Du und der Junge, der überlebt

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5 Kapitel - 8.696 Wörter - Erstellt von: Granger99 - Aktualisiert am: 2014-09-15 - Entwickelt am: - 1.873 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Viel Spaß beim Lesen.:)

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    "Jessica, wach auf!", sagte Hermine und stupste mich an. Nur mit größter Anstrengung öffnete ich meine Augen. Ich blickte in warme aufgeweckte braune Augen. "Steh' schon auf, wir sind spät dran. Du willst doch keinen Ärger mit Umbridge riskieren?", redete sie auf mich ein. "Wenn ichs mir so recht überlege..schon", stichelte ich. Für mich war Umbridge der grausamste Mensch auf der Welt und gerne ärgere ich sie mit kleinen Bemerkungen oder Zuspätkommen.
    Hermine stöhnte. "Sag' so was nicht und beweg' dich, ich würde nämlich gerne noch was essen, bevor wir in ihren Unterricht müssen.". Ich rollte mit den Augen und setzte mich auf. "Gib mir 10 Minuten", sagte ich und ging ins Bad. Da meine beste Freundin so drängte, ließ ich meine tägliche Dusche ausnahmsweise weg. Ich band meine langen Haare zu einem Zopf zusammen und wusch mir durch mein verschlafenes Gesicht. Schnell schminkte ich mich und zog mich an. "Ich hab's gleich", sagte ich, als ich flüchtig in Hermines genervte Augen sah. Ich holte eine kleine Flasche Parfum aus der Schublade und verteilte zwei drei Spritzer auf meiner Haut. Ich liebte diesen Geruch. Es riecht nach Erdbeere und irgendwie rosig. Aber nicht künstlich und zu süß. Einfach perfekt. Ich griff nach meiner Tasche und ging mit Hermine in den Gemeinschaftsraum. Dort warteten schon Harry und Ron auf uns. Zusammen gingen wir zum Frühstück in die große Halle. Todmüde stocherte ich auf meinem Teller herum. Ohne meine morgendliche Dusche werd ich einfach nicht gut wach. "Ist alles klar bei dir?", fragte mich Harry und lächelte mich warm an. Egal, ob ich es wollte oder nicht, ich musste zurück lächeln. "Ja alles gut. Ich bin nur noch etwas müde", antwortete ich. Er nickte und wandte sich wieder seinem Toast zu. "Was haben wir jetzt?", fragte Ron mit vollem Mund. "Verteidigung gegen die dunklen Künste", gab Hermine zurück. Seine Gesichtszüge verdunkelten sich und er stöhnte genervt auf. "Oh ne..nicht mit Umbridge", jammerte er und ich musste bei seinem Gesicht etwas lachen. Nachdem wir aufgegessen haben, begaben wir uns Richtung Klassenzimmer. Auf dem Weg dorthin kam uns Cho Chang entgegen und lächelte Harry verlegen an. Irgendwie gefiel mir das nicht. Die soll ihn bloß in Ruhe lassen! Als wir am Klassenzimmer ankamen, stand schon niemand mehr vor der Tür. "Oh nein, wir sind zu spät", quengelte Hermine und rannte schon mal vor. Harry, Ron und ich gingen gelassen hinter ihr her. Als wir hinein gingen, schauten uns alle entsetzt an. "Dürfte ich fragen, wo Sie hergekommen sind?", fragte uns eine kleine in rosa gekleidete Frau. "Nein dürfen Sie nicht", gab ich bissig zurück und schaute sie mit verengten Augen an. Ihr Gesicht färbte sich rot und Wut spiegelte sich in ihren Augen wieder. "Ich wünsche ein bisschen mehr Respekt, Miss Strange", sagte sie mit ihrer hohen Stimme. Ich seufzte nur und setzte mich auf meinen Platz. Rechts neben mir saß Hermine links von mir Harry und neben ihm Ron. Umbridge drehte sich um und versuchte ihren Unterricht weiterzuführen. Aus Provokation räusperte ich mich etwas lauter, sodass sie ihren Satz wieder unterbrach. Ihr Blick lag nun wieder auf mir. "Ist irgendwas, Professor?", fragte ich und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. "Miss Strange! Ich habe Ihre unangebrachten Bemerkungen und Unterbrechungen lange genug geduldet. Doch jetzt reicht es mir! Nachsitzen Miss Strange. Heute Nachmittag in meinem Büro!", piepste sie sauer. Ich lehnte mich nur entspannt zurück und rollte mit den Augen. Das schien sie noch wütender zu machen. "Miss Strange, ich verlange mehr Diziplin!", schrie sie nun schon fast. Ich lachte kurz auf und schaute in Harry's panisches Gesicht. Umbridge kam auf mich zu und stand nun genau vor meinem Tisch. Ich stellte mich hin, um ihr direkt in ihre fiesen kleinen Augen zu sehen. "Was wollen Sie jetzt machen? Mich schlagen?", fragte ich laut und deutlich, sodass es die ganze Klasse hören konnte. Zu meiner Überraschung holte sie plötzlich aus und es schien wirklich so, als wolle sie mich schlagen. Mein Lächeln verschwand und ich schaute auf ihren Arm, der mir nun immer schneller und bedrohlich nah kam. Ich schloss die Augen und wartete auf den Schmerz auf meiner Wange. Doch es kam nichts. Ich schaute wieder auf und sah, dass ihre Hand nur Zentimeter von meinem Gesicht entfernt war. Doch sie wurde aufgehalten. Von Harry. Er hatte ihr Handgelenk gepackt und dafür gesorgt, dass die alte Hexte mir nichts antun konnte. "Was fällt Ihnen ein, Potter?", rief sie entrüstet. "Schüler werden nicht geschlagen. Wussten Sie das etwa nicht, Professor?", konterte er. Umbridge löste sich aus seinem Griff und ging zurück nach vorne. Verschreckte, aber auch beeindruckte Blicke wurden uns zugeworfen und wir setzten uns wieder hin. Ich schaute Harry tief in die Augen. "Danke", flüsterte ich sanft. Er lächelte und wandte sich dann wieder dem Unterricht zu. Ich tat es ihm gleich und sagte für den Rest der Stunde nichts mehr. Als es klingelte stürmten wir vier nach draußen. Endlich. "Jessica, wie konntest du nur?", fragte mich Hermine entsetzt. "Coole Aktion Jessy", kam es von Seamus, der gerade an mir vorbei lief. Ich klatschte ihn ab und lachte. Dann blickte ich wieder in Hermines ernstes Gesicht. Ich seufzte und sagte: "War doch nichts dabei Hermine. Ich lebe ja noch". Sie schüttelte den Kopf und zusammen gingen wir in den Gemeinschaftsraum. Ich ging noch schnell mit ihr in den Schlafsaal, um mein Buch für Verwandlung zu holen. "War aber ganz schön nett von Harry, dir zu