Lily Allenson - Unerreichbar (Kapitel 11)

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2 Kapitel - 1.179 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2016-01-13 - Entwickelt am: - 2.186 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hey Guys! Hier ist mein nächster Teil der Lily Allenson Geschichte. Viel Spaß!

    1
    Ich beobachtete die Sterne und dachte an mein erstes Treffen mit Hermes. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass er mich kannte. Als er dann erwähnte, er hätte vergessen, dass ich mich mit Astronomie nicht auskenne, ist es mir klar geworden.
    Er hat mich mein ganzes Leben beobachtet und beschützt. Ich erinnerte mich manchmal an Monsterangriffe und daran das zwei Schlangen mich beschützt hatten. Die wie mir jetzt klar wurde, nur Martha und George sein konnten. Zuerst fand ich es unheimlich, dann fühlte ich mich geschmeichelt. Doch die Frage die sich mir jetzt aufdrängt war, warum? Warum hat er beschlossen mein Leben zu beobachten. Was war daran so spannend? Was war so spannend an mir? Mein Leben war ziemlich durchschnittlich und für einen Halbgott sogar ziemlich langweilig.
    Ich blickte in den Himmel und erkannte das Sternbild Leier.
    Bei meinem ersten Treffen hatte ich Hermes angelogen. Der große Wagen war nicht das einzige Sternzeichen, das ich kannte. Obwohl direkt eine Lüge war es auch nicht, da ich zu dem Augenblick tatsächlich nicht bewandert in Astronomie war. Erst nachdem ich ihn kennengelernt hatte, hatte ich sämtliche Fachbücher nach ihm durchkramt.
    Dabei war ich auf die Leier gestoßen.
    Berühmt ist diese durch Orpheus geworden, der damit die Unterwelt durchschritten hatte. Doch dieser hatte sie von Apollo erhalten, der sie wiederum von Hermes bekommen hatte. Er war der eigentlich geniale Kopf dahinter, aber nie derjenige der den Ruhm dafür bekam. Das mag daran liegen, dass Götter nicht direkt ein Leben führen können, nicht direkt Geschichte schreiben konnten. Sie sind niemals Helden. Sie sind die lenkende Kraft dahinter. Das war wohl einer der Gründe, warum ich mich zu ihm hingezogen gefühlt habe. Er erinnerte mich manchmal an mich selbst. Ich verliebte mich in ihn und er war so wundervoll.
    Es ist schwer zu beschreiben. Doch dann hatte er mich von sich gestoßen und mich angesehen als wäre ich Abschaum. Als ob ich ihm nichts wert wäre. Eine gewöhnliche Sterbliche. Das Gefühl hatte ich immer gehabt, wenn ich in seiner Nähe war. Ich hatte versucht ihn nicht in mein Herz zu lassen, weil er es verdammt noch einmal brechen konnte. Doch er hatte mich so wundervoll behandelt und dann plötzlich war er so... anders.
    Und egal, wie viel davon echt war. Es änderte nichts an der Tatsache, dass er mich verletzt hatte. Dass er sich danach nicht mehr gemeldet hatte, machte die Tatsache auch nicht gerade besser.
    Aber in einem war ich mir komplett sicher, was auch immer mich erwartete, wenn ich Hermes wiedersehen würde, es würde mich nicht daran hindern ihn den Arsch zu retten. Denn in einem hatte er vollkommen recht: Wenn man verliebt war, spielte es keine Rolle geliebt zu werden. Schließlich schlief ich unter dem Licht der Sterne ein.

    2
    Die Zeit schien zu fließen und wir kamen nicht dagegen an. Uns blieben nur noch zwei Tage bis zu Wintersonnenwende und wir hatten noch nicht einmal die Wüste durchflogen. Etwas beunruhigt flüsterte ich Schneefeuer anspornende Worte zu, aber ihre Flügel gaben nicht mehr her. Sie war noch jung und noch auf keinem Auftrag gewesen, deswegen hatte sie auch nicht dieselbe Ausdauer wie die anderen. Sie atmete schwer und ihre Flanken waren schweißnass, als wir endlich den Michigan See überflogen hatten und in Milwaukee landeten, um den Pferden eine Pause zu gönnen.
    Eine Weile liefen wir an der Promenade entlang, dann fing Sarah plötzlich an zu quietschen. Sie deutete aufgeregt auf ein Gebäude vor uns.
    » Lily, können wir da rein gehen? Bitte! «, fragte Sarah mich.
    » "Milwaukee Museum of Art". Du interessierst dich für Kunst? «, fragte ich sie stirnrunzelnd.
    » Na, klar. Mein Dad ist Apollo, schon vergessen? «, erwiderte sie.
    » Wie könnten wir das vergessen? «, knurrte Robert, ließ sich dann aber doch breitschlagen.
    Ich zuckte mit den Achseln. » Solange sich die Pegasi ausruhen, können wir sowieso nicht weiter. «

    Im Museum war eine Ausstellung für Kunst aus der Antike. Überall standen Vasen herum und antike Fresken. Von überall starrten mich die Gesichter der Götter an.
    Ich konnte förmlich den Zeitgeist spüren; ich dachte an all die Menschen, die ebenso wie ich die Kunst bewundert hatten.
    An all die Generationen von Menschen; woran sie wohl gedacht hatten als sie diese Stücke betrachtet hatten? Hatten sie um die Existenz der Götter gewusst? Gab es auch zur heutigen Zeit Leute, die mutig genug waren, das zu glauben, was als Mythos abgestempelt wurde? Wenn es die griechischen Götter gab, existierten dann möglicherweise auch die der Römer, der Ägypter oder die der Germanen?
    Stirnrunzelnd starrte ich eine Vase an auf der, der Götterbote abgebildet war. Ich grinste, grundlegend war ich ja der Meinung, dass meine Gefühle zu Hermes sehr schwer zu handhaben waren. Doch in dieser Sache war ich anderen Mädchen voraus. Wenn ich Fotos von meinem Schwarm wollte, musste ich ja nur das Museum ausrauben und ein paar Vasen mitgehen lassen. Total einfach.
    Andere Mädchen in meinem Alter waren gezwungen, das ganze Internet zu durchforsten. Obwohl die ganzen Bilder Hermes in keinster Weise gut getroffen hatten. Er hatte nicht so ein Sixpack und so kräftige Oberschenkel hatte er bestimmt auch nicht. Doch das was mich wirklich störte, das diesen Fotos jegliche Lebendigkeit fehlte.
    Sie konnten gar nicht ausdrücken, wie Hermes mit einem federnden Fußtritt versuchte seine Melancholie zu überspielen.
    Wie sein Gesicht leuchtete, wenn seine Augen meine trafen....
    Wie er von Lebendigkeit übersprühte, wie er immer das Gleichgewicht hielt, immer völlig geschmeidig war, in allem was er tat....
    Wie er manchmal unbewusst seine Hände zu einer Kralle über dem Herzen bildete, wie er immer etwas für seine Hände brauchte und sie niemals still halten konnte....
    Verträumt bemerkte ich gar nicht wie ich Sarah und Robert aus meinem Sichtfeld verlor und auf einmal in einen etwas abgedunkelten Raum stand. Nur wenige Ausstellungsstücke standen hier. Es war etwas staubig und die einzelne Glühbirne an der Decke flackerte.
    Plötzlich spürte ich eine Bewegung in meinem Nacken doch ehe ich mich umdrehen konnte, flüsterte eine Stimme hinter mir » Schlaf gut. «, und mein Sichtfeld wurde schwarz.









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