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Gestrandet- Fluch der Karibik Teil 3

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3 Kapitel - 1.635 Wörter - Erstellt von: Sensless - Aktualisiert am: 2014-08-15 - Entwickelt am: - 2.555 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

    1
    Die Sonne steht hoch am Himmel, drückende Hitze liegt über dem Meer. Eine leichte Brise lässt die Wellen gegen das kleine Boot schwappen. Ich rudere gleichmäßig, immer im gleichen Takt. Wie lange schon? Ich weiß es nicht, nur meine Arme werden langsam müde, und der Inhalt von Jacks Feldflasche neigt sich dem Ende zu. Wie viele Tage habe ich jetzt kommen und gehen sehen? Wie lang bin ich schon hier auf diesem gottverdammten Boot? Ich gestatte meinen Armen eine kleine Pause und hole den Kompass heraus, den ich auf der Insel gefunden habe. Da ich nicht weiß, wo ich hin sollte, halte ich mich einfach nach Norden. Es war zugegebenermaßen eine bescheuerte Idee, mit einem Rettungsboot abzuhauen, aber die einzige Lösung, die ich in dem Moment gesehen habe. Nur nicht zurück zu ihm. Ein leiser Schauer läuft mir über den Rücken, als ich an meinen Verlobten denke. Sein lüsternes Lächeln, die Gier in seinen Augen, seine groben Gesichtszüge. Ich wurde zwangsverlobt, sonst hätte ich mir den sicher nicht ausgesucht. Er ist grausam, zu mir wie auch zu seiner Gefolgschaft. Nein, nie im Leben gehe ich zu ihm zurück. Auch, weil Jack mich nicht loslässt. Trotz seines Plans, mich gegen die Belohnung einzutauschen, habe ich immer noch dieses Kribbeln im Bauch, wenn ich an ihn denke. An seine unergründlichen Augen, sein schelmisches Lächeln, sein betörender Duft. Entschlossen schüttle ich den Kopf und fange wieder an, zu rudern. Jetzt ist nicht die Zeit für Tagträume. Mühsam komme ich voran und sehe der Sonne bei ihrer Wanderung über den Himmel zu. Als sie beinahe schon am Horizont versinkt, erblicke ich ein Schiff. Ich halte darauf zu und versuche, mich bemerkbar zu machen. Anscheinend haben sie mich entdeckt, denn sie verlangsamen ihre Fahrt und scheinen auf mich zu warten. Erst auf den zweiten Blick erkenne ich, dass es ein Piratenschiff ist. Deja-vu. Als ich schließlich nah genug bin, um die Leiter zu ergreifen, tue ich es ohne zu zögern. Das Boot lasse ich treiben, es hat keinen Nutzen mehr für mich. Ich steige die Leiter hinauf, bedächtig setze ich einen Fuß nach dem anderen auf die glitschigen Sprossen. Oben angekommen, stehe ich mehreren Männern gegenüber. Es sieht so aus, als ob die halbe Crew ihre Arbeit unterbrochen hat, um die Abtrünnige zu empfangen. Keiner sagt ein Wort, sie sehen mich allesamt nur an. Ihre Blicke sind mir unangenehm. Nach etlichen Momenten der Stille vernimmt man einen Befehl: "Zurück auf eure Posten ihr dreckigen Kakerlaken!" Allem Anschein nach der Captain. Sofort teilt sich die Menge und die Männer wenden sich wieder ihrer Arbeit zu. Als ich den vermeintlichen Captain erblicke, schnappe ich nach Luft und bin sprachlos. Ihm geht es genauso, man sieht die Verwirrung und den Schock in seinen Augen. "Victoria?", fragt er ungläubig und bricht somit das Schweigen. "Bist du es wirklich?" Ich nicke, Tränen der Freude fließen meine Wangen hinab. "Ja, Jonathan", flüstere ich. "So sehen wir uns also wieder, Bruder."

    Derweil auf der Black Pearl...
    Jack steht an der Reling und sieht hinunter auf das stahlblaue Wasser, kalt und unerbittlich. Seine Gedanken drehen sich nur um Victoria. Wo mag sie sein? Geht es ihr gut? Oder ist ihr etwas zugestoßen? Hat der Ozean sich sie einverleibt, so wie ihre Eltern? Ein Schauer läuft ihm über den Rücken, daran will er lieber nicht denken. Plötzlich hört er Schritte hinter sich, und er weiß ohne nachzusehen, dass es Gibbs ist. "Was Neues?", fragt Jack, ohne sich umzudrehen. Gibbs antwortet: "Nein. Niemand hat sie gesehen oder etwas von ihr gehört. Tut mir Leid Captain." Jack schüttelt nur den Kopf und sagt müde: "Alles bereit machen zum Ablegen." Gibbs Schritte entfernen sich. Jack sieht hinauf in den wolkenlosen Himmel und flüstert: "Wo bist du Victoria? Wo?"

