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Vergeltung

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1 Kapitel - 1.728 Wörter - Erstellt von: Peddychan - Aktualisiert am: 2014-04-01 - Entwickelt am: - 1.241 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Gozaburo Kaiba will Rache und um zu bekommen, was er will, ist ihm jedes Mittel recht. Sein Adoptivsohn Seto findet sich in einem Strudel aus Erinnerungen und Qualen wieder, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Und obwohl er das finale Duell gegen seinen Adoptivvater in Noahs Welt gewonnen hatte, muss er schnell lernen, dass Verträge nur dann etwas wert sind, wenn sie mit Blut unterschrieben wurden... denn für Gnade gibt es in der Hölle keinen Platz!

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„Aber wir hatten eine Vereinbarung!“

Gozaburo Kaiba grinste mörderisch und schüttelte enttäuscht seinen Kopf. „Habe ich dir nicht beigebracht, dass mündliche Vereinbarungen wertlos sind, Junge? Zu dumm, dass du mir nie zuhörst. Aber das wird sich jetzt ändern. Das verspreche ich dir, Seto!“

Seto wich geschockt ein paar Schritte nach hinten aus, aber viel Bewegungsfreiraum bot die kleine Duellplattform nicht. „Selbst wenn du dir meinen Körper holst, wirst du es nicht schnell genug hierausschaffen!“

Gozaburo lachte laut auf. „Wer sagt denn, dass ich deinen Körper JETZT will?“

„WAS?“, brüllte Seto schockiert. „Hier fliegt gleich alles in die Luft!“

„ ‚Wenn ich gehe, nehme ich dich mit in die Hölle‘, das waren deine Worte. Jetzt hast du die einmalige Gelegenheit dein Versprechen zu erfüllen!“

Seto stand mit weit aufgerissenen Augen immer noch auf der kleinen Plattform. Verzweifelt kämpfte er gegen seine Emotionen an, die langsam die Kontrolle über seinen Körper und sein Denken übernahmen. Sein Herz raste und in den hintersten Winkeln seiner Augen kroch langsam die Angst und Panik hervor. Seine Lippen zitterten, während er lautlos den Namen seines Bruders formte.

„Keine Sorge, Seto, du wirst deine kleinen Freunde bald alle wiedersehen. Diese Welt geht erst unter wenn ich es will. Aber kommt Zeit, kommt Rat.“ Unter einem lauten Schrei verformte sich Gozaburos Körper langsam, bis er in Flammen aufging. Wie ein Phönix aus der Asche wurde er als Dämon wiedergeboren.

Seto atmete tief durch, um einen einigermaßen kühlen Kopf zu bewahren. Die einzige Möglichkeit zur Flucht war eine kleine Nische in der Wand, über die die Duellarena gesteuert wurde. Für einen kurzen Moment wünschte er sich, dass irgendjemand dort stehen würde, aber er war alleine. Er drehte seinen Kopf kurz zur Seite und sah, wie der Teufel seine Hand nach ihm ausstreckte. „Nicht schon wieder“, flüsterte Seto, während er den Kopf schüttelt und absprang.

Zu Setos eigener Verwunderung gelang es ihm sich mit einer Hand an der Kante der Nische festzuhalten. Mit all seiner Kraft griff er auch noch mit der anderen Hand nach der Kante, um sich langsam hochzuziehen. Mit einem lauten Krachen zerschmetterte Gozaburo die Duellplattform. Die Einzelteile flogen genau auf Seto zu. Ein scharfkantiger Splitter bohrte sich in seinen linken Arm. Ein schmerzverzerrter Schrei erschallte im Raum, begleitet von einem höhnischen Lachen. Mit letzter Kraft zog sich Seto endlich die Kante hoch und rannte ohne weiter nachzudenken durch den Kontrollraum in den Flur. Erst jetzt zog er sich den Splitter aus dem Arm und schmiss ihn in auf den Boden. Sein Puls raste, als er endlich zum stehen kam. Es war plötzlich totenstill. Nur noch sein Herzschlag war zu hören. Nach kurzer Überlegung entschied er sich auf das Dach der Kaiba Corporation zu rennen, in der Hoffnung Noah hat es doch noch geschafft einen Ausgang zu erstellen. Seto bis sich kurz auf die Unterlippe und sprintete dann die Metalltreppe nach oben. Er hasste es sich auf die Hilfe von anderen zu verlassen, aber in diesem Fall blieb ihm keine andere Wahl, als Noah zu vertrauen. Seto ging es dabei weniger darum sein eigenes Leben zu rette, sondern vielmehr sicher zu stellen, dass Mokuba in Sicherheit war.

