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Even the worst things can change. (II)

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2 Kapitel - 3.897 Wörter - Erstellt von: Wolfsgirl.ruby - Aktualisiert am: 2014-06-15 - Entwickelt am: - 2.192 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Lia hat es nicht leicht in ihrem Leben. Ihre Familie - bis auf ihren Bruder - schämt sich für sie, weil sie anders ist. Niemals darf sie in Begleitung ihrer Familie sie selbst sein, immer muss sie andere Identitäten annehmen. Doch Lias Leben ändert sich nach dem Tod ihres Bruders. Aber auch die schlimmsten Dinge können sich wieder zum Guten wenden, wie sie feststellen muss, als sie auf ihn trifft.

1
The Wedding




Endlich ließ es nach und ich fiel auf den zugegebenermaßen kalten und harten Boden. Lachend hielt Cedric mir dir Hand hin, um mir wieder hochzuhelfen. Ich klopfte mir den Staub vom Kleid und wir gingen los.

"Wir werden uns gleich trennen müssen, damit Mum und Dad nichts auffällt. Der Portschlüssel nach Hause geht in drei Stunden. Bis dahin werde ich Mum und Dad hier aufhalten, damit du pünktlich wieder zuhause und du selbst sein kannst", erklärte Cedric.

Ich umarmte ihn noch einmal und sagte ihm, wie dankbar ich war, dass er das alles für mich tat. Für mich!

Wir beide trennten uns. Während er direkt auf die Wiese ging, auf der ein riesiges Zelt stand, blieb ich weiterhin hier stehen. Zumindest einen kurzen Moment noch.

Was ich bisher vom Inneren des Zelts sah, verwunderte mich etwas. Über hundert Menschen - nur grob geschätzt - saßen auf den Stühlen, unterhielten sich und warteten auf das Paar.

So schnell wie ich in dem Kleid und den grünen Pumps halt laufen konnte, lief ich nach unten.

Erst als ich unter dem Zeltdach ankam, blieb ich stehen. Alles war mit weißen Bändern und roten Rosen verziert. Um ehrlich zu sein, sah es schlimm aus, vor allem die rosa Schmetterlinge, die einem ins Gesicht flogen. Ganz hinten auf einem langen Tisch, der ebenfalls weiß war, stand eine mindestens 3-stöckige Sahnetorte mit roten und rosa Zuckerrosen und zwei Wunderkerzen, die anscheinend die ganze Zeit über Funken sprühen konnten.

Beim Anblick der Torte knurrte mein Magen und mir fiel auf, dass ich außer einer Scheibe Toast heute noch nichts gegessen hatte. So wie fast jeden Tag; kein Wunder, dass ich so dünn war.

Ich sah mich um, auf der Suche nach einem freien Sitzplatz. Dabei entdeckte ich Cedric und meine Eltern, die ungefähr in der Mitte saßen. Also schon mal nicht in die Mitte.

Dafür fand ich vorne noch einen freien Platz. Sofort lief ich dahin und setzte mich. Ich saß nun neben einem großen Jungen, mit roten Haaren und einer Menge Sommersprossen, wenn ich richtig sah. Auch schien er etwa in meinem Alter zu sein.

Der Junge drehte sich kein einziges Mal zu mir, sondern blickte entweder nach vorne oder auf die andere Seite um mit irgendwem zu sprechen. Stören tat mich das allerdings herzlichst wenig. So hatte ich wenigstens meine Ruhe.

Warum waren meine Eltern eigentlich schon so früh hierher gekommen? Selbst jetzt war von dem Brautpaar noch nichts zu sehen, weshalb also mussten sie schon da sein?

Eigentlich konnte es mir ja auch egal sein. Ich war hier, wenn auch nicht als ich selbst, aber ich war draußen. Endlich! So lange war ich nun Zuhause eingesperrt gewesen. Viel zu lange.

Während ich immer tiefer in Gedanken versank, begannen auf einmal alle zu applaudieren. Ich war so vertieft gewesen, dass ich nicht mitbekommen hatte, dass die Vermählung längst vorbei war.

Die Stühle wurden an den Rand geschoben, sodass in der Mitte eine freie Fläche zum Tanzen war. Ebenfalls erklang nun Musik aus dem Nichts.

"Darf ich um diesen Tanz bitten?"

Der Junge, neben dem ich saß, stand nun vor mir. Er lächelte mich auf eine Antwort wartend charmant an.

Aber ich konnte doch gar nicht tanzen! Oder etwa doch? Denn schließlich hatte ich es noch nie probiert.

Gerade setzte ich zur Antwort an, als ich die Miene des Jungen sah. Er blickte mich ziemlich geschockt an, als ob ich mich gerade in eine Riesenkröte verwandelt hatte.

