Pureblood

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13 Kapitel - 12.914 Wörter - Erstellt von: Seva Black - Aktualisiert am: 2014-07-15 - Entwickelt am: - 2.637 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Stell dir vor du wärst vor längerer Zeit mal auf Hogwarts gewesen, doch ein unglücklicher Zwischenfall hat dir einen Strich durch die Rechnung gemacht und so konntest du deine Zeit nicht beenden.
Du lebst also dein Leben, so vor dich hin, eher abgeschottet von der Welt und hast alles gekonnt vergessen. Doch plötzlich klopft ein Gewisser Albus Dumbledore an deiner Tür und bietet dir an noch einmal deine Zeit in Hogwarts zu wiederholen und sie diesmal zu beenden. Würdest du es tun? Auch wenn du dafür eines Jungens Leibwache spielen müsstest, den du gar nicht leiden kannst?

    1
    Vorwort:

    Das ist eine kleine Geschichte, selbst geschrieben von mir. Allerdings ist sie vielleicht nicht jedermanns Geschmack. Ich hoffe sie gefällt euch trotzdem.
    (Diese Geschichte kannst man auch auf Zauberhogwarts lesen, den dort habe ich sie ebenfalls veröffentlicht)

    Prolog
    Ich schob meine Bettdecke beiseite und erhob mich mühsam. Aufstehen ist das Schlimmste, was es gibt, dachte ich. Ich rieb mir die Augen und gähnte. Draußen war es dunkel, so wie ich es mochte. Ich stand auf und ging in die Küche, wollte mir was Essbares aus dem Schrank hohlen, doch die Türklingel kam mir dazwischen.
    Innerlich fluchend ging ich zur Tür, um sie zu öffnen. Ist wahrscheinlich der Briefträger, obwohl der doch immer nur morgens kommt.
    Ich drückte die Klinke nach unten und die Tür öffnete sich quietschend. Das Teil muss dringend mal geölt werden!
    Vor der Tür stand Albus Dumbledore. Den Mann hätte ich am wenigsten erwartet.
    Dumbledore lächelte mir freundlich zu, als er meinen verdutzten Ausdruck auf dem Gesucht sah.
    <>, fragte er. Ich nickte nur und hielt ihm die Türe auf.
    Ein paar Minuten später saßen wir beide am Küchentisch. Dumbledore durchbrach die Stille: << Yuna, ich hätte eine Bitte an dich.>> Eine Bitte? <>
    <Hogwarts abschließt.>>
    <>
    <Hogwarts abschließen.>>
    <>
    <Potter achten.>>
    <hab' mich grad' erst an den Nacht-Tag Rhythmus gewöhnt.>>
    <'ne gute Geschichte aus, wieso Sie schon in die 3. Klasse kommen.>> Nach diesen Worten verschwand er und ließ mich wieder alleine in meiner Wohnung zurück.

    1.Kapitel
    Und so stand ich also am 1. September vor dem Gleis 9 3/4.
    Ich wusste nicht, warum Dumbledore darauf bestand, dass ich Harry Potter schützen sollte. Schon beim Namen wurde mir fast schlecht.
    Er hat den dunklen Lord umgebracht, denkt wahrscheinlich, er wär' was Besseres als wir alle und will, dass wir ihm alles machen. Außerdem wird wohl immer eine riesige Menschenmenge um ihn sein, wahrscheinlich hauptsächlich Schlammblüter...
    Ja, ich hasste ihn schon jetzt!
    Ich ging, ohne zu zögern, durch die Wand und sah die Scharlachrote Dampflock sich vor mir erstrecken.
    Zielstrebig ging ich auf sie zu, stieg ein und durchsuchte die Abteile nach dem Jungen...
    Und da war er auch schon. Dieselben schwarzen Haare wie James und die grünen Augen von Lily. Ja, das konnte nur er sein. In dem Abteil saß auch ein Mann. Er kam mir bekannt vor, doch ich war mir nicht so sicher, wer es jetzt genau sein könnte.
    Neben Harry saß noch ein Junge mit roten Haaren und Sommersprossen... eindeutig so ein Blutsverräter Weasley und noch ein Mädchen mit braun-blonden Haaren... ihr Blut roch: schlammblütig.
    Ich seufzte. Da muss ich mich jetzt rein setzen? Zu Blutverrätern, Schlammblütern und Harry Potter.
    Erst mal blieb ich draußen stehen und versuchte, zu verstehen, worum es in ihrem Gespräch ging.
    Es ging um das Sirius Black, einen gefürchteten Mörder und größten Anhänger des dunklen Lords. Dass ich nicht lache... Sirius hat nie nur ein kleines bisschen mit Todessern zu tun gehabt. Und er soll Potter töten wollen...na meinen Segen hat er. Ach ne, ich muss ihn ja schützen.
    Ich fackelte nicht mehr lange und stieß die Tür einfach auf. Die 3 starrten mich erschrocken an, ich ignorierte ihre Blicke und ließ mich neben dem schlafenden Mann nieder.
    << Hi...>>, meinte ich beiläufig.
    <Hermine Granger>>, fing das Mädchen an. <Ron Weasley und Harry Potter>>, ergänzte sie.
    Ich nickte den Jungs zu, verlor aber kein weiteres Wort. Mann, war ich müde. Ich hab' ewig versucht, den menschlichen Rhythmus was Tag und Nacht angeht, wieder hinzubekommen, aber es gelang mir noch immer nicht.
    <>, fragte Weasley.
    <>, antwortete ich genervt. Warum wollten die sich unbedingt mit mir unterhalten?
    Ich war es gewohnt, dass Menschen und Zauberer Abstand hielten und ich meine Ruhe hatte.
    <>, rief Granger erstaunt, << Da sind wir auch, doch ich kann mich nicht erinnern, dich mal gesehen zu haben. In welchem Haus bist du denn?>>
    <Slytherin...!>> Nach dieser Aussage hielten sie endlich ihre Klappe. Anscheinend mochten sie keine Slytherins.
    Sie fingen an, über keine Ahnung was zu reden und ich ließ meine Gedanken schweifen.

    2
    2.Kapitel
    Plötzlich hörte ich eine Stimme in meinem Kopf: <<Cary! Carey! Lass das! Hör auf! Du tust mir weh!>>
    Ich schreckte auf. Mir war gar nicht aufgefallen, dass meine Augen zu gefallen waren. Jetzt öffnete ich sie und sah zu meinem Schreck Dementoren!
    Sie haben die Stimme also in meinen Kopf gesetzt. Ich wollte ihre Stimme nicht hören. Sie sollten abhauen. Die anderen Kinder in diesem Zug schrien, zitterten und alles. Die Dementoren kamen langsam in unser Abteil. Ich zog meinen Zauberstab. Doch der Mann hinter mir war schneller. <<Niemand von uns hat Sirius Black, versteckt. Verschwindet!>>
    Die Dementoren waren unbeeindruckt von ihm und kamen trotzdem immer näher. Die Stimme in meinen Kopf wurde lauter: <<CAREY! NEIN! LASS DAS!>> Ich presste meine Hände auf meine Ohren. Ich konnte das nicht mehr mit anhören. Die Bilder zu dieser Stimme nahmen langsam Gestalt in meinem Kopf an.
    <<EXPECTO PATRONUM!>> Ein blaues Etwas brach aus dem Zauberstab des Mannes hervor. Ein Patronus!
    Die Dementoren wichen zurück, die Stimme in meinem Kopf wurde leiser, sie hörte ganz auf. Erleichtert ließ ich meine Hände wieder auf meinen Schoß sinken.
    Ich schaute mich um. In unserem Abteil war noch ein gänzlich unbekannter, aber reinblütiger Junge und noch ein Weasley, diesmal aber ein Mädchen. Die zwei und Weasley 1 und Granger saßen um Harry Potter herum.
    Harry Potter lag ohnmächtig auf dem Boden. Der Mann, beugte sich zu ihm runter und gab ihm eine Ohrfeige.
    Als Harry endlich wieder bei Bewusstsein war, nahm der Mann einen Schokoriegel und brach ihn in viele kleine Stücke, er gab Potter einen, Weasley 1 und 2 einen, Granger einen und dem anderen Jungen mit den schwarzen Haaren einen.
    Als er mir eins geben wollte, winkte ich ab. Ich wollte keine menschliche Nahrung. Das war nicht gut für meine Verdauung. (Sorry das musste sein xD)
    Er nahm den Riegel wieder an sich und verließ das Abteil mit den Worten, er würde kurz zum Fahrer gehen und dort was nachsehen.
    Die anderen redeten wieder weiter und sorgten sich um Potter. Ich wusste es doch, er will immer nur Aufmerksamkeit ...
    Der Zug setzte sich wieder in Bewegung und fuhr weiter in Richtung Hogwarts.

