Den Tod zum Freund (Teil 4)

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3 Kapitel - 4.281 Wörter - Erstellt von: Pho3nixx - Aktualisiert am: 2014-10-01 - Entwickelt am: - 2.899 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Man stirbt erst dann, wenn man vergessen wird...

„I feel your knife as is goes right in
Cut to my core but I'm not bleedin
All that you say tryin to make me small
Well the bigger you get, the harder you fall

You use your words as a weapon dear
But your blades don't hurt when you have no fear

You think that your deep under my skin
Your trying to keep me suffering

If you use your words as a weapon
Then as a weapon, I'll shed no tears“

1
„Wo will denn unsere Elbin hin?“ vernahm ich die Stimme Bofurs, als ich mit geschultertem Rucksack und angehängten Waffen an der versammelten Gemeinschaft vorbeilief.
Alle sahen fragend zu mir auf, doch ich schüttelte nur den Kopf und setzte meinen Weg wortlos fort.
„Sie geht fort,“ murmelt Gandalf in seinen Bart, woraufhin Kíli sich erschrocken einschaltete.
„Jemand muss sie aufhalten!“ rief er und an dem Rascheln zu urteilen, ist er grade dabei gewesen mir zu folgen, doch Thorins Stimme hielt ihn anscheinend zurück.
„Lass sie, Kíli... Sie gehört hier noch weniger hin, als wir Zwerge.“
„Aber Onkel...?“ schaltete sich nun auch Fíli ein. „Wir können sie nicht einfach ziehen lassen! Sie gehört zur Gemeinschaft, wie jeder andere von uns!“
„Ja, doch wird sie hier nicht bleiben, ihren Worten vorhin nach zu urteilen.“

„Thorin hat Recht...,“ bemerkte Gandalf. „Doch da sie ein Teil der Gemeinschaft ist, werdet ihr mit ihr gehen! Spätestens am Fuße der Nebelberge, auf der anderen Seite, werdet ihr sie wieder antreffen. Ich weiß, dass sie dort ihre erste Rast machen wird – vorher wird sie sich nicht zur Ruhe legen.“
Perplex sahen die Zwerge und Bilbo zu dem Zauberer auf, welcher ein schwaches Grinsen auf den Lippen trägt.
„Elrond hat einen Rat für heute angesetzt,“ erklärt er flüchtig. „Man wird nicht bemerken, dass ihr fort seid, ehe ihr die Nebelberge erreicht habt. Aufhalten wird euch dann niemand mehr.“
„Du wirst uns also nicht begleiten?“ wollte Nori wissen und zur Antwort nickte Gandalf und erhob sich von seinem Stuhl. Ehe er sich von der Gemeinschaft abwendete, um in Richtung des Rates zu gehen, sagte er in einem gedämpften Ton: „Venduial würde es nicht riskieren Raug diesen Weg durch die Berge passieren zu lassen, weswegen sie zu Fuß reisen wird. Sie besitzt jedoch von Natura aus einen zügigen Schritt, weswegen ihr euch beeilen solltet, wenn ihr sie noch einholen wollt, bevor ihr die Nebelberge wieder verlasst... Und... Spätestens wenn ihr den Anduin über die Alte Waldstraße erreicht habt, werde ich wieder an eurer Seite sein.“

*~*

Über die Nebelberge war meine Reise komischerweise ungestört und unbemerkt geblieben...
Vereinzelt vernahm ich die Stimme Thorins, doch stempelte ich sie als ein Hirngespinst ab.
Ich scheine seine Anwesenheit doch mehr zu vermissen, als mir lieb ist!, denke ich mir, als aufgebrachte Rufe an meine Ohren gelangten.
Das kann keine Halluzination sein!, schießt es durch meinen Kopf und erschrocken sprinte ich – so schnell ich es auf diesem Pfad, während dieses schrecklichen Wetters wagen kann – einige Meter zurück.
Ein Höhleneingang erscheint vor meinen Augen und auf den ersten Blick, scheint dies nur ein gewöhnlicher Unterschlupf zu sein, doch als ich einen zweiten Blick wage, fallen mit fast die Augen aus dem Kopf...:
Eine Axt eines Zwerges aus dem Erebor funkelt in den Lichtern der fast erlischten Fackel, welche auf dem klammen Bogen liegt.
Sie müssen mir also gefolgt sein!, denke ich und suche in der Höhle jegliche Stellen ab, nach Hinweisen, was mit der Gemeinschaft passiert sein konnte – doch ich finde nicht das geringste...
Mit einem entnervten Aufschrei trete ich gegen die Felswand, als ich wieder auf dem verregneten Pfad stehe und blicke zurück in Richtung Bruchtal.
„Nein!“ bringe ich nach einiger Zeit des Grübelns hervor. „Ihnen wird schon nichts passiert sein!“
An diesen Gedanken gebunden setze ich einen Fuß vor den anderen und erreiche nach einigen Stunden den Fuß des Berges, welcher umringt ist von den verschiedensten Bäumen und Sträuchern...

