Entführt 2 - Training

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2 Kapitel - 2.045 Wörter - Erstellt von: Calypso96 - Aktualisiert am: 2014-10-01 - Entwickelt am: - 922 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Sophia erwacht mit dem Wissen, in den Fängen eines Vampirs zu sein. Das Schlimme daran ist nur, dass sie langsam Gefühle für eben diesen entwickelt. Doch nun wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt. -Fortsetzung des ersten Teils; Achtung, Open End!

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    "Du!" Ich weiß nicht mehr, ob ich wütend, enttäuscht oder entsetzt darüber sein soll, dass Charles mich gebissen hat. Ich habe gerade angefangen, ihm zu vertrauen, obwohl er mich hier gefangen hält. Immerhin hat er sich mir anvertraut! Er ist ein Vampir... Der einzige Gedanke, der im Moment in meinem Kopf herum geistert, verspricht nichts Gutes, verheißt Schlechtes, ja sogar Grauenvolles! Alles was ich über Vampire weiß, habe ich aus Filmen, und immer ging es dabei um Blut! Ich bin so in Gedanken versunken, ich bemerke nicht, wie Charles langsam an mich ran tritt und sich räuspert. Dementsprechend zucke ich zusammen, als er plötzlich meine Schulter an tippt. "Fass mich nicht an!" ich bin selbst erstaunt über die geballte Ladung negativer Emotionen, die in meinen ausgestoßenen Worten zum Ausdruck kommt, aber es ist egal. 'Er hat dich gebissen! Geh weg von ihm, er ist gefährlich!' flüstert mir mein Gewissen zu. Mein Herz jedoch sagt was anderes. Charles selbst ist die ganze Zeit über ruhig geblieben, hat weder was gesagt, noch hat er sich bewegt, anscheinend ahnt er, was in mir vorgeht. Er sitzt einfach neben mir, spendet Trost durch seine Anwesenheit. Wenn es so was wie Trost überhaupt noch gibt, in dieser aussichtslosen Lage. Mein Gefängnis scheint enger geworden zu sein, ich möchte jetzt alleine sein, brauche Zeit, um meine Gedanken zu ordnen. Ich bin total durcheinander, der Traum war zu viel. Doch Charles reißt mich aus meinen Gedanken. „Es... es tut mir leid Sophia.“ Ich weiß nicht, wie ich auf seine Worte reagieren soll. Es wird nie wieder so sein wie früher. Er hat mir die Chance genommen, ein normales Leben zu führen, stattdessen sitze ich hier fest mit... mit einem Irren, der mich gebissen hat! Ich hätte nicht übel Lust, ihn anzuschreien, ihm meinen Hass offen zu zeigen, doch ich tue es nicht. Irgendetwas in mir hält mich zurück. „Du hast mich gebissen!“ Meine Stimme gerät außer Kontrolle und schnellt einige Oktaven in die Höhe. Ich kreische ihn an, damit hat er wohl nicht gerechnet. „Sophia, beruhige dich doch! Bitte!“ „Beruhigen? Ich soll mich beruhigen? Du hast mich gebissen und wer weiß was sonst noch alles als ich ohnmächtig war! Und dann soll ich mich beruhigen? Erst erzählst du mir, ich müsse an irgendeinem Ritual teilnehmen und dass der Teufel dich geschickt hat und jetzt das. Du hast sie ja nicht mehr alle! Ich will hier raus! Mein altes Leben wieder...“ doch bevor ich weiter schreien kann, schütteltet mich ein Weinkrampf. Charles nutzt die Pause, um mir etwas zu erklären:“Hör jetzt genau zu, Sophia. Was ich dir jetzt sage, ist ungeheuer wichtig für dich.“ Meine Tränen versiegen langsam und ich schniefe, meine Nase läuft. Charles versteht, dass ich ihm jetzt zuhören werde, dass mich die Situation überfordert. „Das Ritual, von dem ich dir erzählt habe, wird bei dir nicht funktionieren. Du bist nicht bereit dafür! Du wehrst dich mit jeder Zelle deines Körpers dagegen. Deswegen warst du am Anfang deiner Zeit hier auch so schwach! Dein Organismus widersetzt sich dem Biss... Wir können das Ritual mit dir nicht durchführen.“ „Na das ist doch super!“ Ich lächle schwach. „Dann könnt ihr mich ja hier raus lassen!“ „Nein Sophia, du verstehst mich falsch. Du bleibst hier, du wurdest vom Obersten auserwählt. Nur wirst du anderes verwandelt werden als durch das Ritual. Aber um dich auf deine Zeremonie vorzubereiten, musst du erst die Kriterien erfüllen, die den anderen beim Ritual direkt mitgegeben werden. Du musst, um es vorsichtig zu sagen, gewisse... Fertigkeiten aufweisen. Dafür musst du trainieren, kommst also aus dieser Zelle raus, allerdings nur für dein Training. Und du hast nur einen Monat Zeit, um die Prüfungen zu bestehen. Es wird nicht leicht werden, die anderen Vampire sind stark, ausdauernd und schnell. Du musst auf ihr Level kommen.“ „Auf ihr Level kommen? Die Biester sind unsterblich! Charles, bitte. Hör endlich auf in Rätseln mit mir zu sprechen!“ Er guckt mir in die Augen. „Drei Prüfungen gilt es zu bestehen. Die besten Lehrmeister werden dich unterweisen. Du musst fechten, schießen und im Nahkampf bestehen. Wenn du das nicht schaffst...“ Er blickt betreten zur Seite. Er muss den Satz nicht beenden, ich weiß auch so, was er meint.

