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CHRONIKEN DER UNTERWELT – Dein Leben in der verborgenen Welt der Schattenjäger TEIL 4

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3 Kapitel - 3.294 Wörter - Erstellt von: Anna Hess - Aktualisiert am: 2014-06-01 - Entwickelt am: - 4.795 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4 von 5.0 - 8 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Das ist der nächste Teil über das Leben der jungen Schattenjägerin Catherina, die erneut fürchtet ihren Bruder zu verlieren.

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    Um mich herum herrschte Chaos. In mir drin herrschte Chaos. Alles war Chaos. Mein Bruder war gekidnappt worden! Plötzlich wurde ich gewissermaßen au
    Um mich herum herrschte Chaos. In mir drin herrschte Chaos. Alles war Chaos. Mein Bruder war gekidnappt worden!
    Plötzlich wurde ich gewissermaßen aus meiner Starre erlöst, denn ein riesiger Dämon erforderte meine Aufmerksamkeit. Ich riss mein Messer empor und wehrte einen Schlag seiner riesigen, mit Stacheln bewehrten Pranke ab. Die eiserne Klinge drang durch Fleisch, Muskeln, Sehnen und Knochen, trennte die Hand ab und entlockte der Kreatur einen markerschütternden Schrei. Sie presste den verletzten Arm an ihren Körper und brüllte aufgebracht. Diese Gelegenheit ließ ich nicht ungenutzt verstreichen und rammte dem Dämon mein Messer in die Brust – genau dorthin, wo sein Herz sein sollte. Doch entgegen meiner Erwartungen brach das Ungetüm nicht zusammen, sondern setzte erneut zum Angriff an. Darauf war ich nicht vorbereitet, weshalb der Dämon mich erwischte. Eine seiner Krallen grub sich tief in das Fleisch meines linken Oberarms und ich schaffte es nur mit größter Anstrengung, nicht zusammen zu brechen. Trotzdem wurde mir schwarz vor Augen und ich musste heftig darum kämpfen, dass ich meine Sehkraft wiedererlangte. Als ich erneut die Klaue des Dämons auf mich zurasen sah, erwartete ich mein Ende. Doch stattdessen hielt das Ungetüm mitten in seinem Angriff inne, kippte vorne über, verfehlte mich nur knapp und war tot. Für einen kurzen Augenblick flammte in mir die Hoffnung auf, dass mein Bruder mir erneut das Leben gerettet hatte, doch statt ihm, erblickte ich Alec. Dieser zog sein Schwert aus dem Körper des Monsters und wischte es an seiner Hose ab, die bereits vor Blut triefte. Ich hoffte, dass es nicht sein eigenes war.
    „Das war der letzte.“, teilte Alec mir mit. Er war außer Atem, genau wie ich.
    „Nate!“, stieß ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und presste meine Hand auf die Wunde am Arm.
    „Wo ist er? Ich habe ihn nirgends gesehen.“ Besorgt sah Alec sich um. Allerdings wusste ich, dass er ihn nirgendwo würde ausmachen können. „Er … Er wurde … entführt.“, keuchte ich und obwohl ich die gesamte mir verbliebende Kraft in diese Worte legte, kamen sie bloß leise über meine Lippen. Dann brach ich zusammen.

