Tamriel im Spiel der Throne 4

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1 Kapitel - 10.129 Wörter - Erstellt von: Kelly - Aktualisiert am: 2014-02-01 - Entwickelt am: - 900 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    Zirain lag mehr auf seinem Pferd, als das er saß und man merkte eindeutig, dass er schlief. Asuras führte das Pferd für ihn, während Basima die Gruppe anführte. Sie drehte sich jedoch immer wieder um und sah besorgt zu dem verletzten Dunmer. Ihre Fragen mussten ihr im Gesicht stehen, doch reagierte der Matzket nicht darauf. Das war eine Sache, die er nicht weiterzugeben bereit war. Wenn sie Antworten wollte, sollte sie Zirain selber fragen, wenn der dann doch mal etwas länger wach war, als um Nahrung zu sich zu nehmen. Da war auch noch eine Sache, die die Priesterin nicht verstand. Asuras verzichtete freiwillig auf seine Rationen um dem Dunmer genug Energie zu geben, dass dieser die Reise überstehen konnte. Natürlich musste Asuras als niederer Daedra nicht essen, aber die wenigsten würden freiwillig darauf verzichten.
    Die Gruppe hatte Königsmund hinter sich gelassen. Die Stadt war hinter ihnen am Horizont verschwunden, dafür lag eine andere nun beinahe direkt vor ihnen. Der Karte zu folge musste das Bitterbrück sein. Varys hatte die Stadt als ungefährlich markiert und geraten, dass sie dort ihre Vorräte aufstockten.
    Um das so unauffällig wie möglich tun zu können weckte Asuras Zirain vorsichtig und gab ihm einen Umhang, der seine graue Haut verdeckte und zog sich ebenfalls einen über um seine schwarze ebenfalls zu verstecken. Zu Basima meinte er, dass sie die Einkäufe wohl annehmen müsse und dachte eigentlich, dass er wieder ignoriert werden würde.
    Aber er lag falsch. Basima drehte sich zu ihm um und nickte. „Sicher“, antwortete sie ruhig, bevor sie sich wieder nach vorn wandte. Vor ihnen ragte eine scheinbar winzige Burg auf, die in der flachen Umgebung noch kleiner wirkte. Eine alte Steinbrücke tauchte vor ihnen auf. Über diese mussten sie den Mander überqueren um in die Stadt zu kommen.
    Der Matzket sah sie erstaunt an. Ihn interessierte die Burg eher weniger. Nur dass dort meist Aureale rum rennen, die auf seinesgleichen recht ungehalten reagierten, störte ihn. Aber er wusste, dass er größeren Mist gebaut hatte, als die anderen dachten und dass hier wohl kein anderer Daedroth hier sein würde. Trotzdem schwieg er darüber. Wer gab schon so einen Riesenfehler zu, wie den Wechsel von einer Welt in eine andere?
    Die Hufe der Pferde klapperten auf dem alten Stein, als sie die Brücke überquerten und erstmals in die Stadt sehen konnte. Bitterbrück war deutlich kleiner als Königsmund und sehr viel weniger prunkvoll. Einige Stadtbewohner tummelten sich auf der Straße und doch war die Stadt lang nicht so überlaufen, wie die Hauptstadt. Ein paar Leute sahen die drei Reisenden misstrauisch an, andere neugierig, garstige Blicke von Frauen flogen Basima zu, während einige Männer ins Starren gerieten. Freundlich lächelnd hielt sie das Pferd neben einem der Menschen an, beugte sich zu ihm herunter und fragte, wo sie Vorräte bekommen würden. Beinahe endlos starrte der Mann sie an, ehe sein Arm sich langsam hob, um ihnen den Weg zu zeigen.
    Asuras musste über die Menschen hier schmunzeln. Sonst löste er ja eher solche Reaktionen bei Frauen aus, wie sie bei Männern, nur konnten Frauen das scheinbar besser verbergen. Er lenkte sein Pferd neben sie und räusperte sich. "Wir sollten dann auch gehen, oder was meinst du Liebste?" Er grinste sie unter seiner Kapuze an. Diese Bezeichnung würde sie mit Sicherheit ärgern, aber irgendwann würde auch sie seinem Charme erliegen. Hinter sich hörte er Zirain genervt aufstöhnen.
    Basima zog die Augenbrauen zusammen und blitzte ihn verärgert an, dann jedoch umspielte ein spottendes Lächeln ihre Lippen. „Du bist betrunken und verwechselst mich mal wieder, Bruder. Deine Liebste wartet in Rosengarten auf dich, hast du das schon wieder vergessen?“
    Sie hatte den Namen dieses Orts auf der Karte gesehen und wusste, dass Bitterbrück ebenfalls auf dem Weg dorthin lag.
    Daraufhin musste Zirain ein Lachen unterdrücken, ein Glucksen war jedoch trotzdem zu hören. Es hörte sich eher so an, als hätte der Dunmer Schluckauf, aber das war diesem egal. Ebenso, wie der verdutzte Blick seines Freundes. Ihn amüsierte die Situation, war es doch was Neues, dass Frauen nicht gleich auf Asuras ansprangen.
    Mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht bedankte Basima sich bei dem Mann, der ihr den Weg gewiesen hatte und ritt in eben diese Richtung. Belustigt drehte sie sich noch einmal zu ihren Begleitern um. „Nun kommt schon, Brüder“, ihr Blick blieb an Asuras hängen und wurde eine Spur kühler, „auch wenn der Vater deiner Liebsten sicher froh sein wird, wenn der Bastard, der seine Tochter will, nicht in Rosengarten ankommt.“
    Während Asuras sich um Zirain gekümmert hatte, hatte sie die Gespräche anderer Reisender belauscht und auch schon in Königsmund einiges aufgeschnappt. So wusste sie in etwa, was in den Leuten hier vorging und wie wenig Wert ihre unehelichen Kinder hatten.
    Zirain seufzte und fuhr Asuras, der gerade etwas sagen wollte über den Mund, um die Situation zu retten. "Wir sollten wirklich weiter. Unser Bruder ist doch bestimmt schon aufgeregt, oder denkst du etwas anderes Basima?" Ihr Name war so ziemlich der einzige, der unter Menschen weitestgehend unauffällig war, daher hatten sie beschlossen, dass zumindest die beiden Männer unter falschem Namen reisen würden. Er hoffte, dass die beiden Streithähne sie nicht auffliegen lassen würden.
    Die Rothwardonin lächelte ihn leicht an. Dankbar, dass er das Spielchen mitspielte. „Nein, genau das denke ich auch. Wir sollten auch das liebe Mädchen nicht länger warten lassen, sie wird genauso aufgeregt sein.“
    Zirain nickte. Auch er lächelte leicht aber eher belustigt. Asuras regte sich ziemlich über diese Bezeichnung auf, spürte aber den warnenden Blick seines Freundes auf sich und einen wütenden Zirain würde er sich mit Sicherheit nicht antun. Der verdeutlichte Basima, dass sie voran reiten sollte und folgte nur wenig später.
    Basima ritt zu dem Händler, den der Mann auf der Straße ihr genannt hatte, stieg vor ihm vom Pferd ab und kaufte, was sie an Vorräten brauchten, bat aber noch um Verbände und einige Kräuter, nachdem sie einen Blick auf Zirain geworfen hatte. Diese gab sie an Asuras weiter. „Du solltest ihm so gut wie möglich helfen können, findest du nicht?“, fragte sie leise, ehe sie die Stimme hob und wieder beide ansprach: „Braucht ihr noch was, Brüder?“
    Zirain nickte. "Handschuhe wären nicht schlecht. Meine sind ja verloren gegangen." Asuras sah zweifelnd zu ihm. "Bist du dir sicher, dass du die brauchst Z... Robert?" Asuras hatte sich gerade noch fangen können. Unter Zirains verstimmten Blick duckte er sich weg. "Natürlich sind die nötig Edric!", fauchte er. Wer ihn genau kannte sah, dass es nur gespielt war, doch nur Asuras kannte ihn gut genug und musste sich anstrengen eingeschüchtert genug auszusehen. Das wurde natürlich durch die Tatsache erschwert, dass Zirain gute zwei Köpfe kleiner war als er und sehr zierlich gebaut war.
