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~Der Junge mit der Kamera~

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1 Kapitel - 4.020 Wörter - Erstellt von: Slytherin_Princess - Aktualisiert am: 2014-07-01 - Entwickelt am: - 1.676 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Colin Creevey ist vielleicht der größte Harry Potter Stalker seiner Geschichte. Doch was, wenn ihm plötzlich ein neues Gesicht vor die Linse fällt? Ein Mädchen wird ihm zum Verhängnis, soviel steht fest...

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    "Das ist meine Schwester.", sagte Neville und zeigte auf das blonde Mädchen, das im Abteil neben ihnen saß. Das Mädchen sah von ihrem Buch auf und blickte auf die vier Gestalten, die vor ihr standen. "Jeannette, das ist Harry Potter, HARRY POTTER! UND ICH BIN MIT IHM BEFREUNDET!" Neville war total aus dem Häuschen. "Und dass hier sind Ron Weasley und Hermine Granger." Er deutete zu seinen freunden, die rechts von ihm standen. Mit hochgezogenen Augenbrauen antwortete Jeannette nur: "Aha." und widmete sich wieder ihrem Buch. Neville, der Jeannette's verhalten gar nicht verstehen konnte, verlies mit seinen freunden das Abteil, und sagte: "Ich hoffe sie kommt nicht nach Slytherin." "Warum sollte sie? Sie macht doch einen so sympathischen Eindruck.", sagte Ron ironisch. "Sie ist fies. Ziemlich fies. Sie haut immer unsere Oma über's Ohr." Er zuckte mit den schultern und zog seinen Umhang an, um sich für den Abgang bereit zu machen. Als sie ausstiegen, sah Neville, wie Jeanette in die Kutsche der Slytherins stieg. Aus Mitleid klopfte Harry ihm auf die schultern. "Hey, Harry!", sagte jemand und hielt ihm eine große Kamera ins Gesicht. "Oh, Hey, Colin.", erwiderte Harry und blinzelte. "Ich bin jetzt Vertrauensschüler.", rief Colin und wies auf seine Marke, die an seinem Umhang befestigt war. "Gut gemacht.", sagte Harry und schüttelte Colin die Hand. "Wer ist das Mädchen da vorne?", fragte Colin und zeigte auf den wagen, der vor ihnen nach Hogwarts fuhr. "Das..", begann Neville, "ist meine Schwester Jeanette. Sie ist so alt wie du, denke ich.." Colin zückte wieder seine Kamera und fotografierte die vorbeifahrende Kutsche. Nach geschlagenen zehn Minuten erreichten auch sie Hogwarts. Die Gryffindors nahmen ihre Plätze ein und warteten auf die Einschulungszeremonie. "Longbottom, Jeanette.", rief Professor McGonagall und bat Jeanette, den sprechenden Hut aufzusetzen. "Ravenclaw!", schrie der Hut und Jeanette machte sich auf den weg zu ihrem Tisch. Beim gehen wehte ihr blondes langes Haar im Winde, sodass Colin vor staunen seine Kamera in seine Suppe fallen ließ. "Welch ein Glück.", sagte Neville schließlich, und Colin versuchte, seine Kamera zu retten. Als die Zeremonie beendet wurde, rannte Neville zu Jeanette. "Du bist in Ravenclaw! Das ist großartig! Mum war auch in Ravenclaw!" Doch Jeanette hörte gar nicht richtig zu. Sie war zu sehr beschäftigt, Colin beim reparieren zuzusehen. Erst als Neville ihr seine Hände vor ihr Gesicht hielt, bemerkte sie, dass er immer noch neben ihr stand. "Das ist Colin Creevey. Er ist in deinem Jahrgang.", sagte Neville leise. Colin achtete gar nicht auf sie. Er klopfte auf seiner Kamera herum, bis selbst der letzte tropfen Suppe heraus kam. Dann machte er ein Bild, hielt