Lily Allenson - Unerreichbar (Kapitel 12)

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4 Kapitel - 2.351 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2014-10-01 - Entwickelt am: - 1.986 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier, eine etwas längere Geschichte, weil die letzte so kurz war

    1
    Als sich mein Sichtfeld wieder klarte, war ich erstmal geblendet.
    Alles war weiß und hell. Es war fast schon unangenehm, da das Licht förmlich in meine Augen stach. Der Raum war vollkommen weiß; keine Möbel standen hier, keine Fließen und keine Tapete. Es gab hier auch keine Schatten da nirgends eine Lichtquelle zu sehen war. Der einzige Farbtupfer war eine dunkle Gestalt.
    Er trug einen schwarzen Hut, den er tief ins Gesicht gezogen hatte, sodass man sein Gesicht nicht erkennen konnte. Dazu trug er noch einen langen schwarzen Mantel.
    Er starrte mich an und das einzige, was ich erkennen konnte waren seine silbrigen Augen. Sie strahlten hell wie Sterne aus seinem Gesicht und ein Schaudern lief über meinen Rücken.
    Dann ließ er seinen Mantel zu Boden gleiten und schließlich legte er seinen Hut ab.
    Mein Atem stockte; es war Hermes.
    Was hatte er hier zu suchen?
    Er breitete seine Arme aus und eine Stimme ertönte. Sie war um ein vielfaches unbeschwerter und leichter, als die des Hermes, den ich kannte.
    Und ich sah tief in seine Augen und sah, das sie viel zu hell waren um Hermes' Augen zu sein. Hermes' Augen waren dunkel. Als ob er sich an alles Leid der Geschichte erinnerte.
    Doch diese Augen blitzten mich nur amüsiert an, wie eine Katze, die nach ihrer Beute Ausschau hielt.
    » Willkommen im Land der Träume! «, sagte er.
    » Wer sind sie? «, fragte ich skeptisch.
    » Ich bin Morpheus. «, entgegnete er fröhlich. » Der Herr der Träume. «
    » Was wollen sie von mir? Ich habe nichts, was ich ihnen geben könnte. «, ich blickte ihn fragend an.
    Sein Lächeln wurde breiter.
    » Oh, ich bin sicher, dass du etwas hast, was du mir geben könntest. «, er kam einen Schritt auf mich zu und ich wich instinktiv zurück.
    » Kennst du mich denn nicht mehr, Prinzessin? «
    Ich blickte ihn mit zusammengekniffenen Augen an. Die Tatsache, dass er mich mit dem Spitznamen anredete, den Hermes immer benutzte, machte mich ungeheuer wütend. Anfänglich hatte ich immer gedacht, Hermes meinte die Prinzessin sarkastisch, da ich alles andere als eine Prinzessin war. Doch später ging mir auf, dass er es wahrscheinlich ernst gemeint hatte.
    » Sollte ich? «, fragte ich neugierig.
    » Ich bin nicht nur Gott der Träume. Ich bin der Traum. Alle prophetischen Träume, die an Halbgötter gesendet wurden und immer noch gesendet werden, kontrolliere ich. Und jeden Traum den du je geträumt hast, kenne ich. Ich kenne dich wahrscheinlich besser, als du dich selbst. «
    Er lachte perlend. » Ich kenne jedes Geheimnis von dir, kenne jede Eigenart, jeden Charakterzug, der dich ausmacht. «
    » Und trotzdem magst du mich? «, fragte ich mit brüchiger Stimme. Er kam einen Schritt auf mich zu, doch dieses Mal wich ich nicht zurück. Er lachte wieder so herrlich und nahm mich in die Arme und ich spürte, dass er auch genauso anfühlte wie Hermes.
    » Genau deswegen liebe ich dich, weil du nicht perfekt bist und mehr siehst und mehr spürst und mehr mitfühlst, als jeder Mensch, den ich je beobachtet habe. «, er lächelte breit und ich bemerkte, das er nach Minze roch. Und ich fühlte mich behaglich und warm und geborgen, es war einfach alles perfekt.
