Die Wolfsschule

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3 Kapitel - 18.113 Wörter - Erstellt von: Emma Mason - Aktualisiert am: 2014-12-01 - Entwickelt am: - 2.227 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hallo, ich bin Emma Mason und das hier ist meine eigene Geschichte:) Bitte lest sie und ich würde mich sehr über Verbesserungsvorschläge freuen.:)
Die ersten drei Kapitel:)

    1
    >>Hey, Maria. Alles okay? Weißt du was übermorgen ist?<< fragt Alina mich.
    Gedankenverloren blicke ich auf mein Zeugnis. Mist, schon wieder eine 5 in Mathe.
    >>Maria Luisa Moon. Hör mir doch mal zu!<< wiederholt sie.
    Diesmal schaue ich ihr direkt ins Gesicht, denn ich hasse es, so genannt zu werden. Sie schenkt mir ein Lächeln, das mich auch direkt zum Lachen bringt. Alinas Lachen ist einfach süß, sie hat eine tolle Ausstrahlung und jeder muss sie einfach mit ihren blonden Haaren und blauen Augen lieben.
    >>Also, weißt du es?<< fragt sie erneut.
    >>Was soll ich wissen?<<
    >>Ach, Maria. Man merkt einfach wie abwesend du häufig bist. Meine Frage war, ob alles okay ist und ob du weißt was übermorgen ist?<< sagt sie wieder.
    >>Ja, mit mir ist alles okay. Übermorgen ist der 5.7.2014, ein ganz normaler Samstag und wir haben Ferien.<< murmele ich.
    >>Ganz normal! Es ist doch dein 16.Geburtstag! Dieser Tag sollte gefeiert werden.<< zwitschert sie.
    Der Lehrer wirft ihr einen bösen Blick zu und Alina verstummt. Zum Glück ist in 5 Minuten Schulschluss, verzweifelt überlege ich jedoch, wie ich meiner Mutter sagen soll, dass ich schon wieder die schlechteste Mathenote auf dem Zeugnis habe, meine Freunde sind um Meilen besser als ich. Aber was kann ich denn dafür, dass Mathe ein doofes Fach ist, bei dem ich einfach gar nichts verstehe! Endlich klingelt es und zusammen mit meinen Freunden, gehe ich raus. Heute wollten wir zur Feier des Tages in einem chinesischen Restaurant essen gehen, Alina, Caroline, James, Rick, Dean und ich. Meine Freunde reden und lachen die ganze Zeit laut. Sie bemerken nicht, dass ich gar nichts sage. Ich mustere meine Freunde, die beliebteste Clique der Klasse. Man könnte meinen, das sei toll, aber manchmal nervt es mich nur unglaublich. Neben mir läuft Alina, meine beste Freundin, Arm in Arm mit ihrem Freund Rick Atlanta. Lächelnd schaut er sie an und seine braunen Augen strahlen, als sie seinem Blick begegnet.
    Neben ihnen laufen Caroline Butler und James Meyer. Sie sind auch ein Paar, aber sie sehen sich so ähnlich, dass ich anfangs dachte, sie wären Geschwister. Beide haben schwarze Haare und tiefblaue Augen.
    Und dann ist da noch Dean Forest, mein allerbester Freund. Genau wie Alina hat er blonde Locken und blaue Augen, weshalb er der Mädchenschwarm schlechthin ist.
    Alina behauptet jedoch immer, dass er nur Augen für mich hat.
    Ich muss wieder an meine Note in Mathe denken. Na super, meine Mutter wird mich über die Ferien bestimmt in ein Mathe-Ferien-Camp schicken, wie letztes Jahr.
    >>Maria? Maria?<<
    Ich blicke auf. >>Hm? Was?<<
    Dean lächelt mich an. >>Wollen wir vielleicht noch ein Foto zusammen machen, so zum Schuljahresende? Ich mein, nächstes Jahr sind wir in der 11.Klasse.<<
    >>Och Leute.....ihr wisst doch... ich bin nicht wirklich fotogen.....ich kann euch ja fotografieren!<< sage ich mit einem gespielten Lachen.
    >>Natürlich machen wir ein Selfie.<< antwortet Caroline.
    Ich seufze. Rick holt sein Handy aus seiner Hosentasche und wir alle machen uns bereit für das Foto. Klick, macht es und Rick zeigt uns das Bild. Oh nein, ich seh so schlimm aus: Meine braunen, welligen Haare stehen in alle Richtungen ab, meine braunen Augen starren nach unten und erst meine blasse Haut! Alle in meiner Familie haben eine leicht gebräunte Haut, nur ich nicht. Wenn ich mich nackt vor eine weiße Wand stellen würde, würde man mich nur noch wegen den braunen Haaren sehen, okay das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber manchmal fühlt es sich wirklich so an. Das Einzige, was ich an mir mag, ist meine schlanke, hoch gewachsene Figur und meine strahlend weißen Zähne, sonst gefalle ich mir überhaupt nicht.
    >>Du bist so hübsch!<< sagt Dean.
    Ungläubig starre ich ihn an.
    >>Ich?<< frage ich.
    Er nickt. Vielleicht meint er das ernst. Ich überlege, ob ich ihm auch ein Kompliment machen soll, aber ich lasse es und lächle ihn einfach nur an. Einige Sekunden lang, verliere ich mich in seinen wunderschönen Augen, er starrt zurück.
    >>Und, wo macht ihr Urlaub?<< fragt James und reißt mich aus meinen Gedanken.
    >>Rick und ich fliegen nach Florida und ihr?<< antwortet Alina und haucht Rick einen Kuss auf die Wange.
    >>Ich bin drei Wochen in Schottland. Eigentlich wollten wir Caroline mitnehmen, aber sie fährt ja zur selben Zeit mit ihrer Familie nach China.<< entgegnet James und Caroline nickt traurig.
    >>Ach Caroline, sei nicht traurig, China soll toll sein, ich würde nur mit dem Essen aufpassen... ich jedenfalls fliege nach Kanada. Und wo machst du Urlaub, Maria?<< meint Dean.
    >>Ich darf mir die Zeit in einem internationalen Mathe-Feriencamp im Landesinnerin von Bayern vertreiben. Wuhuu.<< jubiliere ich düster.
    >>Schon wieder?<< fragt James, der sich ein Lachen unterdrückt.
    >>Ja, denn unser Lehrer hat mir schon wieder eine fünf gegeben.<<
    >>Hey, wir sind da!<< sagt Caroline fröhlich.

    Wir betreten das Restaurant und setzen uns an unseren Lieblingstisch. Der Kellner kennt uns schon und er weiß, dass wir immer das Buffet nehmen. Dean und ich bleiben erst mal am Tisch sitzen und warten darauf, dass die anderen mit ihrer ersten Portion wiederkommen. Plötzlich klingelt mein Handy und Dean schaut mich fragend an.
    >>Mein Bruder, er hat mir eine SMS geschickt... er will wissen, wo ich bin.<< erkläre ich.
    Ich schreibe ihm zurück und schiebe mein Handy wieder in die Hosentasche, da fällt mein Blick auf zwei Personen am gegenüberliegenden Tisch und urplötzlich zieht ein brennender Schmerz durch meine linke Schulter. Ein Mann und eine Frau mit asiatischen Wurzeln starren mich an und ich kann nicht anders als zurück zu starren. Meiner Ansicht nach, sehen sie ziemlich verrückt aus. Die Frau hat schwarze lange Haare mit dunkel blauen Strähnen und ihre Fingernägel sind blau lackiert und mindesten 5cm lang. Ihre Augen sind von einem unnatürlichen rot, wahrscheinlich Kontaktlinsen. Passend dazu schwarzer Lidschatten und Mascara. Unter den Augen kleben jeweils fünf Glitzersteine in einer ordentlichen geschwungenen Linie und an ihrer rechten Schläfe erkennt man einen kleinen schwarzen Totenkopf. Ihre Lippen sind knallrot und verziert mit dünnen schwarzen Blumenranken. Sie trägt große schwarze Ohrringe und ein schickes, eng anliegendes, dunkles Kleid. Overknees verdecken ihre langen Beine. Der Mann unterscheidet sich kaum von ihr, die gleichen Haare, die gleichen Augen, auch er hat einen kleinen schwarzen Totenkopf an der rechten Schläfe. Beide tragen eine Menge Schmuck. In drei Dingen unterscheiden sie sich jedoch, er trägt einen schwarzen enganliegenden Anzug. Seine Lippen sind einfach nur schwarz, genau wie die Fingernägel.
    Die Beiden beunruhigen mich.
    Ich überlege, ob ich Halluzinationen habe und frage Dean:>>Hey, Dean. Siehst du die beiden dort drüben?<<
    >>Ja, die sehen ja ziemlich verrückt aus. Und....ähm....irgendwie starren die dich an....<<
    Endlich kommen die Anderen mit ihrer ersten Portion wieder und ich bin froh, dass ich den Blicken der Zwei für kurze Zeit entfliehen kann. Ich stapel mir das Essen auf den Teller bis kein Platz mehr ist und begebe mich dann wieder zurück auf meinen Platz, wo ich dann vor lauter Schreck meinen Teller fallen lasse, der klirrend zu Bruch geht. Meine Brüder stehen mit ernster Miene vor mir. Ich spüre, wie meine Wangen erröten und bücke mich, um die großen Scherben aufzusammeln. Sofort kommt ein Kellner angesprintet um die Sauerei aufzuwischen.
    >>Ach Schwesterherz. Du bist so schreckhaft und tollpatschig, echt unglaublich!<< sagen die Zwillinge schmunzeld.
    >>Warum seid ihr hier?<< frage ich genervt.
    >>Mom und Dad wollen, dass du und Dean sofort nach Hause kommen. Sie wollen etwas mit euch besprechen. Deine Eltern sind auch da, Dean.<< sagt Ben und grinst dabei seinen Bruder John an.
    >>Warum jetzt!<< Mit wütendem Blick betrachte ich ihre wilden grünen Augen, die mich amüsiert mustern.
    >>Weil unsere Eltern das so wollen.<< sagt John und streicht sich eine schwarze Strähne aus dem Gesicht.
    Ich stemme meine Hände in die Hüften und blicke sie böse an.
    >>Schwesterchen, du bist so süß, wenn du sauer bist.<< neckt mich Ben.
    Das ist so gemein! Meine Brüder sind einen Kopf größer als ich und ein Jahr älter, somit kann ich sie nicht wirklich einschüchtern, wenn ich sauer bin.
    >>Ach Maria. Komm wir gehen einfach mit ihnen.<< meldet sich Dean nun zu Wort.
    Jetzt lässt mich auch noch Dean im Stich! Ich verdrehe meine Augen und gebe schliesslich nach. Wir verabschieden uns von unseren Freunden und wie ein Gefangener führen mich meine Brüder ab.


    Zu Hause stolpere ich mal wieder über Pappkartons, die eigentlich schon seit einer Woche im Flur stehen, aber jetzt frage ich mich das erste Mal, wieso hier so viele stehen? Nachdem ich aufgestanden bin, gehen wir ins Wohnzimmer. Genervt lassen Dean und ich uns auf ein Sofa fallen. Unsere Eltern setzen sich uns gegenüber und mein Vater fängt an zu reden.
    >>So Maria. Deine Brüder wissen es schon, wir haben beschlossen am Samstagmorgen umziehen.<<
    >>Was? An meinem Geburtstag? Wieso? Wohin?<< frage ich aufgeregt.
    >>Nach Kanada....... in die Nähe eines riesigen Waldes. Deine Mutter und ich wollen ein neues Leben mit euch beginnen. Ein Leben in der Natur und hier in London ist wirklich nicht viel Natur.<<
    Meine anfängliche Aufgeregtheit verfliegt und weicht unglaublicher Verwirrtheit und Leere. Wieso wollen sie umziehen, und zwar ausgerechnet nach Kanada? Und wieso am Samstag? Wieso sagen sie mir das erst jetzt? Hilflos gucke ich zu Ben und John, aber sie gucken mich nur gespannt an, auf mein Reaktion wartend. Flehend gucke ich sie an, aber sie schütteln nur den Kopf. Ich muss an heute Mittag denken. Alle waren so glücklich, wir haben sogar ein Foto zusammen gemacht, nicht wissend, dass es wahrscheinlich ein Abschied für immer wird. Ich muss an Alina denken. Was werde ich nur ohne sie machen? Unsere drei Jahre spielen sich noch mal vor meinem inneren Auge ab: Wie ich sie kennen gelernt habe, als ich die Schule gewechselt habe, wie sie sofort auf mich zugegangen ist und mich akzeptiert hat. Schon am ersten Nachmittag hat sie mich ihren Freunden vorgestellt. Sie hat mich kaum auf meine andere Schule angesprochen, wofür ich ihr echt dankbar war. Ich werde sie wahrscheinlich nie wieder sehen, und ich konnte mich noch nicht einmal von ihr verabschieden.
    >>Kanada? Bitte nicht. Wieso ausgerechnet Kanada und nicht irgendwo hier in England?<< frage ich.
    Meine Eltern tauschen einen Blick.
    >>Kanada ist einfach viel besser.<< meint John.
    Jetzt mischen sich meine Brüder wieder ein... super. Ich werfe ihm einen zornigen und verletzten Blick zu.
    >>Ach John, ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie du immer meintest, dass Kanada doch total doof wäre.<< spotte ich.
    John zuckt grinsent mit den Achseln.
    >>Maria, du weißt, dass deine Mutter und ich uns immer gewünscht haben, nach Kanada zu ziehen.<< versucht mein Vater mich zu beschwichtigen.
    Davon höre ich jetzt aber das erste Mal...
    >>Und warum sagt ihr es mir erst jetzt? Und wieso fahren wir genau an meinem Geburtstag? Können wir nicht noch einen Monat hier bleiben oder so?<< motze ich und verschränke meine Arme vor der Brust.
    >>Und was würde das für einen Unterschied machen?<< fragt Ben.
    Wieso müssen sich einfach IMMER meine Brüder einmischen
    >>Ich könnte mich besser von meinen Freunden verabschieden und meinen Geburtstag feiern!<<
    >>Maria, wir wollen nicht mehr weiter diskutieren. Der Flug ist für Samstag gebucht und er kann nicht mehr umgebucht werden.<<
    Schön, dass meine Eltern mich so früh informieren... echt nett.
    >>Dann komme ich halt nach!<< flehe ich.
    >>Maria! Hör auf! Es nervt! Wir fliegen und basta!<< motzt mein Vater.
    Nun schaltet sich Deans Mutter ein:>>Genau das haben wir auch vor Dean. Aber wir werden weit weg von Maria und ihrer Familie leben und wir fliegen erst am Sonntag.<<
    Mit Tränen in den Augen brülle ich los:>>Warum tut ihr uns das an? Wieso trennt ihr uns von dem was wir lieben? Ist es euch egal wie wir uns fühlen?<<
    Es ist mucksmäuschenstill. Alle starren mich an. Dean legt tröstend einen Arm um meine Schulter.
    >>Hey, ist doch nicht so schlimm. Wir finden dort bestimmt auch schnell neue Freunde.<<
    Entgeistert blicke ich ihn an. Meint er das Erst? Ich könnte mir ein Leben ohne ihn gar nicht vorstellen. Wir kennen uns, seit wir vier sind. Als wir zehn waren, haben wir uns geschworen, nie den anderen alleine zu lassen, aber was nun? In seinen Augen sehe ich plötzlich eine Träne glitzern. Ich beisse mir auf die Lippe.
    >>Können Dean und ich nicht einfach hierbleiben, wir können uns doch auch selbst versorgen!<< flehe ich hilflos.
    >>Als ob Mom und Dad euch beide alleine lassen!<< gackert Ben und kneift mich in die Wange.
    >>Du hälst dich mal schön da raus! Nein Maria, wir nehmen dich mit, tut mir Leid.<< sagt meine Mutter.
    Tränen laufen mir über die Wangen und ich vergrabe mein Gesicht in den Händen.
    >>So, wir wollen jetzt nach Hause.<< sagt Deans Vater.
    Ich stehe auf und schliesse Dean in die Arme, er drückt mich, dann löse ich mich aus seiner Umarmung und lasse mich auf das Sofa fallen. Die Familie verabschiedet sich und sie lassen uns alleine. Weinend schaukel ich mich vor und zurück. Mit so etwas hätte ich nie gerecht. Ich muss mich damit abfinden, meine Freunde wahrscheinlich nie wieder zu sehen. Brüllend werfe ich ein Kissen gegen eine Vase, die daraufhin auf den Boden fällt und zerspringt.
    >>Sag mal, geht es noch!<< kreischt mein Vater.
    >>Lass sie, ich kann sie gut verstehen und außerdem war diese Vase so oder so potthässlich. Maria, sieh bitte zu, dass du heute schonmal die meisten Sachen zusammenräumst, denn wenn wir einmal in Kanada sind, gibt es kein zurück mehr.<< flüstert meine Mutter.
    Ich nicke und gehe die Treppe hinauf in mein Zimmer.


