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Sheela, Lilly und Tassilo

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6 Kapitel - 1.955 Wörter - Erstellt von: Sonnenglanz - Aktualisiert am: 2014-08-01 - Entwickelt am: - 1.008 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

3 Meerschweinchen erzählen von ihrem Leben
(nach einer wahren Begebenheit)

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Sheela "Weg da, da war ich zuerst!" Ich stupse meinen Bruder von meinem Platz weg und schimpfe mit ihm. Wenn sie mich doch nur in Ruhe lasse
Sheela


"Weg da, da war ich zuerst!" Ich stupse meinen Bruder von meinem Platz weg und schimpfe mit ihm. Wenn sie mich doch nur in Ruhe lassen würden. Plötzlich höre ich ein Geräusch, da kommt jemand, es sind 2 dieser großen Wesen, die nur auf 2 Pfoten laufen. Den einen kenne ich schon, er und sein Weibchen kommen jeden Tag, sie reden viel miteinander. Den anderen aber habe ich noch nie gesehen. Diese Wesen machen mir Angst, wie jedes Mal renne ich schnell zu Mama. Bisher haben die Wesen nie etwas gemacht, nur geredet. Doch dieser fremde streckt plötzlich seine Pfote aus in meine Richtung. Da ich nicht mehr wegrennen kann, schimpfe ich ganz laut, doch es nützt nichts er greift nach mir. Ich gebe auf und lasse mich schockiert wegtragen. In eine Kiste sperrt er mich. Dort ist es stockfinster, noch immer habe ich furchtbare Angst. Immer wieder höre ich verschiedene Geräusche. Wo bin ich, wo werde ich hingebracht. Nach einer gefühlten Ewigkeit, ist plötzlich absolute Stille, dann höre ich ein Knacken. Vor Schock zucke ich noch nicht einmal zusammen. Ich höre, wie nun das Wesen auf mich zukommt, es öffnet die Kiste und Tageslicht fällt auf mich. Ins hinterste Eck verkrieche ich mich, dieses Wesen soll mich nicht mehr in die Pfoten bekommen. Doch es greift wieder nach mir. Schnell renne ich weg. Geschafft, ich bin ihm entwischt, aber es gibt nicht auf, immer wieder greift es nach mir. Mit Panik renne ich von einem Eck ins andere, dann hat es mich. Zitternd bin ich nun in seinen Pfoten gefangen. Ich werde in ein Gebäude gebracht, plötzlich werde ich runtergelassen. Ich befinde mich auf seltsamem Boden, unter meinen Pfoten sind runde länglich Dinge. Als ich versuche zu laufen, rollen sie auseinander und meine Pfoten rutschen dazwischen. Etwas ungeschickt schaffe ich es aber dennoch mich vorwärts zu bewegen. Plötzlich höre ich ein Quieken und dann Bewegung. Erschrocken schaue ich mich um, da sehe ich bestimmt 10 weitere Meerschweinchen. Ein paar davon schauen mich an, andere beachten mich nicht. Immer noch fühle ich mich unsicher, aber ich habe nun nicht mehr so eine Angst. Die Umgebung sieht interessant aus und ich beginne sie zu erkunden. Vorsichtig laufe ich zu verschiedenen Stellen und schnuppere.
2 Tage bin ich nun hier. Jeden Tag kommen diese Wesen und reden viel und laut. Mittlerweile habe ich mich an die Lautstärke gewöhnt, nachts kommen sie nicht. Bisher haben sie nicht wieder versucht mich zu greifen, doch ich bin vorsichtig, sobald eine Pfote in unsere Nähe kommt, renne ich weg und verkrieche ich mich. Manchmal bringen sie uns Futter, doch immer wieder holen sie sich einen von uns und bringen ihn nie wieder zurück.

Es ist ein gewöhnlicher Tag, viele dieser großen Wesen sind da. Doch dann sehe ich 2 der Wesen. Sie zeigen auf mich. Schnell renne ich weg, aber eine weitere, die schon öfters hier war und bereits andere von uns gefangen nahm, kommt in meine Nähe und greift nach mir. Jetzt ist es also so weit, jetzt werde ich gefangen genommen. Mehrmals schaffe ich es der Pfote zu entwischen, aber das Wesen ist ebenfalls schnell und es dauert nicht lange und sie fängt mich. Ich werde begutachtet von allen Seiten, dann komme ich wieder in einen Karton. Es ist dunkel hier, wie bereits bei meinem ersten Transport.