helfen, nicht wahr?", fragte sie plötzlich und lächelte mich verschmitzt an. "Worauf willst du hinaus?", gab ich zurück und zog die Augenbrauen hoch. "Also, wenn du mich fragst...ich glaube Harry steht auf dich". Neugierig wartete sie auf eine Antwort von mir. "Ich frag dich aber nicht", gab ich kühl zurück und versank in meinen Gedanken. "Komm schon Jessy! Denk doch mal eben darüber nach. Er lächelt dich immer an und immerhin hat er dich eben vor Umbridge beschützt. Und er macht sich immer Sorgen, wenn du schlechte Laune hast", fuhr sie fort und ich spürte, wie ich rot wurde. "Jessy? Willst du mir vielleicht was sagen?, stichelte sie weiter und lächelte noch breiter. Ich wollte was kontern, doch ich brachte kein Wort heraus. "Sag nicht, du liebst ihn auch?". Ich zuckte verlegen mit den Schultern und Hermine fiel mir in die Arme. "Ich wusste es! Ihr wäret ein tolles Paar, vertrau mir!", meinte sie gut gelaunt. Ich konnte immer noch nichts sagen und dachte an Harry. Mein Hirn rauchte schon, so angestrengt dachte ich über ihn nach. Hab ich mich wirklich in den Auserwählten verliebt? Wir kennen uns schon so lange und waren immer gute Freunde gewesen...Kann denn so einfach aus Freundschaft Liebe werden? Ich will ja unsere Freundschaft dadurch auch nicht zerstören. "Jessy? Jessy, hörst du mir zu?", riss mich Hermine aus den Gedanken. "Ok, ich hab mich in ihn verliebt", sagte ich bestimmt. Sie lachte. Darauf warf ich ihr gespielt beleidigt ein Kissen ins Gesicht. "Komm, wir müssen los. Wir verpassen noch den Unterricht", setzte ich kühl hinzu. "Gut, Ron und HARRY warten sicher noch unten", antwortete sie und betonte dabei "Harry". Ich rollte mit den Augen und ging an ihr vorbei. Ich ging die Treppe zum Gemeinschaftsraum runter und sah schon die Jungs auf der Couch sitzen. Müde blickten sie zu mir auf. "Na endlich, was hat das denn so lange gedauert?", fragte Ron genervt. "Nicht so wichtig, jetzt sind wir ja hier", gab ich zurück. Harry schmunzelte und stand auf. "Lasst uns gehen", sagte er nur und ging voraus. Ich blickte zu Hermine, doch sie schien genauso ratlos, wie ich. Der Unterricht war eher langweilig. Ab und zu ließ ich mich auf eine kleine Diskussion mit Malfoy ein, aber das war auch nicht weiter spannend. Wir gingen zum Mittagessen und meine Laune besserte sich wieder ein bisschen. Ron regte sich furchtbar über Malfoy auf. Ich liebte es, wenn er das tat. Es war wirklich lustig. Deshalb konnte ich ein klares helles Lachen nicht unterdrücken. "Was?", fragte er mich aufgebracht. Harry schaute nun auch hoch und lächelte mich an. "Nichts, nichts", winkte ich ab und ließ Ron weiter reden. Harry lächelte mich immer noch an und ich zwinkerte ihm zu. Nach dem Essen gingen wir zurück in den Gemeinschaftsraum und entspannten ein bisschen. Dann musste ich los. "Ich geh dann mal zum Nachsitzen", seufzte ich und stand auf. Plötzlich nahm Harry meine Hand und hielt mich auf. "Pass bitte auf dich auf! Die hätte dich eben schon fast geschlagen. Wer weiß, was sie dir dort antut", flüsterte er mir zu und schaute mich besorgt an. "Mir wird schon nichts passieren", beruhigte ich ihn und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Ich erhaschte doch einen letzten überglücklichen aufgeweckten Blick von Hermine und verschwand dann. Etwas angespannt klopfte ich an ihre Tür und drückte die Klinke runter. "Da sind sie ja Miss", sagte eine piepsige Stimme. Es war erschreckend, als ich den Raum betrat. Alles war -rosa-. Und voll mit Katzenbildern, die mich allesamt anstarrten. "Und jetzt?", fragte ich unterkühlt und sah sie genervt an. "Setzen sie sich doch", antwortete sie und zeigte mit ihrer Hand auf einen Stuhl und einem kleinen Tisch auf dem ein Blatt Pergament lag. Ich setzte mich und ergriff die Feder, die daneben lag. "Was soll ich schreiben?". "Sie schreiben jetzt 'Ich unterbreche nicht den Unterricht und respektiere den Professor'. Und zwar so oft, wie es nötig sein wird." Ich verstand zwar nicht, was sie damit meinte, aber ich fing an zu schreiben. Plötzlich durchzog ein stechender Schmerz meine linke Hand. Ich schaute auf meinen Handrücken und sah zu, wie sich der Satz dort einbrannte. Ich hörte ein fieses Lachen von Umbridge und wurde wütend. Ich riss mich zusammen und schrieb weiter. Als ich etwas über die Hälfte des Pergaments vollgeschrieben hatte, tropfte das Blut schon auf den kleinen Tisch. Immer tiefer brannten sich die Worte in mein Fleisch. Eine Träne lief unabsichtlich meine Wange hinunter. Schnell wischte ich sie weg, bevor die Hexe sie sehen konnte. Tapfer schrieb ich weiter und immer mehr Blut rannte aus meiner Hand. Als ich die Seite vollgeschrieben hatte, legte ich etwas erleichtert die Feder bei Seite und lehnte mich geschafft zurück. ich schaute auf meine Hand, die unkontrolliert zitterte und Umbridges schönen Boden mit Blut versaute. "Darf ich gehen?", fragte ich und schaute auf den Boden. Sie kam auf mich zu und stand nun vor mir. Sie hob mein Kinn an und sah mich mitleidig an. "Wenn sie die Worte verstanden haben Miss Strange?". Ich nickte und ging auf die Tür zu. Bevor ich die Tür öffnete, hörte ich sie noch mal so ekelig lachen. Ich kochte über und drehte mich wieder um. Ich hob meine linke blutige Hand und mit einem Ruck schleuderte ich sie in ihre Richtung. Blut spritzte in ihr Gesicht und an ihre pinken Klamotten. Ich lächelte böse und verließ dann ihr Büro. Nun tat meine Hand noch mehr weh, doch das war es mir wert. Ich lief den Korridor entlang, wurde aber immer langsamer. Ich fing plötzlich schneller an zu atmen. Mir wurde ganz warm und mein Blickfeld verschwamm. Ich hob meine Hand und schaute sie verträumt an. Das Rot leuchtete in diesem dunklen Korridor. Mein Kopf wurde schwer und ich sank auf die Knie. Meine Augen fielen zu und das letzte was ich spürte war der kalte Boden, bevor ich nichts mehr sah, hörte und wahrnahm.