Nun ja, vermutlich nicht in eine Riesenkröte, aber ...

"Scheiße", murmelte ich und suchte so schnell wie möglich das Weite.

Dabei suchte ich in dem Zelt nach Cedric, konnte ihn jedoch nicht sehen. Den Jungen von eben ließ ich verdattert an Ort und Stelle ohne jede Erklärung stehen. Ich hätte ihm sowieso nichts groß sagen können. Die Wahrheit sollten besser nur mein Bruder und ich kennen.

"Cedric!", rief ich laut, alles auf eine Karte setzend.

Immerhin war es ein Notfall höchster Dringlichkeit. Ich musste schleunigst von hier verschwunden.

Mittlerweile war ich aus dem Zelt mehr oder weniger geflohen und lief weiter in Richtung des Hügels, an den wir vorhin mit dem Portschlüssel kamen.

"Alles in Ordnung, Lia?"

Merlin sei Dank, Cedric hatte mich also doch gehört.

Ich drehte mich zu ihm und natürlich brach dann also aus mir heraus. Laut begann ich zu schluchzen und Tränen liefen mir über die Wangen.

Sofort kam Cedric näher und zog mich in seine Arme, wie er es früher so oft getan hatte. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter, weiterhin weinend. Beruhigend strich er mir dabei über den Rücken.

Warum musste alles bloß immer schief laufen? Hatte ich nicht auch ein Recht darauf, endlich mal glücklich zu sein? Warum war ausgerechnet mein Leben die Hölle?

"Es tut mir so Leid, Lia. Das alles ist meine Schuld. Ich hatte vergessen, dass die Wirkung des Tranks nur eine Stunde anhält", entschuldigte Cedric sich bei mir.

"Es ist nicht deine Schuld. Du wolltest mir nur helfen einen schönen Tag zu haben. Und das entschuldigt dein Vergessen", erklärte ich noch immer schniefend.

Auch als ich zu weinen aufgehört hatte, hielt er mich noch fest.

"Was hältst du davon, wenn wir beide hier einen schönen Abend verbringen. Nur du und ich, ohne das uns jemand stört", schlug Cedric vor.

Ich lächelte ihn an und nickte freudig. Schon wieder stellte ich fest, dass er der beste Bruder überhaupt war.

Wir legten uns nebeneinander auf die Wiese und blickten in den Himmel. In dem Moment vergaß ich, dass unten Mum und Dad waren, die einfach nur hierher gehen müssten, um mich zu entdecken. In dem Moment vergaß ich, dass mein Leben elend war, aufgrund der Tatsache, dass ich nicht wie sie war.

Nach einer Zeit der Stille durchbrach Cedric diese: "Würdest du mir die Ehre erweisen und mit mir tanzen?"

Er war aufgestanden und hielt mir zum Hochziehen seine Hand hin. Ich zog mich daran hoch. Unachtsam schmiss ich die Pumps irgendwo hin; die würden beim Tanzen nur stören.

"Du weißt aber, dass ich noch nie in meinem Leben getanzt habe?", wollte ich skeptisch wissen.

"Keine Angst, lass dich einfach von mir führen."

Seine eine Hand legte er um meine Taille und mit der anderen Hand ergriff er meine. Er machte die ersten Schritte und natürlich wäre ich dabei fast gestolpert. Aber Cedric hinderte mich jedes Mal daran zu stürzen.

Was anfänglich noch ziemlich miserabel meinerseits ausgesehen haben muss, wurde von Zeit zu Zeit immer besser.

Und selbst ohne jegliche Musik machte es Spaß einfach nur hier oben zu sein und zu tanzen. Es war befreiend. Es war unbeschwert.

"Was hältst du davon, wenn ich uns etwas zu trinken von der Hochzeit hole?"

"Das wäre ziemlich gut", antwortete ich.

Wir hatten geschätzt eine halbe Stunde lang durchgetanzt, ohne auch nur eine einzige Pause.

Cedric machte sich auf den Weg nach unten, während ich hinauf in den Himmel blickte. Es war mittlerweile dunkel geworden. Unzählige Sterne leuchteten an dem sonst so schwarzen Himmel. Nur den Mond konnte ich nicht sehen, vermutlich war Neumond.

Leise begann ich eine Melodie zu summen, bis ich schließlich sang.

Lullaby, and good night
With pink roses bedight
With lilies o'erspread
Is my baby's sweet head.
Lay you down now, and rest
May your slumber be blessed!
Lay you down now, and rest
May your slumber be blessed!