    2
    Als ich erwachte und die Augen aufschlug, starrte ich an eine weiße Decke. Mein Kopf fühlte sich an, als hätte mich ein Pferd getreten und mein Arm schmerzte, als ich ihn anspannte, um mich aufzusetzen.
    „Bleib liegen!“, meinte plötzlich eine Person laut – zu laut, für meinen brummenden Schädel. Ich kniff die Augen zusammen und versuchte das Pochen zu verdrängen. Am Rande meines Gesichtsfeldes erschien Isabelle. Sie trug ein schwarzes, bodenlanges Kleid und hatte die dunklen Haare zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, wie ich neben ihr aussehen musste. „Wie geht es dir?“, erkundigte sie sich besorgt.
    „Wenn man davon absieht, dass mein Kopf sich anfühlt als würde er jeden Moment bersten, mein Arm unbrauchbar ist und mein Bruder entführt wurde, geht es mir gut.“, fauchte ich, doch sogleich tat mir meine Grobheit Leid. „T’schuldigung.“ Ich senkte den Blick.
    „Du erinnerst dich demnach noch an alles?“ Isabelle ließ sich neben mir auf der Matratze nieder.
    „Ja, ich denke schon.“
    „Was meinst du mit >>du denkst schon<<?“
    „Isabelle, würde ich mich an etwas nicht erinnern, könnte ich es dir wohl kaum mitteilen, oder?“ Langsam schwand meine Geduld.
    Das braunhaarige Mädchen seufzte und wandte den Blick ab. „Sind die anderen alle in Ordnung?“, fragte ich nach einer Weile. „Ja, Alec und Jace geht es gut. Clary – das Mädchen, das Jace angeschleppt hat – ist nach Hause gegangen. Sie wollte Abstand.“ Isabelle sah aus einem kleinen Fenster, das sich in der Wand, links von meinem Krankenbett befand. Ich erkannte, dass es draußen dunkel war – der Vollmond erhellte das ansonsten finstere Zimmer. „Wie lange war ich hinüber?“, fragte ich stirnrunzelnd.
    „Fast einen ganzen Tag.“
    „Einen ganzen Tag?“, keuchte ich ungläubig.
    „Sagte ich das nicht gerade.“ Die Stimmung im Zimmer sackte in den Keller. „Vermutlich sollte ich gehen. Wir sind alle nicht so gut drauf.“ Sie wollte sich erheben, doch ich umklammerte ihr Handgelenk. Die plötzliche Bewegung meines Arms schmerzte so sehr, dass schwarze Pünktchen vor meinen Augen zu tanzen begannen. „Warte! Habt ihr etwas von Nate gehört?“ Selbst ich hörte Verzweiflung in meiner Stimme mitschwingen, dabei schaffte ich es für gewöhnlich, meine Gefühle zu verbergen. Ich sah, wie Isabelle schwer schluckte und vergeblich nach Worten suchte. Ich riss die Augen auf. „Habt ihr ihn etwa gefunden? Ist er … Ist er tot?“
    „Oh mein Gott, nein!“, beschwichtigte Isabelle mich hektisch. Erleichtert atmete ich aus und bemerkte erst jetzt, dass ich die Luft angehalten hatte. „Nein, wir haben ihn weder gefunden, noch haben wir etwas von ihm gehört. Ein großer Trupp Schattenjäger hat sich gleich nach der Schlacht auf die Suche nach ihm gemacht, doch sie wurden nicht fündig.“
    „Isabelle, was ist wenn Nate…“, ich räusperte mich um das Kratzen in meiner Stimme loszuwerden, „Was ist, wenn Nate tot ist.“ Nun war es um mich geschehen – ich brach in Tränen aus. Beschämt wandte ich den Blick ab. Mir war es peinlich, dass jemand mich so schwach werden sah. „Oh, Catherina.“, murmelte Isabelle und legte sich neben mich aufs Bett. Sie schlang einen Arm um meine Schultern und zog mich an sich. Beruhigend strich sie mir mit der Hand über die Haare. „Es wird alles gut werden. Das verspreche ich.“