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    Ich öffnete die Augen und sah in helles Licht. Ich schaute nach links und merke, dass ich im Krankenflügel lag. Es war wohl früh morgens, da warmes orangenes Licht den Raum durchflutete. Ich schaute nach rechts und machte große Augen. Harrys Kopf lag auf der Matratze und er umfasste meine Hand. Er schlief anscheinend. War er etwa die ganze Nacht bei mir? Bei dem Gedanken war mir ganz warm und ich musste lächeln. Plötzlich regte er sich und öffnete die Augen. Er kam hoch und seufzte. Dann blickte er mich an und wurde sofort hell wach. "Morgen", sagte ich mit belegter Stimme. "Wie geht es dir?", fragte er sofort. Ich schaute auf meine Hand, die nun von einem Verband umgeben war. Es tat noch weh, aber nicht mehr so sehr, wie vorher. "Besser", sagte ich. Ich wollte fragen, wie ich hier her gekommen bin, doch schlagartig wurde die Tür geöffnet und Hermine und Ron kamen reingerannt. Harry ließ schnell meine Hand los und rückte etwas weg. "Oh Jessy, bin ich froh, dass du wach bist", sagte Hermine und umarmte mich. "Du hast uns ein ganz schönen Schrecken eingejagt", fügte Ron hinzu. Er strich mir nur sachte über den Arm und schaute mich skeptisch an. "Was Umbridge getan hat, ist barbarisch und du solltest unbedingt damit zu Dumbledore gehen Jessica", schlug Hermine vor und sah entsetzt auf meine Hand. "Ist schon ok. Ich werde nicht zu Dumbledore gehen und ihm sagen, wie böse diese Frau ist. Ich werde gegenüber ihr nicht schwach, ich-", doch ich wurde von Madam Pomfrey unterbrochen. Sie kam hinein gestürmt und nahm den Verband ab. "Diese alte Hexe! Wie kann man Schülern so etwas antun?", fluchte sie. Ron und ich wechselten einen belustigten und zugleich überraschten Blick, während Hermine immer noch ganz schockiert dreinblickte und Harry auf den Boden schaute. Sie beäugte meine Hand und sagte dann, dass ich gehen könne. Ich setzte mich auf und sah auf meine Hand. Nun erkannte man ganz deutlich die eingeritzten Worte. Die Narben waren zwar verblasst, aber man konnte es immer noch lesen. Ich stand auf, doch ein plötzliches Schwindelgefühl überraschte mich und ich stolperte nach vorne. Harry hielt mich an den Armen fest und zog mich wieder auf die Beine. Immer noch stand ich fest in seinem Griff und schaute zu ihm hoch. Das Gefühl war wie weggewischt. Ich fühlte mich nun sicher. "Geht‘s?", fragte er und lockerte seinen Griff etwas. Ich nickte und verlor mich kurz in seinen grünen Augen. "Harry? Jessy?", unterbrach uns Ron und er ließ mich los. Ich ging ein paar Schritte und merkte, dass ich nun wieder normal gehen konnte. Wir gingen aus dem Raum, zum Frühstück in die große Halle. Ich erhielt einige besorgte Blicke, sogar Malfoy schaute mich etwas schockiert an. Vielleicht hab ich ihm ja gefehlt, dachte ich mir und lächelte in mich hinein. Ich ließ mich neben Seamus fallen und schaufelte Toast auf meinen Teller, da ich unglaublichen Hunger hatte. "Wie geht es dir?", fragte er und schaute auf meine Hand. Ich versteckte sie etwas, unter meinem Ärmel, da ich merkte, dass viele auf sie starrten. Ich versicherte ihm und Dean, dass es mir gut geht. Ihre Blicke entspannten sich und ich wandte mich wieder meinem Toast zu. Danach gingen wir wie gewohnt zum Unterricht. Zum Glück hatten wir heute nicht Umbridge. Ich könnte sie nicht ertragen. Die Tage vergingen und die Narben verblassten. Ich habe Hermine, Ron und Harry versprochen in Umbridges Unterricht nicht mehr aufzufallen, damit ich nicht noch mal nachsitzen musste. Aber heute konnte mich nur Ron zurückhalten. Harry hat mit ihr diskutiert. Über Voldemort. Umbridges Lügerei machte mich wütend. "Nachsitzen, Mister Potter", brüllte sie. Ich wollte was sagen, doch Ron hielt seine Hand vor meinen Mund und zog mich zurück. "Jessy, lass gut sein. Du bringst dich nur auch in Schwierigkeiten", flüsterte er. Seine Stimme beruhigte mich etwas und ich schob seine Hand wieder weg. Ich lies mich wieder in meinen Stuhl fallen und starrte Harry entsetzt an. Wie konnte er es nur so weit kommen lassen? Er bemerkte meinen Blick und flüsterte: "Ist schon ok". Doch das beruhigte mich nicht im Geringsten. Am Nachmittag ging ich mit Harry mit. Vor der Tür ihres Büros blieben wir stehen. "Viel Glück", sagte ich und umarmte ihn. Er lächelte mich an und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. Dann klopfte er und verschwand im Raum. Ich setzte mich auf den kalten Boden und lehnte an der Wand. Ich wartete nun auf Harry, da ich nicht wollte, dass ihm das gleiche passierte wie mir. Die Minuten vergingen nur sehr langsam und immer wieder schaute ich auf die Tür. Nach einer Stunde hörte ich dann endlich Stimmen. Die Tür wurde geöffnet und ein bleicher Harry kam heraus gestolpert. Ich sprang auf und umarmte ihn. Ich sah auf seine Hand. Sie blutete, genauso wie meine damals und Worte waren lesbar. "Ist alles ok, Harry?", fragte ich und strich ihm ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht. "Es geht schon", stammelte er. Ich glaubte ihm kein Wort und holte ein Tuch hervor, was ich vorsichtshalber mitgenommen habe. Ich nahm seine Hand und wischte sanft das Blut weg. Danach schleppte ich ihn gegen seinen Willen zu Madame Pomfrey. Doch sie winkte nur ab und meinte, es sei nicht so schlimm und er könnte wieder gehen. "Hab ich doch gesagt", sagte Harry und lächelte mich an, als ob nichts wäre. Ich zuckte mit den Schultern und wir gingen zum Gemeinschaftsraum. Als wir dort ankamen, kamen schon einige Gryffindors auf uns zu. Ich hatte keine Lust auf dieses Gedränge und verkrümelte mich im Schlafsaal. Er war komplett leer, weil alle nun unten bei Harry waren und vermutlich gespannt zuhören, was er in dem Büro erlebt hatte. Ich legte mich auf mein Bett und schaute an die Decke. Doch nicht lange, da Hermine in den Raum kam. Sie setzte sich zu mir aufs Bett und lächelte. "Ist alles in