    „Benehmt euch, was soll denn der gute Herr von uns denken?“ Basima lächelte versöhnlich und kaufte dem Händler noch ein paar Handschuhe ab, das sie an Zirain weiter gab. Dem Händler, dem die Frage, wofür der junge Mann in Rosengarten Handschuhe brauchte, offensichtlich ins Gesicht geschrieben stand, erklärte sie: „Robert ist ein leidenschaftlicher Kämpfer, nur trainiert er lieber mit den Trainingswaffen als mit seinen eigenen, für seine Hände ist das natürlich fatal, aber er weigert sich, auf den Maester zu hören.“
    Der Händler nickte. Die Geschichte erschien ihm glaubhaft.
    Zirain schnaubte darauf nur. Natürlich konnte er nicht sagen, dass ihm hier kalt war. Was für ein Bild hätte das denn abgegeben? Außerdem hieß es für ihn mehr Bewegungsfreiheit, wenn er seine Hände in der Öffentlichkeit nutzen könnte.
    Basima verabschiedete sich höflich von dem Händler. Sie sollten weiter, bevor sich doch noch jemand verplappern würde. Die drei verließen die Stadt wieder, wie sie es gesagt hatten, in Richtung Rosengarten. Sie ritten, bis sie Bitterbrück nicht mehr sehen konnten, dann wandten sie sich direkt nach Süden, um die Dornischen Marsche in wenigen Tagen zu erreichen.
    Zirain streifte sich die Handschuhe schnell über und lehnte sich etwas vor. "Wenn es euch nichts ausmacht werde ich mich wieder ausruhen. Wie lange wird es noch ungefähr dauern?" Er sah von Asuras zu Basima und zurück.
    Die Rothwardonin warf ihm einen mitleidigen Blick zu. „Noch lang. Wenn ich die Entfernung richtig einschätze, erreichen wir die Dornischen Marsche in drei Tagen, diese zu durchqueren dauert vermutlich noch mal so lang und dann bis nach Sonnenspeer schätze ich noch mal ein bis zwei Wochen… Weniger, wenn wir schneller reiten, aber zum einen machen das die Pferde nicht mit und zum anderen wär’s für dich nicht gerade gesund.“
    Zirain schnaubte leise aus Protest. "Du unterschätzt mich Mensch." Aber man hörte ihm an, dass er eigentlich nichts dagegen hatte.
    Basima hob eine sanft geschwungene Augenbraue. „Ach ja? Nun, ich könnte dich weit besser einschätzen, könnte ich dich untersuchen. So muss ich mich auf den äußeren Eindruck verlassen und der ist, offen gesagt, miserabel. Wenn du dich nicht von mir behandeln lassen willst, ist das deine Sache, wenn du aber unterwegs vom Pferd fällst und dank zu hoher Geschwindigkeit dabei drauf gehst, wird es auch zu meiner.“
    Sofort sah sich Zirain in die Ecke gedrängt. "Das wird nicht passieren, also wag es nicht mich anzufassen!", fauchte er und Asuras seufzte leise.
    Abwehrend hob Basima die Hände und sah den Dunmer ruhig an. „Ist ja gut, beruhig dich wieder. Ich versteh’s zwar nicht, aber ich akzeptiere und respektiere deinen Willen. Niemand außer Asuras wird dich anrühren.“
    Der Dunmer nickte nur und lehnte sich gegen den Hals seines Pferdes. Er wusste, dass sie es nicht verstand, wer würde das schon, ohne die Hintergründe zu kennen.
    Basimas Blick wurde sanfter und ihre Stimme leiser. „Du wirst deine Gründe haben, aber ich werd nicht nachfragen. Wenn du darüber reden und es mir erzählen willst, wirst du das tun und wenn nicht, dann eben nicht.“
    Der angesprochene schluckte kurz und seine Stimme klang belegt. "Ich kann nicht. Ich... Kann davon nicht erzählen." Er war angespannt und drückte sein Gesicht in die Mähne des Pferdes.
    Basima brachte ihr Pferd neben seines und hatte schon die Hand ausgestreckt, um sie ihm auf die Schulter zu legen, als sie es sich anders überlegte. Sie wusste nicht, wie er auf die Berührung reagieren würde, also behielt sie die Hand bei sich. „Du musst auch nicht. Niemand drängt dich.“
    Zirain nickte und bemerkte nichts von ihrem Berührungsversuch. Er richtete sich auf und erschreckte sich erst einmal darüber, dass sie auf einmal so nah war.
    Vorsichtig brachte sie wieder ein wenig Abstand zwischen sie beide. „Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken.“
    Zirain seufzte. "Tut mir übrigens leid, dass ich dich immer wieder so anfahre... Das letzte mal, dass ich jemanden freiwillig an mich rangelassen hatte tat dass mir nicht gut... Das prägt einen doch ziemlich", meinte er dann doch. "Wenn du mehr wissen willst kann dir Asuras gerne mehr erzählen, er hat mich damals gerettet." Mit einem Lächeln sah er zu seinem Freund und gab nickend sein Einverständnis, dass dieser es ihr erklärte. Er wusste nur, dass er es nicht konnte. Asuras zeigte ebenfalls nickend sein Einverständnis. Jetzt wo er die Erlaubnis hatte würde er erzählen, doch vorher würde er abklären wie viel er erzählen durfte.
    „Schon gut“, sie lächelte leicht, „du hast deine Gründe, das nehm ich dir nicht übel.“ Kurz sah sie zu Asuras und hob in einem Anflug von Erstaunen die Augenbrauen, dann nickte auch sie. „Ich hör’s mir gerne an, aber nicht jetzt. Schicksale erzählt man nicht unbedingt auf Pferderücken.“
    Asuras grinste. "Natürlich nicht, aber eine gute Lagerfeuergeschichte gibt das auch nicht ab..."
    „Ich weiß. Die guten Lagerfeuergeschichten sprühen vor Spannung, Heldentaten, Tragik und hin und wieder auch Sex, nicht von Schicksalsschlägen. Ich will auch keine gute Lagerfeuergeschichte hören, die man irgendwann seinen Enkeln erzählt, ich will nur verstehen können“, erwiderte Basima ruhig, wobei ihre Augen auf dem Matzket lagen.
    Der nickte dazu und ließ sich zu Zirain zurückfallen und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Ruh dich aus, mein Freund. Wir sorgen schon dafür, dass wir uns nicht verlaufen."
    Basima nickte dazu leicht lächelnd. „Er hat recht. Wird dir nur gut tun.“
    Sie wandte sich wieder nach vorne und sah den Weg entlang.
    Zirain seufzte, wusste er es doch auch, aber er wollte es nicht wahr haben. Normalerweise machte ihm das alles nichts aus und jetzt war er fast pausenlos am schlafen...
    Die Rothwardonin sah den Weg weiter entlang, dann runzelte sie leicht die Stirn. „Da kommt uns wer entgegen“, meinte sie und ließ die entgegenkommende Gruppe, die nur zum Teil beritten war, nicht aus den Augen.
    Die beiden Männer sahen hoch und schlossen zu ihr auf. Auch ihr Blick war auf die Reisenden gerichtet.
    Basima kniff die Augen zusammen, um mehr zu erkennen, doch noch war die fremde Gruppe zu weit weg, also wandte sie sich an Asuras. „Siehst du was, was Bewaffnung oder so angeht?“
    Er tat es auch sofort. "Außer einem Schwert beim Vordersten kann ich nichts sehen. Aber ich könnte noch nach versteckten Waffen suchen...", meinte der Matzket ohne die Gruppe aus den Augen zu lassen. "Wir wurden gerade entdeckt. Sie haben die Richtung gewechselt und kommen jetzt genau auf uns zu. Der Anführer hat die Hand am Schwert."
    „Dann sieh danach. Unangenehme Überraschungen können wir uns nicht leisten… Und sollten sie Fragen stellen, bevor sie angreifen, überlass das Reden mir. Vielleicht lassen sie sich besänftigen“, entgegnete Basima nach kurzer Überlegung.
    Asuras verdrehte die Augen, begann aber, den Zauber zu weben, der ihm Verborgenes zeigen würde. "Je ein Messer pro Mann im Stiefel und die Lady hat einen im Ausschnitt. Einfallsloser ging’s nicht oder?", kommentierte er die Meldung auch gleich.
