Feuer gerne haben. Gleich ist ja Abendessen.“ Ich stand auf. „Ich bin dann mal Essen“, sagte ich. Aber ich ging nicht zum Abendessen. Mir war der Hunger vergangen. Mit dumpfen Gedanken schlenderte ich ohne Ziel durchs Schloss. Ich wusste nicht, in welchem Stock ich war, und es war mir auch herzlich egal. Ich war nur irgendwo weit oben, weit weg vom Slytheringemeinschaftsraum, von der großen Halle, und vor allem weit weg von Sophia und Theodor. Der erste Schluchzer bahnte sich in mir hoch, und ich ließ mich in die nächste Nische fallen. Liebe war doch Scheiße! Wieso verliebte ich mich in jemanden, den ich nie bekommen würde? Er war für Sophia bestimmt. Beide waren einfach perfekt, und diese Erkenntnis tat weh. Heulend las ich meinen Roman zu Ende, und starrte schließlich nur aus dem Fenster. Es war ein kalter zugiger Herbstabend, und es stürmte, dass sie die Bäume bedenklich bogen. Aber mir war das herzlich egal. Das Problem war, ich war Nott hoffnungslos erlegen. Ich hatte das Gefühl so verknallt zu sein, dass es nicht mehr rückgängig zu machen war. Ich sollte mich freuen. Theodor ging es bestens; Sophia ging es bestens. Nur ich fühlte mich abgehängt. Mir ging es wahnsinnig Scheiße.

    5
    ZEITSPRUNG

    „Zusammenkünfte von mehr als drei Schülern sind ab sofort verboten“, verkündete am nächsten Morgen eine riesige Aufschrift am schwarzen Brett im Gemeinschaftsraum. Endlich griff Umbridge mal durch. Der Koboldsteinklub war doch echt eine Peinlichkeit!
    „Ich bin gespannt, ob Gryffindor die Genehmigung für Quidditch kriegt, wo doch Potter drin ist. Bestimmt ist er zu oft vom Besen gefallen, weil er solche Angst vor Dementoren hatte“, verkündete Malfoy. Die Slytherins lachten. Nur Nott, der mit Sophia vor mir stand, schwieg. Ja, er hatte wirklich einen feinen Charakter. Er war nämlich fair. Ich seufzte. Und so gutaussehend…STOPP! Er war mit Sophia zusammen, meiner besten Freundin! Ich biss meine Zähne zusammen. „Schau mal, Clara“, grinste Sophia begeistert, „kleine nervige Kinder legal zu Recht weisen, das ist doch was für uns!“ Sie deutet auf einen kleineren Anschlag, den ich jetzt erst bemerkte, nachdem sich die Menge einigermaßen wieder zerstreut hatte. „Die Großinquisitorin sucht Schüler, die sich für ein Inquisitionskommando eignen. Bei Interesse melden Sie sich bitte nach der Unterrichtszeit bei mir im Büro. Unterzeichnet, Dolores Jane Umbridge, Großinquisitorin der Hogwartsschule für Hexerei& Zauberei.“

    Nott hatte nicht mitgewollt, also machten Sophia und ich uns zu zweit auf den Weg zum Büro von Professor Umbridge. Es war, als könne ich mit einem Schlag wieder frei Atmen. Lachend umarmte ich Sophia. „Weißt du, dass ich ein ganz kleines bisschen eifersüchtig bin, Honey?“, fragte ich, „ich will auch noch ein bisschen Zeit von dir für mich allein haben, beste Freundin.“ „Deswegen ist dieses Kommando wie geschaffen für uns“, strahlte Sophia. „Oh, Honey, wir beide nach der Sperrstunde allein in den Gängen von Hogwarts. Und wir dürfen es sogar! Gott sei Dank ist diese Frau nach Hogwarts gekommen. Dumbledore ist so ein Langweiler. Weißt du noch, als ich mal…“ In dem Moment erreichten wir das Klassenzimmer von VgddK. Professor Umbridge hieß uns in ihrem rosa Palast willkommen. Ich fand die Kätzchen grauenvoll, aber sie war sehr nett zu uns. Es erschien noch Malfoy mit seinem kompletten Anhang, darunter Pansy, und noch ein paar andere Slytherins, dann vereidigte uns Umbridge, uns an ihre Regeln zu halten, und für das Wohl der Schule Größtmögliches zu tun. Und so wurde ich Mitglied des Inquisitionskommandos. Es war genial.

    „Hey“, rief Sophia einer Gruppe Hufflepuffs in der Eingangshalle zu, als wir zu den Kerkern zurückgingen. „Ihr seid mehr als drei Leute. Fünf Punkte Abzug für jeden von euch.“ „Wir sind ganz viele Zweiergruppen“, sagte ein gewitzter Drittklässler, „und wer seid ihr überhaupt? Vertrauensschüler?“ „Nochmal zehn Punkte Abzug für die freche Antwort“, grinste Sophia zuckersüß, und zeigte ihm unser neues Inquisitionsabzeichen, „wir sind vom Inquisitionskommando, und jetzt mach Platz, wir wollen hier durch, oder ihr habt noch ein paar Steine weniger im Glas.“
    Das Lachen der Hufflepuffs verstummte. Schweigend ließen sie uns vorbei, und wir stolzierten lachend in den Kerker. Denen hatten wir es gezeigt, ha! Aber vor dem Gemeinschaftsraum kam uns plötzlich Nott entgegen, und meine gute Laune verschwand hinter einer riesigen Wolke, um einem nie dagewesen Kribbeln Platz zu machen. Ich vergaß Sophia, und stellte mir vor, dass er auf mich gewartet hatte. Doch er lief an mir vorbei. „Sophia!“, grinste er auf eine unglaubliche Weise, und ich hörte ein leichtes Schmatzen. Blinzelnd starrte ich auf meine Füße. „Wie war es, Honey?“ HONEY? Das war Sophias und mein Kosewort, nicht seins! „Super“, verkündetet sie und klimperte mit den Wimpern, „wir haben Hufflepuff eben über vierzig Punkte abgezogen!“ „52“, sagte ich finster. „Genial“, grinste Nott. „Der Hauspokal ist uns Gewiss. Ich wette mit euch, dass Gryffindor am Ende so wenig Rubine im Glas hat, dass selbst Dumbledore nichts mehr einfällt, wie man Potter Punkte zu schustern kann.“ „Ja, eine unfairere Bevorzugung gibt es wohl nicht!“, empörte sich Sophia, „Snape sollte sich echt mal beschweren!“ Dann waren sie wieder mit Knutschen beschäftigt, und lehnten sich kurz vor dem Gemeinschaftsraum an irgendeine Wand. Ich ging stur weiter, und hatte große Lust Sophia mit Bubotubler-Eiter zu bewerfen. „Geh mir aus dem Weg, oder ich ziehe dir Punkte ab!“, sagte ich aggressiv zu einem Erstklässler. Quiekend wich er zurück. „SCHEIßE!“, fluchte ich im Schlafsaal, und trat wild auf die Holzschlange meines Bettendes ein. Dann ließ ich meine Samtvorhänge in Flammen aufgehen, und sprang wild auf ihnen herum, um das Feuer wieder auszukriegen. „SCHEIßE, SCHEIßE, SCHEIßE!“ Mann, tat das gut! Als ich mich abgeregt hatte, pochte mein Fuß, mein Himmelbett war Schrott, und mir ging es wieder prima. „Ein Hauself aus der Küche!“, befahl ich, und mit einem lauten Knall apparierten vor mir fünf Hauselfen. „Räumt das wieder auf!“, befahl ich. Ich hatte einfach keine Lust, meine Spur der Verwüstung schon wieder aufzuräumen. „Sofort!“, quiekten sie, und schnippten alle mit den Fingern. Sofort war mein Bett wieder repariert. „Ihr könnt gehen!“, winkte ich ihnen, und sie verschwanden mit einer Verneigung. Im selben Moment krachte die Schlafsaaltür auf, und Sophia kam herein gestolpert. „Was war das?“, fragte sie. Ihr Haar war stark zerzaust, und sie schaute mich an, als hätte sie einen Klatscher auf die Birne gekriegt. Oder sonst wo hin. „Ist ja auch egal. Nott ist einfach unglaublich!“, schwärmte sie, und ließ sich auf ihr Bett fallen. Plötzlich wurde mir schlecht. Ich wollte gar nicht wissen, was in dem Gang passiert war. Aber Sophia erzählte mir das kleinste Detail. Ich konnte noch nicht mal abschalten. Gott sei Dank schwieg sie irgendwann. Ich starrte auf meine verkrampften Hände. Mein Magen war ein Betonklotz. „Ist alles, okay, Clara?“, fragte sie mich plötzlich. Aber natürlich! Alles Bestens! Mach dir keine Gedanken um mich, ich bin nur unglücklich verliebt, und kann dir nichts erzählen, weil du auch nie was merkst! Ich nickte bloß, und ließ mich auf meinen Rücken fallen. „Schlaf gut, Honey“, murmelte Sophia. Ich starrte mit blinzelnden Augen in meinen reparierten Himmel. Das „Honey“ konnte sie sich sonst wo hinstecken!

    In der Nacht tat ich kein Auge zu. Ich wälzte mich hin und her, bis der Wecker klingelte. „Ich hasse dich!“, murmelte ich, und meinte es in diesem Moment ganz ernst. „Ich hasse dich Liebe. Du tust nur weh, so weh.“ Und ich fragte mich, wohin in den letzten beiden Monaten die Unkompliziertheit abgehauen, und warum ich nicht mitgekommen war.

    6
    ZEITSPRUNG

    Zum Glück war Nott mit Blaise mit noch beim Abendessen. Sophia und ich saßen (leider) mit Pansy vor unserem Stammplatz am Kamin. Die Lehrer hatten uns so viele Hausaufgaben aufgebrummt, dass ich das Ende davon einfach nicht sah. Bescheuertes ZAG-Jahr! Selbst Sophia saß geduldig und schweigend an ihrer Übersetzung für alte Runen. Pansy hatte zwei Drittklässlern jeweils drei Punkte abgezogen, weil sie zu laut Schach gespielt hatten. Schließlich seufzte Sophia auf. „Wenn die Giftzwerge bloß leiser wären; ich überlege gerade ernsthaft das erste Mal seit fünf Jahren in die Bibliothek zu gehen.“ „Ih- da ist bestimmt die Granger!“, kommentierte Pansy. Wir ignorierten sie. „Kannst du mir bei der Übersetzung helfen?“, fragte mich Sophia. Ich seufzte.
    „Klar, Honey. Wo brennt's denn?“ Sie legte mir 'Zaubermanns Silbentabelle` und 'Alte Runen leicht Gemacht' hin. Ich hatte überhaupt keine Alte Runen, konnte das Fach aber besser als Sophia, weil sie mich ständig um Rat fragte. Arithmantik hingegen war zum Verzweifeln. Eindeutige Fehlwahl.
    „Hier, die Rune: Heißt das „Troll“, oder „See“?“ Ich blickte Sophia lachend an. „Siehst du die Rune danach? In dem Zusammenhang heißt es „brennender Troll“, und nicht „brennender See“.“ „Oh, danke, Honey!“, sagte sie und wurde rot. Fünf Minuten später fragte sie wieder. Ich runzelte die Stirn. Ich hatte Arithmantik aufgegeben, und war mit meinen Gedanken erst seit zwei Minuten bei dem kniffligen Aufsatz für Snape, den ich noch zu Ende schreiben musste. „Clara!“, jammerte sie. Ich blickte kurz auf. „Der brennende Troll, dessen Intelligenz wahrlich nicht größer als die eines Minimuffs ist, versuchte mit seiner Keule das Feuer zu löschen, traf aber nur sich selbst, und erschlug sich. Und jetzt lass mich in Ruhe nachdenken, oder hilf mir. Ich hasse Zaubertränke einfach“, brummte ich. Sophia hingegen war ein Ass bei Snape. „Vielleicht ist es einfach zu schwierig für dich. Was war noch einmal mit dem brennenden Troll?“
    Langsam wurde ich wütend. Vielleicht war es kindisch, dass ich plötzlich keine Lust hatte ihr zu helfen. „Er erschlug sich, Sophia“, sagte ich ungeduldig. „Also, kannst du mir gleich helfen? Wieso wird der Trank lila, wenn ich Florfliegen unterrühre?“ Sophia sah mich mit zusammengekniffenen Augen an. „Das ist ein komplizierter Vorgang.“ Ach wirklich?
    „Es ist so schwierig, dass ich drei Ellen Pergament gebraucht habe, um es zu beschreiben. Jemand wie du würde das nicht verstehen, also muss ich auch nicht meine Zeit unnütz verschwenden, um es dir zu erklären. Außerdem ist die Antwort genial. Snape wird mir für jede Elle ein Ohnegleichen geben.“ Da explodierte etwas in mir. Mein Tintenfass zerbrach, als ich aufsprang, und zerstörte meine Antwort auf Snapes Frage. „Es ist dir also WICHTIGER bei Snape zu Punkten, als deiner besten Freundin zu helfen?“ „Honey, beruhig dich!“ „ICH MICH BERUHIGEN? Ich bin nicht dein Honey, sondern Nott, verdammt noch einmal!“
    „Clara, was ist denn los?“ Sophia setzte ihren Hundeblick auf. „Du bist los, Sophia! Du machst mich krank!“, brüllte ich. Es war mir gerade so was von egal, dass der komplette Gemeinschaftsraum zu hörte. Sollten doch alle hören, wie sie wirklich war. „Oh, Clara, hilf mir doch, ich kann das nicht, aber erwarte nicht, dass ich dir auch helfe, kleines Schoßhündchen!“, äffte ich sie nach. Pansy sah mich mit großen Augen an. Sophia auch. „Honey..“ „Ich bin nicht HONEY! Du bist auch nicht meine beste Freundin. Immer redest du, und ich höre dir zu! Aber WANN hast du mir denn mal zugehört?“ Wir beide wussten wann, aber ich wollte es nicht hören. „Immer geht es nur um deine Gefühle, was du tun willst, was du und Nott macht. Hast du mich mal nach meinen Gefühlen gefragt?“ Meine Augen schwammen in Tränen. „Du hast dich so verändert, seit wir in Slytherin sind. Früher waren wir beste Freunde, Sophia. Aber jetzt bist du kalt. Du bist eine egoistische-narzisstische-KLEPTOMANIN!“, tobte ich. „Ich bin WAS?“, fragte die egoistische Arschlöchin perplex. Ich holte tief Luft. „Alles was ich mag, beanspruchst du gleich für dich alleine. Du kommst ja noch nicht mal auf die IDEE, dass ich Gefühle habe! Es heißt immer nur Sophia hier, Sophia da, Sophia kriegt ein Ohnegleichen bei Snape…Und dann NOTT!“, heulte ich. „Weißt du eigentlich, wie verdammt WEH es tut, wenn du ständig von ihm erzählst? Wenn ich euch zusammen sehe? Aber NEIN! Sophia merkt nichts, weil sie nur auf sich fixiert ist, weil sie nicht darauf kommt, dass ich mich auch mal VERLIEBEN könnte. Ich lasse dir immer den VORTRITT. IMMER! Und was erhalte ich dafür? Einen ARSCHTRITT: DU VERSTEHST DAS DOCH EH NICHT, CLARA. BLEIB DUMM UND FOLGSAM WIE EIN LAMM, DENN –ACHTUNG-HIER IST DER AUFTRITT DER GROßARTIGEN SOPHIA URQUHART! SCHAUT ALLE HER!“ Meine Stimme brach, und ich schaute sie verächtlich an. „Aber ich hätte dich gebraucht, Sophia. Ich hätte wirklich eine gute Freundin gebraucht.“ „Clara, ich…“ „Ich hasse dich. ICH HASSE DICH! STUPOR!“, schluchzte ich, und schockte Sophia. Wie ein gefallener Engel krachte sie mit dem Kopf gegen die Armlehne. Dann rannte ich los, vorbei an allen Slytherins, vorbei an Nott und Blaise. Ich rannte durch die Kerker nach oben, rannte durch die Eingangshalle, nach draußen in die Freiheit. Und dabei rannen mir die Tränen über das Gesicht, ich schluchzte, und war das letzte Elend. Aber die Wut tat gut. Ich beschleunigte, als ich Schritte hinter mir hörte, und ließ die Gewächshäuser hinter mir. Ich lief am Rand des Verbotenen Waldes entlang, bis ich das Ende der Ländereien erreichte. Es war dunkel, und mir war kalt. Als ich mich auf den matschigen Boden fallen ließ, setzte der Regen ein. Feine Fäden, dich sich schnell zu starken Tropfen verdichteten. Irgendwann wurden meine Hände so kalt, dass mein Zauberstab ins Gras fiel. Mein Umhang klebte am Körper, und aus meinen Haaren floss das Wasser in meine Augen, vermischte sich mit meinen Tränen, und spülte sie fort, bis ich keine mehr besaß.
    Dann machte ich mich langsam auf den Rückweg, mit hängenden Schultern, allein. Allein. Aber das war auf jeden Fall besser, als an Sophia zu kleben. Ein leichtes Lächeln stahl sich in mein Gesicht. Ich fühlte mich frei, frei von allen Sorgen, die mich belasteten. Ich wurde wieder so schnell, dass ich fast flog, so hoch wie eine Posteule, die jedem Wetter trotzte. Als ich das Schlossportal erreichte, lachte ich. „Ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei, ich bin frei“, sang ich und tanzte auf der Treppe herum, tanzte im Regen, und freute mich wie ein Riese, der in den Bergen seine letzte sichere Zuflucht findet.