jedoch die Kamera in die falsche Richtung, sodass er sich fotografierte, worauf er fast blind wurde. Er rieb sich die brennenden Augen, und als er auf sah, starrte Jeanette ihn merkwürdig an. "Ist was?", fragte er nervös und schaute kurz zu Jeanette und dann zu seiner Kamera. "Nein, wir wollten nur wissen, ob alles klar bei dir ist.", antwortete Neville, ehe Jeanette etwas sagen konnte. "Oh, ja, mir geht's blendend, im wahrsten Sinne des Wortes. Nur meine Kamera hängte irgendwie.", sagte Colin und prüfte seine Kamera. Jeanette, die nicht wusste, wo sie hinschauen sollte, setzte sich endlich Colin gegenüber, nahm sich seine Kamera und betrachtete sie genauestens. "Da," sagte sie leise nach einer Weile. "Der Zahnriemen fehlt." Sie griff nach Colin's Suppe und fischte mit dem Löffel einen kleinen silbernen Zahnriemen raus. Dabei schaute sie Colin ganz tief in die Augen, lächelte, und widmete sich wieder seiner Kamera. Nach etwa zwei Minuten reichte sie Colin seine Kamera und stand auf. Colin war verblüfft. "D-d-danke..", sagte er kurz und schaute auf seine unversehrte Kamera. "Kein Problem.", erwiderte Jeanette und zwinkerte ihm zu. "Was war das denn?", fragte Neville sie beim rausgehen. "Nichts.", antwortete Jeannette zufrieden. "Was soll denn sein?" "Duu.. Du hast.. Da..", Neville brachte seinen Satz nicht zu Ende, er war selbst verwundert. In den folgenden Wochen lebte sich Jeanette ziemlich schnell und gut ein und war gar nicht so fies, wie ihr Bruder immer behauptete. "Es muss doch wohl einen Grund haben, wieso du dich so verändert hast.", sagte Neville eines Samstags, als er und seine Freunde auf Jeanette stießen und sie sie alle zu einem Butterbier einlud. "Die Liebe!", sagte Madame Rosmerta, die Wirtin. "Die Liebe verändert Menschen." Neville schmunzelte. "Ach wirklich?", fragte er Jeanette gespannt. Jeanette lief dunkelrot an und wusste nicht, was sie antworten sollte, da betraten Colin, Dennis und Justin das 'Drei-Besen'. Daraufhin lief Jeanette hellrot an und ihre Pupillen weiteten sich zu großen schwarzen kreisen. "Ach, so ist das also..", rief Neville und nickte in Richtung Colin, der sich mit seinen freunden an einen leeren Tisch setzte und Jeanette keine Aufmerksamkeit schenkte, sodass sie ein wenig traurig wirkte. "Warum gehst du nicht hin und begrüßt ihn?", fragte Neville und nahm seine betrübte Schwester in den arm. "Nein!", schrie Jeanette entsetzt und riss sich von ihm los. "Wieso nicht?", fragte Seamus, der alles mitbekommen hat. "Wegen.. Ihnen.", sie zeigte auf Dennis und Justin. "Aber Dennis ist Colin's Bruder und Justin sein bester Freund, denen würde das nichts ausmachen.", sagte Luna. Jeanette schüttelte den Kopf und vergrub ihr Gesicht in ihre Hände, doch zu weinen war ihr nicht zu mute. Plötzlich kam Lara vom Tisch gegenüber zu Colin und umarmte ihn. Daraufhin rannte Jeannette enttäuscht aus dem Pub, Luna und Neville hinterher. Jeanette saß im dichten Schnee und weinte. "Was ist denn los?", fragte Luna verwirrt. Jeanette, die nicht in der Lage war, etwas zu sagen, zeigte auf das Mädchen, dass gerade aus der Tür kam. "Oh, du musst da was falsch verstanden haben!", sagte Luna lachend. "Was soll man denn daran falsch verstehen?", fragte Jeanette wütend. "Komm mit, dann Beweis ich es dir." Luna zog Jeanette hoch und führte