    3
    Es war nun eine Woche her, dass Nate entführt worden war. Viele der Jäger hatten die Hoffnung, ihn zu finden – geschweige denn lebend – aufgegeben. Nur ich hielt an dem Glauben fest, dass mein Bruder hart genug war, um diese Situation zu überstehen. Wir hatten uns unser ganzes Leben lang durch alle Probleme hindurch geboxt und es ging einfach nicht in meinen Kopf hinein, dass es dieses Mal anders sein könnte. Mir zu Liebe bewahrten auch Jace, Alec und Isabelle den Glauben an Nate, doch insgeheim wusste ich, dass sie ihn bereits aufgegeben hatten. Doch ich würde das bis zu dem Tag, an dem seine Leiche gefunden werden würde, nicht tun – koste es, was es wolle.
    Kraftlos schälte ich mich aus meiner Bettdecke und schlurfte ins Badezimmer. Als ich in den Spiegel sah, blickten mir müde Augen entgegen. Seit der Schlacht hatte ich nicht richtig ausgeschlafen, denn ich fand einfach keine Ruhe. Das Zimmer, in dem ich nach dem Kampf mein Bewusstsein widererlangt hatte, war einer von Marcus Räumen gewesen. Er hatte darauf bestanden, dass ich mich die nächsten Tage in seiner Nähe aufhalten sollte, damit er Alpträume blockieren konnte. Zwei Nächte später hatte ich jedoch die Nase voll gehabt und darauf bestanden, zurück ins Institut zu kehren. Dort empfingen meine Freunde mich bereits mit offenen Armen.
    Nun duschte ich rasch und schlüpfte in ein übergroßes Sweatshirt, sowie eine schwarze Röhrenjeans. Wie üblich zog ich Chucks an. Als ich sie zugebunden hatte, betrachtete ich sie naserümpfend. Ich sollte mir dringend ein neues Paar zulegen. Im Moment plagten mich jedoch andere Probleme, also würde das wohl warten müssen. Nachdem ich fertig bekleidet war, lief ich hinunter ins Esszimmer. Dort fand ich Isabelle und Jace vor; vertieft in ein belangloses Gespräch. Nate biss herzhaft in ein Wurstbrötchen und Isabelle löffelte Quark, den sie sich morgens immer zubereitete. „Morgen.“, murmelte ich müde und setzte meinen Weg in die Küche fort. „Guten Morgen!“, riefen Isabelle und Jace im Chor. Missmutig verzog ich den Mund – ich konnte so gute Laune am Morgen nicht leiden. Vielleicht, weil ich sie selbst nicht hatte. Etwas zu kräftig riss ich die schwere Kühlschranktür auf, welche mich aufgrund des Schwungs mit sich riss. Hart knallte ich mit dem Kopf gegen ein Regalbrett. „Verdammte Scheiße!“, fluchte ich laut und rieb mir die schmerzende Stelle.
    „Macht man das so? Öffnet man so einen Kühlschrank? Wenn du etwas Hohles hören willst, kannst du auch einfach gegen eine Wassermelone klopfen – du musst dafür nicht deinen Kopf gegen ein Regal schlagen.“, meinte Jace, der soeben die Küche betreten hatte. Klirrend ließ er seinen Teller in die Spüle fallen und lehnte sich gegen die Theke. „Ach, halt doch die Klappe.“, brummte ich verärgert und gab der Tür einen Schubs. Laut schlug sie zu. Die Lust auf etwas Kaltes war mir vergangen. Stattdessen schnappte ich mir meine Lieblingstasse aus dem Geschirrschrank und schenkte mir heißes Wasser ein. Dann zog ich einen Teebeutel aus einer Schublade und ließ ihn in die Tasse fallen. Mit dem ziehenden Tee in der Hand, hockte ich mich auf den Tresen. Meine Beine baumelten in der Luft – missmutig starrte ich auf das sich langsam grün färbende Wasser.
    „Was war hier denn eben los?“, fragte Isabelle, als auch sie den Raum betrat. Einen Moment später sah sie Jace benutzten Teller in der Spüle liegen und funkelte ihn daraufhin sauer an: „Wann lernst du, dass wir einen Geschirrspüler haben?“
    „Wann lernst du, dass mir das herzlich egal ist?“, erwiderte Jace freundlich lächelnd. Ich tarnte mein Lachen als ein Husten und verbarg mein Schmunzeln hinter vorgehaltener Hand. „Findest du das etwa lustig?“, knurrte Isabelle nun mich an. Unschuldig hob ich die Hand und antwortete: „Höchstens amüsant.“ Nun grinste auch Jace. Ich stimmte in sein Lachen ein – es tat gut. Zum ersten Mal seit längerer Zeit fühlte ich mich ein wenig erleichtert. Der unbeschwerte Moment währte jedoch nicht lange, denn wenige Sekunden später stürmte Alec in die Küche. Er war vollkommen außer Puste und aschfahl im Gesicht. Bei seinem Anblick schwand unser Lachen. Alarmiert sprang ich von der Theke und auch Jace spannte sich sichtlich an.
    „Alec, was ist los?“, fragte Isabelle besorgt. Der Ärger über Jace und mich war Nebensache geworden.
    „Ich… Ich…“, keuchte er und schnappte nach Luft. „Ich war in der Bibliothek und habe gelesen, da erschien neben mir plötzlich ein Typ. Er hatte weißblonde Haare und … mein Gott, seine Augen waren schwarz wie Kohlen! Er war bloß eine Projizierung und ich wollte ihn fragen, wer er ist und was er will, aber da sagte er, dass er Nate entführt habe und, dass er dich“, er heftete seinen Blick auf mich und mir blieb das Herz stehen, „haben will. Er sagte, ich solle dich auf der Stelle holen kommen. Er will dir ein Angebot machen.“ Die Tasse entglitt meiner Hand und zerschellte auf dem Boden. Ohne auf die Anderen zu achten, rannte ich los. So schnell wie in diesem Moment war ich die Treppe noch nie hinaufgesprintet und in Windeseile und ohne, dass mir jemand hatte folgen können, erreichte ich die Bibliothek. Nach kurzem Überlegen verschloss ich hinter mir dir Tür – ich wollte ungestört sein. Unbeeinflusst von meinen Freunden. Als ich mich umwandte, sah ich mich der besagten Person gegenüber. Ich erkannte den jungen Mann sofort. Es war der, den ich am Tag der Schlacht auf dem Hügel gesehen hatte. Er hatte Nate entführt. Meine Hand wanderte instinktiv zu dem Messer, das in meinem Gürtel steckte, doch dann fiel mir ein, dass er bloß eine Projektion und nicht real war. Wie er es schaffte hier zu erscheinen, war mir unklar. Normalerweise nutzten wir für diese Art der Kommunikation einen Spiegel, doch in diesem Raum befand sich meines Wissens keiner. Mein Herz schlug heftig gegen meinen Brustkorb und ich konnte nicht still stehen. Meine Beine und Hände zitterten. Mit großen Augen sah ich den Mann an und er starrte zurück. Ein finsteres Lächeln umspielte seine Lippen. Allerdings erreichte es nicht seine undurchdringlich schwarzen Augen. Ohne es zu wollen, stellte ich fest, dass er wirklich attraktiv war. Er hatte markante Wangenknochen und einen kantigen Kiefer. Die blonden Haare fielen ihm unordentlich, doch auf irgendeine Art und Weise modisch, in die Stirn. Ich zuckte zusammen, als jemand von außen versuchte die Tür zu öffnen, die jedoch verschlossen war. Isabelle, Alec und Jace hatten offenbar die Bibliothek erreicht und wollten zu mir hinein. „Mach die Tür auf, Cat!“, brüllte Jace und hämmerte gegen das Holz – ich ignorierte ihn. Stattdessen wandte ich mich der Projektion zu, die noch immer nichts gesagt hatte und der es vollkommen genügte, mich von Kopf bis Fuß zu mustern und weiterhin finster zu lächeln.
    „Was willst du?“, fragte ich schließlich und blendete nun vollends das Klopfen an der Tür aus. Ich wusste allerdings, dass es bloß eine Frage der Zeit war, bis einer meiner Freunde sie eintrat.
    Der Mann legte den Kopf schief. „Die Frage ist doch vielmehr: Was willst DU?“ Seine Stimme war tief und monoton. Ich spürte sie wie Bass in meinem Körper widerhallen.
    „Ich will meinen Bruder zurück! Lebt er noch?“ Ich konnte nicht verhindern, dass ich leicht hysterisch klang.
    „Ja, er lebt. Ihr könnt ihn gerne wiederhaben. Aber dafür verlange ich eine Gegenleistung.“
    „Alles.“, flüsterte ich heiser und eine Träne rann über meine Wange, als ich hörte, dass mein Bruder noch lebte.
    „Ihn im Austausch gegen dich.“, forderte er und seine Augen funkelten mich an. Geschockt riss ich die Augen auf. „Bruder gegen Schwester. Blut gegen Blut.“
    „Du… Du willst mich?“, fragte ich mit belegter Stimme.
    „Ja dich.“
    „Aber wieso?“
    „Dir ist Großes vorherbestimmt, Catherina.“
    „Woher kennst du meinen Namen?“
    „Ich weiß alles über dich. Glaub mir, wenn du zu mir kommst, wirst du Großes erreichen!“ Er trat einen Schritt näher an mich heran und ich wich nicht zurück. Obwohl er nicht echt war, konnte ich seine Nähe praktisch spüren. „Also, dein Bruder im Austausch gegen dich?“ Lange sah ich ihn an – wortlos. Mein Gehirn arbeitete und ich überlegte hin und her. Ausschlaggebend war letztendlich, was ich zuvor gesagt hatte. >>Alles<< war meine Antwort auf seine Forderung gewesen. Ich würde alles dafür tun, dass mein Bruder in Sicherheit und am Leben war. Demnach gab es bloß eine logische Antwort: „Ich tausche.“ Selbstsicher reckte ich mein Kinn vor und straffte die Schultern. In den folgenden Augenblicken teilte mein Gegenüber mir mit, wo ich hinkommen sollte und wie der Austausch ablaufen würde. Mein Bruder würde gefesselt unter einem Baum sitzen und nachdem ich ihn befreit haben würde, sollte ich zu einem angrenzenden See gehen. Dort würde der Mann mich erwarten. Auf meine Frage, wie ich sichergehen sollte, dass es keine Falle war, antwortete er: „Das kannst du nicht. Aber ich gebe dir mein Wort, dass es keine Falle ist. Und glaub mir, Ehre kommt für mich an erster Stelle.“ Ohne meine Antwort abzuwarten, verblasste seine Erscheinung. Ich wusste was zu tun war.