    7
    RÜCKBLICK (5 Jahre vorher)

    Heulend saß ich vor dem Portal zu Gleis 9 Ÿ. Müsste ich mich nicht freuen, endlich nach Hogwarts zu kommen? „Clara, komm jetzt, Sophia und ihre Eltern warten bestimmt schon auf uns. Und deine Cousine Astoria will sich bestimmt nicht nur von Daphne, sondern auch von dir verabschieden“, sagte meine Mutter kühl. „Ich kann nicht“, heulte ich, „außerdem hasse ich Daphne. Sie ist immer so gemein!“ „Aber Sophia wartet, Schatz“, erinnerte mich mein Vater, „außerdem ziehst du die Blicke aller Muggel auf dich. Eine Schande, dass wir immer durch ihren Bahnhof müssen.“
    Ich nickte, und wollte wirklich aufstehen. „Aber Dave hätte da zuerst durchgehen müssen, und nicht ich“, schluchzte ich. Dave war mein Bruder, und seit zwei Jahren tot. An dem Tag, als er zum ersten Mal nach Hogwarts reisen würde, waren wir auf dem Besen nach King's Cross geflogen. Kurz vor London war Dave einfach so vom Stiel gerutscht, und 200 Meter ins Nichts gefallen. Ich würde niemals Quidditch spielen. Nie. „Es ist fünf vor elf, Clara“, sagte meine Mutter nervös. „Ich will nicht ohne ihn nach Hogwarts! Ich will nicht! Ich will Dave wieder haben!“ Mittlerweile lag ich auf dem Boden, und umklammerte meinen Rucksack, als könne er mich halten. „Clara, steh bitte auf“, flüsterte mein Vater. Seine Stimme zitterte. Ich schüttelte den Kopf. Da hörte ich eine leisere Stimme, viel heller, und klar wie Glockentöne. Dann stand ein Engel vor mir. Mein Schutzengel. Sophia. „Ach Honey“, flüsterte sie, und nahm mich in den Arm. Ich setzte mich auf. „Was ist denn los?“ Ich schluchzte auf. „Er sollte da sein. Ich will nicht da nicht zuerst durchgehen, sondern mit ihm!“ Sophia sah mich betrübt an. „Dave ist tot. Und du BIST nun mal die Erste von euch, die da gleich durchgehen wird. Und weißt du warum?“ Ich schüttelte den Kopf. „Weil du gar nicht alleine durchgehst! Dave kommt mit dir nach Hogwarts, weil er immer bei dir sein wird. Da drin.“ Sie pochte mir aufs Schlüsselbein. „Wirklich?“, fragte ich meinen Engel. „Wirklich“, meinte sie überzeugt, „und er ist so stolz auf dich, wenn du es schaffst, in den Zug zu steigen. Aber dafür müsst du stark sein. Schaffst du das? Für Dave?“
    Ich starrte sie, begriff langsam ihre Worte. Dann nickte ich. „Ich helfe dir auch dabei“, versprach Sophia, während eine Großfamilie, allesamt rothaarig, an uns vorbei durch das Portal marschierte, und zog mich hoch. Ich griff nach meinem Rucksack, dann standen wir ebenfalls vor dem Portal, dass zu der scharlachroten Lock führte, und zu einem weiteren Kapitel meines Lebens. „Bereit?“, fragte sie. Ich drückte ihre Hand. „Bereit“, flüsterte ich, und atmete tief durch. Sophia drückte meine Hand ermutigend zurück.

    8
    ZEITSPRUNG ( 5 Jahre später)


    „Und da ist sie! Schau mal Nott, ist sie mit ihrer Miene heißer als Urquhart, oder nicht?“ Ich war ein wenig zu spät zu Verwandlung, und alle saßen bereits auf ihren Plätzen. Mist. Ich schaute vorsichtshalber nach, ob vorne eine Katze saß (da saß keine, also war McGonagall noch nicht da), und setzte mich auf den einzigen freien Platz ganz vorne hin. Meinen alten Platz neben Sophia hatte meine ach-so-liebe Cousine Daphne eingenommen. Ich spürte den mitleidigen Blick von Nott, als ich die Reihen entlang zum Platz ging. Sophia starrte konzentriert aus dem Fenster. „Hey Clara!“, kicherte Pansy, und tuschelte dann mit Millicent Bullstrode, woraufhin beide laut loslachten. Ein paar Gryffindors schauten mich überrascht an. Gelassen setzte ich mich auf den Platz vor dem Lehrerpult, und packte meinen Zauberstab aus. „Hey, Greengrass!“, brüllte Malfoy von hinten, „50 Galleonen, dass du dasselbe bei McGonagall durchziehst, und sie schockst!“ Arschloch. Alle miteinander. Erneutes Gelächter der Slytherins. Jetzt hatte ich die Aufmerksamkeit aller anderen Gryffindors auch sicher. Super. „Was ist hier los?“, fragte eine scharfe Stimme plötzlich hinter uns. Das Gelächter erstarb und Professor McGonagall rauschte nach vorne. „Ich dachte eben, ich käme zu Erstklässlern herein, und nicht beim ZAG-Jahrgang!“, rügte sie uns, und begann sofort den Unterricht. „Miss Greengrass! Wenn Sie mir schon da vorne auf der Pelle hocken wollen, können Sie gleich mit Mr Weasley-ja, mit Ihnen, in der letzten Stunde waren ihre Verwandlungsversuche grauenhaft -die Raben austeilen. Ich fürchte“, sagte sie nun an die Klasse gewandt, „es könnte relevant für die ZAG-Prüfung sein.“ Eindeutiger ging es ja wohl nicht. Ich verdrehte die Augen und verkniff mir einen Kommentar, weil niemand neben mir saß. Dann schnappte ich mir ein paar Raben, und ging demonstrativ zu den Slytherins herüber. Sie warfen mir ein paar heftige Kommentare an den Kopf, während ich sie anschwieg. „Hat dir Urquhart die Zunge rausgeschnitten, oder was ist mit dir los?“, fragte mich Blaise. Was besseres viel ihm nicht ein? Lächelnd gab ich ihm seinen Raben, und ging weiter. Das ging schon seit dem Streit so. Sophia war richtig sauer, weswegen sie mich beharrlich ignorierte. Weil ich ja nie etwas gesagt hatte, und weil ich ihr so eine Szene im gerammelt vollen Gemeinschaftsraum gemacht hatte. Eher wegen letzterem.
    Aber das Peinlichste war, dass ich vor Nott! geschrienen hatte, dass ich in ihn verknallt war. Das musste selbst Salazar Slytherin in seinem Grab mitbekommen haben. Sobald ich daran dachte, lief ich knallrot an, und die Schmetterlinge in meinem Bauch probierten die neue Achterbahn-deluxe für kotzresistente Fahrgäste aus. Ein Wunder also, dass ich so gelassen blieb (bis auf meine Schmetterlinge natürlich). Als ich abermals zu meinem Platz zurückging, warf ich einen kurzen Blick auf die egoistische Kleptomanin, die weiterhin aus dem Fenster schaute. Insgeheim fragte ich mich, wann sie mir verzeihen würde, denn dann würden auch die Kommentare der anderen Slytherins aufhören. Aber dann wurde ich wieder wütend. Sophia konnte nichts dafür, dass ich in Theodore Nott verknallt war. Sie konnte aber etwas dafür, dass sie eine so schlechte Freundin geworden war. So schlecht, dass sie mir fast fremd vorkam, wenn ich sie sah.

    9
    ZEITSPRUNG

    Das Inquisitionskommando war so strukturiert, dass die Mitglieder immer ihre Partner wechselten, wenn sie patrouillierten. So war ich immer weiter den ganzen Kommentaren der Slytherins ausgesetzt. Aber irgendwann zahlte sich meine Taktik aus. Ich schwieg so beharrlich, dass ich ab und zu heimlich im Spiegel überprüfte, ob meine Zunge noch da war, wo sie hingehörte; und dass es Pansy, Daphne, und Co. irgendwann langweilig wurde, mir Beleidigungen zum Thema Nott an den Kopf zu schmeißen. So verliefen die Patrouillen ziemlich schweigsam. Es war sogar so, dass ich langsam wieder in normale Gespräche hineingezogen wurde.

    Nach ein paar Wochen wurde ich aber in die Patrouille eingeteilt, vor der ich am meisten Schiss hatte. Wir sollten in einem verlassenen Korridor im siebten Stock patrouillieren, in dem es nichts gab, außer einem hässlichen Wandbehang mit Barnabas, dem Bekloppten, der von Trollen verschlagen wird. Mit „Wir“ meinte ich Sophia und mich. Die Luft drohte schon zu Bersten, als wir losgingen. Als wir endlich im 7.Stock ankamen, war die Stimmung eisig. Nicht nur von dem dicken Schnee pünktlich zu Dezemberanfang, sondern auch von mir. Nur Sophia schien das anders zu sehen. „Sollen wir uns setzen?“, fragte sie, und deutete zum Fenster, in dem riesige Eisblumen wuchsen. Ich runzelte die Stirn, und fragte mich, was sie wollte. „Vielleicht können wir ja auch stehen…“, sagte sie vorsichtig. „Lass uns setzten“, sagte ich. Was kam jetzt? Ihre späte Einsicht? „Hm. Eigentlich müsste ich dich zuerst schocken, damit wir Quitt sind“, versuchte Sophia zu lächeln. Ich zog meine Augenbrauen nach oben. Sie seufzte. „Okay, das war ein schlechter Einstieg, und ich habe auch nicht vor, dich zu schocken…“
    „Komm zur Sache, Sophia“, unterbrach ich sie, „die Gänge sind verdammt kalt.“
    Sie sah mich an.
    „Warst du schon in ihn verknallt, bevor ich mit ihm zusammengekommen bin?“ „Ein bisschen“, sagte ich ehrlich. „Und wieso hast du nichts gesagt?“ „Weil du hin und weg von ihm warst.“ „Nicht mehr, als von anderen Jungs.“ „Was?“ Verblüfft starrte ich sie an. „Weißt du, bei Nott war es wirklich wie bei anderen Jungs. Er hat mit dir gequatscht, während ich wie immer danebengehockt habe, wie ein unnötiges Anhängsel. Aber er hat zu mir genauso viel gesagt, wie zu dir. Er hat mich wahrgenommen. Und zwar nicht als Anhängsel der Sophia Urquhart, sondern als Clara Greengrass. Und DAS hättest du bemerken müssen. Aber du warst zu sehr auf dich konzentriert.“ „Willst du damit sagen, dass es meine Schuld ist, Clara? Es ist meine Schuld, dass du mir nichts erzählt hast, obwohl man so etwas seiner besten Freundin erzählt?“ Ihre blauen Augen bohrten sich in meine. Ich stockte kurz. „Wenn Theodor dir nicht mehr bedeutet als andere Jungs, wieso wolltest du ihn dann haben?“ „Du hast ja nichts gesagt.“ Ich schaute sie an, bis sie ihren Blick senkte. Und dann kam mir die Erleuchtung.
    „Du hast nicht abgestritten, dass du es bemerkt hast. Weil du bemerkt hast, dass ich fast immer hyperventiliere, wenn er in der Nähe ist. Und trotzdem hast du ihn dir gekrallt, und bist dabei auf meinen Gefühlen herum getrampelt, wie ein tollwütiger Elefant.“
    Sophia schwieg immer noch, aber es war ein verräterisches Schweigen.
    „Du kannst es nicht haben, wenn jemand besser ist, als du“, analysierte ich knallhart, „du BIST egoistisch. Und weil du so bist, musst du mir auch alles wegnehmen, nur damit du dich besser fühlst. Wie ein Kleptomane. Zwanghaft. Das narzisstisch nehme ich von mir aus zurück.“ Ich schaute auf eine der Eisblumen. „Aber weißt du, was das Schlimmste ist?“, fragte ich sie. „Ich frage mich, warum du so geworden bist, und warum ich es jetzt erst bemerke. Wo ist das elfjährige Mädchen, dass mir zu Gleis 9 Ÿ geholfen hat? Wo?“ Da wurde Sophia lebhaft. Sie nahm meine kalte Hand, damit ich sie ansah. Sie wirkte sauer.
    „Ist es wirklich so?“, fragte sie mich, „denn das elfjährige Mädchen sitzt gerade vor dir. Ich habe mich nicht verändert. Wir sind in Slytherin. Und deswegen habe ich noch denselben Charakter wie mein elfjähriges Ich. Sonst wäre ich nicht in diesem Haus. Aber du, Clara, du hast dich verändert.“ Sie lehnte sich angespannt zurück, und ließ meine Hand los. „Vielleicht hat sie Recht“, sagte eine leise Stimme in meinem Kopf, die wie Nott klang. Wieso waren die Slytherins so fies gewesen? Weil ich mich nicht wie eine benommen hatte. Ich hatte Sophia die Wahrheit ins Gesicht geschleudert, wie ein dummer Gryffindor, der heldenhaft in der Schlacht stirbt, und mich so erst in die ganze Scheiße geritten. Ich hatte meinen Kopf freiwillig dem Henker hingehalten, damit er mir mit der Schlinge einen Knoten um den Hals binden konnte. Sie hatte Recht. Ich benahm mich nicht mehr wie eine Slytherin.
    „Ich habe angefangen zu denken“, antwortete ich ihr. „Weil ich nicht mehr hinten anstehen will. Und weißt du, warum du noch Recht hast?“ Ich holte tief Luft. „Ich habe meinen Stolz entdeckt“, fuhr ich sie an, und stand auf. Damit hatte ich eindeutig min Todesurteil gefällt. Mit einer Sophia Urquhart legte man sich nicht an. Anstatt meinen Kopf in letzter Sekunde aus der Schlinge zu ziehen, straffte sich das Seil noch eng um meinen Hals. Auch Sophia stand auf, und ihr Blick wurde hart. Damit hatte ich sie eindeutig beleidigt.
    „Im Gegenteil, HONEY, du verlierst deinen Stolz gerade. Ich hätte nie gedacht, dass du mal zu unwürdig bist, um eine Slytherin zu sein.“ „Ja, das glaube ich auch“, entschied ich mich. „Unsere Freundschaft ist unwürdig.“
    „Du bist so eine kleine miese Blutsverräterin!“, zischte Sophia, dann legte sie einen perfekten Dramaqueenabgang mit wehenden Locken hin, den leider nur ich bewundern durfte. Ich sah ihr angespannt nach. MOMENT! Hörte ich da ein leises Schluchzen? Ich ließ mich langsam zurück auf die Steinwand sinken. Bestimmt weinte Sophia nicht. Und wenn doch? Heiß durchfuhr mich, was ich gesagt hatte. Dass ich meinen Stolz entdeckt hatte. Vielleicht war ich keine Blutsverräterin, aber ich hatte unsere Freundschaft verraten, behauptet, dass es mir immer schlecht gegangen war. Aber das war nicht immer so gewesen, sondern nur in den letzten drei Monaten. Und es war die Wahrheit. Ich fühlte es ganz tief in mir drin. Denn wenn ich Sophia nicht alles erzählt hätte; ich hätte unsere Freundschaft auf eine ganz andere Weise verraten, als ich es getan hatte. Ich hätte sie geheuchelt.