    3
    3.Kapitel
    Am Bahnhof in Hogsmead überlegte ich mir einen kurzen Moment, ob ich mit den Erstklässlern Boot fahren wollte, doch ich wollte nicht so komisch angestarrt werden, also stieg ich in die nächste Kutsche ein. Ich ignorierte die drin sitzenden Leute und auch die Thestrale, die ich zu meinem Leidwesen natürlich sehen konnte und fuhr in Richtung Schloss.
    Im Schloss angekommen, winkte Minerva McGonagall mich zu sich. <<Du bist doch die neue Drittklässlerin oder?>> Ich nickte nur ich hatte McGonagall noch nie gemocht. Sie war unfair und hatte einen seltsamen (Seltsam? Genau xD) Hass auf Slytherins, den ich nicht verstand. Sie winkte mich zu den Erstklässlern, die mich entsetzt anstarrten. Die Winzlinge hatten wohl noch nie einen großen Menschen gesehen.
    Ich ignorierte sie (Wow, wenn ich mal so viele Leute, die mich anstarren, ignorieren könnte...)
    McGonagall kam nach ein paar Minuten wieder und ließ die Erstklässler und mich in die Große Halle. Vorne beim Lehrertisch kamen wir zum Stehen. Die meisten Augen hatten sich schon an den Neuen sattgesehen und lagen jetzt auf dem Hut.
    Der Hut fing an, sein Gedicht zu sprechen:

    Ich bin vielleicht ein alter Hut,
    Doch was ich mach', das kann ich gut.
    Meine Aufgabe ist es, euch zu zeigen,
    Welche Leute dich werden gut leiden.
    Welches Haus zu euch passt, werde ich entscheiden,
    Um das falsche Haus zu vermeiden.
    Die Häuser, die es gibt sind vier,
    Und jedes hat für bestimmte Leut' 'ne offene Tür.
    Zum Beispiel ist Gryffindor für die Mutigen unter euch,
    Ritterlichkeit und ähnliches wird hier gebraucht.
    In Slytherin dagegen ist man listig,
    Doch seine Freunde verraten ist hier nicht richtig.
    Ravenclaw ist für schlaue und weise Leut',
    Wenn du dazu gehörst, sag' ich dir das heut'.
    Und nun bleibt noch Hufflepuff,
    Das freundlichste aller Häuser,
    Hier ist wichtig Fleiß und Treu'
    Und man hat vor keiner Arbeit Scheu.
    So kommt, habt keine Angst,
    Ich finde das richtige Haus für dich.
    Ich hoffe, dass du dieses Gedicht nicht vergisst.
    (Ja, das war das wahrscheinlich schlechteste Gedicht, das der Hut je aufgesagt hat xD)


    Die ganze Halle applaudierte und McGonagall fing an, die Namen zu verlesen.
    Age, Magdalena!
    Ein Mädchen mit sehr hellblonden Haaren trat nach vorne. Der Hut blieb eine Weile still auf ihrem Kopf, rief dann aber RAVENCLAW!
    Als der letzte, Ziegel, Max, nach Hufflepuff kam, rief McGonagall
    <<Dark, Yuna>> Das war ich. Ich seufzte und lief zum Stuhl. Sie setzte mir den Hut auf.
    Der fing sofort an zu reden. <<Hm… dich kenne ich doch, warst du nicht schon mal hier?>>
    <<Ja, war ich…>>, antwortete ich genervt, << Aber mir wurde die ehrenwerte Aufgabe zuteil, Kindermädchen für den Liebling aller Zauberer zu werden…>>
    Ich hatte das Gefühl, er kicherte leise: <<Du hast dich rein gar nicht verändert, ich glaub', am besten passt immer noch SLYTHERIN!>> Das letzte Wort rief er und ich nahm den Hut ab, setzte ein triumphierendes Lächeln auf und ging zum Slytherintisch, der laut jubelte.

    4
    4. Kapitel
    Ich setzte mich auf den Platz neben einem blonden Jungen, der mir auch sehr bekannt vorkam. Dieser nickte mir zu, doch sagte nichts, da Dumbledore aufgestanden war, um seine Rede zu halten: <<Lange Reden sind oft sehr ermüdend, außerdem habt ihr sicher alle einen mindestens so großen Appetit wie ich und daher werde ich alles weitere nach dem Essen erklären.>> Kaum waren die letzten Worte verklungen, füllten sich die Teller mit Essen aller Art. Es sah wundervoll aus und ich bedauerte zutiefst, nichts davon essen zu können (Ja, du bist echt arm dran, ich leide mit dir).
    Ich sah zu, wie die anderen Schüler anfingen, ihre Teller voll zuladen und anfingen zu essen. <<Isst du nichts?>> Ich drehte mich um, der Blondhaarige hatte mich dies gefragt. <<Nein>>, antwortete ich einfach nur. <<Und wieso nicht? Es ist sicher nicht vergiftet.>> Die zwei Gorillas neben ihm fingen an zu lachen, dabei war dieser Witz mehr als unlustig. <<Kümmer' dich um dein eigenes Leben, Blondie!>> Er nickte nur und bedeutete seinen Gorillas, zu schweigen.
    Als endlich alle fertig gegessen hatten, verschwand auch das Essen von den anderen Tellern und Dumbledore erhob sich: <<Also, wie ihr alle sicher schon bemerkt habt, haben wir dieses Schuljahr zusätzliche Schutzmaßnahmen in diesem Schloss. Die Dementoren sind an jedem Ein- und Ausgang platziert und es ist unmöglich, sie zu täuschen, also bleibt zu eurer eigenen Sicherheit bitte auf dem Schulgelände.>> (Ja, ich weiß, es ist nicht der Originaltext, aber leider habe ich momentan das Harry Potter 3 Buch nicht zur Hand.) Unter den Schülern entstand ein wildes Getuschel. Auch Blondie fing an, mit den anderen in seiner Nähe zu reden: << Soll das ein Scherz sein? Diese Dinger sollen hier überall sein?>> Ein Mädchen, auch etwa 13, antwortete ihm: << So wie ich Dumbledore kenne, wird er die Dinger nicht ins Schloss lassen, aber ja, ich glaub', sie werden sonst überall sein.>> Das schien auch sie sichtbar zu beunruhigen. Genauso wie die Gorillas, die mit seltsamer Miene Blondie anschauten.
    Dumbledore sprach nun weiter: << Ich weiß, das ist sehr beunruhigend, aber Sie werden damit schon klar kommen und jetzt begrüße ich erstmal unsere neuen Erstklässler und natürlich auch dich, Yuna (er nickte mir kurz zu). Außerdem erinnere ich euch, daran zu denken, dass der Wald absolut tabu für euch Schüler ist und ich soll euch von Filch daran erinnern, dass Zaubern auf den Gängen verboten ist. So, das war es dann auch schon. Ich wünsche euch allen eine gute Nacht und einen guten Start ins neue Schuljahr.>> Damit standen dann alle Schüler auf und verließen langsam die Halle. Ich wusste den Weg zwar, aber um sicher zu gehen, folgte ich Blondie und seinen 2 Gorillas, die man immer sehr gut in dem Getümmel sah, da sämtliche Schüler ihnen auszuweichen schienen. Das Passwort für den Gemeinschaftsraum war „Salazar“. Wie überaus einfallsreich, da wird niemand drauf kommen…
    Der Schlafsaal für Mädchen war ebenfalls immer noch an derselben Stelle. Ich trat ein. In dem Schlafsaal standen 4 Betten. Auf drei der Betten saß jeweils schon ein Mädchen. Ich legte mein Zeug auf das letzte Bett. Die ganze Zeit spürte ich die fragenden Blicke der anderen im Rücken. Ich hasste es. Normalerweise wollte ich einfach nur unsichtbar sein, was mir leider Schwierigkeiten bereitete. Als ich mein Zeug geordnet hatte, drehte ich mich endlich um, um ihnen zu zeigen, dass ich fertig war und sie anfangen konnten, mir irgendwelche Fragen zu stellen, die ich eh mit einer Lüge beantworten müsste. <<Wie kommt es, dass du in die 3. Klasse kommst?>>, fing das Mädchen an, das vorher mit Blondie geredet hatte. Na toll, da waren die Fragen auch schon… <<Ich hatte erst Hausunterricht, da man als Zauberer noch nicht schulpflichtig ist>>, erklärte ich. <<Und warum hast du dann jetzt keinen Hausunterricht mehr?>>, fragte ein anderes, eher bulliges Mädchen. <<Meine Eltern haben sich getrennt und mein Vater, der mich immer unterrichtet hat, der ist nach Deutschland gezogen und hat mich und Mum alleine gelassen. Na ja, und da sie mich nicht unterrichten will, bin ich jetzt hier.>> Damit endete meine erfundene Story und ich fand, sie klang sehr glaubwürdig.
    Die anderen Mädchen nickten. Das letzte Mädchen, das noch nichts gesagt hatte, lächelte mir aufmunternd zu: <<Übrigens, wir haben uns noch gar nicht vorgestellt, das ist Pansy Parkinson>>, sie zeigte auf das Mädchen, das mit Blondie geredet hatte, <<Das ist Millencent Bulstrode>>, sie zeigte auf das Bullige Mädchen, <<Und ich bin Sonja Rider.>> Also Pansy, Millencent und Sonja. Ja, das konnte ich mir merken. Obwohl, Sachen merken war ja nicht mehr schwer. Schwerer war, Dinge zu vergessen. << Ich bin Yuna, Yuna Dark>>, stellte ich mich vor.
    Eine Weile standen wir schweigend da, doch Pansy durchbrach die Stille: << Also, ich gehe jetzt schlafen, gute Nacht euch.>> Millencent und Sonja schlossen sich ihr an und auch ich legte mich ins Bett. Schlafen tat ich zwar, aber nicht träumen. Das war leider höchst bedauerlich. Träume, eins der Dinge, die ich am meisten am Menschsein vermisste.
    Am Morgen erwachte ich vor den anderen. Aufstehen war aber immer noch das Schlimmste, was es gab. Irgendwann erbarmte ich mich dennoch, aufzustehen und in das Badezimmer zu verschwinden. Schon lange bevor die anderen aufgestanden waren, war ich fertig im Bad gewesen. Ich hatte meine schwarzen Haare gebürstet, meine strahlend weißen Zähne geputzt und meine Wimpern überflüssigerweise getuscht.
    Da ich nicht im Schlafsaal auf die anderen warten wollte und mir im Gemeinschaftsraum schon zu viele Leute waren, beschloss ich, schon mal vor zu gehen. Außerdem musste ich ja auf Potter aufpassen…