*~*

„Little girl, little girl, don't lie to me... Tell me where did you sleep last night?
In the pines, in the pines, where the sun never shines... Will shiver the whole night though...,“ völlig ohne Scheu, dass jemand meine Stimme hören könnte, sang ich das Lied, welches mein Vater mir vor langer Zeit gelehrt hatte.
Angelehnt an eine alte Kiefer blickte ich starr in die Ferne und musste unweigerlich an Thorins und Dwalins Gespräch denken. Es war nicht zu überhören, dass sie über mich geredet hatten, denn Dwalin hatte keinem der Gemeinschaft ein so großes Misstrauen gegenüber, wie mir.
Tatsächlich fielen auch Begriffe, wie 'Hexe' oder 'Teufel', doch über diese zerbrach ich mir seit langem nicht mehr den Kopf. Viel mehr hingen meine Gedanken an der Abwesenheit Thorins, während Dwalin mit ihm gesprochen hatte.
Zwar habe ich nicht alles verstanden, doch Dwalin schien unserem Anführer eintrichtern zu wollen, dass ich kein guter Umgang für ihn sei. Ich würde ihn in seinen Taten einschränken und seinen Willen brechen...
Ich wollte nicht, dass man so von mir denkt!, schrie ich in Gedanken und warf ein Häufchen Erde in die züngelnden Flammen, weshalb eine große Rauchwolke in den Nachthimmel aufstieg.
Durch das Knistern des Feuers gelangte jedoch noch ein weites Geräusch an meine Ohren...
Etwas in den Büschen rechts von mir begann zu Rascheln, doch der Wind konnte es nicht sein.
Leise zückte ich meine Armbrust – jeden Moment dazu bereit mit mit Fäusten zu wehren, als ein Schatten vor meinen Augen vorbeizog.
„Darius!“ knurrte ich angespannt und pfiff einmal schrill... Ich spürte, dass er nicht alleine war – so verschaffte ich mir mit Raugs Hilfe einen einigermaßen fairen Ausgleich.
„Schon wieder alleine?“ hörte ich die Stimme meines Feines hinter mir, während er mit einer Hand um meinen Nacken strich. Sofort jagte ein eiskalter Schauer über meinen Rücken und mit gezücktem Dolch und gespannter Armbrust drehte ich mich schlagartig zu Darius um, welcher jedoch in grauem Nebel abgetaucht war.
Ein fast lautloses Zischen erreichte mein Ohr, und rein aus Reflex drehte ich mich zu der Geräuschquelle und riss meinen mit einer Lederschiene versehenen Arm in die Höhe.
Der dumpfe Aufprall und das Gewicht welches gegen meinen linken Unterarm schlug verriet mir, dass die Waffe meines Gegners mich zwar erreicht, jedoch nicht verletzt hatte und er sofort zu einem zweiten Schlag ansetzten würde. Mit einem Ausweichschritt nach hinten verfehlte das Schwert der Schattengestalt sein Ziel und nur das Sirren in der Luft hallte durch die sonst geräuschlose Nacht.
Das Fauchen meines Wolfes riss mich aus meiner kurzen Starre, um die Lage zu überblicken und ich bemerke, dass ich, ohne sein Eingreifen, jetzt bereits reglos auf dem Boden läge.
Das kleine Häufchen Asche der Schattengestalt türmte sich zu meinen Füßen hin auf, während das mattschwarze Schwert klirrend auf einen Stein fällt.
„Meine Liebe..., tz, tz, tz... Das ich noch einmal erlebe, dass du so unachtsam bist...“ Tadelnd stellt Darius sich an den Rand des kleinen Waldstückes, welches mein Lager umgibt und verschränkt seine Arme vor seiner Brust.
„Warum verfolgst du mich, Darius...?,“ frage ich leicht außer Atem und zücke sämtliche meiner Wurfsterne.
„Ich verfolge dich nicht, Veni... Ich gehe lediglich meinen eigenen Weg, welcher sich nur rein zufällig mit dem deinen kreuzt...,“ gibt er neckisch zur Antwort und setzt dabei ein falsches Grinsen auf. Seine Art entlockt mir ein bitteres Auflachen und ich versenke den ersten meiner vielen Wurfsterne in die Stirn einer Schattengestalt, welche sich grade von der Seite nähert – dachte ich bemerke sie nicht.
„So, so... deinen eigenen Weg also...?“ hake ich sarkastisch nach und gehe mehrere Schritte auf meinen Erzfeind zu. „Und warum wirst du dann stetig von deiner kleinen 'Leibgarde' begleitet und warum wollt ihr dann ständig meinen Kopf rollen sehen?“
Ein Schmunzeln legt sich auf Darius' Lippen und er tritt einen Schritt auf mich zu und legt einen Arm um meine Taille.
„Ich habe dich so vermisst, Kleines... Warum kann es nicht einfach wieder wie früher sein?“ raunt er in mein Ohr und zieht meine Hüfte näher an die seine heran.
Finster blicke ich in seine funkelnden Augen. Erkenne Schmerz... Doch die Rache überwiegt in ihnen, sodass ich versuche mich aus seinem Griff zu winden, doch vergebens.
Zwei seiner Bestien greifen nach meinen Handgelenken und zwei Weitere halten meine Beine fest im Griff.
„Du bist immer noch so leicht zu täuschen, meine Liebe...,“ flüstert er in mein Ohr, während er von meiner rechten Schulter, über meine Brust bis hin zu meinem Bauchnabel streicht.
„Fahr zur Hölle, Bastard!“ spucke ich ihm daraufhin vor die Füße und Raug reißt eine der Schattengestalten zu Boden, welche meinen linken Arm festhielt. In diesem Moment greife ich nach meiner Armbrust und löse den gespannten Schuss. Der Aufschrei Darius' signalisiert mir, dass meine Waffe ihr Ziel erreicht hat und ich blicke schadenfroh auf den Bolzen, der sich in das 'Fleisch' meines Gegners gegraben hat.
Kein Blut trat aus der Wunde, doch was war bei ihm kein Wunder... Seit langer Zeit schlägt bereits kein Herz mehr in seiner Brust und kein Blut fließt mehr durch seine Adern... Er ist einfach nur eine vertrocknete Hülle voller Hass und Rache...
„Das wagst du nicht noch einmal, du Biest!“ faucht Darius, reißt sich den Bolzen aus seiner Schulter, steht auf und kommt auf mich zugesprintet. Seine Diener lassen ängstlich von mir ab und lösen sich in den Schatten der Nacht auf, da erreicht mich bereits der erste von vielen aufeinander folgenden Schlägen...