    10
    RÜCKBLICK (5 Jahre früher)

    „Für heute ist die erste Flugstunde angesetzt!“, freute sich Sophia. Ich wurde bleich. Schon heute Nachmittag! Sophias Lächeln erlosch. „Haben deine Eltern mittlerweile mit Professor Snape geredet?“ Ich nickte. „Er ist wie sie der Meinung, dass es mir nur gut tun würde, wenn ich langsam wieder anfange zu fliegen“, sagte ich rau. „Oh nein, Honey“, bedauerte mich meine beste Freundin. Meine Augen füllten sich mit Tränen, und sie nahm mich in den Arm. „Da musst du leider durch“, flüsterte sie, „genauso wie durch den Eingang zu Gleis 9 Ÿ. Erinnerst du dich noch daran?“ Ich nickte erneut. „Das hast du auch geschafft, und diese läppische Stunde wirst du genauso schaffen. Du kannst super fliegen, und das weißt du auch.“ Sie blickte mich streng an, und gab mir einen Klaps. „Und jetzt hörst du auf zu heulen, sonst fragt sich jeder, was mit der beliebten Clara Greengrass los ist!“ Ich lachte zitternd auf, aber plötzlich wurden Sophias Augen groß. „Oh nein, da kommt die Parkinson. Lass uns abhauen!“ Hektisch sprangen wir auf, und Sophia drückte mir ein Taschentuch in die Hand, damit ich meine nassen Augen trocken tupfte. „Hey Pansy“, rief sie, und schob mich zur Tür unseres Schlafsaals. „Wir müssen leider gerade los, zu, äh, Professor Snape, was wichtiges klären.“ Wir ließen die Parkinson-Kuh stehen, und suchten den nächsten Waschraum, damit ich mein Gesicht waschen konnte.

    Es war halb vier, als wir den anderen aus unserem Haus gemächlich folgten, die schon zum Schlossgelände vorgestürmt waren. Dort sollte nämlich die erste Flugstunde stattfinden, vor der ich so eine Angst hatte. Alles, was Sophia gesagt hatte, um mich aufzubauen, schien ewig her zu sein. Mein Magen war verknotet, und Sophia musste mich regelrecht zu der Klasse ziehen, die aus Slytherins und leider den Gryffindors bestand. Sie warteten schön in Häuser getrennt auf Madam Hooch. Widerwillig stellte ich mich mit Sophia neben Millicent Bullstrode. Etwas abseits stand Theodor Nott, der genauso wenig wie ich hier zu sein schein wollte. Allerdings mied er auch auffällig häufig große Menschenmassen. „Nun, worauf wartet ihr denn noch?“, hörten wir plötzlich eine blaffende Stimme. Wir wirbelten herum. Vor uns stand wie aus dem Boden gewachsen Madam Hooch, und scheuchte uns zu den Besen. Sophia und ich standen am Rand der Slytherins. Ich blickte kurz zu meinem Besen. Es war ein klappriger uralter Sauberwisch zwei, der nicht sehr vertrauenswürdig aussah. Er hätte mal wieder etwas Pflege und Zuwendung gebrauchen können. Die Hälfte der Reisigzweige fehlte. „Streckt die Hand über euren Besen, und sagt 'Hoch'!“, peitschte uns Madam Hoochs Stimme weiter dem Untergang entgegen. „HOCH!“, riefen alle. Nur bei wenigen sprang der Besen in die Höhe. Sophias Ur-Komet plumpste auf halber Höhe wieder ins Gras. Ich hatte erst gar nichts befohlen. Mein Besen lag ruhig im Gras. Nervös fragte ich mich, was gleich kommen würde, und mein verknoteter Magen begann zu flattern. Mir war kotzübel. „Besteigt eure Besen!“ Den Teufel würde ich tun. „Ist alles okay?“ „Was?“ Fahrig schaute ich auf, und sah in Sophias sorgenvolle Augen. Ihr Gesicht schien zu verschwimmen, bis ich es nicht mehr wahrnahm. „DREI-“ Da begann ich die Bilder zu sehen. Wie in Endlosschleife liefen sie vor meinem inneren Auge ab. „ZWEI- Komm zurück Junge!“

    Dave stieg immer höher, und drehte lachend Loopings um mich. „Hör sofort auf damit! Weißt du, in welcher Höhe wir uns befinden?“ Er hörte grummelnd damit auf, und wir flogen schweigend weiter. Die Kälte klebte mich wie ein Eiszapfen an meinen Besen fest. „Wann sind wir denn endlich da?“, jammerte ich. „Da vorne ist schon London!“, beruhigte mich mein Vater. Langsam verloren wir an Höhe. „Schau mal, Dave, da ist der Tower von London!“, schrie ich fasziniert. „Wo?“ Dave beugte sich weiter nach vorne. „DAVE GREENGRASS! Setz dich richtig hin!“ Er zuckte nur mit seinen Schultern. „Clara…“, setzte er an. Dann rutschte er von seinem Besen. „DAVE!“ Und mein Bruder fiel den Feldern unter uns entgegen. Er schrie, und meine Eltern zielten Flüche auf ihn ab, damit er sich verlangsamte, wieder nach oben schoss, aber sie verfehlten ihn. Dann hörte ich einen durchdringenden schrillen Schrei der nicht von dieser Welt zu sein schien, und dann wurde mir bewusst, dass ich selber schrie, und ich schrie immer noch, als Dave in ein Feld krachte, wie eine leblose Puppe,

    und ich schrie immer noch, als Neville mit gebrochenem Handgelenk vor uns lag, und sich Madam Hooch um ihn kümmerte. Irgendjemand gab mir eine schallende Ohrfeige, dann hob mich Sophia hoch, und trug mich hinter Neville und Madam Hooch zum Schloss hinauf.

    11
    ZEITSPRUNG (5 Jahre später)

    Zornig rauschte ich die Treppen herauf. Professor Umbridge hatte mich aus dem Inquisitionskommando geworfen, weil Sophia ihr erzählt hatte, ich würde anderen Häusern Punkte zu Schustern. Dabei stimmte das gar nicht! Ich hatte einem Erstklässler aus Hufflepuff nur einen einzigen verdammten Punkt geschenkt, weil er Zabini die Tasche zu Zaubertränke getragen hatte. Also hatte Professor Umbridge mir eben in einem Gespräch nahegelegt, mein Amt nieder zu legen, oder einen Schulverweis zu riskieren!
    Das ging schon seit Anfang Dezember so, seit ich Sophia tödlich beleidigt hatte. Zum Glück waren bald Ferien. Dann würde ich endlich meine Ruhe vor der ganzen verlogenen Bagage haben. Müde sank ich in eine Nische im vierten Stock, und holte etwas Pergament aus der Tasche. Ich musste noch bis morgen einen Aufsatz für Professor Sinistra über Jupiter und seine Monde zu Ende schreiben. Der Gang lag verlassen da, und ich spürte, wie ich mich innerlich langsam beruhigte. Der Tag war eigentlich relativ normal gewesen, außer dass die Slytherins ungewöhnlich oft hämische Blicke auf mich abgefeuert hatten.
    Es verging einige Zeit, in der ich nur das Kratzen meiner eigenen Feder hörte, als ich plötzlich ein schabendes Geräusch am Fenster bemerkte. Dann klackerte etwas. Ich sprang auf, hob meinen Zauberstab, und öffnete vorsichtig das Fenster. Unsere Familieneule Power fiel mir förmlich entgegen. „Power!“, flüsterte ich, „was machst du denn um diese Uhrzeit hier?“
    Sie gab einen klagevollen Laut von sich. Ich setzte sie vorsichtig auf meinen Schoß, beschwor eine Schale herauf, und goss etwas Kürbissaft hinein, den ich vom Mittagessen geklaut hatte. Das Abendessen hatte ich, wie so häufig ausgelassen. Dankend trank meine Eule einen Schluck, und streckte dann ihr rechtes Bein aus. Ich bemerkte eine kleine kurze Rolle, und band sie los. Sofort schwang sich Power erbost von was auch immer wieder auf das Fensterbrett, und flog in die Nacht hinein. Ich starrte der Eule stirnrunzelnd hinterher. Das Inquisitionskommando musste sie heute Morgen gefilzt haben. Zornig brach ich das Siegel auf, in dem unser Familienwappen eingraviert war, und begann zu Lesen.

    „Liebe Clara,
    leider müssen deine Mutter und ich kurzfristig verreisen. Ich habe kurz vor Weihnachten, und vor Neujahr wichtige Gespräche mit dem Zaubereiminister von Uganda, die sich nicht aufschieben lassen. Mein Bruder und seine Frau nehmen dich über die Weihnachtsferien gerne auf, also bedank dich bitte schön bei ihnen, wenn sie deine Cousinen und dich vom Bahnhof abholen.

    Wir wünschen dir schon mal schöne Weihnachten, und hoffen, dass du nicht zu sehr enttäuscht bist. Wir hätten Weihnachten auch gerne mit unserer Tochter verbracht.
    Dein Geschenk schicken wir direkt zu deiner Tante. Noch ein paar schöne Tage auf Hogwarts, dein Vater“

    Erschöpft schaute ich auf den Brief. Weihnachten mit Daphne und Astoria. Das war eindeutig mein Ende. Was für lustige Weihnachten das doch werden würde! Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie sie mich mit den Dingen pisackten, die Sophia über mich erzählt hatte, und überhaupt nicht stimmten. Ach, war doch auch egal. Ich zerknüllte den Brief mit den Grüßen meiner Eltern, die sie sich sonst wo hin schieben konnten, und schmiss ihn in meine Tasche. Ja, Papa, ich war enttäuscht, dass ich Weihnachten keine Auszeit nehmen durfte. Und er und Mama verbrachten schöne Tage in Uganda! Aber was spielten zwei Wochen denn schon für eine Rolle, wenn es das ganze Schuljahr so weitergehen würde. Ich hatte mich mit Sophia angelegt, und war im Begriff zu verlieren. Aber sie hatte schließlich ganz Slytherin hinter sich, und ich… niemanden. Ich blinzelte, und schaute dann auf meine lädierte Uhr.
    Oh, ich musste sofort in die Kerker, es war kurz vor neun! Hektisch sprang ich auf, und räumte meine Sachen zusammen. Dann stürmte ich den Gang entlang auf die Treppe. Keuchend kam ich in der Eingangshalle an, und rannte direkt die Treppe zu den Kerkern hinab. „Hey Greengrass!“, hörte ich plötzlich eine kreischende Stimme, und neben mir auf der Treppe erschien Pansy mit einem Anhängsel aus der vierten Klasse. „Habe ich das richtig gehört? Dein Bruder war zu dumm, um sich auf dem Besen zu halten?“
    Das. Ging. Zu. Weit. Ich schwieg, während ich meine Schritte zügelte. „Wer erzählt das?“, fragte ich schließlich. „Sophia hat uns den Zeitungsartikel gezeigt“, kicherte die Pansy-Kuh, „wir wussten gar nicht, dass er dein Bruder war.“ Wir waren keine Freunde mehr, wir waren keine Freunde mehr…In meinem Kopf hämmerte es. „Pansy“, sagte ich so liebenswürdig wie möglich, „was nützt es dir eigentlich, wenn du auf mir herumhackst?“ Wir erreichten den Eingang zum Gemeinschaftsraum. Innerlich war ich am Kochen. Sie sah mich verdutzt an, und öffnete den Mund. „Das war eine rhetorische Frage“, patzte ich sie an. „Salazar.“ (Das war das Passwort)
    Dann brach die Hölle über mir herein. „Ach Clara, es tut uns ja so leid!“, hörte ich jemanden hämisch rufen. Ich sah mich kurz um. Nott saß allein in einem Sessel, und las. Mein Magen entspannte sich, nur um sofort wieder aufgeregt zu Flattern. Mein Atem beschleunigte sich. Er war der einzige in Slytherin, der mich nicht fertig machte. Aber Sophia… Es war, als hätte mir jemand kaltes Wasser über den Kopf geschüttet. Sie war nicht hier. Ich beachtete die Ausrufe der Anderen nicht weiter, so gut es ging, und bahnte mir den Weg zu den Schlafsälen. Ich stieß die Tür krachend auf. Sophia fuhr senkrecht aus ihrem Bett hoch. Sie wirkte wie ein verschlafener Engel. Dabei war sie der Teufel persönlich. „Das hast du getan?“, fragte ich sie ruhig. „Das hast du wirklich getan?“ „Gefällt es dir?“, fragte Sophia zuckersüß. Ich blickte sie einfach nur an.
    „Ob es mir gefällt?“ Plötzlich fühlte ich mich so erschöpft, so müde. Sie hatte auf meine wundeste und tiefste Stelle gezielt. Es war nicht direkt Dave, sondern die Tatsache, dass sie etwas gegen mich nutzte, was ich ihr im Vertrauen erzählt hatte. Und ich hatte ihr zehn Jahre lang blind vertraut. „Du bist zu weit gegangen, Sophia. Ich dachte, du hättest mehr Größe. All die Sachen, die du zusammen lügst, in Ordnung. Mein Rausschmiss beim Inquisitionskommando, in Ordnung. Aber so was- das hast du nicht nötig.“ Sie blickte mich kalt an.
    „Sieh mal einer an. Ich dachte unsere Freundschaft wäre unnötig.“ „Ich wünschte, ich könnte rückgängig machen, dass ich das gesagt habe“, sagte ich ehrlich. „Aber es ist zu spät. Alles. Es soll einfach nicht sein.“ Sie gab mir Recht. Es war irgendwie gruselig, dass wir uns so nah waren, uns so verstanden, ohne viele Worte, und unsere Freundschaft trotzdem nicht mehr- zu reparieren war.
    „Wir sind ein irreversibler Totalschaden“, sagte sie plötzlich, als wir eine Weile so da gestanden hatten. Ich blickte sie an. Sie wusste, dass sie mich verletzt hatte, sehr sogar.
    „Ja, das sind wir. Gute Nacht“, erklärte ich, und setzte mich auf mein Bett. Wir beide konnten lange nicht einschlafen. Ich hatte das Gefühl, dass die Ferien wie die Pause zwischen zwei Boxkämpfen sein würden. Ich wusste nur noch nicht, wer von uns in der ersten Runde K.O. gegangen war.