Gozaburo brach kurz hinter ihm durch die Wand und ließ das ganze Gebäude erzittern. Seto blieb für Sekunden stehen, um sein Gleichgewicht wieder zu finden. „Du enttäuschst mich, Junge. Seit wann rennt man denn vor einem Kampf davon?“, sagte Gozaburo amüsiert und griff abermals nach seinem Adoptivsohn, doch Seto konnte schnell genug ausweichen. Bevor die Treppe in sich zusammen brach, sprang er auf das Dach und rannte über den Hubschrauberlandeplatz. „Verdammt!“, fluchte Seto laut, als er am Ende des Daches angekommen war. Er stand auf einem steinernen Absatz und sah fünfzig Stockwerke nach unten. Gozaburo schlug ein Loch ins Dach und kroch langsam aus diesem hervor. „Das war mal wieder äußerst dumm von dir darauf zu vertrauen, dass dir irgendwer helfen würde. Hast du in den sechs Jahren mit mir denn gar nichts gelernt?“

Seto atmete tief durch und wendete sich dann seinem Adoptivvater zu. „Ich habe gelernt, dass du ein sadistisches Arschloch bist, aber mehr noch habe ich begriffen, dass jede deiner Handlungen einen Zweck verfolgt und dafür ist dir jedes Mittel recht.“ Seto lächelte kalt. „Du hättest mehr Kant lesen sollen, statt Nietzsche!“

„Aber ich handle doch nach der Maxime von der ich will, dass sie zugleich ein allgemeingültiges Gesetzt ist!“

„Du bist doch wahnsinnig! Was willst du von mir? “, entgegnete Seto. Gozaburo näherte sich langsam in seiner dämonischen Gestalt seinem Adoptivsohn. Seto festigte seine Stellung auf der Kante. Sein weißer Mantel flatterte im Wind. „Ich habe keine Angst vor dir“, sagte er völlig ruhig, während er seine Arme langsam zur Seite wegstreckte.

„Was ich will? Vergeltung!“

Seto sah dem Dämon ein letztes Mal an bevor er sein Gewicht auf die Fersen verlagerte und langsam nach hinten wegkippte. Während des freien Falls griff er nach dem Anhänger, den er seit fast zwei Jahren immer um seinen Hals trug und klappte das Medaillon auf. Ein letztes Mal sah er das Lächeln seines kleinen Bruders. „Verzeih mir, Mokuba“, flüsterte Seto, als ihn ein Meer aus roten Flammen verschluckte.

Seto öffnete langsam seine Augen. Er lag auf einem steinernen Fußboden, in einem absolut sterilen Raum. Soweit er seine Situation überblicken konnte, war er die einzige Person innerhalb dieser vier Wände. Erschöpft schloss er die Augen, um sich besser konzentrieren zu können. Sein Kopf tat höllisch weh. Aus Reflex wollte er seine Hand Richtung Schläfe bewegen, doch seine Handgelenke waren hinter seinem Rücken mit Handschellen zusammengekettet. Das Eisen umschloss seine Handgelenke so fest, dass jede kleine Bewegung schmerzte. Wie erschlagen blieb er noch eine Weile auf dem kalten Boden liegen. Er trug immer noch die gleiche schwarze Kleidung, nur sein weißer Mantel fehlte. Bis auf die Verletzung an seinem linken Oberarm schien er unversehrt zu sein und dennoch fühlte er sich so, als ob er einen kräftezehrenden Kampf hinter sich hatte, aber irgendwas sagte ihm, dass das erst der Eröffnungszug war.