    „Sie erwarten, nicht durchsucht zu werden“, meinte sie und behielt die Fremden im Blick. Sie suchte nach einem Wappen, einer Farbe, die in der Bekleidung der Gruppe dominierte. Sie hatte sich von Varys ein Buch über die verschiedenen Häuser Westeros’ mitgeben lassen, um einen Überblick zu gewinnen.
    Darauf folgte keine Reaktion außer dem Zügeln des Pferdes. Die fremde Gruppe war schon recht nah.
    Auch Basima zügelte ihr Pferd, sie gab es auf, etwas erkennen zu wollen, sie kannte sich einfach noch nicht gut genug aus und die paar Seiten, die sie in dem Buch bisher gelesen hatte, reichten noch lange nicht aus. Angespannt warteten sie, dass die Fremden mit ihnen auf gleiche Höhe kamen.
    Zirain schreckte durch das plötzliche Stehenbleiben aus seinem Dämmerzustand. Er hob den Kopf um zu sehen, was los war.
    Basima und Asuran warfen ihm einen kurzen, besorgten Blick zu, richteten ihre Aufmerksamkeit dann wieder auf die Fremden. Die einzige Frau der Gruppe wirkte nicht so, als würde sie kämpfen können, dennoch hielt sie den Kopf stolz erhoben, die Nase streckte sie hoch in die Luft.
    "Sieht nach Adel aus wenn ihr mich fragt", meinte Zirain für Basima nur schwer hörbar. Die Frau war ihm schon jetzt unsympathisch und er war sich sicher, dass die Sympathieskala während eines Gespräches nicht steigen würde. "Ich würde sagen, Asuras und ich geben uns als deine Leibwache aus. Ich bin mir sicher, du kannst kämpfen, aber es muss ja auch nur so aussehen, als wenn", schlug er eben so leise vor, sodass sie ihn gerade so eben verstehen konnte.
    Für seinen Vorschlag erntete er allgemeine Zustimmung und Basima strich ihre Kleidung glatt. „Lasst es uns hinter uns bringen“, seufzte sie. Die entgegenkommende Gruppe gefiel ihr ganz und gar nicht.
    Die beiden Männer positionierten sich hinter ihr und sahen ihnen entgegen. Asuras hatte anders als für ihn gewöhnlich eine Waffe vor sich über den Sattel gelegt und auch Zirains Hände waren an seinen Schwertern. Die fremde Gruppe kam nur wenig entfernt von ihnen zum Stehen.
    „Ihr steht im Weg“, war das erste, was die Frau sagte. Ihr goldblondes Haar ließ sie nahezu unschuldig erscheinen, ihre Stimme jedoch hätte kälter nicht sein können und aus jedem Wort hörte man ihren Stolz deutlich heraus. „Wer seid ihr und wohin wollt ihr?“, auch sein Tonfall war kühl, er schien es gewohnt zu sein, zu befehlen.
    Asuras schnaubte, hielt aber seine Klappe. Er wartete darauf, dass Basima sprach, obwohl ihm eine schön sarkastische Bemerkung auf der Zunge lag.
    Auch Basima gefiel das ganz und gar nicht, doch sie blieb ruhig. „Wir sind Reisende auf dem Weg nach Vaith. Mein Bruder dient der Wache in Hohenehr. Er war lange Zeit krank, meine Gefährten und ich kommen gerade von einem Besuch bei ihm.“
    Die Rosengarten-Geschichte konnte sie nicht mehr erzählen, immerhin lag es in einer völlig anderen Richtung, an Vaith mussten sie später zumindest vorbei.
    Das sorgte dafür, dass die Reisenden noch hochnäsiger wurden, falls das überhaupt noch möglich wäre. Asuras hätte ihnen zu gerne auf die Nase Gebunden, dass sie sich ihren Hochmut in den Allerwertesten stecken könnten und dass er selbst als relativ niederer Daedra über ihnen stand, aber er verkniff es sich. Sie konnten es sich nicht leisten irgendwelche Adlige zu verärgern.
    „Dornische also.“ Die Frau schnaubte. Sie sah aus, als hätte sie eben in eine Zitrone gebissen, auf den Gesichtern einiger ihrer Begleiter erschien jedoch ein herablassendes Grinsen und einer rief: „Hey Lady, wie viele Dornische braucht es, ein Pferd zu beschlagen?“
    Basima war sich sicher, dass ihr die Antwort nicht gefallen würde, also hob sie nur eine Augenbraue, würdigte den Mann ansonsten keines Blickes. Der mit dem Schwert begann kühl zu grinsen. „Neun. Einer, der die Hufe festnagelt und acht, die es hoch heben.“
    Die Männer lachten und selbst die Frau ließ sich zu einem Lächeln herab, doch sie waren noch nicht fertig. Die beiden jüngsten der Männer stimmten gemeinsam ein Lied an.

    Des Dornischen Weib war blond wie die Sonn',
    und ihre Küsse so zart wie der Mai.
    Doch des Dornischen Kling' war aus schwarzem Stahl,
    und ihr Kuss eine rechte Teufelei.

    Des Dornischen Weib sang stets im Bad,
    ihre Stimme war lieblich und hold.
    Doch des Dornischen Kling' kannt' ihr eigenes Lied,
    sie biss scharf und kalt wie das Gold.

    Wie er da im Dunkeln am Boden lag,
    Auf der Zunge das bittere Blut,
    knieten die Brüder betend neben ihm,
    aber er lachte und sang wohlgemut.
    "Brüder, o Brüder, meine Tage sind um,
    der Dornische hat's Leben mir entrissen.
    Doch was soll's, muss nicht ein jeder einmal geh'n?
    und ich habe des Dornischen Weib besessen!"

    „Blond seid Ihr zwar nicht, aber alles andere dürfte stimmen, nicht wahr, Lady?“, rief einer der beiden und trieb Basima somit die Röte ins Gesicht.
    „Genug“, zischte sie, leise genug, sodass nur ihre Begleiter sie hörten, „lassen wir sie hinter uns, wir müssen weiter!“
    Sie ritten weiter, doch dicht neben Basima erklang ein Murmeln in einer zischenden, harten Sprache. Nachdem sie noch ein paar Meter geritten waren hörten sie überraschte Schreie und als sie sich noch mal umdrehten saßen die, die sich über sie lustig gemacht hatten samt Sattel am Boden. Asuras grinste höchst zufrieden.
    Basima schmunzelte bei dem Anblick und sah Asuras an. „Zugegeben, das war gut. Danke.“
    Sie ritt wieder voraus und noch eine ganze Weile hörten sie das Keifen der Frau, die lauthals schimpfte und mit Konsequenzen drohte.
    Zirain lachte unterdrückt. Er kannte diese Scherze seines besten Freundes schon. "Was wars dieses mal Ras? sind sie durchgebrannt, durch Frosteinfluss porös geworden oder ein beschworenes Schattenwesen, das sich an den Gurten zu schaffen gemacht hat?" Er mochte die Männer auch nicht, aber so eine Blamage hatten sie seiner Meinung nach auch wieder nicht verdient.
    Basima hingegen spürte Zufriedenheit tief in sich. Selten war ihr so etwas begegnet und zum ersten Mal war sie froh, dass Asuras mit ihnen reiste. Neugierig hörte sie den beiden Männern zu.
    "Ach nur ein winziges Geschöpf, das mächtig Hunger auf Leder hatte", antwortete der Angesprochene gelassen. "Aber es tat gut, die fallen zu sehen."
    „Stimmt“, pflichtete Basima bei, ohne sich noch mal zu den beiden umzudrehen. Sie war wütend, das mussten die beiden ihr nicht ansehen.
    Zirain legte, kaum das die Fremden außer Sichtweite waren, den Kopf wieder ab. Er war erschöpft und jede Minute, die er sich zwang wach zu bleiben erschöpfte ihn noch mehr. So wunderte es natürlich auch niemanden, dass er kurze Zeit später eingeschlafen war.
    Basima warf einen kurzen Blick zu ihm, drehte sich allerdings wieder nach vorne, als sie sah, dass Asuras Zirains Pferd bereits wieder führte und aufpasste, dass sein Freund nicht fiel. Sie passte ihr Tempo an, um den Ritt für den Dunmer so leicht wie möglich zu gestalten.