    12
    ZEITSPRUNG

    Die Ferien hatten mir den Rest gegeben. Ich fühlte mich einsam, verlassen, und total verwirrt. Ich saß mal wieder in einem Gang im siebten Stock. In der Nische fühlte ich mich sicher. Es kam so gut wie nie jemand vorbei, so dass ich meine Ruhe hatte. Und die hatte ich bitter nötig. Still sah ich aus dem Fenster, dass halb von Schnee bedeckt war, und weinte vor mich hin. Ich weinte in letzter Zeit generell viel. Müde ließ ich meinen Kopf auf die eiskalte Scheibe sinken, und dachte an Nott. Er war fair, und nett, und schweigsam, während alle anderen laut, und fies, und unfair waren. Nott war mit Sophia zusammen. Sophia war eine falsche Schlange… Meine Gedanken wirbelten im Kreis.
    Ich blieb sitzen, während alle beim Abendessen saßen, blieb sitzen, als alle fröhlich in ihre Gemeinschaftsräume gingen, und blieb sitzen, als längst die Sperrstunde angebrochen war, und Gruppen patrouillierten. „Hallo?“, hörte ich plötzlich eine leise Stimme. Ich schreckte hoch, und donnerte mit meinem Kopf gegen die Scheibe. Oh, Mist! Ich hörte tapsige Schritte, und hielt den Atmen an. Da steckte jemand seinen Kopf in die Nische. Innerlich stöhnte ich auf. Was wollte der denn hier? „Hier bist du“, strahlte er mich an, und setzte sich dann gegenüber von mir hin. „Autsch“, jammerte ich, „du bist mir auf den Fuß getreten, du Idiot!“
    Er lief rot an. „'Tschuldigung.“ „Was willst du hier?“, fragte ich schroff, und wischte mir verstohlen ein paar Tränen aus dem Gesicht. Er lief noch röter an, wenn das überhaupt möglich war.
    „Ich-ähm-ich“, stammelte er, „wollte-nur-mal schauen- wie es dir geht.“
    Ich glubschte ihn an, als wäre er ein Alien. Ich meine, Hallo? Was wollte bitte schön Neville! Longbottom! Der größte Lahmarsch! Und Trottel! Den Hogwarts je das Pech hatte zu treffen! Hier? „Ja-ähm-weißt du-alle fragen sich- was passiert ist. Mit dir und den anderen Slytherins meine ich.“ Ach so, deswegen war er da. Um mich auszuspionieren. Angespannt lehnte ich mich zurück. Aber HALT! „Wer sind alle?“, fragte ich stirnrunzelnd. Er sah mich hilflos an. „Na, alle halt. Die ganze Schule.“ Super. Ich war seit Wochen anscheinend DAS Schulthema. Wer verdrängte Harry Potter, und sämtliche Ausbildungserlasse auf die hinteren Ränge? Clara Greengrass natürlich! Ich lachte hysterisch auf. „Sag ihnen einfach, ich habe den Slytherins meine Meinung gegeigt. Ich bin aus dem Inquisitionskommando geflogen, weil ich es mit meiner besten Freundin verschissen hab. Ich bin ihnen nicht mehr gut genug, weil ich zu Stolz bin, um vor ihnen im Dreck zu kriechen, und mich zu entschuldigen. Und jetzt kannst du mich ja in Ruhe lassen. Du weißt jetzt alles!“ „Oh. Okay“, sagte er und blieb sitzen. Pause. „Ich nehm mal an, sie müssten eher vor dir im Dreck kriechen, so fertig, wie du aussiehst.“ „Ja, das müssten sie“, sagte ich schnippisch. „Weißt du eigentlich, wie es sich anfühlt, im falschen Haus zu sein?“, hörte ich mich plötzlich sagen. Was tat ich da? Aber irgendwie war ich gespannt auf seine Antwort. Zu meiner Überraschung ließ er seine Schultern sinken. „Ja“, sagte er traurig, und schwieg wieder kurz. (Wenigstens stammelte er nicht mehr herum.) „Ich habe dich hier abends schön öfters gesehen.“ Er blickte mich erwartungsvoll an. „Wirklich?“, sagte ich mit hoher Stimme und stutzte. „Was machst DU abends denn hier?“
    Aber bevor er mir antworten konnte, hörten wir im nächsten Gang Stimmen. Wie der Blitz rannte ich durch den Flur, und huschte in die nächste Nische, aus Angst von einer Patrouille entdeckt zu werden.

    13
    ZEITSPRUNG

    Ein paar Tage später ging ich vor mich hin grummelnd aus der Bibliothek. Noch nicht mal da hatte man seine Ruhe. Als ich gerade an dem üblichen Berg Hausaufgaben gesessen hatte, waren Malfoy, Pansy und ihre Anhängsel aufgetaucht, dazu noch Sophia und Nott. Mein Magen hatte einen Hüpfer gemacht, und sich gleich wieder verknotet, als sie sich grinsend neben mich gehockt hatten. Davor hatten sie sich noch über den Massenausbruch in Askaban unterhalten. Also war ich wieder auf dem Weg zu meiner altbewährten Nische im siebten Stock. Zwei Tage nach meinem Gespräch mit Longbottom hatte der Massenausbruch ganz groß im Tagespropheten gestanden. Irgendein Cousin meiner Mutter war auch freigekommen, ich wusste aber nicht, ob sie sich darüber freute, oder nicht. Ich blickte kurz auf meine Uhr. Es war wieder kurz vor der Sperrstunde, so lange hätte ich also eh nicht mehr in der Bibliothek bleiben können. Mein Zorn klang ab, und als ich mich in die Nische setzte, war ich wieder ganz ruhig. „Hey“, hörte ich plötzlich eine leise Stimme neben mir. „Longbottom!“, sagte ich überrascht. Vielleicht hätte ich mir doch eine andere Nische suchen sollen. Er reichte mir finster ein paar in Servietten gewickelte Pasteten, und etwas Kürbissaft. „Ich hab gesehen, dass du nicht beim Abendessen gewesen bist.“ „Danke“, erwiderte ich verblüfft, und nahm das Essen entgegen. Während ich aß, schaute ich ihn immer wieder kurz an.
    „Was willst du?“, fragte ich ihn neugierig. Als Antwort lief er wieder rot an, und holte stattdessen 'Die Teufelsschlinge-tödliche Maschine, oder Nützling vor Gartengnomen?' von Amanda Babbelhopf heraus. Ich kicherte, und er sah mich irritiert an.
    „Was ist das denn für ein Name?“, fragte ich amüsiert. Meine Gesichtsmuskeln fühlten sich merkwürdig verspannt an. Ich hatte seit Wochen nicht mehr gelacht. Longbottom schaute auf den Buchrücken, und erklärte peinlich berührt: „Sie schreibt sehr gute Aufsätze über gefährliche Pflanzen. Besonders haben es ihr nicht verkäufliche Güter der Klasse A angetan.“
    Dieser Junge verblüffte mich bei jedem neuen Satz, den er aussprach.
    „Bist du gut in Kräuterkunde?“, fragte ich neugierig. „Es ist mein Lieblingsfach“, sagte er bescheiden. Sieh an, sieh an. Er brachte bei Snape kein Wort über Giftpflanzen heraus, war aber so ein Gartenfreak, dass er freiwillig Bücher von jemandem las, der 'Babbelhopf' hieß. Während er sich also in seinen mehr oder minder spannenden Aufsatz über Teufelsschlingen vertiefte (ich dachte unwillkürlich an den Zeitungsartikel, in dem gestanden hatte, dass im St. Mungo jemand auf der Geschlossenen an Weihnachten von einer Teufelsschlinge erdrosselt worden war), beobachtete ich ihn nachdenklich. Irgendwie erschien er mir grimmiger und verbissener, als bei unserem letzten Treffen. Bestimmt lag es daran, dass Bellatrix Lestrange ebenfalls ausgebrochen war. Fudge behauptete ja, dass die ausgebrochenen Todesser sich um Black als ihren neuen Führer geschart hatten. Ich schüttelte leicht den Kopf und schnaubte. Was für ein ausgemachter Unsinn!
    Ich fing an, einen dicken Wälzer für Arithmantik zu lesen. Den sollte ich bis nächste Woche durchhaben, dabei hatte er 2000 Seiten! Plötzlich lachte Longbottom auf.
    „Bei meinen Versuchen setzte ich eine riesige Gruppe Gnome in einem alten Garten aus, pflanzte eine Teufelsschlinge mit Hilfe eines Schwebezaubers, und wartete darauf, dass die ersten Gnome wieder erschienen, die ich zuvor nicht weit über die Mauer geworfen hatte. Alsdann die Nacht hereinbrach (ich wartete seit dem Morgengrauen), schlich sich eine kleine Vorhut der Gnomenfamilie in den Garten und rief: „Ergib dich Schlinge, du bist umzingelt!“ Da packte die Teufelsschlinge zu, und aß sie genüsslich vor meinen Augen auf. Ergebnis des Experiments: Teufelsschlingen sollte man nicht umzingeln. Außerdem brauche ich mehr Gartengnome.“ Ich lächelte. „Sie ist schon irgendwie durchgeknallt, oder?“, fragte ich ihn. „Weniger als Dumbledore“, versicherte er mir, und las dann weiter.

    14
    RÜCKBLICK (acht Jahre früher)

    Dave und ich schlichen die Treppe herunter. Mama und Papa hatten sich im Arbeitszimmer eingeschlossen. Das verhieß immer etwas Interessantes. Mein Bruder blieb auf dem letzten Treppenabsatz stehen, und lauschte kurz. Dann gab er mir das Zeichen zu folgen, und wir huschten in die angrenzende Bibliothek. Die hatte nämlich eine häufig unverschlossene Verbindungstür zum Arbeitszimmer. „Ich bin so froh, dass Bellatrix Lestrange in Askaban sitzt“, flüsterte gerade meine Mutter. Ich konnte fast sehen, wie sich mein Vater unbehaglich umschaute, als würde sich im Arbeitszimmer noch einer von seinen unheimlichen Bekanntschaften aufhalten. Unsere Eltern hatten zu weilen merkwürdige Gäste, die mir immer etwas unheimlich erschienen. Demletzt hatte mein Onkel einen älteren Mann namens Nott mitgebracht, der mir sogar ganz nett erschienen war, nur hatte er so ein unheimliches Tattoo auf seinem linken Arm gehabt. Das wusste ich aber nur, weil ich mit Dave heimlich durch die Türritzen gespäht hatte. Bei solchen Besuchen sollten wir immer zusammen in unseren Zimmern bleiben.
    „Weißt du, was mir die eine erzählt hat, die in meinem Nebenbüro sitzt?“ Mama klang sorgenvoll. „Was hat sie gesagt?“, flüsterte unser Vater so leise zurück, dass wir ihn kaum verstanden. Wir robbten näher zur Tür, um kein Wort zu verpassen. „Sie sagte, Bellatrix soll es gewesen sein, die die Longbottoms in den Wahnsinn getrieben hat. Sag deinem Bruder, dass wir kein Interesse haben, nach dem dunklen Lord zu suchen. Ich will damit nichts zu tun haben. Weißt du“, sagte sie verzagt, „ich war mit Bellatrix im selben Schlafsaal. Sie ist absolut wahnsinnig, und vernarrt in Du-weißt-schon-wen. Ich will nicht, dass Dave und Clara jemals mit solchen Leuten in Kontakt kommen.“ Die beiden schwiegen, und in dieser Zeit dachte mein Vater wohl nach.
    „Du hast Recht“, sagte er leise, „aber wir dürfen es und mit ihnen auch nicht verscherzen. Man weiß nie, wann sie wieder an der Macht sein werden.“ Meine Mutter raschelte zustimmend mit ihren Röcken, als sie nickte, dann hörten wir Schritte, als sie zu der anderen Tür des Arbeitszimmers ging. Unwillkürlich hielten wir die Luft an, und ich fasste nach Daves Arm. „Wenn ich Daphne, und Astoria für den Unterricht abhole, richte ich es ihm aus“, sagte mein Vater laut. Sein Stuhl schabte, als er aufstand, und zum Kamin hinüberging. Wir hörten, wie er etwas Flohpulver aus einer Dose nahm, und es ins Feuer warf.
    „Greengrass Manor“, sagte er deutlich, und verschwand in den smaragdgrünen Flammen. Ich blickte meinen Bruder mit großen Augen an. „Jetzt kommen weniger komische Leute zu Besuch, oder?“, wisperte ich. Er nickte. Aber irgendwie war mir das auch egal. Ich fragte mich, wie man einen Menschen in den Wahnsinn foltern konnte. Mir schauderte. Das Bellatrix Lestrange diesen Longbottoms so etwas angetan hatte, würde ich niemals vergessen.