    2
    Ich sitze in einer gemütlichen Kajüte, Jonathan sitzt mir gegenüber. Ein kleiner, runder Tisch steht zwischen uns, ein kleines Festmahl steht darauf, nur für mich. Deja-vu. "Ich dachte, alle wären bei dem Unglück umgekommen", murmelt er und nimmt einen großen Schluck aus seinem Flachmann, in dem ich Rum vermute. Anscheinend haben Piraten ein Faible dafür. "Wie du siehst, nicht alle", sage ich und beiße von einem der großen, grünen Äpfel ab. Der Saft fließt durch meine staubtrockene Kehle. "Wie hast du Überlebt?", fragt er. "Ich hatte Glück", antworte ich. "Ich wurde auf einer Insel angespült, wo ich mir Vaters Ratschläge in Erinnerung rief, die er uns damals lehrte." Bei der Erwähnung unseres Vaters zuckt er leicht zusammen, dann fragt er: "Vater und Mutter, sind sie..?" "Tot? Ja", antworte ich, brennende Tränen hinter den Augen. Nicht weinen, schärfe ich mir ein. "Haben sie mir jemals verziehen?", will er leise wissen. "Mutter ja, aber du weißt ja, wie Vater ist", erwidere ich ebenso leise und trinke einen großen Schluck Wasser. Er sieht auf, sein Blick sucht meinen. "Hast du mir jemals verziehen?", fragt er mit schmerzerfüllter Stimme. "Von der ersten Sekunde an", flüstere ich. Er lächelt leicht, bevor er sich erkundigt: "Wie bist du von der Insel wieder runter gekommen?" Ich beiße noch einmal von meinem Apfel ab und beginne dann, zu erzählen. Ich schildere ihm alles, bis auf meine noch etwas konfusen Gefühle für Jack. Als ich geendet habe, ist es einige Momente lang ruhig, bevor er sagt: "Die wollen uns wirklich unbedingt was?" Ich nicke, und er fährt fort: "Dann sollen sie mich bekommen." "Was? Nein!", rufe ich überrascht aus. Ich dämpfe meine Stimme etwas, bevor ich weiterrede: "Warum willst du das tun? Du liebst die See, du liebst die Freiheit. Du würdest keinen Tag überstehen, ohne wieder abzuhauen. Du kannst da nicht hin." "Du doch ebenso wenig", erwidert er ruhig. "Oder muss ich dich an McGuffin erinnern und daran, was er getan hat?" Ich schüttle den Kopf, nein, bitte nicht. "Ich gehe, dann hast du deine Ruhe und kannst mit Jack durchbrennen", sagt er und nimmt einen tiefen Schluck von seinem Rum. "Woher weißt du...?", setze ich verwirrt an, doch er lacht und sagt: "Ach komm, ich kenne dich! Aber selbst ein Blinder mit Krückstock würde sehen, was du für ihn empfindest!" Jetzt muss ich auch lachen. "Ich hab dich vermisst Schwesterherz", flüstert er plötzlich und mit unendlicher Traurigkeit im Blick. "Ich dich auch", murmle ich und diesmal kann ich die Tränen nicht zurückhalten. Er sieht es und nimmt mich wortlos in den Arm. "Du kannst nicht zurück", wispere ich nach einer gefühlten Ewigkeit. "Ich kann nicht zurück", stimmt er mir leise zu. Er lässt mich los und sieht mir in die Augen. "Aber du doch ebenso wenig", sagt er. "Was also schlägst du vor?" "Sie werden uns nicht finden", erwidere ich bestimmt. "Wir werden einfach hierbleiben, unser Leben genießen. Und das als Piraten."

    Derweil an Bord der Black Pearl...
    Der Kompass liegt in seiner linken Hand, während seine rechte das Steuerrad umklammert hält. Die Kompassnadel pendelt sich langsam ein. Gibbs tritt an ihn heran und sagt: "Wir brauchen einen Kurs, Captain." Jack lächelt leicht und erwidert: "Den haben wir. Lasst mich nur machen." Gibbs nickt und verschwindet wieder. "Oh Victoria, mach dich bereit", flüstert er. "Wir nehmen Kurs auf!"

    3
    Jonathan lacht. "Zweifelst du an meinen Fähigkeiten als Piratin?", frage ich ihn süffisant. "Etwas", gibt er zu, nachdem er sich etwas beruhigt hat. "Ich kann das, glaub mir", versichere ich ihm. "Ich hab sogar schon Tortuga überlebt." "Und das als Frau", grinst er verschmitzt. "Respekt, Miss Green. Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen." Er macht eine alberne Verbeugung vor mir und ich muss lachen. "Lass das!", befehle ich ihm milde. Gerade will er etwas sagen, als ein Mann die Tür aufreißt und aufgebracht verkündet: "Ein anderes Schiff Captain." Plötzlich wird mein Bruder ganz ernst und ist wieder ganz der seriöse Piratenkapitän: "Kanonen bereit halten, aber vorerst nicht schießen." Der Mann nickt und läuft wieder an Deck, gefolgt von meinem Bruder, an dessen Fersen ich mich hefte. Als ich oben angekommen bin, herrscht schon reger Betrieb. Ich gehe nach vorne an die Reling und sehe das nun sehr nahe Schiff. Schwarze Segel. Ich schnappe hörbar nach Luft und laufe zu meinem Bruder, der gerade irgendwelche Befehle erteilt. "Nicht schießen!", rufe ich ihm zu. Verwirrt blickt er auf. Ich rufe: "Das ist Jack!"