Ordnung?", fragte sie sanft und schaute mich mit ihren warmen braunen Augen an. "Ich frag mich nur, ob das mit Harry was werden kann..", brummte ich verträumt. "Aber natürlich Jessica. Er liebt dich, das ist offensichtlich. Er ist bei so was nur sehr schüchtern, das weißt du doch!". Ihre Worte munterten mich wieder auf und ich setzte mich auf. Wir gingen für den restlichen Abend in die Bibliothek und lernten für unsere ZAGs. Wieder vergingen Tage und Wochen, doch es tat sich was in Hogwarts. Umbridge hatte ihre Regeln verschärft und die DA wurde gegründet. Natürlich habe ich mich gleich angeschlossen. Heute brachte uns Harry den Patronus bei. Bei einigen klappte es sehr gut, doch egal wie ich mich auch anstrengte, es wollte nicht funktionieren. Aus meinem Zauberstab kamen nur helle Funken heraus. Als die Stunde vorbei war, blieb ich noch da und übte. Doch es funktionierte nicht. Betrübt schaute ich nach unten. "Du musst an die glücklichste Erinnerung denken", meinte Harry und ich drehte mich erschrocken zu ihm um. Ich dachte ich wäre allein gewesen. "Ich versuch es ja, aber es geht nicht", jammerte ich, ohne ihn anzusehen. "Woran hast du denn gedacht?" "Daran, als ich Hogwarts das erste Mal gesehen habe", sagte ich und lächelte schwach. "Das ist zu wenig Jessy", sagte er entsetzt. "Aber ich habe nicht viele glückliche Erinnerungen", sagte ich und dachte an meine verstorbenen Eltern. Er ergriff meine Hand und zog mich zu sich heran. Ohne Vorwarnung küsste er mich. Erst etwas schüchtern und zurückhaltend, doch als ich auf seinen Kuss einging, wurde er leidenschaftlicher. Es war ein wunderschöner Moment, und ich habe schon lange nicht mehr so viel Wärme und Geborgenheit gespürt. "Ich liebe dich...Schon so lange", flüsterte er und strich mir über die Wange. "Ich liebe dich auch", antwortete ich und küsste ihn erneut. "Jetzt versuch es noch einmal", sagte er dann und ließ mich wieder los. Ich atmete noch einmal aus und erhob meinen Zauberstab. Ich dachte an eben und sprach laut und deutlich "Expecto Patronum". Aus meinem Zauberstab hüpfte ein kleiner Hase. Er sprang um mich herum und löste sich schließlich in hellem Licht auf. Ich konnte es kaum fassen. Ich schrie kurz auf und fiel Harry wieder in die Arme. "Das war super Jessica", lachte er und küsste mich. Ich nahm seine Hand und ging mit ihm aus dem Raum der Wünsche. Wir schlenderten zum Gemeinschaftsraum. Ron und Hermine waren in ein intensives Gespräch verwickelt. Doch als sie uns sahen, wie wir Hand in Hand vor ihnen standen, verstummten sie sofort. Hermine stand grinsend auf und umarmte mich und Harry. "Ich freue mich ja so für euch", sagte sie. Ich lachte und schaute in Rons verwirrtes Gesicht. Es war schon spät und Hermine und ich verabschiedeten uns von den Jungs. Ich gab Harry noch einen Kuss und ging dann. Ich legte mich in mein Bett und starrte lächelnd die Decke an. "Ach Jessy..Es war so klar", lachte meine beste Freundin. Ohne das ich es bemerkte, stellten sich Parvati und Lavender zu mir und wollten Informationen von mir hören. Doch ich ignorierte die beiden einfach. "Hermine, ich bin so glücklich", sagte ich und grinste sie an. "Das ist schön", sagte sie und strich über meine Wange. "Und du? Geht‘s dir gut?", fragte ich und schaute sie mitfühlend an. Natürlich wusste ich von ihren Gefühlen für Ron, aber ich habe es ein wenig vernachlässigt, als ich meine Gedanken nur noch für Harry verschwendete. Sie schmunzelte und zuckte mit den Schultern. Ich strich ihr aufmunternd über den Arm und sagte: "Das wird schon". Damit machten wir das Licht aus und schliefen auch zeitig ein.

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    Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Harry und ich waren einfach nur glücklich, nicht mal Umbridge konnte das kaputt machen. Doch als er mir von seinem Traum mit Sirius erzählte, machte ich mir Sorgen. "Ich muss ihn finden", sagte er bestimmt und wollte zum Kamin in Umbridges Büro gehen, um ins Ministerium zu gelangen. "Aber nicht allein", meinte ich. Erst sträubte er sich dagegen, doch am Ende gingen Hermine, Ron, Luna, Neville, Harry, Ginny und ich los. Als das mit dem Kamin nicht geklappt hat, kam Luna auf die Idee, mit Thestralen dorthin zu fliegen. Das funktionierte gut und wir kamen sicher dort an. In einem Raum voller Glaskugeln fand Harry seine und kurz danach tauchten von überall Todesser auf. Ich griff sofort zu meinem Zauberstab und richtete ihn auf einen. Lucius Malfoy redete auf Harry ein und wollte unbedingt die Prophezeiung haben, doch das ließ Harry nicht zu. Wir rannten los und versuchten die Todesser loszuwerden. Als ich die Tür öffnete und weiter rennen wollte, spürte ich plötzlich keinen Boden mehr unter den Füßen. Wir fielen immer tiefer, bis der Fußboden immer näher kam. Zum Glück kamen wir kurz davor zum Stehen. Ich setzte mich auf und sah mich um. Plötzlich verdeckte schwarzer Rauch meine Sicht und starke Arme zogen mich auf die Beine und schliffen mich von dort weg. Als ich wieder sehen konnte, wurde mir ein Zauberstab an den Hals gedrückt und ich merkte warmen Atem in meinem Nacken. Ich sah mich um und sah, dass die anderen auch gefangen wurden, außer Harry. Ich wollte mich los reißen, doch ich konnte nicht. "Lassen Sie ihn in Ruhe", brüllte ich Malfoy an. Er drehte sich zu mir und kam näher. "Miss Strange, nicht wahr. Dafür, dass sie ziemlich in der Klemme stecken, haben sie eine große Klappe", sagte er kühl und schaute mir in die Augen. "Tja, ich lasse mich eben nicht von ein paar in schwarz gekleideten Menschen einschüchtern, die kein Selbstbewusstsein haben und einem Verrückten folgen", fauchte ich ihn an. Der Zauberstab von dem Todesser hinter mir drückte stärker gegen meinen Hals. "Du wagst es, so von ihm zu reden", brüllte er mich an und seine Augen glänzten. "Ich kann es auch noch mal wiederholen", giftete ich. Er holte mit