    15
    ZEITSPRUNG (acht Jahre später)

    Lächelnd blickte ich aus dem Fenster. „Schau mal Neville, der Schnee schmilzt“, begrüßte ich ihn, als er sich neben mich setzte. Es war Anfang März, und ich deutete begeistert auf die Tröpfchen, die sich am Fenster bildeten. „Hey Clara“, begrüßte er mich. Er hatte wieder ein Buch für Kräuterkunde dabei, aber diesmal war es mal das Lehrbuch. Erst dann fiel mir auf, dass er leicht verschwitzt wirkte, und auf seinem Arm breitete sich ein riesiger blauer Fleck aus, als wäre er damit gegen irgendeinen Gegenstand geprallt. „Hast du dich etwa duelliert?“, kombinierte ich haarscharf. Er schreckte auf. „Was-ich-äh-nein. Ich bin gegen eine Mauer gerannt.“ Er lief puterrot an, und ließ seinen Arm unter dem Umhang verschwinden. Er log eindeutig. Obwohl, vor mir saß Neville Longbottom. Er baute ständig Unfälle. In der zweiten Klasse hatten wir in Slytherin mal eine Strichliste darüber geführt, es aber nach drei Wochen wieder aufgegeben. Systemüberlastung. Ich wollte gerade ein Buch über die Schicksalsschwestern aus meiner Tasche ziehen, als wir im Gang Schritte hörten. Alarmiert schauten wir uns an. Unwillkürlich hielt ich die Luft an. „Bei Merlin, im Gemeinschaftsraum ist es höllisch voll“, beschwerte sie meine Lieblingsstimme. Die Schritte kamen näher. Oh nein, oh nein!
    „In der Tat“, rümpfte Sophia die Nase. Sie kamen immer näher. „Erstklässler sollte man einsperren lassen. Schau mal, die Nische ist hübsch!“ Beide blieben stehen, und ich lugte ganz vorsichtig über die Kante unserer. Die beiden setzten sich in unsere Nebennische, und fingen an zu Knutschen. Ich machte wild gestikulierende Zeichen zu Neville, die Luft an zu halten, bis er platzte, aber er sah mich verständnislos an. Ich verdrehte die Augen. „Sophia Urquhart und Theodor Nott“, formte ich mit meinen Lippen. Er zuckte mit seinen Schultern. Ich verdrehte wieder die Augen. Idiot. Aber er konnte ja nichts dafür. Denn das einzige was wir abends taten war Lesen, und uns witzige Passagen aus den Büchern vor zu lesen. Ich hatte ihm, außer bei meinem Ausbruch bei unserem ersten Treffen nichts erzählt, nur meinen Namen verraten. Und er hielt es genauso. Ich war eine Slytherin, er ein Gryffindor, und wir kannten uns so gut wie gar nicht. Aber er war der einzige, der es mit mir momentan aushielt. Ich blickte zu ihm herüber. Er senkte schnell den Blick, als ich hätte ich ihn dabei ertappt, wie er mich anstarrte. „Oh Honey“, hörte ich Sophia in der Nebennische säuseln. Gab es nicht diesen Unsichtbarkeitszauber? Wie funktionierte der? Hektisch bewegte ich mich auf meiner Bank hin und her. Mein Magen schlingerte mit gefühlten 300 km/h in die Nebennische. Da saß Nott! (Sophia, die egoistische Kleptomanin ignorierte ich einfach mal.) Mein armes Herz flatterte wild hin und her, und plötzlich war es mir peinlich, dass er mich mit Neville in der Nebennische entdecken könnte. Ich meine, wie erbärmlich war das denn, Zeit mit einem Jungen zu verbringen, nur weil er Mitleid mit einem hatte? Außerdem war Neville Longbottom der unfallträchtigste Idiot und Volltrottel des Vereinigten Königreichs. Ach was, der ganzen magischen Welt. Die ganze Stufe lachte über ihn, und ich saß mit genau diesem Jungen hier, während Nott in der Nebennische mit Sophia knutschte! Wie tief war ich eigentlich gesunken? Das Rumgeknutsche steigerte sich leider nach einer Weile, sodass wir davon noch mehr mit bekamen, als uns lieb war. Oh, wie ich in diesem Moment Sophia hasste! Tränen des Zorns, oder der Verzweiflung traten mir in die Augen. Sie hatte ihn doch gar nicht verdient. Er war viel zu gut für sie! Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, hörten die Geräusche in der Nebennische auf, und die beiden standen auf. „Lass uns gehen“, flüsterte Sophia, „sonst habe ich morgen noch so krasse Augenringe wie Clara. Uargh.“ Die beiden gingen flüsternd den Gang in die Richtung entlang, aus der sie gekommen waren, und ich sackte erleichtert zusammen.
    „Ich muss gehen“, flüsterte ich, bevor Neville irgendwelche Fragen stellen konnte. Meine Wangen brannten, und ich war total fertig. Hoffentlich kamen die beiden nicht öfter hier her, um ihre Ruhe zu haben, ansonsten sah ich mich gezwungen umzuziehen. Oder auf ein anderes Internat zu gehen. Hey! Das war mal eine Idee. Ich seufzte. Aber das wahrscheinlich nicht möglich, wegen englischer Staatsangehörigkeit, und Erhaltung der Traditionen und der ganze Kram. Vor seinen Problemen konnte man einfach nicht wegrennen. So fair war die Welt nicht. Eher kamen sie noch zu einem, genauso wie Sophia und Theodor in der Nebennische verschwunden waren. Neville sah mich nachdenklich an, und er wirkte dabei ein wenig wie Goyle, wenn der einen Comic las. „Nacht, Clara.“ Auch er stand auf. „Wohin musst du eigentlich?“, fragte ich neugierig. Ich war gespannt, wo der Gemeinschaftsraum der Gryffindors eigentlich lag. Im Kerker bekam man nie was mit. „Nur ein paar Gänge weiter, um mir von der fetten Dame erneut eine Gardinenpredigt anhören lassen“, sagte er. Es klang eine Spur vorwurfsvoll. „Achso. Dann viel Glück- und eine gute Nacht“, murmelte ich. Ohne ein weiteres Wort ging Neville etwas steif davon. Was hatte er denn? „Jungs“, fluchte ich. Sie machten mein Leben einfach verdammt kompliziert.

    16
    ZEITSPRUNG

    Gähnend ging ich am nächsten Morgen zum Frühstück. Sophia hatte leider Recht. Meine Augenringe hatten bedenkliche Ausmaße angenommen. Das lag aber nur daran, dass ich wegen Sophias Gemurmel nicht hatte einschlafen können. Sie hatte eindeutig im Schlaf etwas von Nott erzählt. Leider hatte mir das eine durchwachte Nacht eingebracht. Ich fühlte mich wie ein Zombie, und hatte das Gefühl, dass mich jede Kleinigkeit aufregen würde. Und in der großen Halle war es so infernalisch laut! Ich presste meine Hand an meine pochenden Schläfen, und bemerkte kaum, wo ich mich hinsetzte. Automatisch hatte ich einen Platz in der Nähe meines alten eingenommen, neben irgendwelchen sehr lauten! Zweitklässlern. Rotzlöffel. Konnten die nicht für eine Sekunde ihre Klappe halten? In der Nähe saß Sophia, und tuschelte mit Nott. Dabei warf sie mir hin und wieder ein engelsgleiches Lächeln zu, was ich als absolut böse einstufte. Ich schniefte, und Tränen traten mir in die Augen. Sophia lachte wegen irgendetwas laut heraus, und der halbe Slytherintisch blickte grinsend zu mir hinüber. Und das brachte das Fass zum Überlaufen. Ich brach in Tränen aus. Die konnten mich mal Kreuzweise! Ich sprang auf, und stürmte die Reihen entlang aus der großen Halle. Auf der Marmortreppe rannte ich eine verspätete Gruppe Rawenclaws um, die mich wüst beschimpften, aber ich rannte nur heulend weiter, bis ich mein Versteck im siebten Stock erreichte. Da hörte ich Schritte hinter mir, und Neville brach neben mir in der Nische keuchend zusammen. „Du-rennst-zu-schnell!“, brachte er hervor. „Lass mich in Ruhe!“, heulte ich. Er kramte nur in seinen Taschen, und zog ein Taschentuch hervor, dass leicht nach Drachenmist roch. Er reichte es mir, und ich trompete hinein.
    „Sie ist so gemein!“, schluchzte ich, und kam mir dabei vor, als wäre ich wieder elf, und würde hysterisch vor dem Eingang zu Gleis 9 Ÿ liegen. „Wer?“ „Sophia!“ Ich war absolut fertig mit der Welt. Ich musste grauenhaft aussehen! „Die blonde?“, fragte er, „ihr habt in Zaubertränke früher immer zusammen gesessen, oder?“ Der Typ war viel zu unheimlich. Ich dachte, er wäre in Zaubertränke zu sehr mit seinen miserablem Tränken und Snape beschäftigt gewesen, anstatt noch zu schauen, wer mit wem zusammen in Slytherin Zaubertränke braute. Ich nickte, und eine neue Welle an Schluchzern brach aus mir hervor.
    „Sag ihnen einfach, ich habe den Slytherins meine Meinung gegeigt. Ich bin aus dem Inquisitionskommando geflogen, weil ich es mit meiner besten Freundin verschissen hab. Ich bin ihnen nicht mehr gut genug, weil ich zu Stolz bin, um vor ihnen im Dreck zu kriechen, und mich zu entschuldigen“, zitierte mich Neville nachdenklich. Ich starrte ihn an. DAS hatte er sich gemerkt? Hatte ich das nicht bei unserem-ersten Treffen gesagt? Bei Merlin, war der Aufmerksam. Und dann beschloss ich, dass er die erste Person seit langen war, der ich vertrauen konnte. Ich musste mir einfach mal alles aus der Seele reden. „Weißt du“, begann ich, eigentlich hat die Sache schon Ende der vierten Klasse angefangen. Kennst du Theodor Nott?“ „Der schlaksige Typ, der früher immer alleine herumgehangen hat?“ Neville wirkte leicht verwirrt, als frage er sich, was Theodor mit der Sache zu tun habe.
    „Genau der. Wahnsinnig gut aussehend, toller Charakter“, schwärmte ich. „Nur hat er sich vor den Sommerferien entschlossen, seinem Einzelgängerdasein ein Ende zu setzen, und sich zu Sophia und mir in den Gemeinschaftsraum zu setzen. Es war eine tolle Zeit. Wir haben uns immer über Malfoy, und Pansy, und die ganzen Idioten lustig gemacht.“ Neville wirkte noch irritierter, aber ich redete einfach weiter, denn so konnte ich nicht Aufschluchzen. Ich putzte mir die Nase und schniefte.
    „Wir kamen also in die Fünfte, und ich habe mich in Nott verknallt, genauso wie die Hälfte aller Slytherins auch. Aber eines Abends meinte Sophia, sie hätte sich ebenfalls in ihn verknallt. Ist sie aber gar nicht, ich habe mit ihr geredet. Sie muss die Beste sein. Muss sich immer alles unter den Nagel reißen. Während sie also Theodor gedatet hat, ist mir einiges klar geworden. Ich will nicht in dieses egoistische Haus gehören, und von einer Freundin abhängig sein, die mich nur ausnutzt.“
    Ich hielt inne. Neville sah mich starr an. „Ich kenne Sophia seit ich vier bin“, sagte ich, und heulte dann wieder los. „Aber ich habe sie beleidigt, gesagt, dass unsere Freundschaft nie was wert gewesen wäre, aber das stimmt gar nicht, denn nur die letzten Monate waren totaler Schrott. Also mobbt sie mich jetzt, wo sie kann, und alle Slytherins machen mit, weil ich ja nicht mehr wie eine Slytherin bin, und sie hat allen gesagt, dass mein Bruder vom Besen gefallen ist, als er elf war, und jetzt tot ist, und das finden alle ultrawitzig. Sophia ist so niederträchtig, außerdem ist sie mit Theodor zusammen, der mich nie gemobbt hat, die ganze Zeit nicht, und ich liebe ihn immer noch, und alles ist doch total Scheiße!“ Ein neuer Weinkrampf schüttelte mich, und ich trompete in Nevilles Drachenmisttaschentuch. „Du-was?“, flüsterte er, und er sah aus, als wäre seine Oma auch noch verrückt geworden. Er sprang auf. „Neville?“ „Ich muss los“, stammelte er, „ähm-Unterricht-McGonagall-sie bringt mich um!“ Er war puterrot, und stürmte den Gang hinunter. Was hatte ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht? Ich schluchzte, als ich ihm hinterher sah. Ich fühlte mich noch verlassener als zu vor. Was hatte man denn davon, Leuten zu vertrauen, wenn sie plötzlich einfach wegrannten? Bevor er um die Ecke rannte, prallte er plötzlich hart mit etwas zusammen, und dotzte genauso hart auf sein Hinterteil. „Pass doch auf Longbottom! Kannst du nicht aufpassen, wo du hinläufst?“ Meine Augen wurden so groß wie Galleonen. Das war meine Lieblingsstimme! Was machte Theodor denn hier? Dieser blickte gerade zornig von Neville auf, und schaute mir dann direkt in die Augen. Seine Miene hellte sich auf, als er mir näher kam.
    „Clara- HIER bist du.“ Er kam näher, und blieb dann zögerlich stehen.
    „Du weinst ja“, sagte er. „Ja, rate mal, warum“, antwortete ich trotzig. Mein Magen flatterte unruhig, als hätte er die 200. Schmetterlingsfarm gegründet. „Ich muss mit dir Reden“, sagte Nott, und setzte sich auf den Platz, auf dem sonst immer Neville saß. Dann reichte er mir ein frisches Taschentuch, das nicht nach Drachenmist roch, sondern nach der Seife, die die Hauselfen von Hogwarts immer für die Wäsche verwendeten.
    „Ich bin schon eine ganze Weile am Nachdenken“, begann Theodor leise, aber durchdringend. „Was Sophia gemacht hat, ist nicht richtig. Vor allem die Sache heute Morgen. Du sahst schon so fertig aus, und dann hat Sophia diesen Kommentar über dich losgelassen, und jetzt siehst du noch fertiger aus.“
    Er sah mich reumütig an. „Es tut mir leid, dass ich nie was gesagt habe, aber heute- also eben habe ich mich von Sophia getrennt. Du hast Recht, was du über sie gesagt hast. Aber du kannst die Menschen nicht nur auf ihre schlechten Eigenschaften reduzieren. Die meisten Slytherin sind so. Es ist dein Haus. Aber vielleicht solltest du ihnen noch eine Chance geben. Aber ich bitte dich, geb mir eine Chance. Können wir wieder Freunde sein? Wie früher?“ Mein Mund klappte perplex auf. Meine kühnsten Träume gingen in Erfüllung.
    „Ich, und die Slytherins?“, fragte ich vorsichtig. „Sie haben die ganze Zeit zu Sophia gehalten!“ „Nicht nur. Aber viele dachten, dass sie von Sophia genauso Ärger bekommen, wenn sie sich für dich einsetzen.“ Er blickte mich mit großen Augen an, mit diesem süßen Blick, bei dem ich hätte sterben können. „Du bist sehr mutig gewesen“, sagte er. Ich wurde rot. Irgendwo klingelte es zum Ende der ersten Stunde. „Aber findest du nicht, dass eure Streitereien mal ein Ende haben sollten? Sophia geht es schlecht, Slytherin ist keine Einheit mehr, und dir geht es…“
    Er blickte mich hilflos an. „Beschissen? Noch schlechter? Deprimiert? Gemobbt?“, schlug ich vor, „wie ein Thestral, der sich nicht sehen kann?“ „Ähm, ja.“
    „Hm“, machte ich, und dachte darüber nach, was er gesagt hatte. Ich hatte seit vierundzwanzig Stunden nicht mehr geschlafen, war seelisch erschöpft, und einsam. Wie viel leichter ich mich fühlen würde, wenn diese Sticheleien aufhören würden. Wenn ich wieder Teil einer Gemeinschaft sein würde… Die Slytherins waren nun mal, wie sie sind. Da hatte Theodor Recht. Sie waren mein Haus, und Du-weist-schon-wer war zurück, also würde ich mich später wahrscheinlich eh mit ihnen weiter herumschlagen müssen. Ich dachte an das Gespräch, bei dem meine Eltern über die Longbottoms gesprochen hatten, und darüber, dass man sich mit den Todessern immer gut stellen müsse. Der Gedanke an Neville versetzte mir einen kleinen Stich. Aber man kann sich nicht vor Problemen verstecken, oder vor ihnen weglaufen. Man muss sich ihnen stellen. Und das hieß in meinem Fall Nettigkeit heucheln, um nicht nach der Schule eines vorzeitigen Todes zu sterben. Darum ging es doch eigentlich. Ich wischte einen leichten Anflug von Unbehaglichkeit bei Seite. Und Nott… wollte er mehr? Mein Magen legte eine neue Achterbahnfahrt ein. „Lass uns Freunde sein“, erwiderte ich. Er lächelte mich an. „Gut. Dann lass uns jetzt zu Kräuterkunde gehen, und den größten Anschiss einheimsen, den uns Sprout je verpasst hat.“

