Schattenwesen 2

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1 Kapitel - 2.635 Wörter - Erstellt von: Jessi - Aktualisiert am: 2014-09-01 - Entwickelt am: - 690 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hi, wenn du Schattenwesen 1 gelesen hast und neugierig auf die Geschichte geworden bist, kannst du hier weiterlesen:) . Würd mich freuen wenn es dir gefällt:, D und wenn nicht würde ich mich auch über Tipps und Verbesserungsvorschläge freuen.
Danke: D

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    Die Nacht war kalt und klar. Über uns funkelten die Sterne am Himmel und spiegelten sich auf dem großen See vor uns. Meine Mutter saß neben mir, einen Arm um meine Schultern gelegt. Mein Vater saß auf meiner anderen Seite, die Knie eng an den Körper gezogen. Mein Vater hatte ein Feuer angezündet, doch es war riskant. Wir waren zwar weit weg von der restlichen Bevölkerung, doch man konnte nie wissen. Andererseits, ohne das Feuer wären wir gefährdet zu erfrieren. Seit dem die Erde wieder bewohnbar war, hatte sich die Technik rasant entwickelt, doch trotzdem lebten wir, wie Steinzeit Menschen. Denn laut Staat gab es uns gar nicht. Meine Eltern waren schon vor langer Zeit in den Sterberegister eingetragen worden und ich war nie geboren worden. Also konnten wir auch in keine Geschäfte gehen, denn wenn man durch die Tür geht, wird man automatisch gescannt und die ganze Identität würde preisgegeben werden. Das verhindert, dass Diebe den Laden betreten können, aber gleichzeitig schützt der Staat sich, ohne es zu bemerken auch vor Schattenwesen. Also würden theoretisch zwei Leichen und ein nicht existierender Junge einkaufen gehen. Abgesehen davon hatten wir kein Geld, also würde es uns nichts bringen in einen Laden zu gehen. Unsere einzige Chance war der Aufstand. Aber es war nicht leicht eine Organisation zu finden, der riesige Ressourcen zustanden um sich zu verstecken. Also mussten wir zu einer Kontaktperson gelangen, und uns als Schattenwesen ausweisen. Dann mussten wir beweisen, dass wir gegen den Staat waren. Wie das funktionieren würde wusste ich nicht genau. Jedenfalls kamen wir ursprünglich aus dem Gebiet, dass früher Deutschland gewesen war und mussten nach Magadan, das ist eine russische Hafenstadt. Da ein Freund meiner Eltern Mitgründer des Aufstands war, wussten wir vieles über die Organisation. Andere Schattenwesen hatten es da nicht so gut. Wenn sie ganz viel Glück hatten, würden sie vielleicht erfahren, dass es einen Aufstand bzw. einen Zufluchtsort für sie gab, doch wahrscheinlich würde sie nie jemand darüber in Kenntnis setzen. Selbst für uns, als Mitwissende, war es schwer den Aufstand zu finden. Glücklicherweise gab es inzwischen eine Einheitssprache, englisch und es gab keine Grenzen mehr. Das vereinfachte uns unsere Reise ein wenig. Wir waren jetzt seit 9 Jahren unterwegs. Ein paar Jahre nach meiner Geburt, waren meine Eltern aufgebrochen und hatten ihren Tod vorgetäuscht. Meine Geburt hatten sie gar nicht erst gemeldet. Sie hatten unser Haus verbrannt und gehofft, dass der Staat nicht nach menschlichen Überresten zur Identifikation suchen würde. Das hatte der Staat auch nicht getan, denn sonst wären wir alle tot. Wegen Verrat gegenüber des Sythems. Meine Eltern unterhielten sich leise murmelnd, doch ich hörte ihnen nicht zu. Den Kopf auf die Knie gestützt starrte ich gedankenverloren auf den See hinaus. Doch ich schnappte einen Satz auf "Wir sind bald angekommen", sagte meine Mutter. Sofort war ich aufmerksam und lauschte dem Gespräch meiner Eltern. "Ich hoffe es gibt die Kontaktperson noch", die Stimme meines Vaters klang zermürbt und hoffnungslos. Meine Mutter warf mir einen Blick zu und zog mich näher