Slow dying flower

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1 Kapitel - 1.971 Wörter - Erstellt von: Nimini - Aktualisiert am: 2014-08-15 - Entwickelt am: - 1.468 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Das Herz schlägt schnell. Es schlägt hart. Es schlägt bis zum Hals. Und irgendwann schlägt es gar nicht mehr. Liebe, die stärker ist, als jedes Band, die den Nordwind betört, sich hinter Freundschaft versteckt und die Seelen zweier Menschen verzaubert ist eine feingliedrige Blume, stärker als jeder Felsen und doch zerbrechlicher als eine Glasfigur. // Ihre Freundschaft war besonders, anders, enger, abhängiger und lebendiger. Er liebte sie so sehr, dass es wehtat. Aber sie wusste, dass das nicht gut war. Es war nicht gut, so schrecklich zu lieben, wenn man wusste, dass für den anderen alles nur ein Spiel war. Aber dann kam der Tod. Und für Ava Mae begann die Spieluhr des Lebens zu ticken.

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„Heather! Heather, verdammt, komm zurück!“ Die Nacht atmete um sie herum wie ein Tier, dass in ihr seinen gefallenen Freund gefunden hatte. Ava b
„Heather! Heather, verdammt, komm zurück!“

Die Nacht atmete um sie herum wie ein Tier, dass in ihr seinen gefallenen Freund gefunden hatte.
Ava biss sich auf die Lippen und drehte sich langsam um sich selbst.
Es war dunkel.
Es war kalt.
Der Schnee fiel um sie herum und Heather war verschwunden.
Irgendwo da draußen, vielleicht schon tot, am erkalten.
Ja, der schwarze Mann würde sie sich alle irgendwann holen. Mit sich nehmen, ob jung oder alt.
Hatte er Heather vielleicht schon mit sich genommen? In seinen dunklen Armen.
Ava schüttelte den Kopf.
Die Angst fraß sie auf und das durfte sie nicht zulassen. Außerdem existierte ein schwarzer Mann nicht, das wusste sie doch. Was sie mit dem Tod assoziierte war für andere das einfache Sterben, man schloss die Augen und hörte auf, zu existieren.
Tat Heather das gerade?
„Heather!“
Dein Schrei klingt durch die Nacht wie das Weinen eines Verwundeten. Kümmert man sich seit neuestem um Kinder?
Sie schnappte nach Luft und machte sich wieder auf den Weg, um weiter nach dem Mädchen zu suchen. Klein.
Rothaarig.
Sieben Jahre alt.
Und ihre Cousine.
Sie hatten nur Fangen spielen wollen. Und dann war Heather mit einem Mal verschwunden gewesen.
Sie hat sie doch gefressen, die Nacht.
Aber daran mochte Ava nicht denken. Der Park war zu groß, zu dunkel und zu einsam, um sich solchen Gedanken hinzugeben. Die Bäume um sie herum schienen ihr zu folgen, nur mit Blicken, aber es war genug, um ihr eine Nacht voller Albträume zu versprechen.
Sie stolperte auf eine Lichtung, bedeckt mit unberührtem Schnee, über der glatten Eisschicht, die unter ihm lag.
Ava blieb stehen.
Aber da war sie doch.
Tatsächlich.
Heather saß mitten auf der Lichtung und spielte mit dem Schnee. Ihre Augen leuchteten, als sie Ava erblickte.
„Ave!“
Sie stand auf.
Aber Ava hatte nur Augen für den Jungen übrig, der neben dem kleinen Mädchen hockte und eine Hand voll Pulverschnee durch die Finger rieseln lies. Er lächelte leise.
Und er war älter als Ava.
„Komm sofort her, Heather!“
Das kleine Mädchen gehorchte.
Ava war böse auf sie, das spürte die Kleine wie eine dunkle Wolke um sich herum. Aber die Ältere hatte nur Augen für den jungen Mann auf dem Boden.
„Was wollten Sie von ihr? Verschwinden Sie!“
Der Junge sah auf.
Überrascht.
Sehr überrascht.
Der Schnee viel ihm vollends aus der Hand und er erhob sich.
„Du – du redest mit mir?“
Und verrückt war er auch noch. Als er im Schnee gekniet hatte, hatte Ava geglaubt, seine Haare seien einfach nur blond. Aber als er auf sie zu kam sah sie, dass sie weiß waren wie der Frost um sie herum. Sie fingen das Mondlicht.
„Mit wem sollte ich sonst sprechen?“
„Du kannst mich sehen?“
Ava schwieg. Der Junge blieb vor ihr stehen, er war einen guten Kopf größer als sie selbst. Und er strahlte eine merkwürdige Kälte aus, die sie sich nicht ganz erklären konnte.
„Aber – das kann doch nicht sein. Ich meine, du bist mindestens sechzehn, vielleicht auch siebzehn. Erwachsene sehen mich nicht.“
Er umrundete sie und stellte sich dann wieder vor sie, die eisblauen Augen starrköpfig auf ihre gerichtet.
„Was wolltest du von Heather?“
„Ich wollte mit ihr spielen.“
„Weißt du, wie das für mich klingt?“
Betreten schwieg er.
Sah auf seine Füße.
Ava folgte seinem Blick und stellte fest, dass er keine Schuhe trug, nicht einmal Socken. Er musste wirklich verrückt geworden sein.
„Wie heißt du?“, fragte er.
„Heather, geh zurück ins Haus.“, sagte Ava.
Das Mädchen gehorchte, nicht ohne Skepsis im Blick.
„Sie hat dich vorhin Ave genannt.“
„Sie ist ein Kind. Denkst du, dass irgendwer wirklich Ave heißt?“
Der Junge sagte nichts darauf.
„Du kannst mich sehen.“, wiederholte er schließlich.
„Ja.“, antwortete sie sachlich.
„Aber – das können doch nur die Kinder! Ich meine – das bedeutet, dass du auch noch glaubst!“
