CHRONIKEN DER UNTERWELT – Dein Leben in der verborgenen Welt der Schattenjäger TEIL 5

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2 Kapitel - 3.704 Wörter - Erstellt von: Anna Hess - Aktualisiert am: 2014-08-01 - Entwickelt am: - 5.584 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.33 von 5.0 - 12 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Catherina hat sich gegen ihren Bruder eingetauscht und muss nun mit den Folgen leben. Aber wie sieht ihre Zukunft aus? Hat sie überhaupt eine? Oder hat der Unbekannte nichts Gutes für sie im Sinn?
Erfahrt es im neuen Teil der Chroniken der Unterwelt - Dein Leben in der verborgenen Welt der Schattenjäger Reihe.

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    „Oh Gott...“, brummte ich und fasste mir an den schmerzenden Schädel. Er fühlte sich an, als hätte mich ein Pferd getreten. Oder, als hätte ic
    „Oh Gott...“, brummte ich und fasste mir an den schmerzenden Schädel. Er fühlte sich an, als hätte mich ein Pferd getreten. Oder, als hätte ich eine Flasche Bacardi in einem Zug geleert und wäre danach schlafen gegangen. Nein, eigentlich eher ersteres. Allerdings könnte man das Pferd durch eine Abrissbirne ersetzen. Ich startete einen Versuch mich aufzusetzen, ließ es dann jedoch bleiben. Da kam mir der kalte Steinboden auf dem ich lag wesentlich bequemer vor. Moment … Steinboden? Wieso lag ich auf Steinboden? Ich riss die Augen auf, doch nichts veränderte sich. Es war stockfinster und mit stockfinster meinte ich wirklich rabenschwarz. Kein bisschen Licht erhellte den Ort an dem ich mich befand. Wie konnte das sein? Ich meine, egal wo man war, ein wenig Licht war überall. Oh nein, jetzt wurde ich auch noch poetisch.
    Nun setzte ich mich doch auf. Hätte ich etwas gesehen, würde sich nun wahrscheinlich alles drehen. Auf jeden Fall fühlte sich mein Kopf so an. Starke Übelkeit überkam mich und ich schaffte es bloß mit größter Willenskraft, mich nicht augenblicklich zu übergeben. Vorsichtig tastete ich den Boden um mich herum ab. Nichts. Er fühlte sich glatt und kühl an. Frustriert vergrub ich das Gesicht in den Händen und versuchte mich zu erinnern, was als letztes passiert war. Ich erinnerte mich, dass mein Bruder während einem Kampf entführt und gefangen gehalten worden war. Ich hatte ein 'Gespräch' mit seinem Entführer und war mit ihm zu der Einigung gekommen, dass er mich im Austausch für meinen Bruder haben könnte. Dann war ich am vereinbarten Treffpunkt erschienen, hatte meinen Bruder wohlbehalten vorgefunden und mich anschließend zum See begeben. Dort hatte der blonde Mann mich bereits erwartet und … nichts und. Das war das Letzte woran ich mich erinnern konnte. Danach wurde alles schwarz. Dieser hinterhältige Sack musste mich irgendwie ausgeknockt haben! Plötzlich wurde ich richtig wütend. Das war nicht der Deal gewesen!
    „Wo steckst du, du Feigling? Was spielst du hier für ein krankes Spiel?“, schrie ich in die Dunkelheit. Meine Stimme klang kräftig. Der totale Gegensatz zu meinem aktuellen Befinden.
    „Ich bin doch hier.“, flüsterte ohne Vorwarnung eine tiefe Stimme direkt hinter mir. Mir entfuhr ein spitzer Schrei, den ich sogleich bereute. Ein trockenes Lachen ertönte, dieses Mal unmittelbar vor mir. Verdammt, könnte ich doch bloß etwas sehen. Mir blieb jedoch nichts anderes übrig als mitzuspielen. Wohl oder übel musste ich zugeben, dass ich die Zügel nicht in der Hand hielt, sondern der Unbekannte. Um mich zu beruhigen atmete ich mehrmals tief durch. Als ich meine Stimme wieder im Griff hatte, knurrte ich: „Wo bin ich?“
    „An einem sicheren Ort.“, lautete die knappe Antwort.
    „Wie ist dein Name?“, versuchte ich es weiter.
    „Das ist nicht wichtig.“, wurde ich abgewiesen.
    „Oh, komm schon! Wenigstens dein Vorname.“, stöhnte ich genervt.