    Als es Jace schließlich gelang die Tür zu öffnen – er hatte das Schloss geknackt und sie nicht eingetreten – war es bereits zu spät. Das Einzige, das sie vorfanden, war ein von mir beschriebener Zettel.
    „Es tut mir Leid, dass ich euch einfach so verlasse, doch es war die einzige Möglichkeit meinen Bruder zu retten. Wenn alles wie geplant verläuft, wird er bald wohlbehalten wieder zurück im Institut sein. Ich kann euch gar nicht sagen, wie wichtig ihr alle mir seid. Ohne euch wäre ich nie zu der Person geworden, die ich heute bin. Ich kann nicht glauben, dass ich euch so etwas schreibe! Egal, das Wichtigste ist, dass ihr nicht nach mir sucht. Lasst es einfach! Ich habe die Entscheidung getroffen zu gehen, um das Leben von Nathanael zu retten. Wenn ihr mich sucht, verstoßt ihr gegen die Abmachung die ich getroffen habe und bringt euch und auch mich in Gefahr. Also noch einmal: Es tut mir Leid! Danke für alles und ich werde euch nie vergessen, Cat. PS.: Ich habe ihm zwar versprochen, dass ihr nicht versuchen werdet mich zu befreien, allerdings galt das nicht für mich. Wir werden uns wiedersehen!“
    Als die drei den Zettel zu Ende gelesen hatten trat Jace frustriert gegen einen Schrank.