    5
    5.Kapitel
    Ein paar Tage waren jetzt vergangen. Tage, an denen ich immer noch nicht anders war, als in der ersten. Meine Zimmergenossen hatten mich nicht grad ins Herz geschlossen, da ich zwar am ersten Tag auf sie gewartet hatte, aber ich nie viel redete. Am Ende hatten sie es aufgegeben, ein Gespräch mit mir zu beginnen.
    Also ging ich meistens allein durchs Schloss. Oft sogar Potter hinterher. Ich meine, ich muss meinen Job ja gut machen und außerdem hatte ich ja eh nichts Besseres zu tun. Und genau das tat ich gerade auch. Ich beobachtete Potter, Weasley und Schlammblut, wie sie im Gras am See saßen und lernten. Es war ein sehr warmer September und die Sonne schien warm genug, sodass man hätte im T-Shirt herum laufen können. Was ich natürlich nicht machte. Ich hasste die Sonne. Ich meine, warum sollte man sie mögen. Außerdem war sie schädlich für die Haut und, und, und.
    Die drei, die ich beobachtete, standen auf und gingen Richtung Schloss und ich hinterher.
    Ich verließ den schönen angenehmen Schatten des Baumes nur widerwillig, doch ich musste ihnen ja folgen oder halt auf sie aufpassen.
    Im Schloss gingen sie zu meinem Glück nicht in den Gryffindor-Gemeinschaftsraum, sondern in die Bibliothek. Dahin konnte ich ihnen folgen.
    Die Bibliothek war im Großen und ein schöner Ort. Hier war es nicht so laut wie an anderen Orten. Meist waren die Schüler hier auch zu sehr in ihre Bücher vertieft und versuchten nicht unbedingt, Kontakt mit einem aufzunehmen.
    Potter und der Rest kramten in ihren Taschen herum und holten das Zaubertränkebuch raus. Ron seufzte: <<Einen halben Meter Pergament über die Anwendung des Trank des Erwachens… Snape spinnt doch, das ist viel zu viel. Man kann ja nicht mehr über den Trank schreiben, als dass er einen aufweckt.>> Hermine schüttelte nur den Kopf über Rons Kommentar und fing an, zu schreiben. Ich selbst hatte den Aufsatz schon geschrieben, es war ja nicht schwer gewesen, daher hatte ich jetzt wohl nichts mehr vor. Also nahm ich mir irgendein Buch aus dem Regal, schlug es auf und fing an, die Seite anzustarren.
    Ich hatte nicht wirklich was gelesen. Vielleicht ein oder zwei Wörter, zu mehr war ich nicht in der Stimmung. Ich war eher dabei, das leichte Brennen, das von meinen Händen und meinem Gesicht ausging, zu ignorieren. Das war noch ein großer Grund, wieso ich die Sonne hasste.
    Plötzlich hörte ich eine Stimme hinter mir. Es war die von Granger: <<Sag mal, verfolgst du und eigentlich?>> Nah dran war sie ja schon. Aber näher durfte sie nicht kommen. <<Warum sollte ich dir folgen?>>, erwiderte ich kühl und schaute wieder auf mein Buch. <<Zum wie vielten Mal liest du diese Seite jetzt denn schon?>>, unterbrach mich Hermine schon wieder. <<Frag mich nicht…>>, seufzte ich genervt, <<Lass mich einfach weiter in mein Buch starren, ok?>>
    <<Ich will doch nur wissen, wieso du die ganze Zeit da bist, wo wir sind…>>, fing sie wieder an. <<Sei ruhig und geh lernen, Granger und lass mich in Frieden. Was ich mache, ist meine Sache und geht dich nichts an.>> Genervt stellte ich mein Buch zurück und verließ die Bibliothek.

    6
    6.Kapitel
    Ich stieß die Tür zum Klassenzimmer für VdgddK auf. Professor Lupin. Er war der Mann, der im Zug den Patronus herauf beschworen hatten. Es war die 1. Stunde und ich hörte die Slytherins hinter mir Witze über sein schäbiges Aussehen machen.
    <<Der sieht ja noch ärmer aus als die Weasleys>>, fing Blondie, der eigentlich Draco Malfoy hieß, gerade an. <<Ärmer als die Weasleys geht doch gar nicht>>, stimmte auch Blaise Zabini ein. Die anderen lachten. Wie gerne hätte ich ihnen gesagt, sie sollen aufhören, sich über Lupin lustig zu machen, doch wo kämen wir da hin, wenn ich ständig das sagen würde, was ich denke.
    Als wir an den Plätzen saßen, kam Lupin herein. Er lächelte alle an und wünschte uns allen einen guten Tag. Dann befahl er uns, ihm zu folgen und das taten wir auch.
    Er führte uns ins Lehrerzimmer. << Also, was denkt ihr, ist in diesem Schrank?>>, fragte er uns. Hermine meldete sich (natürlich): <<Das, Sir, ist ein Irrwicht. Er verwandelt sich in das, wovor das Opfer am meisten Angst hat.>>
    <<Genau Hermine, und warum sind wir dann im Vorteil, Harry?>>, wandte er sich an Potter.
    <<Äh, ich denke, wir sind mehr und daher weiß er nicht, in was er sich verwandeln soll?>>
    <<Genau! Und jetzt sprecht mir alle nach: Riddikulus!>>
    <<RIDDIKULUS!>>, sagte die ganze Klasse im Chor.
    <<Ok, und wenn ich jetzt den Schrank öffne, dann denkt ihr an irgendwas Lustiges und sagt Riddikulus, verstanden? Also Neville, komm her.>>
    Neville trat mit wackeligen Beinen vor.
    <<Also, bereit?>>, fragte Remus ihn.
    Neville nickte und mit einem Schwung von Lupins Zauberstab öffnete sich die Türe und Severus Snape trat heraus! Ich musste mir fast schon ein Lachen verkneifen! Nevilles größte Angst ist Snape?
    Nicht irgendwas anderes, sondern Snape? Na dann…
    Neville rief: <<Riddikulus!>>, und der Irrwichtsnape bekam plötzlich einen schönen Hut mit einem ausgestopften Geier darauf und ein grünes Kleid mit einer seltsamen Handtasche! (Neue Mode für Snape Fans xD)
    Jetzt musste ich mir das Lachen schon mühsam verkneifen, doch es passte nicht zu meinem Image! Also blieb ich still und beobachtete den Verlauf nur.
    <<Stellt euch alle hier in einer Reihe auf!>>, befahl Remus und genau das geschah auch. Die meisten Schüler waren aufgeregt… aber, ich meine, es war nur ein Irrwicht, was konnte der schon Schlimmes zeigen?
    Was er Schlimmes zeigen konnte, sah ich, als ich an der Reihe war. Der Irrwicht verwandelte sich in eine Leiche, eine Leiche, die allen hier wohl bekannt sein müsste, wenn auch in jung. Sie war mit Blut übersät und man sah Bissspuren an ihrem Hals.
    Ich schrie auf, als ich das Bild sah. Ich hätte alles erwartet, aber NICHT das! Ich meine, das kann doch nicht meine schlimmste Angst sein….
    <<Riddikulus!>>
    Der tote Körper verwandelte sich in viele bunte Schmetterlinge, die davon flogen und ich stolperte so schnell wie möglich vom Schrank weg.
    Ich zitterte immer noch leicht, aber ich versuchte, Fassung zu bewahren. Nach dem Auftritt konnte ich es mir nicht leisten, jetzt auch noch verrückt zu werden, oder zusammen zu brechen.
    Das Bild musste nur aus meinem Kopf verschwinden! Ich meine, verdrängen war ja nicht schwer…
    Ich hatte in meinem Leben schon genug verdrängt. Endlich war der Irrwicht besiegt und die Stunde war um. Es gibt jetzt Mittagsessen… War das besser? Nein, ich denke nicht. Ich meine, Essen (*-*) ist eine der besten Sachen, die es gibt, na ja, vielleicht denkt das jeder, aber mein Essen hat sich gewandelt!
    Die anderen packten ihre Sachen zusammen und auch ich tat es ihnen gleich, aber gerade als ich gehen wollte, rief Remus: <<Yuna, warten Sie noch kurz, ich will noch etwas mit Ihnen besprechen.>> Toll, er hatte meinen Irrwicht also erkannt… Die anderen schauten mich neugierig an. Kurz spielte ich mit dem Gedanken, einfach zu verschwinden, aber das kam mir dann doch zu albern vor.
    Ich nickte den anderen zu, sie könnten gehen. Keine Ahnung, wieso sie warteten.
    Ich lief nach vorne und Remus wies mit einer Hand auf einen Stuhl der vor dem Pult stand.
    <<Yuna…>>, fing er in einem ernsten Ton an, <<Ich hätte da ein paar Fragen an dich.>> Reflexartig zog ich meinen Hemdärmel weiter runter, auch wenn ich wusste, dass das gar nichts damit zu tun haben würde. Ich nickte. <<Dann fangen Sie an, ich warte…>>, meinte ich so selbstbewusst, wie es nur ging.
    <<Versprich mir, nicht zu lügen!>> Ich schluckte, ein Versprechen forderte er von mir, da könnte ich ihm ja gleich alles sagen. Er beobachtete mich genau und ich wusste, mein Zögern entging ihm nicht.
    <<Ich verspreche, ich werde Ihnen die Fragen, die sie jetzt stellen, wahrheitsgemäß beantworten!>>
    Er nickte zufrieden: <<Also, die erste Frage betrifft deinen Irrwicht. War es der, den ich darin gesehen habe?>>
    <<Ja>>, antwortete ich ihm, <<Ja, es war Sirius Black!>>
    Er schaute mich mit undursichtiger Miene an, wenn ich nur wüsste, was er dachte!
    <<Und was genau stellt dein Irrwicht da?>>
    <<Das wollen Sie nicht wissen!>>
    <<Doch, genau das will ich!>>
    Ich seufzte: <<Muss das sein, Mo… Professor Lupin?>>
    <<Wie wolltest du mich gerade nennen?>> Er sah wirklich interessiert aus.
    Doch um dieser Frage auszuweichen, begann ich doch mit meinem Irrwicht: <<Also, mein Irrwicht stellt Sirius nach einem Vampirangriff dar.>>
    Er sah fragend aus: <<Einem Vampirangriff? Warum ausgerechnet einem Vampirangriff?>>
    <<Warum ausgerechnet Sirius? Und warum interessiert Sie das eigentlich so?>>
    <<Ja, warum?>> Die Frage stellte er sich wohl grad selbst. <<Du kannst gehen, Yuna, es tut mir leid, sicher habe ich dich jetzt von einem Mittagessen mit Freunden abgehalten.>> Mit Freunden… welche Freunde? <<Ist schon in Ordnung, ich habe eh keinen Hunger, Professor.>>
    Ich verließ das Zimmer und er schaute mir nur hinterher.