    Nachdem ich fast alles gepackt habe, ruft meine Mutter mich zum Abendbrot. Verzweifelt lasse ich mich neben John auf einen Stuhl fallen. Ich sage kaum ein Wort und kann es nicht verstehen, dass meine Brüder so fröhlich sind. Beide waren schonmal bei einem Schüleraustausch in Kanada und jetzt müssen sie da auch noch leben. Schlimm, ganz einfach schlimm. Als ich fertig gegessen habe, gehe ich wieder zurück in mein Zimmer und lege mich in mein Bett. Es klopft an der Tür.
    >>Herein?<< sage ich mit brechender Stimme.
    Die Tür geht knarrend auf und meine Brüder kommen herein getrottet. Sie setzen sich auf mein Bett und Ben streicht mir tröstend über die Wange.
    >>Kanada ist wirklich schön.<< flüstert John und nimmt meine Hand in seine.
    >>Danke, dass ihr mich trösten wollt, aber könnt ihr bitte gehen? Ich möchte alleine sein.<< bitte ich sie.
    Beide nicken ernst und verschwinden wieder. Ich starre auf meine Wand, die ich mit Fotos von mir und meinen Freunden geschmückt hatte. Ich schaue in das strahlende Lächeln von Alina und vermisse sie jetzt schon. Ich lasse meinen Blick durch das Zimmer schweifen und entdecke ein kleines Notizbuch, das Dean für mich geschrieben hat. Ich stehe auf, hole mir das Buch und lege mich dann wieder ins Bett. Ich schlage die erste Seite auf. Ein selbstgemaltes Bild von Dean schmückt die erste Seite. Damals wollte er mich unbedingt malen. Ich stelle fest, dass er mich ziemlich gut getroffen hatte. Ich blättere durch das ganze Buch und finde noch mehr solcher Kunstwerke, Briefe und Fotos. Ich werde Dean so sehr vermissen, am Liebsten würde ich einfach fort laufen, aber das kann ich meiner Mutter nicht antun. Mal wieder fange ich an zu weinen, weine den ganzen Abend noch, bis ich dann einschlafe.

    Ich befinde mich in einem dunklen Wald und gehe einen Pfad entlang. Ich spüre, dass mir jemand folgt. Nervös blicke ich um mich, doch ich sehe nur die Schatten, die der Mond auf die Erde wirft. Eine leichte Nebeldecke hängt über dem Boden. Es ist kalt und ich stecke meine Hände in die Jackentaschen. Wachsam gehe ich weiter und höre Schritte hinter mir. Ich drehe ich mich um und dort steht Dean mit offenen Armen und breitem Lächeln. Ich laufe auf ihn zu und umarme ihn.
    >>Dean, ich habe Angst. Was ist hier los? Wo bin ich?<< hauche ich.
    Er antwortet nicht. Ich blicke zu ihm auf und er nimmt mein Gesicht in seine Hände. Ich schliesse die Augen und unsere Lippen berühren sich sanft. Warm auf kalt. Ich streiche ihm durch die Haare und er legt eine Hand auf meinen Rücken. Ich spüre, wie er lächelt und nun meinen Hals küsst. Ich genieße es, doch plötzlich fängt er heftig an zu zittern. Ich spüre seine Hände auf meinem Bauch und dann werde ich gegen einen Baum geworfen. Ich höre ein entsetzliches Knacken und ich schreie laut auf, mein Rücken fühlt sich an, als wäre er entzwei gebrochen. Dann schlage ich dumpf auf dem Boden auf. Ich sehe Sternchen.
    >>Dean?<< keuche ich.
    Er schaut mich ausdruckslos an. Plötzlich verändert sich sein Körper. Er wächst, bekommt einen Buckel und seine Finger werden zu langen Krallen. Aus seiner Haut spriesst dichtes, braunes Fell. Sein Mund dehnt sich aus zu einer Schnauze. Seine Augen werden zu schwarzen Tunneln, die mich beinahe hasserfüllt anstarren. Er lässt sich auf alle Viere fallen und kommt langsam und lautlos auf mich zugekrochen. Ich wage vor Angst kaum zu atmen, was ist mit dem Dean von gerade passiert, der mich zärtlich in die Arme genommen hat und mir ein Gefühl der Sicherheit gegeben hat? Er ist ein Monster geworden! Ich versuche, immer noch auf dem Rücken liegend, nach hinten zu krabbeln, aber mein Rücken schmerzt so sehr! Verzweifelt versuche ich von dieser Kreatur weg zu kommen, die nur noch ein paar Meter entfernt kauert. Ich schiebe mich langsam nach hinten, wobei mir kleine Schmerzenslaute entfahren. Langsam verebbt der Schmerz, ich spüre immerhin wieder etwas, abgesehen von dem Schmerz. Langsam versuche ich mich aufzurichten, was nur sehr langsam von statten geht. Ich lasse die Bestie nicht aus den Augen und komme wackelig auf die Beine. Mir ist total schwindelig, aber ich weiche ein paar Schritte zurück. Dann drehe ich mich um und laufe, laufe so schnell ich kann den Pfad zurück, den ich gekommen bin. Hinter mir höre ich schnelles Fußgetrappel, das rasch näher kommt. Plötzlich reißt etwas an meiner Hand, der Wolf hat seine riesigen Klauen nach mir ausgestreckt und meine Hand erwischt. Ein langer, tiefer Kratzer erstreckt sich über meinen Handrücken. Warmes Blut rinnt mir über den Unterarm. Auf einmal trifft mich ein schweres Gewicht von hinten. Ich falle auf den Bauch. Es fühlt sich so an, als wäre die ganze Luft aus meinem Körper gepresst worden. Ich höre den Atem des Hundes über mir, seine Krallen, die sich in meine Arme graben. Fast zärtlich dreht er mich auf den Rücken. Ich starre mit angstgeweiteten Augen in die schwarzen Augen, die mich immer noch ohne jedes Erkennen mustern. Er verzieht sein riesiges Maul zu einem fiesen Grinsen, als er mir seinen stinkenden Atem ins Gesicht haucht. Ich schließe die Augen, denke nur noch fest an John und Ben. An ihre zottelige Haare, die sie sich immerzu aus der Stirn streichen, an ihr Lachen, das jeden mitreißt, an ihre großen, wachen Augen. Wenigstens liegen sie friedlich im Bett...
    Ich presse die Augen noch fester zusammen, als warmer Atem meinen Hals trifft und große Zähne meine Kehle umschließen.

    Schweißgebadet schrecke ich auf. Ich fahre im Bett auf und starre mit klopfendem Herzen in meinen Spiegel. Ich bin ganz blass, meine Augen sind riesengroß, meine Haare und mein Schlafanzug kleben an mir. Ich schließe noch mal die Augen, um mich beruhigen. Es war nur ein Traum, nichts Schlimmes, Dean liegt wohlbehalten zu Hause und wird sich nie in eine große, fiese Bestie verwandeln. Erschöpft lasse ich mich wieder zurück in die Kissen fallen. Ich bleibe noch so lange liegen bis meine Mutter hoch kommt um mich zu wecken. Ich mache mich fertig für die Schule und fahre um halb acht mit meinem Fahrrad los. In der Schule werde ich von der weinenden Alina empfangen.
    >>Ist es wirklich wahr?<< fragt sie schluchzend.
    Ich nicke zustimmend. Meine anderen Freunde gesellen sich zu uns und wir schliessen uns gegenseitig in die Arme, weinend. Mein letzter Schultag vergeht schnell, zu schnell, finde ich. Das Doofe ist, ich muss mich nach der Schule von allen verabschieden, weil meine Freunde am Nachmittag nicht mehr zu mir kommen können.
    >>Schreib uns! Ruf uns an! Komm uns besuchen!<< sagen sie.
    >>Klar, mach ich. Och Leute ich werde euch so sehr vermissen. Am Liebsten würde ich hier bei euch bleiben, aber das geht leider nicht.<<
    Dean schaut mir tief in die Augen und lächelt. Ich versuche, sein Lächeln zu erwidern, doch schlagartig muss ich mich an meinen Traum erinnern und ich wende mich von ihm ab. James und Caroline umarmen mich und ich tätschel ihren Rücken. Jeder von ihnen reicht mir ein Geschenk. Ich öffne das von Alina zuerst. Sie schenkt mir ein Fotoalbum mit Bildern von uns sechs. Caroline und James schenken mir ein Medaillion mit einem Foto von uns. Rick's Geschenk ist das Größte. Ein riesiger Bilderrahmen mit vielen Fotos. Als letztes öffne ich das Geschenk von Dean. Es ist eine Spieluhr, die unser Lieblingslied spielt. In der Spieluhr liegt ein Bild von Dean und mir. Sein Geschenk ist das Schönste. Ich bedanke und verabschiede mich von allen, hauche Dean einen leichten Kuss auf die Wange, steige auf mein Fahrrad und fahre los.
    Wie schnell sich das Leben ändern kann. Zwar malt man sein Leben selber, nur leider ohne Radiergummi. Ich steige auf mein Fahrrad, blicke noch ein letztes mal hinter mich, in die traurigen Gesichter meiner Freunde und fahre dann fort, mit dem schrecklichen Gedanken, dass ich nie wieder zurück kommen werde.

