Gestrandet- Fluch der Karibik Teil 4

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3 Kapitel - 1.584 Wörter - Erstellt von: Sensless - Aktualisiert am: 2014-08-15 - Entwickelt am: - 2.055 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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    Gebannt blicken nun auch die anderen in Richtung Horizont, wo das Schiff mit den schwarzen Segeln bedrohlich näher kommt. Mein Herz springt mir beinahe aus meinem Brustkorb und meine Knie drohen nachzugeben. Was macht Jack hier? Zufall? Oder hat er nach mir gesucht? Und wenn ja, wieso? Die Black Pearl kommt direkt neben unserem Schiff zu stehen. Jack steht an der Reling und blickt sich suchend um. Als er mich schließlich entdeckt, kräuseln sich seine Lippen zu einem triumphierenden Lächeln. Gesucht und gefunden, drückt sein Blick aus. Er wendet seine Aufmerksamkeit wieder meinem Bruder zu, der fragt: "Was wollt Ihr?" Jack grinst verschmitzt, sieht mir direkt in die Augen und antwortet: "Ihr habt etwas, das mir gehört. Ich möchte es gerne wieder haben." Mir läuft ein Schauer meinen Rücken hinab. Seine Stimme ist so dunkel, so tief... so sexy. Reiß dich zusammen, schimpfe ich mich selbst, aber ich kann mich dennoch nicht von seinem Blick losreißen. "Wohl kaum", murmelt mein Bruder, der seinem Blick gefolgt ist. "Ihr habt keinen Besitzanspruch auf sie." Spöttisch heben sich Jacks Augenbrauen, bevor er fragt: "Und Ihr habt diese?" "Nicht auf die gleiche Weise, wie Ihr sie begehrt", erwidert Jonathan. "Aber in gewisser Weise, ja." "Ich will sie nur sicher nach Hause bringen, das ist alles", sagt Jack. Seine Lippen verziehen sich zu einem Lächeln. Ihn scheint das hier zu amüsieren. "Sie will vielleicht gar nicht nach Hause", knurrt mein Bruder. "Und Ihr wollt nur die Belohnung." Deshalb hat er mich also gesucht. Die Belohnung. Was würde er machen, wenn er wüsste, dass er sich gerade mit dem zweiten Herzogskind streitet? Wahrscheinlich wäre dieses Schiff dann nicht mehr lange im Besitz meines Bruders. Jack kneift die Augen zusammen. Er wurde durchschaut. "Sie will doch sicher zu ihrem Verlobten", murmelt er. Ist das Schmerz in seiner Stimme? Jonathan lacht beißend: "Sie hat Euch wirklich gar nichts über sich erzählt, nicht wahr?" Jack blickt auf, Verwirrung glitzert in seinen braunen Augen. "Nicht wirklich", gibt er zu. "Euch denn?" "Ich weiß genug", erwidert er knapp. Kurz herrscht Stille, bevor mein Bruder lächelt und sagt: "Gut, Ihr bekommt das Mädchen. Lasst mich nur vorher ein paar Worte mit ihr wechseln." Überraschung steht sowohl Jack als auch seiner Crew ins Gesicht geschrieben. Damit hatten sie nicht gerechnet. Jack nickt und Jonathan dreht sich um und kommt auf mich zu. Er zieht mich ein paar Meter weg und bevor ich etwas sagen kann, erklärt er schon: "Keine Sorge, ich habe einen Plan. Weißt du noch, dass du mir erzählt hast, Jack hätte einen Kompass, der sich dem jeweiligen Verlangen anpasst? Dieses Verlangen bist du. Überleg doch mal, wie hätte er dich sonst finden sollen? Und hier kommt mein Plan ins Spiel. Vielleicht wollte er dich vorher gar nicht ausliefern, aber dann hat er das mit der Verlobung erfahren. Wenn du ihm erzählst, wie es wirklich ist, dann will er dich sicher für sich. Und falls nicht, treffen wir uns in unserem alten Heimatdorf. Ich und meine Crew werden dort an Land gehen und warten. Falls er dich ausliefert, bin ich da. Kannst du mir folgen?" Verwirrt nicke ich. Er zieht mich in eine für ihn typische, feste, aber kurze Umarmung, die ich so vermisst habe. "Sehen wir uns jemals wieder?", frage ich leise. "In Tortuga trifft man sich immer, sei es aufrecht und mit Würde, oder besoffen im Schweinestall", erwidert er und ein leises Lachen entweicht meiner Kehle. Er findet immer die richtigen Worte.