    „Jonathan.“ Mir fiel die Kinnlade herab. Ich wusste, dass Jace mit Vornamen Jonathan hieß. Das hier konnte aber unmöglich Jace sein! Ach Quatsch, er war es zu hundert Prozent nicht. Ich hatte Jonathan doch vorher gesehen. Er sah ganz anders als Jace aus.
    „Warum wolltest du mich?“ Diese Frage schwirrte mir schon die ganze Zeit im Kopf herum.
    „Wer würde dich nicht wollen, Catherina?“, hauchte Jonathan mir ins Ohr und ich zuckte erneut zusammen. Menschenskinder, wie konnte er sich bloß so leise bewegen? Jetzt wo ich nichts sehen konnte, sollte ich doch zumindest ein doppelt so gutes Gehör haben. Trotzdem bekam ich von seinen Worten eine Gänsehaut. Ich erinnerte mich noch sehr gut daran, dass er nicht gerade schlecht aussah – leider.
    „Und wie geht es jetzt weiter? Du kannst mich doch nicht ewig in diesem Raum – sofern es denn einer ist – festhalten.“, brummte ich und starrte in die Dunkelheit. Ich hatte den Versuch ihn zu lokalisieren längst aufgegeben.
    „Ich könnte schon, aber ich will es nicht. Catherina, ich will dich, weil du unglaublich mächtig bist. Du bist eine der besten Schattenjägerinnen. Der einzige, der dir das Wasser reichen kann, ist Jace Wayland.“
    „Und warum willst du mich und nicht ihn?“, fauchte ich.
    „Bei Jace gibt es einen Grund, weshalb er so gut ist. Deine Kraft ist mir allerdings rätselhaft.“
    „Ach und was für ein Grund ist das?“
    „Du bist ganz schön neugierig, weißt du das?“, kicherte Jonathan. Allerdings klang er nicht amüsiert, sondern irgendwie emotionslos.
    „Ja, das weiß ich. Und würdest du mich kennen wüsstest du, dass ich nicht Ruhe gebe, bis ich eine Antwort bekomme.“
    „Und was ist, wenn ich dir nicht antworten und das Geheimnis verraten will?“ Ich blieb ihm eine Antwort schuldig. Wie gesagt, ich hatte keine Kontrolle über die derzeitige Situation. „Lässt du mich irgendwann hier raus?“, fragte ich schließlich leise.
    „Willst du hier raus?“, antwortete er mit einer Gegenfrage.
    „Ja.“
    „Dann wirst du das auch. Aber Catherina, du musst eins verstehen. Du kämpfst nicht mehr mit Jace, Alec und den anderen! Von jetzt an, kämpfst du mit mir. Ich kann dir Dinge zeigen, von denen du nicht zu träumen wagst. Ich werde dich Sachen lehren, die dich niemand anderes lehren kann. Bist du meine Gefangene? - Ja. Finde ich das gut? - Nein. Gibt es Regeln? - Ja. Ich möchte nicht, dass du meine Gefangene bist. Ich will, dass du mit mir arbeitest, weil das dein Wille ist. Vielleicht kommen wir irgendwann an diesem Punkt an, aber bis dahin werde ich dir nicht über den Weg trauen. Es gibt zwei Regeln. Die erste: Du tust was ich dir sage. Die zweite: Du fällst mir nicht in den Rücken und nimmst keinen Kontakt zu deinen Schattenjägerfreunden auf. Wenn du diese Regeln einhältst wirst du sehen, dass es dir hier nicht schlecht gehen muss. Wenn du mir versprichst dich an sie zu halten, lasse ich dich hier heraus.“ Ich brauchte eine Weile um über seine Worte nachzudenken. War ich wirklich bereit mit ihm zu kooperieren? Würde ich diese Regeln einhalten können? Wollen tat ich es jedenfalls nicht. 'Bis dahin werde ich dir nicht über den Weg trauen', waren seine Worte gewesen. Vielleicht hatte ich eine Chance zu entkommen, wenn ich ihn dazu brachte mir zu vertrauen. Mir war klar, dass es ziemlich unecht aussehen würde, würde ich ihm augenblicklich zu Füßen liegen und alles machen was er wollte. Nein, ich musste geringen Widerstand leisten. Ich musste ihn Glauben machen, dass ich mit der Zeit meine Lage nicht mehr schlimm fand. Das hörte sich leicht an, würde es jedoch ganz und gar nicht werden. Dessen war ich mir sicher. Aber ich musste es versuchen, wollte ich nicht in diesem dunklen Verlies verrotten. In der Zwischenzeit konnte ich bloß hoffen, dass Isabelle, mein Bruder und die anderen Schattenjäger mich finden und retten würden.