    Zu Hause haben sich unsere Verwandten versammelt, um sich von uns zu verabschieden. Die sind mir aber ziemlich egal, denn ich kann sie überhaupt nicht ausstehen. Trotzdem muss ich mich von ihnen verabschieden.
    >>Ach herrje, es ist so schrecklich, die armen Kinder aus der Umgebung zu ziehen. Eine Schande ist das.<< zetert Oma Maddison lauthals und nimmt mich unter vielem Armgefuchtel überschwänglich in den Arm. Sie drückt mich ganz fest an sich und über ihre Schulter kann ich sehen, dass Ben und John gerade dieselbe Tortur mit Opa Bobby durchstehen müssen. Ich grinse John zu, der ein halbherziges Grinsen zustande bekommt und hilflos die Schultern zuckt. Oma drückt mir einen großen Schmatzer auf die Wange und hält mich auf Armeslänge von sich.
    >>Denen zeigst du aber, dass man dich nicht herum kommandieren kann. Sag ihnen mal ordentlich die Meinung!<< zwinkert sie mir freundschaftlich zu und entlässt mich. Ich lächele, um ihr zu zeigen, dass ihr Rat total toll ist und ich das natürlich machen werde...
    Bevor Opa Bobby sich mir zuwendet, baut er sich vor meinen verdutzten Eltern auf, was allerdings nicht halb so beängstigend ist, wie er vielleicht hofft, denn er ist ungefähr zwei Köpfe kleiner als mein Vater und muss zu ihm aufblinzeln.
    >>Was ihr euren Kindern bloß antut, eine Schande ist das! Schonmal was von Erziehung gehört? Die Kinder einfach so aus der Bekanntschaft zu reißen, also...ein...ein Skandal ist das! Und was soll jetzt nur die Familie ohne die kleinen machen?<< Da hört man ein Schnauben aus der Ecke, es stammt von meiner anderen Großmutter, Großmutter Xenia. Alle überhören es. Meine Eltern starren entgeistert auf den kleinen Mann, der sie so entschlossen anguckt.
    Mein Vater sagt leise:>>Du musst verstehen Vati, es muss sein. Wir haben uns so entschieden und werden es nicht mehr zurücknehmen. Und halt uns jetzt bitte keine Predigt, wie wir unsere Kinder zu erziehen haben. Wir fliegen, Ende aus BASTA! Und wenn jetzt noch einer anfängt, raste ich aus!<< Am Ende schreit er fast. Beleidigt brabbelnd wendet sich Opa Bobby von ihm ab und kommt zu mir herüber geschlurft.
    >>Mach ihnen aber ordentlich Dampf unterm Hintern, hörst du?<< weist er mich leise an, als er mich in seine Umarmung hüllt und damit in den Gestank von Schweiß und Zigaretten. Ich nicke kurz. Dann löse ich mich von ihm und warte auf den nächsten aus der Familie, der mir dumme Ratschläge gibt. Aber es kommen keine. Stattdessen stolziert Xenia auf mich zu, nickt mir hochnäsig zu und nimmt mich in eine kurze Umarmung, wobei bei ihr Umarmung heißt, dass sie dir kurz ihre Krallen in den Rücken krallt, dich widerwillig an sich zieht, ihre Lippen an deine Wange presst und dich loslässt, als hätte sie nicht dich, sondern einen Blutegel umarmt. Ohne mich noch eines Blickes zu würdigen stöckelt sie weiter zu den Zwillingen. Mit gewichtiger Miene stakst ihr Mann, Opa Ebenezer auf mich zu und gewährt mir eine kurze, kühle Umarmung. Er tätschelt mir etwas unbeholfen den Kopf und geht auf meine Eltern zu. Vor seiner Tochter bleibt er stehen und mustert sie kühl, während sie leicht ängstlich zu ihm schaut.
    >>Ich hätte wissen sollen, was aus dir wird, seit du ihn kennengelernt hast.<< Er schaut meinen Vater hochnäsig an und sein Blick wandert zu Dad's Eltern, die er abfällig von oben bis unten betrachtet. Meine Mutter sieht aus, als hätte er sie geschlagen.
    >>Wenn du sonst nichts zu sagen hast, wäre es das dann wohl.<< erwidert sie und bemüht sich offensichtlich, ihm nicht eine zu scheuern. Dann wendet sie sich ab und sagt laut in die Runde:>>Tja, ich glaube, ihr solltet jetzt gehen. Wir müssen noch ein paar Sachen zusammen packen und uns auf den Flug vorbereitren, außerdem möchte sich, glaube ich, jeder von uns von dem Haus verabschieden. Es war schön, dass ihr gekommen seid, ich hoffe wir sehen uns noch mal.<< Am Ende des Satzes wirkt sie etwas steif, als würde sie selbst nicht glauben, dass sie so was je sagt. Die beiden alten Paare drehen sich zur Tür um und gehen zu den Autos vor dem Haus, ohne sich noch einmal um zu gucken. Wir gehen sofort wieder rein und meine Mutter lehnt sich erschöpft gegen die Tür.
    >>Endlich sind sie weg! Ich dachte nur, es wäre höflich, sich noch einmal von ihnen zu verabschieden.<<
    Ben zieht eine Augenbraue hoch und setzt schon zu irgendeinem Spruch an, aber sie guckt ihn mahnend an und warnt ihn:>>Geht jetzt ja hoch, eure Sachen packen! Ich will nichts hören!<<
    John verdreht die Augen, aber sie ziehen kommentarlos ab. Ich folge ihnen.


    Der Rest des Tages vergeht wie im Flug, ich packe meine Sachen zusammen und lege mich anschließend in mein Bett. Die letzte Nacht in meinem Bett, denke ich traurig. Lange Zeit finde ich keine Ruhe, doch gegen zwölf Uhr falle ich in einen unruhigen Schlaf. Am nächsten Morgen weckt mich meine Familie mit einem Geburtstagslied und vielen Geschenken. Ich bedanke mich und bitte sie, mich alleine zu lassen, denn ich will mich von unserem Haus verabschieden.
    >>Das war es dann wohl.<< flüstere ich.
    Ich trage meine Koffer die Treppe hinunter, gehe danach aber wieder hoch um noch ein letztes mal durch die Flure zu streifen. Zuerst gehe ich in das Schlafzimmer meiner Eltern, das nun leer steht. Ich lasse mich vor einer ganz bestimmten Wand auf die Knie fallen. Mit einem roten Edding steht auf der Wand geschrieben: Mami, Papi, ich liebe euch! Dies hatte ich geschrieben als ich fünf war. Mein Vater hatte mir dafür fast den Kopf abgerissen, aber meine Mutter fand das total süß. Ich verlasse das Zimmer meiner Eltern und gehe weiter in mein Zimmer. Es ist leer und verlassen, leise laufen mir Tränen über die Wange. Schweigend stelle ich mich vor mein Fenster und beobachte, wie die kleine Katze unseres Nachbarn versucht, einen Schmetterling zu fangen. Womit habe ich das bloß verdient? Ich will hier bleiben! Ich seufze. Nach fünf Minuten ruft mich meine Mutter, dass ich nun runter kommen soll. Langsam gehe ich ein allerletztes Mal unsere Treppe herunter, sofort kommen wieder die Erinnerungen. Als ich sechs war, sind meine Brüder und ich mit Kissen die Treppe heruntergerutscht, dabei hatte sich Ben seinen Arm gebrochen und seitdem ist es uns verboten diese Treppe runterzurutschen. Ich gehe über die Türschwelle hinaus in den Vorgarten und setze mich ins Auto. Mein Vater packt die Sachen in einen Mietwagen, steigt ein und fährt los.
    >>Mum? Dad? Uns ist langweilig! Wann sind wir da? Wir müssen mal zur Toilette! Habt ihr etwas zu Essen? Wir sterben vor Hunger!<< krähen meine Brüder.
    >>Wenn ihr euch weiterhin wie kleine Kinder verhaltet, kaufe ich euch bald nur noch Kinderkleidung und ihr werdet auch so behandelt!<< sagt meine Mutter und wirft uns einen bösen Blick zu. Meine Brüder lachen und auch ich bringe etwas zu stande, das sich aber leider nicht wie ein Lachen anhört, sondern als hätte ich mich übergeben oder so. Wir alle schauen uns noch einmal um, dann biegt das Auto ab und unser Haus ist nicht mehr zu sehen.

    Nach einer langen Reise kommen wir in unserer neuen Heimat an. Die Landschaft ist hier atemberaubend. Berge, Wälder, Flüsse, ganz anders als in London. Unser neues Heim ist wundervoll. Ein altmodisches Gebäude mit einem rießigen Garten, leider muss ich sagen, dass ich das Haus sofort liebe. Neben der Haustür stapeln sich Holzblöcke und eine Axt. An unserem Garten grenzt ein gigantischer Wald. Nachbarn haben wir hier keine. Ich weiß nicht wieso, aber ich fühle mich hier direkt geborgen.
    >>Schön, nicht? Maria, John und Ben, ihr drei werdet heute Nacht draussen im Zelt schlafen, und da es jetzt schon sehr spät ist geht ihr bitte sofort ins Bett. Eure Mutter und ich kümmern uns um die Koffer. Gute Nacht!<< sagt mein Vater und zeigt auf ein kleines grünes Zelt, das ganz in der Nähe steht.
    Was war das denn bitteschön? Draussen schlafen? Hier wimmelt es doch nur so von Bären! Und wieso müssen wir jetzt schon ins Bett? Ich möchte etwas erwidern, doch meine Brüder schleifen mich zum Zelt. Wir reden kein Wort miteinander, draussen wird es stockduster, doch Licht haben wir hier nicht. Wir kuscheln uns in unsere Schlafsäcke und versuchen die Augen zu schließen.


    Meine Brüder sind nun eingeschlafen, doch ich finde einfach keine Ruhe. Ich schwitze, meine Haare kleben im Nacken und ich spüre, wie mein Blut schmerzhaft in meinen Adern pulsiert. Lange halte ich das nicht mehr aus. Behutsam streife ich mir den Schlafsack vom Leib und schlüpfe aus dem Zelt. Wind streift mir angenehm über das Gesicht. Gedankenverloren ziehe ich meine Schuhe und Socken aus, schlüpfe aus meiner Hose und stehe anschliessend nur noch im Nachthemd auf der feuchten Wiese. Es ist eine wolkenlose Nacht und der Vollmond wirft ein unheimliches Licht auf die Erde. In der Ferne höre ich, wie ein Wolf den Mond anheult. Ich schaue auf meine zitternden Hände und sehe, wie meine Adern überall hervorquellen. Mir entfährt ein schmerzensschrei und ich renne los, hoch auf einen Hügel. Mein Herz schlägt wie wild und mein Kopf brummt. Ich strecke mich und schreie so laut ich kann. Plötzlich sehe ich, dass zwei Gestalten auf mich zugerannt kommen, meine Brüder.
    >>Maria! Komm sofort zurück, SCHNELL!<< brüllen sie, doch ich höre nicht hin. Als sie mich erreichen und mich packen wollen, schlage und trete ich um mich.
    >>Maria, bitte! Wir wollen dir doch nur helfen!<< bittet mich John.
    >>Versprochen?<< frage ich mit zusammengekniffenen Augen.
    >>Wir versprechen es.<< sagen sie. Ich versuche still zu halten, was in meiner Lage ziemlich schwer ist. Langsam öffne ich meine Augen und sehe gerade noch, wie Ben mir eine Spritze in den Arm jagt. Dann sacke ich leblos zusammen.

    2

    Ich friere und höre leise Stimmen, die Stimmen meiner Brüder.
    >>Sie ist immer noch nicht aufgewacht? Leg ihr mal eine Decke um! Sie hat voll die Gänsehaut!<<
    >>Ja, das wäre nett..... doch, ich bin wach....<< sage ich und öffne langsam meine Augen.
    Ich blicke mich um und sehe, dass ich im feuchten Gras in den Armen meiner Brüder liege, peinlicherweise nackt. John zieht seine Jacke aus und gibt sie mir. Ich lege mir sie über und schaue John genau in sein Gesicht. Eine tiefe, klaffende Wunde erstreckt sich quer über sein Antlitz, genau wie bei Ben.
    >>Was ist passiert?<< frage ich nervös.
    John wirf Ben einen Blick zu. Sie verschweigen mir etwas... ich merke es, aber was?
    >>Du...wir...ähm..... Mum und Dad erklären es dir gleich...<< flüstert Ben unsicher.
    Grummelnd versuche ich mich aufzuraffen, doch meine Beine wollen mein Gewicht einfach nicht tragen. Jede Bewegung schmerzt. Niedergeschlagen werde ich von John in unser Haus geschleppt, das viel größer ist als unser altes.
    >>Pssst. Wir müssen leise sein, die anderen schlafen bestimmt noch. Ach Maria, von uns dreien die Zimmer sind in der zweiten Etage. Ganz oben.<<
    Na super, also muss ich absofort zwei Etagen hochgehen, nur um in mein Zimmer zu gelangen. Wie doof ist das denn! Als wir endlich oben angekommen sind, stößt Ben die Tür zu meinem Zimmer auf und ich muss staunen: Es ist wunderschön. Altmodische, blaue Möbel schmücken den Raum. Eine große Glastür führt nach draussen auf den Balkon und das beste an allem ist das riesige Himmelbett.
    >>Jeder von uns hat ein eigenes Badezimmer, cool oder?<< sagt John fröhlich.
    Ich nicke und er setzt mich auf meinem neuem Bett ab. John geht an meinen Kleiderschrank, holt Kleidung für mich heraus und gibt sie mir.
    >>Danke.<< sage ich und ziehe mich an.
    Meine Brüder verlassen das Zimmer. Alleine sitze ich auf meinem Bett und plötzlich kommen mir die zwei Leute aus dem Restaurant wieder in den Sinn. Wer sind die Zwei? Warum haben die mich so angestarrt? Wieso sahen sie so verrückt aus? Wieso waren meine Brüder gerade so komisch? So viele Fragen und niemand kann sie mir beantworten. Ich versuche, erneut aufzustehen, es funktioniert sogar halbwegs. Stöhnend vor Schmerz gehe ich die Treppe hinunter, suche das Wohnzimmer, finde es und lasse mich auf ein Sofa fallen. Ich mustere meine Arme und bemerke, dass sie von vielen kleinen Schnittwunden verunstaltet werden.
    >Was ist letzte Nacht bloß passiert?< frage ich mich.
    Ich kann mich einfach an gar nichts mehr erinnern. Nur noch daran, wie Ben und John mich ins Zelt gezogen sonst weiß ich gar nichts mehr. Ich schaue auf den Fernsehtisch, auf dem sich viele Briefe stappeln. Auf einem steht der Name Percy Rockness. Wer ist das denn bitteschön? Von dem habe ich ja noch nie etwas gehört.
    >>Ben! John! Könnt ihr nicht bis zum Frühstück warten?<< dröhnt es aus der Küche und meine Brüder kommen lachend mit Bröttchen in der Hand angelaufen.
    >>Sorry Mum, wir hatten halt Hunger....<< prustet Ben und reicht auch mir ein Stück Brötchen.
    Ich ziehe eine Augenbraue hoch und betrachte meine Brüder. Sie lassen sich neben mir auf das Sofa plumpsen. Meine Eltern kommen ins Zimmer getrottet und setzen sich mir gegenüber. Ich blicke in ihre ernsten Gesichter.
    >>Sagt mir die Wahrheit.<< flüstere ich.
    Mein Vater atmet einmal kurz ein und beginnt:>>Du bist etwas ganz Besonderes Maria, wir alle sind etwas Besonderes.<<
    Gespannt lausche ich der Stimme meines Vaters.
    >>Wir unterscheiden uns von den normalen Menschen. Wir sind anders. Ganz anders. Letzte Nacht hast du dich das erste Mal in einen.......Wolf verwandelt.<<
    Meine Kinnladen fallen herunter. Was!
    >>Dad, du denkst doch nicht ernsthaft, dass ich dir glaube?<<
    >>Dann komm halt mit raus. Deine Brüder werden es dir beweisen....<< er steht auf und wir folgen ihm.
    Draussen entkleiden sich meine Brüder und treten ein paar Schritt von mir und meinen Eltern weg. Genervt lasse ich meine Augen rollen.
    Ein lautes Brüllen und meine Brüder sind fort. Sie wachsen, dichtes Fell spriesst aus ihrer Haut und ihre Münder dehnen sich aus zu riesigen Schnauzen. Statt meinen Brüdern stehen dort jetzt zwei riesige, rostbraune Wölfe, die mich anstarren.
    >>Nein, ich träume...<< flüstere ich und kneife mir in den Arm, in der Hoffnung, aufzuwachen.
    Nachdem ich mich drei mal hintereinandere gekniffen habe und meine Brüder immer noch Wölfe sind, gebe ich auf. Die Bedeutung der Situation sickert nun langsam in meinen Verstand ein. Es muss real sein und doch traue ich meinen Augen nicht.
    >>Mum, Dad? Könnt ihr euch auch einmal bitte verwandeln?<<
    >>Nein, Maria, können wir nicht......wir......sind noch einmal anders als du und deine Brüder.<< sagt meine Mutter.
    >>Was seid ihr denn, bitteschön?<< frage ich mit hochgezogenen Augenbrauen.
    >>Wir sind die größten Erzfeinde der Wölfe, töten normalerweise Menschen.......... wir haben uns aber dagegen entschieden Menschen zu töten, weil wir.....halb Vampir halb Wolf sind.<< sagt mein Vater mit Tränen in den Augen.
    Halb Vampir halb Wolf? Krass...
    >>Maria, wir waren uns nie sicher, ob du genauso ein Monster wirst, wie deine Mutter und ich. Nachdem deine Brüder geboren waren, wurden wir beide von Vampiren gebissen. Wir hatten immer Angst.....dass du so wie wir wirst. Zum Glück nicht. Du bist ein ganz normaler Wolf mit schönem schwarzen Fell. Aber versprich mir, dass du niemanden in der Schule davon erzählst, denn sie töten alle, die so sind wie wir.<<
    Was? Töten? Oh nein...
    >>Vampire? Oh Gott, aber ihr seid doch keine Monster....ihr seid unsere Eltern! Warum würden sie euch töten? Auf welche Schule werde ich denn gehen?<< frage ich.
    Ich beiße mir auf Lippe und begutachte meinen Vater. Er sieht nicht glücklich aus.
    >>Doch sind wir. Sie würden uns töten weil wir sehr gefährlich sind, noch gefährlicher als Vampire. Es gibt vier verschiedene Schulen für Wölfe auf der Welt: Eine in China, eine in Australien, eine in Polen und eine hier, in Kanada. Deswegen sind wir hierher gezogen. Deine Brüder sind einen Jahrgang über dir.<< erklärt mein Vater.
    In der Zwischenzeit haben sich meine Brüder wieder zurück verwandelt.
    >>Toll Maria, nicht? Du darfst jetzt mit uns auf die Wolfsschule gehen!<< bemerkt John.
    >>Hmmm....ja toll. Ein sehr kreativer Name für eine Wolfsschule. Weißt du John, was noch toller wäre? Wenn du und Ben euch etwas anziehen würdet! Gibt es denn niemand anderen auf der Schule, der.....<< ich muss schlucken. >>...Auch so Eltern hat?<<
    Ich bereue diese Frage sofort.
    >>Vier. Dein Klassenlehrer, sein Name ist Sam Leawis, ein Mädchen in deiner Stufe. Ich glaube, ihr Name ist Emma Mason und ihre Brüder. Merk dir das!<< sagt meine Mutter.
    >>Okay ich versuche es... aber was haben eure Eltern dazu gesagt... Naja... Ihr wisst schon, dass ihr Wölfe seid?<< frage ich.
    >>Sie haben es nie erfahren, aber wieso sie es nicht wissen, geht dich nichts an.<< sagt mein Vater und wendet sich von mir ab.
    Wieso darf ich es denn nicht wissen? Das ist doch unfair. Ich öffne meinen Mund um etwas zu erwidern, doch meine Mutter wirft mir einen mahnenden Blick zu.
    Ich nicke, aber eine Frage habe ich noch:>>Wieso haben meine Brüder so....große Schnittwunden im Gesicht?<<
    >>Du hast ziemlich scharfe Krallen und hast uns gekratzt, aber ist halb so wild.<< teilt mir Ben mit.
    Ich entschuldige mich für dieses Missgeschick und wir gehen rein um zu frühstücken. Schweigend esse ich mein Nutellabrot in kleinen Bissen, trinke meinen Kaffee und gehe anschliessend hoch und lege mich wieder in mein Bett.