sie zu dem Fenster, an dem die drei Jungs saßen. Dann nahm sie ihre Lang-Zieh-Ohren heraus und hielt sie gegen das halb geöffnete Fenster. "..nicht so mein Typ. Justin kann sie behalten." Es war Colin. "Danke, ich dachte schon, du hättest dich in Lara verliebt.", sagte Justin hoch erfreut. "Nein. Mich interessieren eher blonde Mädchen." "So wie Jeanette?", fragte Colin's kleiner Bruder Dennis. Bei dieser Frage blieb Jeanette das Herz stehen. Sie atmete tief durch und wartete die Antwort ab. "Ja..", begann er. "Zum Beispiel. Wie kommst du gerade auf sie?" "Och, du redest oft im schlaf von ihr. Du bedankst dich immer bei ihr. Aber für was?", fragte Dennis. Neville wusste, was Jeanette durch den Kopf schoss. Er war dabei, als Colin und Jeanette sich das erste Mal annäherten. "Tatsächlich?", fragte Colin verwirrt. Dennis nickte. Dann standen alle auf, bezahlten und verließen den Pub. "Da ist er! Jetzt oder nie!", sagte Luna und schubste Jeanette in seine Richtung. Leider flog sie zu weit und landete somit in Colin's armen. "Oh, hallo!", flüsterte die rot angelaufene Jeanette und versuchte Colin's armen zu entfliehen. "Hey.", sagte Colin, der ebenfalls rot wurde. Dennis und Justin bekamen sich vor lachen nicht, ehe ein um taumelten nach Hogwarts. "So-sorry.. Luna h-hat mich geschubst.", sagte sie ängstlich. "Na dann kann ich ja noch einmal froh sein, dich gefangen zu haben, ansonsten wärst du sicher hin gefallen.", sagte Colin stolz. "Oh, und ich bin dir auch sehr dankbar.", schleimte Jeanette und strich sich ihre Klamotte zurecht. Ruckartig griff sie sich an den Knöchel. "Was ist los?", fragte Colin und bückte such ebenso. "Mein Knöchel tut weh.", sagte sie. Sie stellte sich wieder auf und probierte, auf Zehenspitzen zu gehen. "Ich bin wohl eben über einen Stein gestolpert.", sagte sie verlegen. "Dann werd ich dir jetzt helfen, wie du mir damals, geholfen hast.", sagte er und nahm ihren arm und legte ihn sich um die schultern. Jeanette stieg wieder die Röte ins Gesicht. "Danke.", sagte sie leise. "Kein Problem.", erwiderte er. So humpelten sie zurück ins schloss und Luna und Neville trauten ihren Augen kaum, wie nah sich die zwei auf einmal waren. "Zufall oder Glück?", fragte er Luna, die ratlos den mit den Achseln zuckte. Auch sie machten sich auf den Heimweg. Währenddessen haben es Jeanette und Colin bis zum Krankenflügel geschafft und Colin half Jeanette in ihr Krankenbett. "Danke, dass du mir geholfen hast.", murmelte Jeanette erschöpft und schloss ihre Augen. "Keine Ursache.", sagte Colin und lächelte. Langsam sank sie in den schlaf und Colin griff nach ihrer warmen Hand. Die ganze Zeit über hielt er sie fest in der seinen, und als sie dann tief und fest schlief, bückte er sich zu ihr hinunter und gab ihr einen weichen Kuss auf die Stirn. Leider wusste er, dass wenn sie aufwacht, sie sich nicht daran erinnern würde, was er getan hatte, während sie schlief. Nach der Weile wachte Jeanette wieder auf und bemerkte, dass an ihrem Knöchel ein Verband heftete. "Nach ein bis zwei Wochen ist dein Fuß wieder wie neu.", sagte Madame Pomfrey, die Krankenschwester. Colin blieb die ganze Zeit still neben Jeanette sitzen, brachte ihr Essen, wenn sie Hunger hatte, brachte ihr Wasser und unterhielt sich mit ihr. Dann, als sie aufstehen durfte, lief sie ohne