dem Zauberstab aus und wollte mich sicher töten, doch dann hallte Harrys Stimme wieder. "Lassen Sie sie in Ruhe, oder ich lasse die Prophezeiung fallen". Malfoy drehte sich wieder um und ging auf Harry zu. Dann kamen auf einmal weitere Menschen, die dem Orden des Phönix's angehörten. Sie befreiten uns und wollten uns rausschaffen, doch ich wollte nicht. Ich wollte kämpfen. Ich schoss mit Flüchen um mich. Doch dann stockte mir der Atem. Sirius wurde getötet. Bellatrix rannte aus dem Raum und Harry hinterher. Ich rannte ihm hinterher und wollte ihn aufhalten. Er feuerte einen Fluch auf sie ab, sodass sie hinfiel. Wir standen nun vor ihr. Plötzlich spürte ich, dass sie etwas veränderte. Ich drehte mich um und sah. -Voldemort. Bella lachte fies. Dann erschien auch noch Dumbledore und ein riesiger Kampf entstand. Ich klammerte mich an Harry fest und schaute ungläubig auf Voldemort. Als es aussah, dass er verlieren würde, verschwand er ganz plötzlich. Er war weg. Plötzlich zog sich alles in mir zusammen. Eine Stimme dröhnte in meinem Kopf und ich ging zu Boden. "Jessy, Jessy! Was ist los?", rief Harry und strich mir über die Wange. "Jessica Strange. Du armes kleines, armseliges dumme Mädchen.", sagte Voldemorts Stimme, so laut, dass ich nichts anderes mehr wahrnahm. "Ich werde dich töten, Jessica Strange. Aber nicht heute. Wenn der Zeitpunkt da ist. Wenn dich Harry Potter am meisten braucht, wirst du nicht mehr da sein.", sagte er bestimmt. "Niemals", schrie ich, doch konnte mich selbst nicht hören. Ein stechender Schmerz durchzog meinen Körper. "Sei nicht albern", dröhnte wieder diese Stimme. Tränen kullerte meine Wangen hinunter. Ich hielt mir die Augen zu und wandte hin und her. "Lass' mich in Ruhe", schrie ich wieder. Ich hörte ein schreckliches Lachen. Ich versuchte mich zu beruhigen. Vor meinem Gesicht erschienen lauter grausame Erinnerungen. Ich sah meine Eltern, wie sie mich mit leeren Augen anstarrten. Tot. Dann sah ich mich, wie ich heulend und alleine auf meinem Bett lag. Dann, wie ich geschlagen wurde, von meiner Tante. Ich weinte noch stärker und wollte die schrecklichen Erinnerungen verdrängen. Ich ersetzte sie durch positive. Ich sah Hermine. Wie sie mich umarmte und mit mir lachte. Wie ich das erste Mal Hogwarts erblickt habe, wie Harry mich das erste Mal geküsst hat, wie ich in den Armen meiner Mum lag. Die Luft wurde mir zugeschnürt und ich suchte nach mehr Erinnerungen. Plötzlich ließ der Schmerz nach und ich hörte wieder Harrys Stimme. "Jessica bitte! Rede mit mir", wimmerte er und eine seiner Tränen landete auf meiner Wange. Ich rang nach Luft und hielt mir den Bauch. Ich schaute nun direkt in Voldemorts kalte Augen. "So..traurig", flüsterte er. In dem Moment kamen Auroren und Voldemort verschwand. Ich blickte in ein verängstigtes Gesicht von Fudge. Hoffentlich ändert er jetzt seine Meinung, dachte ich. Ich fühlte mich so leer und krümmte mich zusammen. Noch immer fühlte ich mich furchtbar. Weitere Tränen liefen meine Wange hinunter. Vom weitem erkannte ich Hermine und die anderen, wie sie mich mitleidig anschauten. Ich hasste es, wenn man mich mitleidig anschaute. Ich setzte mich unter Schmerzen auf. Harry legte seine Arme um mich und zog mich in eine feste Umarmung. Ich wollte noch was sagen, aber ich bekam nichts raus. Stattdessen fielen meine Augen zu und ich spürte nichts mehr.

    4
    Wieder einmal wachte ich im Krankenflügel auf. "Was ist passiert?", fragte ich verwirrt und schaute nacheinander Harry, Hermine und Ron an. "Voldemort..", brachte Hermine heraus und schlagartig erinnerte ich mich wieder. An seine Worte, an die grausamen Bilder in meinem Kopf. "Aber jetzt bist du wieder hier und bist in Sicherheit", fügte Ron hinzu. "Dir wird das nicht noch mal passieren Schatz", sagte Harry und küsste mich sanft. Ich lächelte und setzte mich auf. Madame Pomfrey entließ mich und wir gingen in den Gryffindor-Turm. Sofort kamen Seamus, Dean und Neville zu mir und fragten mich, was denn los war und umarmten mich. Doch ich beantwortete die Fragen nicht, da ich unbedingt mit Harry reden musste. Ich nahm seine Hand und zog ihn in den Raum der Wünsche. "Was ist denn los?", fragte er verwirrt. "Voldemort hat gesagt, dass-", ich schluckte heftig und fuhr fort. "Voldemort will mich umbringen". Er schaute mich erst schockiert an, nahm mich aber dann stürmisch in den Arm. "Hör zu. Ich lass nicht zu, dass er dich tötet. Niemals". Eine Träne lief meine Wange hinunter. "Er meinte, er tötet mich, wenn du mich am meisten brauchst", wimmerte ich und sah in seine unsicheren Augen. "Du wirst nicht sterben", sagte er ernst und bestimmt und küsste mich dann. Lang und leidenschaftlich. Es fühlte sich so gut an und so richtig. Noch lange standen wir so da, bevor wir in die Schlafsäle gingen. Hermine erzählte ich nichts davon. Ich wollte nicht, dass sie in ständiger Angst um mich schwebte. Das Jahr ging zu Ende und ich verbrachte meine Ferien im Fuchsbau. Schon das Jahr zuvor war ich da und es hat mir sehr gut gefallen. Alle sind dort so freundlich, ganz anders als bei meiner Tante. Ich fuhr direkt mit Ron dorthin. Hermine würde nachkommen. Harry wusste es noch nicht. Wir verabschiedeten uns mit einem Kuss und trennten uns. Es fiel mir zwar schwer, aber irgendwann wollte Arthur nicht mehr warten. Im Fuchsbau angekommen begrüßte mich Molly herzlich und umarmte mich. Fred und George kamen auf mich zu und umarmten mich flüchtig. Sie wollten mir ihre ganzen Scherzartikel zeigen, doch ihre Mutter verbat es ihnen. "Erst gibt es essen. Ich habe einen Auflauf gemacht. Ist das in Ordnung, Liebes?", fragte sie mich zuckersüß. "Aber natürlich Mrs. Weasley", sagte ich und lächelte sie warm an. Sie nickte und verschwand im Haus. Ron half mir mit meinem Gepäck und ich packte meine Sachen aus und bezog mein Zimmer. Dann gab es essen und die ganze Familie saß zusammen. Ich fühlte mich schon, wie ein Teil von ihr. Ron und ich erzählten von unserem Schuljahr, genauso wie Ginny. Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass es nicht mehr so entspannt und sorgenfrei war, wie noch ein Jahr zuvor. Die Sache, dass Voldemort nun endgültig wieder da war beunruhigte die Familie sehr. Mich natürlich auch und ich fragte mich, was Harry gerade so machte. Nach einer Woche kam dann Hermine und ich war überglücklich, dass sie da war. Sie belegte das Bett, neben meinem und erzählte mir von zu Hause. Weitere Wochen vergingen und ich wartete immer noch sehnsüchtig auf Harry. Eines Abends, Hermine und ich saßen gerade auf unserem Zimmer, als Ginny von unten fragte, ob Harry hier sei. Sofort schreckte ich hoch und ging ins Treppenhaus. "Harry?", wiederholte ich. Ginny nickte und auch Ron und Molly machten sich bemerkbar. Ich rannte die Treppe runter und starrte auf das Gepäck, was mitten im Raum stand. Hedwig war auch da. Er muss hier sein. Plötzlich legten sich zwei Arme um meine Taille und eine mir bekannte Stimme flüsterte: "Hier bin ich doch". Ich drehte mich um und fiel ihm schreiend in die Arme. Dann küsste ich ihn, als hätte ich ihn Jahre nicht gesehen. "Ich hab dich vermisst", sagte ich und strich ihm über die Wange. "Ich dich auch", entgegnete er und lächelte mich an. Dann kamen Ron, Hermine und Molly und fielen Harry um den Hals. Es war schön ihn wieder bei mir zu haben. Einige Tage später kamen sogar Remus und Tonks uns besuchen. Remus kannte ich noch aus meinem dritten Schuljahr und Tonks von dem Vorfall im Ministerium. Als es spät wurde, wollten die beiden wieder gehen, doch als Remus gebannt über die Felder schaute, wurde die Stimmung angespannt. Ich blickte ebenfalls dorthin, sah aber nichts. Plötzlich wurde ein Feuer entfacht und Bellatrix' Lache dröhnte in meinen Ohren. Harry rannte an mir vorbei. Remus wollte ihn noch aufhalten, aber er war zu schnell. Ich rannte ihm nach und sprang durch die Flammen. "Harry", schrie ich immer wieder und verlor die Orientierung. Ich rannte immer weiter, bis ich gegen jemanden gestoßen bin und auf den Rücken fiel. Ich schaute auf und sah in Greybacks Gesicht. Ich kannte ihn von Verhandlungsplakaten. Schnell sprang ich auf und richtete meinen Zauberstab auf ihn. Darauf grinste er hämisch und löste sich in schwarzen Rauch auf. Ich spürte, wie mich ein Fluch im Rücken traf. Bevor ich zu Boden ging, drehte ich mich um und schaute in seine fiesen Augen. Ich fiel auf die Knie. Es war kein tödlicher Fluch, sonst wäre ich schon längst weg. Ich kniete nun vor ihm und sah böse zu ihm hoch. Er hob seinen Zauberstab und wollte was sagen, doch schon traf ihn ein Fluch. Er klappte zusammen. Ich nahm seinen Zauberstab und warf ihn weit weg. Ich drehte mich um und sah Remus. "Danke schön", schluchzte ich. Zusammen rannten wir weiter. Immer wieder schrien wir nach Harry, bis wir das aufeinanderprallen von Flüchen hörten. Wir kamen dem Geräusch immer näher und endlich fanden wir ihn. Umzingelt von Todessern, versuchte er die auf ihn zukommenden Flüche abzublocken. Wir stießen zu ihm und halfen ihm. Dann kam auch noch Arthur und zusammen waren wir ihnen überlegen. Sie flogen davon, direkt auf den Fuchsbau zu. Arthur rannte los, doch es war zu spät. Das Haus der Weasleys stand in Flammen. Harry und ich rannten ebenfalls los und kamen bei einem schockierten Ron an. Es tat mir schrecklich Leid für die Familie. Sie haben das nicht verdient.
    Nach diesem Vorfall verging die Zeit nur schleppend und auch Hogwarts hatte sich verändert. Es war trostloser irgendwie. Und ein neuer Professor kam an unsere Schule. Ich begrüßte es sehr, dass Umbridge endlich wieder weg war. Stattdessen unterrichtete nun Snape in Vgddk und Professor Slughorn Zaubertränke. Ich fand ihn recht amüsant. Ich war gut in seinem Unterricht und wurde sogar in seinem kleinen Klub aufgenommen. Ich merkte, dass Harry immer verschlossener wurde. Er verschanzte sich immer mehr mit diesem einen Buch. Ich machte mir Sorgen und sprach ihn drauf an. Doch er wollte es nicht hergeben. Eines Abends, ich war auf dem Weg in die große Halle, als ich an dem Klo der maulenden Myrte vorbei kam. Ich hörte eine Explosion. Ohne zu zögern öffnete ich die Tür. Zu meiner Überraschung sah ich Harry. doch er war ganz blass und seine Augen spiegelten Angst und Entsetzen wieder. Ich folgte seinem Blick und sah Malfoy. Er blutete am ganzen Körper. Er sah furchtbar aus. "Harry, was-?", fing ich an, als Snape in den Raum gestürmt kam und zu Malfoy stürzte. Ich zog Harry an der Hand nach draußen und fragte ihn, was dort passiert ist. Er erzählte mir alles. Dass er ihn ausfragen wollte, wegen dem Todesser-Kram und dass er eine Zauberspruch ausprobiert hat, der in diesem Buch stand. Ich nahm ihn in den Arm. Eine Predigt von mir würde es jetzt nicht besser machen, also sagte ich einfach gar nichts. Als er im Gemeinschaftsraum auch Ron und Hermine davon erzählte beschlossen wir, das Buch zu vernichten. Harry und ich gingen in den Raum der Wünsche und ich versteckte es, während er mit verschlossenen Augen da stand. Als es gut verstaut war, lächelte ich ihn noch mal aufmunternd an und wir verließen den Raum.
    Die Zeit verging..relativ ereignislos. Bis Harry mir erzählte, dass er und Dumbledore einen Ausflug machen würden. Sie wollten einen Korkrux zerstören. Etwas missmutig ließ ich ihn gehen. Ich blieb die ganze Zeit über im Gemeinschaftsraum und blickte ins Feuer. Als ich nicht mehr still sitzen konnte, zog ich mir eine Jacke über und wanderte durch's Schloss. Meinen Zauberstab habe ich im Schlafsaal zurückgelassen. Ein Fehler. Ich ging runter zur großen Halle, um zu sehen, ob jemand da war mit dem ich mich unterhalten konnte. Doch zu meinem Erschrecken stand dort Bellatrix. Ich war unfähig mich zu bewegen und stand einfach nur da. Sie bemerkte mich schnell und schaute mich an.
