In nomine patris - Im Namen des Vaters

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1 Kapitel - 2.287 Wörter - Erstellt von: Tammy H. - Aktualisiert am: 2014-09-01 - Entwickelt am: - 588 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Heute denkt man, Jesus Christus war glücklich zu sterben und zu seinem Vater hochzufahren. Heute denkt man, er hätte freiwillig die Menschen von aller Sünde befreit. Heute denkt man, Jesus war allein. Doch was war seine wahre Geschichte? War er ein Ehemann, ein Vater, ein Liebhaber? Oder doch nur der gläubige Sohn Gottes? II Stellt euch vor, wie es wäre, wenn der Vater eurer Kinder wegen einem völlig unplausiblen Grund gekreuzigt werden würde, und es der Wunsch seines Vaters wäre, sich nicht zu wehren. Wie würdet ihr reagieren? Was würdet ihr bei eurem letzten Treffen sagen? - Das ist die Geschichte des letzten Treffens zwischen Maria Magdalena und Jesus Christus. // Ich benutze die Fakten von Kathleen McGowan aus dem Roman "Das Magdalena Evangelium".

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    Erstmal Hallo ;)

    Vielleicht denken einige: Was'n das für'n Schmarrn!

    Aber ich versichere euch, das ist es nicht. Es sind hier bestimmt viele dabei, die denken: Jesus und Maria Magdalena? Jesus und die Hure?
    Doch um eins mal klar zu stellen: Im Jahre 1958 erklärte der Papst (Ich weiß nicht mehr welcher) dass Maria Magdalena keine Hure war.
    Sie war eine Anhängerin Jesu. Eine alte Freundin, die ihn schon seit ihrer Kindheit kannte. Ob ihr jetzt glaubt, dass Jesus sie heiratete, oder nicht, liegt in eurer Entscheidung, trotzdem könntet ihr diese Möglichkeit mal überdenken. Es wäre gar nicht so abwegig. Allein ein paar Textstellen in der Bibel weisen auf ein intimeres Verhältnis zwischen Jesus Christus und Maria Magdalena hin.
    Zum anderen, möchte ich darauf hinweisen, dass ich Gott hier in keinstem Sinne schlecht mache. Ich versuche nur aus der Perspektive einer Ehefrau und Mutter zu schreiben, die ihren Mann verliert, den sie mehr als alles andere liebt.
    Natürlich verachtet man da den Schuldigen, oder etwa nicht?
    Jetzt erst mal: Viel Spaß ;)

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    • Isa = Maria Magdalena's Kosename für Jesus


    • Johannes = Maria Magdalenas Sohn aus der Zweckehe mit Johannes dem Täufer

    • Sarah – Tamar = Tochter Maria Magdalenas und Jesu

    • Claudia Pilatus = Ehefrau des Pontius Pilatus

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    Heute denkt man, Jesus Christus war glücklich zu sterben und zu seinem Vater hochzufahren.

    Heute denkt man, er hätte freiwillig die Menschen von aller Sünde befreit.

    Heute denkt man, Jesus war allein.

    Doch was war seine wahre Geschichte?

    War er ein Ehemann, ein Vater, ein Liebhaber?

    Oder doch nur der gläubige Sohn Gottes?




    Sie wirkte äußerst ruhig, als sie die Zelle betrat.

    Das rötlich schimmernde Haar unter einem purpurfarbenen Tuch verborgen hatte sie den Kopf hoch erhoben. Einzig und allein die Augen, die die Farben von Haselnüssen hatten, verrieten ihre Aufregung.

    Sie glänzten, als hätte sie geweint, und getrocknete Tränenspuren auf der blassen Haut zeugten noch von einem Gefühlsausbruch. Sie hatte sich geschworen nicht zu weinen, um es ihm nicht noch schwerer zu machen.

    Das etwa fünf Jährige Mädchen an ihrer Hand war, im Gegensatz zu ihrer Mutter, total aufgelöst. Immer wieder schüttelten Schluchzer den kleinen Körper.

    Die, mit denen ihrer Mutter, identischen Augen waren blutunterlaufen, und glänzten im Schein der Fackel. Ab und zu kam ein Wimmern zwischen den zusammengekniffen Lippen hervor.

    „Tamar“ flüsterte ihr Bruder, Johannes, der der Sohn des Täufers war.

    Im Gegensatz zu seiner Schwester, die das Ebenbild ihrer Mutter war, war er dunkelhäutig, hatte schwarze Haare und grüne Augen.

    Er war vielleicht dreizehn, und doch erkannte er den Ernst der Lage.
    Er würde nun der Mann in der Familie sein.

    Auch wenn ihm nach Weinen zumute war – so tat er es nicht.
    Seiner Mutter, seiner Schwester und seinem Stiefvater zuliebe, den er liebte, wie seinen richtigen.

    Er saß in der hintersten rechten Ecke, angelehnt an die kalte Steinwand und starrte in die Luft. Es schien, als würde er gar nicht bemerken, dass sie kamen.