    „Ich verspreche es.“, besiegelte ich mein Schicksal mit krächzender Stimme.

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    Jonathan hatte mich allein zurück gelassen. Zumindest glaubte ich, dass er weg war. Gehört hatte ich es nicht. Auf mein Versprechen hatte er auch nicht geantwortet. Er war einfach, so vermutete ich, gegangen. Mit Sicherheit war noch nicht viel Zeit vergangen, doch in dieser Finsternis fühlte es sich wie eine Ewigkeit an. Würde er wiederkommen? Oder würde er mich hier versauern lassen?
    Plötzlich umschlossen zwei Hände meine Handgelenke wie Schraubzwingen und ich musste mir auf die Zunge beißen, damit ich nicht wieder einen Schrei ausstieß, dessen Gründe Schmerz und Schock waren. Zum Glück würde er sich in einer hellen Umgebung nicht mehr so an mich heran pirschen können. Unsanft zerrte Jonathan mich auf die Beine und zog mich hinter sich her. „Aua!“, jammerte ich um ein wenig Mitleid zu erhaschen. Allerdings war mein Versuch nicht mit Erfolg gekrönt, denn ich erhielt keine Antwort. Verärgert schnaubte ich. Unvermittelt hielten wir an und ich stolperte über meine eigenen Füße. Klar, Jonathan hatte Recht. Ich war eine wirklich gute (Schatten)jägerin.
    Es ertönte ein ohrenbetäubendes Kreischen das klang, wie wenn Metall über Metall rieb. Die Härchen auf meinen Armen stellten sich auf und ich versuchte mir instinktiv die Ohren zuzuhalten. Das verhinderte allerdings Jonathans stahlharter Griff. Wütend starrte ich in die Richtung, in der ich sein Gesicht vermutete.
    „Guck mich nicht so an.“, meinte er trocken. Meinen Blick hatte er in der Dunkelheit unmöglich sehen können!
    „Kannst du mir das auch beibringen? Nachtsicht?“, fragte ich hoffnungsvoll.
    „Nein, das ist angeboren. Wenn du im Dunkeln sehen willst, solltest du dir ein Nachtsichtgerät kaufen.“, erklärte Jonathan mit monotoner Stimme. Ich schnaubte bloß. „Pass auf. Es wird jetzt gleich hell werden. Am besten hältst du dir die Augen erst einmal zu.“
    „Ach was! Das brauche ich nicht. Ich bin nicht … AAHHHHH!“, rief ich und schlug mir die Hände vors Gesicht, die er nebenbei bemerkt wieder losgelassen hatte. Desweiteren hatte er ohne abzuwarten eine große Tür geöffnet, wodurch nun gleißendes Licht in mein Verlies fiel. „Oh, mein Gott! Ich bin blind!“ Mit geschlossenen Augen tastete ich wild in der Gegend umher und prallte dabei einmal auf etwas, das sich wie ein Gesicht anfühlte. Erneut griff Jonathan nach meinen Armen und hielt sie fest. Ich versuchte sie ihm zu entreißen und öffnete die Augen. „Hey, was soll das?“, rief ich empört. „Du hast mir ins Gesicht geschlagen.“, brummte Jonathan und lockerte seinen Griff nicht im Geringsten. „Aber doch nicht extra!“, knurrte ich und wehrte mich weiter. Dabei kam ich ihm unweigerlich näher und sah mich schließlich nur noch Zentimeter von seiner durchtrainierten Brust entfernt. Ich gab meinen Widerstand auf und sah zu ihm hoch. Mein Blick heftete sich auf sein markantes Gesicht; die hohen und scharf geschnittenen Wangenknochen, das markante Kinn und die durchdringend dunklen, beinahe schwarzen Augen. Die hellblonden Haare hingen ihm unordentlich in die Stirn. Auch er sah mich an und ich begann mich unter seinem Blick zu winden. Seine Augen waren so dunkel, dass ich nicht einmal seine Pupillen erkennen konnte.