    Dies geht eine ganze Woche lang so. Ich verlasse mein Zimmer nur, um etwas zu essen oder um ins Bad zu gehen. Sonst verbringe ich dir meiste Zeit im Bett, lese und schreibe mit Freunden. Ich langweile mich zu Tode. Meine Brüder jedoch, sind das genaue Gegenteil von mir. Sie verbringen die ganze Zeit draussen im Wald, wahrscheinlich in Wolfsgestalt. Ich jedenfalls wüsste nicht, was ich die ganze Zeit im Wald machen sollte. Vögel beobachten oder was? Eines Morgens, als ich in die Küche gehe um zu frühstücken, bemerke ich, dass niemand da ist. Verwirrt blicke ich aus dem Fenster und sehe, wie meine Familie draussen auf einer Picknikdecke frühstückt. Wieso müssen die unbedingt draussen frühstücken? Ich gehe laut stöhnend hinaus und lasse mich neben Ben auf den Boden fallen, der mir zu zwinkert. Genervt strecke ich ihm die Zunge raus.
    >>Na? Gut geschlafen?<< fragt er schmunzelnd.
    >>Ja, das Bett ist sehr bequem. Mein altes war aber bequemer.<<
    >>Schön! Also Maria, heute wollen wir mit dir mal in den Wald gehen. Du, John und ich. Mum und Dad bleiben hier. Was hälts du von der Idee?<<
    >>Ernsthaft? In den Wald. Ne Ben, ich werde nicht in den Wald gehen. Ihr wisst, ich bin kein wirklicher Natur und Frischluft-Fan!<< protestiere ich lautstark.
    >>Du musst. Auf deiner neuen Schule wirst du auch fast alles draussen machen müssen.<< sagt mein Vater.
    Ich verdrehe die Augen, nehme meinen Teller, ohne etwas gegessen zu haben und gehe ins Haus zurück. Die Anderen schauen mir entgeistert nach. Drinnen, knalle ich meinen Teller auf den Tisch und setze mich auf einen Stuhl. Ich will so sehr wieder nach Hause, auch wenn diese Schule irgendwie verlockend klingt. Ich vermisse meine Freunde, mein altes Haus........ mein altes Bett, einfach alles. Plötzlich vergeht mir der Hunger und ich schiebe den Teller von mir weg. Mein Handy klingelt und ich schaue auf meinen Bildschirm. Alina ruft mich an, aber ich habe keine Lust dran zu gehen. Stattdessen drücke ich sie weg und schreibe ihr, dass ich gerade keine Zeit habe.
    >>Kannst du nicht einmal ohne Handy?<< fragen mich meine Brüder.
    Ich ignoriere sie und gehe hoch in mein Zimmer. Nach fünf Minuten kommt Ben herein.
    >>So, Schwesterherz. Wir wollen in zehn Minuten los. Sei dann bitte fertig. Achso, wir treffen uns in der Küche.<< sagt er.
    >>Och menno... ich habe aber keine Lust... muss ich unbedingt mit?<<
    >>Ja musst du. Tut mir Leid...<< flüstert Ben und geht wieder.
    Wieso muss unbedingt ich in einer Wolfsfamilie leben? Das ist doch ungerecht. Trotzdem, ich möchte keinen Streit, also ziehe ich mich an.


    Nach zehn Minuten stehe ich dann unten in der Küche und beobachte meine Mutter, wie sie drei Lunchpakete fertig macht.
    >>Oh, danke Mum!<< sagen Ben und John, die gerade hereingestürmt kommen.
    Sie lächelt, als sie uns das Essen in die Hand drückt. Wir verabschieden uns und gehen raus.
    >>Wo wollt ihr überhaupt hin?<< frage ich.
    >>Ist eine Überraschung.<<
    Toll, ich hasse Überraschungen, aber meine Brüder lieben sie natürlich.
    >>Ist es denn noch weit?<<
    >>Ja, wir müssen zwei Stunden hinlaufen. Natürlich wären wir als Wölfe viel scheller, aber da du dich noch nicht gefahrlos verwandeln kannst, müssen wir wohl oder übel laufen.<< sagt John ein wenig genervt.
    Na super, jetzt fühle ich mich auch noch schuldig.
    >>Ihr könnt mich ja auch einfach hier lassen.<< werfe ich hoffnungsvoll ein, während ich innerlich nur so darum bete, dass sie einverstanden sind.
    >>Nein Maria. Freust du dich etwa nicht, etwas mit deinen Brüdern zu unternehmen?<< fragt John.
    Ich stöhne.
    >>Ihr wisst, dass ich euch ganz dolle lieb habe, aber ich hasse es in den Wald zu gehen...<<
    >>Tja Pech.<< lacht John.
    >>Moment mal John. Wir können uns doch verwandeln und ich nehme sie auf meinen Rücken!<< schlägt Ben vor.
    John scheint begeistert zu sein, doch ich finde diese Idee schrecklich.
    >>Keine Widerworte, Maria.<< lacht Ben.
    Verärgert verschränke ich meine Arme.
    >>Ich will aber nicht!<< meckere ich wie ein kleines Kind.
    >>Du musst.<< sagen sie und verwandeln sich.
    Na super, in Wolfsgestalt kann man sie noch weniger auseinander halten. Einer der beiden, wahrscheinlich Ben, kommt auf mich zu und macht sich vor mir klein. Höchst widerwillig steige ich auf seinen Rücken und kralle meine Finger in sein Fell. Dann laufen sie los. Schnell. Ungebremst. Der Wind pfeift in meinen Ohren und ich schliesse die Augen. Es fühlt sich an, als würde ich fliegen. Wir laufen so lange, bis Ben und John vor einem rießigen, glasklaren See stehen bleiben. Ich rutsche von Bens Rücken herunter und meine Brüder verwandeln sich zurück. John zieht schnell etwas zum Anziehen aus dem Rucksack und die Beiden kleiden sich ein.
    >>Tadaaaa! Das ist unsere Überraschung!<< trällert John.
    >>Ein See? Nicht euer Ernst....<< brumme ich.
    >>Warte nur bis du drin geschwommen bist!<<
    >>Schwi...?<< meine Worte bleiben in der Luft stehen, denn schon packen mich Ben und John und ziehen mich ins Wasser.
    >>LASST MICH SOFORT.....!<< sie drücken mich unter Wasser und ich versuche mich aus ihren Griffen zu befreien.
    Ich gebe es auf und wundere mich, dass ich unter Wasser plötzlich atmen kann. Langsam öffne ich meine Augen und sehe klar und deutlich, wie meine Brüder mir zu winken. Sie lassen mich los, schwimmen voraus und ich folge ihnen. Wir schwimmen tief in den See hinein und ich sehe, wie wunderschön das Leben unter Wasser ist. Kunterbunte Fische gleiten durch die schönsten Korallenriffe, die ich je gesehen habe.
    >>Schön hier, oder?<<
    Ich schrecke auf. Anscheinend können wir sogar hier unten reden. Cool, was Wölfe alles können.
    >>Ja....wunderschön..... aber in Seen gibt es doch normalerweise keine Korallenriffe, oder?<< hauche ich.
    >>Das ist ein verzauberter See, deswegen gibt es hier Korallenriffe. So Maria, wir wollen dich jemanden vorstellen.<< sagt Ben, während wir in eine Höhle voller Kristalle tauchen.
    Die Höhle führt in eine Art vergoldeten Palast, der wie ausgestorben wirkt. Wir gelangen in eine gigantische Halle und dort schweben sie, wie Leichen.
    >>Meerjungfrauen?<< flüstere ich.
    >>Nixen. Kein Wort, bis du aufgefordert wirst etwas zu sagen.<< flüstert John.
    Ich nicke. Eine der Nixen schwebt langsam auf mich zu und ich weiche zurück. Sie streckt ihre Skeletthand aus und greift nach meinem Arm. Ihr Gesicht ist wunderschön, doch ihre Augen sind leblos. Leer. Ohne jegliche Emotionen. Ihre grüne Schwanzflosse streift den Boden. Ein kaltes Lachen lässt mich erstarren.
    >>Ben, John. Ich habe mich schon gefragt, wo ihr bleibt.<<
    Ich blicke auf. Weit entfernt auf einem Podest sitzt eine große Gestalt, die sich ihre goldene Krone zurechtrückt.
    >>Ist sie das? Die kleine Maria? Komm zu mir Liebes.<< sagt sie und winkt mich nach vorne.
    Langsam schwimme ich auf sie zu und als ich nur noch zwei Meter von ihr entfernt bin, bleibe ich stehen. Die Nixe kommt auf mich zu und greift nach meiner linken Schulter. Sie zieht mir die Jacke aus und streift die Träger meines Tops herunter. Ich fühle mich unwohl. Diese langen, kalten Finger, die mich betasten, machen mir Gänsehaut. Und doch, rühre ich mich nicht von der Stelle.
    >>Moon ist euer Nachname, oder?<<
    Ich nicke angespannt. Mein Blick fällt auf ihre langen grünen Fingernägel, mit den sie gerade in meine Haut hinein sticht. Meine Schulter brennt höllisch, ich beisse mir auf die Lippe, schmecke Blut, während sie mir irgendwelche komischen Symbole auf die Haut zeichnet: ein geschnörkeltes M, das an Wellen erinnert. Zwei Zeichen, die ich nicht wirklich zuordnen kann und ein kleiner Blitz.
    >>Moon. Da steht Moon.<< flüstere ich.
    >>Ja. Das ist dein Markenzeichen im Wolfsalphabet. Achso und es fängt an zu brennen, wenn Vampire in der Nähe sind. Dann heißt es, dass du auf der Hut seien musst, Liebes.<< erklärt die Nixe.
    Ein Wolfsalphabet? Oh Gott, ist das kompliziert.
    >>Nun, da wir fertig sind, dürft ihr endlich verschwinden! Auf Wiedersehen!<< sagt sie und mit einer Handbewegung werden wir entlassen.
    Also ich finde, dass diese Nixen-Königen etwas unfreundlich ist, hoffentlich muss ich nie mehr zu ihr. Wir schwimmen hinauf ans Ufer und ziehen uns trockene Sachen an. Erleichtert atme ich auf, und die Anspannung weicht von mir ab.
    >>Jetzt bist du eine echte Moon, Schwesterherz.<< gackert Ben und kitzelt mich.
    >>Haha, ja. Können wir diesmal zurück gehen? Mir wird schlecht, wenn ich auf deinem Rücken sitze, Ben.<<
    Die Beiden nicken und wir gehen los. Nach kurzer Zeit hören wir einen Schrei und meine Schulter fängt an zu brennen.
    >>Vampire. Schnell! Da auf den Baum.<< flüstert John.
    Wir sprinten zu der Buche, meine Brüder klettern hinauf und ziehen mich an den Armen hoch. Wir spähen nach unten. Drei komisch gekleidete Männer, die wie die Personen aus dem Restaurant gekleidet sind und ein Mädchen rangeln unten miteinander.
    >>Lasst mich! Bitte!<< wimmert sie und versucht zu flüchten.
    Einer der Männer packt ihre Arme und hält sie fest, ein anderer zieht an ihren blond-braunen Haaren.
    >>Können wir nicht. Du bist ein Wolf, genau wie deine Brüder und glaub mir, die schnappen wir uns bald auch, Hübsche.<< sagt der Anführer der Bande und streicht mit einem Finger über ihr Kinn. Sie spuckt ihm ins Gesicht und daraufhin klatscht er ihr eine.
    >>John! Wir müssen dem Mädchen helfen!<< flüstert Ben.
    >>Nein, noch nicht.<<
    >>Nicht so wild Süße! Wie ist eigentlich dein Name, Kleines?<< fragt er und ein hämisches Grinsen umspielt seine Lippen.
    >>Emma. Emma Mason.<< wispert sie.
    >>Moment. John! Das ist die kleine Schwester von Charlie und Nico! Wir müssen ihr helfen!<< flüstert Ben und wollte gerade runterspringen, als John ihn festhält.
    >>Nein. Noch nicht. Wir müssen den richtigen Moment abwarten. Wenn wir jetzt herunter springen, werden wir garantiert verlieren.<< sagt er und Ben gibt sich zufrieden.
    >>Emma. Emma ist ein hübscher Name. Für ein hübsches Mädchen. Hey Leute, schaut euch nur ihre Augen an! Eine Mischung aus gelb, grün, blau und grau. Ich glaube ich werde dich nicht unserem Herrscher überlassen. Wir drei werden dich behalten, denn ich glaube wir werden sehr viel Spaß mit dir haben.<< flüstert er ihr ins Ohr und haucht ihr einen Kuss auf die Wange.
    >>Hey Blaise! Wieso darfst du sie küssen und wir nicht?<< fragen die beiden anderen.
    >>Brandon. Aleric. Die Sache ist ganz einfach, ich habe hier das sagen und bald wird die Zeit kommen, wo ihr sie ganz für euch alleine habt.<< sagt Blaise lächelnd.
    Emma versucht sich zu lösen, doch die Griffe der Männer sind viel zu stark. Tränen steigen in ihre Augen.
    >>Bitte, ich flehe euch an.<<
    >>Ach Emma. Wieso sollten wir dich gehen lassen?<< fragt Blaise.
    Plötzlich springt Ben vom Baum und brüllt:>>Weil ihr dumme, dreckige Vampire seid!<<
    Er verwandelt sich und greift Blaise an.
    >>Maria. Bleib hier oben bis die Vampire fort sind. Egal was passiert.<< sagt John und kommt seinem Bruder zur Hilfe.
    Die Männer lassen Emma los und stürzen sich in den Kampf. Meine Brüder jaulen, während die Vampire schreien.
    >>Emma? Emma! Wir haben dich gesucht!<< brüllen zwei weitere Jungs.
    Ich glaube, dass die Beiden Zwillinge sind. Beide haben blonde Haare und grüne Augen. Okay, ich bin mir ganz sicher: Sie sind Zwillinge. Wieso gibt es bloß so viele Zwillinge?
    >>Charlie, Nico. Ihr müsst den Beiden helfen! Sie haben mich gerettet!<< ruft sie durch das Kampfgebrüll hindurch.
    Charlie und Nico nicken und verwandeln sich in braune Wölfe. Die Vampire sind nun in der Unterzahl. Die Wölfe kratzen sie mit ihren scharfen Krallen und versuchen ihnen die Kehle durch zu beissen. Die Wölfe springen auf die Vampire und knurren sie an. Die Vampire drücken ihre Hände gegen die Brust von ihren Gegner und versuchen mit aller Kraft sie weg zu schubsen. Sie drohen zu verlieren, doch plötzlich packt Blaise einen meiner Brüder und will seine scharfen Eckzähne in ihn Bohren. Ich bekomme Panik und springe vom Baum.
    >>Stop!<< brülle ich.
    Die Vampire halten inne und blicken mich verwirrt an. Mein Bruder befreit sich aus dem Griff des Vampirs, beißt ihm ins Bein und mit Schmerzensschreien wenden sie sich ab und verschwinden. Die Jungs verwandeln sich zurück und ziehen sich an. Ben hat rote Handabdrücke an seinem Hals.
    >>Hi. Ich bin Maria und das sind meine Brüder Ben und John.<< sage ich zu Emma, Charlie und Nico.
    >>Wissen wir. Wir sind mit deinen Brüdern in einer Stufe und teilen uns eine Wohnung auf der Schule. Gut, dass wir jetzt schon Bekannschaft machen. Ich glaube, dass wir alle wissen, dass unsere Eltern wesensgleich sind<< sagt Charlie, oder Nico, wie zu erwarten kann ich die Beiden nicht auseinander halten.
    >>Maria! Das nächste mal hörst du auf mich! OKAY!<< meckert John.
    >>Hätte ich auf dich gehört, hätte Blaise Ben in den Hals gebissen.<<
    >>Aber du...<< beginnt John, doch Ben unterbricht ihn.
    >>Lass sie John. Wollt ihr mit zu uns kommen, Nico?<< fragt Ben.
    >>Gerne.<< sagt er.
    Ich beäuge Charlie und Nico und plötzlich habe ich doch noch einen Punkt gefunde in dem sich die Beiden unterscheiden: Nico hat ein Muttermal unter seinem linken Auge.
    >>Ben, John. Danke, dass ihr mich gerettet habt.<< flüstert Emma.
    >>Kein Problem, Schönheit.<< meint Ben, doch Emma blickt ihn nur entgeistert an.
    >>Dann mal los.<< sage ich und wir laufen davon.
    Ich mustere Emma. Sie trägt einen Ring. Einen kleinen goldenen, mit den Initialen >LM<.
    >>Emma? Wofür steht>LM<?<<
    >>Luca Mason... mein Zwillingsbruder... Er starb im Alter von zwei Jahren... Vampire haben ihn getötet. Ich kann mich kaum noch an ihn erinnern.<< erklärt sie.
    Tränen fliessen über ihre Wangen und ich beschliesse nicht weiter nach zu fragen.


