Sie erschiesst mich mit einem Luftkuss

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4 Kapitel - 6.636 Wörter - Erstellt von: Guren - Aktualisiert am: 2014-06-01 - Entwickelt am: - 2.630 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Inara erzählt euch ihr Leben aus Hogwarts. Dramen und Romanzen sind vorprogrammiert aber wer ist wirklich ihre wahre Liebe?

    1
    Ravenclaw gegen Slytherin

    Heute ist der grosse Tag auf den wir alle gewartet haben.
    Das Quidditch Spiel zwischen Ravenclaw und Slytherin steht an.
    Obwohl ich eigentlich ziemlich routiniert bin und dies bereits mein zweites Jahr als Jägerin ist, bin ich ziemlich nervös.
    Gegen Slyterhin zu spielen erfordert für mich persönlich immer viel Konzentration und Mut.
    Einerseits spielen sie ziemlich unfair und foulen bei jeder Gelegenheit, zu dem kommt noch dass die meisten von ihnen ziemlich gut gebaut sind, und andererseits spielt mein Bruder in diesem Team.
    Ja ja… mein grosser Bruder ist nach Slytherin gekommen und ich eben nach Ravenclaw mein kleiner Bruder hingegen kam nach Gryffindor...
    Meine Mutter ist auf Ravenclaw gewesen und mein Vater in dem Haus wo mein Bruder nun ist.
    Tja und mein kleiner Bruder hat alles noch mehr komplizierter gemacht.
    Trotzdem Frage ich mich doch immer und immer wieder wie blöd der sprechende Hut war und mich in das Haus der Klugen gesteckt hat.
    Ich meine, manchmal kann ich nicht mal die Frage der Tür zum Gemeinschaftsraum beantworten.

    Wie dem auch sei… es dauert nicht mehr lange bis es anfangen wird.
    Doch für das Spiel heute sind unsere Chancen eher gering zu gewinnen.
    Es gab einige Komplikationen beim letzten Training zwischen den Spielern.
    Auch ich wurde dabei nicht verschont… einer unserer Treiber dachte sich er müsse sich wieder mal gross aufspielen und meinte dann ernsthaft ich gehöre nicht hier her sondern auf die Ersatzbank.
    Zum Glück war da aber Roger Davies unser Kapitän.
    Er war es der eingriff und seine Meinung verteidigt hat mich wieder spielen zu lassen.
    Er weiss meine Fähigkeiten auf dem Spielfeld zu schätzen und hat mich als Stammspielerin anerkannt.
    Ausserdem habe ich ziemlich gute Chancen seine Nachfolgerin als Kapitänin der Hausmannschaft zu werden.

