Den Tod zum Freund (Teil 2)

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6 Kapitel - 8.921 Wörter - Erstellt von: Pho3nixx - Aktualisiert am: 2014-09-15 - Entwickelt am: - 3.551 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

So gleich, und doch so verschieden...

„Who can say where the road goes,
Where the day flows?
Only time...
And who can say if your love grows,
As your heart chose?
Only time...

And who can say when the day sleeps,
If the night keeps all your heart?
Night keeps all your heart...“

1
„Venduial! Ihr lebt!“ hörte ich den erfreuten Ruf Fílis, welcher über mir gebeugt war, weswegen mir seine blonden Haare leicht auf die Stirn fielen. Ruckartig setzte ich mich auf und nur grade so, konnte der Zwerg davor zurückweichen, dass ich mit meiner Stirn gegen die seine schlug, als ich mich panisch umsah.
„Wo ist Gandalf?“ war meine erste Frage, als ich realisiert hatte, dass ich immer noch in Bilbos Hobbithöhle bin.
„Er ist mit Bilbo in der Bibliothek,“ gab Fíli mir rasch zur Antwort und nur einen Wimpernschlag später hechtete ich quer durch die kleinen Flure, bis ich Stimmen aus einem Raum hörte.

„Bilbo Beutlin! Du hast schon viel zu lange geruht...! Wo ist der junge Hobbit hin, der die Welt entdecken wollte! Über die Berge hinaus in die weiten Ebenen Mittelerdes – bis hin zu den Elben!“
„Gandalf... Dieser Hobbit bin ich nun einfach nicht mehr... Es tut mir Leid..., aber ich bin nicht der richtige für diese Mission...“