    Als wir zuhause ankommen erwartet uns schon unsere Mutter. Sie mustert uns streng.
    >>Wo wart ihr? Wieso hat es so lange gedauert?<< fragt sie und pustet sich eine braune Locke aus dem Gesicht.
    >>Wir sind den Mason-Kindern über den Weg gelaufen und wir haben sie zu uns eingeladen.<< erklärt John.
    >>Charlie! Nico! Ach, und du musst Emma sein!<< sagt meine Mutter plötzlich begeistert.
    Emma lächelt nur schwach und blickt aus dem Fenster.
    >>Und Emma? Freust du dich schon auf deine erste Verwandlung?<< fragt meine Mutter.
    Ich werfe einen besorgten Blick auf Emma.
    >>Nein, eigentlich nicht...<< entgegnet Emma.
    >>Hmmm schade... setzt euch doch bitte... ich habe Hamburger gemacht.<<
    Wir setzen uns an den Küchentisch und meine Mutter stellt einen Teller mit zwölf Burgern auf den Tisch.
    >>Zwei für jeden.<< sagt sie lächelnd und verschwindet.
    Wir greifen zu und essen schweigend unsere Burger. Emma und ich schaffen nur einen und die Jungs teilen sich den Rest. Ich frage mich, wieso meinen Brüdern nicht schlecht wird? Ich bin ja schon nach einem satt... Nach kurzer Zeit kommen meine Eltern wieder in die Küche und setzen sich zu uns an den Tisch. Mein Vater streicht sich durch den Bart und mustert Emma aufmerksam.
    >>Hey Emma, willst du mit in mein Zimmer?<< frage ich.
    >>Maria wenn Emma mit hochkommt, mach bitte alle deine Fenster auf! In deinem Zimmer stinkt es wie im Puma-Käfig!<< meint meine Mutter, während wir die Treppen hinaufgehen.
    >>Ja, Mutter!<< rufe ich scharf.
    >>Nenn mich nicht Mutter!<< kommt scharf zurück.
    Ich verdrehe die Augen und zeige Emma mein Zimmer.
    Sie rümpft die Nase:>>Deine Mutter hat Recht. Hier stinkt es wirklich wie im Puma -Käfig.<<
    >>Ich frage mich immer, woher die Leute wissen, wie eigentlich ein Puma-Käfig riecht.<<
    Unwillkürlich müssen wir lachen. Trotzdem öffne ich sicherheitshalber die Fenster und wir fallen auf mein Sofa.
    >>Wie war deine ersten Verwandlung?<< frage ich und bereuhe es sofort.
    >>Ich habe mich noch nicht verwandelt. Ich habe zwar schon das Namentatoo, aber ich bin noch 15. Ich werde erst am 1. Dezember 16... während der Schulzeit.<<
    >>Oh Gott, während der Schulzeit die erste Verwandlung. Das ist... nicht so toll.<<
    Sie nickt traurig und faltet ihre Hände im Schoss zusammen.
    >>Dein Zimmer ist echt schön Maria.<<
    >>Danke. Wo wohnst du eigentlich?<< frage ich.
    >>Dort hinter dem Hügel.<< sagt sie und zeigt aus dem Fenster.
    >>Cool, das ist gar nicht so weit weg von hier.<<
    Sie nickt. Es klopft an der Tür.
    >>Ja?<< frage ich.
    Die Tür geht auf und Charlie, Nico, Ben und John platzen herein.
    >>Hey Ladies! Mum möchte wissen ob du heute hier schlafen willst Emma?<< erkundigt sich John.
    >>Oh gerne. Darf ich?<< sie schaut mich fragend an.
    >>Klar!<<
    >>JA MUM! SIE MÖCHTE HIER SCHLAFEN!<< brüllt Ben in den Hausflur.
    >>Sind Monika und Richard einverstanden?<< fragt Emma.
    Charlie und Nico nicken und die vier Jungs setzen sich auf den Boden vor uns.
    >>Wer sind Monika und Richard?<< frage ich.
    >>Unsere Eltern, du Schlaukopf.<< antwortet Nico.
    >>Ihr nennt eure Eltern beim Vornamen?<<
    >>Klar, so wurden wir erzogen. Nennt ihr eure etwa nicht beim Vornamen?<<
    >>Nein, natürlich nicht. Wir sagen immer Mum und Dad...<<
    Mein Blick wandert zu Ben, seine Augen sind immer noch auf Emma gerichtet. Dann schaue ich zu Emma, die einfach nur aus dem Fenster schaut.
    >>Emma? Bist du immer so ruhig?<< frage ich vorsichtig.
    >>Nein, ihr solltet sie mal zuhause hören! Aber ich glaube sie ist etwas von der ersten Begegnung mit den Vampiren eingeschüchtert.<< meint Jonny.
    >>Ja, ein wenig.<< murmelt sie.
    Es wird still, wir alle starren vor uns. Ich hasse dieses peinliche Schweigen, wenn niemand weiß, was er sagen soll. Ich beisse mir auf die Lippe und überlege, was ich tun kann. Wieso machen meine Brüder eigentlich nichts? Sie sind doch die jenigen, die immer die Stimmung machen. Heute sitzen sie jedoch einfach nur vor mir und scheinen auf den Mund gefallen zu sein. Auch Emmas Brüder starren stumm vor sich hin.
    >>Lass doch ein bisschen nach draussen gehen. Noch ist es nicht stockduster.<< schlägt Emma vor.
    >>Gerne.<< entgegnen wir im Chor.
    Wir gehen runter und verlassen das Haus. Am Himmel ist ein leichtes Abendrot zu erkennen. Wie stapfen den Hügel hinauf und setzen uns. Das Gras ist ein wenig feucht, aber das stört uns nicht.
    >>Glaubst du, ich darf bei deiner Verwandlung dabei sein, Emma?<< frage ich.
    >>Weiß nicht...vielleicht...wir können ja mal fragen.<< entgegnet sie achselzuckend.
    Wir lächeln uns an und sie vergräbt ihre Hände im Gras.
    >>Ich hoffe wir bekommen nicht wieder den Svange in Geschichte...<< meint Ben.
    >>Svange? Wer ist das?<< fragt Emma.
    >>Victor Svange. Der schrecklichste Lehrer der Schule. Er lässt einen wegen jeder Kleinigkeit nach sitzen...<< erklärt Ben.
    >>Letztes Jahr musste ich zwei mal pro Woche Nachsitzen wegen diesem Idioten<< spottet Nico.
    >>So jemanden wie dich würde ich auch Nachsitzen lassen.<< kichere ich.
    >>Ja ich weiß... wäre ich Lehrer, dann würde ich mich auch Nachsitzen lassen...aber du weißt nicht, welcher Strafarbeit ich beim Nachsitzen machen musste.<<
    >>Was denn?<< erkundige ich mich.
    >>Silverman hat eine Sammlung... Eine Steinsammlung. Bestimmt über 1000 Steine liegen in einer Kammer neben seinem Büro und ich musste alle putzen!<< meckert Nico.
    >>Du...musstest...Steine putzen?<< pruste ich.
    Er nickt und wirft mir einen bösen Blick zu:>>Das war überhaupt nicht lustig!<<
    Doch ein leichtes Lächeln umspielt seine Lippen.
    >>Und warum musste Charlie nicht Nachsitzen?<< fragt Emma.
    >>Er hat sich immer im Hintergrund gehalten und wenn ich dann beim Nachsitzen war, haben Charlie, Ben und John schon einen neuen Streich ausgeheckt.<<
    Meine Brüder sind echt clever. Trotzdem sind manche Streiche echt gemein...
    >>Emma? Das Haus dahinten ist euers, oder?<< frage ich und zeige auf ein kleines Gebäude am Rande des Hügels.
    >>Ja... ist zwar ein bisschen klein, aber mir gefällt es... auch wenn ich mir mit meinen Brüdern ein Zimmer teilen muss.<< sagt sie schüchtern.
    >>Sieht sehr gemütlich aus.<< meint Ben.
    >>Ist es auch...wir haben sogar einen Kamin...<< erklärt Emma stolz.
    Plötzlich bekomme ich einen Regentropfen ab. Ich schau in den Himmel... dicke Regenwolken ziehen auf und die ersten Tropfen fallen auf die Erde. Wir bleiben noch einwenig sitzen und lauschen den Geräuschen der Natur. In der Ferne heult ein Wolf den Mond an. Als der Regen dann heftiger wird, laufen wir ins Haus.
    >>Ich glaube, dass Mum und Dad schon im Bett liegen.<< flüstert John.
    Ich blicke auf die Uhr, zwölf Uhr.
    >>Defenitiv.<< hauche ich.
    Emma und ich schleichen hoch in mein Zimmer und setzen uns aufs Sofa.
    Sie schaut auf mein Bücherregal:>>Du liest gerne?<<
    Ich nicke.
    >>Ich auch. Was liest du denn zur Zeit?<<
    >>Moby Dick und du?<< frage ich.
    >>Moby Dick? Das ist mein Lieblingsbuch. Ich lese es gerade das neunte Mal. Hast du die ganzen Bücher alle von zuhause mitgebracht?<<
    >>Cool. Ja habe ich, sie erinnern mich irgendwie an meine Freunde... Wie war es eigentlich für dich... nunja einfach umzuziehen...und alle deine Freunde zu verlassen?<<
    >>Ich lebe hier schon seit ich denken kann... Ich hatte bis jetzt immer nur meine Brüder. Meine Eltern haben uns unterrichtet, damit ich nicht auf eine Menschenschule gehen musste...<< erklärt Emma. >>Und bei dir?<<
    >>Also ich lebte bis vor kurzen in London. Da hatte ich Freunde... Mein bester Freund, Dean, ist auch umgezogen. Er wohnt jetzt auch irgendwo in Kanada... leider nur sehr weit weg von hier...<<
    >>Oh...das tut mir Leid für dich... aber wir werden bestimmt neue Freunde finden...<< sagt sie und tätschelt mir unbeholfen die Schulter.
    Schweigen. Dann ein Klopfen an der Tür und die Jungs stürzen herein.
    >>Okay was sollen wir jetzt machen?<< meint John.
    >>Wir!<< frage ich verwirrt.
    >>Ach komm Maria zu sechst wird es bestimmt lustig, oder Emma?<< erwidert Ben.
    Irgendetwas ist komisch an Ben. Seine Augen sind die ganze Zeit nur auf Emma gerichtet.
    >>Ja.......sollen wir einen Film gucken?<< haucht Emma.
    >>Oh ja! Wie wäre es mit Fluch der Karibik?<< ruft Charlie.
    >>Ne lass doch Titanic gucken!<< werfe ich ein.
    >>Boah ne keine Schnulze. World War Z ist doch ein guter Film.<< meint John.
    >>John. Du weißt, dass mir bei diesem Film immer schlecht wird. Also ich schlage Romeo und Julia vor. Und du Emma?<< fragt Ben.
    >>Romeo und Julia hört sich gut an.<< entgegnet sie.
    Na super. Wir anderen sind überstimmt. Stöhnend schalte ich den Fernsehr an, während es draussen schüttet wie aus Eimern.

