Old Friends

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
5 Kapitel - 3.674 Wörter - Erstellt von: JokoMuffin - Aktualisiert am: 2014-02-01 - Entwickelt am: - 864 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Immer wieder versucht Sarah den Kontakt zu ihrem (ehemals) besten Freund herzustellen - vergeblich! Aber auch wenn es scheint als sei alles verloren muss man daran denken, dass man nur ein Leben hat und das sollte man auch nutzen! Sie setzt alles auf eine Karte und versucht ihr Glück erneut ... wird es funktionieren?

1
Samstagabend – sie saß alleine Zuhause, mal wieder.Wo soll man denn sonst sein, wenn man niemanden hat. Vor nicht mal zwei Jahren spielte sie an sol
Samstagabend – sie saß alleine Zuhause, mal wieder.

Wo soll man denn sonst sein, wenn man niemanden hat. Vor nicht mal zwei Jahren spielte sie an solchen Tagen mit ihrem Bruder und ihren Eltern. Doch sie waren nicht hier und würden es auch niemals mehr sein. Wie lange ist es genau her? Ein Jahr und 7 Monate, vielleicht waren es auch schon acht …

~*~
„Mama, Papa, wo fahren wir hin? Und wann sind wir endlich da?“
Unruhig zappelte ihr kleiner Bruder in seinem Sitz rum. Sie selbst schaute schon die ganze Zeit aus dem Fenster und hörte Musik – ausgerechnet von ihm.
„Lass dich überraschen, es dauert nicht mehr lange mein Schatz.“
„Ich will es aber jetzt wissen!“ Beleidigt, ließ er sich wieder in seinen Sitz fallen. Wenn sie es nicht besser wüsste, dann würde sie nicht glauben, dass ihr Bruder schon 13 Jahre alt war.
„Sarah, hat er sich jetzt mal gemeldet?“
Sie nahm einen Ohrstöpsel raus: „Nop, hat er nicht“ - und wird er auch nicht, fügte sie in Gedanken hinzu.
„Ach Schatz, du musst ihn vergessen! - Hörst du schon wieder seine Musik? Das macht die Sache ja nicht grade besser.“
Wie recht sie hatte und trotzdem hörte sie seine Musik. Immer und immer wieder hörte sie seine Solos und dachte nach, wie es noch vor zwei Jahren war. Damals als wir noch ...
„Sarah, du solltest echt auf deine Mutter hören“ - wurde ich aus meinen Gedanken gerissen - „und jetzt mach die Kopfhörer raus und unterhalte dich doch einfach mit uns“
„Wir können ja auch was spielen“ und schon zappelte ihr Bruder wieder aus seinem Sitz rum.
Ihr Vater drehte sich wieder zu ihr um: „Ja wie wärs mit Ich sehe was, was du nicht siehst? Denn ich sehe da was das ist...“
„Dad, jetzt guck wieder auf die Straße! Du baust noch einen Unfall!“

Doch es war schon zu spät um dem Lastwagen aus zu weichen, der ihnen die Vorfahrt nahm. Panisch versuchte ihr Vater noch das Lenkrad herum zu reißen und dem Zusammenprall auszuweichen, doch es war vergeblich. Sie wurden von der Straße geschleudert, drehten sich mehrmals und landeten schließlich vor einem – oder besser gesagt 'in einem' – Baum. Der Lastwagen selbst driftete für quer über die kleine Kreuzung und während der Anhänger das Auto gegen den Baum drückte wurde das Fahrerhaus seitlich gegen den Anhänger gedrückt und kam mit einem gewaltigen Ruck plötzlich zum stehen.

Dem Fahrer allerdings half das nichts, er war Schuld an dem Unfall und an seinem Tod. Dadurch, dass er nicht angeschnallt war, schleuderte es seinen Kopf erst mit Schwung gegen den Lenker und dann urplötzlich zurück – für ihn war es kurz und schmerzlos. Genickbruch. Sofortiger Tod.

Im Auto jedoch sah es anders aus. Als das Auto von der Straße geschleudert und gegen den Baum geflogen ist und weiterhin dagegen gedrückt wurde hörte man vier Schreie, von denen nur einer alsbald verstummte.

Der Fahrer – Ihr Dad, war auch sofort tot, da sie von dem LKW genau auf seiner Seite erwischt wurden.

Die Mutter wurde im vorderen Teil des Wagens eingequetscht und der Sicherheitsgurt nahm ihr die Luft. Bevor sie ging, sprach sie den beiden Kindern die ganze Zeit Mut zu, sie würden es schaffen. Sie sollten daran glauben. Sie sollten nur daran denken, dass – und dann war es für einen Moment still, denn der Gurt nahm ihr den letzten Rest an Luft der noch in ihrer Lunge vorhanden war.