    „Okay Leute kommt bitte kurz her. Ich weiss wir konnten uns nicht gut vorbereiten auf das Spiel… da einige von euch ihre Stärke mal wieder beweisen wollten und das ganze nur zu Streitereien zwischen der ganzen Mannschaft geführt hat.“ Beginnt Roger mit seiner Rede.
    Ich höre nur mit halbem Ohr hin, es bringt jetzt sowieso nichts mehr wozu noch der lange Vortrag?
    „So etwas dürfte gar nicht vorkommen! Sollte es beim nächsten Training noch einmal solche Ausschreitungen geben ist keiner von euch wirklich mehr seiner Position sicher!“ droht er.
    Überraschend sehe ich ihn an.
    Wie bitte? Was hat er eben gesagt?
    „Das kannst du doch nicht machen! Schliesslich sind nicht wir alle daran Schuld!“ sage ich mit lauter Stimme und sehe wütend zu Belby der mit dem ganzen Kindergarten erst angefangen hat.
    Ich verstand mich eigentlich mit ihm bisher immer gut… aber bei unserem letzten Training hat er sein wahres Gesicht mir gegenüber gezeigt.
    „Ich wollte gerade eine Ansprache halten Inara!“ schnauzt mich Roger an.
    Baff sehe ich ihn an. Auf welcher Seite ist er eigentlich?
    Er kann nicht einfach die anderen bestraffen nur weil einige Mist gebaut haben… wie ungerecht.
    „Also… wir sind ein Team und werden auch so auftreten auch wenn einige von euch nicht mehr miteinander klar kommen. Und nun zeigen wir ihnen das wir ebenwürdige Gegner sind!“ mit diesen Worten beendet Roger seine Rede und wir machen uns bereit.
    Madam Hooch gibt uns das Zeichen.
    Zusammen mit meinem Team betrete ich das Feld und wir werden sogleich mit tosendem Applaus durch die Ravenclaws, Gryffindors und Hufflepuffs begrüßt.
    Die Slytherins hingege pfeifen und buhen wie immer.
    Roger und Marcus Flint schütteln sich ihre Hände und sehen einander abschätzig an.
    Ich blicke in die Augen meines Bruders der mich grinsend ansieht.
    Seine goldblonden Haare wehen lässig im Wind, seine meerblauen Augen funkeln mich herausfordernd an und sein hellbrauner Teint strahlt in der Sonne.
    Seine natürliche Schönheit und sein Charme waren ihm schon oft eine grosse Hilfe.
    So konnte er sich zum Beispiel bei einer Vertretungslehrerin gute Noten holen nur weil er ihr schöne Augen gemacht hat.
    Aber weder die Augenfarbe noch die Haarfarbe haben wir gleich… dafür haben wir aber beide nahezu ein identisches feingeschnittenes Gesicht.
    Meine haselnussbraunen Haare wehen mir ins Gesicht und verdecken meine braunen Augen.
    Ich beneidete Liam schon immer für seine Augenfarbe… seine waren wirklich und das ist kein Scherz, so blau wie das Meer.
    Und meine sind einfach braun… nur braun.
    Mein Blick gleitet durch die Tribüne und ich sehe Nils mein kleiner Bruder mit einer kleinen Ravenclawflagge auf der Bühne toben.
    Ein leichtes Lächeln huscht über meine Lippen… Nils kann sich nie entscheiden, dieses Mal fiebert er für Ravenclaw und das nächste Mal für Slytherin und noch ein anderes Mal schliesslich für sein eigenes Haus.
    Er kann es kaum erwarten selbst mal Quidditch zu spielen und ein erfolgreicher Spieler zu werden.
    Allerdings wird er sich noch ein bisschen gedulden müssen, schliesslich ist er erst in der ersten Klasse und stellt sich nicht wirklich talentiert auf dem Besen an.
    „Auf die Besen“ schreit Madam Hooch und wir machen uns bereit.
    Ich drücke mich vom Boden ab und sause in die Luft, um ein paar Runden zu drehen, bevor das Spiel angepfiffen wird.
    „Spieler, auf eure Plätze“ schnarrt die Schiedsrichterin und ich fliege auf meine Seite des Feldes.
    Anspannung durchströmt meinen Körper.
    Beim letzten Spiel mussten zwei Spieler unserer Hausmannschaft mit schweren Verletzungen in den Krankenflügel gebracht werden.
    Unser Hüter wurde so hart von einem Klatscher an den Kopf getroffen dass er vier Tage nicht aus dem Krankenflügel kam.
    „Ich will ein schönes, sauberes Quidditchspiel sehen“ mahnt Madam Hooch und lässt die Klatscher und den Schnatz frei.
    Ungeduldig warte ich bis sie den Quaffel endlich los lässt und die Partie anpfeift.
    Ihr Pfiff ertönt und sie wirft den roten Ball in die Luft.
    Ich schiesse auf und schnappe ihn direkt vor Flints Nase weg.
    „Inara Cresta hat den Quaffel und fliegt allen davon, aber dicht gefolgt von Marcus Flint und ihrem Bruder Liam.“ Ertönt die Stimme des Stadionsprechers.
    Danke Lee jetzt muss ich nicht mehr zurück schauen wer mir auf den Fersen ist.
    Ich spiele Roger zu der auf meiner linken fliegt, dieser gibt an Chambers weiter welcher den Quaffel an Liam verliert.
    Ich jage meinem Bruder hinterher, zu meinem Pech ist er jedoch etwas schneller Unterwegs und wirft auf den rechten Torring.
    Unser Hüter hält ihn souverän und gibt ihn mir ab.
    Ich schnelle über das Spielfeld und kann gerade so noch einem Klatscher ausweichen und Zabini grinst mich gemein an.
    Dadurch lasse ich mich aber nicht weiter beirren und fliege auf die Ringe zu, gefolgt von Nott und Flint.
    Ich denke nicht gross darüber nach und ziele auf den linken Torring und treffe.
    „Inara Cresta trifft! Somit steht es Zehn zu Null für Ravenclaw. Dieses Tor sollte das ganze Spiel nun endlich etwas mehr aufwirbeln.“ Spricht Lee ins Mikrofon.
    Roger kommt zu mir geflogen und wir klatschen uns ab.
    Jetzt kann das Spiel ja beginnen denke ich triumphierend.
    Jedes Mal wenn ich treffe stärkt es mein Selbstgefühl und gibt mir Mut und Kraft.
    „Nicht schlecht Schwesterchen.“ Erklingt die Stimme meines Bruders neben mir.
    Ich beäuge ihn bloss schräg und fliege weg von ihm.
    „Nicht überheblich werden Kleine.“ Ruft er mir noch zu bevor das Match weiter geht.
    Nicht überheblich werden tzz… dass ich nicht lache.
    Wer schaut denn öfter in den Spiegel?
    Was für ein Trottel…
    Slytherin ist im Ballbesitz und es sieht nicht so toll aus.
    Davies, Chambers und ich haben uns nämlich einen blöden Fehler erlaubt und sind nun alle vorne und zu weit weg um ein Tor zu verhindern.
    Marcus Flint trifft und gleicht somit aus.
    Die Slytherinschüler jubeln und feuern ihre Mannschaft nun lautstark an.
    „Na Schwesterchen, etwas von deinem hohen Ross runter gekommen?“ neckt mich mein Bruder und kann sich ein Lachen nicht verkneifen.
    „Arschloch.“ Brülle ich.
    Wenn es um Quidditch kommt die Hass – Liebe zwischen uns erst so richtig zum Vorschein.
    Doch damit muss Liam erst noch mehr lachen.
    Ich schüttle den Kopf und stelle mich wieder auf Position.
    Solche Fehler dürfen wir uns einfach nicht erlauben.
    Wir sind im Ballbesitz.
    Chambers wirft mir gerade den Quaffel zu als ich von Zabini heftig auf die Seite gerammt werde.
    Dabei ist mir leider der Quaffel aus der Hand gerutscht und die Slytherins schiessen ein weiteres Tor welches auf meine Kappe geht.

