Engelweiß Kapitel 2

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1 Kapitel - 955 Wörter - Erstellt von: Suchasweetnightmare - Aktualisiert am: 2014-06-01 - Entwickelt am: - 1.540 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Das Kapitel ist nicht so lang und vielleicht ein bisschen creepy, aber ich wollte noch etwas hochladen... was das alles soll erfahrt ihr im nächsten Kapitel;)

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    Kapitel 2
    Vergangenheit

    Das Ende naht
    Und ganz gewiss
    Liegt unser Pfad
    In Finsternis.

    Sie hatten das Auenland bald hinter sich gelassen und ritten nun durch saftig grüne Wiesen die sich bis weit hinter den Horizont erstreckten und mit wunderschönen blauen, lilanen und roten Blumen bedeckt waren, durch Wälder, deren dichte Kronen wilde Muster aus Schatten und Licht auf den Boden warfen, vorbei an schmalen Bächen und rauschenden Flüssen. Die Sonne zog langsam ihre Bahn, die Zwerge ritten teils hinter-, teils nebeneinander, lachten und unterhielten sich. Lucy ritt zwischen Kili und Fili, die sich seit dem Beginn ihrer Reise an ihre Seite geheftet hatten und sie mit Fragen löcherten. Was ihre Lieblingsfarbe wäre, ob sie schon mal einen Drachen gesehen hätte und so weiter. Fragen nach ihrer Herkunft wich sie jedoch aus. „Ich glaube es ist besser wenn wir nicht darüber sprechen“, sagte sie dann und die Zwerge bedrängten nicht weiter.
    Am Abend schlugen sie ihr Lager in einer kleinen Felsspalte auf. Während Balin Thorins Geschichte erzählte erwischte Lucy sich auf einmal dabei Kili und Fili zu beobachten. Schnell schaute sie zur Seite, doch die beiden hatten sich schon von ihren Plätzen erhoben und kamen zu ihr herüber. „Guten Abend Lady“, grinste Fili und ließ sich neben Lucy ins Gras fallen. Kili lächelte nur schüchtern und setzte sich neben seinen Bruder. „Guten Abend die Herren, was gibt es denn?“, Lucy grinste ebenfalls. „Nichts“, Fili zuckte mit den Schultern, „uns war nur nach ein wenig Gesellschaft zumute“ „Vielleicht sollten wir lieber versuchen zu schlafen“, entgegnete Lucy, „Wir haben morgen einen weiten Weg vor uns“. Fili lächelte. „Wie wäre es wenn ihr uns eine Geschichte erzählt damit wir besser einschlafen?“ Lucy lachte erst, dann sah sie aber, dass er es ernst meinte und begann zu überlegen. „Was für eine Geschichte wollt ihr denn hören?“, fragte sie. „Eine gute“, murmelte Kili schläfrig. Lucy lehnte sich gegen den Fels.
    „Es war einmal ein kleines Mädchen. Das Mädchen konnte Dinge sehen, die andere nicht sahen und Stimmen hören, die andere nicht hörten. Die anderen Kinder sagten, das Mädchen sei seltsam, sie habe seltsame Augen, seltsame Ohren und einige behaupteten sogar, sie habe auch seltsame Träume. Auch die Erwachsenen fanden das Kind merkwürdig. Sie mieden ihren Blick, wichen ihr aus und verbotenen ihren Kindern jeglichen Umgang mit ihr. Nicht dass das nötig wäre, keines der Kinder hätte freiwillig mit ihr gespielt. Es hieß sie sei verflucht und verfluchte mied man. Eines Tages kam ein Mädchen in das Dorf, sie hieß Ella und war solch atemberaubender Schönheit, dass alle sie liebten, sobald sie sie erblickten. Doch war sie nicht etwa eingebildet oder gar hochnäsig, im Gegenteil- sie war das wärmste und freundlichste Geschöpf ganz Mittelerdes. Das Mädchen mochte sie und sie mochte das Mädchen. Es entstand eine Freundschaft zwischen den beiden, die, trotz den missgünstigen und oft feindlichen Blicken der anderen, viele Jahre überdauerte. Ella glaubte dem Mädchen, wenn es von den Stimmen erzählte und tröstete sie wenn sie Albträume hatte. Nach zwei Jahren wurde Ella krank. Niemand wusste was ihr fehlte, niemand konnte ihr helfen. Das Mädchen saß steht’s an ihrem Bett, Tag und Nacht, wich kaum von ihrer Seite. Sie hielt ihre Hand und erzählte flüsternd Geschichten. Dinge, die sie sah, Engel mit Schneeweißen Schwingen, Schwäne mit grausigen Augen, rot wie Blut, brechendes Eis und bodenlose Leere. Sie erzählte ihr von den Stimmen, von all den Wörtern, die sie nicht verstand. „Es ist all schaute ich durch einen Nebel, meine Seite schwarz, die andere weiß. Ich sehe dich, Ella. Ich sehe dich dort drüben doch in kann nicht zu dir gelangen, bin gefangen im Nebel. Du stehst auf Eis, ich glaube es ist ein See. Er bricht, Ella, er bricht. Ich schreie, doch du hörst mich nicht. Es ist schrecklich. Jede Nacht stehe ich im Dunkeln und sehe dich in bodenlose Leere fallen. Ich halte das nicht aus. Ich fühle mich so hilflos“. Dann hatte man sie rausgeschickt, die Mutter hatte gesagt mit ihren Gruselgeschichten mache sie das arme Kind ja krank. In der Nacht darauf starb Ella. Und ein Teil des Mädchens starb mit ihr. Noch in derselben Nacht ging sie fort aus der Stadt. Die Dunkelheit schien zu Wispern und zu flüstern, als wäre sie lebendig und schwere schwarze Wolken verhangen sämtliches Licht. Als die Dämmerung kam schwor sie sich nie wieder jemandem von ihrem „Fluch“ zu erzählen, denn zu viel Leid und Schmerz waren damit verwoben. Und so begann eine dunkle Zeit, ein Leben zwischen Abend und Dämmerung. Ein stetiges Wandern durch Schatten und Finsternis. Und eine Suche nach antworten, eine Suche nach sich selbst.“
    „Das ist eine blöde Geschichte“, grummelte Kili, „warum erzählst du so etwas trauriges?“ Lucy schluckte. Sie hatte nicht bemerkt, dass sie zu weinen begonnen hatte. „Ich weiß es nicht“, wisperte sie nach einer Weile, „schlaf jetzt“.

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