Der Junge – ihr Bruder hing für quer im Auto, sein Gurt hatte nicht geholfen und so wurde auch er im Auto eingequetscht. Immer wieder schluchzte er leise, rief mit letzter Kraft nach Hilfe und dann wurde auch er still. Bewusstlos, aber noch lebend.

Und sie selbst? Sie verlor bereits während ihres 'Fluges' das Bewusstsein und bekam von alledem nicht viel mit. Das Letzte was sie hörte waren die Schreie ihrer Familie und fünf Jungs die ihr ins Ohr sangen: „… and as you close your eyes tonight - I pray that you will see the light …“

Dann schloss sie ihre Augen und alles wurde schwarz …
~*~

Genaueres über den Unfall hatte sie erst von der Polizei erfahren.

Man versuchte ihre Eltern wiederzubeleben – vergeblich.
Ihr Bruder lag drei Tage im Koma bis er schließlich zu ihren Eltern ging.

Und Sarah? Sie verbrachte etwa einen Monat im Krankenhaus. Als ihre Brüche und Verletzungen geheilt waren 'durfte' sie die nächste Zeit in einem Rehabilitations-Center verbringen.
Danach kehrte sie wieder in ihr normales Leben zurück.
Doch 'normal' war nichts mehr – ihre Familie war nicht mehr hier. Ihr Haus war trostlos und leer ohne das Lachen ihrer Eltern, ihres Bruders und ohne ihr eigenes Lachen. Und außerdem verbrachte sie nach der Reha noch zwei Monate in einem Heim.

Warum? Weil sie erst 17 war. Als sie dann achtzehn wurde, zog sie für kurze Zeit in ihr Haus. Verkaufte diese jedoch wenig später und zog in eine Wohnung in der Mitte Londons.

Und jetzt sitzt sie hier, an ihrem Fenster und schaut auf die graue verregnete Straße vor ihrem Haus und denkt über alles nach, weint, schreit, verflucht die Welt – denn seit dem Unfall hat sie sich nicht mal für einen winzigen Augenblick gefreut, dass sie alles überlebt hat.

Viel lieber wäre sie auch gegangen. Dann wäre ihre Familie immer noch vereint. Aber nein! Sie ist noch hier.
Sie dreht die Musik ein wenig lauter, so hört man ihr schluchzen nicht mehr. Stattdessen singen fünf Jungs davon, sein Leben zu leben, solange man jung ist.

Doch wie soll sie ihr Leben leben, wenn sie nichts hat, wofür es sich zu leben lohnt?

Sie hat nur dieses eine Leben – und das sollte sie auch nutzen.

Mal wieder wählt sie seine Nummer:
„Kein Anschluss unter dieser Nummer“ verkündet eine monotone Stimme.

Enttäuscht – obwohl sie wusste, dass es nicht anders sein wird – wirft sie ihr Handy neben sich. Vielleicht wird er sie ja morgen auf dem Konzert bemerken? Unwahrscheinlich und doch schläft sie mit dieser Hoffnung ein.
article
1390500602
Old Friends
Old Friends
Immer wieder versucht Sarah den Kontakt zu ihrem (ehemals) besten Freund herzustellen - vergeblich! Aber auch wenn es scheint als sei alles verloren muss man daran denken, dass man nur ein Leben hat und das sollte man auch nutzen! Sie setzt alles auf ein...
http://www.testedich.de/quiz33/quiz/1390500602/Old-Friends
http://www.testedich.de/quiz33/picture/pic_1390500602_1.jpg
2014-01-23
4000
Fanfiktion

Kommentare Seite 0 von 0
Klicke hier um ein Kommentar zu schreiben - Wenn du Mitglied bei testedich bist logge dich bitte hier ein
Noch keine Kommentare.

Sie haben die Möglichkeit den Text zu gestalten.
((bold))Fett((ebold)) ((cur))Kursiv((ecur)) ((unli))Unterstrichen((eunli))
((big))groß((ebig)) ((small))klein((esmall))
((green))grün((egreen)) ((maroon))dunkelrot((emaroon)) ((olive))graugrün((eolive)) ((navy))marineblau((enavy)) ((purple))violett((epurple)) ((teal))teal((eteal)) ((gray))grau((egray)) ((red))rot((ered)) ((blue))blau((eblue)) ((fuchsia))fuchsia((efuchsia))
Bitte beachten Sie, dass Sie immer beide Codes, z.B. ((bold)) hier der Text der fett sein soll ((ebold)), gebrauchen, mit dazwischen den Text.