    3
    Und so verstreichen die Wochen. Wir treffen uns jeden Tag und unternehmen etwas zu sechst. Von mir aus könnte es so weitergehen. Wenn ich mit den anderen zusammen bin, muss ich nicht mehr an meine alten Freunde denken. Sie füllen das Loch in meinem Herzen. Ich musste noch eine Verwandlung hinter mich bringen und dann wäre meine nächste erst wieder in der Schule fällig. Heute ist es soweit-Der letzte Ferientag. Morgen werden wir von Kutschen abgeholt. Meine Brüder haben mir erzählt, dass es auf unserer Schule zwei Seiten gibt. Mondschein und Sonnenschein. Entweder werde ich morgen von einer gelben Kutsche oder von einer schwarzen abgeholt. Schwarz für Mondschein und gelb für Sonnenschein. Ich hoffe ich werde von einer schwarzen Kutsche abgeholt wie Nico, Charlie, Ben und John. Um ehrlich zu sein bin ich etwas nervös. Heute Morgen stehe ich früh auf, ziehe mich an und gehe dann leise in die Küche. Heute wollen wir uns den Sonnenaufgang anschauen. Meine Brüder warten schon mit Brötchen in der Händen auf mich.
    >>Wenn Mum rauskriegt, dass ihr schon wieder ihre Brötchen geklaut habt, bekommt ihr höllischen Ärger.<< kichere ich.
    >>Ach Maria eigentlich solltest du uns inzwischen so gut kennen, dass du weißt, dass uns das total egal ist. Wenn wir hunger haben brauchen wir halt etwas zu essen.<< entgegnen sie mir.
    Ich gebe mich geschlagen und nehme mir auch ein Brötchen. Sie sind noch warm und duften verdammt gut. Wir gehen raus und setzen uns auf den Hügel, der unser Haus von dem der Masons trennt.
    >>Wann beginnt eigentlich jetzt genau die Schule?<< frage ich.
    >>Du weißt, morgen werden wir abgeholt, weil am 7.August die Schule beginnt, also übermorgen. Hmm... wo bleiben denn Emma und ihre Brüder?<< fragt Ben und reckt seinen Hals um sie zu sehen.
    Und da kommen sie auch schon. Emma läuft in einem blauen Blümchenkleid auf uns zu.
    >>Hey. Wann geht denn endlich die Sonne auf?<< fragt sie, während Ben ihr ein Brötchen gibt.
    >>Emma! Wie oft sollen wir es dir noch sagen? In zehn Minuten!<< meinen Nico und Charlie, die gerade angekommen sind.
    Sie setzen sich und wir alle starren in den Himmel. Außer Emma, ihr Blick kann sich nicht vom Wald lösen. Ich merke, dass sie Angst hat.
    >>Emma? Was ist los?<< fragt Ben.
    Mist. Er ist mir zuvor gekommen. Alle Augen sind auf sie gerichtet. Sie zittert und schließt ihre Augen.
    >>Wir werden beobachtet. Unten im Wald ist jemand.<< flüstert sie.
    Sie öffnet ihre Augen und steht langsam auf.
    >>Hey Schwester! Was hast du vor?<< fragen ihre Brüder.
    >>Mir die Sache genauer ansehen. Denn diesmal glaube ich nicht, dass es Tschikolo ist.<<
    Tschikolo ist der kleine süße Zwerg der Masons. Wölfe halten sich Zwerge oft als Haustiere. Tschikolo ist wirklich knuffig, er singt gerne, aber beobachtet uns oft heimlich. Naja, da ich ein ungutes Gefühl habe wenn Emma alleine nachschauen geht, begleite ich sie. Wir schleichen nach unten auf den Wald zu, dicht gefolgt von unseren Brüdern. Jetzt bemerke ich es auch. Dort raschelt etwas im Busch. Dann ein schriller Schrei. Emma rennt auf den Busch zu, doch als sie ihn erreicht, ist es wieder still. Erneut ein Schrei. Diesmal von woanders. Wir laufen tiefer in den Wald hinein. Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Blätter. Schade eigentlich, wir verpassen gerade den Sonnenaufgang. Die Schreie werden immer lauter.
    >>Was zum Teufel ist hier los.<< faucht Nico.
    >>Sie locken uns in eine Falle. Wir müssen sofort zurück.<< meint Ben.
    >>Wer?<< frage ich.
    >>Die Vampire!<< flüstert Charlie.
    Ich nicke und wir kehren um. Doch es ist zu spät, sechs Vampire tauchen grinsend hinter uns auf.
    >>LAUFT!<< brüllt Charlie und wir rennen los, genau wie die Vampire.
    Sie sind schnell, aber nicht so schnell wie wir. Wir müssen nur schleunigst zu Hause ankommen, dann schnappen sie uns nicht. Ich schaue herüber zu Emma die ins stolpern gerät und hinfällt. Ben greift ihren Arm und zieht sie wieder auf die Beine. Oh nein, sie haben uns fast eingeholt. Dieses Spiel verlieren wir. Plötzlich befreit Emma sich aus Bens Griff und dreht sich um. Sie streckt ihre Hand aus. Ich bekomme ein mulmiges Gefühl im Magen und habe auf einmal das Verlangen, es Emma nach zu machen. Eine starke Windböe reißt zwei der Vampire von den Füßen und wirbelt sie hunderte Meter von uns weg. Dann packt einer der Vampire ihren Arm und zieht sie zu sich. Ein tiefes Knurren steigt aus den Kehlen munserer Brüder auf und im nächsten Moment stehen vier rießige Wölfe neben mir und springen auf die Vampire. Emma befreit sich aus dem Griff des Angreifers und läuft auf mich zu.
    >>Emma! Mach das noch einmal mit dem Wind!<< sage ich.
    Sie schaut mich mit aufgerissenen Augen an.
    >>Es funktioniert nicht noch einmal! Ich-<< doch ihre Worte bleiben in der Luft stehen, denn sie wird zur Seite geschubst.
    Ein Vampir kommt mit ausgestreckten Händen auf mich zu und versucht mich zu packen, doch ich weiche ihm aus und trete ihm dann in den Rücken. Dann spüre ich einen leichten Windstoß und sehe, wie die restlichen Vampire auch fort geschleudert werden. Emma und ich laufen zu unseren Brüdern, die inzwischen wieder Menschen sind.
    >>Emma! Wieso hast du uns nie davon erzählt, dass du die Elemente beherrschst?<< fragen Nico und Charlie empört.
    Emma blickt einwenig verwirrt auf ihre Hände.
    >>Ich wusste es bis zu diesem Zeitpunkt nicht...<< haucht sie.
    >>Elemente? Wie denn das?<< frage ich verwundert.
    >>Das heißt, dass einer unserer Verwandten eine Hexe oder ein Zauberer war und dieser eine seine Kräfte weitervererbt hat. Sowas kommt häufig vor.<< erläutert Nico.
    Wow, mein neues Leben ist wirklich aufregend. Meine Freunde wären bestimmt eifersüchtig, wenn sie wüssten, dass ich nun nicht mehr auf eine langweilige Menschenschule gehen muss.
    >>Ich bin dafür, dass wir weiter gehen. Ich habe nähmlich das doofe Gefühl, dass die Vampire gleich wieder kommen.<< meint Ben beunruhigt.
    Wir nicken und gehen weiter. Wir haben den Waldrand erreicht und trennen uns.
    >>Wir sehen uns morgen!<< rufen wir uns gegenseitig zu.
    Nun bin ich mit meinen Brüdern alleine. Wir albern rum und machen uns über die Vampire lustig, denn es sah schon ganz schön witzig aus, wie sie da durch die Luft gewirbelt sind.
    >>Ben? John? Als Emma sich umgedreht und die Vampire in die Flucht gejagt hat, hatte ich aufeinmal ein komisches Gefühl im Bauch und wollte genau dasselbe wie sie machen. Ist das normal?<< frage ich ernst.
    >>Sowas kommt eigentlich nur vor wenn sich Leute treffen, die die gleiche Kraft beherrschen. Es könnte also sein, dass du die ebenfalls diese Kraft besitzt, aber das kann auch der Schulleiter irgendwann testen.<< entgegnet Ben.
    >>Okay. Heißt das, dass wir wahrscheinlich mit einer Hexe oder einem Zauberer verwandt sind?<<
    Sie nicken und wir betreten unser Haus, wo uns unsere Mutter besorgt empfängt.
    >>Wo wart ihr so lange? Ist etwas passiert? Ach Gottchen, wie seht ihr denn aus?<<
    Ben, John und ich tauschen einen Blick.
    >>Also... wir wurden von Vampiren angegriffen... Wir sind ihnen jedoch entwischt.<< meint John.
    Unsere Mutter reißt erschrocken die Augen auf.
    >>Okay, das habt ihr gut gemacht... Wie wäre es, wenn ihr euch waschen geht und schonmal eure Koffer packt? Aber tut eurer Mutter und mir den Gefallen vorsichtiger zu sein, okay?<< Mein Vater mustert uns eindringlich und legt meiner Mutter behutsam die Hände auf die Schultern.
    Wir nicken und verlassen die Küche. In meinem Zimmer packe ich meinem Koffer. Werfe alle möglichen Sachen hinein und nachdem ich fertig bin, sieht mein Zimmer wie ausgestorben aus. Keine Kleider liegen mehr im Schrank, nur noch die Sachen die ich morgen auf der Fahrt anziehe, liegen ordentlich gefaltet auf meinem Schreibtisch. Ich gehe ins Badezimmer und dusche. Nach kurzer Zeit klopft es an der Tür.
    >>Maria! Beeil dich mal! Ich will auch duschen!<< murrt John.
    >>Tja. Pech.<< sage ich schnippisch.
    Ich höre, wie mein Bruder knurrt und schnellen Schrittes davoneilt.


    Als ich fertig bin, gehe ich zu John ins Zimmer.
    >>Hey John! Du darfst jetzt duschen!<< sage ich, gehe dann schnell in mein Zimmer und setze mich mit einem Buch, das mir Emma geliehen hat, aufs Bett. Plötzlich habe ich das Verlangen ein Gedicht zu schreiben. Oh Gott, wenn das meine Brüder wüssten, hätten sie einen neuen Grund, um mich aufzuziehen. Ich steh auf, setze mich an meinen Schreibtisch, schnappe mir Papier und Stift und fange an zu schreiben:

    Der Wolf in mir

    Mein Herz rast wie wild,
    mein Hemd ist schweißnass.
    Ich sehe ein Bild,
    von mir, bin ganz blass.

    Stechender Schmerz,
    ich schreie laut auf.
    Mein pochendes Herz,
    ich will nur hier raus.

    Ich laufe dann los,
    so schnell ich kann.
    Ich falle ins Moos,
    und weiß, ich bin dran.

    Ich spüre nichts mehr,
    ich sehe kein Licht.
    Mein Blick ist leer,
    mein Leben zerbricht.