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    Mit Mühe balanciere ich über die schmale Holzplanke, die provisorisch zwischen den beiden Schiffen gelegt wurde. Das Holz ist glitschig und morsch, und ich muss meine ganze Konzentration aufbieten, um nicht ins Meer zu fallen. Gleich habe ich es geschafft, doch auf den letzten Metern rutsche ich aus und wäre mit der Nase auf die Black Pearl geknallt, hätte Jack mich nicht aufgefangen. Seine starken Arme halten mich fest, als er belustigt flüstert: "Nicht so stürmisch, Miss Green." Er betont das Miss auf eine Art und Weise, die mir einen angenehmen Schauer über den Rücken jagt. Schnell befreie ich mich mit dem letzten Rest Würde aus seinem Griff und drehe mich zu meinem Bruder um. Auch in seinen Augen glitzert es schelmisch, und ein amüsierter Zug spielt um seinen Mund. Die Black Pearl nimmt langsam wieder Kurs auf, und ich hebe die Hand leicht, um meinem Bruder zuzuwinken. Auch er winkt und lächelt, doch es erreicht seine Augen nicht. In ihnen liegt Sorge. Ich bemühe mich um ein aufmunterndes Lächeln, das recht kläglich ausfällt. Ich habe ja selber Angst. Ich bleibe an der Reling stehen und schließe die Augen, genieße die Gischt, die mir ins Gesicht spritzt. "Das war dein Bruder, nicht?", höre ich leise hinter mir. Ich drehe mich um und sehe Jack direkt vor mir stehen. Deja-vu. Auch diesmal hält mich sein Blick auf eine faszinierende Art und Weise gefangen, ich kann mich nicht losreißen. Ich nicke leicht. "Wie heißt er?", fragt er mich neugierig. "Jonathan", antworte ich leise. "Wan ist er abgehauen, um Pirat zu werden?", fragt er weiter. "Vor sechs Jahren", erwidere ich. Warum fragt er das? Er bedenkt mich mit einem langen Blick, bevor er sagt: "Du bist sicher müde, du solltest vielleicht schlafen gehen." Ich nicke, er hat Recht. Die Sonne geht schon blutrot am Horizont unter, und die Anstrengung der letzten Tage macht sich langsam bemerkbar. "Komm", sagt er und nimmt mich am Arm. Er führt mich in seine Kajüte, in der sich nichts verändert hat. Sanft drückt er mich auf sein Bett und zieht mir die Stiefel aus. Er deckt mich zu und hockelt sich neben mich. "Jetzt schlaf Victoria", flüstert er und drückt mir einen kleinen Kuss auf die Stirn. Schon bin ich eingeschlafen.

    Einmal wache ich auf. Es ist einigermaßen dunkel im Zimmer, nur eine Kerze erhellt den Raum. In deren Schein sitzen Jack und Gibbs, nämlich so, dass sie zwar vom Licht beschienen werden, aber ich nicht. "Was hast du jetzt vor Jack?", fragt Gibbs. Der Kompass, den er in seiner Hand hält, schnappt zu und er antwortet: "Ich muss es wissen." "Das mit ihrem Verlobten?", will Gibbs wissen. Er nickt. Gibbs beugt sich vor und sagt: "Ich hab Gerüchte gehört. Wenn auch nur eines von denen stimmt, meinte es das Schicksal nicht gut mit ihr." "Genau deshalb muss ich es wissen", murmelt er und schließt kurz die Augen. "Ich muss wissen, ob sie bereit wäre..." Er lässt den Satz in der Luft hängen, und schon bin ich wieder eingeschlafen.

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    Ich werde von warmen Sonnenstrahlen geweckt. Zufrieden und ausgeschlafen strecke ich mich ausgiebig, bevor ich die Augen öffne und leicht zusammenzucke. Auf einem der Stühle sitzt Jack und beobachtet mich. Er lächelt leicht: "Morgen Miss Green." Wieder dieser Unterton. Ich setze mich au und sage: "Habt Ihr nichts besseres zu tun, als mich beim Schlafen zu beobachten?" Sein Grinsen wird breiter und er erwidert schelmisch: "Leider bietet das Piratenleben nicht solche Aufregung, wie Euch beim leisen Murmeln zuzuhören." Sofort bin ich auf der Hut. Es ist nichts Neues für mich, dass ich im Schlaf rede. Doch was habe ich gesagt? Ich lasse mich gegenüber von ihm auf einen Stuhl fallen und er fragt: "Wasser?" Erst jetzt merke ich, wie ausgedörrt meine Kehle ist, und ich nicke. Er reicht mir ein Glas und ich trinke gierig einige Schlucke. "Darf ich Sie etwas fragen, Miss Green?", murmelt er und sieht mich mit einem seltsamen Blick an. "Nur zu", erwidere ich. Ich ahne, was jetzt kommt. Er atmet einmal tief durch, bevor er fragt: "Was hat es mit Ihrem Verlobten auf sich?" Dünnes Eis, auf dem er sich da bewegt. "Er hat mich nicht sehr gut behandelt", antworte ich nach einigem Zögern. "Er hat mich geschlagen, wenn ich mich weigerte, ihm seine Wünsche zu erfüllen, und als ich ihm den vorehelichen Geschlechtsverkehr verweigerte, vergewaltigte er mich. Deshalb will ich auf keinen Fall zurück." Seine Augen weiten sich mit jedem Wort, das ich sage, und als ich geendet habe, nimmt er mich in den Arm. Einzelne Tränen bahnen sich einen Weg über meine Wangen. "Und du musst da auch nicht wieder hin", murmelt er. "Nicht, wenn ich es irgendwie verhindern kann."

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