    Letztendlich verlieren wir mit 260 zu 170.
    Deprimiert sitze ich mit den andern aus unserem Haus im Gemeinschaftsraum.
    War ja klar gewesen nach so einem miserablen Training konnte es auch nicht besser kommen.
    Obwohl wir eigentlich auch einigermassen viele Tore gezielt haben.
    Roger setzt sich zu mir und klopft mir auf die Schulter: „Kopf hoch Inara. So schlecht haben wir auch nicht gespielt. Auch wenn es Schade ist und wir keine Party feiern können.“
    Oh ja wie recht er hat.
    Eine Party jetzt und unseren Sieg feiern und einfach ausgelassen sein wäre jetzt ein Traum.
    Ich bin so in meinen Gedanken, dass ich nicht mal mitbekommen habe wie jemand laut gegen unsere Tür polterte und mein kleiner Bruder wütend vor mir steht.
    „Nils was machst du hier?“ frage ich ihn verblüff.
    Jedoch sieht er mich nur grimmig an.
    „Was ist los?“ frage ich weiter.
    Ich runzle meine Stirn da er nicht antwortet.
    „Wie bekloppt seid ihr eigentlich! Warum habt ihr den Aufgegeben was zum Teufel sollte das? Ihr macht mich völlig wahnsinnig! Ihr hättet doch gewinnen können. Es wird höchste Zeit euch mal meine Meinung zu sagen.“ sprudelt es aus ihm heraus wie ein Wasserfall.
    Mein kleiner Bruder ist bekannt dafür dass er kein Blatt vor den Mund nimmt.
    Meine Güte ist das peinlich.
    Ein bisschen Selbstbeherrschung würde ihm auch nicht schaden.
    Da kommt er doch ernsthaft in unseren Gemeinschaftssaal und macht die ganze Mannschaft nieder.
    „Ihr seid alle Trottel!“ brüllt er und zeigt mit seinem Finger auf jeden von uns.
    „Nils! Hör auf hier so einen Aufstand zu machen! Wir haben gar nicht Aufgegeben, sie haben einfach gewonnen!“ schreie ich zurück.
    Ja wirklich taktvoll von mir ich streite mit meinem zwölfjährigen Bruder.
    „Doch ihr habt aufgegeben ihr habt nicht mal mehr zusammen gespielt!“ meint er nun ernst.
    Okay er hat ja Recht.
    „Okay Nils, nächstes Mal arbeiten wir besser zusammen.“ Sage ich und sehe ihn ernst an.
    „Na das will ich doch hoffen!“ meint er dann fröhlich und verschwindet wieder.
    Peinlich berührt sehe ich zu Boden, doch auf einmal fängt der ganze Raum an zu Lachen.
    Auch ich kann mich nicht mehr halten.
    Typisch Nils.
    Nils ist wohl die ehrgeizigste Person die ich kenne, da ihm kein Ziel zu weit gesteckt und keine Hürde zu hoch erscheint.
    Er ist im Grunde ein herzensnetter Junge, da er aber immer frei heraus sagt, was er denkt, eckt er damit des Öfteren bei Leuten an.
    Leider ist sein IQ nicht sehr hoch.
    Er versteht viele Vorgänge und Sachverhalte, strategische Entscheidungen im größeren Kontext zum Beispiel, nicht wirklich.
    Nils wichtigste Eigenschaft ist aber wohl, nie aufzugeben und nie von seinem Wort zurückzutreten, er wird nie ein Versprechen brechen, sagt er immer von sich aus.
    Schon wieder klopft es an der Tür, aber diesmal normal und nicht so ein Gepolter welches von Nils kam.
    Cho öffnet die Tür und zum Vorschein kommen zu unserem Erstaunen einige der Slytherinhausmannschaft.
    Na prima die haben uns gerade noch gefehlt.
    Müssen die uns noch weiter quälen?
    „Was wollt ihr hier?“ fragt Davies scharf.
    Flint, Liam und Pucey grinsen und wissend an.
    „Eigentlich wollten wir euch fragen ob ihr gerne mit uns feiern wollt? Natürlich nur die aus der Hausmannschaft und die die Reinblütig sind.“ Äussert sich Flint
    Wie bitte? Seit wann werden wir den zu den Slytherins eingeladen?
    Ich habe eigentlich noch nie Probleme mit ihnen gehabt… wahrscheinlich liegt es daran dass mein grosser Bruder zu ihnen gehört.
    Ich blicke zu Roger welcher mit sich selbst zu ringen scheint.
    „Wieso nicht.“ Meint dieser schliesslich und grinst.
    Während die drei Slytherins schon vorgehen legt Roger einen Arm um mich und meint dann: „Dann gibt es wohl ein Frust Saufen.“
    Ich muss lachen… mal sehen wie das bei denen so ist.
    Trotzdem komisch von ihnen dass sie uns einfach so einladen.