    Etliche Kilometer entfernt, stapfte ich durch aufgeweichte Erde. Meine Schuhe versanken teilweise in ihr und es kostete einiges an Kraft, sie mit einem lauten Schmatzen aus dem Schlamm zu ziehen. Trotzdem lief ich unbeirrt weiter – mein Ziel vor Augen.
    Einige Minuten Fußmarsch später, sah ich endlich den Baum, unter dem ich meinen Bruder hoffentlich vorfinden würde. Mit rasendem Herzen rannte ich darauf zu und stellte überglücklich fest, dass der Mann Wort gehalten hatte. Nate war zwar bewusstlos, aber er lebte und war unverletzt. Eilig durchschnitt ich seine Fesseln und warf sie achtlos beiseite. Ich war mir bewusst, dass mein Erpresser mich wahrscheinlich beobachtete, weshalb ich mich nicht traute, gegen die Abmachung zu verstoßen. Auf diese Weise würde ich Nate und mich nur in Gefahr bringe. Traurig sah ich meinen Bruder an und fuhr ihm mit der Hand durch die kurzen Haare. „Ich hab dich lieb.“, murmelte ich und küsste ihn sanft auf die Stirn. Daraufhin erhob ich mich und machte mich auf den Weg zum See. Ich drehte mich nicht mehr um, denn womöglich würde ich meine Meinung ändern und zu ihm zurück rennen. Stattdessen hoffte ich verzweifelt, dass niemand dem bewusstlosen Nathanael etwas antun würde. Meine Hoffnung war das Einzige, das mir Kraft spendete. Zielsicher setzte ich meinen Weg fort und erreichte schon bald den See, in dem sich der Mond spiegelte. Es war eine sternklare und eigentlich wunderschöne Nacht, die lediglich von den in ihr geschehenden Ereignissen überschattet wurde. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass sich etwas bewegte. Ich fuhr herum und erkannte eine muskulöse und hochgewachsene Gestalt, mit hellblonden Haaren. Der Mann streckte mir seine Hand entgegen und ich ergriff sie nach kurzem Zögern. Mit einem Ruck zog er mich an sich und ich stolperte. Sein starker Griff war das Einzige, das meinen Sturz verhinderte. Hilflos hing ich in seinen Armen und sah zu ihm auf. Er war um einiges größer als ich.
    „Bist du bereit mich zu begleiten?“, murmelte er leise mit seiner tiefen Stimme. Ich schluckte. „Nein.“ Für meine Antwort erntete ich ein trockenes Lachen seinerseits: „Wunderbar.“
    Ich spürte ein schmerzhaftes Stechen in meinem Nacken und stellte verwundert fest, dass mir der Blonde eine Spritze gegeben hatte. „Oh.“, war das Einzige, das mir über die Lippen kam, bevor alles um mich herum begann schwarz zu werden und ich das Bewusstsein verlor – wieder einmal.