Schuhe durch die Wiesen der 'Peitschenden Weide' und Colin tat es ihr nach. Als Neville dies sah, machte er sich unheimliche sorgen, und fragte Colin, ob alles okey wäre. "Alles bestens. Ihr geht's super!", antwortete er. Neville fragte sich, ob Colin vielleicht doch etwas für Jeanette empfinden könnte, da sie nun jede freie Minute miteinander verbrachten. Doch darauf eingehen wollte er nicht, weil er dachte, dass könnte einen Konflikt zwischen ihnen beiden ergeben, wenn er sie nicht liebte. Als schwieg er und beobachtete die beiden. "Was machst du heute Abend?", fragte Colin Jeannette eines schönen Spätnachmittags. "Ich habe nichts geplant. Wieso?" "Du kennst doch das Badezimmer der Vertrauensschüler, oder? Das mit dem Kronleuchter und den goldenen Wasserhähnen. Wie wär's, wenn wir uns da heute Abend treffen?" "Darf ich da überhaupt rein? Ich bin doch noch nicht mal Vertrauensschüler." "Klar!", antwortete er und lächelte breit. "Abgemacht!", sagte Jeanette und schlug Colin ein. Daraufhin verteilten sie sich auf ihre Häuser. Später, als der vereinbarte Zeitpunkt da war, rannte Jeanette zu dem Badezimmer. "Passwort?", fragte einer der goldenen Wasserspeier. "Äh..", überlegte sie. "Kronleuchter?" Die Tür öffnete sich, das war pures Glück. Das Badezimmer war größer und schöner, als Jeanette es sich vorgestellt hatte. Die decke war mit Sternen bestickt und auf dem Boden glitzerte Diamantgranit. Auf dem Wasser tanzten Blütenblätter, die glitzerten. Und ganz in der Mitte der riesigen Badewanne schwamm Colin. "Wie bist du reingekommen?", fragte er gleich zu Anfang, ehe Jeanette aus dem staunen rauskam. "Kronleuchter. Ich habe noch nie gehört, dass hier ein Kronleuchter hängen soll." Die Sterne an der decke spiegelten immer noch. "Hast du Badesachen dabei?", fragte er nach langer Verwirrung. "Oh, nein, die muss ich wohl vergessen haben.", antwortete sie und man sah ihr an, dass es ihr peinlich war. "Kein Problem, ich hab sie auch vergessen." Mit weit aufgerissenen Augen betrachtete sie Colin und fragte sich, ob er seine Unterwäsche trug, oder nackt war, aber fragen wollte sie nicht. Also zog sie sich bis auf ihre Unterwäsche aus und ging Richtung Becken. "Nein, du musst dich schon ganz ausziehen, sonst wäre das unfair.", rief Colin ihr zu und wurde immer leiser, weil es ihm unangenehm war. "Dreh dich um!", befahl sie ihm und zog sich ganz aus. Errötet stieg sie in das warme Wasser. "Du kannst dich wieder umdrehen.", sagte Jeanette lachend. Colin drehte sich um, und wusste nicht, wo er hinsehen sollte. Obwohl das Wasser nicht durchsichtig war, fühlte sie sich beobachtet. Sie beide waren knallrot. Das Wasser ging ihnen bis zu den schultern und sie versuchten ein wenig zu schwimmen. Nach ein paar langen runden, schwammen sie sogar nebeneinander. Irgendwann wurde es so dunkel, dass sie kaum noch sahen, wohin sie schwammen, und Jeanette fragte Colin, ob es einen Lichtschalter gäbe. Doch er schüttelte den Kopf und meinte, er würde auf die Erleuchtung warten. Jeanette begriff nicht gleich, doch als sie die tausend Kerzen sah, die Himmel auf das Wasser sanken, war sie sprachlos. Das Becken war nun heller als je zuvor. Zugleich wurde sanfte langsame Musik gespielt, die ebenfalls von der decke kam. "Hast du das gemacht?", fragte Jeanette voller erstaunen. "Nein, aber