    „Du kannst mich loslassen. Ich wehre mich nicht mehr.“, seufzte ich und wandte den Blick ab. Als er seinen Griff noch immer nicht lockerte fügte ich hinzu: „Versprochen.“ Misstrauisch fixierte er mein Gesicht. Ich sah wie sich ein Muskel in seinem Kiefer anspannte. Letztendlich kam er scheinbar zu dem Schluss, dass ich mein Wort halten würde. Ärgerlich rieb ich mir die schmerzenden Handgelenke. „Das hat trotzdem weh getan.“, maulte ich mit Blick auf meine Hände.
    „Oh ich bitte dich! Du hast doch bestimmt schon schlimmere Verletzungen als gequetschte Handgelenke gehabt.“, meinte Jonathan und zog seine linke Augenbraue in die Höhe. Sexy … Nein! Aus, Catherina!
    „Was soll ich sagen? Du bringst meine schlechtesten Seiten zum Vorschein.“
    „Das sind deine schlechtesten Seiten?“, lachte Jonathan und zu meiner Überraschung klang sein Lachen dieses Mal aufrichtig. „Dann musst du wirklich ein Engel sein.“
    Ich sog bei dem Wort 'Engel' scharf die Luft ein, denn jeder Schattenjäger wusste, dass damit nicht zu scherzen war. Nach unserem Glauben gab es Engel wirklich und wir stammten von ihnen ab. Woran Jonathan glaubte, war mir hingegen unbekannt. Wahrscheinlich war er Atheist, oder so. Na ja, Nephilim war auch keine anerkannte Religion, weshalb ich streng gesehen auch als Atheist gelten musste. Köpfchen einsetzen, Catherina. Mein Gott, ich sprach in Gedanken schon mit mir selbst.
    Erst jetzt nahm ich meine Umgebung wahr. Ich befand mich in einem hellen und auch relativ großen Raum, der mit typischen und stilvollen Möbeln ausgestattet war. Zum Beispiel wären da zwei riesige, cremefarbene Polstergarnituren mit kuschelig aussehenden Kissen, ein großer Flatscreen, ein Couchtisch aus Glas mit silbernen Löwenfüßen, ein riesiger, weißer und unheimlich weicher Teppich und eine Stehlampe mit weißem Schirm und silbernem Fuß, die man mittels einer silbernen Schnur ein - und ausschalten konnte. Zudem bestand eine Wand des hell gestrichenen Raumes komplett aus Glas und gab den Blick auf ein großes, klares Gewässer – wahrscheinlich handelte es sich um einen See – frei. Anscheinend befand ich mich im Wohnzimmer des Hauses. Von diesem Raum aus konnte ich sehen, dass es eine große Küche und ein gemütliches kleines Esszimmer gab, denn in die Wände waren zwei breite, weiße Türrahmen eingelassen, die einen in die angrenzenden Räume blicken ließen. Das, was jedoch mein Herz aufgehen ließ, war ein Bücherregal, das eine weitere gesamte Wand des Wohnzimmers einnahm. Es war gefüllt mit den unterschiedlichsten Büchern – von Lexika, über Buchreihen wie Sherlock Holmes und Harry Potter, bis hin zu klassischen Romanen und Thrillern beispielsweise von Mary Higgens Clark und Chris Carter. Beinahe wäre ich in Tränen ausgebrochen. Ich liebte Bücher über alles und lief dementsprechend in diesem Moment Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden. Schmunzelnd betrachtete Jonathan mich. Offenbar erkannte er, dass mich das Bücherregal sprachlos werden ließ. „Das verschlägt dir die Sprache, hm?“, fragte er.
    „Ist das so offensichtlich?“, erkundigte ich mich, noch immer das Regal anstarrend.