    So ritten sie unbehelligt bis zur nächsten Rast durch. Dort holte Asuras seinen Freund vorsichtig vom Pferd und behandelte die Wunden mit den neu besorgten Dingen.
    Die Rothwardonin kümmerte sich solang um ein Feuer, bevor sie Asuras ansah. „Willst du was essen?“
    Sie wühlte in den Vorräten herum, um einen Überblick zu bekommen.
    Er antwortete mit einer Gegenfrage. "Wie viel haben wir?" Davon würde er seine Entscheidung abhängig machen.
    „Genug bis Ashford“, antwortete sie, nach einem Blick auf die Vorräte und einem weiteren auf die Karte, „sofern du nicht frisst wie ein verhungerndes Tier.“
    Das entlockte Asuras ein Schnauben. "Da ich weder verhungern kann noch mich je wie ein Tier benehme, sollte dass kein Problem sein, ich nehme gerne etwas", war seine Antwort.
    „Bei dir weiß man nie“, entgegnete Basima, bevor sie ihm ein wenig Brot und Fleisch reichte. Über dem Feuer kochte sie eine leichte Suppe, die sie jedoch bei Seite stellte. „Dein Freund muss was essen, wenn er aufwacht. Irgendwie muss er zu Kräften kommen“, erklärte sie dazu nur und griff dann selbst nach ein wenig Brot und Fleisch.
    Asuras nickte über ihre Erklärung. "Weiß man bei dem, was ihr göttliche Wesen nennt je, was man zu erwarten hat?", war nur seine Frage. Er verstand diese Anbetung der Prinzen nicht. Er folgte zwar auch ihren Befehlen, aber er betete sie nicht an. Er hörte auf den Schöpfer, weil er gut zu ihnen war. Außerdem trat nur ihr Schöpfer Shegorath mit ihnen in Verbindung. Aber mit allen 16 Daedraprinzen musste man vorsichtig sein. Die Blauäugigkeit der Sterblichen in dieser Hinsicht führte nur zu oft dazu, dass sie ausgenutzt wurden.
    „Nein“, antwortete Basima ruhig, „deswegen seid sowohl ihr als auch die Prinzen mit Vorsicht zu genießen. Alles Andere endet meist nicht gut.“
    Damit war die Sache für sie klar, weshalb sie langsam zu essen begann. Nach einem kurzen Blick in den Himmel meinte sie jedoch: „Wir sollten es für heute gut sein lassen. Weit kommen wir im Hellen nicht mehr und Zirain wird die längere Pause nur gut tun.“
    Asuras seufzte. "Ich habe schon länger das Gefühl, dass ich nicht mehr wie die anderen Daedra bin. Jeder andere würde einen Vorteil aus dem uneingeschränkten Vertrauen zu ziehen versuchen, aber ich bringe es nicht über mich. Dieser Mann gibt mir etwas, das ich lange nicht kannte und das über die Sympathien der Daedra hinausgeht aber ich kann sein Vertrauen nicht ausnutzen." Nach diesem Ausbruch seitens des göttlichen Wesens herrschte eine überraschte Stille.
    Basima sah ihn lange überrascht schweigend an, dann lächelte sie, offen und ehrlich. „Es ist gut, dass es dir so geht. Wahre Freundschaften sind selten geworden.“ Sie wurde wieder ernst. „Ich fürchte, es würde ihn zerstören, würdest du sein Vertrauen ausnutzen. Ich glaube, du weißt das und ich glaube, es würde dich genauso fertig machen, würdest du ihn zerstören. Auch wenn’s sicherlich nicht allen deiner Art so geht.“ Sie sah ihm direkt in die Augen, ihre Stimme klang so, als wüsste sie ganz genau, wovon sie sprach.
    Asuras sah sie plötzlich wissend an. "Es ist dir passiert, oder? Deswegen hasst du uns so sehr, dass meine natürliche Ausstrahlung kaum Wirkung auf dich zeigt."
    Sie schüttelte den Kopf und sah betrübt zu Boden, ehe sie leise antwortete. „Meiner kleinen Schwester. Hat sich auf einen von euch eingelassen… Sie war so jung und naiv… Hat ihr das Herz gebrochen, als er sie fallen gelassen hat. Danach ist sie an so einen geraten, wie diese idiotischen Wachen von vorhin.“
    Er nickte. Das war typisch für seine Rasse. Er schämte sich dafür, doch konnte er das bisher nicht zeigen. Da war er hier in dieser Welt freier. "Ich muss etwas gestehen." Wenn er schon dabei war konnte er auch gleich mit allem aufräumen. "Mein Fehler wirkt noch viel weiter als ihr glaubt."
    „Oh je“, Basima seufzte, blieb ansonsten aber ruhig, „erzähl, ich werd dich auch nicht auseinander nehmen…“
    "Ich habe uns nicht nur in ein fremdes Land gebracht, wir sind in einer fremden Welt. Ich habe es gespürt, konnte es aber nicht mehr stoppen. Ich könnte euch zurück schicken, aber ich selber wäre hier besser aufgehoben. Meine Andersartigkeit würde irgendwann auffallen und Shegorath würde meine Loyalität anzweifeln, aber ich wäre jeder Zeit bereit euch zurück zu bringen."
    „Ich dachte es mir schon fast, bei den Reaktionen der Leute, ich hatte gehofft, ich würde mich irren“, seufzte sie, schüttelte dann aber den Kopf. „Mich hält dort nichts, vielleicht ist es Zeit, neu anzufangen…“
    "Vielleicht... Aber ich will niemandem diesen Weg vorenthalten. Also werde ich nach den anderen hier suchen müssen." Asuras sah zu Boden.
    Basima zögerte kurz, dann legte sie ihm eine Hand auf die Schulter. „Wir werden sie schon finden. So groß kann das Reich nicht sein.“
    Er grinste schief. "Das sagte man auf den zitterten Inseln auch über Tamriel. Wir wissen nicht wo sie hingeschickt wurden. Oder ob die anderen drei noch im Knast sitzen..."
    „Der Kerl, der uns los geschickt hat, scheint einiges zu wissen. Den können wir überzeugen, was rauszurücken. Mal ehrlich, ich hatte dir mehr Einfallsreichtum zugetraut.“ Sie grinste leicht und legte noch ein wenig Holz ins Feuer.
    "Was sollte er davon haben, uns über so etwas zu informieren?" War die einfache Frage. Er hatte sich auch schon gefragt, ob dieser Mann ihnen da nicht helfen könnte.
    „Er wird sich neue Vögelchen in Dorne suchen müssen, wenn er’s nicht tut und ein paar andere Leute interessiert bestimmt was er so treibt“, war die ebenso einfache Antwort.
    Er seufzte. "Stimmt auch wieder. Aber ich hab eh nicht vor mein ganzes Leben für den zu spionieren. Das haben wir alle drei nicht nötig. Der findet schneller neue Leute als wir gucken können."
    „Ich doch auch nicht, aber einiges sollten wir schon in Erfahrung bringen. Wir müssen was gegen ihn in der Hand haben, sonst wird er uns nicht helfen und müssen allein suchen und das kann Jahre dauern“, erwiderte sie leise seufzend.
    Er nickte. Das war nichts Neues für ihn. "Nur solange bis wir wissen wo genau die anderen sind...", meinte er dann.
    „Versteht sich von selbst, der Kerl ist mir nicht geheuer“, antwortete sie, ein müdes Gähnen verkneifend. Immerhin war es spät geworden.
    Der Matzket lächelte. "Du solltest auch Schlafen. Wir werden morgen eine schwere Route haben..." Er sah sie an. "Ich werde die Wache übernehmen."
    Basima nickte leicht und legte sich hin, wobei sie sich in ihren Umhang wickelte. „Danke. Weck mich, wenn was ist…“ Sie schloss die Augen und obwohl ihr tausend Dinge durch den Kopf gingen, schlief sie sehr schnell ein.
    Asuras betrachtete sie kurz und richtete seine Aufmerksamkeit auf die Umgebung. Er rechnete zwar nicht damit, dass etwas passieren würde, aber es war immer besser auf Nummer sicher gehen, bevor was passierte.
    Basima rollte sich zusammen. Sie schlief ruhig, wenn auch nicht tief. Sollte etwas sein, würde sie so nicht lang brauchen, um wach zu werden. Sonderlich erholsam war ihr Schlaf dadurch allerdings nicht.