    Bald folgt die Fortsetzung! Bitte teilt mir doch mit, wie ihr die Geschichte findet. Das würde mich sehr freuen! Auch Verbesserungsvorschläge und Kritik sind gerne gesehen:)

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1400363150
CHRONIKEN DER UNTERWELT – Dein Leben in der ve...
CHRONIKEN DER UNTERWELT – Dein Leben in der ve...
Das ist der nächste Teil über das Leben der jungen Schattenjägerin Catherina, die erneut fürchtet ihren Bruder zu verlieren.
http://www.testedich.de/quiz34/quiz/1400363150/CHRONIKEN-DER-UNTERWELT-Dein-Leben-in-der-verborgenen-Welt-der-Schattenjaeger-TEIL-4
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2014-05-17
406H
Chroniken der Unterwelt

Kommentare (96)

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Cornelia (57250)
vor 110 Tagen
Woooow das klingt voll super gut! 😇 Ich könnte gar nicht mehr aufhören! Schreib unbedingt mehr du kannst das!😊
lotus_nj (69410)
vor 561 Tagen
total süchtig danach...Ich wünsche ich hätte deine Vorstellungskraft.. bei mir gehts nur zwei Seiten lang
Rosalyn ( Rose ) (12225)
vor 632 Tagen
Ich hab alle Teile gelesen und was soll ich sagen es war hammermäßig super !!!!!!
Percy Jackson (20674)
vor 719 Tagen
Ich bin......deine Geschichte ist so......wie du schreibst....
Du siehst, ich kann das nicht in Wirte fassen:))
kiwi2000 (35791)
vor 840 Tagen
Wow. Der Hammer. Ein riesiges Lob, die Geschichte hat mich total umgehauen. Eigentlich schade, dass es nicht weiter geht. Hör bitte nie auf, FFanfiktions zu schreiben (du hättest wahrscheinlich auch das Zeug für ein Buch)♥
Lg, kiwi2000
Schneestern37 (93767)
vor 842 Tagen
Wahnsinn! Hammer Geschichte! Du schaffst es wirklich, den Leser in den Bann deiner Geschichte zu ziehen, riesen Respekt dafür!
Ich werde auf jeden Fall weiterlesen.

Und noch ein Tipp, nur eine Kleinigkeit:
Wenn du schreibst: "Er hat angefangen.", protestiere ich..., dann fällt der Punkt am Ende der wörtlichen Rede weg, weil nach der wörtl. Rede ein Komma steht.
Wie gesagt, nur eine Kleinigkeit, die mir aufgefallen ist.
Ich finde, du hast sehr großes Talent, du darfst auf keinen Fall aufhören, Geschichten zu schreiben! Wenn du mich fragst, hat Cassandra Clare Konkurrenz bekommen... ;)
Kp (76266)
vor 851 Tagen
OMG wie Geilll!!!!!! Ich 💜 deinen Schreibstil du Schreiber um einiges besser als ich und ich kann das schon gut! Du hast einen sehr großen Wortschatz und man hat immer neue Ausdrücke zu kesen . man versetzt sich richtig in die Figur! Einfach nur Hammer! Werd später Autorin.....!!!! Boah vllt. Schreiber du mal besser als Suzanne Collins mein großes Vorbild in Sachen Geschichten schreiben!!!!
Anna Hess (93508)
vor 896 Tagen
@Rexxa : Ohhhh, vielen lieben Dank! Aber ich stimme dir zu: Ab dem dritten Buch zieht sich die Reihe unglaublich 😟 Daher freut es mich umso mehr, wenn dir meine Geschichte trotzdem gefällt 😍

