Des Rächers Herzen - Unfähig zu lieben (Kapitel 1/2)

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
2 Kapitel - 4.354 Wörter - Erstellt von: RibaPanda - Aktualisiert am: 2014-03-15 - Entwickelt am: - 2.576 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Die ersten beiden Kapitel zu "Des Rächers Herzen - Unfähig zu lieben" ||SasukexOC||Copyright by Riba Panda!|| Prolog zu finden unter http://www.testedich.de/quiz33/quiz/1391866342/Des-Raechers-Herzen-Unfaehig-zu-lieben

1
Unterschätze niemals deinen Gegner

Ängstlich wich das Mädchen einige Schritte zurück, als sie Sasuke erblickte, nachdem dieser am anderen Ende des Korridors aufgetaucht war. Mit panischem Blick drängte sie sich an die Wand hinter ihrem Rücken.
Sasuke selbst war stehen geblieben. Für den kurzen Bruchteil einer Millisekunde war er doch tatsächlich überrascht gewesen – länger aber auch nicht. Damit, hier jemandem zu begegnen, hätte er nämlich nicht gerechnet. Karin hatte ihm doch versichert, dass dieser Unterschlupf verlassen sei.
Er musste natürlich nicht lange darüber nachdenken, was hier schief gelaufen war: Karin hatte ihn angeschwindelt. Was ihren Fähigkeiten zuzutrauen war und was nicht, wusste er. Geirrt hatte sich die rothaarige Kunoichi ganz bestimmt nicht. Aber warum ertrug man die Anwesenheit einer streitsüchtigen, viel zu lauten, arroganten, rechthaberischen Zicke, wenn die dann nicht mal das tat, wofür man sie überhaupt ertrug?
„Ich dachte, hier wäre außer uns niemand mehr…“, warf Sasuke einen tadelnden Blick über die Schulter zu Karin.
Die Angesprochene winkte nur ab: „Ach, die Kleine da zählt ja praktisch als Niemand. Mach dir keine Sorgen, Sasuke, vor der haben wir nichts zu befürchten.“
„Du kennst sie also“, schlussfolgerte Suigetsu.
Karin ignorierte den verhassten Teamkameraden jedoch gekonnt und ließ sich wie sooft nicht dazu herab, ihm zu antworten beziehungsweise seine Vermutung zu bestätigen.
Aber, ja, sie kannte das braunhaarige Mädchen im grauen T-Shirt, das da so eingeschüchtert im Zwielicht das nur spärlich beleuchteten Flures stand. Sie war ein ehemaliges Versuchskaninchen Orochimarus.
Was das feige Gör aber jetzt, wo Orochimaru doch tot und dieses Versteck offiziell nicht mehr existierte, noch suchte, konnte Karin auch nicht sagen.
„Was ist nun, Karin? Kennst du sie?“, wiederholte Sasuke Suigetsus Frage, da sie ihm wohl sehr wohl antworten würde.
„Ja.“, antwortete die Rothaarige diesmal tatsächlich bereitwillig, ohne dabei allzu begeistert zu klingen – man wollte sich oder viel mehr seine Gefühle ja nicht verraten. „Darum kann ich dir auch sagen, dass sie erstens keinerlei Bedrohung darstellt und zweitens, sie auch total uninteressant ist. Das hat auch schon Orochimaru festgestellt.“
„Was wollte er ursprünglich von ihr?“, hackte der junge Uchiha nach, ohne dabei die Fremde am anderen Ende des Korridors aus den Augen zu lassen. „Irgendwas muss ihn ja auf sie aufmerksam gemacht haben.“
„Traust du meinem Urteil nicht?“, giftete Karin empört und stemmte die Hände in die Seiten.
Sasuke hatte auf diese Reaktion nur eine äußerst nüchterne Erwiderung parat: „Ich bilde mir meine Urteile grundsätzlich selbst.“
„Sie kann nichts!“, brauste Karin daraufhin auf, „Sie hat kein Kekkeigenkai, beherrscht kein Tai-, Nin- oder Gen-Jutsu! Sie ist uninteressant und damit basta! Ignorier’ das Gör also einfach und lass’ uns das tun, wozu wir hergekommen sind: unsere Vorräte auffrischen. Verschwende doch nicht deine Zeit mir ihr. Oder willst du etwa noch länger auf deine Rache an Itachi warten?“
Dabei wusste die Rothaarige ganz genau, wie interessant das unscheinbare brünette Mädchen noch für die Pläne des Uchiha werden konnte.
Entnervt seufzte Sasuke und ging auf das Mädchen zu. Er war alles andere als dumm. Bei Karins Reaktion konnte sich schon denken, dass sie ihm da etwas über die für ihn Fremde verschwieg. Etwas, das ganz bestimmt alles andere als uninteressant, sondern in höchstem Maße beeindruckend war – für Leute, die nicht den Nachnamen ‚Uchiha’ trugen, keine Vorstellung von der macht seiner ererbten Fähigkeit, dem Sharingan, hatten und die nicht hatten mit ansehen müssen, wie der eigene Clan gnadenlos massakriert worden war. Herauszufinden, was das genau war und mit wem oder was er es hier zu tun hatte, war demnach nicht unbedingt unwichtig.
Es wäre zwar wesentlich einfacher, würde Karin ihm die verlangten Informationen einfach geben, aber bitte, da sie sich ja vehement weigerte, war das sicherlich auch anders herauszufinden.