    Asuras weckte die beiden erst als die Sonne schon dabei war wieder aufzugehen. "Wenn wir uns an den gesetzten Zeitplan halten wollen müssen wir bald los. Frühstückt etwas, dann können wir weiter reiten."
    Die Rothwardonin nickte und streckte sich, bevor sie nach dem Vorratsbeutel griff und ein wenig daraus an Zirain weiter gab. „Iss einfach, so viel du kannst.“
    Zirain nickte noch halb schlafend. Er aß nicht viel, aber doch genug. Es war klar, dass er wohl während der Reise wieder auf seinem Pferd schlafen würde. Aber er merkte, dass es ihm wieder etwas besser ging. Die Schmerzen die er bei jeder Bewegung hatte wurden langsam gelindert und die Wunden brachen nicht mehr auf.
    Basima lächelte leicht, bevor sie selbst ein wenig aß und aufstand. Sie war bereit, weiter zu reiten, ließ dem Dunmer aber alle Zeit, die er brauchte, um fertig zu werden.
    Die brauchte er auch. Es dauerte etwas, bis er fertig war und er musste sich dann auch noch aufs Pferd helfen lassen.
    Das allerdings übernahm wieder Asuras. Zwar wusste Basima noch immer nicht, warum Zirain nur ihn an sich heran lassen wollte, aber sie akzeptierte seinen Willen, weshalb sie aufs Pferd stieg und geduldig wartete.
    Asuras war es auch, der die Zügel von Zirains Pferd wieder nahm um es zu führen nachdem er ebenfalls aufgesessen war. Er gab Basima das Zeichen, dass sie los konnten und unterhielt sich leise mit Zirain.
    Die ritt auch sogleich los und vermied es, die beiden zu belauschen, auch wenn ihre Neugier erwacht war. Sie wurde schließlich auch nicht gern belauscht.
    Nachdem die beiden alles besprochen hatten holten sie wieder zu Basima auf. Als sie bei ihr ankamen war Zirain schon wieder am Schlafen. Asuras lächelte die Frau kurz an.
    Sie erwiderte das Lächeln leicht, dann nickte sie kaum merklich in Zirains Richtung. „Wie geht’s ihm?“, wollte sie leise wissen.
    "Besser, sein Körper heilt und sein Geist erholt sich von der Anstrengung sich gegen die Versuche ihn zu brechen zu wehren", meinte Asuras daraufhin ungewollt kühl. Wenn er eines am liebsten täte wäre es zurückgehen und diese Mistkerle auslöschen, die seinem Freund das angetan hatten.
    Basima nickte leicht, warf ihm aber, durch die Kühle seiner Worte verwirrt, einen unsicheren Blick zu. Als sie in sein Gesicht sah, verstand sie genau, was in ihm vorging.
    „Du kannst nicht zurück, hast du selbst gesagt… Vielleicht macht’s einer von den anderen für dich.“
    Asuras seufzte. "Wer würde das schon machen? Die meisten würden das als Verrat am Kaiserreich sehen. Höchstens die Falmer oder die Maomer würden zustimmen, aber ich denke, die wären froh wenn sie wüssten, dass ihnen hier keine Verfolgung droht." Asuras sah das ziemlich pessimistisch.
    „Wir werden sehen. Gib die Hoffnung nicht auf, bevor nicht alles versucht ist“, erwiderte sie und runzelte nur wenig später über sich selbst die Stirn. „Okay, das klingt total schwachsinnig, aber du weißt, was ich meine.“
    Asuras grinste. "Weiß ich das?" Das amüsierte ihn jetzt doch. Aber natürlich wusste er was sie meinte.
    „Ja“, war die knappe Antwort, ehe die Rothwardonin das Tempo ein wenig anzog, um heute vielleicht noch ein wenig weiter als geplant zu kommen.
    Er beschleunigte ebenfalls und seufzte. Als er wieder neben ihr war sah er sie an. "Ich weiß nicht ob Zirain sich jemals wieder richtig heilen lassen wird. Ein paar Heiler haben einen riesigen Mist gebaut. Das war kurz bevor wir uns kennen gelernt haben." Es war der erste versuch Zirains Verhalten zu erklären, den Basima bekam.
    Die nickte leicht. Eigentlich hätte sie damit rechnen müssen. Es gab zu viele Idioten unter den Heilern. Das sagte sie auch leise seufzend. Genau wegen solchen Leuten schwand das Vertrauen in die Heiler allgemein immer weiter.
    "Du hast ja die Narben in seinem Gesicht gesehen oder? Das waren sie. Im Versuch das Auge zu retten haben sie ihn entstellt. Und geholfen hat es doch nicht. Du hast ja das Auge gesehen. Als ich ihn fand war sein ganzer Körper mit falsch behandelten Wunden übersäht, er war mit wirkungslosen oder teils für die Dunmer schädlichen Kräutern zugedröhnt und eine Vergiftung hatten sie auch übersehen. Und um ihre Unfähigkeit zu verschleiern brachten sie ihn zu den zitternden Inseln, wo ich ihn dann fand und einen ziemlichen Kampf ausfechten musste um ihn so weit behandeln zu können, dass die Wunden heilen konnten. Wir hatten beide Glück. Er, dass ich gerade auf der 'Lichtseite' der Inseln rum schlich und ich, da sein auffinden mich davor bewahrt hatte den Aurealen in die Arme zu fallen. Sie wollen uns genau so wenig in ihrem Reich haben wie wir sie in unserem und mein Aufgreifen hätte entsprechende Konsequenzen gehabt. An dem Tag hätte es uns beide fast das Leben gekostet", schloss er seufzend.
    Wieder nickte Basima. Sie verstand jetzt genau, warum Zirain nur Asuras an sich heran ließ. „Wenn er erlaubt, werd ich ihn mir später mal ansehen und wenn nicht… die Kräuter aus Bitterbrück sollten helfen. Das Dumme ist einfach, dass man Heilern nie vorher ansieht, ob sie was taugen oder nicht.“
    Nun war es an Asuras zu nicken. "Wären diese verdammten Nord nicht gewesen hätte er sich vielleicht sogar von dir untersuchen lassen. Ich sage nicht heilen, aber untersuchen vielleicht. Er war schon so weit, dass er sich zumindest hat anfassen lassen ohne gleich zurück zu zucken. Die Folter hat alles wieder zunichte gemacht..." Man sah ihm an, wie sehr es in ihm brodelte.
    „So weit wird es nicht noch mal kommen“, entschlossen sah Basima den Matzket an. „Dein Freund hat schon zu viel durchgemacht und die, die ihm das angetan haben, werden damit auch nicht durchkommen.“
    "Nein, das wird es nicht, denn hier muss ich nicht fürchten von irgendwelchen bescheuerten Magiern auf die zitternden Inseln verbannt zu werden. Selbst wenn jemand den passenden Zauber beherrschen würde, würde es doch nicht gehen. Von hier aus nach Tamriel ist eine Sache, aber von hier aus durch die Schilde der Welt der Daedra? Das würde selbst einen Unsterblichen so weit schwächen dass er leicht zu töten wäre. Einen Sterblichen würde schon alleine der Zauber töten. Aber wie sollten wir an diejenigen ran kommen?", war die Frage des niederen Daedra.
    „Wir gar nicht“, kam die Antwort nach kurzem Zögern, „aber irgendwann kriegt jeder, was er verdient. Und ja, ich weiß, dass das blauäugig klingt.“
    "Ich würde diese Foltermeister zu gerne in die Finger bekommen. Und die Heiler haben es schon bekommen. 'Rain musste ganz von vorne anfangen. Er war ursprünglich ein Bogenschütze und hätten sie gewusst was sie tun wäre das Auge noch zu retten gewesen. Jetzt kann er nur noch im Nahkampf kämpfen. Aber wir haben diesen Vollidioten schon gezeigt, was wir davon halten."
    „Immerhin etwas. Aber ich kann nachempfinden, wie es dir geht“, seufzte Basima, hängte den letzten Satz allerdings nur sehr leise hinten an.
    Asuras sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen fragend an. Er glaubte nicht, dass sie das wirklich wusste, aber er sagte nichts dazu.