    » Willst du hier für immer mit mir leben. Ich kann auch die Gestalt deines geliebten Hermes annehmen, wenn du willst. Ich kann jeder sein. Hier in diesem Reich existiert kein Leid. Kein Verbrechen sucht dieses Land heim und im Gegensatz zu Hermes werde ich auch nicht dein Herz brechen. Er ist Verlierer, dass er dich einfach so wegwirft. Du hast mehr verdient. «
    Eine Seite von mir wollte annehmen, dem Leid entfliehen, einfach loslassen. Die ganze Welt hinter mir lassen. Und doch-
    » Nein «, sagte ich entschlossen. Morpheus hielt mich eine Armeslänge von sich und zwang mich somit, ihm in die Augen zu sehen.
    » Warum denn nicht? «, fragt er ernsthaft verwundert.
    » Weil in einer Welt ohne Leid, auch kein Glück existieren kann. Erst die dunklen Seiten des Lebens, machen das Leben lebenswert. «, entschied ich. Meine Stimme wurde sicherer.
    » Lieber lebe ich ein Leben mit Leid und Kummer und Verbrechen, als ein falsches Leben zu führen. Das ist auch meine Welt, die ich beschützen muss, meine Freunde, die ich unter keinen Umständen im Stich lassen kann. «, ich wich ein paar Schritte zurück. Morpheus' Gesicht verzerrte sich zu einer hässlichen Maske und er streckte seine Hände nach mir aus.
    » Du freches Gör! Dir werde ich zeigen, was Leid ist! «, seine Hände wurden zu Krallen und er kam auf mich zugerannt, während ich nicht einmal mehr Zeit hatte mich umzuwenden.
    Dann wurde wieder alles schwarz.

    2
    Als ich aufwachte sahen mich die verwunderten Gesichter von Robert und Sarah an. Verwirrt blinzelnd starrte ich zurück. » Argh! «, schrie ich. Sie zuckten zurück. » Was ist denn? «, fragte Robert verwirrt.
    » Morpheus! «, rief ich aufgeregt.
    » Ach, du meinst den Mafiaboss. «, erwiderte Sarah amüsiert. » Da war so ein älterer, glatzköpfiger Herr. Der hat so einen komischen Hut getragen und so einen riesigen Mantel angehabt. Und dann hat er dir eins mit seinem Aktenkoffer übergezogen und dich aus einem dunklen Raum gezerrt. «, erklärte Sarah.
    » Alt und glatzköpfig? «, fragte ich verwundert.
    » Jaaa, hat er für dich etwa nicht so ausgesehen? Ich habe gehört Morpheus könnte sein Gesicht verändern. «, mischte sich Robert mit ein.
    » Nein, alt und glatzköpfig, Ja, so hat er ausgesehen. «, verlegen versuchte ich die Stille zu durchbrechen.
    » Was habt ihr eigentlich mit ihm gemacht? «, versuchte ich von mir abzulenken und rappelte mich wieder auf.
    » Ich habe ihm mit meinem Bogen den Hut vom Kopf geschossen und während er sich verwirrt umgesehen hat, hat Robert ihm eins übergebraten mit dem Stiel seiner Axt. «, Sarah grinste vergnügt.
    » Er liegt jetzt da drüben. «, sie deutete auf einen unförmigen, schwarzen Haufen.
    » Ihr habt einen Gott überwältigt? «, fragte ich ungläubig.
    » Einen zweitklassigen Gott, muss man mit erwähnen. «, warf Robert ein.
    Sarah lief zu Morpheus hin und stupste ihn mit den Fuß an. Ich wollte mich ihm nicht nähern, da ich Angst hatte, er könnte wieder das Gesicht von Hermes annehmen. Also blieb ich wie angewurzelt stehen.
    » Ich glaube, wir sollten abhauen. Wenn der Kollege hier aufwacht, wäre es besser wenn wir schon über alle Berge sind. «, Sarah beobachtete den Gott besorgt.