    "Na, du kleines Miststück! Wenn ich dürfte würde ich dich auf der Stelle umbringen, aber der dunkle Lord hat es mir verboten", schrie sie zu mir rüber und rauschte davon. Ich war immer noch geschockt und blickte um mich. Ich ging in den Innenhof um nach bekannten Gesichtern zu suchen. Verdutzt blieb ich stehen. Es sammelten sich Massen an Schülern. Ich drängelte mich dazu und ging nach vorne, um zu sehen, was los war. Für einen Moment blieb mir die Luft weg. Dort lag Dumbledore. Tot. Und Harry saß weinend vor ihm. Ich ging auf ihn zu und legte meine Hand auf seine Schulter. Erst zuckte er zusammen, doch als er mich sah, fiel er mir in die Arme. Es war ein schrecklicher Tag. Jetzt würde sich alles verändern. Wir fuhren zu den Weasleys, dessen Haus inzwischen wieder stand. Dort würde bald eine Hochzeit stattfinden, die ein kleines Licht in der jetzigen Dunkelheit zauberte. Als es soweit war, machten Hermine und ich uns fertig. Sie zog ein schönes kurzes rotes Kleid an und ich ein hellblaues. Wir schminkten und machten uns die Haare. Als wir fertig waren gingen wir die Treppe runter und Harry und Ron standen sprachlos am Ende der Stufen. Ich ging zu Harry und küsste ihn sanft. Zusammen betraten wir das Zelt und die Feier war schon in vollem Gang. Doch plötzlich kam eine Warnung von Kingsley, dass das Ministerium gefallen sei und Todesser auf dem Weg hierher waren. Und ehe man sich umsehen oder reagieren konnte stürmten sie schon das Zelt. "Geh zu Ron und Hermine los! Verschwindet hier", schrie ich Harry an und schupste ihn in Richtung Ron. "Was ist mit dir", fragte er hastig. "Ich komm' klar", gab ich zurück und wehrte einen Fluch ab. Harry sah mich entsetzt an. "Harry, jetzt geh schon! Sie sind wegen dir hier"", brüllte ich. Er setzte sich endlich in Bewegung und ich sah wie er mit den beiden apparierte. Es war zwar das Richtige, aber es tat trotzdem weh. Als auch der letzte Todesser verschwunden war, ließ ich mich erschöpft auf den Boden sinken. Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen und versuchte, einen klaren Kopf zu bekommen. Fred zog mich auf die Beine und nahm mich in den Arm. Er strich mir über die Haare und flüsterte mir beruhigende Worte zu. Ich machte mir schreckliche Sorgen um meine Freunde. Ich hatte keine Ahnung, wo sie waren, oder sie sich gerade in Schwierigkeiten brachten. Aber es nutzte nichts und ich musste zurück nach Hogwarts.

    5
    Es war grausam mit Snape als Schulleiter. Andauernd erhielt ich Strafen von den Todessern, die hier als Lehrer unterrichteten. Ich brachte es nicht übers Herz, Erstklässler Schmerzen zuzufügen. Meine Angst um Harry und die anderen fraß mich auf. Ich wurde immer dünner, da ich kaum noch was essen konnte, ich konnte nicht schlafen, weil ich immer Alpträume hatte und ich lachte nicht mehr, da ich zu schwach war. Ich und ein paar andere bauten uns ein kleines Quartier im Raum der Wünsche. Ich war zwar umringt von Leuten, fühlte mich aber trotzdem allein. Ab und zu ging ich zu Seamus und redete mit ihm. Bei ihm fühlte ich mich einigermaßen gut. Wenn ich nachts nicht schlafen konnte -was sehr oft vorkam - konnte ich mich zu ihm legen. Er beruhigte mich dann immer und hielt mich in seinen Armen. Ich war einfach so froh, dass er da war. Er ermutigte mich immer wieder, wenn ich mir wieder zu viele Sorgen um Harry machte. Ich war ihm so dankbar. "Glaubst du, sie kommen bald wieder hierher nach Hogwarts?", fragte ich ihn müde. "Natürlich Jessy. Ich wette, sie sind schon auf dem Weg hierher", antwortete er und strich mir über den Arm. In dem Moment öffnete sie die Tür zum Geheimgang. Neville trat hervor und kündigte eine Überraschung an. Verwirrt blickte ich zu der Tür. Drei Personen kamen hervor und sahen ganz zerkratzt und fertig aus. Anfangs traute ich meinen Augen nicht. Harry. Ron. Hermine. "Los geh hin", lachte Seamus und fing an zu jubeln. Ich lief auf Harry zu und fiel ihm in die Arme. Ich begann zu weinen und zu schluchzen. "Ich hatte solche Angst um dich verdammt", brachte ich heraus und küsste ihn. Danach ging ich zu Hermine. Ich drückte sie ganz fest an mich. "Jessy, ist ja gut, wir sind wieder da", sagte sie sanft und schaute mich warm an. Dann ging ich zu Ron und umarmte ihn. "Ich hab euch so vermisst", schluchzte ich. "Wir dich auch", gab Ron zurück und strich mir beruhigend über den Rücken. Danach ging ich wieder zu Harry und schloss ihn in meine Arme. Doch lange blieb er nicht. Er musste einen Horkurx suchen, der hier in Hogwarts versteckt war. Auf Lunas Hinweis mit dem verschollenen Diadem machte er sich auf die Suche. Er ging mit Luna fort und Ron und Hermine in die Kammer des Schreckens. Seamus, Neville und ich gingen auf Anweisungen von Professor McGonagall zur Brücke und brachten Sprengstoff an. Auf dem Weg dorthin betrachteten wir die riesige Kuppel, die sich über unserem Schloss ausbreitete und es sicher verschloss. Schnell führten wir den Auftrag aus und Seamus und ich gingen zurück ins Schloss. Dort war die Hölle los. Verängstigte Schüler rannten panisch umher. Seamus und ich postierten uns am Eingang des Schlosses und warteten nur darauf, dass die Schlacht losging. Die Zeit verstrich furchtbar langsam und die Anspannung brachte mich noch um. Als plötzlich eine riesige Explosion die Kuppel zerstörte, ging es los. Lauter dunkler Wesen stürmten auf uns zu. Ich zog meinen Zauberstab und zusammen mit Seamus rannten wir ins Gefecht. Es war ein furchtbarer Kampf. Ich tötete Spinnen, Todesser, Trolle. Alles Mögliche. Immer mehr Verletzungen zog ich mir zu und atmete schwer. Ich bekam kaum Luft, bei all diesem Trubel. Als etwas neben mir explodierte und ich einen Stein an den Kopf bekam, sank ich auf dem Boden zusammen. ich war noch bei Bewusstsein, wie auch immer ich das geschafft habe. Ich lehnte an eine Wand und hörte nur noch meinen Atem selbst. Meine Augen waren halboffen, mehr Kraft hatte ich nicht. Eine dunkle Gestalt kam auf mich zu. Ich konnte mich nicht bewegen, nicht aufstehen, oder meinen Zauberstab heben. Die Gestalt packte mich und zog mich an den Haaren hoch. Ich schrie kurz auf, weil ein dumpfer Schmerz meinen Körper durchzog. Im nächsten Moment zog sich alles in mir zusammen. Als würde ich durch ein Abflussrohr gezogen werden. Kurz darauf landete ich auf weicher Erde. Ich war im verbotenen Wald. Ich sah auf und sah Voldemort, wie er grinsend vor mir stand. "Da bist du ja". Kurz darauf dröhnte seine Stimme in meinen Ohren. Er redete von einer kurzen Pause und dass die Toten in Würde vom Schlachtfeld geräumt werden sollten. Anscheinend hörte nicht nur ich seine Stimme. Doch dann sprach er direkt an Harry. Er solle herkommen. Und zum Ende seiner Rede fügte er noch hinzu. "Falls du nicht kommen solltest, werde ich deine kleine Freundin Jessica umbringen. Sie ist hier bei mir. Im verbotenen Wald. Wenn du sie jemals wieder lebend sehen willst, komm' hier her. Wut und Entsetzen kochte in mir hoch. "Sie Monster", schrie ich aus Leibes Kräften und ging auf ihn zu. "Wie können Sie nur?", warf ich ihm vor und richtete meinen Zauberstab auf ihn. Doch bevor ich irgendwas machen konnte, entwaffnete mich Bellatrix und drückte mich zu Boden. Mir wurden die Hände auf den Rücken gebunden, sodass ich mich kaum noch bewegen konnte. Ich kniete auf dem Waldboden und ließ geschwächt den Kopf hängen. Innerlich betete ich, dass Harry nicht kommen würde. Lieber würde ich sterben, als ohne ihn zu weiterzuleben. Doch dann hörte ich ein Knacken und sah auf. "Harry nein", schrie ich und fing panisch an zu weinen. "Gute Entscheidung", sagte Voldemort ruhig. "So, ich bin hier, also lasst sie frei", gab Harry zurück und schaute zwischen mir und Voldemort hin und her. "Bella", sagte Voldemort mit einer kleinen Handbewegung. Diese lachte fies und sprach den tödlichen Fluch aus. Er traf mich mitten ins Herz. Ich konnte nur noch Harry schreien hören, bevor alles um mich herum dunkel wurde.