    Sie senkte den Blick zu Boden, ihre Stimme war nun kaum noch mehr, als ein Flüstern. „Ich hab dir von meiner Schwester erzählt… Mir erging es wie dir… Gegenüber diesem Idioten deiner Art und ihrem späteren Mann… Furchtbar lange Zeit waren mir alle Grundsätze, nach denen ich bisher gelebt hatte, egal. Ich wollte diese beiden Männer nur noch töten… Wollte sie qualvoll zu Grunde gehen sehen…“
    Asuras nickte und behielt für sich, dass sie dafür wohl auf die zitternden Inseln müsste. Er hörte ihr einfach nur schweigend zu.
    „Ein Priester hat mich aufgehalten“, fuhr sie leise fort, „er machte mir klar, dass mir keine Rache der Welt meine Schwester zurück gibt… Den Matzken hatte ich nie gesehen, wie hätte ich ihn finden sollen? Und ihr Mann ist im Suff irgendeinen Turm runter gefallen… Hat sich den Hals dabei gebrochen…“
    Das brachte Asuras dazu ein Lachen als Schnauben tarnen zu müssen, was sich aber eher nach Niesen anhörte und ihm einen schiefen Blick von seiner Gesprächspartnerin einbrachte.
    Basima hob eine Braue, schüttele dann aber den Kopf. „Warum erzähl ich dir das überhaupt?“, nuschelte sie und umschloss die Zügel fester mit den Händen.
    Asuras grinste. "Keine Ahnung, aber ich könnte dir trotzdem helfen den Matzken zu bekommen." Es war ein Angebot, dass er durchaus so meinte.
    Augenblicklich hatte er Basimas volle Aufmerksamkeit. „Wie?“ In ihren Augen brannte ein Feuer, wie er es zuvor bei ihr noch nie gesehen hatte.
    "Matzken hinterlassen eine Spur auf ihren Opfern, die von Sterblichen zwar unbewusst wahr genommen wird, diese können damit aber nichts anfangen. Andere Daedra können in diesen Spuren aber lesen und so herausfinden, wer es war. Mit einem Namen könnte ich ihn herholen, denn mit dem Namen ist es wie bei anderen Beschwörungen auch leichter und da diese Welt nicht direkt mit der Welt der Daedra verbunden ist kann seine Seele nicht zurück und du kannst ihn töten. Ich müsste dir nur den passenden Zauber beibringen."
    Basima nickte langsam, seufzte dann aber leise. „Dazu bräuchtest du aber meine Schwester…“
    "Ich brauche deine Erinnerung. Sterbliche nehmen es als unangenehmes Gefühl wahr, können es aber nicht deuten. Über deine Erinnerung kann ich den Betreffenden Matzket identifizieren", widersprach er und sah ihr in die Augen.
    Basima sah ihn eine Weile lang unsicher an, dann nickte sie zögerlich. „In Ordnung“, seufzte sie.
    "Aber nicht jetzt. Wir könnten nicht auf den Weg achten. Aber was anderes können wir jetzt tun. Gib mir deine Hand", forderte er sie auf.
    Misstrauisch hob sie eine Braue und musterte ihn schweigend. Einen Moment lang schien es so, als wollte sie ihn für verrückt erklären, dann schüttelte sie leise seufzend den Kopf und reichte ihm die Hand.
    Er sagte etwas in einer fremden aber wohlklingenden Sprache nachdem er sie in seine genommen hatte, woraufhin sich ein goldenes Siegel schmerzfrei in ihrer beider Haut einbrannte. "Ich habe gerade einen Schwur geleistet, der besagt, dass ich nicht in Bereiche dringen werde, wo du mich nicht haben willst und dass ich dir bei deiner Rache helfen werde, wo ich kann und du willst. Ich kann dich was das angeht nicht anlügen und auch nicht gegen den Schwur handeln... Du kannst das Siegel verschleiern, wenn du willst. Wenn du dich überzeugen willst, ich habe am anderen Arm noch ein anderes das mich mit Zirain verbindet. Ohne dass hätte er sich anfangs nicht mal anfassen lassen." Der Matzket hob die andere Hand wo ein rotes Flammensymbol zu sehen war. "Wenn du den Schwur annimmst denk an die Form die das Siegel annehmen soll, wenn du es nicht annehmen willst wird es einfach verschwinden."
    Ihr Blick wurde kurzzeitig eine Spur erstaunt, dann jedoch nickte sie. Sie wollte den Schwur annehmen, wusste aber nicht, welche Form das Siegel annehmen sollte. So verformte es sich zum ersten Zeichen, das Basima durch den Kopf schoss. Nur wenig später zierte eine silberne Träne ihre Haut.
    Asuras betrachte das veränderte Zeichen auf seinem Handgelenk. "Auf meiner Haut etwas auffällig aber schick", sagte er schmunzelnd. Die silberne Träne war auf seiner schwarzen Haut wirklich sehr auffällig, schien fast zu leuchten durch den starken Kontrast.
    „Das erste, was mir durch den Kopf ging“, erklärte sie schulterzuckend. „Außerdem“, sie grinste leicht, „vergisst du’s so schon nicht.“
    "Ich kann es nicht vergessen meine Liebe", meinte er grinsend. "Aber auch wenn es sehr auffällig ist, es gefällt mir und hier kennt niemand die Bedeutung."
    „Na dann“, Basima schmunzelte, warf ihm dann aber einen gespielt bösen Blick zu. „Deine Liebe bin ich trotzdem nicht, Asuras.“
    Asuras grinste sie unschuldig an. "Ich mein das doch nicht böse. Ich sag das nur zu Frauen, die ich mag, es ist also eher ein Kompliment." Er senkte den Kopf und sah sie von untern her mit einem um Verzeihung heischenden Blick an.
    Basima sah ihn an und lachte. „Ich hoffe, dir ist bewusst, wie lächerlich du so aussiehst.“
    Asuras setzte sich wieder richtig auf das Pferd. "Andere Frauen haben sich mir schon massenweise an den Hals geworfen. Die würden dir aber deutlich widersprechen."
    „Ich bin aber nicht andere Frauen und kann meine Entscheidungen durchaus selbst treffen“, erwiderte sie und sah ihn belustigt an.
    "Ich weiß", war die belustigte Erwiderung. "Könntet ihr vielleicht etwas leiser sein?", fuhr Zirain dazwischen.
    Basima schluckte die Antwort an Asuras herunter und wandte sich stattdessen ruhig an den Dunmer. „Entschuldige, Zirain.“
    Zirain nickte nur und versuchte weiter zu schlafen. Das Ruckeln des Pferderückens half dabei allerdings so gar nicht, so setzte er sich auf und übernahm die Zügel von Asuras. "Wie lange werden wir noch brauchen?"
    „Wir müssten heute Abend den nördlichen Rand der Dornischen Marschen erreichen. Dann noch etwa vier bis fünf Tage, vermute ich“, antwortete Basima mit einem Blick auf die Karte.
    Zirain nickte. "Gut, dann dauert es ja nicht so lange." Er war im Moment wach, aber das konnte sich schnell ändern. Ihm machten Schmerzen am Brustkorb Probleme, aber er versuchte sich nichts anmerken zu lassen.
    Basima nickte, musterte ihn dann mit leichter Sorge im Blick. „Wenn du erlaubst, untersuch ich dich nachher. Asuras würde auch dabei bleiben. Die Entscheidung bleibt aber bei dir. Wenn du nein sagst, werd ich dich nicht anrühren.“
    Zirain sah sie kurz an, antwortete aber nicht. Er war sich unsicher. Er traute ihr nicht genug, aber diese Schmerzen wurden einfach nicht besser. Asuras konnte nur oberflächliche Wunden versorgen. Das war aber sicherlich keine oberflächliche Verletzung.
    Die Rothwardonin sah ihm seinen Zwiespalt an. „Du musst dich nicht gleich entscheiden. Ich lass mein Angebot einfach mal stehen. Du hast alle Zeit der Welt.“ Sie wollte nicht, dass er sich zu irgendwas gedrängt fühlte, auch wenn sie wusste, dass er dringend behandelt werden sollte.
    Zirain lächelte sie dankbar an. Es war gut, dass sie ihn nicht drängte, denn dass würde ihn nur misstrauischer machen. Er sah nachdenklich aus. "Wisst ihr ob man die Bezeichnung Marsch hier so benutzt wie bei Schwarzmarsch?" Wenn das Gebiet so sumpfig war wie die Heimat der Argonier hatte er keine Wahl. Den Ritt durch ein Sumpfgebiet würde er nicht schaffen.