    7
    7.Kapitel
    Ich ging erst gar nicht in die Große Halle, ich war ja nicht verrückt! Nein, ich ging sofort ins Klassenzimmer für Zaubertränke, da wir dieses Fach als nächstes hatten. Severus schien schon etwas herum zu werkeln, ich setzte mich an meinen Platzt und tarnte mich als Stein (Als würde das klappen xD). Doch Severus bemerkte mich (Wusste ich es doch).
    <<Was machst du hier denn? Es gibt doch noch Essen!>>
    <<Ich hab' keinen Hunger.>> Und damit war das Gespräch auch schon wieder um. Er stellte die Zutaten auf den Tisch und ich schaute ihm zu. Dem Schniefelus, dem Typen, der immer Streit mit den Rumtreibern hatte…
    Was ihn nicht gerade zum beliebtesten Jungen gemacht hatte.
    Der Tag war schnell um gegangen. Ich hatte es geschafft, den fragenden Slytherins aus dem Weg zu gehen und war stattdessen wieder dem Pottertrio gefolgt. Ja, also es wäre ein ganz normaler Tag gewesen, wär da nicht mein Durst gewesen…
    Ich wollte nicht in den Wald gehen, da ich der Meinung war, es wäre zu auffällig. Doch eigentlich war meine jetzige Idee um einiges auffälliger!
    Es war also mitten in der Nacht. Ich schlich zu Sevs Büro und öffnete die Tür zum Vorratsschrank. Ja, hier war der perfekte Ort, um das zu holen, was ich brauchte.
    <<Fledermausflügel…Einhornhorn…Einhornblut …Florfliegenblut…ah, hier, Kaninchenblut...ja, besser als gar nichts.>> Ich nahm die Flasche mit dem Blut und verschwand unauffällig wieder in meinen Schlafsaal, die Flasche versteckte ich in meinem Koffer und dann legte ich mich hin. Und überdachte den Tag. Der Irrwicht verfolgte mich leider in meinen Träumen, die ich doch manchmal hatte, aber es waren leider meistens Albträume. Nicht meistens… IMMER, sodass ich etwa jede Stunde hoch schreckte, doch der Irrwicht brachte auch andere Bilder hoch, die ich erfolgreich verdrängt hatte, Bilder die ich nie wieder sehen wollte!
    Die Tage vergingen wieder schnell, die Woche auch…
    Ich hatte Blut, das heißt, ich würde nicht zum Monster werden und halb Hogwarts abschlachten… obwohl, manchmal fand ich, der Gedanke war sogar verlockend, denn egal wie nützlich Schule sein soll, mich nervt sie!
    Was die Schüler in dieser Schule anging, auch auf die konnte ich verzichten. Überall Schlammblüter und Blutsverräter und Potteranhänger, und und und…
    Einfach nervig. Und mich mochten die eh nicht, also sag' mir nicht, ich sollte die mögen! (Bist du schizophren?)
    <<Yuna? Hast du Zaubertränke-Hausaufgaben gemacht?>>, fing Parkinson an.
    <<Ja, hab' ich! Sie liegen da auf dem Schreibtisch, nimm sie dir und schreib ab…>>
    Ja, so war das immer, bloß weil ich im Gegensatz zu ihnen intelligent war, ließen sie mich immer die Arbeit machen…
    Theoretisch könnte ich sie einfach nicht abschreiben lassen, aber ich war schon unbeliebt genug.
    <<Danke, Yuna, du bist ein Schatz!>>
    <<Kannst ruhig zugeben, dass du mich nicht magst, darfst trotzdem abschreiben.>> Die Worte waren über meinen Lippen gekommen, ohne dass ich auch nur die Chance gehabt hätte, sie aufzuhalten.
    Parkinson hielt erschrocken inne: <<Wer sagt denn sowas?>>
    Darauf begann ich trocken zu lachen und sie schaute mich nur sauer an und verließ erhobenen Hauptes den Schlafsaal. Ja, jetzt war ich allein.
    Ich zog meine Flasche heraus und trank einen Schluck. Ja, jetzt hatte ich mich auch bei den Slytherins unbeliebt gemacht, da, wie ich Parkinson kannte, sie jetzt diese Geschichte voll ausschmücken und was weiß ich alles tun würde, dabei hatte sie eigentlich keinen Grund zum Wütendsein… Na ja, wen interessiert dieser Mops schon?

    8
    8.Kapitel
    Es war eine Woche vor Weihnachten. Ja, Weihnachten, das Fest der Liebe. Ich mochte das Fest, auch wenn ich die Feste, die unsere Familie gefeiert hatte, nicht mochte. Ach, was denke ich da, natürlich, unsere Feiern waren toll. Es kamen immer nur die Zauberer von reinem Blut! Perfekt, oder? Es kamen zum Beispiel die Blacks, die Malfoys, die Lestranges und noch viele andere große Zaubererfamilien. Ja, wir waren eine angesehene Familie gewesen.
    Ich saß am Früstückstisch, ohne irgendwas zu essen, ein Morgen wie jeder andere also. Die anderen beachteten mich wie immer nicht. Sprachen nicht mit mir, lächelten mich nicht an, bedachten mich allerhöchstens mit einem bösen Blick, obwohl die bösen Blicke schon lange aufgehört hatten.
    Kreischend landete eine Eule auf meinem Tisch. Ich erschrak beinahe zu Tode. Die Eule hielt mir einen Brief hin. Ich nahm ihn ihr ab und sie verschwand wieder. Wer hat mir wohl diesen Brief geschickt? Ich hatte eigentlich keine Angehörigen, die das konnten…
    Ah, da stand ja die Adresse. Von Albus Dumbledore. Ja, von wem auch sonst.
    Ich öffnete den Umschlag und las:

    Liebe Carey Angel Soundless,
    ich hätte ein Angebot für dich, was die Sommerferien betrifft.
    Sicher könntest du die Ferien auch in deiner alten Wohnung verbringen, aber ich dachte, dass es dir vielleicht gefällt, mal wieder in einer richtigen Familie zu sein.
    Die Familie Weasley hätte sich bereit erklärt, dich für die Ferien, in ihrem Haus aufzunehmen.
    Ich hoffe, du nimmst das Angebot an.
    Albus Dumbledore

    Ach herrje! Sommerferien bei einer Blutverräter-Familie? Na ja, ich werde wohl zusagen.
    Dumbledore hat es ja nett gemeint. Ja, diese Erkenntnis rührte mich.
    Ich blickte zum Lehrertisch, wo Dumbledore mich genau zu beobachten schien. Ich lächelte ihm zu und nickte. Ich dachte, wenn ich alle belügen kann, die hier in Hogwarts sind, dann kann ich ihn auch an der Nase herum führen. Er strahlte mich an und ich wusste, damit war es abgemacht.
    Ich las mir den Brief immer und immer wieder durch. Es war schön, einmal wieder mit richtigem Namen angesprochen zu werden. Carey Angel Soundless. Ja, ich mochte meinen Namen.
    Die nächste Stunde war Zaubertränke. Ja, ich wusste nicht, wieso alle dieses Fach so schlimm fanden. Ich fand es total einfach. Ich wäre vielleicht sogar die beste, wenn da nicht immer dieses Problem mit rechts und links wäre. Immer, aber auch wirklich immer rührte ich in die falsche Richtung. So auch heute.
    <<Miss Sou… Dark meinte ich, Sie müssen nach rechts rühren, nicht nach links! >>
    <<Wie wollten sie mich gerade nennen, Professor?>> So ein Mist, ich glaube, er war dabei, mein Spiel zu durchschauen! Bei Sev musste ich vorsichtig sein. Er ist intelligenter als man denkt.
    <<Wie sollte ich Sie den nennen wollen?>> Seine Lippe verzogen sich zu einem spöttischen Lächeln und ich erwiderte lieber gar nichts mehr. Ich konnte eh nur noch was Falsches sagen.
    Nach der Stunde, als alle zusammen packten, fing Sev noch einmal an: <<Potter, Sie bleiben noch kurz hier, ich würde gerne noch was mit Ihnen besprechen.>>
    Harry nickte und bedeutete seinen Freunden, zu gehen…
    <<Verdammt!>>, entfuhr es mir. Mein ganzer Kessel war geradewegs auf den Boden gefallen und hatte eine Pfütze gebildet.
    <<Dass machen Sie aber noch weg, Miss Dark.>> Wieder glitt ein spöttisches Lächeln über sein Gesicht. Erinnere ich ihn wirklich so sehr an Carey Soundless? Habe ich mich wirklich nicht verändert?
    <<Natürlich Professor!>> Ich holte mir einen Lappen und begann zu schrubben.
    Aber Sev hatte sich Potter zugewandt und begann zu reden: <<Potter, ich würde gerne wissen, wo mein Florfliegenblut hin ist. Genauso vermisse ich mein Kaninchenblut und mein Robbenblut schon seit längerer Zeit!>>
    <<Ja und, was soll ich damit zu tun haben?>>, antwortete Potter.
    <<Sie haben sich schon einmal einfach an meinen Zutaten bedient. Wissen Sie noch, letztes Jahr?>>
    Ich schluckte, dass ihm das auffallen würde, hätte ich nicht gedacht.
    <<Ich war das aber nicht!>>, widersprach Potter wieder.
    <<Zehn Punkte Abzug für Gryffindor, weil Sie mich belügen!>>
    <<Er belügt sie nicht, Professor>>, fing ich an. Ich mein', meine Aufgabe war es, Harry Potter zu schützen. In jeder Situation und da ich dieses Mal selbst daran Schuld war, dass er in Schwierigkeiten geraten war, war dieses Benehmen wohl selbstverständlich.
    <<Woher wollen Sie das wissen?>>, wandte sich Sev widerwillig mir zu.
    <<Weil ich es war, Professor!>> Woher nahm ich nur das Selbstbewusstsein? Ich meine, unter diesem Blick wäre wohl jeder schon lange Matsch.
    <<Nachsitzen für Sie, Dark!>>, sagte er nur und scheuchte mich und Potter aus dem Klassenzimmer.
    Draußen schwiegen wir beide eine Weile und gingen in Richtung Große Halle.
    <<Warum hast du das getan?>>, durchbrach Potter das Schweigen.
    <<Warum ich was getan habe?>> Ich sah ihn fragend an.
    <<Wieso hast du mir geholfen und Snape gesagt, dass ich es nicht war?>>
    <<Hätte ich es nicht tun sollen?>>
    <<Ja, ich hätte nicht gedacht, dass du…>>
    <<Dass ich mal nett bin? Wer sagt, dass das eine Geste der Nettigkeit war? Ich wollte nur, dass die Hauspunkte nicht alle unnütz abgezogen werden und ihr Gryffindors noch eine kleine Chance habt!>>
    <<Hast du das Zeug denn wirklich geklaut?>>
    <<Ja, habe ich, sonst hätte ich dies doch wohl nicht behauptet. Weißt du, Potter, es gibt Leute, die lügen nicht, im Gegensatz zu dir.>> Nur, dass ich zu ihnen nicht gehörte, aber das wusste Potter ja nicht.
    <<Warum sollte ich lügen?>>
    <<Ich sage da mal nichts dazu…außer vielleicht das Wort Hogsmead.>>
    <<Woher weißt du das…>>
    <<Ich bin vielleicht unsichtbar für die meisten, aber das heißt noch lange nicht, dass ich nichts mitbekomme! Aber keine Sorge, ich sag' es niemanden, wenn du niemanden sagst, dass ich das Zeug gestohlen habe, ok?>>
    Harry nickte und ich ließ ihn stehen und setzte mich an den Slytherin-Tisch.