@Looora : Auch dir vielen lieben Dank! 🌹

@bella : Uuuh, Dankeschön 😊
bella (28216)
vor 906 Tagen
Oiiiiii schöhhhhhhhn
Looora (85594)
vor 934 Tagen
Richtig schön.....

Ich bin begeistert

Wow!
Rexxa (22584)
vor 958 Tagen
Oh wow...
du hast echt talent, die Geschichte hat mich total gefesselt...
Ich bin ja ehrlich gesagt, nicht so der FAn von den Chroniken der unterwelt, da zu viel in die länge gezogen, immer dauernd was neues nerviges, aber deine FF hat mich echt richtig umgehauen und würdest du ein richtiges buch draus machen würde ich es mir kaufen :D
Anna Hess (09117)
vor 962 Tagen
@Nikau : Oh, vielen Dank das freut mich wirklich! :) Ach halt dich nicht zurück in dem was du schreibst - ist doch ein Kompliment! ^^
Nikau (71861)
vor 963 Tagen
OMG. Die Geschichte ist ja mal Hammer geil! (Tschuldigung für meinen Ausdruck. Aber anders kann man es nicht beschreiben:) ) Die Schreibstil ist echt klasse. Ich bin über die Divergent FF auf die gestoßen, weil ich die auch schon mega finde, aber das hier...
Anna Hess (09117)
vor 963 Tagen
@Isabelle : Ist aber lieb, dass du Cat verteidigst :) ^^
Isabelle (33380)
vor 985 Tagen
@Malec forever: Was soll das mit der Mary Sue? Meinst du damit Catherine? Ich finde nicht das dieser Charakter eine Mary Sue ist...
Isabelle (33380)
vor 985 Tagen
Der zweite Teil von "Chroniken der Unterwelt. Die erste Begegnung aus Magnus Sicht." ist raus. Ich würde mich auch über dein Feedback freuen Anna. Über das der anderen natürlich auch:D
Anna Hess (47584)
vor 989 Tagen
@Malec forever: Achso. Dann hoffe ich, dass ich das das nächste Mal besser hinbekomme.
Malec forever (27266)
vor 990 Tagen
Eine Mary-Sue ist eine Protagonistin, die sich fast klischeehaft verhält. Einen perfekten Charakter der fast schon unrealistisch wirkt
Anna Hess (27949)
vor 990 Tagen
*ihren Eltern
*Eigenes
*verbessert

Sorry für die Fehler. Ich habe mit meinem Handy geantwortet :D
Anna Hess (68775)
vor 990 Tagen
@ALL : Der erste Teil meiner neuen Fanfiktion ist draußen. Er heißt "Divergent - Liebe | Schmerz | Bestimmung". Über Rückmeldungen würde ich mich freuen.

@Isabelle: Habe ich gerne gemacht :)

@Sophie: Ich finde das ist häufig bei Kindern der Fall, dass sie von ihren viel zu sehr unterdrückt und geformt werden. Man sollte dem Charakter eines Menschen wenigstens die Möglichkeit geben sich zu formen! Ja ich wollte schon häufiger etwas eigenes schreiben, aber irgendwann kommt der Punkt wo ich festhänge und es nicht weiter geht. Außerdem habe ich das Problem, dass ich nicht weiß in welche Richtung ich gehen soll, weil ich immer alles perfekt machen möchte und nicht nur so halb und das geht nur, wenn man sich mit der Thematik wirklich auskennt.

@Adhara: Dankeschön für dieses große Kompliment. Man merkt auch einfach selber beim Schreiben, dass man sich immer weiter verbesseet und das Formulieren immer leichter fällt.