    Als Maria auf ihren Ehemann blickte, drohten ihr die Tränen überzulaufen.

    Von dem einst so schönen, und stolzen Mann, war nichts mehr übrig.

    Seine Kleider hatte man ihm abgenommen und durch ein einfaches Tuch ersetzt, dass um seine Hüften geschlungen war.

    Die einst unbeschadete schöne olivefarbene Haut war blutverkrustet und mit Wunden übersät, die ihm die Priester hinzugefügt hatten.

    Sein Gesicht war verschmutzt, sein Bart schief gewachsen, und doch sah er mit einem so starken Blick um sich, dass man denken könnte, er wüsste nicht, wie es um ihn stand.

    Sobald das Mädchen ihn sah, rann es an die Gitterstäbe, doch ein römischer Soldat hielt sie grob zurück. Mit großen Augen sah es auf seinen Vater, der sie nicht einmal zu beachten schien – und in diesem Moment verdammte Maria ihn.
    Sarah – Tamar war seine Tochter! Er musste sie beruhigen, ihr erzählen, dass alles gut werden würde, doch er starrte nur Löcher in die Luft.

    „Brutus, Ambrosius – ihr könnt gehen“ ertönte die Stimme der Claudia Pilatus durch die Zelle, und die Wachen verließen Murrend ihren Posten, jedoch nicht, ohne Claudia vorher noch den Schlüssel zu überreichen.

    Sobald die Männer hinaus waren, und die Tür verschlossen, schloss sie die Zelle auf.

    Sofort rannte Sarah – Tamar auf ihren Vater zu und klammerte sich wie eine Ertrinkende an ihn. Erst jetzt schien Leben in den Mann zu kommen, und er drückte den Körper seiner Tochter an sich, als würde er sie um keinen Preis der Welt mehr loslassen.

    Dankbar sah Maria Magdalena zu der Ehefrau des Pontius Pilatus doch diese winkte nur mit einem Lächeln ab, und verließ den Raum.
    Sie wusste, warum sie ihnen geholfen hatte, Isa noch einmal zu sehen.

    „'Aba (Papa)“ schniefte Tamar.
    Als Antwort zog er sie näher an sich, und vergrub sein entstelltes Gesicht in ihrem Haar. Glück durchflutete ihn, als er den Duft von frischem Holz und Hyazinten einatmete.

    „Tamar“ Einzig und allein ein Krächzen brachte er hervor.
    Maria merkte ihr an, dass seine Kehle seit längerer Zeit kein Wasser mehr gesehen hatte. Ihr tat es leid, was sie eben gedacht hatte.

    In was für einer Verfassung mochte er sein?
    Er würde in wenigen Stunden an einem Kreuz hängen, und niemand konnte etwas dagegen tun – außer sein Vater.
    Doch der hatte, selbst nach Isa's bitten, keine Gnade gezeigt und den Kelch nicht an ihm vorbeigehen lassen.

    War es ihre Schuld?
    War sie nicht im göttlichen Plan vorgesehen gewesen?
    Musste er deswegen sterben?

    Mittlerweile war Johannes ebenfalls bei seinem Vater.

    Es schien, als schluchzten sie alle um die Wette.

    Nur sie blieb vorsichtshalber draußen und rang um Fassung.
    Wenn sie jetzt anfing zu weinen, würde er zusammenbrechen, das wusste sie.

    Isa hielt sie für stark, für mutig.
    Sie würde sowas aushalten.
    Doch sie hielt es nicht aus.
    Sei es wegen der Schwangerschaft, oder wegen der Situation, der sie nicht standhielt.

    Obwohl sie ihre Kinder über alles liebte, betete sie um einen kurzen Moment, um allein mit ihm zu sein. Um mit ihm über die Zukunft zu reden – über das Buch der Liebe beispielsweise.
    Doch sie durfte ihren Kindern den letzten Augenblick mit ihrem Vater nicht verderben.
    Und sie durfte Isa's letzten Augenblick mit seinen Kindern nicht verderben.

    „Ich habe gebetet, Maria“ flüsterte er.
    Es klang, als wäre Isa's Wille gebrochen, als wäre es ihm egal, was jetzt mit ihm geschehen würde.

    Sie hatte geglaubt, er würde es mit Stolz tragen, für Gott, seinen Vater zu sterben. Sie hatte geglaubt, ihm würde es nichts ausmachen, gekreuzigt zu werden.
    Sie hatte geglaubt, er habe keine Angst.

    Doch sie hatte sich geirrt.
    Er hatte Angst, und man sah es ihm deutlich an.
    Vielleicht nicht die Angst, dass er sterben würde, und er nicht wisse, was dann passieren würde. Vielleicht aber auch nur, weil er seine Familie verlieren würde.

    „Ich weiß, Isa“
    Trotz vieler Bemühungen brach sie nach dieser Antwort in Tränen aus.


