Lily Allenson - Unerreichbar (Kapitel 9)

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2 Kapitel - 1.908 Wörter - Erstellt von: Adhara - Aktualisiert am: 2014-09-01 - Entwickelt am: - 2.014 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Danke, für die ganzen lieben Kommentare, ich hätte nie erwartet, das diese Geschichte so gut ankommt.

    1
    Das war der Moment, in dem ich beschloss, dass es Schlimmeres als den Tod gab. An diesem Abend schlich ich mich aus Hütte 3.

    Ich hielt inne, als mir klar wurde, dass ich sowieso Niemanden wecken konnte.
    Noch entschlossener verließ ich die Hütte.
    Ich kam geräuschlos an den Hütten vorbei und die einzigen, die noch wach waren, waren die Stoll-Brüder; sie machten sich an den Fußabtretern der Ares-Hütte zu schaffen.
    Als ich an den Pferdeställen vorbeikam, hörte ich die Pferde wiehern und mir wurde auch klar, wie ich reisen würde. Der Erste der mich bemerkte war Blackjack, Percys Pegasus.
    "Alles in Ordnung?" fragte er.
    "Alles klar, Blackjack. ich gehe nur auf Mission."
    "Ich nehme an, unerlaubt?" meinte er schnaubend.
    "Wie kommst du denn darauf?" stellte ich die Gegenfrage.
    "Denkst du ernsthaft, Chiron würde dich mitten in der Nacht auf Mission schicken?“ Blackjack wieherte triumphierend.
    Nervös scharrte ich mit den Fuß.
    Doch dann wieherte Blackjack erst richtig los, dass ich schon Angst bekam er würde jemanden wecken.
    "Der Boss wäre stolz auf dich!"
    Er klopfte mit der Hufe an Schneefeuers Stalltür und weckte meine Stute auf.
    "Mission für den Frischling!"
    "Wasch'n los?" nuschelte sie. Ich wünschte ich könnte ihr Kaffee einflößen, aber leider hatte ich vergessen welchen mitzunehmen.
    Also musste ich wohl mit einem verschlafenen Pferd losziehen.
    Die nächste Frage die sich mir aufdrängte war das wohin. Das einzige, das ich wusste war, das ich auf der Suche nach einem Kratersee war.
    Ich weiß nicht sehr hilfreich.
    »Willst du uns etwa zurücklassen? « fragte eine Stimme aus der Dunkelheit. Robert und Sarah traten hervor und starrten mich vorwurfsvoll an.
    » Das wird wahrscheinlich ziemlich gefährlich - «
    »Deswegen müssen wir ja mitkommen. Allein schaffst du das niemals. «, schalt sich Sarah mit ein.
    »Tochter von Poseidon hin oder her. Niemand befreit einen Gott im Alleingang. «
    Hmm, das war ein Argument. Schlecht wäre Unterstützung sicher nicht.
    »Okay, dann brauchen wir zwei Pegasi mehr. « entgegnete ich. Wenn ich ehrlich war, freute ich mich, nicht allein losziehen zu müssen.
    »Blackjack, du bleibst hier. Vielleicht braucht Percy deine Hilfe. Kannst du noch zwei Pferde
    organisieren? «
    Er klopfte mit dem Huf an den anderen Stall neben ihm, während Schneefeuer einen weiteren Pegasi aufweckte.
    Sarah hatte Zucker mit und so putschten wir unsere geflügelten Pferde.
    Roberts Pegasus stellte sich als Rambo vor und Sarahs als Cheesecake vor, was ich nicht besonders beruhigend fand.
    Wir sattelten die Pferde, als mir Sarah eine Frage stellte, die mich etwas ins Schwitzen brachte.
    »Wohin müssen wir eigentlich? «
    »Ähmm«, räusperte mich. »Darüber habe ich mir noch nicht so viele Gedanken gemacht. «
    »Was denkst du dir dabei, hm? «, Robert funkelte mich böse an. »Wir fliegen mal ein bisschen durch Amerika und hoffen, dass er antwortet,
    wenn du rufst? «
    »Jetzt beruhige dich doch erstmal, Robbie. «, ich wusste, dass er diesen Spitznamen hasste und musste innerlich grinsen. »Ich habe ja an alles gedacht.
    Sieh mal, dieser Pfeil funktioniert wie eine Kompassnadel, nur richtet sich die auf diejenige Person an die man gerade denkt. « Sarah schaute fragend in die Runde. »Hat jemand von euch Hermes schon einmal getroffen? «
    Ich wurde rot. Den Göttern sei Dank, war es dunkel. »Ich habe ihn ein- zweimal gesehen. « gab ich zu.
    » Gut, gut. Dann halte deine Hand über den Pfeil und er richtet sich auf unser Opfer - äh, Hermes. «
    Ich hielt die Hand über den Pfeil und konzentrierte mich auf seinen Duft nach Minze, wie sich sein warmer Körper angefühlt hatte und seine traurigen, dunklen Augen.
    Einen Moment geschah nichts.
    »Das kann schon mal passieren, wenn man die Person nicht so gut kennt, dauert es immer eine Weile, bis der Pfeil sich austariert hat...«
    Dann zeigte der Pfeil blitzschnell in eine Richtung und bewegte sich keinen Millimeter.
    »Okay. Oder so.« Neugierig musterte mich Sarah und ich befürchtete schon, dass sie hinter mein Geheimnis gekommen war, aber dann mischte sich Robert ein.
    »Also meiner Meinung nach ist das Westen. Das ist doch schon mal ein Anhaltspunkt. «
    Er grinste in die Runde.
    » Dann mischen wir mal ein paar antike Monster auf. «