Ich weiß nicht, wieso es ausgerechnet das Lied war, es kam mir gerade so in den Sinn. Als ich noch klein war, hatte Mum mir das Lied jeden Abend vorgesungen. Damals, wo alles noch friedlich war und niemand wusste, dass mein Leben schrecklich werden würde.

"Du hast eine schöne Stimme", sagte plötzlich jemand hinter mir.

Erschrocken drehte ich mich um und sah den Jungen, den ich vorhin hatte stehen lassen. Ich wollte schon wieder gehen, doch er hielt mich am Handgelenk fest.

"Diesmal wirst du nicht so schnell verschwinden." Er grinste. "Wie heißt du überhaupt?"

"Was sollte dich das angehen?", erwiderte ich etwas schärfer als beabsichtigt.

Ich wollte einfach nicht, dass er mich über mein ganzes Leben ausquetschte. Und außerdem sollte er sowieso nicht wissen, dass ich existierte. Das wusste bisher nur eine Handvoll Leute. So hätte es auch bleiben sollen, wenn es nach meinen Eltern ging.

Eigentlich war ja nichts Schlimmes dabei, ihm etwas zu erzählen. Solange nichts davon die Wahrheit war, brauchte ich auch nichts zu befürchten.

Er lockerte seinen Griff ein kleines bisschen und sah mir in die Augen.

"Ich bin George Weasley und du?"

Weasley ... ich hatte Dad schonmal über einen Weasley reden hören, der im Ministerium arbeitete. Vermutlich war das dann Georges Vater.

Leise antwortete ich: "Li- äh ... Hope. Hope Sullivan."

"Also Li- äh ... Hope, wie kommt es, dass ich dich noch nie in Hogwarts gesehen habe? Du scheinst mir nämlich auf jeden Fall älter als 11 zu sein."

War klar, dass diese Frage kam. Sie musste ja unbedingt kommen. Ich rollte innerlich mit den Augen und verfluchte mich dafür, dass ich nicht doch einfach gegangen war.

Erwartungsvoll blickte er mich an, also seufzte ich und mutmaßte: "Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht nach Hogwarts gehe."

"Aber auf welche Schule gehst du dann?"

Musste er unbedingt so neugierig sein? Und wo blieb Cedric eigentlich so lange? Ich musste mir dringend eine halbwegs passable Ausrede einfallen lassen, zumindest, wenn ich nicht wie der größte Vollidiot darstehen wollte.

Und das wollte ich nicht!

"Ich kriege zu Hause Unterricht", antwortet ich mit schneller Stimme.

Mist. George musste mich jetzt wohl für eins dieser reichen, verwöhnten Einzelkinder halten, die sich zu toll fanden um auf eine ganz normale Schule zu gehen.
Doch im Gegenteil.

Er nickte verständlich und ließ mich jetzt stehen. Mit dem Unterschied, dass er mir erklärte, warum.

"Mein Bruder wartet. Wir hatten vor Muriel noch ein wenig zu ärgern", grinste er.

Und schon war er verschwunden.

Ein merkwürdiger Junge, dieser George Weasley. Erst mich ausquetschen wollen und dann so schnell verschwinden wie möglich.

Kommentare (9)

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InaLiliane ( von: InaLiliane)
vor 12 Tagen
Bitte bitte schreib weiter!! Bis jetzt ist die Geschichte mega gut!! 😍
Matilda Potter (09189)
vor 665 Tagen
Bitte bitte bitte weiterschreiten! Das ist echt eine Suuuuper Geschichte
happy11 (92209)
vor 988 Tagen
Super bitte weiter machen!
wolfsgirl.ruby (02841)
vor 1132 Tagen
@ Tigerin

Es wusste niemand, dass sie ein vermeintliches Muggelmädchen ist, sie dachten, sie wäre eine Hexe
Tigerin (39079)
vor 1133 Tagen
Spannende Idee, mal eine Squib als Protagonistin. Bin neugierig, wie es weiter geht.

Nur das Muggelmädchen auf einer Zaubererhochzeit... Ist das nicht eine schlechte Tarnung?
clary (41099)
vor 1143 Tagen
Bitte, bitte schreib weiter ich will wissen wies weiter geht !!! :D
Tinuviel (40767)
vor 1143 Tagen
BITTE SCHREIB WEITER!!!!!!!!!!!!
clary (41099)
vor 1144 Tagen
Bitte, bitte schreib weiter ich will wissen wies weiter geht !!! :D
Kiki (81009)
vor 1144 Tagen
Du schreibst echt schön ! :)
Wäre toll, wenn du [schnell BITTE :P ] weiter schreibst ! ♡
Mir hat der Anfang deiner Geschichte super gefallen ! ♥