    9
    9.Kapitel
    Es war Abend. Punkt neun Uhr stand ich vor Sevs Büro…
    Zum Nachsitzen. (Yeah!)
    Ich hob meine Hand und klopfte. Sev rief 'herein' und ich öffnete die Türe und trat ein. Sev lächelte mich wieder mit diesem seltsam spöttischen Lächeln an und ich blickte ihm nur ausdruckslos entgegen. <<Also Dark, Ich möchte von dir wissen, ob das stimmt>>, fing er an, während ich mich auf den Stuhl vor dem Pult setzte.
    <<Ob was stimmt?>>
    <<Ob es stimmt, dass Potter nicht die Zaubertrankzutaten geklaut hat, sondern du.>>
    <<Warum sollte ich lügen?>>
    <<Weil du ständig lügst!>>
    Woher weiß der Typ das? Ich meine, bin ich wirklich so schlecht? Ok, Sev ist wahrscheinlich einer der Menschen, die mich wirklich kennen. Zumindest wirklicher als die anderen, aber ich… das kann doch nicht sein!
    <<Okay, sagen wir es so. Warum sollte ich lügen und Potter wegen so was in Schutz nehmen und selbst die Strafe kassieren?>>
    <<Weil es sich um Potter dreht, meine Liebe, da sind schon viele schwach geworden.>>
    <<Du weißt genauso gut wie ich, dass ich nicht schwach werde, Sev. Egal, um wen es sich dreht.>>
    <<Wie hast du mich gerade genannt?>>
    Mist! Ich glaube, wär' ich ein Mensch, wäre ich gerade errötet.
    <<Wie…wie sollte ich Sie den gerade genannt haben?>>
    Ich vermied Augenkontakt mit ihm und starrte deshalb zu Boden.
    << Ich habe es genau gehört, Carey!>>
    <<Carey?>> Ich schaute noch immer zu Boden. <<Wer ist bitte schön Carey?>>
    Endlich wagte ich es, aufzusehen und zu meinem größten Erstaunen lächelte Sev, nur leider war wieder dieser Spott dabei: <<Du weißt genau, dass ich dich durchschaut habe, Carey. Egal, was du versuchst, dein Charakter wird nicht besser! Du bist und bleibst ein kleines Miststück! >>
    <<Bist du sicher, dass Leugnen zwecklos ist?>>, fragte ich kühl.
    <<Du hast es jetzt schon bestätigt! Es gibt nur einen Menschen, der mich jemals Sev genannt hat. Es gibt nur einen Menschen, der fast jede ernste Frage mit einer Gegenfrage beantwortet und es gibt nur einen Menschen, der so ist wie du!>> Seine Stimme war triumphierend, doch ein gehässiger Unterton schwang mit.
    <<Auch dir soll mal ein Triumph gegönnt sein, Sev, damit du auch mal kostest, was dir bei deinen ständigen Niederlagen immer entgeht! >>
    <<Du vergisst, dass ich Lehrer bin, Carey! Ich könnte dir jederzeit Punkte abziehen… >>, fing er an.
    <<Die dann von deinem eigenen Haus abgezogen werden>>, vervollständigte ich seinen Satz und sah, dass das Argument gewirkt hatte.
    <<Gut, jetzt wo wir die Frage mit deiner Identität erledigt hätten, kommen wir zur nächsten! Und du musst mir SCHWÖREN, dass du die Wahrheit sagst!>>
    Er genoss sichtbar den Emotionswechsel in meinem Blick.
    <<Schwören? Ich bin doch nicht verrückt! Was ist, wenn ich es nicht tue?>>
    Er fasste meinen Arm und zog den Ärmel hoch. Mir blickte das dunkle Mal entgegen…
    <<Dann…>>, fing er an und hielt meinen Arm fest umschlossen, während ich versuchte, ihn ihm wieder zu entziehen, <<Dann, wird jeder dein kleines Geheimnis hier erfahren.>>
    Jetzt hatte er wirklich was gefunden, mit dem er mich bestechen kann.
    <<Sev…>>, begann ich mit leiser Stimme, <<Meinst du, es wird noch viel Wirkung haben? Du weißt, dass der dunkle Lord nicht mehr ist und dass daher ein dunkles Mal wohl nur halb so schockierend ist.>>
    <<Wenn du das glauben würdest, was du sagst, würdest du nicht so verdammt zittern!>>, konterte Sev. Verdammt, immer dieses Zittern. Tränen konnten versiegen, aber dieses Zittern verschwand nie. << Außerdem wurdest du noch nicht freigesprochen, so viel ist dir klar, oder? >> Ich nickte nur. Ich wusste nicht, was ich erwidern sollte. Konnte der Typ damit aufhören, mir irgendwelche Tatsachen zu erklären, die ich schon lange versucht hatte, zu vergessen?
    <<Du weißt, dass dein Geheimnis bei mir sicher ist. Du weißt, dass ich normalerweise nichts verrate.>> Ich nickte. Natürlich wusste ich das, aber damit er Sachen für sich behielt, musste man ihm meistens etwas versprechen und was ich ihm versprochen hatte, das letzte Mal meine ich, das war immer noch nicht eingelöst!
    <<Was willst du wissen, Sev?>> Meine Stimme konnte man nicht mehr als kalt beschreiben. Eher als tiefgefroren. Sie war vollkommen emotionslos.
    <<Erst der Schwur, Liebes!>>
    <<Nenn mich nicht Liebes!>>
    <<Schwör' es!>>
    <<Muss das sein? Kann ich nicht einfach versprechen? Ich bin schon mit einem Schwur an dich gebunden, Sev, vergiss das nicht…>>
    << Na gut, dann verspreche es halt.>>
    <<Ok… Ich verspreche dir, dass ich auf die nächsten Fragen nur die Wahrheit antworten werde, dich nicht belügen werde.>>
    Er nickte zufrieden: <<Warum bist du hier?>>
    Interessante erste Frage, das musste man ihm lassen, normale Leute hätten gefragt, warum ich noch lebe oder so irgendetwas. Obwohl, den Grund wusste Sev ja.
    <<Ich wurde von Dumbledore hergebeten.>>
    <<Ach ja?>> Die Überraschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. <<Und wieso?>>
    <<Aus demselben Grund, wieso du noch hier bist!>>
    <<Potter?>>
    <<Ge nau, ich wurde gebeten, auf ihn aufzupassen... Ich darf sein „Kindermädchen“ spielen.>>
    Er nickte und wollte gerade beginnen, zu sprechen, als es plötzlich an der Tür klopfte.
    Vor der Tür stand ein völlig atemlose Professor McGonagall. <<Severus, er ist hier. Sirius Black hat es ins Schloss geschafft!>>
    <<Er hat WAS?>> Auf Sevs Gesicht spiegelte die Überraschung sich, die ich spürte.
    <<Er hat es ins Schloss geschafft!>>
    <<Wer hätte das gedacht…>>
    Wenn ich ehrlich war, ich hätte es gedacht, denn Sirius hatte ja Harry zum Patensohn und wenn du deinen Patensohn einmal gesehen hast und dann nie wieder und wenn es dann auch noch der Sohn deines besten Freundes ist UND wenn du noch halb verrückt bist, dann würdest du sogar in Gringotts einbrechen, nur um ihn wieder zusehen.
    <<Was machen Sie denn hier?>>, fragte McGonagall, als sie mich sah.
    <<Nachsitzen?>>
    <<Aber Severus, es ist doch viel zu spät… Es ist schon ein Uhr nachts!>>
    <<Schon, Minerva? Das tut mir leid, Miss Dark, Sie können jetzt gehen.>>
    Na endlich! Ich stand auf, doch bevor ich die Türe überhaupt erreichen konnte, rief McGonagall: <<Halt! Sie können jetzt nicht alleine in den Schlafsaal, die Schüler wurden alle in die Große Halle gebeten und außerdem können Sie nicht alleine durch das Schloss laufen, während ein Verrückter hier herum läuft!>> Ein Verrückter, der mir nichts tun wird!
    <<Woher wollen Sie eigentlich wissen, dass Sirius Black verrückt ist?>>, fragte ich McGonagall, als wir zur Halle liefen.
    <<Weil er es schon immer war, außerdem wird jeder in Askaban verrückt!>>
    <<Warum steckt man die Verrückten dann nach Askaban? Ich meine, sie werden doch dann nur noch verrückter!>>
    <<Weil Askaban ein sicherer Ort ist. Sicherer als jedes andere Gefängnis!>>
    <<Vielleicht ist Askaban ein sicherer Ort, aber finden Sie nicht, dass es niemand verdient, hat in Askaban zu sitzen?>>
    <<Yuna! Die Leute, die in Askaban sitzen, haben schon andere Leute umgebracht! Aus reinem Vergnügen!>> McGonagall wirkte entrüstet.
    Ich erwiderte lieber nichts mehr, sondern versuchte die Erinnerungen, die beim Wort Askaban hoch kamen, wieder einzufangen und in ihre Schublade zu sperren.