    „Ja, denn du hast deinen Kiefer so weit ausgehangen, dass du locker einen Hirsch verspeisen könntest.“, lachte Jonathan und dieses Lachen ließ mich zu ihm umdrehen – natürlich erst, nachdem ich meinen Mund geschlossen hatte. Das Lachen hatte so ehrlich und offen geklungen, doch als ich ihn nun ansah, erkannte ich lediglich wieder den kühlen, jungen Mann mit den undurchdringlichen Augen. Eine unangenehme Stille entstand, die ich schließlich mit den Worten: „Hast du auch ein Zimmer für mich eingeplant?“, brach. Ohne ein einziges Mal zu blinzeln, antwortete Jonathan: „Ja, wenn du mir folgst, kann ich es dir zeigen.“ Gebannt von seinem Blick schluckte ich schwer und ging ihm nach, als er sich in Bewegung setzte. Wir stiegen eine Weiß lackierte Holztreppe hinauf, die uns in einen kleinen Flur mit Sicht nach unten in den Wohnraum führte. Einen Sturz aus dieser Etage, verhinderte ein ebenfalls Weiß lackiertes Geländer aus feinem Holz. Von dem Flur führten drei Türen ab. Eine Tür stand offen und gab den Blick auf ein Weiß gefliestes Badezimmer frei. Offenbar war alles in diesem Haus Weiß – nicht, dass ich mich beschweren wollte. Besser ein Haus nur mit hellen Räumen, als ein herunter gekommenes Haus mit morschen Geländern und Böden. Die zweite Tür war angelehnt, jedoch sah ich, dass auch dieser Raum lichtdurchflutet war. Die letzte der drei Türen war geschlossen und so wettete ich, auch verschlossen. Wahrscheinlich befand sich hinter ihr das Schlafzimmer von Jonathan. Wie ich bereits erwartet hatte, führte er mich zu dem Zimmer mit der angelehnten Tür. Er stieß sie auf und der Raum, der sich mir offenbarte, verschlug mir die Sprache.
    Auch in diesem Raum bestand eine ganze Wand aus Glas und auch hier konnte man direkt auf den See sehen – den ich nun, da ich eine bessere Sicht hatte, zweifelsfrei als solchen identifizieren konnte. Mitten im Raum stand ein weißes Himmelbett, dessen 'Inneres' von cremefarbener, hauchdünner Seide umhüllt wurde. Saß man aufrecht im Bett, konnte man hinaus auf den See blicken. Hinter dem Bett, also am Kopfende, stand eine weiße Kommode mit einer kleinen grünen Pflanze darauf. Rechts von dem Bett hing ein circa 1.80m hoher, schmaler Spiegel an der in dunklem Beige gestrichenen Wand. Der Boden des Zimmers war mit hellbeigem Teppichboden ausgelegt worden, in dem die Füße geradezu versanken. Rechts und links von dem Himmelbett standen zwei kleine – natürlich weiße – Nachttischchen mit denselben Lampen, wie sie eben unten im Wohnzimmer als Stehlampe gestanden hatten, nur als Tischlampe darauf. Auch hier schaltete man sie mittels einer kleinen silbernen Schnur ein und aus.
    „Wow.“, war alles was ich zu meinem Schlafzimmer zu sagen hatte. Etwas anderes fiel mir einfach nicht ein. Noch nie zuvor hatte ich einen solch prächtigen Raum bewohnt!
    „Gefällt dir das Zimmer?“, fragte Jonathan unnötigerweise.
    „Natürlich!“, hauchte ich, lief zum Himmelbett und warf mich auf die Matratze. Diese sah nicht nur dick und gemütlich aus, sie war es auch. Unmittelbar nach meinem Sprung war ich auch schon in den unzähligen Kissen und Decken versunken.
    „Okay, gut. In der Kommode liegen einige Anziehsachen und in der untersten Schublade findest du Handtücher, Zahnbürsten und weitere Badeutensilien. Am besten gehst du jetzt duschen, ziehst dir danach etwas Frisches an und kommst dann runter ins Wohnzimmer. Da besprechen wir dann was ich geplant habe.“
    „Du hast wirklich an alles gedacht, oder?“, fragte ich grinsend, bekam jedoch keine Antwort. Als ich nach dem Grund sah, wurde mir schnell klar warum. Jonathan hatte bereits den Raum verlassen. Wie sollte es auch anders sein?
    Seufzend öffnete ich die unterste Schublade der Kommode und fand tatsächlich einige Handtücher und alles was man sonst noch zum Frischmachen benötigte vor. Nachdem ich mir ein 'Set' zusammengestellt hatte, ging ich ins Badezimmer und erneut wäre mir beinahe die Kinnlade herab gefallen.
    Das Badezimmer war wie gesagt weiß gefliest und durch große, lichtdurchlässige Fenster sehr hell. Die sanitären Anlagen waren: eine riesige Eckbadewanne mit Massagedrüsen, eine ebenerdige Regenschauerdusche aus Glas, eine Toilette, verborgen hinter einer hüfthohen gefliesten Wand und zwei riesige Waschbecken mit goldenen Wasserhähnen. Generell war alles, was normalerweise aus Silber bestand oder versilbert wurde, Gold – Wasserhähne, Abflussrohre und so weiter. Kurz gesagt: Dieses Badezimmer war der pure Luxus.