ich dachte, das könnte dir gefallen.", sagte er ruhig. "Das tut es!", erwiderte sie und schwamm durch all die Blüten und Kerzen. Colin schien nervös und aufgeregt zu sein. "Ich weiß, das klingt dämlich, aber ich würde gern noch etwas erledigen, bevor wir diesen Ort verlassen." "Was denn?", fragte Jeanette, die eigentlich mehr auf die Kerzen, als auf Colin fixiert war. Er legte seine flache Hand auf das Wasser und streckte sie Jeanette aus. Jeanette sah ihn verwundert an, griff jedoch nach seiner Hand. Mit einem Ruck zog er sie an sich und hielt nun ihre Hand ein wenig fester. Sie blickten sich tief und lange in die Augen, was einfach war, wenn man auf einer Augenhöhe war. Mit seiner rechten freien Hand strich er ihr das feuchte Haar aus dem Gesicht und umfasste dann ihre rechte Hand. Nun waren nur noch wenige Millimeter von ihnen entfernt und Jeanette nutze die Chance und gab Colin einen zarten und weichen Kuss. Daraufhin überlegte Colin nicht lange sondern erwiderte ihren Kuss noch leidenschaftlicher, als sie es zuvor getan hatte. Plötzlich spürten sie kein Schamgefühl mehr, sondern Vertrautheit. Sie konnten einander ohne Probleme berühren, es machte ihnen nichts aus. Doch nach der Zeit gingen auch die Kerzen langsam aus und Colin und Jeanette beschlossen, woanders weiterzumachen. Sie zogen sich ihre Klamotten über obwohl sie noch nass waren und machten sich nicht mal die Mühe ihre Haare zu trocknen. Da es eine schwül-warme Sommernacht war wollten sie nach draußen. Die rannten zum schwarzen See von Hogwarts und machten da weiter, wo sie aufgehört hatten. Da sie beide zuvor noch ungeküsst waren, war das wahrscheinlich das aufregendste, was sie je erlebt hatten. Nach einer Weile waren sie jedoch beide müde und entschieden sich, am schwarzen See zu übernachten. "Ich hab dich echt gerne.", sagte er zu ihr, bevor er einschlief. Jeanette grinste bis über beide Ohren und ans schlafen war für sie gar nicht zu denken. Als sie wusste, dass Colin tief und fest schlief, schlich sie sich davon. Sie rannte nach Ravenclaw. Dort holte sie einen Saphir, wickelte ihn ihre Krawatte und ging damit nach Gryffindor. Sie lief zu Colin's Zimmer, legte die Krawatte vor die Tür und verschwand. Am frühen Morgen erwachte Colin und fragte sich, wo Jeanette war. Verwundert ging er in sein Zimmer. "Oh hey, Colin, gut das du da bist! Wir fragten uns gerade, welcher Ravenclaw seine Krawatte vor unserem Zimmer gelassen hat.", sagte Nigel, Colin's Zimmerpartner. Nigel rollte die Krawatte auf und der Saphir fiel zu Boden. Colin hob ihn auf und untersuchte ihn gründlich. Jetzt wusste er, von wem die Krawatte kam. "Warte, hier liegt noch ein Zettel mit bei, 'Danke' steht da.." Es muss Jeanette's Krawatte sein, dachte sich Colin. Er steckte den Saphir in seine Hosentasche und nahm sich die Krawatte und verschwand. Er lief nach Ravenclaw, suchte Jeanette's Zimmer und klopfte an. "Ja?", sagte Luna freundlich. "Ich bin's Colin, ist Jeanette da? Sie hat etwas bei mir vergessen." "Oh, ja, sie ist da.. Ähm.. JEANETTE? BESUCH FÜR DICH!" Luna winkte zum Abschied und Jeannette stand stattdessen an der Tür. "Was gibt's?", fragte sie schnell. "Ich wollte dir deine Krawatte zurück bringen.", sagte er und hielt ihr ihre Krawatte hin. "Oh, danke. Hast du den Stein noch?" "Ja, hier.", sagte