    „Ich frage mich nur, warum er dir das antut, Isa! Ich meine, du bist sein Sohn!“ rief sie fassungslos, und warf theatralisch die Hände in die Luft.

    „Oder könntest du Johannes oder Tamar dasselbe antun?“
    Zum ersten Mal, seit sie die Zelle betreten hatte, sah sie ihm in die Augen.
    In die Augen, in die sie sich einst verliebt hatte.

    Als Tamar ihren Namen hörte, hob sie den Kopf.
    Sie hatte nicht gemerkt, wie sie eine Wunde aufgerissen hatte, und somit einen roten Strich auf ihrer Wange. Vielleicht wollte sie es auch gar nicht merken.

    „'Abba, ich hab dich lieb. Du gehst doch nicht weg, oder?“ Warum Tamar diese Frage stellte, wusste noch nicht einmal Isa. War es die Intuition eines Kindes? War es das Verständnis des Gesprächs, er wusste es nicht.

    Sie vergrub das Gesicht in ihren Händen und schluchzte.
    Sie merkte kaum, wie Isa aufstand, auf sie zuging, und sie in den Arm nahm.
    Erst, als er ihr beruhigende Worte ins Ohr flüsterte konnte sie sich wieder beruhigen.

    „Ich will dich nicht verlieren“ schluchzte sie, und kuschelte sich an ihren Mann.
    „Ich dich doch auch nicht, Maria“ Wie vorher klang seine Stimme kratzig.

    „'Abba? 'Ima (Mama)“
    Vorsichtig tippelte Tamar auf ihre Eltern zu, und quetschte sich zwischen sie, darauf bedacht, den runden Bauch nicht zu verletzten, in dem ein weiteres Geschwisterchen heranwuchs. Johannes folgte und sie fanden sich alle in einer großen Umarmung wieder.

    „Wie sollen wir ihn nennen?“ fragte plötzlich Isa, und strich seiner Frau über die Wange. Diese sah ihn geschockt an, und legte automatisch eine Hand auf ihren Bauch.

    „Woher willst du wissen, dass es ein er wird“ fragte sie ihn, und schüttelte im selben Moment wissend den Kopf. Sein Vater hatte es ihm gesagt, natürlich.

    „Jeshua – David“ flüsterten Isa und Maria gleichzeitig und sahen sich dann lächelnd an. Maria wusste, sie hatte nicht mehr viel Zeit. Sie musste auf dem schnellsten Weg mit Bartholomäus und Philipus nach Alexandria, um ihre Kinder zu schützen. Johannes allerdings, würde sie in die Obhut von Petrus geben.

    „Wieso tut er das? Bin ich daran schuld?“ fragte sie plötzlich und entgeistert sah Isa sie an. Die schokobraunen Augen, die einst mit goldenen Sprenkeln versehen waren, strahlten nun Leid und Qual aus.

    „Denk nicht so, Maria. Natürlich bist du nicht schuld“ antwortete er, ohne auf ihre erste Frage einzugehen. Natürlich würde er ihr darauf nicht antworten.
    Zwar war sie seine engste Vertraute, Ehefrau und die Mutter seiner Kinder, doch selbst ihr würde er die Pläne seines Vaters, unseres Gottes nicht anvertrauen.

    Ohne darüber nachzudenken, küsste sie ihn.
    Sie dachte nicht daran, dass ihre Kinder neben ihnen waren, dass Claudia jeden Moment hereinkommen konnte. Sie dachte einzig und allein an Isa – den Mann den sie liebte, und den sie immer lieben würde.

    „Ich hasse ihn“ flüsterte sie, und vergrub ihr Gesicht an seiner Halsbeuge.

    „So darfst du nicht reden, Maria. Immerhin hat er uns drei wunderschöne Kinder geschenkt“ flüsterte er, und küsste ihren Scheitel. Sie nickte kaum merklich und brach dann wieder in Tränen aus.

    Wie das Leben wohl ohne ihn aussah?
    Ob sie ihn je wieder sehen würde? Vielleicht im Elysium (Paradies)?
    Vielleicht sogar vor dem ewigen Gericht?
    Sie hoffte es.

    Als sich die Tür wieder öffnete und Claudia meinte, dass ihre Zeit zu Ende sei, bekam Maria Panik. Sie konnte noch nicht von ihm gehen! Die Zeit war zu kurz gewesen, sie musste noch so viel bereden! Doch Claudia schüttelte nur den Kopf, als sie um mehr bat.

    Mehr und mehr Tränen bahnten sich ihren Weg über ihre Wangen, als Claudia sie am Arm nahm, und aus der Zelle ziehen wollte.

    Maria schlug um sich, und hoffte irgendwen zu verletzten, doch der einzige Schrei, den sie hörte, war ihr eigener.

    Die letzten Worte, die Isa zu ihr sagte, waren „In nomine patri ..."
    Selbst die letzten Momente seines Lebens widmete er Gott. Seinem Vater.

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