    17
    RÜCKBLICK (1 Schuljahr vorher)

    „Keiner fasst mir den Feuersamenbusch an“, meinte Professor Sprout finster zur Begrüßung, und deutete auf eine schwarze pulsierende Pflanze, die sich Millicent gerade aus der Nähe anschaute. Sie schreckte zurück, und Sophia verdrehte die Augen. Ich kicherte. „Was passiert denn dann?“, fragte die Pansy-Kuh neugierig. Padma Patil aus Rawenclaw setzte prompt an, um zu antworten, aber Professor Sprout schnitt ihr das Wort ab.
    „Heute beschäftigen wir uns mit dieser Pflanze.“ Sie deutete auf eine hässliches Pfirsichfarbenes Gestrüpp, das laut ihrer Worte nur in Südengland, oder weiter im Norden in Gewächshäusern vorkam (Sophia und ich kicherten wieder), dann fragte uns Sprout, ob jemand wisse, was für eine Pflanze das sei. Sie blickte zu den Rawenclaws, die zischend die Möglichkeiten diskutierten. Nach vier Jahren Unterricht mit denen hatte ich echt die Nase voll. Angeber. Zu aller Überraschung meldete sich aber jemand anderes schneller. „Das ist ein…“ Er sagte einen ultrakomplizierten Namen. Die Klasse drehte sich perplex zu ihm um. Kaum einer von uns hatte je die Stimme von Theodor Nott gehört.
    „Das ist korrekt, Mister-ähm-Nott. 10 Punkte für Slytherin“, sagte Professor Sprout leicht irritiert. „Nun, holen Sie sich bitte zu dritt eine der Pflanzen. Die Pflanzen müssen um diese Zeit des Jahres geschnitten werden. Bitte beachten Sie dazu die Warnhinweise und Regeln in ihrem Lehrbuch auf Seite 98.“
    Ich sah Sophia an, und seufzte. Bestimmt mussten wir mit Millicent, oder Daphne zusammenarbeiten, weil Pansy versuchte, mit Malfoy in eine Gruppe zu kommen. Millicent machte sich auch schon griesgrämig auf den Weg. Sophia zog mich vorsorglich zu eine der Pflanzen, und schnappte sich einen Topf. „Oh, ich kann doch mit euch machen, oder?“, hörten wir plötzlich jemanden fragen. Es war Nott! Was war bloß in diesen Jungen gefahren?
    „Äh“, stotterte ich, und Sophia trat mir auf den Fuß. „Aber gerne“, sagte sie, und schaute ihn aufmunternd an. Eine der bestaussehenden Jungen von Slytherin fragte uns, ob er bei uns in der Gruppe sein konnte! Davon war unsere Stufe in Slytherin zum Glück reich gesegnet. Nott, Malfoy, und Blaise. Seufz. (Crabbe und Goyle zählten nicht, das waren Gorillas!) Ich blickte mich kurz um, während mir Sophia glücklich in die Seite knuffte. Nott hatte ihr das Gestrüpp mit dem komplizierten Namen abgenommen. Ich sah Blaise finstere Blicke auf Nott abschießen, und dann zu zwei Mädchen aus Rawenclaw gehen, die bestimmt reinblütig waren, um sich vor Pansy und Millicent zu retten. Malfoy bearbeitete nämlich mit Crabbe und Goyle das Gewächs. Und Daphne… „Wo ist Daphne?“, fragte ich irritiert. „Die holt für Pansy die Pflanze“, meinte Sophia gelangweilt. Wir suchten uns einen abgelegen Tisch, und wir lasen ziemlich unaufmerksam, wo wir unsere Schere ansetzen sollten. Neben mir stand Nott, und ich spürte plötzlich, wie mein Puls ein wenig schneller ging. „UND wir sollen sie danach mit Drachenmist überhäufen“, verkündete Sophia, die als erste unten an der Seite angekommen war, und rümpfte die Nase. Normalerweise war ich immer schneller im Lesen… Plötzlich lachte Nott auf.
    „Schaut mal Cousinen, Pansy startet ihren nächsten Offensivangriff!“ Wir streckten unsere Hälse. „AUTSCH!“, fluchte ich, und zog blitzschnell meine Hand von der Pflanze weg.
    „Sie hat mich gestochen“, jammerte ich. Die Blätter der Pflanze wackelten zu frieden. Sophia begutachtete immer noch das Herzschmerz-Seufzer-Kino à la Malfoy und Pansy, aber Nott drehte sich sorgenvoll zu mir um. „Du blutest“, sagte er knapp, und dann holte er etwas hervor, dass ich noch nie gesehen hatte. „Muggelpflaster“, erklärte er leise und zwinkerte mir zu. „Hab ich verzaubert. Müsste sofort die Blutung stoppen. Aber Psst!“
    Dann klebte er mir diesen merkwürdigen Stoff auf die Wunde. Neben uns kicherte Sophia immer noch abgelenkt. Aber ich konnte meinen Blick einfach nicht von Nott abwenden. Er begann der Pflanze nach den Anweisungen im Buch die kranken Blätter ab zu schneiden.
    „Wieso machst du das?“, fragte ich neugierig, was auch Sophias Aufmerksamkeit wieder auf uns lenkte. „Das Pflanzenschneiden?“
    Ich wurde rot. „Nein. Mit den Leuten reden.“
    Er zuckte mit den Schultern. „Sagen wir es mal so. Ich muss immer über eure Witze über Pansy und die anderen lachen, wenn ich mal im Gemeinschaftsraum hocke.“ Das tat er in letzter Zeit auffällig oft. Sophia sah mich bedeutungsvoll an. „Ja, dieser ganze Hype um Potter und Diggory ist doch total nervig, oder?“
    Ich warf ihr einen schrägen Blick zu. Hatte sie sich am Weihnachtsball nicht noch die Augen ausgeheult, weil Diggory diese Cho Chang gefragt hatte? So konnte man sich täuschen. Die beiden unterhielten sich über das Trimagische Turnier (Nott hatte sich nichts angeschaut.), während ich ihn mit meinen Augen verschlang. Plötzlich verstand ich, was alle Mädchen in Slytherin an ihm fanden. Er redete nicht so ausschweifend, war aber pointiert, und witzig. Ihm schien eine Menge aufzufallen. Und er sah gut aus. Umwerfend. „Ja, Clara mag Rummel auch nicht so. Sie war bisher bei keinem Quidditchspiel. Sie wollte auch nicht auf die Weltmeisterschaft.“ Ich erwachte aus meiner Starre. „Das stimmt nicht“, stellte ich richtig. „Ich mag einfach nur kein Quidditch“, sagte ich, und blickte Sophia böse an. Ihr schien der Satz leid zu tun, denn sie sah mich zerknirscht an. Nott sah mich nachdenklich an. „Oder hast du Angst vor dem Fliegen?“, fragte er, „wenn ich an die Flugstunden im ersten Schuljahr denke…“ „Kann sein“, murmelte ich mit hochrotem Kopf, und Sophia lenkte das Gespräch hastig auf ein weniger heikles Gespräch. Irgendwie war ich zornig. Ich fühlte mich aus der Reserve gelockt. Ja, ich hatte Angst zu fliegen, aber sonst hatte ich den Tod von Dave ziemlich gut überstanden, Sophia sei Dank. Aber es war nun mal nicht rückgängig zu machen. Dave war eine Erinnerung, und ich war älter, als er jemals geworden war. Anbetracht dessen erfasste mich am ersten Schultag immer eine ausgesprochene Melancholie, aber ich wollte jetzt nicht auch darin versinken, also klinkte ich mich wieder in das Gespräch ein. Und als ich Nott wieder aufmerksam betrachtete, wurde mir eines klar. Mein Herz raste, und ein nie dagewesenes Gefühl machte sich in meinem Magen breit. Ich hatte mich in ihn verknallt. Aber nur ein ganz kleines bisschen.

    18
    ZEITSPRUNG


    „Wie die uns angestarrt haben, als ich mit Nott gemeinsam zu Kräuterkunde aufgetaucht bin“, erzählte ich Neville lächelnd. Dieses Dauergrinsen klebte auf meinem Gesicht, seit mich die Slytherins wieder akzeptierten. Neville musterte mich aus gesprochen finster. Etwas unsicher brach ich ab. „Was ist?“, fragte ich stirnrunzelnd. „Du bist wahnsinnig naiv“, meinte Neville noch finsterer, „und ich muss in Ruhe Verwandlung kapieren.“ „Gut“, sagte ich schnippisch, „dann halte ich halt die Klappe“. Neville stöhnte auf. „Es tut mir leid, Clara.“ „Das du damals einfach weggerannt bist?“ „Du hast mich ja danach eh nicht mehr gebraucht“, sagte Neville defensiv und ich seufzte.
    „Da hast du Recht“, sagte ich, und vertiefte mich etwas missgestimmt in mein Arithmantikbuch über Numerologie. Wie ich dieses Fach einfach nicht mochte! Seit zwei Stunden saß ich am selben Kapitel. Zu viele Zahlen! Zu viel Wahrsagung! Blödes Fach. Ich wollte Alte Runen haben. Aber ich mochte die Zeit, die ich mit Neville in unserer Nische brachte, nach wie vor. Ich hatte sie sogar heimlich mit Kürbissaft auf den Namen „Neville-Clara-alles-ist-gut-Nische“, getauft. Ähm, das war in einem Anfall geistiger Umnachtung passiert, an dem Tag, als ich nicht geschlafen hatte, und ich mich mit Nott vertragen hatte. Aber seit Wochen WAR einfach alle gut. Sophia missachtete mich, sie hatte sogar nachts, als ich geschlafen hatte, mein Bett zum Einbrechen gebracht, und ich war fast an den Vorhängen erstickt, aber ich lachte wieder zusammen mit den Slytherins, war nicht mehr das Schulgespräch (das war Umbridge), und ich lachte mit Nott genauso viel, wie mit der egoistischen Kleptomanin früher. Und manchmal blickte er mich so intensiv an, als versinke er in meinen Augen, wodurch ich fast in Ohnmacht fiel. Nur Neville war in letzter Zeit ausgesprochen griesgrämig. Ich schob es auf den Stress. Gestern zum Beispiel war meine herzallerliebste Cousine Daphne über einem Zaubertrankaufsatz zusammengeklappt, und hatte erklärt, sie würde sich lieber vom Astronomieturm stürzen, als Snape eine so schlechte Leistung abzugeben. Seit dem lag sie im Krankenflügel. Sophia war bei ihr. Sie hatte heute Morgen im großspurigen Ton erklärt, dass meine Cousine absolute Ruhe bräuchte, und so weiter. Ich hatte eh nicht vor gehabt, Daphne zu besuchen. Es hatte mir nur einen kleinen Stich versetzt, denn Sophia- war nun mal Sophia. Ich blickte nachdenklich vom hoffnungslos komplizierten Buch auf. Sie half Daphne gerne, dass wusste ich sicher, mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass sich die beiden totsicher anfreunden würden. ACHTUNG! Neues Traumpaar: Verwandlung des Teams Sophia Urquhart-Clara Greengrass, in Sophia Urquhart-Daphne Greengrass! Ich seufzte wieder. Neville schaute mich böse an, und stand dann auf. „Ich gehe in den Gemeinschaftsaum“, verkündete er, und stand auf, „ es ist gleich Sperrstunde. Ich glaube ich spiele mit Seamus noch eine Runde Snape explodiert.“ Was war das denn für ein Spiel? Ich klappte meinen Mund auf, um zu Fragen, aber Neville war bereits mit steifen Schritten verschwunden. Ratlos und etwas verärgert packte ich meine Sachen ein, und machte mich auf den Weg in den Gemeinschaftsraum. Als ich gerade in die Kerker einbog, kam mir überraschend Theodor entgegen. „Hey“, rief ich fröhlich. „Lass uns weitergehen“, sagte er knapp, und nickte tiefer in die Kerkergänge.
    „Was ist los?“ Er wirkte merkwürdig nervös, und antwortete mir nicht. Er führte mich in Gänge, die ich noch nie betreten hatte, die aber immer noch von Fackeln beleuchtet waren. Wir mussten uns Meilen von der Eingangshalle entfernt befinden. Dann endlich blieb er stehen. „Clara, seit ich dich kenne, finde ich dich wundervoll“, begann er. Mein Herz machte einen Sprung. „Ich bin damals in Kräuterkunde eigentlich zu euch gekommen, weil ich DEINE Witze toll fand.“ Wir schwiegen kurz, weil es doch anders gekommen war. „Und als ich schließlich mit Sophia zusammen war, habe ich mit der Zeit gemerkt, dass ich dich immer noch toll finde. Gerade wegen der mutigen Dinge, die du getan hast.“
    Ich blinzelte.
    Und wo bist du während der Zeit gewesen, als es mir schlecht ging?, fragte plötzlich eine leise Stimme in meinem Kopf. Er kam mir immer näher. „Willst du mit mir zusammen sein?“, fragte er leise. Er stand jetzt direkt vor mir, und mein Puls-ging normal. Irgendetwas lief hier falsch. Aber auf meiner Zunge lag ein 'Ja'. Müsste ich ihn nicht jetzt küssen? Verwirrt blickte ich ihn an, als er nur noch Zentimeter von mir entfernt war. Ich betrachtete seine Lippen. Und dann merkte ich, dass ich sie gar nicht mehr küssen wollte. Dass ich Nott als Kumpel wunderbar fand. Irgendwann in dieser langen Zeit, als ich so alleine gewesen war, hatte sich meine Verliebtheit in pure Sehnsucht nach Anerkennung verwandelt. „Ist irgendetwas?“, fragte Nott irritiert, weil ich immer noch schwieg. Aber bevor ich Theodor meine knallharte Erkenntnis mitteilen konnte, knallte es laut hinter uns, und Notts Zauberstab flog aus seinem Umhang. Wir wirbelten herum, und ich zog meinen Zauberstab aus der Tasche, um einen Wabbelbeinfluch loszulassen. „Neville!“, rief ich verblüfft, und ließ meinen Zauberstab sinken. Theodors Blick flackerte zwischen uns beiden hinterher. War er uns etwa HINTERHERGESCHLICHEN? Zornig schaute er mich an. Ich hatte ihn noch nie so wütend erlebt. „HÖR ENDLICH AUF, MIT DEN GEFÜHLEN ANDERER LEUTE ZU SPIELEN!“, brüllte er, und seine Stimme hallte vielfach von den Kellergewölben zurück. Mir klappte der Mund auf. „WEIßT DU WAS? DU BIST NICHT BESSER, ALS DIE ACH SO BÖSE SOPHIA URQUHART!“ Theodors Augen waren riesig. Neville schnaubte noch einmal, und stürmte dann davon, nicht ohne noch einmal gegen Theodors Zauberstab zu treten. Danach war es absolut still. Ich starrte auf die Stelle, an der Neville verschwunden war. „Was wollte denn der Trottel von dir?“, fragte Nott. „Was?“, fragte ich zerstreut. „Ich muss los, Theodor. Man sieht sich!“