    2
    Das Pyramiden-Trinkspiel

    Cho unsere Sucherin läuft neben mir und sieht mich skeptisch an.
    Obwohl sie nicht direkt zu meinen besten Freundinnen gehört verstehe ich mich einigermassen mit ihr, da sie und ich die einzigen beiden Mädchen der Hausmannschaft sind.
    „Wir haben uns nicht mal schick gemacht.“ Flüstert Cho mir zu.
    Ich runzle meine Stirn und antworte dann nur: „Da gibt es doch niemand dem wir gefallen wollen.“
    Ist doch so… zwar sehen einige von ihnen ganz gut aus aber wir wissen doch alle das die Slytherins einen miesen Charakter haben.
    Seht euch doch mal Zabini an, der hat eine nach der andern am Start.
    Oder selbst mein Bruder der sich gute Noten holt weil er die Vertretungslehrer schamlos ausnutzt.
    Wie dem auch sei, inzwischen sind wir in den Kerkern unten und können die laute Musik bereits deutlich hören.
    Das ist doch schräg wenn wir da jetzt rein gehen, immerhin haben wir schliesslich verloren.
    Und was wollen wir da überhaupt?
    Jedoch tritt jeder von uns nach und nach in den Gemeinschaftsraum der Schlangen.
    An den Wänden hängen grüne und silberne Flaggen, Discokugeln beleuchten die Decke, ja sogar Stroboskope haben sie aufgestellt.
    Und das Beste natürlich die Bar.
    Diverse Flaschen sind hinter der Bar aufgestellt, von einem normalen Butterbier über Elfenwein, Nesselwein, Holunderblütenwein, Met bis hin zu Feuerwhisky scheinen sie ja an alles gedacht zu haben.
    Die lassen es sich aber echt gut gehen.
    Auf einmal legt jemand sein Arm auf meine Schulter.
    Ich erblicke in das Gesicht meines Bruders Liam der mich an grinst.
    „Toll hier nicht?“ kommt es von ihm und er grinst mich an.
    Ich nicke und antworte: „Ja, nicht schlecht hier.“
    „Nicht schlecht? Das ist der beste Raum auf ganz Hogwarts!“ kommt es von Pucey, an seinem Atem an scheint er bereits einiges runter gebechert haben.
    Ich geselle mich zu Cho auf ein Sofa und beobachte das Geschehen.
    Einige von ihnen scheinen schon ziemlich angetrunken zu sein und wandeln wie Zombies durch den Raum.
    Schliesslich hole ich für mich und Cho je einen Nesselwein… ein sehr wohlschmeckender Wein wie ich finde.

    Der Gemeinschaftsraum ist ziemlich voll inzwischen, aber Schüler aus anderen Häuser sehe ich doch keine.
    Die Laserstrahlen unterbrechen immer wieder Blickkontakt zu einem wunderschönen Augenpaar, gleichzeitig blau und wahr.
    Die Rauchmaschine füllt der Raum von der Decke bis nach unten, so dass ich nicht mehr in die blauen Augen schauen kann.
    Dabei möchte ich doch ein normalen Blick in das wundervolle Augenpaar… seine wachsenden Pupillen verdrängen die blaue Farbe.
    Mit meinem Zahnpasta Lächeln aus dem eine Mischung aus anmachen und beleidigen spricht sehe ich ihn an.
    Mit einem kleinen Stoss gegen die Seite wende ich meinen Blick von ihm ab und sehe Cho an.
    „Noch ein Glas?“ meint sie, ich nicke ihr zustimmend zu und sie holt neue Getränke für uns.

    Wir unterhalten uns über dies und jenes und scheinen uns immer besser zu verstehen… liegt vielleicht daran dass wir bereits angeheitert sind.
    „Na Schwesterherz, du scheinst dich ja doch noch zu amüsieren. Was hältst du davon wenn wir die Stimmung ein bisschen ankurbeln und wir ihnen mal unser geniales Pyramiden-Spiel beibringen.“ Fordernd sieht er mich an.
    Ich kneife meine Augen kurz zusammen… auf diese bescheuerte Idee kommt er auch nur wenn er angetrunken ist.
    Kritisch beäuge ich ihn, muss dann aber eingestehen, dass das gar kein schlechter Vorschlag ist.
    „Okay wie du meinst.“ Grinse ich ihn an. „Cho du machst auch mit.“ Befehle ich ihr und ziehe sie an ihrem Arm mit.
    Lass mich jetzt bloss nicht im Stich, dass ist nämlich nicht lustig das einzige Mädchen bei dem Spiel zu sein.
    „Marcus, Theodore, Blaise, Draco und Adrian hier her!“ schreit Liam durch den Raum.
    Wir haben uns an einen Tisch gesetzt und mein Bruder hält schon aufgeregt die Karten in der Hand.
    Alle ausser Zabini sind hier, er zieht es wohl vor weiter mit einer hübschen Slytherin rumzumachen.
    Aber ganz ehrlich, mir wäre das auch lieber.
    Ich mache ja sonst eigentlich gerne mit bei Trinkspielen aber die Pyramide übertrifft alles.
    Okay nun sind wir doch nur noch zu sechst, da Pucey sich kurzerhand entschlossen hat nicht mit zu spielen.
    Ich sitze zwischen Cho und Malfoy, beachte ihn aber nicht weiter.
    Mir gegenüber sitzen mein lieber Bruder, Nott und Flint.
    Letzterer findet es wohl ziemlich toll dass zwei Frauen mitspielen.
    Normalerweise sollten Trinkspiele ja eigentlich Spass machen, es würde ja auch Spass machen aber mein Bruder meinte, dass das Trinkspiel abgeändert werden muss.
    Jetzt dient es einfach dem Zweck sich möglichst schnell zu besaufen.