„Glauben woran?“
Ein seltsames Gefühl durchflutete sie, als seine Eisblauen Augen die ihren fingen.
„Du glaubst noch an die Hüter. Den Sandmann, die Zahnfee, den Osterhasen – an mich!“
Ava machte einen Schritt zurück.
„Oh nein, jetzt komm mir nicht damit! Womit habe ich das verdient! Ich -“
„Bitte, geh nicht weg!“
Die Stimme klang heiter. Fast so, als wäre das alles nur ein Spiel für ihn.
„Und was sollte mich dazu bewegen, zu bleiben?“
Aber Ava wusste es bereits. Sie wäre schon längst fort, wenn nicht irgendetwas an dem Fremden sie anziehen würde. Er hielt sie fest, auch, wenn er mit Sicherheit keiner von den Guten war.
„Wie heißt du?“
Er sagte es leiser, kam auf Ava zu, den Blick voll kindlicher Faszination und Staunen.
Sie schluckte.
„Ava Mae.“
„Ist Mae dein Nachname?“
Böse musterte sie ihn.
„Ja! Und wie ist deiner? Etwa Iceman oder was?“
Der Junge schüttelte sich vor Lachen, ehe er die Hand wie zu einer Verneigung ausstreckte.
„Beinahe. Mein Name ist Jack Frost, vielleicht hast du schon von mir gehört.“
Ava musste unwillkürlich lachen. Es gab sie also tatsächlich, diese Verrückten, die ihr Äußeres wie das einer Lieblingsfigur machen liessen und sich dann als jene ausgaben.
„Mein Gott, du bist vollkommen irre. Bin ich froh, dass ich Heather geholt habe, bevor du mit ihr spielen konntest.“
„Du liegst falsch, wir haben gespielt. Aber du hast uns gestört!“
Avas Blick musste fantastisch gewesen sein, jedenfalls grinste Jack Frost amüsiert und streckte ihr die Hand entgegen.
„Komm mit mir, Mae. Nur kurz. Ich werde dir beweisen, dass ich der Hüter der Kinder bin.“
Spitzbübisch blitzten seine Augen auf, Ava aber wich zurück.
„Das hättest du wohl gerne. Zeugen vernichten. Wenn ich jetzt ein Handy hätte, würde ich augenblicklich die Polizei rufen!“
„Die werden mich nicht sehen. Ganz im Gegensatz zu dir. Du kannst mich sehen. Und warum, das kann ich mir nicht erklären.“
„Hängst du deswegen so an mir? Verschwinde einfach!“
„Komm mit, Mae, ich werde dich ganz sicher wieder hier absetzen. Versprochen!“
Ava überlegte kurz, dann entschied sie, dass es das beste war, auf die Spiele des Verrückten einzugehen. Das hatte sie einmal gelesen.
Er hatte schließlich diesen seltsamen Stab, der ihr zu Anfang nicht bewusst aufgefallen war. Er hatte eine Waffe, sie war wehrlos.
„Aber – Jack Frost legt alle rein. Er ist das Chaos in Person. Wieso sollte ich ihm vertrauen?“
„Schöne Mädchen legt er nicht rein.“
Sein Lächeln wirkte verdammt ehrlich für einen Irren.
„Also schön. Lass mich nur kurz gucken, ob Heather zuhause angekommen ist, dann komme ich zurück. Warte hier, in Ordnung?“
Ava wusste, wie lahm diese Ausrede klang.
Aber der Junge stand einfach nur da und lächelte, lässig an seinen Stab gelehnt, er lächelte und machte eine leichte Handbewegung.
„Okay.“
Ava starrte ihn an.
„Wie okay?“
„Na, geh schon.“
„Du lässt mich gehen?“
Der Junge lächelte immer noch.
„Natürlich.“
Ava klappte den Mund auf, aber das war eine schlechte Idee, denn im nächsten Moment packte der Fremde sie bei der Hüfte und hob sie hoch.
„Im nächsten Leben vielleicht!“, rief er und lachte übermütig.
Nein, nein, er hob sie nicht hoch, er flog, über der Erde, wie ein Vogel. Er spielte mit dem Wind Hasch mich, er sauste durch die Luft wie der niemals alternde Junge Peter Pan. Ava sah unter sich die Stadt immer kleiner werden, spürte die schneidend kalte Luft, klirrend wie Glas, sie trieb ihr Tränen in die Augen, aber dennoch musste sie lachen. Sie lachte laut, während ihr die Tränen über die Wangen liefen, eine Welle der Freude, pure Lebensfreude jagte durch ihre Brust und ihr Magen schlug einen Salto.
„Lass mich – lass mich runter!“, japste sie und versuchte vergeblich, wütend zu klingen.
Es gab viele Möglichkeiten, einen Menschen mit seiner Identität zu betrügen, aber das hier war gewiss der unschlagbarste Beweis, den sie jemals von jemandem bekommen hatte.
Jack Frost.
Der junge Mann, der sie mit sich über die Dächer der Stadt nahm, musste Jack Frost sein, ein Hüter des Lichts. Er konnte fliegen, er konnte wahrhaftig fliegen!
„Wind!“, rief er in die kalte Nacht und augenblicklich spürte Ava, wie die Luft wütend an ihren Kleidern riss. Die Lüfte spielten miteinander, maßen ihre Kräfte und unterstützen Jack Frost, dem sie vor Jahrhunderten bereits einen Treueeid geschworen hatten.
„Jack! Jack lass mich runter!“, schrie sie, aber Frost lachte nur und schlang den Arm fester um ihre Taille.
„Niemals! Nicht in hundert Jahren!“
Erschrocken stieß sie die Luft aus, aber der Junge lachte wieder.
„Keine Sorge, ich habe dich nur reingelegt.“
Reingelegt. Frost sollte man nicht trauen.
Ava sah Wolken unter sich herziehen, die Lichter der Stadt, erkannte sogar den Park, in dem sie mit Heather gewesen war. Sie musste wirklich bald zurück.
Und entschied sich, es auf die einzig richtige Art zu machen, sie wollte ihn sowieso nie wieder sehen.
„Lass mich runter du verdammtes Arschloch!“