    2
    Sicher auf Pegasi zu reisen ist echt klasse, aber wie gesagt ich hatte höllische Höhenangst. Es gab zwei Alternativen: Die erste Alternative wäre es stur nach vorn zu blicken und Sarah und Robert zu beobachten. Das Problem war nur, das die Beiden nur mit großen Augen beobachteten wie die Erde unter uns vorbeirauschte. Das lenkte mein Blick ebenfalls nach unten und mir wurde schwindelig, sodass ich mich in Schneefeuers Mähne festhalten musste.
    Sie schnaubte dann entrüstet und fragte nicht ganz überzeugend besorgt:
    "Alles in Ordnung, Chefin? "
    "Ja, schon gut, Schneefeuer."
    "Soll ich niedriger fliegen, ich will echt nicht, das du mich wieder vollkotzt."
    "Nein, sonst kommen wir nicht schnell genug voran."
    Und so nutzte ich die zweite Alternative und starrte die ganze Zeit Schneefeuers Rücken an.
    Ich begann die Haare ihrer Mähne zu zählen, aber jedes Mal wenn wir Pause machten, kam ich wieder durcheinander.
    Wir machten unterwegs öfters mal Halt, aber nie besonders lang. Im Gegensatz zu mir, hatten die Beiden mitgedacht. Sie hatten Geld, Ambrosia, Nektar und Wechselkleidung mitgenommen. Ich hatte lediglich an mein Bronzeschwert und die Sachen die ich am Leib (Eine bequeme Jeans, ein Shirt und meine warme Lederjacke) trug gedacht.
    Ja, ich weiß peinlich, aber was soll man machen.
    Wir flogen die ganze Nacht durch und ich war beunruhigt, weil wir nur noch drei Tage hatten und unser einziger Anhaltspunkt ein Kompasspfeil war.
    Unsere erste Mittagspause machten wir in einem McDonalds nahe Buffalo.
    Nachdem ich und Sarah sich einen Sitzplatz gesucht hatten, beobachteten wir die Leute, während Rob uns, wie ein wahrer Gentleman, uns das Essen holte.
    Wir sahen eine Gruppe Punker, ein Emo-Kind und ein paar gestresste Pendler.
    Robert stellte uns schließlich unsere Burger auf den Tisch und warf uns einen genervten Blick zu, während Sarah und ich schon begonnen hatten ein paar der Geschäftsmänner mit Serviettenschnipseln zu beschießen.
    Man konnte eine Menge Spaß haben mit einen Strohhalm und einer Serviette.
    »Was soll das? Nehmt ihr jede Mission so ernst? «
    So unterbrach uns Robert in unseren Streichen und Sarah machte einen Schmollmund.
    Doch als wir die Burger sahen, war der Ärger wie weggeblasen und wir stürzten uns wie die Hyänen auf unser Essen.
    » Eigentlich ist das meine erste. « sagte ich verlegen.
    » Was? « fragte Robert mit vollen Mund.
    » Meine erste Mission. Ich war nie zuvor auf einer Mission. «
    » Ich auch nicht. «, sagte Sarah und Robert nickte ebenfalls. »Aber sag mal, Lily, warum nimmst du diese Mission so persönlich? «
    Den Göttern sei Dank musste ich keine Antwort geben, denn eine hochgewachsene Frau betrat den McDonalds. Sie sah aus, als ob sie Fitnesstrainerin war und stürmte energisch in unsere Richtung.
    Als sie näher kam, bemerkte ich, dass ihre blonden Haare zu einem straffen Zopf zurückgebunden waren. Sie rutschte auf den Platz neben Robert und starrte angeekelt den letzten Burger an, der noch übrig war.