    „Also hört aufmerksam zu ich erkläre die Spielregeln!“ brüllt Liam voller Freude.
    Liam legt zu Beginn eine Pyramide aus verdeckten Karten auf dem Tisch aus.
    Er beginnt also mit einer Reihe von vier Karten.
    Die nächste Reihe besteht aus drei Karten usw., bis am Ende eine Reihe mit nur einer Karte liegt.
    Die restlichen Karten werden an die Spieler verteilt, ausserdem darf jeder seine Karten anschauen.
    Damit es noch etwas spannender wird, dachte mein Bruder es wäre doch genial wenn wir das Spiel mit Feuerwhisky machen.
    Das Ziel ist es seine Karten möglichst schnell los zu werden.
    Die oberste Karte wird aufgedeckt und zeigt Herz-König.
    „Okay Leute, jeder der ein König hat kann ihn setzten und muss dafür einen Schluck nehmen, oder er wartet bis weiter unten vielleicht noch ein König kommt um dann den Schluck zu verteilen.“ Erklärt Liam begeistert.
    Ich sehe in meine Karten und setzte sogleich Karo-König und nehme einen Schluck von dem Feuerwhisky unter dem Grinsen der Jungs.
    Jetzt ist es ja noch gut wir sind immerhin zu sechst, aber wenn dann immer mehr aussteigen wird es anstrengend.
    Auch Malfoy und Cho setzen je einen König und trinken darauf einen Schluck.
    Die Zweite Reihe wird aufgedeckt.
    „Nun dürft ihr verteilen und zwar für jemandem beliebigen zwei Schlücke. Wenn ihr gleich zwei Karten legt, könnt ihr vier Schlücke verteilen.“ Erklärt er weiter, und prompt spielt er zwei Karten.
    „Cho und mein liebes Schwesterherz für jeden von euch zwei Schlücke.“ Wütend funkle ich ihn an.
    Bei den nächsten drei Karten muss man wieder selber trinken und zwar zwei Schlücke.
    Nott, Flint und mein Bruder legen je eine Karte.
    Bei der letzten Reihe mit den vier Karten darf man wieder verteilen und zwar pro Karte vier Schlücke.
    Ich grinse und mein Bruder scheint zu wissen was jetzt kommt.
    Ich hatte wirklich glückliche Karten diese Runde und setzte zwei Karten.
    „Nott und Flint.“ Sage ich kühl und verschränke die Arme und sehe ihnen beim Trinken zu.
    Auch Cho legt eine Karte und deutet auf Liam.
    „Na warte Inara dir wird das Grinsen noch vergehen.“ Mahnt mich Flint und zwinkert mir verschwörerisch zu.
    Zum Schluss ist Liam der einzige der noch zwei Karten hat und steht somit im Finale.
    Ich lege eine Karo7 und er antwortet mir mit höher und es kommt auch eine höhere Karte.
    Wäre es nun eine tiefere Karte gewesen müsste er einen Schluck trinken, und so geht das ganze Kartenspiel durch bis keine Karte mehr vorhanden ist.
    Und dann beginnt es wieder von vorne bis einer nach dem andern aufgibt, und der letzte ist dann der Pharao und hat das Spiel gewonnen.

    „Na los Kätzchen zwei Schlücke für dich.“ Fordert Nott.
    So eine Frechheit.
    Cho ist bereits ausgestiegen und ich bin nun das einzige Mädchen und die Jungs meinen es nicht besonders nett mit mir.
    Vorher hatte ich ja bereits von Flint vier Schlücke kassiert.
    Aber langsam sollte ich wirklich aufhören mit zu Spielen, denn ich sehe es ehrlich nicht mehr.
    Ich kippe die beiden Schlücke noch runter und sage schliesslich: „Jungs… es hat mich gefreut mit euch zu trinken aber ich werde jetzt in meinen Schlafsaal gehen.“
    Ohne dass sie mir antworten können dreh ich mich um und gehe ein paar Schritte.
    Alles um mich herum dreht sich… ich begebe mich schwankend zur Tür, welche sich öffnet und dann entfallen mir meine Erinnerungen.

    3
    Filmriss

    Mit brummendem Schädel wache ich am nächsten Morgen auf.
    Ach scheisse… zum Glück ist heute Samstag, dann bleibe ich den ganze Tag in meinem geliebten Bett.
    Wieder einmal bin ich nicht schlauer geworden.
    Ich nehme es mir jedes mal vor, ich werde nicht viel trinken, aber dass klappt nur selten.
    Mit geschlossenen Augen drehe ich mich auf die andere Seite und versuche noch weiter zu schlafen.
    Unerwartet spüre ich ein anderes Gewicht auf meinem Bett.
    Nein Luna ich will noch nicht aufstehen… denke ich mir.
    Aber sie scheint mich nicht wecken zu wollen.
    Was macht sie auf meinem Bett wenn sie nichts von mir will?
    Verschlafen öffne ich langsam meine Augen aber kann Luna nirgends erblicken.
    Als ich mich gerade wieder auf die andere Seite drehen will, entdecke ich etwas Dunkelhäutiges in meinem Bett.
    Ich beäuge es etwas genauer… das ist doch Zabini.
    Ich lege mich wiederhin… träume ich etwa noch und reibe mir die Augen.
    Dann schnelle ich augenblicklich hoch.
    Was? Blaise Zabini ist in meinem Bett?
    Als er sich neben mir reckt, hüpfe ich ruckartig aus meinem Bett und bemerke erst jetzt dass ich ja gar nichts an hab.
    Blitzschnell greife ich mir die weisse Decke und versuche möglichst alles von meinem Körper zu bedecken.
    Seine dunkelbraunen Augen mustern mich kurz als er verschlafen fragt: „Was machst du auch für ein Krach?“
    Bitte?
    Ich bin nicht in der Lage etwas darauf zu erwidern.
    Ich dachte Zabini wäre mit dieser blonden Zicke aus seinem Haus abgehauen, aber wie kommt er dann in mein Bett?
    Und noch schlimmer, ich trage gar keine Kleidung mehr!
    Ich befürchte schon das Schlimmste, wie blöd muss ich eigentlich gewesen sein?
    Und warum kann ich mich an überhaupt nichts mehr davon erinnern?
    Wissend seufze ich auf… Filmriss.