    Plötzlich ließ er einen Schnarcher los und wir zuckten zusammen.
    » Kommt, lasst uns gehen. «, sagte ich bestimmt.
    Wir eilten durch die Gänge des menschenleeren Museums und ließen schließlich dessen Mauern hinter uns.
    Doch als wir aus der Tür traten, blieb ich so abrupt stehen, dass Robert und Sarah in mich hereinliefen.
    » Oh, oh. «, sagte Sarah und ich dachte dasselbe.
    Schon wieder stand vor uns eine Gottheit. Wie schlimm konnte dieser Tag eigentlich noch werden?

    3
    Wie angewurzelt blieb ich vor dem Gott stehen. Ich spürte seine mächtige Aura deutlich auch wenn er etwas fünfzig Meter von mir entfernt stand.
    Er hatte haselnussbraunes Haar und einen langen gepflegten Bart. Er roch nach Fischkutter und Bootsmotoren. Seine braunen Augen blitzten unter seinem Bart hervor. Doch ich spürte keinerlei Angst, ich war lediglich etwas genervt.
    » Hören sie mal, wer auch immer sie sind. Ich habe keine Lust mich mit noch einer Gottheit rumzuschlagen. Meine Freunde und ich, haben schon ein paar Fieslinge vermöbelt und wir haben auch keine Angst vor ihnen. «, ich stemmte die Hände in die Hüften. »Es wäre nur nett wenn einer von euch sich vielleicht schon mal freiwillig ergibt, dann haben wir nämlich weniger Arbeit. «
    Sarah und Robert starrten mich nur mit großen Augen an. Doch wenn man so viel wie ich erlebt hatte, gab es nicht mehr viel was mir Angst einjagte. Außerdem waren wir hier ausnahmsweise mal am Wasser und da konnte ich mir sehr gut selbst helfen.
    Doch der Mann lächelte nur und trat einen Schritt auf uns zu. Er lächelte vergnügt und beobachtete uns neugierig. Man ich hatte gehofft, die Tour könnte funktionieren, aber anscheinend konnte man ihm nicht drohen.
    Ich erzeugte einen faustdicken Wasserstrahl und ließ ihn auf den Fremden zu sausen. Er duckte sich nicht mal. Er streckte nur seine Handfläche aus und ließ den Wasserstrahl erstarren.
    Dann begann er wie verrückt zu lachen.
    » Temperament hast du jedenfalls, genau wie der alte Muschelbart! «, er lachte noch schallender und kam auf uns zu.
    Ich wich keinen Meter zurück.
    » Du kennst meinen Vater? «, fragte ich neugierig.
    » Oh, ja. Wir sind alte Freunde, dein Vater und ich. Auch wenn ich mich in mancherlei Hinsicht besser zu benehmen weiß. «, er lächelte und seine braunen Augen blitzten freundlich auf.
    » Mein Name ist Palaimon, ich bin Gott der Häfen. Ihr dürft mich auch Pally nennen. «, er verbeugte sich. » Untersteht nur, mich mit Palamedes zu verwechseln, ich habe nichts mit ihm gemein. «
    Ich wusste, dass das vollkommen unverantwortlich war und überhaupt nicht her passte, aber ich stellte die Frage dennoch.
    » Sagt, was ist mein Vater für ein Gott? «, ich wurde etwas rot und die Nase. Ich gab es nicht gern zu, aber mein Vater interessierte mich dennoch und ich habe noch nie jemand getroffen, der meinen Vater wirklich kannte.
    » Er hat Städte zerstört nur aus einer Laune heraus, nur weil sie ihn beleidigt hatten. Er hatte Chaos und Zerstörung gebracht. Aber er hatte auch Gutes getan. Er hat auch Städte beschützt, sich für Halbgötter eingesetzt.
    Er hat sich gegen seinen Bruder aufgelehnt, als dieser einen unschuldigen Meeresbewohner töten wollte. Obwohl es einfacher für alle gewesen wäre und die pure Existenz des Wesens den Untergang der Götter bedeuten könnte....