Er schritt langsam auf das ihm unbekannte Mädchen zu und musterte sie dabei ganz genau.
In einem Punkt konnte er Karin allerdings dabei Recht geben: Einen gefährlichen Eindruck machte die Fremde nun wirklich ganz und gar nicht. Sie glich einem unschuldigen, schutzlosen Kaninchen, das am liebsten ganz schnell ganz weit weg wollte.
Der Blick ihrer matten Augen, deren Farbe Sasuke bei dem schwachen Licht nicht definieren konnte, flackerte nervös und ihre Körperhaltung entsprach etwas unendlich niedrigerem als ‚unterwürfig’ oder ‚demütig’. Sklavenhaft traf es schon eher, so wie sie sich bei jedem Schritt, den Sasuke auf sie zutat kleiner und kleiner wurde. Es schien fast, als würde sie sich ihm zu Füßen werfen.
Sie war sehr dünn, um nicht zu sagen, abgemagert. Schlüsselbeine, Wangenknochen und Handgelenke traten deutlich hervor. Besonders unnatürlich wirkten die Kniescheiben, die so aus dem nicht vorhandenen Fleisch zu quellen schienen, als würden sie schon gar nicht mehr zum Körper der Besitzerin gehören. Nur Haut überzog die Knochen, jede einzelne Sehne – schlaff und geradezu haltlos – war deutlich sichtbar, Muskeln hingegen schienen überhaupt nicht vorhanden.
Das dunkle Haar von brauner Farbe trug sie offen in einem, sofern Sasuke dies bei schlechten Lichtverhältnissen und eine Entfernung von mehreren Metern einschätzen konnte, sehr unförmigen Schnitt. Vermutlich hatte sie selbst versucht, die Mähne mit einem Kunai auf Schulterlänge zu halten. Dem Fettfilm ihres Haares nach zu urteilen, der im schemenhaften Licht glänzte und somit nicht zu übersehen war, hatte sie Wasser und Seife schon seit einer Weile nicht mehr gesehen.
Die dürren Beinchen und Ärmchen steckten in schwarzen Shorts und einem grauen T-Shirt, die beide so verschlissen und zerrissen waren, dass sie wohl mehr entblößten als kleideten. So konnte Sasuke auch einen Teil der Rippen sehen. Sie waren zählbar.
Sie war hässlich, weil ungepflegt, verwahrlost und in einem kläglichen Zustand. Zumindest würde so jeder denken, der einen Funken Wert auf Äußerlichkeiten legt, um einen objektiven Gesamteindruck zu erläutern. Doch Sasuke scherte sich nicht um diese Dinge. Er würde kein höheres Ansehen für sie empfinden, hätte sie die Schönheit einer edlen Prinzessin.
Egal, ob hässlich oder lieblich – momentan war sie für den jungen Uchiha, da er nichts über sie wusste vor allem eines, eine potenzielle Gefahr.
Das einzige, was ihren Anblick jedoch erträglich oder gar lohnenswert machte, war ihr Gesicht. Es hatte ausgesprochen sanfte und harmonische Züge, die allerdings von tief sitzender Furcht verunstaltet wurden. Selbst Sasuke konnte aus ihrem verängstigten Blick lesen, dass dieses Mädchen hier es in ihrem Leben alles andere als einfach gehabt hatte. Orochimaru behandelte seine Versuchsobjekte ja allgemein wie wertlose Tiere. Ihr war es sicherlich nicht anders ergangen.
Die psychischen Folgen der unmenschlichen Behandlung, die sie unter Orochimaru hatte ertragen müssen, waren anhand ihres Verhalten und ihres Blickes deutlich zu erkennen. Doch noch viel offensichtlicher waren die physischen Qualen, die sie mit absoluter Sicherheit durchlebt haben musste: angefangen von einer glühenden Brandnarbe, die ihren Oberarm missgestaltete, entstellten unzählige Schnittnarben in Gesicht und an Gliedmaßen ihren Körper noch mehr als er es durch Verwahrlosung ohnehin schon war. Ein noch nicht ganz verheiltes fliederfarbenes Hämatom leuchtete außerdem förmlich im trüben Lampenlicht des Korridors.
Oh ja, in vielerlei Hinsicht hatte dieses Mädchen leiden müssen. Sasuke sah es und nahm es einfach nur sachlich zur Kenntnis, ohne sich auch nur einen einzigen, teilnehmenden Gedanken darüber zu machen.
Aber warum sollte er auch? Er trug selbst die gewaltige Last seiner Vergangenheit und hatte im Laufe seines Lebens deswegen schon sehr vieles aufgeben müssen. Sein Mitgefühl reichte nur für sich, jemand zweites konnte er deshalb nicht bemitleiden. Diese Fremde hier nicht, seinen wahrscheinlich besten Freund Naruto nicht, keinen, von dem Sasuke wusste, dass er schwere Lasten zu tragen hatte. Seine eigene war nämlich in jedem Fall tausend mal schwerer. Jeder musste selbst damit fertig werden.
Sie hier schaffte es ganz offensichtlich nicht. Das verdiente kein Mitgefühl, sondern in den Augen des Uchiha bestenfalls Verachtung.
Vielleicht hatte Karin ja doch Recht und dieses Mädchen verdiente die Aufmerksamkeit, die er ihr aus Vorsicht und Weitsicht schenkte überhaupt nicht…
Sasuke war nun noch etwa zehn Schritte von der Fremden entfernt. Sie kauerte inzwischen zitternd und zähneklappernd am Boden und presste sich trotzdem immer fester gegen die Wand hinter sich, dass man meinen könnte, sie versuchte darin zu versinken. Dieses Verhalten war schlicht und ergreifend… erbärmlich. Sasuke verachtete sie dafür jetzt schon.