    10
    10.Kapitel
    Die Halle war voll gestellt mit blutroten kuscheligen Schlafsäcken, die schon fast meinen Durst erweckten. Die meisten waren schon besetzt. Ich suchte mir einen freien. Mir war egal, neben wem, ich wollte nur noch schlafen. Ich hoffte, dass ich nicht träumte. Denn ich wollte nicht schreiend aufwachen und alle würden mich seltsam anstarren und auf eine seltsame Art und Weise blieb mir das erspart. Wie schön, dass endlich mal was so passiert ist, wie ich es wollte, vielleicht sollte ich mir öfters was wünschen.
    In Hogwarts kursierten eine Menge Gerüchte, wie Sirius Black wohl hier rein gekommen war. Die einen sagten, er hätte sich in einen Blumenbusch verwandelt, die anderen sagten, es hätte einen unentdeckten Geheimgang benutzt. Was, wie ich fand, sogar logisch klang.
    Die Nächte vor den Weihnachtsferien waren schlimm. Ich fand einfach keinen Schlaf. Ich wollte auch gar nicht, denn wenn ich schlief, war ich verletzlich und außerdem waren da Bilder, die ich lieber nicht sehen wollte!
    Ich hatte den Kopf auf die Tischplatte gelegt und war halb dabei, über dem Aufsatz für GdZ (Geschichte der Zauberei) einzuschlafen.
    <<Ey Yuna, nicht einschlafen! Ich brauch' den Aufsatz heute noch!>>, rief Draco.
    <<Dann schreib' ihn dir doch, Draco!>>, fauchte ich ihn an. Meine Augen funkelten und ich spürte die Mordlust in mir hoch kommen. Ich zwang mich dazu, ruhig zu atmen.
    Ich sah, wie er zurück gewichen war und mich entsetzt anstarrte, aber ich war wohl nicht der einzige, dem es gelang, seine Fassung schnell wieder zu bekommen.
    <<Du denkst doch nicht, ich würde das Ding schreiben! Und jetzt hopphopp, mach weiter!>>
    <<Ich bin doch nicht dein Diener, Draco!>>
    <<Du weißt, dass wir in Überzahl sind!>> Überzahl ja, aber nicht stärker, obwohl, sie waren zu dritt oder vier und ich alleine. Ok, vielleicht hätte ich doch keine Chance!
    Er sah mich triumphierend an. Er wusste, dass er den „Kampf“ gewonnen hatte. Doch so leicht wollte ich es ihm nicht machen! Auf in die Schlacht, die ich niemals gewinnen könnte. (^^)
    <<Ich könnte immer noch einen Lehrer holen! Du weißt, dass man keine Schüler tyrannisieren darf!>>
    <<Na und, die Lehrer können dich ja eh nicht leiden. Wetten, sie würden zu mir halten!>>
    <<Wahrscheinlich>>, stimmte ich ihm zu. Ich setzte den Punkt hinter das letzte Wort des Aufsatzes und warf ihm das Heft zu.
    <<Hier! Aber wehe, ich bekomme es nicht wieder!>>
    <<Du bringst mich auf Ideen, Dark…>> Er grinste breit. Ich widerstand dem Impuls, ihm die Zunge raus zu strecken. Nein, aus dem Alter bin ich raus!


    Endlich! Es war Weihnachten. Der riesige Baum in der Halle war aufgestellt worden und das ganze Schloss war geschmückt. Es war wunderschön. Ich bedauerte es mal wieder, nichts essen zu können…
    Es war Weihnachtsmorgen. Alle hatten ihre Geschenke und tauschten sich aus. Nur ich nicht…na ja, sagen wir es so: Wer sollte mir was schenken? Aber es war mir total egal. Ich mochte Weihnachten um des Festes willen, nicht wegen der Geschenke…
    Während des Essens, saß ich still am Tisch, die Haustische waren zu einem einzigen Tisch zusammen gezogen, an dem die Lehrer und Schüler zusammen saßen. Ich saß neben Sev und Dumbledore. Wahrscheinlich der beste Platz, den es gibt!
    <<Nehmen Sie doch was von der Pastete, Miss. Dark>>, fing Sev gerade an.
    <<Nein danke, Professor. Ich habe momentan keinen Appetit.>>
    <<Sicher nicht? Sie ist köstlich! Genauso wie dieser Schokoladenkuchen einfach himmlisch schmeckt!>> Schokolade? Der Typ weiß auch wirklich noch alles über mich, was ich ihm je erzählt habe!
    <<Nein danke, Schokolade ist nicht so meins.>>
    <<Sicher nicht?>>, vergewisserte er sich noch einmal.
    <<Ganz sicher nicht!>> Ich merkte, dass Dumbledore uns aus dem Augenwinkel beobachtete.
    <<Dann esse ich den köstlichen Kuchen halt alleine!>>
    <<Tun sie das, Professor, ich werde sie nicht abhalten!>>
    Ja, und das war Weihnachten dann auch schon wieder… Nach dem Essen war ich runter zum See gegangen. Es hatte geschneit und der See war vereist.
    Ich setzte mich unter die alte Eiche, die dort wuchs und zog meine Beine heran. Die verschneite Welt gefiel mir. Ich schaute an meinem Körper herunter. Meine Hand lag ihm Schnee und die Farbe unterschied sich rein gar nicht. Sie war genauso weiß.
    <<Ey Yuna, du sollst nicht entspannen, sondern arbeiten!>>
    Ich drehte mich um und hinter mir stand ein grinsender Draco Malfoy. War ja klar…
    <<Und wie willst du mich dazu bringen?>>
    <<Äh…>>
    <<Ja, Draco, du bist alleine hier.>>
    <<Na und? Meinst du, ich werde mit dir nicht fertig?>>
    <<Nein, meine ich nicht? Aber weißt du was? Es ist Weihnachten und ich will meine Ruhe und du sollst jetzt abhauen!>>
    <<Ausnahmsweise werde ich einmal tun, was du sagst, aber gewöhn dich nicht dran!>>
    <<Sicher nicht…>>
    Und so verließ er mich zum Glück wieder und ließ mich alleine. ENDLICH!
    Ich schaute weiterhin den See an. Wusste nicht, wie lange. Doch plötzlich setzte sich eine Person neben mich.
    <<Ist dir nicht kalt?>>, fragte die Person. Toll…jetzt quatschte mich also auch noch irgendein daher gelaufener Blutsverräter an. Sonst ignorieren sie mich doch auch immer!
    <<Nein, ich friere nicht. Sollte ich?>> Meine Stimme war resigniert.
    <<Na ja, du sitzt hier nur in einem Pullover, einem Umhang, Hose und Schuhen. Also, ja, solltest du! Ich meine, du sitzt im Schnee, HALLO?>>
    <<Du hast vergessen, dass sie sicher noch Unterwäsche trägt!>>, fügte ein zweiter Weasley hinzu.
    <<Da wär' ich mir mal nicht so sicher, Georgie>>, fing der erste Weasley wieder an.
    <<Inwiefern meinst du das, werter Herr Freddie?>>, fragte Weasley zwei, der wohl Georgie hieß.
    <<Ich meine, es gibt viele komische Vögel in Hogwarts, aber vor uns sitzt der seltsamste!>>, antwortete Freddie, aber ich tat so, als würde ich ihnen nicht zuhören.
    <<Ach so meinst du das.>> Er lachte. <<Trägst du denn Unterwäsche?>>, wendete er sich an mich.
    <<Darfst raten… >>, murmelte ich und verschwand.
    <<Jetzt hast du sie beleidigt!>>, hörte ich Freddie zu Georgie sagen.
    <<Beleidigt? Na, wenn sie nach der Frage beleidigt ist, dann ist sie selbst Schuld! Eigentlich wollte ich sie nur zum Lachen bringen!>>
    <<Zum Lachen bringen? Warum?>>
    <<Weil sie so traurig geschaut hat!>>
    <<An ihrer Stelle würdest du wahrscheinlich auch traurig schauen.>>
    <<Warum?>>
    << Na ja, du weißt doch…>> Der Rest der Unterhaltung verlor sich im Wind und ich wollte ihn auch nicht hören! Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte, daher ging ich hoch in den Schlafsaal und holte aus meiner Tasche ein seltsames Muggelgerät, das sich MP3 Player nennt. Ich wusste, dass Technik in Hogwarts nicht funktioniert, doch ich wollte es noch einmal versuchen. Denn das, was ich jetzt wirklich brauchte, war MUSIK!
    Ich schaltete das Teil an und wie durch ein Wunder, es funktionierte! Ja! Dachte ich.
    Ich entknotete die Kopfhörer und drückte auf Play.
    Ich legte mich auf mein Bett und stellte die Musik ganz laut, sodass ich nichts mehr mitbekam von dem, was um mich herum geschieht.

    11
    11.Kapitel
    Weihnachten war um und der Unterricht hatte schon wieder begonnen. Ich hatte nicht viel zu melden, wie immer…
    <<Wie ihr wisst, sind bald wieder Prüfungen und…>>, fing McGonagall gerade an. Ich hatte keine Lust, mir das anzuhören und begann, auf meinem Pergament rum zu malen.
    <<Haben Sie auch gut zugehört, Miss Dark?>>
    <<Natürlich, Professor!>> Ich hob den Kopf und schaute ihr in die Augen. Mein direkter Blick schien sie zu irritieren und sie beließ es bei meiner Antwort. Warum mochten die Leute mich nicht? Ja, ok ich war vielleicht nicht der normale Mensch… Ich war ja nicht mal ein Mensch. Aber konnte man nicht auch Monster lieben? Nein, wahrscheinlich nicht. Dafür sorgten die Monster selbst.
    Es wurde Frühling und die verdammte Sonne begann zu scheinen. Die Schüler begannen, sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Auch ich hatte begonnen, zu lernen. Im Großen und Ganzen war ich eigentlich sehr streberhaft. Meistens lag ich im Schatten der großen Eiche, nicht weit entfernt vom Pottertrio, hatte Kopfhörer in den Ohren und las mir allen Stoff durch, den wir schon einmal hatten.