Das war der Beginn einer höchst seltenen Freundschaft.
Jack Frost und das seltsame Mädchen, dass ihn sehen konnte.
Er kam sie besuchen, lies sie nie im Stich, so, wie andere es tun würden. Vielleicht, weil er einfach kein Mensch war.
Er war ein Hüter.
Ein fliegender Sturm aus Lachen und Unruhe.

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Lieber Leser, wenn dir das hier gefällt, kannst du auch gerne persönlich Konversation mit Jack Frost führen! In meinem Quizz "Meet the Big 4", triffst du auf Merida, Jack, Rapunzel und Hiccup. Immer vorausgesetzt, du willst du ;) Ich werde hier auch noch weiter schreiben, muss aber vorerst rausfinden, wie das funktioniert.
Lg Nimini
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1408029186
Slow dying flower
Slow dying flower
Das Herz schlägt schnell. Es schlägt hart. Es schlägt bis zum Hals. Und irgendwann schlägt es gar nicht mehr. Liebe, die stärker ist, als jedes Band, die den Nordwind betört, sich hinter Freundschaft versteckt und die Seelen zweier Menschen verzaub...
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2014-08-14
40A0
Liebesgeschichten

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lea ( 29197 )
Abgeschickt vor 884 Tagen
ehh es gab mal ein film!in animationstudio!und wenn man hüter des lichts nochmal anschauen will einfach in youtube gehen und hüter des lichts deutsch ganzer film eingeben!:) also ich finde den test voooll gut!also ich mag am meisten jack frost!!bin bischen verknallt in ihn*schwärm*er ist sooo süüß!!!maja ist mir halt peinlich das ich gerade gesagt hab:D also egal!
Janina ( 77607 )
Abgeschickt vor 986 Tagen
Hey, das war wunderbar! :D ich hab schon überall nach einer Geschichte über die Hüter des Lichts gesucht!! Vielen vielen Dank :)
DarkAngel2 ( 02948 )
Abgeschickt vor 988 Tagen
Ohhh bitte schreibe weiter!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!