    Ende

    Ich bin ganz zufrieden mit mir und beschließe, es meinen Brüdern doch zu zeigen. Ich verlasse mein Zimmer und gehe in den Raum der Beiden. Sie blicken mich fragend an.
    >>Ich habe ein Gedicht geschrieben. Wollt ihr es mal lesen?<< frage ich.
    Sie nicken und ich reiche ihnen das Blatt. Lächelnd lesen sie es sich durch.
    >>Maria! Du hast echt Talent. Du hast Glück, dass es so gut ist sonst würden wir dich damit jetzt aufziehen...<< lacht John.
    >>Danke. Und, habt ihr schon eure Koffer gepackt?<< erkundige ich mich.
    >>Klar.<<
    Draussen wird es langsam dunkel. Wir gehen in die Küche stibitzen uns etwas aus dem Kühlschrank und schleichen wieder hoch. Ich glaube meine Eltern schlafen schon, so wie ich sie kenne. Meine Brüder und ich essen etwas und legen uns dann auch in unsere Betten. Nachdem ich lange keine Ruhe finde, stehe ich auf und laufe zu meinen Brüdern.
    >>Tut mir Leid, dass ich euch wecke, aber ich kann einfach nicht schlafen.<< hauche ich.
    Ben wird wach, doch John schnarcht so laut, dass er mich nicht hört.
    >>Komm zu mir.<< flüstert Ben.
    Auf Zehenspitzen tapse ich zu seinem Bett und lege mich neben ihn. Er haucht mir einen Kuss auf die Stirn und ich kuschle mich eng an ihn. Nun kann auch ich endlich schlafen.

    Ich öffne meine Augen und setze mich auf. Verschlafen blicke ich um mich, suche Ben und John, doch beide sind nicht da. Nervös stehe ich auf und gehe herunter.
    >>Mum? Dad? Wo seid ihr? Ben? John?<< rufe ich.
    Keine Antwort. Ich betrete die Küche und suche nach Anzeichen von Leben. Doch nichts brotzelt in der Pfanne, keine Brötchen liegen im Ofen und der Geruch von Kaffee ist auch verschwunden. Ich gehe in das Wohnzimmer. Auch hier wirkt alles wie ausgestorben. Ich überlege kurz und laufe dann raus in den Garten. Ich schaue hinauf auf den Hügel und sehe viele schwarz gekleidete Gestalten. Panik ergreift mich und ich sprinte zu der Menge. Die Menschen stehen um ein tiefes Loch herum. Ich trete näher und blicke hinein. Ich schreie auf, denn dort liegen sie: Meine Eltern und meine Brüder. Tot. Ihre Augen starren, ohne zu mich anzusehen. Heiße Tränen laufen mir über die Wange und jemand nimmt mich in den Arm. Plötzlich kommt ein Mann, der drei Person hinter sich her zieht. Noch mehr Tote. Er wirft die Drei in das Loch und ich erkenne ihre Gesichter: Emma, Charlie und Nico. Tot, genau wie meine Familie.
    >>Nein!<< schreie ich und sacke zusammen.
    Ich vergrabe das Gesicht in meinen Händen. Erneut werde ich hochgezogen. Ich drehe mich um und schaue der Person ins Gesicht: Dean. Er lächelt gefährlich, packt meine Schultern und schubst mich in das Loch. Ich falle, schreie, doch der Boden ist noch weit von mir entfernt. Ich presse meine Augen zusammen und hoffe, dass es schnellgehen wird.

    >>Ben! Maria! Aufwachen...Die Kutschen kommen in einer Stunde.<< höre ich John sagen.
    Rugartig öffne ich die Augen und rüttle Ben wach. Vorsichtig tupfe ich den schweiß von meiner Stirn... Okay, durchatmen, es war nur ein TRAUM. Ben öffnet grunzend die Augen und ich lächle ihm zu und verschwinde dann aus dem Zimmer in die Küche. Es duftet köstlich, Mum hat Rührei mit Speck gemacht. Es brutzelt in der Pfanne und ich lasse mich neben meinem Vater auf einen Stuhl fallen. Ben und John betreten die Küche.
    >>Hier riecht es ja wie im Himmel!<< meint Ben.
    Meine Mutter lächelt, schaufelt das Essen auf einen Teller und stellt diesen auf den Küchentisch.
    >>Na, Maria? Aufgeregt? Nervös?<< fragt mich mein Vater, der gerade seinen Kaffee schlürft.
    >>Ja, ein bisschen. Ich habe Angst, dass ich von einer gelben Kutsche abgeholt werde.<<
    >>Ach Quatsch! Du bist eine Moon! Alle Moons werden von einer schwarzen Kutsche abgeholt!<< ruft John mit vollem Mund.
    Ich lächle und esse meinen Teller leer. Dann stehe ich auf und mache mich fertig. Ich hoffe in der Schule sind die Lehrer einigermaßen nett. Ich schnappe mir meinen Koffer und gehe die Treppe herunter.
    >>Ben! John! Beeilt euch! Ihr habt noch zehn Minuten!<< brüllt mein Vater in den Hausflur hinein.
    Er kommt auf mich zu und nimmt mich in den Arm.
    >>Du schaffst das schon.<< flüstert er mir ins Ohr.
    Er lässt mich los und nun kommt meine Mutter und umarmt mich.
    >>Wieso werdet ihr alle bloß so schnell groß?<< schluchzt sie.
    >>Mum! Pass auf! Sonst ist gleich Marias T-Shirt ganz nass.<< gackert Ben.
    Auch meine Brüder werden höchst widerwillig in die Arme geschlossen.
    >>Hey! Da kommt die Kutsche!<< ruft meine Mutter und schickt uns raus. Meine Eltern winken uns zu.
    Ja, es ist eine schwarze Kutsche! Der Fahrer steigt aus, während er mit den Fingern durch seinen Bart streicht.
    >>Aha. Die Moons. Alle auf der Mondschein Seite. Wie schön. Steigt doch bitte ein.<< sagt der Mann mit einer sehr tiefen Stimme.
    >>Das ist Ashton. Er holt uns jetzt jedes Jahr ab.<< flüstert mir John zu.
    Wir lächeln Ashton zu und steigen in die Kutsche ein. Dort warten schon Emma, Charlie und Nico und....wer ist das? Ein Mädchen mit kurzen braunen Locken winkt uns zu. Wir setzen uns, doch das Mädchen steht auf und reicht mir eine sehr kleine Hand.
    >>Hallo! Ich bin Rachel. Rachel Brighton. Ihr müsst die Moons sein! Ich habe schon so viel von euch gehört. Vielleicht kennt ihr ja meine Schwester? Ihr Name ist Leah Brighton und sie geht in die fünfte Klasse.<<
    Sie durchbohrt mich mit ihren hellblauen Augen.
    >>Hinsetzen! Wir fahren jetzt los!<< brüllt Ashton.
    Rachel setzt sich neben Nico und strahlt mich an. Ich versuche Emma in ein Gespräch zu ziehen.
    >>Hey Emma. Wie geht es dir?<< frage ich.
    >>Gut und dir so?<<
    Plötzlich fangen die Jungs lauthals an zu lachen, während Rachels Zunge immer länger und länger wird. Na super, sie hat ein Stück Schokolade von ihnen angenommen.
    >>Hahaha! Keine Sorge Rachel spätestens wenn wir an der Schule sind ist deine Zunge wieder normal.<< kichert Nico.
    Verärgert verschränkt Rachel ihre Arme vor der Brust.
    >>Hey Jungs, ihr seid gemein.<< pruste ich.
    Sie zucken mit den Achseln. Ich verdrehe die Augen und führe die Unterhaltung mit Emma weiter. Ich blicke kurz aus dem Fenster und sehe, dass wir fliegen!
    >>Bevor wir landen, fliegen wir einmal über das Schulgelände, damit die Erstklässler sehen, wie die Schule aufgebaut ist.<< ruft Ashton.
    Erstklässler, das hört sich ganz schön doof an. So jung sind wir nicht. Ich schaue zu Nico herüber, der gerade die Länge von Rachels Zunge misst. Zwillinge im Doppelpack kann man niemanden zumuten. Ich habe gehört, dass es auf unserer Schule viele Zwillinge gibt, weil sowas bei Wölfen wohl normal ist.
    >>Ich hoffe wir kommen in ein Zimmer.<< sagt Emma.
    >>U eau u ein...<< Rachel versucht zu reden, doch niemand versteht sie.
    Ich muss kichern, denn sie hört sich an wie ein Affe.
    >>Ich glaube, Rachel möchte euch sagen, dass wir unsere eigenen Wohnung haben.<< erklärt John.
    Cool. Wir haben eine Wohnung ganz für uns alleine...ich hoffe dort gibt es Strom.
    >>Ein ib e nie Maia.<< gurgelt Rachel.
    >>Was?<< frage ich verwirrt.
    Rachel nimmt sich ein Blatt und einen Stift und schreibt: Nein, in den Wohnungen gibt es keinen Strom.
    Jetzt fühle ich mich unwohl, kann sie etwa meine Gedanken lesen?
    Ja kann ich, aber nur bei Mädchen. Schreibt sie wieder.
    Na super, also sind meine Gedanken nicht mehr sicher.
    Die Stunden verstreichen und draussen geht langsam die Sonne unter.
    >>Alle aufgepasst! Wir fliegen jetzt über das Schulgelände! Erstklässler bitte ans Fenster.<< brüllt Ashton.
    Rachel, Emma und ich stellen uns ans Fenster und der Ausblick ist atemberaubend. In einem Tal zwischen den Bergen liegt ein rießiger Wald mit vielen großen Lichtungen. Auf der Lichtung in der Mitter steht ein gigantisches Schulgebäude, es erinnert mich einwenig an die alten Häuser in Brugge, wo wir einmal Verwandte besuchten. Neben der Schule befindet sich eine Kathedrale und drumherum liegt eine Altstadt. Die Lichtung ist mit Mauern in zwei Teile geteilt, Mondschein und Sonnenschein. Zwischen den Mauern, schlängelt sich eine süße Einkaufspassage quer über die Lichtung. Zwischen den Häusern liegen viele Bäume, fast schon wie Wälder. Die Lichtungen sind mit Trampelpfaden verbunden.
    >>Wow. Wohnen wir in diesen Häusern?<< flüstere ich.
    >>Ja. Schön nicht?<< fragt Rachel, deren Zunge nun wieder ihre normale Größe angenommen hat.
    Ich nicke.
    >>Bereit machen zur Landung!<< jault der Kutscher.
    Da! Da unten ist eine Landebahn für Kutschen. John zieht mich neben sich.
    >>Das ist gefährlich, wenn du bei einer Landung stehst!<< mault er.
    Ich verdrehe die Augen und spüre, wie die Kutsche auf dem Boden aufschlägt. Endlich sind wir da. Wir steigen aus der Kustche und folgen einer Meute von Schülern, die von einem Lehrer zu einem rießigen Platz geführt wird. An einem Baum hängt ein Schild: Erstklässler hier aufstellen. Wir trennen uns von unseren Brüdern und stellen uns zu den anderen Erstklässlern. Die anderen Schüler folgen Schildern, verlassen die Lichtung und am Ende stehen nur noch wir Neuankömmlinge hier. Ein großer, schlanker Mann tritt vor uns. Silberne Strähnen durchziehen sein langes schwarzes Haar und seinen Bart, und seine große vorspringende Stirn überschattet die glänzenden Augen. Ich finde ihn gruselig, so wie er dort steht: Kinn nach oben und ein ausdrucksloses Gesicht.
    >>Hallo. Ich bin der Schulleiter Percy Rookness. Es freut mich, Sie alle begrüßen zu dürfen.<< lächelt er geheimnissvoll.
    >>Nun denn. Alle Schüler, die von einer gelben Kutsche abgeholt wurden, gehen bitte zwei Meter nach rechts, die anderen bleiben stehen.<<
    Mindesten 50 Schüler trennen sich von uns.
    >>Oh, perfekt, wir haben, dieses Jahr genau 100 Schüler, 50 auf der Mondschein und 50 auf der Sonnenschein Seite. Zwar 50 weniger als letztes Jahr, aber naja. Nun, kommen wir zu erst zu der Mondschein Seite. Pro Wohnung werden fünf Schüler eingeteilt. Jungs und Mädchen natürlich getrennt. Ein Viertklässler wird Sie dann zu Ihrem neuen Heim bringen. So, fangen wir an. Ich rufe Ihre Namen und Sie kommen dann nach vorne. Jace Sygel, Mirko Rallyk, Nigel Creeb, Max Donovan und Lars Coldstone.<<
    Die fünf Jungs kommen nach vorne und eine Fünftklässlerin, die Rachel zum Verwechseln ähnlich sieht, führt sie davon.
    >>Nun... Alicia Flint, Sofie Gerry, Veronica Sleet, Stella McLane und Holly Hilton.<<
    Wieder fünf weniger. Ich bin froh, dass ich nicht zu diesen Mädchen in ein Zimmer komme, denn die sehen ziemlich eingeblidet aus.
    >>Okay... Aldous Havely, Ian Rich, Dereck Anderson, Pius Baker und Dean Forest.<<
    Was? Dean? Ein Wolf? Wieso hat er nie etwas gesagt? Jetzt fühle ich mich Verraten, wir hätten das doch alles gemeinsam überstehen können. Ich glaub das nächste mal wenn ich ihn alleine treffe werde ich ihm ein Stück Schokolade meiner Brüder unterjubeln. Schlagartig muss ich mich an meine Träume erinnern. Was ist, wenn diese Träume mir die Zukunft gezeigt haben? Okay, ich darf einfach nicht daran denken. Ich versuche mich auf Rockness zu konzentrieren.
    >>Nun kommen wir wieder zu den Mädchen... Julia Hawkins, Carla Huxley, Abigail Winston, Molly Crichton und Emma...<<
    Oh nein... nicht Emma! Bitte...Ich halte den Atem an. Bitte nicht.
    >>Emma Jones.<<
    Puh, glück gehabt. Ich lächle Emma zu. Sie erwidert es nicht sondern steht stocksteif da und rührt sich nicht vom Fleck. Die fünf Mädchen sehen ganz nett aus. Mir ist es eigentlich egal mit wem ich in eine Wohnung komme, hauptsache Emma ist dabei.
    >>So...fahren wir fort. Jamie Catrall, Oliver Prinsloo, Neville Barrymore, Alex Chamberlain und Ethan Cort.<<
    Wieder verlassen uns fünf.
    >>Nun wieder die Mädchen... Elliot Black, Alice Jazz Cameron, Rachel Brighton...<<
    Oh nein ich will nicht zu Rachel.
    >>Maria Luisa Moon.<<
    Ach verdammt! Ich verdrehe die Augen während ein gutaussehender, athletischer Viertklässler mich zu sich winkt. Okay, noch eine Person kann zu uns. Bitte lass es Emma sein.
    >>Und Emma Mason.<<
    Juhuu. Was für ein Glück. Ich schliesse Emma in die Arme.
    >>Wie rührend. Mein Name ist Louis Darkwood und ich werde euch zu eurer Wohnung begleiten.<< meldet sich der Schüler zu Wort und führt uns davon.
    >>Ey Maria! Dieser Louis sieht ja schon irgendwie ganz gut aus!<< flüstert mir Emma ins Ohr.
    Ich betrachte ihn genauer, seine hoch gewachsene Figur, seine goldgebrannte Haut und das bronzefarbene Haar. Ich nicke und wir fangen an zu kichern. Er mustert uns mit seinen unglaublichen Augen, in die man sich einfach verlieben muss!
    >>Ist irgendwas?<< fragt er, während wir durch ein Stück Wald gehen.
    >>Ähm...Nein...<< sage ich.
    Er zieht die Augenbrauen hoch und wir bleiben vor einem großen, alten Haus stehen.
    >>Dieses Haus stammt aus dem 17.Jahrhundert.<< erklärt Louis und schliesst die Tür auf.
    Er tritt ein und wir folgen ihm.
    >>Ihr habt die oberste Wohnung im vierten Stockwerk.<<
    >>Gibt es einen Aufzug?<< fragt Elliot, sie ist ein kleines Mädchen mit Brille und tiefblauen Augen.
    Louis bleibt abprupt stehen und dreht sich zu ihr hin.
    >>Natürlich nicht!<< kichert er und kneift ihr in die Pausbäckchen.
    >>Kann es sein, dass du ein bisschen faul bist?<< fragt Alice hochnäsig und wirft ihr braunen Haare zurück.
    Elliot schüttelt den Kopf. Ich glaub Alice hat sie ein wenig eingeschüchtert. Alice fixiert sie mit ihren braunen Augen.
    >>Mädels! Aufhören zu streiten.<< ruft Louis.
    Wir betreten die Wohnung. Man sieht sofort, dass dieses Haus nicht aus unserer Zeit stammt. Hohe Decken, alte Möbel. Louis führt uns ins Wohnzimmer und wir setzen uns auf ein Sofa. Er holt einen Umschlag heraus und verteilt Zettel.
    >>Eure Stundenpläne. Morgen früh um Punkt acht Uhr beginnt die erste Stunde.<<
    Ich studiere aufmerksam den Stundenplan.