    Aber langsam sollte Zabini seinen verdammten Hintern aus meinem Bett befördern.
    Ich bücke mich zu ihm und wollte ihm gerade sagen, er solle die fliege machen als seine Schokoladenbraunen Augen mich durchdringlich ansehen.
    Ich bin wie verstummt und nicht in der Lage etwas zu sagen.
    Verdammt was geht denn hier ab?
    Wurde mir etwa einen Liebestrank verabreicht?
    Nein, dann müsste ich doch ganz anders reagieren.
    „Zabini verzieh dich aus meinem Zimmer!“ sprudelt es einfach so aus mir heraus und ich bin selbst davon überrascht.
    „Dir auch einen guten Morgen.“ Meint er dann nur und macht es sich weiterhin gemütlich.
    Na toll…
    Mein Gehirn arbeitet auf Hochtouren, er muss schnellst möglich aus unserem Gemeinschaftsraum, sonst wird unsere gemeinsame Nacht das Gesprächsthema Nummer eins sein.
    „Ich weiss gar nicht wieso du solch einen Aufstand machst. Es ist doch erst halb zehn.“ Spricht er und sieht mich wieder an.
    Er starrt mich von oben bis unten an und grinst dann selbstgefällig.
    „Lass dieses unverschämte Grinsen!“ zicke ich ihn an.
    Worauf er nur noch mehr zu smilen beginnt.
    Eigentlich ein sehr hübsches Lächeln… ach was denke ich denn da?
    Das ist Blaise Zabini! Kein wunder kann er fast jede Frau um den Finger wickeln, aber wie hat er es bei mir geschafft?
    Er ist doch überhaupt nicht mein Typ!
    Okay er sieht zwar schon recht scharf aus, doch nur die Optik alleine gilt nicht.
    „Ich weiss ehrlich nicht was du hast? Wir hatten doch die beste Nacht unseres Leben.“ Gesteht er und ist mir etwas näher gekommen.
    Ich runzle meine Stirn… die beste Nacht unseres Lebens?
    Wohl eher die schrecklichste meines Lebens!
    „Tu jetzt nicht so, auch dir hat es gefallen… ziemlich sogar.“ Meint er anschliessend.
    „Dazu kann ich nichts sagen, weil ich mich an nichts mehr erinnern kann.“ Spreche ich nun etwas lauter.
    Plötzlich hat der schwarzhaarige blitzschnell seine Hand auf meinen Mund gelegt und zieht mich zu sich.
    Ich befreie mich aus seinem Griff und schnaube: „Lass das und geh raus!“
    „Was soll dieser Lärm schon am frühen Morgen?“ vernehme ich eine weitere männliche Stimme.
    Hat Cho etwa auch eine Begleitung mitgenommen?
    „Ach und übrigens sollte es dir immer noch nicht aufgefallen sein, du bist in meinem Schlafraum und nicht in deinem.“ Sagt Zabini belustigt.
    Meine Augen weiten sich… ach du Kacke.
    Peinlich berührt lasse ich mich aufs Bett fallen und raufe mir durch meine Haare.
    Überraschend beugt sich Zabini über mich und streicht mir die Haare nach hinten.
    „Das sollten wir widerholen.“ Flüstert er in mein Ohr und beginnt meinen Hals zu küssen.
    Er legt sich auf mich und liebkost meinen Körper weiter.
    Es tut wirklich gut und ein Gefühl der Lust überkommt mich.
    Doch Moment! Auch wenn es sich ganz gut anfühlt, dass ist Blaise Zabini!
    Und wir sind nicht alleine im Schlafsaal und ausserdem führt dies gegen meine eigene Regel.
    „Stopp!“ sage ich schnell und drücke ihn sanft von mir weg.
    Er hat sich über mir abgestützt und wartet auf meine Erklärung.
    „Ein Mal reicht voll und ganz.“ Äussere ich mich.
    Irritiert schaut er mich an und meint dann wieder: „Ich weiss du willst es doch auch und ausserdem haben wir beide es genossen.“
    Ich schüttle nur den Kopf: „Auch wenn wir das haben, ein Mal miteinander schlafen bedeutet Spass. Zwei Mal miteinander schlafen bedeutet Bindung.“
    Ist doch so… lassen wir es lieber bei einem One-Night-Stand bleiben.
    Kommt es ein zweites Mal vor, kann man ja von einer Sex-Beziehung sprechen und so entwickeln sich dann meistens Gefühle und Zabini ist nun wirklich der Falsche für mich.
    „Okay wie du meinst. Ich hab ja noch viele Frauen die meine Zärtlichkeiten schätzen.“ Antwortet er schnippisch.
    „Gut dann… vergessen wir mal dass es passiert ist.“ Sage ich schnell, nehme meine Sachen und verlasse schleunigst die Kerker.

    In unserem Schlafsaal husche ich schnell in mein Bett.
    Noch immer muss ich daran denken was eben passiert ist.
    Doch ich muss zugeben, bei seinen Worten, er habe ja noch genug andere Frauen, hat sich ein komisches Gefühl in mir ausgebreitet.
    Ich schüttle den Gedanken ab und döse noch etwas, bevor ich von einer neugierigen Luna geweckt werde.
    „Wo warst du eigentlich letzte Nacht.“ Will sie wissen und sieht mich mit ihren runden blauen Augen an.
    „Ach ich bin nur später ins Bett gekommen, wahrscheinlich hast du da schon geschlafen und es nicht mehr gemerkt dass ich doch noch gekommen bin.“ Flunkere ich.
    Es tut mir im Herzen weh, dass ich sie anlügen muss.
    Aber dass soll auch sie nicht erfahren, dass hat niemand gesehen.
    „Ja so. Du hast ja recht, viertelnach zehn am Morgen ist ja schon ziemlich spät.“ Vermerkt sie.
    Mist. Dann hat sie es also doch bemerkt.
    Verlegen reibe ich mir eine Wange, vergewissere mich dass alle aus unserem Schlafsaal schon weg sind und erzähle ihr die Geschehnisse.

