Gestrandet (Fluch der Karibik) Teil 2

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3 Kapitel - 2.610 Wörter - Erstellt von: Sensless - Aktualisiert am: 2014-08-01 - Entwickelt am: - 3.247 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier der zweite Teil meiner FF, diesmal geht's nach Tortuga!: D
Hoffe, sie gefällt euch!:)

1
Meine Hände umfassen das spröde Holz der Reling. Sanfte Wellen kräuseln sich am Schiff, als würden sie einen alten Freund begrüßen. Ein kalter Wind pfeift mir in den Ohren, die Gischt kühlt mein Gesicht. Graue Wolken bedecken den Himmel, die Farbe des Ozeans ist dunkelblau. Ein leiser Schauer jagt mir über den Rücken. Faszinierend und respekteinflößend erstreckt sich das Meer endlos vor mir. "Bewundert Ihr den Ausblick?", fragt mich eine tiefe Stimme hinter mir. Ich drehe mich um und sehe Jack ungefähr einen Meter vor mir. Sofort werde ich rot. Die Blamage des ersten Abends sitzt noch zu tief. Ich schaue zu Boden, als ich antworte: "Ja, aber Ihr als Pirat wisst es sicher nicht zu schätzen, was ihr hier jeden Tag seht." Ein leises Lachen kommt über seine Lippen, bevor er erwidert: "Ihr irrt. Meist ist die einzige Liebe eines Piraten die See. So wunderschön..." Seine Finger legen sich unter mein Kinn, heben es an. Sein Blick verhakt sich in meinen, während er hinzufügt: "Und doch so gefährlich." "Warum habe ich das Gefühl, dass Ihr nicht nur die See meint?", frage ich, immer noch gefangen in seinem Blick, der mir die Knie weich werden und mein Herz höher schlagen lässt. Meine Hände tasten nach hinten und umfassen die haltgebende Reling. Verschmitzt lächelt er: "Ihr habt eine verblüffende Menschenkenntnis, Mrs. Green." "Miss Green", korrigiere ich ihn automatisch. Seine Miene drückt für einen kurzen Moment Verblüffung aus, bevor er sagt: "Ihr solltet euch trotzdem umziehen. Wir legen bald an. Nicht, dass es in Tortuga jemanden stören würde, doch da laufen allerlei zwielichtige Gestalten herum." "So wie Ihr?", frage ich, eigentlich ist es nur ein Hauch. Ich habe erwartet, dass er lächeln würde, doch seine Miene bleibt angespannt. Ist das da Sorge in seinem Blick? "Nein, schlimmer", antwortet er, bevor er sich umdreht und geht. Ich bleibe noch einige Momente an die Reling gelehnt stehen, um mich zu sammeln, bevor ich in seine Kajüte gehe. Ich möchte mich auf das Bett fallen lassen, doch ich bemerke gerade rechtzeitig, dass dort Klamotten liegen. Ein weißes Hemd, eine braune, schlichte Hose und ein schwarzes Kopftuch. Eine Hose? Macht er sich solche Sorgen um mich, dass er mich als Mann verkleidet? Ich sehe noch einmal kurz an mir herunter, bevor ich mich dem Behelfskleid entledige, das ich mir auf der Insel zurecht geschnipselt habe. Zuerst lege ich die Bluse an und stelle zwei Sachen fest: Erstens ist sie etwas zu groß und zweitens riecht sie wie Jack. Herb, süßlich, ein Hauch Rum und der allgegenwärtige Geruch des Meeres. Ich kremple die Ärmel ein Stück rauf und schließe alle Knöpfe bis auf die oberen zwei. Als nächstes ziehe ich die Hose über, die schon besser passt als das Hemd und augenscheinlich nicht von Jack stammt. Das Kopftuch binde ich so, dass meine Haare halbwegs gebändigt sind. Ich entdecke noch ein paar Stiefel, die ich auch anziehe. Danach gehe ich zum Spiegel, zum ersten Mal seit Wochen, kommt mir vor. Meinem Aussehen hat der Schiffbruch keinen Abbruch getan, ich bin höchstens ein bisschen dünner geworden. Auch das Outfit steht mir einigermaßen, meine langen, blonden Haare passen perfekt zum eher dunkel gehaltenen Kopftuch, meine blauen Augen stechen durch die weiße Bluse noch mehr hervor als ohnehin schon. Zufrieden mit mir selbst gehe ich wieder an Deck, wo alles bereits auf das Anlegen vorbereitet wird. Jack steht am Steuerrad und schaut stirnrunzelnd auf einen Kompass. Ich gehe kurzerhand zu ihm und frage: "Alles in Ordnung?" Er zuckt kurz zusammen, bevor er sagt: "Einen Piraten sollte man nicht erschrecken, außer, man will erschossen werden. Aber nein, es ist nichts in Ordnung." "Was ist los?", will ich wissen, woraufhin er mit dem Kopf auf seinen Kompass deutet. "Er ist kaputt", stelle ich trocken fest, woraufhin er den Kopf schüttelt und lächelt. Irgendetwas an seinem Lächeln lässt mich begreifen. Ich nehme ihn in die Hand, wiege ihn hin und her, bevor ich sage: "Die Nadel zeigt nicht nach Norden, aber ich schätze, das ist es nicht, was Euch Sorgen bereitet." "Erstaunliche Menschenkenntnis", bemerkt er, dann erklärt er: "Die Nadel zeigt auf das, was Ihr am meisten begehrt. Und die Richtung meines Verlangens hat sich geändert, das ist alles." Der Kompass in meiner Hand pendelt sich langsam ein und die Nadel weist nun direkt auf Jack. Ich werde rot und klappe ihn schnell zu, bevor ich ihn zurückgebe und sage: "Dann solltet Ihr Euch klar werden, was ihr wirklich wollt." "Nicht einfach, was Ihr da von mir verlangt, Darling", erwidert er und sieht mir wieder mit diesem intensiven Blick in die Augen. Oh Gott, wo ist die Reling, wenn man sie mal braucht? Sein Blick ist immer noch in meinen verkeilt, als er die Hand hebt und einen Knopf meiner Bluse schließt. Sein Daumen verweilt eine Weile länger als nötig auf meiner nackten Haut. Mein Herz schlägt inzwischen so laut, dass ich Angst habe er könnte es hören. Langsam beugt er sich vor, bis seine Lippen leicht mein Ohr berühren. Sein heißer Atem streift meine Haut, während er sagt: "Wir wollen doch keine falschen Zeichen vermitteln." Abrupt wendet er sich ab, geht ein paar Meter zurück, zwinkert mir kurz zu und schreit dann: "Was dauert das so lange ihr lausigen Landratten?" Er verschwindet in Richtung Mast, während ich versuche, meinen Herzschlag zu regulieren. Das kann ja heiter werden.

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