Panisch schnappte Seto nach Luft, als ihm endlich bewusst wurde, dass er irgendwo gefangen gehalten wurde und keine Ahnung hatte, wo sich Mokuba zurzeit aufhielt. Er lebte, zumindest fühlte es sich so für ihn an. Dennoch konnte er nicht sagen, ob sein Verstand immer noch in der virtuellen Welt eingeschlossen war oder ob dies nun die Realität war. Ausgelaugt drehte er sich auf seinen Rücken und starrte an die Decke. „Mokuba“, wisperte Seto, bevor er langsam versuchte aufzustehen. Als er endlich zum Stehen kam, konnte er sich grade so auf seinen Beinen halten. Sein ganzer Körper zitterte und er fühlte sich unglaublich schwach. „Ich versteh das einfach nicht…“, sagte er zu sich selbst, während sein Blick durch den viereckigen Raum schweifte. Der Raum war vollkommen leer, nur er stand mit wackligen Knien in der Mitte. Das einzige, was sich von den glattverputzen Wänden abhob, war eine eiserne Tür und ein winziger Lüftungsschacht in einer oberen Ecke. Er ging ein paar Schritte zurück und lehnte sich gegen eine der Wände, als plötzlich die Tür aufsprang und vier ominöse Männer den Raum betraten.

Seto sah wieder auf und taxierte einen nach dem anderen. Alle trugen sie schwarze Anzüge, Sonnenbrillen und hielten eine Automatik in ihrer Hand. „Und ich dachte schon, ich müsste hier drin verrotten.“ Seto lächelte kurz und ging dann auf die Männer zu. „Ob real oder nicht, ihr bleibt primitive Lakaien“, zischte er verächtlich, als er direkt vor ihnen angekommen war. Einer der Männer schlug Seto mit der Pistole gegen den Schädel, so dass dieser leicht ins Wanken geriet, während ein andere ihm den Lauf seiner Uzi unters Kinn drückte. „Ich sollte wohl ‚danke‘ sagen“, fauchte Seto, der sich wieder gefangen hatte.

„Schnauze!“, brüllte einer der Männer und schubste ihn aus dem Raum heraus. Die Männer bildeten einen Kreis um Seto und machten ihm unverständlich klar ihnen zu folgen. Der Flur war genauso steril wie die Zelle. Fenster gab es weit und breit keine. Die einzige Lichtquelle waren ein paar Neonröhren an der Decke. Schnellen Schrittes kam eine Frau mit weißem Kittel auf Seto zu. Er glaubte diese Person schon mal irgendwo gesehen zu haben, aber bevor er sich seiner Situation vollkommen bewusst wurde, rammte die Ärztin ihm ohne zu zögern eine Spritze in den Hals.

Seto schnappte verzweifelt nach Luft. Es fühlte sich so an, als ob sich seine Atemröhre langsam zuziehen würde. Immer weniger Sauerstoff gelang in seine Lunge. Er konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten und sank auf seine Knie. Sein ganzer Körper begann panisch zu zucken. Ein stechender Schmerz durchfuhr seine Glieder. Er öffnete immer wieder den Mund, in der Hoffnung ein wenig Sauerstoff zu erhaschen, doch seine Anstrengungen waren vergebens. Mit weit aufgerissenen Augen sank er auf den Boden und rührte sich nicht mehr, bis die Finsternis von ihm Besitz ergriff.

Kommentare (3)

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Peddychan (59831)
vor 1070 Tagen
Hallo D16,
erstmal danke für deinen Kommentar und hier kannst du die Story weiterlesen:
http://www.fanfiktion.de/s/5 31685da000355fa32cbd3d4/1/Vergeltung

LG Peddy
D16 (70736)
vor 1072 Tagen
Ich finde den Ansatz extrem interessant !
Besonder da du bis lang noch vieles unklar gelassen hast, stellt man sich viele Fragen.
Bin schon gespannt wie es weiter geht.
LG dein neuer Fan
MAC01 (35660)
vor 1213 Tagen
Ein interessanter Ansatz, der gespannt sein lässt, wie es wohl weitergehen wird. Da ich von deiner anderen Story so begeistert bin, bin ich gespannt ob du diese FF in einer ähnlich hohen Qualität umsetzen wirst. Mich hast du auf jeden Fall als Fan schon mal gewonnen :)