    »Das wollt ihr doch nicht etwa essen, oder? Das ist das blanke Gift für euren Körper. «, sagte sie naserümpfend.
    »Ist das etwa ... Cola? Habt ihr eine Ahnung, was dass mit euch anstellt? «
    » Hören sie mal, Lady «, entgegnete Robert. » Was glauben sie, wer sie sind? «
    »Nike, Göttin des Sieges. «, sie gab uns allen ganz offiziell die Hand.
    »Aber genug von mir. Wie gedenkt ihr
    weiterzumachen? «
    »Wir wollten gerade einen Plan machen. «
    entgegnete ich ein wenig beleidigt.
    »Nur mit einer Richtung? Ohne genau zu wissen, wo sich dieser Kratersee befindet. «
    Ich hatte nicht einmal Zeit mich darüber zu wundern, als Rob sich schon in das Gespräch einklinkte. »Anscheinend, scheinen sie ja schon genau Bescheid zu wissen. Und sie wollen die Information mit uns teilen? Ohne Gegenleistung? « Er lächelte neugierig.
    Nike lachte hell. »Ach ihr Halbgötter! Ihr seid so niedlich! Hier geschieht nichts ohne Gegenleistung. Doch meine ist ganz klein. «
    Robert sah sie geschäftsmännig an.
    » Und wie sieht, diese Gegenleistung aus? « fragte er, während er sich nach vorn beugte.
    » Ich will mehr gewürdigt werden. «, sagte Nike rundheraus. »Die Sterblichen haben nur eine Schuhmarke nach mir benannt. Mein römisches Gegenstück Viktoria ist viel berühmter geworden. Überall stehen Statuen von ihr rum. Du gehst gemütlich irgendwo lang und - Puff! Steht da eine Statue von ihr! Nur was die Leute nicht wissen, sie schummelt immer! Und das soll fair sein? «
    »Aber ihre Kinder haben doch schon eine Hütte. «
    Plötzlich dachte sie an die gebrochenen Kinder der Siegesgöttin, die ehrgeizigen Kinder der Nike die immerzu verloren. Sie selbst hatte die Hütte der Nike in "Eroberung der Flagge" besiegt.
    » Ja, aber ich sagte auch, meine Gegenleistung ist klein. Es geht nur um ein Mädchen meiner Hütte. Victoire. Sie hatte immer das Gefühl, dass ihre Gebete nicht erhört werden. Gebt ihr dies«, sie kramte einen Siegeskranz aus ihrer Sporttasche. Sie drückte ihn mir in die Hand. Einige Blätter waren bereits davon abgefallen.
    » wenn ihr ins Camp zurückkehrt. Dann wird der Fluch auf Hütte 17 aufgehoben. «
    »Warum gebt ihr es ihr eigentlich nicht selbst? « fragte Sarah mit zusammengekniffenen Augen, sodass ich sie unter dem Tisch treten musste. Wir konnten es uns nicht leisten, eine Göttin zu verärgern die bereit war, uns zu helfen.
    »Die Götter dürfen sich nicht in die Angelegenheiten ihrer Kinder einmischen. « Nike schien nichts von Sarahs Misstrauen zu bemerken. »Außerdem bin ich inkognito hier; schon vergessen, Kinder? Der Olymp ist verstummt. « Sie hob den Finger an die Lippen und löste sich in Luft auf.
    Das einzige was sie zurück ließ war ein Blatt Papier und der Geruch des Schweißes, der noch in der Luft hing.
    »Bäh, der Geruch des Sieges. « sagte ich stirnrunzelnd.
    Robert zeigte mir das Blatt Papier, was Nike zurückgelassen hatte.

    Wizard Island
    Crater-Lake- National Park
    Oregon

    Viel Glück, Kinder!

    P.S. Quält euch, sonst werde ich es tun!

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