    Während dem Brunch unten in der grossen Halle fragt sie dann schliesslich: „Und du meinst er wird es nicht gross rumposaunen?“
    Ich zucke mit den Schultern: „Keine Ahnung. Mal abwarten.“
    Was soll ich auch schon gross machen?
    Ich esse weiter mein Müsli und sehe dann zu Luna welche ihren Blick auf irgendwas fixiert hat.
    „Dreh dich jetzt nicht um, aber da hinten ist die gesamte Clique der Slytherins inklusive Blaise.“ Berichtet sie.
    „Wenn ich mich nicht umdrehen sollte, warum hast du es mir dann gesagt?“ frage ich rhetorisch und verdrehe genervt die Augen.
    Ich esse weiter in ruhe weiter oder tu zu mindest so, denn innerlich würde ich schon ganz gerne ein Blick zu ihnen rüber wagen.
    „Hallo zusammen und gut geschlafen?“ fragt Cho welche sich neben Luna setzt.
    Luna nickt zustimmend und wendet sich sogleich auch wieder ihrem Brötchen zu.
    „Was ist mit dir Inara? Ich habe dich gestern plötzlich nicht mehr gesehen.“ Fragt Cho noch einmal nach.
    „Ich bin noch länger geblieben und in den frühen Morgenstunden in den Schlafsaal gekommen.“ Antworte ich schnell und hoffe, dass sie keine weiteren Fragen mehr stellt.
    „Ich weiss ja nicht ob es euch schon aufgefallen ist, aber einige der Slytherins blicken immer wieder zu uns.“ Beginnt Cho während sie sich ihr Brot schmiert.
    Zu langsam Cho, das wissen wir bereits.
    Ich versuche sie zu ignorieren… dass kann ja heiter werden wenn das so weiter geht.
    „Sag mal Inara, wer ist eigentlich diese Daphne Greengras?“ erkundigt sich die schwarzhaarige.
    Überrascht gucke ich sie an: „Wieso fragst du?“
    Sie zuckt mit den Schultern und meint dann: „Ach sie hat gestern Abend dein Bruder so zu getextet. Ich meine wäre sie nicht dazwischen gekommen, wäre ich höchstwahrscheinlich mit ihm in seinem Bett gelandet… ausserdem, wusstest du dass er ein hervorragender Küsser ist.“
    Waaas?
    Ich muss husten, da ich mich an meinem Brot verschluckt habe.
    Das darf doch alles nicht wahr sein… sie haben rumgeschmust?
    „Das ist seine Ex… und nein ich weiss nicht wie gut er küsst immerhin ist er mein Bruder.“
    „Naja… wenn man es genau nimmt, seid ihr doch beide adoptiert also spricht theoretisch gesehen nichts dagegen.“ Offenbart sie nun.
    Luna sieht mich verwundert an.
    Wütend funkle ich Cho an.
    Niemand weiss dass wir adoptiert wurden! Und wir sollten auch nicht darüber sprechen.
    „Das hat er dir gesagt?“ frage ich leise aber aufgebracht.
    „Ja und? Ist doch nichts schlimmes dabei…“ antwortet sie einfach.

    Das reicht!
    Ich kann mich nicht mehr halten und laufe ohne gross darüber nachzudenken auf den Haustisch der Slytherins zu.
    Von weitem erkenne ich Zabini welcher mich skeptisch ansieht.
    Er fragt sich wohl was ich von ihnen will.
    Liam und Flint sind gerade aufgestanden, haben mich jedoch noch nicht entdeckt.
    „Liam!“ rufe ich wütend und mit lauter Stimme, so dass fast die komplette Halle zu uns rüber schaut.
    Ich gebe ihm nicht mal die Gelegenheit sich in meine Richtung zu drehen, sondern gebe ihm eine schallende Ohrfeige die sich gewaschen hat.
    Der Schlag ist so heftig dass er zu Boden ging.
    Entsetzen, Belustigung und Fassungslosigkeit kann ich von den einzelnen Gesichtern ablesen.
    Ich verschwende nicht ein weiteres Wort.
    Liam wird schon wissen dass es sich um was Ernsteres handelt wenn ich so aus ticke.

    4
    Waisenkinder

    Ich grinse selbstgefällig.
    Das hat gut getan.
    „Inara!“ höre ich Lunas quietschende Stimme rufen.
    Ich drehe mich zu ihr um als sie mich eingeholt hat.
    „Ich wusste gar nicht, dass du adoptiert wurdest.“ Sagt sie schnaufend.
    „Das weiss auch niemand anderes und soll auch niemand anderes erfahren. Also tu mir bitte den Gefallen und sag keinem was bitte.“ Flehe ich sie an.
    Sie nickt und folgt mir in den Gemeinschaftsraum.
    Wir lassen uns auf eines der Sofas nieder und spielen eine Runde Zauberschach.
    Ich mag Luna einfach.
    Sie muss nicht immer reden… man kann mit ihr auch einfach schweigend Zauberschach spielen oder sonstige Sachen.
    Ausserdem verstehen wir uns ohne Worte. Und so verrückt wie alle immer sagen ist sie in Wirklichkeit eigentlich gar nicht.
    Das einzige was mich an ihr manchmal stört, ist dass sie unangenehme Wahrheiten einfach so ausplaudert.
    Aber sind wir doch ehrlich, jeder von uns hat irgendeine Macke… wenn nicht sogar noch mehrere.