heran. "Natürlich gibt es die noch. Der Aufstand braucht jeden einzelnen von uns um etwas unternehmen zu können. Sie würden es nicht riskieren wollen, Schattenwesen zu verlieren." "Du hast gesagt wir sind bald da. Wann,... wie lange brauchen wir noch?", ich hasste es, dass meine Stimme so dünn klang. Ich war zwar 14 doch ich sah eher aus wie 11. Ich war klein, dünn und hatte braune Haare und grüne Augen. Mein Vater war es der mir antwortete: "Wir müssten ungefähr in einem Monat da sein. Vielleicht sogar schon in zwei Wochen. Endlich, nach so vielen Jahren." Er lächelte mich liebevoll an und ich bekam ein schlechtes Gewissen. Meine Eltern währen ohne mich schon viel früher angekommen. Doch ich war eine Frühgeburt und sie hatten sich immer viele Sorgen um mich gemacht. Ich war schwach, wurde schnell krank. Das Reisen bekam mir nicht gut, also blieben wir manchmal eine Weile bei uralten Ruinen von Städten, die sich nahe am Wasser befanden. Es war nicht gut, aber es war besser als wir es gewohnt waren. Manchmal reisten wir schon nach ein paar Wochen weiter. Manchmal erst nach Monaten. Doch sobald wir Spuren davon fanden, dass sich Menschen in dem Gebiet aufhielten mussten wir fort. Immerhin hatten wir ein Ziel auf das wir zugehen konnten. Es gab andere, die nichts von dem Aufstand wussten und nur herumirren konnten, auf der Suche nach Gleichgesinnten. Nachdem wir eine Weile unseren Gedanken nachgehangen hatten, zog sich mein Vater in den improvisierten Unterschlupf aus Blättern und Ästen zurück. Meine Mutter folgte ihm, mit der Mahnung ich solle auch gleich schlafen gehen. Sonst würde ich mich noch erkälten. Ich nickte und sah ihr nach. Sie war eine schöne Frau. Auch wenn ihr blondes Haar, trotz ihrer Bemühungen verfilzt war, konnte man sehen, dass es unter der Dreckschicht wahrscheinlich sehr schön war. Sie hatte ein schmales Gesicht mit hohen Wangenknochen. Ihre blauen Augen waren groß und liebevoll. Sie hatte die gleichen feinen Züge wie ich. Bei ihr waren sie schön, doch mich machten sie feminin. Ich wäre lieber so wie mein Vater. Groß, muskulös und bärenstark. Mit markanten Gesichtszügen und dem dichten braunem Haaren, den freundlichen moosgrünen Augen, war er ein attraktiver Mann. Wäre ich so wie er, könnte ich meine Eltern beschützen, dann könnte ich jagen gehen. Ich war absolut nutzlos. Meine Eltern hatten mir zwar erzählt, was ich war, ein Magier mit nekromantischen Fähigkeiten, doch ich war nicht besonders mächtig. Ich konnte meine Kräfte nicht kontrollieren, ich hatte noch nie einen Geist gesehen und das einzige was ich schaffte war, ein Blatt in die Luft fliegen zu lassen. Und das auch nur für 2 Sekunden. Zwar versicherten meine Eltern mir, dass sie mich trotzdem liebten, so wie ich war und das glaubte ich ihnen auch, doch mit einem stärkeren Sohn wären sie besser dran gewesen. Nachdem ich eine Weile dagesessen hatte schweiften meine Gedanken zu dem Gespräch von vorhin ab. "Wir müssten ungefähr in einem Monat da sein. Vielleicht sogar schon in zwei Wochen.", hatte mein Vater gesagt. Ein Monat war keine lange Zeit. Zwei Wochen schon gar nicht. Ich würde anderen Menschen als meinen Eltern begegnen, Schattenwesen in meinem Alter. Ich freute mich nicht, mir wurde eher übel bei dem Gedanken. Mein ganzes Leben lang, hatte ich nur meinen Vater und meine Mutter gekannt. Wir hatten damals schon abgeschieden gelebt. Auf einem Bauernhof, 2 Stunden von dem nächsten Dorf entfernt. Der Bauernhof war vor langer Zeit aufgegeben worden, es gab keine Tiere, doch wir hatten Gemüse und Getreide anpflanzen können um Geld zu verdienen. Mein Vater war regelmäßig auf den Markt gegangen um die Ernte zu verkaufen und im Gegenzug Lebensmittel und andere Verpflegung zu kaufen, doch