    Basima erwiderte das Lächeln leicht, konzentrierte sich dann wieder auf die Karte und schüttelte den Kopf. „Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung. Aber ich bezweifel, dass es so ist, das angrenzende Gebiet ist zu trocken dafür.“
    Zirain nickte vorsichtig. "Das hat aber nicht viel zu sagen. Argonia grenzt an Cyrodiil und Elsweyr. Zwar liegt zwischen Argonia und Elsweyr Wasser, aber Elsweyr ist eine Wüste und grenzt direkt ans Meer."
    „Stimmt auch wieder“, sie seufzte leise, „wir sollten uns im nächsten Ort erkundigen, worauf wir uns einstellen müssen. Das wäre“, wieder sah sie auf die Karte und fuhr ihre Route mit dem Finger entlang, „Nachtlied. Da kriegen wir vielleicht auch einen ersten Eindruck, es liegt, wie’s aussieht am nördlichen Rand der Marsche. Heute Abend sollten wir da sein…“
    "Es ist besser so. In Nachtlied können wir uns dann auch irgendwo einmieten und uns noch ein letztes Mal richtig ausruhen", war Asuras Meinung dazu. Er hatte schon lange nicht mehr in einem Bett geschlafen, vielleicht könnte er ja auch etwas Hübsches neben sich liegen haben.
    Basima nickte. Sie ahnte nichts, von Asuras Gedanken und pflichtete ihm deshalb bei. Außerdem würde es Zirain ganz gut tun, in einem richtigen Bett zu liegen und sollte er sich wirklich untersuchen lassen, hätte er es so deutlich bequemer als irgendwo auf dem Boden.
    Zirain seufzte. Im Gegensatz zu Basima kannte er den Matzken gut genug um zu ahnen, was ihm durch den Kopf ging. "Behalt aber bitte deine Finger bei dir. Ich will mich dann auch wirklich ausruhen und nicht fliehen müssen, nur weil du an die falsche Frau geraten bist."
    Innerlich schüttelte Basima den Kopf. Sie hätte es wissen müssen. „Zirain hat Recht, Asuras. Außerdem können wir es uns nicht leisten, solltest du an irgendeine Hure geraten, die es hier zu geben scheint wie Sand am Meer.“
    Asuras schnaubte. "Ich musste noch nie dafür bezahlen, selbst wenn ich an solche Frauen geraten bin... Und wenn es euch beruhigt werde ich mich von den verheirateten Frauen und den Adelsweibern fernhalten." Der Matzket war nach dieser Zurechtweisung leicht eingeschnappt.
    „Nicht wirklich“, erwiderte Basima nur und ritt wieder voraus, wobei noch zu hören war, wie sie etwas von wegen „schwanzgesteuert“ murmelte.
    Zirain folgte ihr schnell. "Vielleicht sollten wir in der Stadt einen Anstandswauwau für ihn anfordern. Das letzte Mal hat’s gewirkt..." Er sah resigniert drein.
    „Erzähl“, forderte Basima ihn ruhig auf, während sie sich ihm zuwandte und Asuras dabei einen kurzen Blick aus dem Augenwinkel zu warf.
    "Er hatte vorher die Verlobte eines Adelsmannes erwischt, der verdammt wütend reagierte. Ich wollte nicht unbedingt die Wachen des nächsten Dorfes auf uns aufmerksam machen, also hatte ich einen älteren Herrn gebeten ein wenig auf Asuras zu achten. Als er sah was mein Freund ist fing er an ihm wie ein Schatten überall hin zu folgen, was die Frauen natürlich abschreckte. Allerdings mussten wir für den noch einen Extraschlafplatz bezahlen, da er selbst nachts an seiner Seite blieb und außerdem auf der Straße lebte. So weit ich gehört habe konnte er sich von dem Geld was er daraufhin dank des geschwätzigen Wirtes erhielt einen kleinen Hof mit ein zwei Rindern kaufen." Zirain grinste während Asuras peinlich berührt grummelte.
    „Verstehe, nun das wäre natürlich praktisch, nur müssten wir uns eine Geschichte dafür ausdenken“, schmunzelte Basima und überlegte belustigt, was man denn erzählen könnte.
    "Er wird uns danach die Hölle heiß machen", war der Einwand des Dunmer, aber auch er schmunzelte. "Außerdem weiß ich nicht, ob die Leute hier das Ernst nehmen würden. Wir wissen nicht, ob man die Matzken hier kennt." Er sah zurück. "Andererseits weiß ich nicht, wie viele Kinder er schon in Tamriel rum rennen hat. Aber dass ist Typisch für Matzken, er kannte es nicht anders."
    „Deswegen sagte ich ja, wir müssen uns eine Geschichte ausdenken. Ne Krankheit oder so was“, schmunzelte sie amüsiert, schüttelte dann aber den Kopf. „Irgendwelche Kinder in die Welt zu setzen, scheint hier auch Gang und Gebe zu sein…“
    "Dann dürfte das ja kein Problem sein, aber Asuras hat meist das Pech an verlobte oder verheiratete Frauen zu geraten. Die Frau, die den mal zu zähmen versucht beneide ich nicht." Letzteres meinte Zirain natürlich nur im Scherz.
    Basima lachte leise und schielte zu dem Matzket. „Ich auch nicht, glaub mir. Ich glaub aber auch nicht, dass eine Frau das versuchen würde.“
    "Du würdest nicht glauben, wie viele dass schon versuchen wollten. Wir waren nur nie lange genug an einem Ort. Aber ich glaub auch nicht, dass eine von denen es geschafft hätte." Zirain sah kurz zu seinem Freund, der etwas zurückgefallen war und schmollte.
    Basima schüttelte ungläubig den Kopf. „Ich versteh die Frauen nicht“, meinte sie nur, bevor sie sich Asuras zu wandte: „Oh ich bitte dich, du weißt doch am besten, dass es genau so ist!“
    "Mich musst du nicht fragen, für mich sind Frauen ein Buch mit sieben Siegeln", meinte Zirain nur. Asuras seuftzte. "Ihr habt doch keine Ahnung, wie schwer es für mich ist, mich zusammen zu reißen. Außer Syl standen mir dort alle Frauen willig zur Verfügung, niemand hat was das angeht Regeln gemacht. Das einzige was man tun musste, war die Frauen zu überzeugen. Und jetzt bin ich in einer Welt, in der sich mir Frauen an den Hals werfen, ich aber nicht darf, weil sie sich an einen Mann gebunden haben", meinte er gereizt.
    „Zum Teil wirst du sie noch durchschauen, Zirain und was dich angeht, Asuras“, Basimas Stimme wurde deutlich kühler, denn mit seiner Erklärung hatte er genau das Falsche gesagt, „auch du wirst hoffentlich noch irgendwann lernen, dass Frauen keine hirnlosen Objekte sind, die nur zur Befriedigung deiner Gelüste existieren.“
    Asuras schüttelte den Kopf. "Ich sage ja, du verstehst es nicht! Ich würde nie Frauen einfach nehmen. Matzken-Frauen sind die wohl eigenwilligsten Geschöpfe, die ich kenne. Doch niemals würde ich jemandem das antun. Es ist nur, ich kannte das Konzept der Ehe nicht und mir fällt es schwer mich daran zu gewöhnen. Ich dachte nie, dass Frauen hirnlose Dinge sind."
    „So klingt es aber!“ Sie schnaubte. „Es klingt genau so, als würdest du eine Frau sehen, sie angrinsen und sie macht die Beine für dich breit, egal wer sie ist. Und dann willst du mir erzählen, dass du nicht so tickst wie deine Artgenossen.“
    Asuras zuckte wie geschlagen zusammen und senkte den Kopf. Er schwieg, doch in seinen Augen stand eine Verletztheit, die er sich vor ihr nicht anmerken lassen wollte. Zirain ging dazwischen. "Jetzt tust du ihm unrecht. Er hat sich vielleicht verdammt unglücklich ausgedrückt, aber so ist er mit Sicherheit nicht."
    Basima schüttelte den Kopf. Sie hatte ihre eigene Meinung zu Matzken, auch wenn sie diese zuvor beinahe geändert hätte. „Tut mir leid, aber ich hab genug gehört“, erwiderte sie und damit war das Gespräch für sie beendet.