    Die Prüfungen kamen schneller, als ich gedacht hatte. Ich hatte aber auch genug zu tun gehabt. Ich musste die Hausaufgaben machen, die Lehrer zur „Übung“ in Massen aufgaben und na ja, ich lernte etwas zu viel. Aber lernen half erstaunlich gut gegen unerfreuliche Gedanken!
    Die Prüfungen waren nicht gerade schwer und ich bestand alle mit einigermaßen passablen Noten. Ich wette, hätte ich die 3. Klasse gemacht, wie es in meinem Leben eigentlich vorgesehen war, hätte ich spitzen Noten gehabt. Nur jetzt waren sie nur mittelmäßig. Wie ich schon öfters bemerkt habe, die Lehrer mögen mich nicht.
    Na ja, so kann ich Granger wenigstens nicht eifersüchtig machen.
    Die letzten Prüfungen waren heute. Es waren VgddK und Zaubertränke. Nicht wirklich die Fächer, in denen ich eine gute Note erwartete. Sev und der Remus. Feind und Werwolf, um genau zu sein. Sev wusste, was ich bin und Remus konnte es erahnen. Na ja, zumindest je näher es auf Vollmond zu gehen würde und daher heute auf jeden Fall…
    Zaubertränke war mehr oder weniger schwer, wie man es nimmt. Ich hatte einmal rechts und links nicht verwechselt und auch alle Zutaten richtig hinzugefügt. Trotzdem hatte Sev mich so angeschaut, als hätte ich irgendeinen riesigen Fehler gemacht!
    Aber VgddK war schlimm! Ich hatte alles geschafft, bis zum Irrwicht, den hatte ich bewusst ausgelassen und ich wusste genau, dass das viel Punktabzug geben würde.
    Jetzt, nach den Prüfungen, saß ich in der Bibliothek und las ein Buch. Und ja, diesmal las ich wirklich. Es war irgendein Muggelbuch. Darin ging es um ein Menschenmädchen, das sich in einen in der Sonne glitzernden Vampir verliebt hatte… Was ist das für 'ne Scheiße?
    Als würden Vampire in der Sonne glitzern? Aber die Story war gut und es war genau so gut geschrieben, aber die Vorstellung von Vampiren kam irgendwie nicht so wirklich rüber.
    <<Was ließt du denn da?>>, fragte eine Stimme.
    <<Ein Buch>>, antwortete ich widerwillig. Ich hob meinen Blick und sah Granger, die das Buch genau musterte. <<Was ist, Schlammblut? Findest du es so interessant, mir beim Lesen zu zuschauen?>>
    Ihre Lippen verzogen sich zu einem dieser spöttischen Lächeln, die ich sonst immer von Sev bekam.
    <<DU ließt ein Muggelbuch! Ein MUGGELbuch! Du… und dann nennst du mich Schlammblut!>>
    Mist, stimmt, das Buch war ja ein Muggel buch… aber egal!
    <<Bücher haben wenigstens Wert, ganz im Gegensatz zu dir>>, meinte ich zu ihr, mit der größten Selbstverständlichkeit.
    Sie schnaubte immer noch und verschwandt dann.

    Ich las das Buch nicht bis zum Ende, da die Bücherei leider früher schloss, als mir lieb war. Ich lieh mir das Buch aber nicht aus. Wär' ja 'ne Katastrophe, wenn es jemand in meinem Koffer finden würde, da es, wie von Granger schon angemerkt, ein Muggelbuch war.
    <<Du musst jetzt mal hier raus, Kindchen!>>, meinte Madame Pince gerade.
    <<Warten Sie noch ganz kurz, bis ich die Seite fertig habe. Bitte!>>
    <<Du kannst das Buch auch gerne ausleihen!>>
    <<Nein, nein.>> Ich erhob mich und legte das Buch ins Regal. <<Schon fertig gelesen.>>
    Ich lächelte sie leicht an und sie nickte: <<Du solltest dich jetzt beeilen, es ist gleich Nachtruhe!>>
    <<Bin schon weg, bis bald.>>
    Und ich verließ die Bibliothek. Im Schulflur sah ich aus dem Fenster. Die Sonne war gerade am Untergehen und tauchte das ganze Hogwartsgelände in blutrotes Licht.
    Bewegte sich da nicht was? Nein, das war sicher nur ein Vogel.
    Obwohl… Ich starrte weiterhin angestrengt nach draußen. Da bewegte sich doch was. Irgendwas Unsichtbares, aber man konnte doch nichts Unsichtbares sehen!
    Ich lief weiter. Der Himmel wurde immer dunkler und das Rot entschwand langsam aber sicher. Kurz vor der letzten Treppe, die runter in die Kerker führte, sah ich noch einmal aus dem Fenster und was ich da sah, gefiel mir rein gar nicht.
    Ein schwarzer Hund, etwa die Größe einer kleinen Kuh, hatte Rons Fuß gepackt und zog ihn in eine Höhle unter der Peitschenden Weide. Harry und Hermine hinterher.
    Verdammt! Sollte ich nicht auf den einen achtgeben, der sich da gerade von einem Baum zermatschen ließ? Ach dieser Potter!
    Ohne wirklich nachzudenken, rannte ich die Treppen wieder hoch, rannte geradewegs zum Ausgang, rannte über die Wiese zur Peitschenden Weide und…sah gerade Grangers Wuschelhaare in der Höhle verschwinden.
    Die Weide stand still, als ich mich ihr näherte. Selbst als ich genau unter ihr stand, bewegte sie sich nicht. Ich kletterte ebenfalls in die Höhle. Die Höhle war keine Höhle, wie mir auffiel, sondern es war ein Gang. Der Gang war eng und die Decke gerade so, dass ich noch stehen konnte. Ich vergewisserte mich, ob mein Zauberstab noch an seinem alten Platz war und machte mich auf den Weg. Es dauerte länger, als ich gedacht hätte. Von der Länge etwa so weit wie nach Hogsmead, überlegte ich mir.
    Endlich war der Weg zuende.
    Ich befand mich in einer sehr alten Hütte. Die Fenster waren mit Brettern vernagelt und über alles zog sich eine dicke Staubschicht. Alles sah alt und verrottet aus, außer den Fußspuren, die in der Staubschicht zu sehen waren. Die waren frisch.
    Ich folgte ihnen, wie es wahrscheinlich jeder andere Mensch auch tun würde, doch die Hütte bestand allerdings nur aus zwei Räumen. Aus dem einen Raum waren Stimmen zu hören.
    <<Wenn Sie Harry töten wollen, müssen Sie erst an mir vorbei!>>, hörte ich Granger sagen.
    <<Und an mir>>, ertönte nun auch Weasleys Stimme. Als könnten zwei noch minderjährigen Zauberer Harry Potter beschützen. Der Gedanke klang schon komisch. Ich zog meinen Zauberstab, bereit zum Zuschlagen. (Schön, wenn du es so siehst xD) Doch vorher musste ich noch meine Tarnung auflösen.
    Ich zeigte mit meinem Zauberstab auf mich und ließ alle Zauber, die auf mir lagen verblassen. Ich wusste, was ich jetzt im Spiegel sehen würde. Nicht das schwarzhaarige Mädchen mit den klaren blauen Augen, sondern ein Etwas, das aussah wie ein Mädchen, dessen rote lockigen Haare etwa bis zur Schulter gingen und abstanden wie weiß ich was und dessen Augen den selben Rotton hatten wie ihre Haare.