Kommentare (43)

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Angel!ca (05879)
vor 430 Tagen
Cotton kann nicht sprechen, weil ihm die Zaunge rausgeschnitten wurde,
Trotzdem 👍🏼👍🏼
SSR (18972)
vor 440 Tagen
Sehr gute Geschichte...weiter so!
Vio (33427)
vor 538 Tagen
Die Geschichten sind einfach BOMMBE die sind romantisch süß einfach tooollll das ende ist gut

ps kannst du bitte auch so eine geschiechte schreiben aber nur mit Will turner
aria.-sama (39617)
vor 630 Tagen
Wirklich die Geschichte ist unglaublich schön ich hab sie schon 3mal
Gelesen und jedes mal ist es so romantisch wie nie zuvor
Bitte mach weiter ist so schön
Deine aria-sama
... (72120)
vor 653 Tagen
Echt schöne Geschichte mach weiter so👍
Love jeremy renner (84658)
vor 823 Tagen
Man sollte immer aufhören wenn es am schönsten ist 😉
Sensless (72988)
vor 827 Tagen
Es kommt noch ein Teil, welcher der Letzte sein wird. Danke an alle, die diese FF bis hierher verfolgt haben und auch ein herzliches Dankeschön für all die lieben Kommentare. Ihr wart eine große Motivation, weiterzuschreiben, aber ich finde, wenn jetzt noch mehr Drama in diese Liebesbeziehung kommt, zieht es das nur unnötig in die Länge. Also, ich hoffe, ihr seid nicht zu enttäuscht, dass es zu Ende geht. :)
❤️Kate sparrow (22381)
vor 827 Tagen
Kommen noch mehr teile oder war der 10. der letzte Teil ?
Love jeremy renner (22381)
vor 827 Tagen
Bitte schreib noch weitere Teile die Geschichte ist so wunderschön ❤️💛💖😍
Cookiemonster (72988)
vor 867 Tagen
Eine Schwangerschaft braucht ja länger, bis sie sich bemerkbar macht. Sie haben wahrscheinlich vor der Cambay-Sache miteinander geschlafen.
Salisala (15677)
vor 868 Tagen
Warum ist sie schwanger? Sie hat ja in letzter Zeit nicht mit Jack geschlafen weil er so verletzt war oder?!
Ansonsten super story
Sabi (83800)
vor 874 Tagen
Die Geschichte ist sooooo süß.und super schön, mach bitte bitte weiter :)
William Ttt (47317)
vor 888 Tagen
Will kan aber nicht an Land darum hat er auch Elizabeth allein gelassen . Für ihn gelten die gleichen Regeln wie von Jones
Jane Sparrow (85097)
vor 889 Tagen
Nur eine sache ich frage mich schon immer wie ein Bett in einem Schiff sein kann bei einem Sturm kann es docj das Schiff zerstören nichts über die Geschichte aber wie geht das 🍪😥
Jane Sparrow (85097)
vor 889 Tagen
Ich finde es super aber ... Aber ... Ich glaube Jack lässt sich nicht so leicht erstechen aber trotsdem war es eine super
Lage weiter so 😻
Angelica (83033)
vor 893 Tagen
Schreib bitte weiter!!! Die Geschichte ist voll gut (1000-mal besser als meine XD)
oh captain my captain (66553)
vor 895 Tagen
Du musst unbedingt weiter schreiben. !
Ich habe sehnsüchtig auf den teil gewartet und will mee(h)r *-*
Du schreibst so gut, dass ich jedesmal in die FF eintauche und mittendrin bin. Deine Geschichte ist im Gegensatz zu einigen anderen FF die ich bisher gelesen habe realistisch und logisch. Ich liebe deine FF und kann den nächsten Teil kaum erwarten
jack sparrow lover (46074)
vor 895 Tagen
Kannst du weiter schreiben bitte z.b. das sie heiraten oder das sie ein schwanger wird wäre dan richtig süß wen Jack sich dan voll freuen würde
Mitra (08248)
vor 928 Tagen
Ahahahahahahah, meine Seite ladet sich immer neu und das Kommentar ladet sich auch neu, hahahahaha..
Mitra (08248)
vor 928 Tagen
Joonge, Smoee, diese Kommentare, mään, du hast hier ne eigene Fangemeinde.. Gib mir was ab.. Ich brauche Freundee, wäääääähhh...