er und fand den Stein nach langem wühlen in seiner Hosentasche. "Gut. Ich hoffe, du verlierst ihn nicht. Er soll dich immer daran erinnern, was gestern geschehen ist. Aber wenn du ihn nicht willst, dann nehm ich ihn auch gern wieder zurück." "Ich will ihn behalten. Er ist so schön." Colin umfasste mit seiner Hand den Saphir. Jeanette nickte und schloss die Tür. "WARTE!", rief Colin und setzte seinen Fuß in den Türspalt. Noch bevor Jeanette irgendetwas erwidern konnte, lagen seine Lippen schon auf ihren. Dann rannte er eilig davon. Seit diesem Tag waren Colin und Jeanette enger befreundet. Sie trafen sich täglich, jedoch schienen sie ihre Liebe gegenüber den anderen zu verbergen. Doch eines Tages war es soweit, die Schlacht von Hogwarts sollte beginnen. "Ich muss da raus, ich kann hier nicht warten.", sagte Colin zu Nigel. "Ich will auch kämpfen!" Colin sah, wie eine Schar minderjähriger hexen und Zauberer in ihre Gemeinschaftsräume geführt wurden. Leise schlich er sich aus der Reihe und ging nach draußen. Lauter Todesser stürzten sich auf junge Hexen und Zauberer. Colin nahm seine Kamera und fotografierte die Szenen. Dann erblickte er Harry Potter. Er rannte zu ihm und wollte mit ihm reden, doch als er auch nur einen Meter von ihm entfernt war, aparierte Harry. Enttäuscht schlenderte Colin zurück zur Halle, als plötzlich ein maskierter Todesser vor ihm stand. "Na, wen haben wir denn da? Einen minderjährigen? Was treibst du denn bei diesen gefährlichen Zeiten ganz allein hier draußen?", fragte der Todesser. Colin wollte antworten, doch eh er dazu kam, schrie der Todesser "Avada Kedavra!" und Colin fiel zu Boden. Er war tot. Kurze Zeit später kam Neville angerannt. Er blickte auf die Leiche und rief dann: "Holt mal jemand meine Schwester! Holt Jeannette Longbottom!" Seamus kam mit Jeanette angelaufen, die völlig aus der puste waren. "Was ist los, Mann?" Neville zeigte auf den toten Colin und sagte: "Ich konnte nichts mehr für ihn tun, ich kam zu spät." Jeanette brach neben Neville zusammen, denn für sie blieb die Welt stehen. Colin's Augen starrten ins leere und Jeanette nahm seine blasse kalte Hand. Er schien etwas festzuhalten. Jeanette öffnete seine Hand und fand in ihr den Saphir, den sie ihm geschenkt hatte. Es war kaum ein Jahr her. Colin's Mund stand halb offen und Jeanette legte ihre Lippen das letzte Mal auf seine. Sie strich ihm die blonden Haare aus dem Gesicht und schloss seine glasigen braunen Augen. Sie legte sich auf seine Brust, um nach zu forschen, ob er wirklich tot war. Als alles darauf wies, brach sie in Tränen aus. Sie liebte ihn immer noch, auch wenn er bereits fort war, weit weg, an einem besseren Ort, ohne sie. Neville hob den leblosen Körper hoch, Jeanette gab ihm einen Kuss auf die Stirn und er wurde in die Leichenhalle getragen. Dann brach die Nacht herein. Der dunkle Lord war besiegt, doch Jeanette hatte immer noch zu kämpfen. Colin's Tod war nun schon über eine Stunde her, doch Jeanette empfand es als eine Sekunde. Plötzlich kam Colin's kleiner Bruder Dennis auf sie zugerannt und fiel ihr um den Hals. "Keine sorge, Dennis.", sagte Jeanette. "Ich bin sicher Fred wird sich gut um Colin kümmern." Und wieder glitzernden ihr die Tränen in den Augen. Sie verlor nicht nur ihre große Liebe, sondern auch noch ihre Seele.