Nun wird der Karton geöffnet, Licht scheint herein und ein weiteres Meerschweinchen wird hereingesetzt. Ich kenne es vom Sehen, aber wir haben ansonsten noch keinen Kontakt miteinander aufgenommen. Ungewohnte Geräusche höre ich, ich habe enorme Angst. Dem anderen Meerschweinchen scheint das nicht so viel auszumachen wie mir, sie wirkt ruhiger. Ich kuschel mich an sie, das beruhigt auch mich etwas. Der Boden unter uns vibriert, was passiert hier? Ich habe große Angst, wenigstens ist das andere Meerschweinchen hier.

Ich weiß nicht wie lange wir hier in diesem Karton saßen, dann wurde er wieder geöffnet, nacheinander werden wir herausgenommen und in eine neue Umgebung abgesetzt. Der Boden ist derselbe wie in diesem Gebäude, aber die Umgebung ist anders, es sind nur die 2 großen Wesen hier und auch keine weiteren Meerschweinchen. Lange bleiben sie bei uns und schauen uns an. Ich habe Angst, sie sollen endlich weggehen, auch das andere Meerschweinchen hat Angst, das merke ich. Dann sehe ich die Pfote des Männchens, wie sie auf mich zukommt, er hält Futter in der Pfote, doch ich bin vorbereitet, ich falle nicht auf den Trick herein, kommt er in meine Nähe, werde ich ihn beißen. Nun ist die Pfote da, er hält mir das Futter vor die Nase, ich beiße ihn. Schnell zieht er sie wieder zurück. Erfolg! Hoffentlich lässt er mich nun in Ruhe.

Mehrere Tage sind vergangen, die Wesen haben nicht wieder versucht in unsere Nähe zu kommen. Man hat uns ein Häuschen gegeben. Wir verkriechen uns gerne darin. Noch immer sind wir voller Angst. Was wollen die von uns? Es sind ruhige Wesen, sie reden leise mit uns und lassen uns auch oft alleine. In dieser Zeit können wir aufatmen und die Umgebung erkunden. Ich bin neugierig, was es alles zu entdecken gibt, das andere Meerschweinchen scheint nicht so großes Interesse daran zu haben.
Mittlerweile haben wir auch nicht mehr so große Angst vor den 2 Wesen, ich glaube sie wollen uns nichts Böses tun, sie geben uns Futter und so langsam gewöhnen wir uns an sie.

"He komm her, probiere mal hier hochzulaufen" ruft das andere Meerschweinchen mir zu. Sie steht am Anfang von einem langen Brett, das nach oben geht. Ich würde gerne erfahren, was da oben ist, aber ich getraue mich nicht hoch und es gibt keine Möglichkeiten unsere Pfoten abzustützen. Dem anderen Meerschweinchen scheint es nicht anders zu gehen, auch sie geht immer nur bis an den Anfang des Bretts.

Ein vertrautes Geräusch, jetzt kommt bestimmt das Weibchen und gibt uns Futter, erwartungsvoll und vorsichtig traue ich mich nach vorne und schnüffle, ich sehe ihre Pfote, doch sie hält nicht wie sonst Futter, sondern greift auf das Brett und nimmt es weg. Schnell rennen wir verängstigt in unser Haus. Dann ist Ruhe. Das andere Meerschweinchen traut sich als erste aus dem Haus. "He schau mal, das Brett ist weg." Vorsichtig traue auch ich mich heraus. Ich sehe sie verwirrt dort stehen, wo immer das Brett war. Nun erkunde ich die Umgebung. Ja, das Brett fehlt. Nach ein paar Stunden höre ich wieder das bekannte Geräusch, das Weibchen kommt wieder. Es hält das Brett in ihren Pfoten. Lange Zeit macht es ungewohnte Geräusche und scheint an dem Brett zu arbeiten. Meine Angst ist nicht mehr so groß. Mittlerweile kenne ich das Wesen, sie macht uns nichts. Dann bringt sie das Brett mit ihrer Pfote wieder zu uns.
"Schau mal, das Brett ist wieder da, aber es ist anders, da sind weitere kleine Bretter dort." sagt das andere Meerschweinchen etwas verwirrt zu mir. Ich sehe es, aber mittlerweile ist mein Interesse an dem Brett nicht mehr so groß.