    Zirain rechte es. Er lenkte sein Pferd so, dass er ihre Zügel ergreifen und sie zum anhalten zwingen konnte. "Weißt du eigentlich, was du da sagst? Wenn du ihn jetzt von dir wegstößt kann es sein, das du ihn damit umbringst!" Er griff nach ihrem Arm, an dem das Schwurmal prangte. "Ich weiß nicht, was er dir geschworen hat, aber er hat dir damit einige Macht über sich gegeben und ich werde nicht zulassen, dass du ihn wegen einer dämlichen Formulierung umbringst! Er wird die Möglichkeit bekommen, diesen Schwur zu erfüllen und wenn ich dich gefesselt und geknebelt hinter mich aufs Pferd verfrachten muss. Danach kannst du gehen, wohin du willst." Er fauchte sie regelrecht an und zeigte damit nur, wie wichtig dieser Mann ihm als Freund war.
    Erst sah sie ihn erstaunt, beinahe schon erschrocken über den Gefühlsausbruch an, riss dann jedoch ihren Arm los. „Ich hätte seinen Schwur nicht angenommen, wenn ich ihm die Möglichkeit jetzt nehmen würde.“
    „Zumal ich es allein niemals würde tun können“, hängte eine leise Stimme in ihrem Kopf hinten an und rief Basima so das Gespräch mit dem Matzket ins Gedächtnis. Nahezu augenblicklich schämte sie sich für ihr Verhalten. Sie schluckte und wandte sich dann mit einem entschuldigenden Blick an Asuras. „Für mich ist es auch nicht gerade leicht, du weißt warum. Nimm mich bitte nicht zu ernst, ich bin einfach nur durcheinander…“
    Leise seufzend senkte sie den Blick zu Boden.
    Asuras sah immer noch verletzt auf. "Schon gut, aber erinnere dich bitte das nächste Mal daran bevor du mir so etwas ins Gesicht schleuderst. Ich denke, ich hätte dir die drohenden Konsequenzen auch erklären müssen, bevor du den Schwur annahmst. Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass ich dich für stark genug gehalten habe, dass du dich gut genug verteidigen kannst bis ich den Schwur erfüllen kann, selbst wenn wir unwahrscheinlicherweise einem Aurealen gegenüberstehen würden. Wenn du sterben würdest, würde das ein qualvolles Ende für mich bedeuten." Er hoffte, dass sie das nicht wieder in den falschen Hals bekommen und das Kompliment als solches erkennen würde.
    Basima nickte kaum merklich, schwieg aber eine ganze Weile, ehe sie wieder aufsah und sich leise entschuldigte. Sie wusste, dass die beiden Männer recht hatten, auch wenn es ihr schwer fiel, es zu akzeptieren. „Es kommt nicht wieder vor“, versprach sie leise, dann sah sie Zirain an. „Wenn du wissen wollen solltest, worum es geht, frag ihn. Ich finde nicht, dass ihr Geheimnisse voreinander haben solltet, aber ich weiß nicht, ob ich noch mal drüber reden kann“, erklärte sie ebenso leise. Die ganze Geschichte hatte sie ziemlich aufgewühlt.
    Zirain nickte nur. "Ich werde nur nachfragen, wenn es dir wirklich recht ist. Auch Freunde dürfen ihre Geheimnisse haben." Asuras seufzte und holte zu den beiden auf. "Ich muss mich aber auch entschuldigen. Ich habe ja auch so unüberlegt dahergeredet, dass du nur zu dem Schluss kommen konntest", meinte der Schwarzhäutige Mann dazu nur.
    „Mach ruhig“, erwiderte Basima, nickte Asuras dann zu. „Die Situation ist für uns alle fremd und nicht grade einfach. Wir müssen uns einfach zusammen raufen.“
    Die beiden Männer nickten. Zirain nahm sich vor, während der nächsten Rast nach zu fragen. Die Situation war wirklich ungewohnt und sie würden sich alle zusammenreißen müssen. Zum Weiterdenken kam der Dunmer dann aber nicht mehr, denn während er einatmete schoss urplötzlich ein brennender Schmerz durch seine Brust, der ihn sich zusammenkrümmen und fast vom Pferd fallen ließ. Nur Asuras schneller Reaktion war es zu verdanken, dass er sich nicht noch mehr verletzte.
    Erschrocken sah Basima ihn an und schwang sich aus dem Sattel. „Das duldet keinen Aufschub mehr, ich glaub nicht, dass er das so noch lang mitmacht“, meinte sie an Asuras gerichtet, „wenn er mich nicht lässt, musst du dich drum kümmern. Ich kann dir nur sagen wie.“
    Asuras nickte nur angespannt und hob seinen Freund vom Pferd um ihn extrem vorsichtig auf dem Boden abzulegen. Er zog Zirain den Wams aus und untersuchte seinen Brustkorb auf Verletzungen. Äußerlich war nichts zu sehen, also tastete er behutsam die Rippen ab. Plötzlich schrie der Dunmer auf, obwohl der Matzket ihn nur sehr leicht berührt hatte. Sofort zog Asuras seine Hand dort weg und bedeutete Basima kein Geräusch zu machen. Er lauschte auf den schwerfälligen, rasselnden Atem seines schwarzhaarigen Freundes. Er biss sich auf die Unterlippe. "Da kann ich nichts tun, bitte 'Rain, lass sie dich heilen." Er war sehr überrascht, als Zirain unter der Bedingung nachgab, dass er sie genau im Auge behielt.
    Mit einem Anflug von Erleichterung kniete sie sich neben den Dunmer und tastete vorsichtig nach der Stelle der Verletzung. Als sie sie gefunden hatte, sah sie Asuras direkt an. „Zieh mich zurück, wenn irgendwas nicht so läuft, wie ihr beiden euch das vorstellt.“
    Asuras nickte und legte die Hände auf Zirains Schultern, um ihn festhalten zu können, sollte er versuchen sich zusammen zu krümmen. Dann wartete er darauf, dass sie anfing.
    Basima ließ ihn nicht lange warten und konzentrierte sich. Sie wollte erst genau wissen, was er hatte, bevor sie möglicherweise alles nur noch schlimmer machte. Vor allem nach dem, was Asuras ihr erzählt hatte, wollte sie auf Nummer sicher gehen.
    Zirain wimmerte leise. Seine Lunge schmerzte bei jedem Atemzug und vor seinem Auge tanzten bunte Lichter. Ihm wurde schwindlig, da er nicht genug Luft in seine malträtierte Lunge bekam. Eine gebrochene Rippe hatte sich unbemerkt in einen Lungenflügel gebohrt und durch den letzten Ruck des Pferdes hatte sie die Wand des Organs durchstoßen.
    Leise zischend sog Basima die Luft ein. „Das wird schmerzhaft“, kündigte sie an, bevor sie anfing, ihn zu heilen. Dabei linste sie kurz zu Asuras. „Schieb ihm irgendwas zum drauf beißen in den Mund, nicht dass er sich noch die eigene Zunge abbeißt.“
    Asuras tat was ihm gesagt wurde und schob dem Verletzten einen Lederriemen zwischen die Zähne. Der wollte sich gerade vor Schmerz aufbäumen, wurde aber gerade noch festgehalten. Schließlich wollten sie nicht, dass er die Verletzung noch verschlimmerte. Der Schrei des Dunmer wurde durch den Lederriemen gedämpft.
    Basima warf ihm einen mitfühlenden Blick zu, dann konzentrierte sie sich ganz auf die Heilung, die sich als recht schwierig heraus stellte. Immerhin musste sie die Rippe wieder richten und gleichzeitig das entstandene Loch in der Lunge verschließen, ohne dass er in seinem eigenen Blut ertrank.
    Asuras hielt seinen Freund währenddessen sanft aber bestimmt am Boden. Es tat ihm weh seinen jahrelangen Begleiter so leiden zu sehen.
    Die Rothwardonin gab ihr bestes und schöpfte ihre Kraft voll aus. Die Unstimmigkeit von vorhin war vollkommen vergessen, es ging nur noch darum, Zirain zu heilen.
    Das dauerte zwar mehrere Stunden, war letztendlich aber erfolgreich. Danach mussten sie alle erst einmal ausruhen.

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