    Doch eines Tages bekam Jeanette zum siebzehnten Geburtstag einen Spiegel geschenkt. Er war klein und man sah nicht wirklich viel, dennoch war er praktisch. Als sie ihn dann abends auf ihren Nachttisch legte, um zu schlafen, fing er an zu leuchten. Es war grelles Licht und Jeanette wollte die anderen nicht aufwecken, also nahm sie den Spiegel mit nach draußen. Das Licht erlosch schlagartig und eine Person kam zum Vorschein. Sie war unversehrt und wirkte fröhlich, das blonde Haar im Gesicht und ein breites grinsen auf den Lippen. "C-C-Colin?", flüsterte Jeanette in den Spiegel. Doch der Spiegel antwortete nicht. "B-Bleibst du bei mir? B-Beschützt du mich?", fragte sie erneut, jedoch erwartete sie keine Antwort. Nach langem Schweigen verdunkelte sich der Spiegel und Colin war verschwunden. Traurig ging Jeanette ins Bett. Am nächsten Abend wartete sie wieder auf das grelle Licht, und es erschien tatsächlich. So fühlte sich Jeanette niemals alleine und jeden Abend redete sie mit Colin's Spiegelbild. Sie erzählte ihm von ihrem Tag, ihren Erlebnissen, ihren sorgen und Problemen und ihrer Sehnsucht nach ihm. Aber irgendwann kam der Tag, da lag Jeanette im Sterben. Sie sagte, ihr letzter Wunsch wäre, dass ihre Tochter den Spiegel erhält, den sie zum siebzehnten Geburtstag bekommen hatte. Denn der Spiegel war leer und schaffte Platz für eine neue Person. Als Jeanette verstarb erblickte ihre Tochter Marissa ihre Mutter im Spiegel, die durch dessen Verlust am Boden zerstört war. Als diese dann eines Tages dem Tode geweiht war, gab sie den Spiegel wiederum an deren Tochter, die allerdings nicht die Mutter, sondern ihren zu früh verstorbenen Ehemann darin erkannte. Und so blieb der Spiegel von Generation zu Generation erhalten. Und immer, wenn der Besitzer des Spiegels traurig oder wütend war, schaute er in den Spiegel, der den Menschen zeigte, den man am meisten liebt. So wurde man glücklich und sorgte sich weniger, da man nun selbst mit denen reden konnte, die schon lange nicht mehr unter ihnen weilten. Denn Spiegel reflektieren, sie zeigen den Menschen als ganzes und sie geben einen Einblick in die verletzliche und zugleich unzerstörbare Seele desjenigen, der sich spiegelt. So wie Colin Jeanette gespiegelt hat. Er war nie richtig da, doch er war ihre Seele, sodass sie zwar nicht mit ihm sprechen konnte, aber dennoch sehen, denn das machte sie glücklich, auch, nach all dieser Zeit. Ende. <'3

Kommentare (6)

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Squaffel (46919)
vor 171 Tagen
Es war der erste FF den ich vor längerer Zeit mal gelesen habe. Ihn jetzt erneut zu lesen war echt schön.
Ich liebe diese Geschichte auch wenn sie so traurig ist. Das hast du echt gut hinbekommen :)
JjU (71510)
vor 925 Tagen
So schön und traurig!
Slytherin_Princess (06345)
vor 1176 Tagen
Hey So4,
Das kannst du entscheiden, ob es ein Zweiwegspiegel oder Nerhegeb ist.
Ich hab mich da nicht großartig festgelegt :)
So4 (64037)
vor 1183 Tagen
Wow!
So schön!
Der Spiegel erinnert mich ein wenig an einen ZweiwegSpiegel, nur, dass manin ihm die Leute sieht. Oder ist es eher der Spiegel Nerhegeb?
Wolf1000 (36191)
vor 1195 Tagen
Wunderschön, mir sind die Tränen gekommen!
Samantha Granger (73392)
vor 1212 Tagen
Eine wunderschöne traurige Geschichte. Echt toll