Das Weibchen hat Gras auf dem Brett verteilt. Lilly, so nenne ich das andere Meerschweinchen, da die Wesen sie auch immer so nennen, holte sich immer die untersten Blätter. Manchmal bin ich schneller und ich hole sie mir. Warum die Wesen sie immer bis nach oben legen, versteh ich nicht. Ich getraue mich nicht hochzulaufen. Plötzlich sehe ich wie Lilly sehr weit oben steht, neugierig schaue ich von unten zu ihr hoch. Wird sie ganz hochlaufen? Da dreht sie um und läuft wieder nach unten. Das letzte Stück springt sie runter. Auch ich getraue mich mittlerweile ein Stück nach oben.

Eines Tages, als ich Lilly wieder einmal beim hochlaufen zusehe, dreht sie unerwartet nicht um, sondern läuft weiter. Wo ist sie hin?
Mehrere Tage nun schon läuft Lilly nach oben, mich würde auch interessieren wie es da aussieht, aber ich getraue mich noch nicht.

Das Weibchen hält mit der Pfote Gras in meine Nähe. Ich bin im Häuschen, doch sie redet mir gut zu und ich vertraue ihr, vorsichtig strecke ich meinen Kopf heraus und nehme das Gras.
Lilly und ich haben uns schon so an die 2 Wesen gewöhnt, dass wir solange sie nicht ruckartig ihre Pfote nach uns strecken keine Angst mehr haben. Wir sagen ihnen sogar, wann wir Hunger haben und sie geben uns immer etwas.

Es ist hell. Ich krieche aus meinem Haus und laufe zu dem Brett. Lilly ist wieder einmal oben. Diesmal werde ich mich trauen, ich will wissen wie es da oben aussieht. Vorsichtig klettere ich von einem der kleineren Bretter zum nächsten. Bei diesen kleineren Brettern, die das Weibchen uns netterweise drangemacht hat, kann ich meine Pfoten aufstützen. Es ist eigentlich gar nicht so schwer, dank der kleinen Bretter hat es Lilly geschafft nach oben zukommen und ich werde es auch schaffen. Jetzt bin ich fast oben, Lilly kann ich schon sehen. Doch hier sind die Bretter weiter auseinander. Ich stoße mich ab und renne zu dem nächsten Brett. Geschafft, ich bin oben! Lilly begrüßt mich. Neugierig schaue ich mich um und schnüffele. Es ist schön hier, es ist heller als unten. Lilly scheint sich schon richtig eingelebt zu haben hier oben. Sogar hier oben gibt es eine Unterschlupfmöglichkeit für uns. Es ist eine Art Brücke, Lilly springt da oft hoch. Es scheint ihr Lieblingsplatz zu sein. Auch ich habe mich einmal getraut, aber da kam Lilly und wollte hoch. Ich ging freiwillig wieder runter, da oben ist mir doch etwas mulmig zu mute. Aber Lilly ist ja auch schon immer gerne auf unser Haus gesprungen. Sie scheint es zu lieben oben zu sein. Ich bin lieber im Häuschen als auf dem Häuschen.
Es gefällt mir hier, Lilly und ich verstehen uns gut miteinander und Angst vor den 2 Wesen haben wir auch keine mehr. Nur wenn sie neue Wesen mitbringen, verschwinde ich doch lieber schnell ins Häuschen. Dann rufen sie nach uns, ich werde übrigens Sheela genannt. Lilly traut sich ab und zu nach draußen, aber ich bleibe bei Fremden lieber im Häuschen. Lilly hat mir erzählt, dass sie auf ähnliche Weise von ihren Eltern weggenommen wurde, dennoch hat sie nie so eine Angst wie ich. Ich bin froh, dass sie hier ist, ihre Ruhe und Gelassenheit gibt mir Mut, dass sie nicht so neugierig ist wie ich, ist mir egal. Ich bin gespannt darauf, was wir noch alles erleben werden.
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1406572619
Sheela, Lilly und Tassilo
Sheela, Lilly und Tassilo
3 Meerschweinchen erzählen von ihrem Leben(nach einer wahren Begebenheit)
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2014-07-28
40G0
Tiergeschichten

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