Doch ganz plötzlich richtete sie sich sitzend auf, hob abwehrend die Hand und ließ trotz zittriger Stimme ein lautes „Stopp!“ vernehmen. Als dann nicht einmal einen Augenblick später eine Glühbirne über Sasuke zerbarst, blieb er tatsächlich erstaunt stehen.
„Dasselbe kann ich mit deinem Kopf machen, wenn du noch einen Schritt näher kommst!“
Sie hatte wahrscheinlich versucht bedrohlich zu klingen, aber vor Aufregung entglitt ihr die Stimme eine Oktave in die Höhe und so wurde ihre schöne Drohung zunichte gemacht.
Beeindruckt hatte sie Sasuke trotzdem. Ansatzweise zumindest… Er schüttelte die Scherben der zerstörten Glühbirne aus seinem Haar. Jetzt wusste er wenigstens, was Karin ihm verschwiegen hatte. Er warf der rothaarigen Teamkollegin einen tadelnden Blick zu: von wegen uninteressant!
Dank seiner großartigen Auffassungsgabe und seiner hohen Intelligenz, war Sasuke sofort klar, es hier mit einer Telekinetin zu tunhaben. Von Menschen wie ihr, die allein durch die Kraft ihrer Gedanken Materie verformen oder bewegen konnten, hatte Sasuke schon gehört, war bisher aber noch keinem begegnet. Orochimaru hatte ein paar mal mit seinem treuen Gehilfen Kabuto darüber geredet. Sasuke hatte es das ein ums andere Mal aufgeschnappt.
Es wunderte ihn nicht, dass Orochimaru ein Mädchen in seinem Besitz gehabt hatte, das über diese mächtige Gabe verfügte. Verwunderlich war nur, warum sie offensichtlich als Versuchskaninchen gedient hatte und nicht für den Kampf eingesetzt worden war.
Richtig eingesetzt, hatte dieses Mädchen nämlich sicher uneingeschränkte Macht über Leben und Tod. Wie man sich doch täuschen konnte. Hatte Sasuke nicht eben selbst noch gedacht, sie sei seine Aufmerksamkeit nicht wert? Na ja, der denkende Mensch ändert bekanntlich seine Meinung, und Sasuke war definitiv ein denkender, gar planender Mensch. Einmal mehr war es bewiesen – unterschätze niemals deinen Gegner!
Sie hier könnte entweder das eine oder andere sein: eine Gegnerin, die vernichtet werden musste, damit keine Gefahr mehr von ihr ausging, oder aber man gewann sie als Verbündete.
Was für eine Bereicherung wäre das für Team Hebi! Wie viel einfacher ließen sich seine Pläne verfolgen, könnte Sasuke es nur schaffen, diese Telekinetin auf seine Seite zu ziehen…
Doch momentan war sie immer noch eine potenzielle Gefahr. Sie war hier nicht nur wie ein Tier behandelt worden, sondern hatte sich sicher auch tierische Verhaltensmuster angewöhnt und könnte demnach sofort zubeißen, wenn sie sich zu sehr bedroht fühlte.
Entweder das oder sie versuchte wieder, in der Wand zu versinken. Sein Instinkt sagte Sasuke, dass dies der wahrscheinlichere Fall war.
Aber auch das war nicht von Vorteil. Wie sollte er sie derart menschenscheu und verängstigt für seine Seite gewinnen?
Sasuke war inzwischen klar, warum sie immer noch hier war: sie versteckte sich, hatte zu große Angst, sich nach draußen in die Welt zu wagen.
Es würde nicht leicht werden, sie von Team Hebi zu überzeugen, das war Sasuke klar.
Aber, wenn er es geschickt anstellte…