    Er ist nicht besser und nicht schlechter als andere Götter, aber er sich auch immer für die Familie eingesetzt. «, endete Palaimon seine Erzählung.
    Ich nickte, damit hatte ich gerechnet.
    » Doch was wollt ihr von uns? «, klinkte sich Sarah ein.
    » Ich will nichts von euch. Aber ich möchte euch helfen. «, erwiderte er.
    » Wo ist der Haken? «, fragte Robert sogleich.
    » Es gibt keinen. Ich möchte euch nur entlohnen, dafür, dass ihr diesen Abschaum entsorgt habt. «
    » Ihr meint Morpheus? Ich glaube ich muss sie enttäuschen wir haben ihn lediglich K.O. geschlagen. «, sagte Sarah.
    » Oh, glaubt mir. Nachdem er ohnmächtig war, hat sich der Ozean um ihn gekümmert. «, er lächelte diabolisch und mir wurde klar, das er doch nicht so harmlos war, wie er aussah.
    » Kennen sie einen Weg, wie wir nach Oregon kommen? Ich fürchte wir schaffen es nicht durch die Wüste innerhalb von 2 Tagen. «, warf ich nachdenklich ein.
    » Ich kann euch in jedes Gewässer teleportieren, auch in süßes Gewässer und weil du Poseidons Tochter bist, mache ich es sogar sofort. «, er schnipste in die Finger und eine unsichtbare Kraft saugte mich ins Unbekannte.
    » Warte, hat er gesagt "in" jedes Gewässer
    gesagt? «, bemerkte Sarah noch erschrocken. Da waren wir schon auf der anderen Seite des Kontinents.

    4
    Mich störte das Wasser ehrlich gesagt weniger. Gemütlich beobachtete ich die Fische, die um mich herum schwammen.
    "Huch, wie seid ihr denn hier so schnell aufgetaucht?"
    Ein kleiner Fisch starrte mich mit riesigen Augen an.
    "Ein freundlicher Hafengott hat uns her teleportiert."
    "Ach so, wenn du ihn wieder siehst, sag ihm, das die Angler mich immer nerven mit ihrer Arroganz. Glauben die echt, wir beißen an so was an? «, er deutete mit der Schwanzflosse auf einen Köder, der friedlich im Wasser hin und her schwamm. Plötzlich kam ein größerer Fisch angeschwommen und biss nichtsahnend in den Köder.
    Ruckartig wurde er nach oben gezogen.
    " Wenn ich Hände hätte, würde ich mir jetzt wohl ins Gesicht schlagen. ", sagte der Fisch und schwamm seufzend davon.
    Bevor ich mich wundern konnte, wie Fische seufzten, fiel mir wieder ein, dass Sarah und Robert auch noch da waren. Sie waren schon an die Oberfläche geschwommen und schnappten japsend nach Luft. Mit kräftigen Zügen schwamm ich ihnen nach.
    Oben angekommen grinste ich breit.
    » Was hast du das unten eigentlich gemacht? «, fragte Robert neugierig.
    » Ich habe mit Fischen geplaudert, was denn sonst? «, erwiderte ich ruhig. Sarah und Robert wechselten verwirrte Blicke, aber ich beschloss mich in Schweigen zu hüllen.
    Wir steuerten das Ufer an und als wir aus dem See kletterten, bemerkte Sarah, dass meine Kleidung noch völlig trocken war. Sie und Robert standen pitschnass am Rand des Sees und starrten mich verwundert an.
    » Wieso bist du denn trocken? «, fragte sie.
    »Ist so eine Poseidon-Kiste. «, erwiderte ich knapp.
    Rob kniff die Augen zusammen.
    » Wo genau müssen wir eigentlich hin? «, fragte er.
    Ich deutete auf eine kleine Insel die einsam in dem großen Kratersee schwamm. Der Vulkan auf der Insel ragte unheilverkündend vor uns auf.
    » Dahin. «

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