    Montag:
    1.-2.Stunde: Geschichte, Lichtung 1, Raum 111
    3.-4.Stunde: Sport, Lichtung 3
    5.-6.Stunde: Wesen, Lichtung 2, Haus 1, Raum 3
    Dienstag:
    1.-2.Stunde: Überlebenskunst, Lichtung 4, Haus 1, Raum 8
    3.-4.Stunde: Zauberkunst, Lichtung 1, Raum 104
    5.-6.Stunde: Kunst, Lichtung 1, Raum 231

    >>Ähm Louis...Ich habe eine Frage... wo genau findet Kunst und so statt?<< frage ich.
    Er blickt auf, schaut kurz auf meinen Stundenplan und sagt:>>Auf dieser Lichtung, Lichtung 1. Weißt du? Neben der Kathedrale, dieses große Gebäude.<<
    >>Achso, danke.<< sage ich und lese weiter.

    Mittwoch:
    1.-2.Stunde: Sport, Lichtung 3
    3.-4.Stunde: Kunst, Lichtung 1, Raum 231
    5.-6.Stunde: Vampire, Lichtung 1, Raum 033
    7.-8.Stunde: Fähigkeiten, Lichtung 3, Haus 1, Raum 2

    >>Fähigkeiten?<< frage ich erstaunt.
    >>Ja. Das ist aber nur für die, die irgendwas Tolles können. Also für mich.<< erklärt Louis.
    >>Was kannst du denn?<<
    >>Gut aussehen.<< entgegnet er mir und zwinkert mir zu.
    Ich verdrehe die Augen und muss dennoch lachen.
    >>Also für mich?<< meldet sich Emma.
    >>Was kannst du denn bitteschön?<<
    >>Ich habe letztens die Elemente gebändigt...<<
    >>Zeig!<< ruft Louis und während Emma ihm eine kleine Kostprobe ihrer Fähigkeiten gibt und ich ein mulmiges Gefühl im Magen bekomme, widme ich mich wieder meinem Stundenplan.

    Donnerstag:
    1.-2.Stunde: Verwandlung, Lichtung 2
    3.-4.Stunde: Geschichte, Lichtung 1, Raum 111
    5.-6.Stunde: Zauberkunst, Lichtung 1, Raum 104
    Freitag:
    1.-2.Stunde: Vampire, Lichtung 1, Raum 033
    3.-4.Stunde: Verwandlung, Lichtung 2
    5.-6.Stunde: Überlebenskunst, Lichtung 4, Haus 1, Raum 8

    >>Alle fertig mit lesen?<< fragt Louis.
    Wir nicken und legen unsere Stundenpläne vor uns auf den Tisch.
    >>Wenn ihr gleich in eure Schlafzimmer geht seht ihr dort Kleiderschränke. Für jeden Tag liegt dort die vorgeschriebene Kleidung, die ihr tragen müsst. In einer Stunde werdet ihr in der Kathedrale noch einmal begrüßt und danach gibt es ein Festmahl.<<
    >>Und was sollen wir anziehen?<< fragt Rachel.
    >>Auch dafür liegt etwas im Schrank. Ihr zieht euch dann bitte jetzt um, ich warte hier auf euch.<<
    Wir stehen auf und begeben uns in unser Schlafzimmer. Fünf Himmelbetten stehen in einer Reihe an der Wand und jeweils ein Kleiderschrank steht davor. Auf dem in der Mitte steht mein Name in goldenen Ziffern. Ich öffne ihn und unter der Beschriftung >Festmahl< hängt ein schlichtes schwarzes Kleid und schwarze Ballerinas.
    >>Oh manno. Die Kleider sehen aber langweilig aus! Wieso können die denn nicht pink sein!<< nörgelt Alice.
    Keiner antwortet ihr. Wir kleiden uns ein und begeben uns dann wieder ins Wohnzimmer.
    >>Uhhh, schick!<< meint Louis.
    Plötzlich klopft es an der Wohnungstür und jemand kommt herein.
    >>Oh. Guten Tag Professor Leawis. Was machen Sie denn hier?<< fragt Louis.
    Leawis sucht mit seinen braunen Augen den Raum ab.
    >>Hallo Louis. Ich möchte mich mit Maria und Emma unterhalten.<<
    Wir schauen uns fragend an.
    >>Maria, Emma? Folgt mir bitte.<<
    Wir verabschieden uns von den anderen und folgen Leawis nach draussen vor das Haus. Dort warten schon unsere Brüder auf uns.
    >>Ihr nennt mich bitte Sam.<< sagt Leawis und streicht durch deine dunkelbraunen Haare, er sieht kaum älter aus als 23.
    >>Lass uns doch einen Spaziergang machen.<< meint Sam und wir folgen ihm in den Wald.
    >>Ihr dürft mit niemand darüber sprechen, dass eure Eltern anders sind. Wenn es irgendjemand vom Rat erfährt, dann werden sie getötet und ihr auch.<< erklärt Sam.
    >>Der Rat?<< fragt Emma.
    >>Der Rat ist so etwas wie ein Ministerium, oder Sam?<< sagt Nico.
    Sam nickt:>>Ihr müsst vorsichtig sein, was ihr euren Freunden erzählt, okay? So und nun ab zum Festmahl!<<
    Wir nicken und gehen los zur Kathedrale.

    Als wir alle in der Kathedrale sitzen, Mondschein und Sonnenschein getrennt, tritt der Schulleiter auf ein Podest.
    >>Guten Abend! Ich hoffe Ihnen gefällt die neue Schule. Ich freue mich sehr, dass unser Schulsprecher eine Rede für Sie vorbereitet hat.<< sagt Rookness und zeigt mit einem langen Finger auf einen Jungen, der auf ihn zu kommt. Ein hübscher Junge mit schwarzen Haar und grauen Augen. Er ist ungefähr genauso groß wie Louis und hat einen ebenso muskulösen Körper wie er. Der Schulleiter tritt bei Seite und der Junge stellt sich auf das Podest.
    >>Hallo Mitschüler. Mein Name ist Elias Mountain, ich bin im zweiten Schuljahr und fühle mich sehr geehrt hier vorne als Schulsprecher eine Rede halten zu dürfen. Ich begrüße herzlich unsere Neuankümmlinge und freue mich sehr, so viele neue Gesichter hier zu sehen. Ich nehme an, dass ihr euch freut nun nicht mehr auf eine Menschenschule, sondern auf eine Wolfsschule gehen zu dürfen. Der Wolf, ein sehr faszinierendes Tier, meiner Ansicht nach. Vor meinem 16.Lebensjahr hätte ich nicht mal im Traum daran gedacht einer zu sein. Ich hoffe ihr beginnt das neue Schuljahr mit viel Freude auf das was ihr lernen werdet. Leider hört hier meine Rede auf, denn ich weiß, dass ihr alle hunger habt und euch schon auf das Festmahl freut. Guten Appetit wünsche ich euch und ein schönes Schuljahr.<<
    Klatschen erfüllt die Kathedrale und plötzlich stehen vor unseren Bänken viele Tische und genau vor mir dampft ein Teller mit Essen, das ich noch nie gesehen, geschweige denn gegessen habe. Die Schüler beginnen zu reden, zu lachen und zu essen. Nur Emma sitzt stocksteif neben mir auf ihrem Platz und rührt ihr Essen nicht an. Sie fixiert einen Lehrer.
    >>Emma? Alles okay?<< fragt Ben, der gegenüber von uns sitzt.
    Mist, schon wieder war er schneller als ich.
    >>Seht ihr diesen Lehrer? Der etwas jüngere mit den hellblonden Haar?<< flüstert sie.
    Ich lasse meinen Blick über den Lehrertisch gleiten und plötzlich läuft es mir eiskalt über den Rücken. Der Blick des Lehrers ist auf mich geheftet. Ich versuche mich abzulenken und beginne ein Gespräch mit Emma.
    >>Probiere mal das Fleich, ich glaube es ist Hähnchen.<< schlage ich vor.
    >>Fleich?<< kichert sie.
    >>Ja sorry... Ich sage irgendwie immer Fleich...<< entgegne ich.
    Sie piekst mit der Gabel in ein Stück Fleisch und steckt es sich in den Mund.
    >>Das ist voll lecker!<<
    >>Man spricht nicht mit vollem Mund.<< mahnt sie Rachel.
    >>Ähm Rachel... du hast gerade auch mit vollem Mund gesprochen.<< kichert Alice.
    >>Oh...hoppla...Entschuldigung.<& lt;
    >>Schon wieder.<< meint Elliot.
    Wir lachen, lachen so doll, dass ich mir den Bauch halten muss.
    >>Oh nein... die anderen Schüler gucken uns schon dumm an.<< gackert Emma.
    >>Okay...tief ein und ausatmen.<< gluckse ich.

    Nachdem alle fertig gegessen haben, verlassen wir die Kathedrale und begeben uns in unsere Wohnungen. Auf unseren Bett liegen die Schulbücher, die wir für den Unterricht brauchen. Ich schmeiße sie herunter und lasse mich dann ins Bett fallen. Ich wünsche allen eine gute Nacht und tue dann so als würde ich schlafen, obwohl ich noch hellwach bin. Vor zwei Monaten, hätte ich nie im Leben daran Gedacht, dass ich einmal ein Wolf sein würde. Ich denke an Alina, wie sie wahrscheinlich gerade mit meinen alten Freunden einen Film anschaut. Ich vermisse meine Freunde schon, aber die Leute hier sind auch nett. Ich frage mich, ob Alina auch gerade an mich denkt. Ich hoffe es. Ob wir uns wohl je wieder sehen werden? Wahrscheinlich nicht. Ich glaube, dass ich hier Lehrerin werden möchte, wenn ich fertig mit der Schule bin. Aber ich weiß es noch nicht. Oder vielleicht doch Vampirjäger? Mal sehen, jetzt werde ich erst einmal schlafen. Ich wälze mich noch ein paar mal hin und her, bis ich dann endlich einschlafe.

Kommentare Seite 1 von 1
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alegssa ( 58886 )
Abgeschickt vor 764 Tagen
Einfach eine super Story. Du musst Weiterschreiben
Rebac ( 21540 )
Abgeschickt vor 770 Tagen
Ich stimme den anderen vollkommen zu. Deine Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt! BITTE schreib weiter!
Lg Rebac
lolita ( 07020 )
Abgeschickt vor 829 Tagen
Bitte du MUSST einfach weiter schreiben das darf noch nich zu Ende sein:'(:|
Bitte bitte mach weiter ich find das du Hammer viel Talent hast also schreib bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte WEITER!
phoenix xd ( 22981 )
Abgeschickt vor 893 Tagen
echt mega! du kannst voll schön schreiben!
JennaSparrow ( 47846 )
Abgeschickt vor 945 Tagen
Da kann ich den anderen, besonders feather, nur zustimmen
Luna2003 ( 51933 )
Abgeschickt vor 1005 Tagen
Echt cool du musst unbedingt weiter schreiben !!! 👍👍👍
animal ( 92461 )
Abgeschickt vor 1008 Tagen
SUUUUUUPEEEEER!!!!!!!!!!!!!
Claire^^ ( 67406 )
Abgeschickt vor 1011 Tagen
Sehr Gut!!!!
feather ( 64836 )
Abgeschickt vor 1012 Tagen
eine wrklich tolle geschichte!! würde mich freuen wenn du weiter schreibst :)