Grade wollte Gandalf zu einem Kontra ansetzen, als ich in den Türrahmen trat.
„Oh doch Bilbo,“ sagte ich mit lauter Stimme. „Ihr seid der Richtige für diese Mission!“
Perplex sah, sowohl Gandalf, als auch Bilbo mich an, wie einen Geist, doch das ließ mich nicht aufhören, zu versuchen, den kleinen Mann zu überreden.
„Venduial, ich bin ja so froh dich wohlauf zu sehen! Es war eine Morgul-Klinge, die dich verletzte! Du müsstest tot sein!“ rief der Zauberer entsetzt, doch ich ignoriere seine Worte und wende mich wieder Bilbo zu.
„Hat man Euch schon erzählt, dass der Drache an den Geschmack und Geruch von Zwergen gewöhnt ist?; Doch der Geruch eines Hobbits für ihn nahezu fremd ist? Ihr Hobbits seid bemerkenswert leise auf Euren Füßen – genau aus diesen Gründen brauchen wir Euch für die Mission!“
Bilbo schien sich über meine Worte Gedanken zu machen, denn er wirkte in sich gekehrt und dann setzte er zu einem Satz an. Tief in meinem Innersten hoffte ich, dass er einwilligen würde, doch aus seinem Mund kamen genau solche Worte, vor denen ich mich gescheut hatte...
„Ihr seid doch eine Elbin, habe ich Recht...? Ihr könnt Euch so leise fortbewegen, dass nicht einmal Euch gleichgesinnte bemerken, dass Ihr Euch ihnen nähert. Und außerdem ist der Geruch von Elben dem Drachen sicherlich auch fremd!“ versucht Bilbo sich zu verteidigen, doch ich schüttle nur mit einem traurigen Lächeln meinen Kopf.
„Nein... Der Geruch und Geschmack von Elben ist für Smaug schon seit Langem nicht mehr fremd...,“ bringe ich leise hervor.
„Weshalb denn? Die Elben lebten doch nicht im Erebor?“ Neugierig sah er mich an, doch sein Blick trübte sich schnell wieder. „Verzeiht... Ich hätte nicht fragen sollen...“
„Ihr braucht Euch nicht zu entschuldigen. Ihr hättet es nicht wissen können... Nur wenige Zwerge im Erebor wussten es... Thorin, Thráin und Thrór gehörten ebenfalls dazu... Nach Außen gelangte diese Information jedoch nie... Ich lebte viele Jahre dort in den Schatten des Berges, nachdem ich vor meiner Familie geflüchtet bin. Ich habe mich dort versteckt – bin untergetaucht, bis eines Tages mein Bruder mit einigen Freunden in das Königreich kam... Dies war der Tag, bevor alles endete... Einen Tag, bevor Smaug sich das nahm, was nie ihm gehörte und Licht in die Höhlen gelangte...“
Meine Worte erzeugten ein schwaches Echo in der Bibliothek des Hobbits und lange Zeit traute sich niemand, etwas zu sagen, bis dumpfe Fußstapfen mich aufsehen ließen.
„Was willst du Thorin?“ fragte ich grimmig, da er mich wieder mit diesem einen Blick ansah, als sei ich nichts, aber auch gar nichts wert.
„Ich muss mit dir reden,“ antwortete er monoton, doch ich regte mich kein Stück. „Kleine, bitte... Es ist wichtig,“ sprach er erneut und der eine Gesichtsausdruck wich einem flehenden Blick. Misstrauisch sah ich zwischen Gandalf und dem Zwergenkönig hin und her, doch auch Gandalf deutete mir mit seinem Blick, dass ich Thorin folgen sollte.
Mit einem lauten Seufzer gab ich mich geschlagen und folgte dem Zwerg in die Kälte der Nacht...
„Also... Worum geht es?“ hakte ich nach, doch Thorin deutete mir, mich erst zu setzen.
„Es geht um unsere Mission...,“ sagte er mit rauer Stimme und das Glühen seiner Pfeife ließ mich einen Blick auf seine Gesichtszüge erhaschen. Betrübt und düster blickten seine Augen in den Nachthimmel und an seinem Bart zeichneten sich bereits die ersten dunkelgrauen Haare ab.
Er ist alt geworden..., dachte ich und lehnte mich zurück an die Bank.
„Venduial... ich bitte dich – komme nicht mit. Begleite uns nicht.“
Entsetzt sehe ich Thorin an und bekomme vor Überraschung kein Wort heraus.
„Du wurdest von einer Morgul-Klinge verletzt!“ verteidigte er sich, da er diesen Gesichtsausdruck von mir besser kannte, als jeder andere.
„Und trotzdem bin ich wohlauf und kann auch noch kämpfen!“ fauche ich, doch den Zwerg lässt das kalt.
„Wer weiß, wie lange das noch so sein wird! Du bist ohnmächtig geworden und die Vergiftung wird sich weiterhin in einem Körper ausbreiten! Du brauchst elbische Arznei! Nicht einmal Gandalf kann die Vergiftung aufhalten!“
„THORIN! ICH WERDE NICHT ZU DEN ELBEN ZURÜCKKEHREN! EHER STERBE ICH AN EURER SEITE, WÄHREND WIR VERSUCHEN DEN EREBOR ZURÜCKZUEROBERN, ALS DASS ICH ZU ELROND ZURÜCKZUKRIECHE!“ Mittlerweile ist meine Stimme laut und schneidend geworden und in einigen weiter entfernten Hobbithöhlen werden Kerzen entflammt und ich erkenne, wie einige durch die Fenster lugen, um zu sehen, was hier draußen vor sich geht.
„Ich... Wir können uns es nicht leisten dich zu verlieren, Kleine! Bitte sei nicht so stolz und setze dein Leben aufs Spiel, nur weil du nicht nach Imladris willst...,“ seine Stimme wird wieder ruhiger und er sieht mich auf traurig-funkelnden Augen an.
Ich spüre, dass er nach einer Antwort verlangt, oder einfach nur auf eine Reaktion wartet, doch ich setze mich einfach nur schweigend zurück auf die hölzerne Bank und falte meine zitternden Hände auf meinem Schoß.
Drinnen ist Stille eingekehrt.
Natürlich..., denn sie haben alle unserem „Gespräch“ gelauscht.
„Wir sollten wieder rein...,“ sagte ich nach einiger Zeit ruhig, doch Thorin schüttelte nur sein Haupt.
„Bitte bleib,“ forderte er mich auf und griff nach meinem Arm.
„Warum sollte ich bleiben? Siehst du es nicht? Siehst du nicht, dass nicht nur euch Zwergen das Zuhause genommen wurde! Auch mir wurde Familie und Heim geraubt! Thorin, ich werde nicht tatenlos in Sicherheit verbleiben, wenn ihr möglicherweise alle euer Leben lasst!“ Ich machte eine kurze Atempause, damit ich nicht wieder losschreie und falte meine zitternden Hände erneut auf meinem Schoß. „Dort wo du hingehst, werde ich auch sein. Ich werde dich nicht alleine lassen Thorin – vor allem nicht nach allem, was du und deine Familie für mich getan habt.“
Sichtlich gerührt über meine Worte greift Thorin nach meinen Händen, doch schreckt augenblicklich wieder zurück.
„Venduial, wir sollten schnellstens wieder rein – deine Hände sind...“
„...Eiskalt. Ich weiß,“ vollende ich seinen Satz, doch habe ich nicht die Absicht aufzustehen und hinein in die Hobbithöhle zu gehen, wo alle so tun werden, als hätten sie unter Gespräch nicht mitbekommen.
„Geh du ruhig rein – ich bleibe noch ein wenig hier...,“ flüstere ich und ich sehe Unschlüssigkeit in seinem Blick, doch als ich ihn sanft anlächle und ihm einen kleinen Schubser verpasse, erhebt er sich von der kleinen Bank und tritt mit einem letzten, sorgenvollen Blick durch die grüne Türe.

Das Zirpen der Grillen und das sanfte Flüstern des Windes jagen mir einen Schauer über den Rücken. Immer fester schlinge ich meinen Fellmantel um meinen Körper, doch auch mit angezogenen Beinen, bis hin zur Brust, will mir einfach nicht wärmer werden.
Lange Zeit herrscht Stille und es scheint, als würde alles schlafen, doch dann gelangen gedämmte Stimmen an meine Ohren, welche ich versuche zu ignorieren, doch der Schmerz über diese Worte herrscht in meinem Inneren und meine Augen füllen sich mit Tränen, während etwas eiskaltes nach meinem Herzen greift und es gefangen hält...

„Weit über die kalten Nebelberge,
zu den tiefen Verliesen und uralten Höhlen
müssen wir fort, ehe der Tag anbricht,
das bleiche verzauberte Gold suchen.

Auf silberne Halsketten reihten sie
glitzernde Sterne auf, in Kronen fingen sie
Drachenfeuer ein, in geflochtenen Drähten
verstrickten sie das Licht von Mond und Sonne.

Und der Berg rauchte unter dem Mond
und die Zwerge hörten den Schritt ihres Schicksals.
Sie flohen aus ihrer Halle, um sterbend zu fallen,
unter Drachentatzen, unter dem Mond.

Weit über die grimmigen Nebelberge,
zu den tiefen Verliesen und düsteren Hallen
müssen wir fort, ehe der Tag anbricht,
und unsere Harfen, unser Gold heimholen.“

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