    Da ich jedoch schnell fertig werden wollte sprang ich, statt ein ausgiebiges Bad in der Eckbadewanne zu genießen, nur schnell unter die Dusche, föhnte mir danach die langen blonden Haare mit einem bereit liegenden Föhn und wickelte mich in ein weißes, nach Waschpulver riechendes Handtuch. Danach ging ich zurück in mein Zimmer – ich konnte es immer noch nicht fassen 'mein Zimmer' – und durchsuchte die Kommode nach brauchbaren Anziehsachen. Zu meiner großen Freude war sie lediglich mit praktischen Sachen wie Tops, Jeans und T-Shirts gefüllt, weshalb ich schnell fündig wurde. Ich wählte ein hellblaues Muskelshirt für Frauen, eine schwarze, eng anliegende Dreiviertelhose und weiße Vans. Sogar an Unterwäsche hatte Jonathan gedacht, was teils erfreulich und teils unheimlich war. Die BH's waren alle Standard, aber statt Unterhosen hatte er mir lediglich Strings zur Verfügung gestellt. Das war zwar kein Problem, jedoch konnte ich mir Jonathan nicht vorstellen, wie er in einem Geschäft Strings kaufte.
    Zum Glück waren meine Haare von Natur aus glatt und fielen mir jetzt seidig glänzend den Rücken hinab. Ich streifte sie nach vorne und legte sie mir über die linke Schulter. Zufrieden stellte ich fest, dass das Blau des Tops perfekt mit meinen Augen harmonierte und meine Haut nun, da es Sommer war, leicht gebräunt war. Ich musste definitiv nicht hinter Jonathan zurückstecken, was das Aussehen betraf.
    Nun, da ich fertig war, lief ich die Treppe hinab ins Wohnzimmer. Schon auf halben Wege konnte ich sehen, dass er auf einem der Sofas saß, das eine Bein lässig auf das andere stützte und auf mich wartete.
    Eins war mir klar. Zwar wirkte das alles im Moment noch wie ein fünf Sterne Urlaub, jedoch war es nur die Fassade einer viel ernsteren Situation – meiner Gefangenschaft. Ich war Jonathans Gefangene und mir blieb nichts anderes übrig als zu tun, was er mir sagte. Ich wusste weder wer er war, noch ob er für die Dämonen oder Nephilim kämpfte. Außerdem war ich zu dem Schluss gekommen, dass das hier höchst wahrscheinlich nicht sein Haus war – blieb die Frage offen, wem es gehörte. Sicher war ich mir nur in einem: Ich hatte ein ungutes Bauchgefühl was ihn betraf und mein Bauch irrte sich für gewöhnlich nie. Es sei denn ich hatte Hunger und das, so wurde mir in diesem Augenblick klar, war momentan definitiv der Fall. Mein Bauch fühlte sich an, als hätte ich seit Jahren nichts mehr gegessen. Doch bevor ich ihn füllen konnte, erwartete mich ein mehr oder weniger aufschlussreiches Gespräche, in dem sich mit Sicherheit einige Fakten klären würden. Ob zu meinen Gunsten oder nicht, würde sich noch zeigen.

    Das war es auch schon wieder. Entschuldigung, dass es so lange gedauert hat, doch ich habe erst vor wenigen Tagen meinen Abschluss hinter mich gebracht und der war mit einem nicht niedrigen Faktor an Stress verbunden. Jetzt sind erst einmal Ferien, was bedeutet, dass ich VIEL Zeit zum Schreiben habe und die Fortsetzung schon bald erscheinen wird. Ich habe vollkommen vergessen wie viel Spaß es macht, an dieser Geschichte zu schreiben … (Entschuldigung, wenn Euch das jetzt gerade nicht interessiert hat und das eine unnötige Information war)
    Hat Euch der 5. Teil der Geschichte gefallen, oder werdet Ihr es langsam Leid weiter zu lesen? Schreibt es doch einfach in die Kommentare und lasst es mich wissen! Auf ein fröhliches Wiedersehen:)

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1406064415
CHRONIKEN DER UNTERWELT – Dein Leben in der ve...
CHRONIKEN DER UNTERWELT – Dein Leben in der ve...
Catherina hat sich gegen ihren Bruder eingetauscht und muss nun mit den Folgen leben. Aber wie sieht ihre Zukunft aus? Hat sie überhaupt eine? Oder hat der Unbekannte nichts Gutes für sie im Sinn?Erfahrt es im neuen Teil der Chroniken der Unterwelt - D...
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2014-07-22
406H
Chroniken der Unterwelt

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