    "SIE HABEN GESAGT, SIE LASSEN SIE FREI", schrie Harry und weinte bitterlich. Er rannte zu Jessicas leblosen Körper und hielt sie in den Armen. Er löste die Fesseln von ihrem Rücken und hielt ihre kalte Hand. "Jessy bitte", schluchzte er, doch nichts tat sich. "Komm schon Harry, sieh' mich an", unterbrach ihn sein Erzfeind. Wütend stand er auf und stellte sich ihm entgegen. Nun war er bereit zu sterben.
    *Deine Sicht*
    Ich landete hart auf einem Boden. Ich öffnete die Augen und starrte an eine weiße reine Decke. Ich stand auf und schaute mich um. Ich befand mich in eine Art Tunnel, glaub ich. Je weiter ich in die Ferne schaute, desto heller wurde das Licht. Es sah wunderschön aus und ich wollte darauf zugehen, als mich eine Stimme aus den Gedanken warf. "Verlockend nicht wahr?", sagte Dumbledore mit seiner ruhigen Art. "Aber überlegen sie sich gut, ob sie dorthin gehen wollen", fuhr er fort. "Wenn sie dort hingehen, werden sie ihren geliebten Mister Potter nie wieder sehen. Noch können sie zurückgehen." "Aber wieso?", fragte ich verwirrt. Wieso hab ich die Chance, weiterzuleben! "Du bist Teil eines Plans meine Liebe", erklärte er. Diesem Mann musste man auch alles aus der Nase ziehen. "Teil des Plans?", wiederholte ich noch verwirrter als vorher. "Auf Ihnen lag quasi ein Fluch. Von Anfang an stand fest, dass sie in der Schule auf Harry treffen würden, dass sie sich verlieben würden. Dass sie zu Voldemort gebracht werden würden, um Harry dorthin zu locken. Dass sie sterben würden.", endete er uns schaute mich neugierig an, als ob er schon ewig auf meine Antwort warten würde. "Es stand fest, dass ich sterben muss?", brachte ich nur heraus und schluckte. "Ja, aber der Fluch ist nun gebrochen und der Teil ihrer Seele ist tot. Doch der andere, nicht verfluchte Teil lebt noch in ihnen und sie können zurückgehen. Zurück zu Mister Potter, zu Mister Weasley, Miss Granger - Zurück zu den Menschen, die Sie lieben", erklärte er weiter. Langsam verstand ich. "Danke Professor", sagte ich und lächelte ihn an. Er deutete eine Verbeugung an und verschwand dann. Ohne zu zögern drehte ich mich um und ging in die Dunkelheit. Schnell atmend wachte ich auf. Ich rang nach Luft und setzte mich auf. Ich war allein. Niemand war mehr da. Meine alten Fesseln lagen zerschnitten auf dem Boden. Ich stand auf und atmete tief ein und aus. Danach machte ich mich auf den Weg zurück ins Schloss. Als ich dort ankam, war die Schlacht schon wieder in vollem Gange. Ich stürzte hinzu und brachte viele Todesser um, da sie mich vor lauter Entsetzen erst anstarrte. Der perfekte Moment, sie k.o. zu machen. Ich kämpfte mich in den Innenhof vor und sah, wie sich Harry mit Voldemort duellierte. Harry sah schwach und erschöpft aus. "Komm schon Harry", brüllte ich. Er sah mich an und die Überraschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Auch Voldemort war schockiert. Harry schöpfte neue Kraft und gewann schließlich das Duell. Voldemort ging zu Boden und war vernichtet. Für immer. Die restlichen Todesser verschwanden. Wir hatten gewonnen. Harry rannte zu mir und wirbelte mich umher. Danach umarmte er mich so fest, dass ich kaum noch atmen konnte. Ich spürte, wie er weinte. "Alles gut, ich bin da", flüsterte ich. "Ich dachte, du wärest tot", schluchzte er. Doch statt ihm eine Antwort zu geben, gab ich ihm einen langen leidenschaftlichen Kuss. Es war vorbei. Endlich vorbei. Nach einiger Zeit schloss ich auch Hermine und Ron wieder in die Arme. Als ich vom weiten Seamus sah, konnte ich nicht anders und rannte ihn fast um. Ich hatte ihn in den letzten Wochen einfach so lieb gewonnen, dass ich nicht anders konnte, als mich ihm in die Arme zu werfen.
    "Wir haben es geschafft Seamus", schrie ich glücklich und eine Träne rollte über meine Wange. Seamus lachte auf und tanzte mit mir durch die Gegend. Ich ging mit ihm zu meinen drei besten Freunden. Harry zog mich wieder in seine Arme und ich war der glücklichste Mensch der Welt.

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Cherry ( 13.72 )
Abgeschickt vor 791 Tagen
Echt gut geschrieben ! Ich konnte mir Harry sonst immer nur mit Ginny und, in seltenen Fällen, auch mal mit Hermine vorstellen , aber du hast das echt toll gemacht !!!!
Amy Black ( 0.208 )
Abgeschickt vor 805 Tagen
Alter die Story war ent Süss!! Ich liebe harry so krass!!
ichigo ( 3.104 )
Abgeschickt vor 812 Tagen
Tolle story ;) Du hast es super formuliert und jetzt mag ich Harry vorher fand ich ihn etwas blöd :)