    12
    12.Kapitel
    Nach dem ich endlich mein Aussehen wieder angenommen hatte, wirbelte ich in den Raum und stellte mich genau zwischen Potter und Sirius, den Zauberstab aber auf Sirius gerichtet.
    <<Denk' nicht mal dran, Blacky!>> Er schaute mich verwundert an. Seine Augen verrieten Unglauben. Dann begann er spöttisch zu grinsen: <<Carey, du willst dich für jemanden opfern? So kenne ich dich ja gar nicht.>>
    <<Hat jemand was von opfern gesagt?>> Er hatte recht, seit wann kämpfte ich für jemanden? Das war nicht normal!
    <<Wir sind hier und Sirius Black ist bei uns!>>, rief Granger plötzlich. Harry nutzte den Moment der Verwirrung und ging auf Sirius los. Ich schrie auf, doch das ging zum Glück im Lärm unter.
    Sirius schaffte es, Harry von sich weg zu stoßen. Die Tür öffnete sich und ein Mann rief: <<Expelliarmus!>>
    Mir flog die der Stab aus der Hand und gleichzeitig verlor ich den Boden unter meinen Füßen und fand mich auf dem Boden wieder. Der Mann rief: <<Wo ist er?>> Er sah zu Sirius, der auf dem Boden lag und ging auf ihn zu, zog ihn hoch und umarmte ihn.
    <<Sie habend die ganze Zeit unter einer Decke mit ihm gesteckt! Wir haben Ihnen vertraut!>>, Hermines Stimme klang beinahe den Tränen nahe.
    <<Hermine…>>, begann der Mann, der übrigens Remus war.
    <<Nein, glaub' ihm nicht, er ist ein Werwolf!>>, schrie Hermine verzweifelt.
    <<Nicht so gut wie sonst, Hermine! Nur einen von zwei Punkten. Ich habe Sirius nicht geholfen, hierher zu kommen, allerdings will ich nicht bestreiten, dass ich ein Werwolf bin…>> Er wirkte auf einmal extrem müde und setzte sich zu Ron auf das Bett, der aber von ihm weg rutschte. <<Weg von mir, Werwolf!>>, rief er. Nicht sehr nett. <<Ron…>>, fing ich vorwurfsvoll an. Doch Remus unterbrach mich: <<Was um alles in der Welt? Carey? Was machst du hier?>> Das interessierte Sirius wohl auch, denn auch er musterte mich mit durchdringenden Blicken.
    < Ich… ich…>>
    <<Ja, du?>>
    <<Ich habe einen Auftrag.>> Meine sonst eigentlich immer entschlossene Stimme war leise und dünn.
    <<Und der wäre?>>, fragte Sirius.
    <<Meinst du, das sag' ich dir, Blacky?>>
    <<Ach komm schon, in Askaban warst du so nett zu mir. Und so auskunftsfreudig.>> Er lächelte etwas spöttisch. Wie oft musste ich dieses Lächeln noch ertragen?
    <<Da war ich nicht ich selbst, Blacky, das solltest du eigentlich wissen.>>
    <<Und woher?>> <<Na ja, schon die Tatsache, dass ich mit DIR geredet habe, war zum Beispiel ein Hinweis!>>
    <<Ich dachte, das hättest du gerne gemacht.>>
    <<Wer's glaubt, wird selig.>>
    Er sah ernsthaft etwas verletzt aus. Warum, war mir aber ein Rätsel. Ich musterte Sirius von oben bis unten. Er sah verwahrlost aus, aber ich behaupte nicht, dass ich besser dran war, obwohl ich im Gegensatz zu ihm wenigstens eine Hogwartsuniform trug und nicht die Sträflingskleidung von Askaban. Seine Haare, die noch nie besonders ordentlich waren, hatten ihren Höhepunkt der Ungepflegtheit erreicht und seine Augen, die früher so schön grau und ausdrucksstark waren, hatten diesen Ausdruck, den nur jemand haben konnte, der jemals in Askaban gewesen war. Auch sein Gesicht war eingefallen und es wirkte etwas totenschädelähnlich. Aber trotz alledem konnte ich den Sirius, der früher mal alle Frauenherzen in ganz Hogwarts erobert hatte, erkennen.
    <<Wenn du mich dann mal lange genug angestarrt hast, würdest du es dann erlauben, zum eigentlichen Punkt zurück zu kehren?>>
    <<Hä? Was? Oh Scheiße!>>, schnell schaute ich weg. Wenn ich rot werden könnte, wär' ich jetzt so rot wie eine Tomate. Zum Glück ging das nicht.
    Harry und Sirius redeten oder eher stritten, was den Tod seiner Eltern anging und Hermine mischte sich natürlich auch ein. Auch Ron und Remus waren nicht gerade die Stillsten.
    Ich ging zum Fensterbrett und setzte mich drauf. Die anderen schenkten mir keine Beachtung. <<Wusste ich doch, dass Sie ihm geholfen haben! Ich habe Dumbledore noch vor Ihnen gewarnt!>>, drang plötzlich ein Stimme zu mir vor. Sev!
    <<Severus, Sie müssen da was falsch verstanden haben.>>
    <<Papperlapapp (Als würde Snape das sagen xD). Und Sirius, wie ich gehofft habe, dass ich dich als erster in die Finger bekomme! Ich glaube, da draußen stehen Dementoren, die dir gerne ein Küsschen geben würden!>> Sirius' Gesicht verlor noch mehr Farbe, als es ohne hin schon verloren hatte. Jetzt war er schon fast so bleich wie ich.
    <<Und ihr drei werdet auch nicht ungestraft davon kommen>>, wendete sich Sev jetzt an Potter, Granger und Weasley, <<Ihr befindet euch in Gesellschaft eines gesuchten Mörders und eines Werfwolfes und das, obwohl Nachtruhe ist! Ich denke, dieses Mal werdet ihr die Schule verlassen müssen.>> Aus seinem Zauberstab kamen Fesseln, die sich um Remus schlangen. <<Damit der Werwolf auch nicht abhaut>>, meinte er, <<Und jetzt kommt!>> Er bewegt sich zur Tür, doch ich war schneller und stellte mich in den Rahmen. <<Sorry Sev, aber ich kann das nicht zulassen!>>
    Er starrte mich an. Seine Augen verengten sich und in seinem Gesicht war ein Hass zu sehen, den man nie mit Worten zum Ausdruck bringen könnte.
    <<Du? Was willst du denn hier?>>, er spuckte die Fragen aus, als könnte er mich damit verletzen.
    <<Nichts, was du wissen müsstest. Auch wenn du es eigentlich schon weißt!>>
    Seine Miene wurde nachdenklich, doch der Hass verschwand nicht. Anscheinend war es zu überwältigend für ihn, mich in meiner normalen Gestalt zu sehen.
    <<EXPELLIARMUS!>>, ertönte es plötzlich und Sev wurde nach hinten geschleudert. Er krachte in eine Wand, die über ihm zusammen brach und blieb dort bewusstlos liegen.
    <<Also, das war jetzt nicht nötig>>, murmelte ich leise. Ein rotes Rinnsal hatte sich seinen Weg von Sevs Kopf zum Boden gebahnt.
    <<Danke>>, hörte ich Remus sagen. Wahrscheinlich an Potter, Granger und Weasley gerichtet. Ich schaute mich im Raum um. Irgendetwas, mit dem ich mich ablenken könnte?
    Der süße Geruch des Blutes stieg in meine Nase und benebelte mein Gehirn. Ich konnte an nichts mehr denken. Ich spürte, wie meine Zähne gegen meine Unterlippe stießen und versuchte krampfhaft, den Mund zu zu halten. Automatisch machte ich einen Schritt auf den Körper von Sev zu. Und noch einen und noch einen. Doch bevor ich den vierten machen konnte, spürte ich eine Hand an meiner Schulter, die mich zurück zog. Sofort war ich wieder in der Wirklichkeit. Ich drehte mich um und sah Sirius, der mich besorgt anschaute. Auch die anderen hatten ihre Blicke mir zu gewandt. Ich nahm Sirius' Hand von meiner Schulter und rannte aus der Hütte. Ich rannte in den Wald. So weit rein wie noch nie. Irgendwann blieb ich stehen und setzte mich auf einen Stein. Wartete darauf, dass es hell wurde. Darauf, dass ich es wieder über mich brachte, unter Menschen zu gehen.

    13
    13.Kapitel
    Eigentlich sollte ich jetzt abhauen, dachte ich auf dem Weg zum Schloss. Ich meine, nach diesem Vorfall will mich doch niemand mehr sehen. Aber ich war zu selbstsüchtig, als dass ich das hätte tun können. Ich hatte zu lange alleine gelebt. Ich wollte nicht mehr auf Gesellschaft verzichten. Egal, ob sie mich hasste oder mochte.
    So lief ich also zum Schloss. Ich hatte genug getrunken. So würde ich nicht mehr so empfindlich auf Blut reagieren, sagte ich mir.
    Endlich kam das Schloss in Sicht. Ich wusste nicht, wie lange ich weg war. Aber ich glaub' nicht, dass ich vermisst wurde und die Prüfungen waren eh schon um. Ich musste nur noch Sev daran hindern, mich durchfallen zu lassen. Aber ich glaube, er weiß, je öfters er mich durchfallen lässt, desto öfter wird er mich unterrichten müssen. Und mich von der Schule schmeißen? Ja, theoretisch würde das wohl gehen. Ich hoffte, dass Dumbledore was dagegen hatte. Aber jetzt, da das mit Sirius raus gekommen ist, wird Harry wohl keinen Schutz mehr brauchen.
    Bevor ich auch den Schutz der letzten Büsche und Bäume verließ, nahm ich den Zauberstab und ließ meine roten Locken wieder zu schwarzen glatten Haaren werden und meine roten Augen wurden wieder zu blauen, mehr oder weniger harmlosen Augen.
    Alles in allem sah ich etwa wieder aus wie ein normaler Mensch. Doch ich hatte das Gefühl, mir war die Menschlichkeit entglitten.
    Zumindest fühlte es sich nicht richtig an, durch die Gänge eines Schlosses zu wandern und das Klassenzimmer zu suchen, in dem man gerade Unterricht hatte.
    Ich stieß die Tür zu Zaubertränke auf und setzte mich, ohne irgendjemanden eines Blickes zu würdigen, auf meinen Platz.
    <<Sie haben sich also entschieden, wieder zu kommen, Miss Dark?>>, Sev sah mich prüfend an.
    <<Ich denke, ja. Ich habe nicht vor, meine Ausbildung sausen zu lassen>>, meinte ich und er wendete sich wieder den anderen zu.
    Die nächsten Tage waren nicht leicht. Die Prüfungsergebnisse sagten, dass ich noch ein weiteres Jahr machen durfte, auch wenn es in Zaubertränke verdammt knapp gewesen war.
    Aber die Fragen <<Wo warst du zwei Tage?>> hörten nie auf. Egal, wie oft ich sagte, dass es sie nichts anging.
    Endlich, als das Schuljahr zuende war, saß ich im Zug und hatte den MP3 Player in den Ohren. Neben mir saßen die Schlangen und unterhielten sich über irgendwas. Ich hatte keine Lust, mich an ihrem Gespräch zu beteiligen, sprich ihm zu folgen. Ich überlegte mir eher, wie ich es zwei Wochen bei einer Blutverräterfamilie aushalten sollte, ohne dass sie mich rauswerfen würde. Ich vereinbarte mit mir selbst, dass ich kein verletzendes Wort benutzen würde, weder Schlammblut, noch Blutsverräter, noch die anderen Wörter, die ich in meiner Kinderstube gelernt hatte.
    Der Zug bremste quietschend und ich erhob mich, packte den Mp3 Player ein, ging nach draußen. Draußen rannten die Kinder zu ihren Eltern und umarmte sie erfreut, oder sie umarmten ihre Freunde, um ihnen auf Wiedersehen zu sagen. Ein seltsames Gefühl überkam mich und ließ mein Herz schwer werden. Ich fühlte mich alleine. Ich wollte auch jemanden haben, der mich umarmte! Ich schluckte den Kloss herunter, der sich in meinem Hals bildete. Ich wollte nicht weinen. Ich weinte nie! Die Familie Weasley war wohl die mit den roten/ orangenen Haaren und den Sommersprossen. Sie sah glücklich aus. Ich überlegte mir, ob ich nicht einfach nicht hingehen sollte, aber mein Egoismus war stärker. Außerdem hatte ich Angst, dass mir meine Menschlichkeit entglitt.
    Also ging ich auf die Familie zu und ließ einfach alles auf mich zu kommen…

    "Danksagung":
    Ich danke euch allen die so lange durch gehalten haben und es ganz durch gelesen haben. Wenn ihr wollt, kann ich auch noch einen 2. Teil veröffentlichen:)
    Naja ich hoffe es war nicht zu lang/ zu depri/ zu schlecht geschrieben/ zu unwahrscheinlich.
    Lg: D

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