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    Am nächsten Tag beginnt dann auch schon mein Fechttraining. Zum ersten Mal seit Wochen bin ich wieder draußen. Das Sonnenlicht fühlt sich gut auf meiner mittlerweile verdammt blassen Haut an. Ich glaube es ist Herbst geworden in der Zeit die ich eingesperrt war, es ist nicht mehr so warm und ein bisschen diesig. Im Moment stehe ich alleine auf dem Übungsplatz, genieße die letzten Strahlen des Tages. Bis Sonnenuntergang habe ich noch ein paar Minuten für mich alleine. Charles hat mir einen Wecker geschenkt, damit ich nicht verschlafe, mein Tagesrhythmus ist ja nun ganz anders. Ich setze mich für eine Weile auf die Steinbank unter der großen Trauerweide, die im nahen Park steht und denke noch einmal über die letzten Tage nach. Obwohl ich größtenteils alleine in meiner Zelle war, wurde es nie langweilig. Zum Teil ist daran wohl die immer noch nicht ganz vergangene Furcht vor diesen Nachtwesen schuld, die mich gekidnappt haben und mich zu einer von ihnen machen wollen. Ständig kam jemand rein der sich mit mir unterhalten hat! Und zum anderen sind daran wahrscheinlich auch meine Gedanken Schuld. Endlich hatte ich mal Zeit für mich, konnte endlich über meine Fehler nachdenken, über alles, was in meinem Leben falsch gelaufen ist. Und ich kam sogar zu dem Schluss, dass es gar nicht so verkehrt war, hier zu sein, trotz dieser Kreaturen. „Sophia? Aufstehen! Ich dulde kein Rumgezögere und keine Kindereien! Ich verlange totale Folgebereitschaft, vor allem von einem Menschen wie dir!“Ich falle fast von der Bank vor Schreck, schreit dieser Kerl mir doch tatsächlich ins Ohr! Ich springe auf und rufe, eigentlich eher, um ihn zu verarschen, „Sir, jawohl Sir!“ Doch ihm scheint das zu gefallen. Er grinst in sich hinein und murmelt: „Ja, so lob ich mir das.“ Im Nächsten Moment geht er Richtung Übungsplatz, dreht sich, dort angekommen, um und brüllt:“ANGETRETEN, KADETT!“ Als ich bei ihm völlig außer Puste angekommen bin, stellt er sich mir vor: „Ich bin General Meierhorst! Und ich dulde vollen Respekt, Gehorsam und Fleiß! Irgendwelche Fragen? Nein? Dann legen wir los.“ Sagt es und wirft mir einen Degen zu. „Haltung Sophia!“ Ich hebe meinen Degen auf und wirke wohl etwas verloren mit dem... Ding da in der Hand, sodass er zu mir rüberkommt und mich wie eine Marionette in die richtige Position bringt. „ Versuche dir das bitte zu merken.“ Ich bemerke, dass er was gegen Menschen hat und jetzt schon total genervt von mir ist, obwohl ich blutige Anfängerin bin und das Training noch nicht mal wirklich losging. Ich spüre ein Paar Augen auf mir und verpasse, das Beginnen meiner ersten Fechtrunde. Der General prescht auf mich zu, als ich mich gerade umdrehe und Charles am Rand stehen sehe. Ich höre gerade noch, wie er „ACHTUNG SOPHIA!“ zu mir rüber ruft, dann spüre ich einen scharfen Schmerz am rechten Arm und alles wird dunkel.