    Ich stolperte Neville hinterher. Was redete er denn da? Ich ließ den Gemeinschaftsraum links liegen, und rannte in die Eingangshalle. Neville war verschwunden. Ich wurde zornig. Ich war nicht besser als Sophia? ICH? „ARSCHLOCH!“, brüllte ich, und bemerkte dann erst, dass einige Hufflepuffs die Marmortreppe hinunterkamen, um noch schnell vor der Sperrstunde in ihren Gemeinschaftsraum zu kommen. Irritiert schauten sie mich an, und ich drängte mich finster an ihnen vorbei. „Hey, das ist die, die aus dem Kommando von Umbridge geflogen ist…“, kicherte einer. Ich wirbelte herum. „Noch ein Wort, und ich jag dir den Wabbelbeinfluch so lange auf, dass du nie mehr laufen kannst!“, knurrte ich, und stürmte dann die Treppe nach oben. Wo war der Lahmarsch, um IHM meine Meinung vor den Latz zu knallen? „Die ist durchgeknallt“, sagte irgendjemand, aber ich ging schwer atmend weiter. Was hatte er eigentlich damit gemeint, ich würde mit Gefühlen anderer spielen? Tat ich doch gar nicht! Automatisch bewegten sich meine Füße in die Neville-Clara-alles-ist-gut-Nische. Das bemerkte ich leider erst, als ich schon saß. NICHTS WAR GUT! Was war bei Merlin noch einmal in ihn gefahren? In der ganzen letzten Zeit! Seit ich mit Nott wieder befreundet war! Wie vom Donner gerührt starrte ich auf den leeren Platz von Neville. Er war doch nicht-war er? Als ich ihm mein Herz ausgeschüttet hatte, war er so steif gewesen. Ich stöhnte auf. Das durfte nicht wahr sein. Mein Zorn verrauchte so schnell, wie er gekommen war, und ich vergrub mein Gesicht in den Händen. Neville Longbottom hatte sich in mich verknallt. Ich HATTE mit seinen Gefühlen gespielt, weil es mir nicht aufgefallen war. Lief ich mit einem Brett vor dem Kopf herum, oder was? Und eben, als es sich mit Theodor so falsch angefühlt hatte.. Er hatte sich ebenfalls die ganze Zeit Hoffnungen gemacht! Ich stöhnte auf. Was war ich nur für eine Person? „Du bist nicht besser als ich ach-so-Böse Sophia“, sagte eine Stimme in meinem Kopf, die unerklärlicherweise wie Dumbledore klang. Ich starrte aus dem Fenster. Frustriert haute ich meine Faust auf meine Tasche. Nicht besser als Sophia. Der Satz irrte in meinem Kopf hin und her, wie ein ziellos herumschwirrender Fluch. Und dann traf er mich. Ich holte tief Luft. Hatte DAS Neville gemeint? Ich dachte an die letzten Wochen, dachte an die Zeit mit Neville. Abwesend verkrampfte ich meine schmerzende Hand. Er war immer für mich dagewesen. Immer. Im Gegensatz zu Nott. Der hatte die ganze Zeit geschwiegen, und nie eingegriffen. Er hatte sich zu spät für das Richtige entschieden. Aber es war Neville, der mir immer geholfen hatte. Und bei den Treffen, bei unseren Gesprächen. Es war entweder immer nur um mich gegangen, oder um Buchzitate. Verdammt! Ich WAR wie Sophia. Ich war egoistisch. Vielleicht kamen wir deswegen nicht mehr miteinander klar. Wir waren uns viel zu ähnlich. Ich blinzelte meine Tränen weg. HALT! Wieso regte mich die Sache mit Neville eigentlich so auf? Aber bei Nott hatte es sich so falsch angefühlt, und bei Neville hatte es sich immer so gut angefühlt. Plötzlich schämte ich mich, wenn ich daran dachte, wie ich mich benommen hatte, als Sophia und Theodor knutschend in der Nebennische gelegen hatten. Bei Merlin, was war ich doch für ein Idiot! Nicht Neville war der größte Trottel, der je auf Hogwarts gewesen war, sondern ich. Wie begriffsstutzig konnte man einfach sein? (Und naiv, wenn ich Neville glauben sollte?) Ich hatte nicht nur ein Brett vor dem Kopf hängen, sondern so viele, dass man damit Hogwarts hätte nachbauen können! Ich sprang auf. Ich musste sofort Neville finden. Wo konnte er bloß sein? Dann fiel mir ein, dass die Sperrstunde gerade begonnen hatte. Gemeinschaftsraum. Hektisch sah ich mich um. Dann fiel es mir wieder ein. Die fette Dame! Ich stürmte in den nächsten Gang, und wäre fast in Professor Snape (!) hinein gerannt. Im letzten Moment, bevor er mich bemerkte, kam ich schlitternd hinter einer Statue einer riesigen Hexe zu stehen. Snape bog um die Ecke, und blickte die Statue misstrauisch an. Ich hielt die Luft an. Dann kratzte sich die Statue unbehelligt an der Nase, und Professor Snape zuckte zurück, und ging weiter. Ich hätte gekichert, hätte er nicht so finster dreingeschaut. Als er im nächsten Gang verschwunden war, atmete ich erleichtert aus, und ein Adrenalinstoß durchfuhr mich. Puh, war das knapp gewesen! Ich schlich leise weiter, auf mehr Vorsicht bedacht. Ich musste nur noch der Grauen Dame ausweichen, die genauso melancholisch aussah wie Snape, und stand dann endlich vor dem Portrait der Fetten Dame und zudem vor dem Eingang zum Gryffindorgemeinschaftsraum. „Ich muss da rein“, platzte ich vor ihr heraus. Sie zog eine Augenbraue nach oben, und sagte: „Wo hinein?“ Die hielt sich ja für ultraclever. „In den Gryffindorgemeinschaftsraum“, erklärte ich ungeduldig. Hatten die eigentlich auch Passwörter? Oder musste man etwas anderes machen? „Ich weiß nicht, wo von du sprichst“, erwiderte die Fette Dame, „Und geh sofort wieder in deinen eigenen Gemeinschaftsraum.“
    Sie verrenkte die Augen, als sie sah, dass ich ein grün-silbernes Tuch um meinen Hals geschlungen hatte. Mist. „Und jetzt entschuldige mich bitte, denn ich habe weit aus wichtigeres zu tun, als ich mit unhöflichen Schülern nach der Sperrstunde zu unterhalten. Ich habe Violet versprochen, sie zu besuchen.“ Ich starrte sie an. Portraits waren so dämlich! Erkannte sie nicht den Ernst der Lage?
    „Warten Sie!“, rief ich, als sie gerade aus ihrem Bild verschwinden wollte. Diese Violet war mir so was von egal. „Ich muss unbedingt mit Neville Longbottom reden, bitte!“ Die Fette Dame hielt inne, und kam dann neugierig in ihren Rahmen zurück. „Der junge Mann, der in letzter Zeit ebenfalls nach der Sperrstunde aufzutauchen pflegt?“
    Sie wirkte leicht verärgert. „Genau der“, sagte ich erleichtert, aber die Fette Dame hatte sich schon wieder ihrem Bildrahmen zugewandt. Meine Güte! Diese blöde Violet! „Bitte warten Sie!“, flehte ich, und rief verzweifelt: „Godric!“ Die fette Dame seufzte. „Das war das falsche Passwort.“ Ich überlegte fieberhaft. „Ähm. Dumbledore. Potter. Muggelstämmige. Kotzpastillen.“ Sie schüttelte den Kopf, und tauchte im nächsten Bild auf, in dem nur im Hintergrund ein kleiner Hund in seinem Korb schlief. Ich folgte ihr. „Niffler. Umbridge ist blöd. Verwandlungsstunde…“ „Meine Güte! Was tun Sie hier, Miss Greengrass?“, sagte plötzlich eine scharfe Stimme hinter mir. Ich erstarrte. Oh verdammt, verdammt, verdammt. Langsam drehte ich mich herum. „Professor McGonagall“, sagte ich matt. Was taten denn alle Lehrer plötzlich im 7.Stock? Sie hatte ihre Lippen zu so dünnen Strichen zusammengepresst, dass ich sie nicht mehr sehen konnte. Ich hatte eindeutig ein Problem. Aber das wunderlichste war, dass sie einen niedergeschlagen wirkenden Neville hinter sich herschleppte. „Sie wollte unbedingt in den Gemeinschaftsraum“, berichtete die Fette Dame Professor McGonagall. Die blickte mich mit bebenden Nasenflügeln an.
    „Ist das wahr?“, fragte sie. „Ja, Professor“, antwortete ich kleinlaut. Mein Leben schien nur so aus Problemen zu bestehen. Ich steckte gerade ganz tief in der Sch… „Wissen Sie beide, wie oft ich Schüler nach der Sperrstunde außerhalb der Betten erwischt habe?“ Ich schüttelte den Kopf. Neville, der immer noch neben seiner Hauslehrerin stand, schien sich klein zu machen. Er lief rot an. „Ganze zweimal in den letzten fünf Jahren, Miss Greengrass“, zischte Professor McGonagall. „Und wissen Sie, wer zweimal daran beteiligt war? Mister Longbottom!“ Der machte sich noch kleiner. Verblüfft schaute ich ihn an. Moment. War das diese eine Sache in der ersten Klasse gewesen? Irgendwie war Draco Malfoy darin verwickelt gewesen, aber ich bekam die Sache nicht mehr zusammen. Professor McGonagall blickte nun Neville blitzend an. Er zuckte zusammen. Ich auch. „Ich dachte, sie hätten damals aus dieser Sache gelernt. Aber was sehe ich heute Abend? Sie! Sie enttäuschen mich, Mister Longbottom, sie bringen nicht nur sich, sondern auch mich in Gefahr, weil ich laut Ausbildungserlass Nummer 26 mit ihnen über nichts reden darf, was nicht mit Verwandlung zusammen hängt. Ich hätte sie niemals für so leichtsinnig gehalten, sich und andere dermaßen zu gefährden!“ Er ließ die Schultern hängen. „Ich würde ihnen ja fünfzig Punkte abziehen, wenn wir noch so viele Punkte im Glas hätten, also muss ich mich damit begnügen ihnen 10 Punkte abzuziehen-schätzen sie sich glücklich- und sie kommen morgen nach dem Unterricht zu mir, damit ich mit ihnen darüber reden kann, wie oft Sie bis Ende Mai bei mir nachsitzen werden. Sie können jetzt gehen.“
    Neville schwieg, und ging auch wortlos an mir vorbei, ohne mich zu beachten. Dann murmelte er zur Fetten Dame: „Hippogreiffeder“, und stieg etwas unbeholfen durch das Portraitloch. Mir ging das Herz auf bei dem Anblick, dann fiel mein Blick auf die Fette Dame. Ach, wie ein Schüler zu Schnecke gemacht wurde, war dann doch interessanter als ihre Freundin Violet, oder was? So ein Gemeinschaftsraumhüter würde mich wahnsinnig machen! „Und nun zu Ihnen, Miss Greengrass“, hörte ich McGonagall loslegen.
    „Was denken Sie sich eigentlich, nachts in den Gängen herum zu schleichen?“
    „Es ist erst zwanzig Minuten nach neun“, versuchte ich es. McGonagall schnaubte.
    „Leider kann nur Professor Snape sie für so eine Sache belangen, nein“-sie seufzte-„eigentlich müsste ich Sie Professor Umbridge berichten.“ Mir rutschte das Herz in die Hose. Mein Hauslehrer war mir eindeutig lieber.
    „Aber da sie gerade in ihrem Büro weilt, bekommt Sie auch nicht mit, WER nachts in den Gängen herumschleicht“-um zwanzig nach neun!-„und ich kann Sie dafür belangen, dass sie versucht haben in einen fremden Gemeinschaftsraum zu gelangen. In MEINEN wohlgemerkt.“
    Sie rückte ihre gemusterte Brille zu Recht. Vielleicht war Umbridge doch besser…
    „Was wollten Sie überhaupt da drinnen?“ „Mit Neville Longbottom reden“, sagte ich ehrlich. McGonagall sah aus, als würde sie aus allen Wolken fallen. „Ich habe ziemlichen Mist gebaut. Ich wollte mich entschuldigen.“ Sie blickte mich scharf an. Ich wusste nicht, was sie mit mir geplant hatte, aber sie wirkte etwas besänftigt, als sie sagte: „Kommen Sie morgen nach dem Unterricht ebenfalls zu mir, Miss Greengrass. Sie werden zusammen mit Mister Longbottom nachsitzen. Ich werde davon absehen, eine Nachricht an Professor Snape und an Professor Umbridge zu senden. Gehen Sie jetzt Schlafen. Und wehe, sie tauchen hier nachher wieder auf. Dann überlege ich mir noch einmal, warum ich so nachgiebig zu ihnen bin.“
    Sie schüttelte noch einmal den Kopf, als ich mich zu den Kerkern aufmachte. Musste ich diese Frau verstehen? Ich schnaubte leise, wagte aber nicht, umzukehren. Aber ich musste mit Neville sprechen. Unbedingt!