*~*

Hustend liege ich auf dem Boden und kann grade noch so mein Gesicht von den glühenden Kohlen meines Lagerfeuers fernhalten, da trifft mich ein weiterer der unzähligen Tritte in meine Magengegend.
Ich spucke bereits Blut und meine Sicht schwindet... Raug liegt bereits bewusstlos an einer Kiefer gegen die Darius ihn vor wenigen Augenblicken geschleudert hat, da erklingt ein Wolfsgeheul durch die Morgendämmerung.
Mein Angreifer hält in seinen Bewegungen Inne und grinst über das ganze Gesicht, während er sich über mich beugt.
„Na, wie geht es uns denn heute?“ lacht er und streicht mit seinem Handrücken über meine geschwollene Wange.
Zitternd versuche ich mich aufzurichten, doch eine Ohrfeige schmettert mich wieder auf den Boden zurück und die Hälfte meiner Haare lodert bereits in der glühenden Asche...
„Es tut mir leid, Kleines... Doch ich überlasse dich jetzt... besserer Gesellschaft...,“ raunte er mir in mein Ohr und strich ein letztes mal über meinen bebenden Körper, als das Wolfsgeheul auch schon näher kam und schwere Schritte zu hören waren.
„Raug, mach dass du wegkommst!“ bringe ich gequält hervor und ich spüre, wie er sich gegen meinen Befehl sträubt, weswegen ich einen kleinen Stein nach ihm werfe und schreie: „Verschwinde! Bringe dich in Sicherheit!“ Ein leises Winseln kommt mir zur Antwort und der Schmerz schnürt mir die Kehle zu, weswegen ich nur noch krächzend hervorbringen kann: „Ich komm schon klar...“

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