ich hatte nie mitkommen dürfen. Es war zu riskant. Die einzigen Menschen, die ich abgesehen von meinen Eltern gesehen hatte waren Leute aus dem Fernsehen gewesen. In den Nachrichten, hatte ich Bilder von faszinierenden Städten, pulsierenden Menschenmassen und auch andere Kinder sehen können, aber das war nicht die Realität gewesen. Bald würde ich Menschen nicht nur auf einem Bildschirm sehen können, sondern mit meinen eigenen Augen. Ich würde direkt vor ihnen stehen, müsste nur die Hand ausstrecken um sie zu berühren. Ich wusste nicht, ob ich dazu schon bereit war. Ich wusste nicht ob meine Eltern es waren. Meine Mutter hatte mir erzählt, dass sie und mein Vater zu ihrer Schulzeit mit einem Freund geflohen waren, als sie herausbekommen hatten, dass sie anders waren. Der Vater des besagten Freundes, arbeitete eng mit der Regierung zusammen und so konnte der Freund nahezu alles über das Systhem herausfinden. Ebendieser Freund hatte auch geholfen den Aufstand zu gründen, doch zu dem Zeitpunkt war meine Mutter mit mir schwanger gewesen. Also hatten die drei sich das Versprechen gegeben einander wieder zu sehen, meine Eltern hatten versprochen den Aufstand zu finden. 5 Jahre nach meiner Geburt, hatte der Freund meiner Eltern eine Möglichkeit gefunden, diese zu Kontaktieren. Er hatte ihnen eine Verschlüsselte Botschaft geschickt, die ihnen sagten, wohin sie gehen mussten, wo sie suchen mussten. Dazu hatte er ihnen eine Landkarte und einen Kompass geschickt. Meine Eltern hatten beides noch. Aufbewahrt in einem mittlerweile ziemlich mitgenommenem aber trotzdem immer noch wasserfestem Rucksack. Hinter mir hörte ich ein Knacken und erschrocken zuckte ich zusammen. Als ich mich umdrehte sah ich meinen Vater, der auf mich zu kahm. Ich stieß die Luft, die ich ohne es zu merken angehalten hatte wieder aus. "Was ist? Willst du nicht zu uns rein kommen?", mein Vater hatte eine angenehme, tiefe, raue Stimme, der man gerne zuhörte, bei der man sich sicher und behütet fühlte. "Doch, ich habe nur nachgedacht." Er runzelte die Stirn: "Über was denn? Bist du aufgeregt?" Ich grinste ironisch. "Das ist das erste Mal, dass ich anderen Menschen außer dir und Mama begegnen werde. Menschen in meinem Alter...natürlich bin ich aufgeregt.", ich hasste mich dafür, dass meine Stimme zitterte, jetzt klang ich wie ein albernes kleines Kind. Mein Vater legte einen Arm um mich. "Weißt du, ich wäre an deiner Stelle aufgeregt. Ich bin es auch. Ich habe sogar ein bisschen Angst davor, wieder anderen Menschen zu begegnen. Außerdem werde ich einen alten Freund wieder sehen. Thomas."er lächelte gedankenverloren. "Weißt du, ich, Thomas und deine Mutter. Wir waren unzertrennlich. Aber wir haben Thomas jetzt 14 Jahre nichtmehr gesehen. 14 Jahre sind eine lange Zeit. Ich weiß nicht was inzwischen aus ihm geworden ist. Und ich habe Angst, dass ich ein anderer geworden bin, dass ich nicht mehr der Jan bin, den Thomas kennt." Sein Blick, der während er geredet hatte abgeschweift war, wanderte zurück zu mir. "Tobias. Du bist ein wunderbarer Mensch. Du bist mutig, du bist schlau und du bist tapfer. Du musst keine Angst haben. Man wird dich mögen." In seinem Blick lag so viel Zuneigung, dass ich mich ihm am liebsten um den Hals geworfen hätte. Doch ich wollte nicht, dass er mich für schwach hielt. Ich wollte stark und tapfer sein. Also nickte ich stattdessen und stand auf. "Danke Papa. Ich war nur etwas nervös, aber ich habe ja noch einen Monat um mich vorzubereiten.", diesmal klang meine Stimme fest. Ich wollte gerade gehen, doch mein Vater nahm meine Hand und zog mich zu sich herunter. "Warte.", er lächelte. "Ich will dir noch etwas zeigen." Ich sah ihn neugierig an. "Was denn?" Er lächelte