Kommentare Seite 1 von 1
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.

Neuer Kommentar da? / Seite neu laden

Natsumi Uchiha ( 73936 )
Abgeschickt vor 695 Tagen
Dein Schreibstil ist perfekt *Daumen hoch Like Lee* Bitte mach weiter es ist schon ca. 1 Jahr her wenn ich mich nicht verrechnet habe
Nora Fants ( 40379 )
Abgeschickt vor 856 Tagen
schreib biitte schnell weiter
Yuna ( 36902 )
Abgeschickt vor 950 Tagen
Wow geile story schreib bitte schnell weiter!!!
Ayumi (Spanien 3.0) ( 36902 )
Abgeschickt vor 950 Tagen
Wann Schreibstil du weiter ist echt gut!
Sasuke123loveyou ( 94108 )
Abgeschickt vor 969 Tagen
Ist voll lustig ich liebe die Geschichte
Vali ( 29400 )
Abgeschickt vor 1018 Tagen
Voll lustig,ich mags/liebe es!
RibaPanda ( 17453 )
Abgeschickt vor 1028 Tagen
Hallöchen liebe Leser, hier spricht die Autorin.
Ich wollte mich auch mal langsam für die Kommentare bedanken und ankündigen, dass Kapitel 3 in den nächsten Tagen folgen wird.
Ich hoffe sehr, dass es euch gefallen wird und ihr mir wieder kurz eure Meinung hinterlassen würdet.

Liebe Grüße,
Panda
Nadel ( 42690 )
Abgeschickt vor 1029 Tagen
schreib bitte weiter die geschichte ist so genial
bitte bitte bitte :)
Kione Uchiha ( 64632 )
Abgeschickt vor 1126 Tagen
schreib weiter!!!!!!
Laura ( 68775 )
Abgeschickt vor 1102 Tagen
Biiiittttte mach weiter!!!!
himeno ( 48966 )
Abgeschickt vor 1114 Tagen
schreib bitte weiter