    Das Abendessen steht an.
    Ich habe Liam den ganzen Tag nicht mehr gesehen, aber dies ändert sich jetzt bestimmt.
    Luna wollte schon mal vorgehen und uns einen Platz besetzten.
    Ich will gerade um die Ecke zur grossen Halle abbiegen, als ich plötzlich festgehalten wurde.
    Verwundert blicke ich in das Gesicht von Oliver Wood.
    „Du solltest aufpassen. Liam scheint ziemlich wütend auf dich zu sein.“ Warnt er mich.
    „Ich habe keine Angst vor ihm!“ sage ich selbstsicher, befreie mich aus seinem Griff und begebe mich in die grosse Halle.
    Luna sehe ich schon von weitem.
    Mit ihren hüftlangen, zerzausten, aschblonden Haaren ist sie auch nur schwer zu übersehen.
    Mit grossen Schritten steure ich auf sie zu und hoffe Liam nicht zu begegnen.
    Wie immer sitzt er auf seinem Platz mit seinen Freunden.
    Die Stimmung zwischen Luna und mir ist wie immer ausgelassen.
    Ich lasse mir nichts anmerken, was heute Morgen passiert ist.
    Doch dann Tippt mir jemand auf die Schulter.
    „Können wir reden?“ erklingt die Stimme von Liam.
    „Ich esse gerade.“ Fauche ich.
    „Inara!“ brüllt er.
    „Okay Bruderherz… kein Stress.“ Sage ich kühl, stehe auf und verlasse mit ihm die grosse Halle unter den Blicken der anderen.

    Wir gehen etwas abseits damit uns nicht alle streiten hören.
    Als wir uns vergewissert haben, dass niemand da ist beginnt Laim: „Hör zu, ich war gestern hacke dicht und habe nicht nachgedacht was ich sage…“
    Ich unterbreche ihn: „Dann solltest du am besten aufhören zu trinken! Ansonsten weiss es bald die komplette Schule!“
    Wirklich toll Liam… wenn du das jeder erzählt hast wenn du betrunken warst, bist du echt bescheuert.
    Wir schweigen uns an.
    Liam und ich, sind viel mehr als nur Bruder und Schwester oder gute Freunde.
    Wir sind ein Herz und eine Seele!
    Wir konnten einander immer vertrauen und verstanden uns blind.
    Es war für uns wirklich eine harte Zeit damals im Waisenhaus… wir waren irgendwie ganz anders als die anderen Kindern und wir verstanden uns sofort auf anhieb.
    Es war, als ob wir zusammen gehörten oder so.
    Schon als Kind hatte ich einen sehr aufbrausenden Charakter und verprügelte die anderen Waisenkinder, wenn diese mich ärgerten.
    Außerdem war ich ungestüm, laut und frech.
    Dennoch war ich ein fröhlicher und redseliger Mensch, der sehr viel Liebe gegenüber Liam empfand.
    Auch ich habe ihn einige Male vor schlimmerem bewahrt, so habe ich einmal ihn versteckt als ein Ehepaar kam um ihn anzusehen und er nicht dort hin wollte.
    Manchmal muss man erst in eine Krise geraten um zu merken, was falsch gelaufen ist.

    Es war ein sehr heruntergekommenes Waisenhaus und lag am Rande von Keighley .
    Die Einrichtung war einfach und zweckmässig.
    Es schliefen immer sechs bis acht Kinder in einem Zimmer.
    Die Winterzeit war die schlimmste Jahreszeit von allen… das Waisenhaus hatte nicht genügend Geld um die Heizungen zu reparieren und um wärmere Decken zu kaufen reicht es auch nicht.
    Wir konnten froh sein wenn wir mal was Richtiges auf den Tisch bekommen hatten.
    Als ich zehn Jahre alt war, besuchte ein alter Mann mit langem Bart und weissem Haar mich und Liam.
    Er führte mit uns ein langes Gespräch und offenbarte uns, dass wir in der Tat anders sind als die anderen Kinder hier… so kamen wir schliesslich nach Hogwarts.

    „Es tut mir Leid Inara wirklich… und durch deinen Schlag ist mir jetzt auch wieder einiges klar geworden.“ Entschuldigt er sich während er sich am Kinn reibt.
    Mit seinem Hundeblick dem ich nie widerstehen konnte, sieht er mich an.
    „Okay… ich verzeih dir. Aber sprich niemals mehr davon! Und sag Cho sie soll es ebenfalls nicht weiter erzählen!“ mahne ich ihn.
    Er nimmt mich in seine starken Arme und wir stehen einfach nur so da.
    Ich hab das echt vermisst ihn so nahe bei mir zu haben.
    Früher im Heim, haben wir uns immer das Bett geteilt… heute geht das nicht mehr weil uns entweder alle auslachen würden, oder sie würden irgendeinen verdacht schöpfen.
    „Ach übrigens…meine Jungs waren ziemlich baff von deiner Aktion. Das hätten sie dir wohl niemals zugetraut.“ Lacht er.
    Ich schüttle lächelnd den Kopf… vielleicht habe ich doch etwas überreagiert.

    Als das alles geklärt ist, und wir nun wieder Bruder und Schwester sind, begeben wir uns wieder in die grosse Halle.
    Fröhlich geselle ich wieder zu Luna und wir unterhalten uns über dies und das.
    Die blondhaarige verliert kein Wort mehr über dieses Thema und fragt auch nicht wie es gelaufen ist.
    Genau das schätze ich besonders an ihr, dass sie einfach nicht nach hackt.
    Obwohl sie eher eine Aussenseiterin ist und ich eigentlich eher beliebt bin, ist sie meine allerbeste Freundin.

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