erneut, diesmal geheimnisvoll. "Wenn wir jetzt bald auf andere Schattenwesen treffen, will ich doch nicht, dass mein Sohn keine Ahnung hat, wie er mit seinen Kräften umgehen kann." Ich senkte beschämt den Kopf. Ich war wirklich eine Niete in Sache Magie. Doch mein Vater hielt eine Hand hoch. "Halt halt. Ich weiß, ich und deine Mutter haben dir nie versucht beizubringen, wie du deine Kräfte beherrschen kannst. Also kannst du es natürlich auch noch nicht. Wir haben nie den richtigen Zeitpunkt gefunden, aber ich denke jetzt sollten wir damit anfangen." Überrascht sah ich auf. Mein Herz schlug schneller, was würde mein Vater mir zeigen? Was würde ich lernen? "Die Telikinesischen Kräfte zu beherrschen, ist eine Grundlage der Magie. Jeder Magier kann sie schon von klein auf anwenden, um kleinere und leichtere Dinge zu bewegen. Aber um sie wirklich einzusetzen, um auch große Dinge bewegen zu können, braucht man Unterricht." Es stimmte also gar nicht, dass ich ein total Versager war. Und meine Eltern hatten mich in dem Glauben gelassen, dass es an mir lag. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Ich zuckte zurück und starrte ihn an. Es war dunkel und ich konnte ihn nur Schemenhaft erkennen. Doch meine Reaktion schien ihn zu verwirren. Die Wut kochte in mir und ich hatten den Drang sie herauszulassen "Warum habt ihr mich glauben lassen, dass es an mir liegt? Ich habe die ganze Zeit gedacht man kann es oder man kann es nicht...das mit dem zaubern. Ihr hättet mir doch sagen können, dass man erst lernen muss, wie man seine Magie anwendet! Warum verlierst du erst jetzt ein Wort darüber! Ich habe euch oft genug gefragt, wie ich mit Geistern kommunizieren kann, wie ich Magie anwenden kann! Und ihr habt mich abgewimmelt, immer mit den gleichen Worten, ich müsse es von alleine lernen!" So schnell wie meine Wut gekommen war, war sie auch schon wieder verflogen. "Weißt du, du warst immer stark. Du hast nie versagt. Ich habe mir immer gewünscht wie du zu sein, aber ich dachte, dass ich das nie schaffen werde. Ich hielt mich für eine Missgeburt, ich hielt mich für unnutz, für eine Belastung. Vielleicht ist es für euch nicht wichtig, ob ich nun schwach oder stark bin. Aber es ist für mich wichtig. Meine Stärke ist ein Teil meiner selbst und ich möchte mich selbst kennen. Ihr habt einen Teil von mir, vor mir selbst verheimlicht. Das ist nicht das was ihr wolltet, aber es ist das was ihr getan habt. Und das schlimmste ist, dass ihr keinen Grund dazu hattet. Warum? Beatworte mir diese eine Frage und alles ist vergessen." Ich wusste was mein Vater tun würde und er tat genau das was ich von ihm erwartet hatte. Er senkte den Kopf und blickte dann wieder auf um mich anzuschauen."Ich...wir wussten nicht, dass es dir so wichtig ist." Seine Stimme war fest und lies keinen Zweifel daran, dass er überzeugt war das Richtige zu tun."Aber wenn du älter bist wirst du das verstehen. Du bist zu Jung, aber eines Tages werden wirst du verstehen, dass wir dich nur beschü..." Doch ich schnitt ihm das Wort ab und nickte. So war das also. Ach der kleine Tobias war ja noch so schwach und jung, er konnte die Wahrheit nicht verkraften. "Das mit den Übungen verschieben wir auf wann anders. Ich bin müde und ich bin ja noch sooo klein. Ich brauche meinen Schlaf!" Ich erhob mich und kroch in das kleine Hüttchen in dem schon meine Mutter lag. Sie schlief tief und fest, also ließ ich mich neben sie fallen und schloss die Augen. Nach einer Weile kam auch mein Vater rein und ich stellte mich schlafend. Es dauerte nicht lange, bis auch er eingeschlafen war. Aber ich lag noch wach da und starrte in die Dunkelheit. Ich fühlte mich einsam und verraten.

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