    Als ich wieder erwache, liege ich in meiner Kammer, der General und Charles sind bei mir. Sie haben noch nicht bemerkt, dass ich wieder wach bin und unterhalten sich. Ich hingegen spüre meinen Arm nicht mehr und fühle mich schwach. Meierhorst muss mich am Arm erwischt haben mit seinem Säbel. „Wann wird sie wieder trainieren können?“ ich erkenne Charles' besorgte Stimme. „Ich weiß es nicht. Sie ist nur ein Mensch... Da dauert es länger. Vielleicht eine Woche, vielleicht länger.“ „Was ist denn passiert?“ Die beiden scheint es zu wundern, dass ich schon aufgewacht bin, denn sie erschrecken förmlich beim Klang meiner Stimme. „Der Degen des General Meierhorst hat deinen Arm durchbohrt, aber du wirst bald weiter üben können. Wir lassen dich jetzt in Ruhe, damit du ausschlafen kannst. Schlaf gut und... träum' was Schönes.“ die Beiden verlassen leise das Zimmer und ich schlafe fast sofort wieder ein, ich bin todmüde...

    Am nächsten Abend stehe ich auf. Mein Arm ist dick verbunden, es schmerzt ein wenig, doch ich kann ihn fast ohne Probleme bewegen. Beim Aufstehen verschwimmt meine Sicht jedoch. Also setze ich mich wieder hin und warte ein paar Minuten, dann wage ich es wieder, diesmal gelingt es ohne Zwischenfall. Ich ziehe mich an und warte auf Charles, doch er kommt nicht. Langsam werde ich ungeduldig. Ich stehe auf, gehe zur Tür und klopfe, doch nichts geschieht. Ich klopfe noch einmal, und endlich öffnet eine Blutüberströmte Wache mir. „Wir.. wir wurden angegriffen, Miss! Verstecken Sie sich!“ Ich schreie auf, als er tot vor meinen Augen zusammenbricht und laufe los. Ich suche mir ein Säbel und denke an das Wenige, was mir der General gestern schon beibringen konnte. 'Haltung bewahren, nie ablenken lassen, Angriff ist die beste Verteidigung.' Das war nicht fiel, aber ich wollte helfen. Ich würde mich nicht wie ein Feigling in irgendeine Ecke verkriechen und hoffen, dass alle gut geht! Nein, ich würde helfen, das Quartier zu verteidigen, auch wenn es mein Leben kostete! Und da treffe ich auch schon auf einen Mann, dem schon Blut über die Wange läuft, ihm fehlen einige Zähne und seine roten Augen starren mich unverwandt an: „Dich habe ich gesucht...“ Er lacht dreckig und mir läuft eine Gänsehaut über den Rücken, doch ich werde nicht kneifen. Ich mache mich bereit für den Kampf: „Wenn du mich willst, dann musst du gegen mich kämpfen. Eher sterbe ich, als mit dir zu gehen, du Widerling!“ Das hätte ich nicht sagen sollen. Augenblicklich erstirbt sein Lachen, und seine Augen starren mich böse an. Und dann geht es auch schon los. Er kommt auf mich zu, ich pariere seine Schläge so gut es geht, aber er ist wesentlich stärker als ich. Schon bin ich außer Puste, doch ich gebe nicht auf. Ich beobachte ihn genau und entdecke nach einer Weile seine Schwachstelle: Er sieht auf dem rechten Auge nicht mehr sehr gut, außerdem bewegt er sich aufgrund seiner Muskeln sehr schwerfällig, während ich wendig bin. Plötzlich läuft Charles dazwischen:“ Lauf weg, Sophia! Ich mache das!“ Doch mein Stolz verbietet mir das. Ich weiche nicht zurück, sondern rutsche durch seine Beine nach hinten, schleiche mich auf seine rechte Seite, und töte ihn. Sein glasig werdender Blick gleitet zu mir, Verwunderung erkenne ich darin. Erst als er tot hinten überkippt, verstehe ich, was ich da gerade gemacht habe. Ich habe ihn getötet. Der Gedanke lässt mich nicht los und ich fange an zu schluchzen. „Es ist vorbei Sophia.“ Charles kommt zu mir, nimmt mir sanft das Säbel aus der Hand und nimmt mich in seine starken arme, die mir schon einmal Trost gespendet hatten. Ich nehme diese Geste dankbar an und er küsst mich brüderlich auf die Stirn, doch ich nehme es nicht wahr. Die Tränen laufen über meine Wangen und ich bete für die Vampire, die heute gestorben sind. Sie haben das nicht verdient, auch wenn sie noch so böse waren.

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Calypso96 ( 93.46 )
Abgeschickt vor 809 Tagen
Danke schön :) schreibt mir doch bitte, wenn ihr Ideen oder Vorschläge für den weiteren Verlauf der Story habt oder es etwas zu bemängeln gibt. Ich freue much über jegliche Rückmeldung ;)
Mina Cullen ( 6.232 )
Abgeschickt vor 820 Tagen
Voll cool find ich gut:-)