    19
    ZEITSPRUNG

    „Ach Miss Greengrass“, sagte McGonagall forsch, als ich in den Verwandlungssaal hinein lugte. Neville saß bereits vor ihr, genau vor dem Pult, und ich unterdrückte ein Lächeln. Den ganzen Tag hatte ich ihn gesucht, und jetzt saß er hier so ruhig, und wartete darauf, dass Professor McGonagall loslegte. Ich setze mich neben Neville, der mich keines Blickes würdigte, und stellte meine Tasche neben den Tisch. „Sie beiden werden bis Ende Mai zweimal in der Woche nach dem Unterricht, und zwar dienstags und donnerstags, hier nachsitzen. Weil wir uns an die Ausbildungserlässe halten müssen, sitzen Sie offiziell wegen Verwandlung nach. Ist das klar?“ Sie sah uns streng an, und langsam begriff ich, warum die Gryffindors so zufrieden mit ihr waren. Sie versuchte die Schüler zu schützen, und ging dafür kleine krumme Wege. WOW!
    „Sie werden also Verwandlungsaufgaben bearbeiten, hier Putzen-nächste Woche brauche ich für meinen UTZ-Kurs unglaublich haarende Katzen- und was sonst noch so anfällt.“
    Mir schien das eindeutig besser zu gefallen, als Neville. „Es wird auch ihnen zu Gute kommen, Longbottom. Oder sind Sie nicht bestrebt, einen ZAG in meinem Fach zu machen?“ Neville murmelte etwas von seiner Großmutter, und das Professor McGonagall doch seine Noten kenne. „In der Tat“, bekräftigte diese ihn, „und das Nachsitzen wird Ihnen helfen. Glauben Sie mir.“
    Also ließ sie uns komplizierte Theorien büffeln, von denen mir bald der Kopf schwirrte. Als sie uns dann kurz vor der Sperrstunde entließ, begriff ich auch, warum es uns half. Zweimal die Woche lang, insgesamt acht Stunden Verwandlung (ohne Abendessen), würde mir mindestens ein 'E' in der Prüfung einbringen. Als wir endlich gehen durften, packte ich hektisch meine Sachen zusammen, aber Neville war noch schneller. Bevor ich ihn vor dem Klassenzimmer zur Rede stellen konnte, war er bereits verschwunden. Ich fluchte. Dann machte ich mich auf in den siebten Stock. Aber anstatt mich einer weiteren nervenraubenden Diskussion mit der fetten Dame auszusetzen, folgte ich meiner Intuition, und steuerte die Neville-Clara-alles-ist-gut-Nische an. Ich musste sie unbedingt umtaufen. Was für ein peinlicher Name! Als ich aber Neville dort sitzen sah, wie er aus dem Fenster starrte, platzte ich heraus: „Das ist übrigens die Neville-Clara-alles-ist-gut-Nische.“ Innerlich stöhnte ich auf. Hatte ich das gerade wirklich gesagt? OH! NEIN!
    „Was?“, sagte er merkwürdig verwirrt, und sah mich dann an. Puh. Er hatte es nicht mit bekommen. Ich setzte mich entschlossen gegenüber von ihm hin. „Ich habe es begriffen“, sagte ich ernst, und blickte ihn an. „Ich habe begriffen, was du zu mir gesagt hast. Ich bin absolut egoistisch. Nur ist mir das bisher nicht aufgefallen. Ich habe verstanden, dass ich mich absolut falsch verhalten habe, nicht nur gegenüber dir.“- Mir stockte der Atem. „Weißt du, Neville, du warst die ganze Zeit für mich da, aber ich habe dich dabei zu tiefst verletzt, und ich bitte dich, mir zu verzeihen. Ich hoffe wirklich, dass es nicht zu spät dafür ist, denn bei mir haben sich auch alle zu spät entschuldigt, und ich konnte ihnen nicht mehr verzeihen, deswegen kann ich verstehen, wenn du es ebenfalls nicht tust. Und du hast Recht, ich bin naiv, denn ich habe gemerkt, dass ich Nott gar nicht mehr liebe, das ist mir in dem Moment klar geworden, bevor du ihn entwaffnet hast, also habe ich auch mit seinen Gefühlen gespielt, und ich muss noch mit ihm reden, und ihm sagen, dass mir jemand anderes viel wichtiger ist, und“-ich sah Nevilles Gesichtsausdruck-„Sorry.“ „So einfach ist das nicht!“, platzte dieser heraus, und da wusste ich, dass er wirklich zutiefst verletzt war. Mir rutschte das Herz in die Hose. „Du kannst dich nicht einfach hierher kommen, und sagen: Sorry, war doch anders, als du gedacht hast. So läuft das nicht.“ Er stand auf. Autsch. „Dann sag mir, wie es läuft“, sagte ich unwirsch, „denn ich kann nicht mehr, als mich zu entschuldigen. Ich kann nicht mehr, als vor dir im Dreck zu kriechen, und um Vergebung zu flehen, und dabei meinen verdammten neu entdeckten Stolz den Astronomieturm hinunter schmeißen.“ Mir traten die Tränen die Augen. „Aber kannst du, Neville, deinen Stolz hinunter schlucken? Kannst du einer Slytherin verzeihen?“ Ich blickte blinzelnd in sein Gesicht hinauf. Salazar Slytherin würde mich umbringen, dass ich mich in einen Gryffindor verliebt hatte. Wenigstens war er reinblütig, aber das konnte mir auch bald egal sein, denn Neville schwieg immer noch. Ich unterbrach unseren Blickkontakt, und schaute enttäuscht auf meine Füße. Ich erwartete, dass er weggehen würde. Warum waren in meinem Leben die Entschuldigungen immer zu spät, bei Merlin? Tränen begannen sich über meine Wangen zu ergießen. Das Leben war doch Scheiße. Und Jungs ganz besonders! „Ja“, sagte Neville. Irritiert blickte ich auf. „W-?“ „Ja, du hast Recht, Clara.“ Er zog mich zu sich hoch. Ich wischte mir mit meinem Ärmel über das Gesicht. „Wirklich?“, fragte ich. Mein Magen begann unruhig zu Flattern, als wir uns so ansahen. Ich hörte, wie Neville leise atmete. Er nahm vorsichtig meine Hand. „Wirklich“, flüsterte er. Und dann begann ich zu Grinsen. „Dann ist ja alles gut“, grinste ich, und dann warf ich alle Benimmregeln über Bord, die es in der magischen Welt über Dates gab. Ich kam ihm immer näher, und Neville schien erstarrt zu sein, als hätte ihm jemand eine Ganzkörperklammer auf den Hals gejagt, vielleicht hatte das auch jemand, aber es war in diesem Moment furchtbar egal, denn das einzige was zählte, waren in diesem Moment Neville und ich. Ich blickte ihm in seine Augen, konnte jede seiner Wimpern zählen, und dann überwand ich die letzte Barriere zwischen uns, und küsste ihn. Wir versanken darin, und ich vergaß alles, was ich je über den Vollidioten Neville Longbottom gedacht hatte, denn er konnte verdammt gut küssen. Ein Geräusch ließ uns auseinander fahren, und mit einem Gefühl im Kopf, als bestünde er nur aus Watte, von den Schmetterlingen in meinem Bauch erst gar nicht zu reden, sank ich in die Nische zurück. Neville und ich schauten uns an, und dann lachten wir leise los. Dann erzählte ich ihm alles über Dave. Und mein ganzes Leben als Kind, und er erzählte mir, wie ihn sein Großonkel an seinen Fußgelenken aus dem Fenster gehalten hatte, und ihm dann ein Stück Kuchen angeboten worden war, was er dankend annahm. „Was ist dann passiert?“, fragte ich bestürzt. Wie plemplem war sein Großonkel eigentlich? Aber leider erfuhr ich an diesem Abend die Geschichte nicht mehr. Ein zweites Geräusch ließ uns erneut zusammen fahren. „Chrm. Chrm“, hüstelte Professor Umbridge vor uns, und lächelte boshaft. „Das gibt einen Verweis, würde ich meinen. Nach der Sperrstunde noch hier draußen...Kommen Sie mit.“
    Neville und ich schauten uns an. McGonagall würde die Wände hochgehen. Wir standen mit schlechtem Gewissen auf, und trotteten Umbridge hinterher, die uns einen Vortrag über den Sittenverfall hier an der Schule hielt. „Ich liebe dich“, flüsterte mir plötzlich Neville ins Ohr. Ich kicherte, aber Umbridge laberte weiter. Ich sah ihm belustigt in die Augen. „Da hast du aber Glück“, flüsterte ich zurück. „Ich liebe dich auch.“

    20
    THE END! =)

    Weiter Geschichten von mir:

    http://www.testedich.de/quiz32/quiz/1384367829/Hogwarts-Lovestory-Manchmal-muss-man-sich-veraendern-um-sich-selbst-treu-zu-bleiben

    http://w ww.testedich.de/quiz34/quiz/1409824742/Hogwarts-Lovestory-Wer-kaempft-kann-verlieren-Wer-nicht-kaempft-hat-schon-verloren-Berthold-Brecht

Kommentare (26)

autorenew

Love ireland (18852)
vor 757 Tagen
@ViolaC: Danke für dein Kommentar und dein Lob! Dass man für eine Geschichte gedankt bekommt, kommt nicht häufig vor, also: Danke dafür =).
LG
Love ireland
ViolaC (42215)
vor 758 Tagen
Deine FF war echt gut! Ich habe schon tausende gelesen, aber nur wenige waren so gut wie deine!! Vielen Dank!
Love ireland (18852)
vor 771 Tagen
@li:
Huch, schon wieder ein Kommentar =D. Das freut mich =))). Ja, ich weiß, das ist kein Friede-Freude-Eierkuchen, aber somit ist ja auch nicht langweilig (hoffe ich...). Danke für dein Lob =)
Übrigens habe ich hier auf der seite noch zwei weitere FFs, einfach am Rand, bzw. unter der Story schauen, da ist ein Verweis: "Weitere Quizzes von Love ireland".

LG
li (34172)
vor 775 Tagen
Superschöne Story, leider die meiste Zeit sehr traurig, aber wie gesagt sehr schön;)
Love ireland (58741)
vor 777 Tagen
@Svenja Granger: Das freut mich sehr :)). Danke!
Svenja Granger ; ) (75749)
vor 781 Tagen
Nur zwei Wörter: Love it! *-*
Love ireland (51519)
vor 932 Tagen
@ Mamutoi:
Danke :D und bitte =)
Mamutoi (19069)
vor 933 Tagen
Echt geile Story und danke nochmal für den Tipp
Love ireland (51595)
vor 967 Tagen
@ Kate Potter:

Ich bemühe mich immer total, meinen Schreibstil weiter zu verbessern, also ein riesiges Dankeschön für dein Lob. Mein Herz geht auf, wenn du lachst .=D
Kate Potter (08794)
vor 971 Tagen
Applaus Applaus für deine Worte :) Es ist echt toll geschrieben! Wünschte ich hätte auch so einen super Schreibstyl wie du.

LG Kate Potter
Love ireland (60177)
vor 1086 Tagen
Dane an alle Kommentare die bisher dazugekommen sind =).

@jojo: Wenn mir mal etwas mit Sirius einfällt, werde ich etwas dazu schreiben. Allerdings ist das gar nicht so einfach, weil es schon so viele gute Geschichten über ihn gibt =).

Aber Vorankündigung: Meine Schwester und ich schreiben gerade einen Test. Wahrscheinlich kommt er Ende Dezember heraus =)
LG
jojooo xD (13913)
vor 1087 Tagen
Oh man, das is soooooo schön :* ich hab jetzt alle deine lovestorys zwei mal durch gelesen, weil sie so wunderbar sind! Am besten hat mir die von Lena karkaroff gefallen. Könntest du eine mit Sirius machen? Ich würde sie sofort lesen!
Lg, jojo
Cherry (74395)
vor 1093 Tagen
Oh *quietsch* die Story ist sooo toll , echt super, klasse, toll !! Mir fallen leider keine Adjektive mehr ein aber die Geschichte ist einfach nur genial !!! Du hast einen abwechslungsreichen und fesselnden Schreibstil .Applaus !!! :-)
Mila007 (74395)
vor 1093 Tagen
Ich würde es auch mit e am Ende schreiben , aber jedem Tierchen sein Plesierchen ;-) Grooooßes Lob , super Story !!!!!!
Love ireland (37413)
vor 1095 Tagen
@LoveNeville
Danke :D, und voll toll, dass es dir so gut gefallen hat =).
Zu deinen Kritikpunkten: Ob Nott jetzt Theodore, oder Theodor heißt, hab ich sogar extra nachgeschaut. Leider hab ich den Namen in beiden Varianten gelesen.
Und die Zukunft... ich bin der Meinung, dass sich das jeder selber ausdenken solte. Du willst ihn heiraten?;) Dann lass es so enden! =)
LG
LoveNeville (40721)
vor 1095 Tagen
Ps: Der Junge heißt Theodore Nott.
Noch einmal großes Lob! Das ist die tollste Lovestory, die ich je gelesen habe (und das will schon was heißen, hab nämlich schon tausende Harry-Potter-Lovestorys gelesen, in der Hoffnung, dass Neville mal dabei ist)!
LoveNeville (40721)
vor 1095 Tagen
Tolle Story! Ich würde vielleicht noch einen kurzen Teil von der Zukunft ans Ende schreiben. Man sieht, dass du dir echt viel Mühe gegeben hast. Neville. Longbottom. Ist. Meine. ABSOLUTE. Lieblingsperson. Er. Ist. So. Süüüß!!!!!!!!!!!!! Ich will ihn heiraten! Viel Glück bei deinem nächsten Test/deiner nächsten Fanfiction!
Love ireland (17209)
vor 1095 Tagen
@loveNeville:
Oha, ich bin gespannt auf deine Kritik! =) Ich hoffe, du liest die Geschichte bis zum Ende. Ich weiß, dass sie sehr lang ist, deshalb bin ich auch auf jeden Stolz, der sie zu Ende liest, und ein kommentar hinterlässt! Ich freu mich schon drauf,
Lg
LoveNeville (40721)
vor 1095 Tagen
Hi loveireland
Vielen dank das du mir den Link zu deiner Geschichte gegeben hast !!! Ich habe deine Story noch nicht gelesen fange aber gleich an und werde dir auch auf jeden Fall Feedback hinterlassen. Ich glaube ich werde aber noch einige Zeit mit lesen verbringen , die Geschichte hat eine echt gute Länge .Aber ich bin seeehr kritisch ;-)
Na ja ein bisschen zu mindest aber wenn ich eine story echt gut finde haben meine Kommis meistens Überlange :-) Aber jetzt ran ans lesen !!! Kommi folgt .
LG LoveNeville
Love ireland (17209)
vor 1111 Tagen
Hey,
danke für die lieben Kommentare, für den Keks ;) und das Sternedrücken! Ich habe mich wahnsinnig gefreut =).
Weitere Kommentare wären toll.
Lg
Love ireland