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Mondschweif

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6 Kapitel - 24.067 Wörter - Erstellt von: Koller Barbie - Aktualisiert am: 2014-02-01 - Entwickelt am: - 1.408 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Das ist mein zweiter Teil. Sorry, dass ihr solange warten musstet, ich hatte wenig Zeit.
Den Dritten gibt es wieder auf Nachfrage

1
Hinter der Maske
Dana wartete bis die Schritte von Talissa verklungen waren, erst dann begann sie zu sprechen. >Es war nur noch eine Frage der Zeit bis Belle sich entführen lässt.< In ihrer Stimme schwang nur Missbilligung und Wut mit, keine Besorgnis oder Trauer, so wie es sich für eine Schwester gehörte.
>Wie kannst du so etwas sagen?< Alena sah sie mit vor Entsetzen geweitete Augen an.
Du bist doch fast genauso schwach wie Belle. Der Unterschied ist nur, du kannst dich verteidigen.
>Belle ist jung und unerfahren, sie soll gefälligst hier bleiben, wo sie in Sicherheit ist. Das hat sie jetzt davon.< zischte Dana. Diese Bemerkungen sollten einfach alle auf Abstand halten und somit konnte sie auch Abstand zu den anderen halten, doch Belle hatte es geschafft, dass sie sich Sorgen machte. Wirklich ernsthafte Sorgen. Nie zuvor in ihrem langen Leben hatte sie sich so um jemanden gesorgt.
>Sie ist deine Schwester.< beharrte Alena und begann wieder ihren eigenen Handrücken zu streicheln. Dana hatte nie verstanden, warum ihre jüngere Schwester sich so nach Berührungen sehnte, sie hingegen verabscheute jede Berührung. Man hatte ihr zu sehr weh getan.
>Umso schlimmer.< Mit einem eisigen Blick ihrer schwarzen Augen brachte sie Alena dazu den Blickkontakt abzubrechen. Ja, niemand konnte sich ihrer Kälte und Gleichgültigkeit für längere Zeit stellen, alle außer…Belle.
Verdammt! Wieso nur konnte sie nicht auf sich aufpassen?
>Ich sage das nicht um grausam zu wirken.< sagte Dana und beugte sich etwas zu Alena, die jetzt Tränen in den Augen hatte. >Ich sage es weil es wahr ist.<
Keine Reaktion, sogar die streichelnde Hand hatte inne gehalten. Nun hatte Dana alles gesagt, was gesagt werden musste, also konnte sie beruhigt schlafen gehen, auch wenn sie genau wusste, dass sie kein Auge zu tun wird. Ohne irgendwelche Gute-Nacht-Wünsche drehte Dana sich auf ihren Absatz um und schritt zur Treppe an der schäbigen Küche vorbei.
>Das glaubst du doch wohl selber nicht.< vernahm sie plötzlich die leicht hämische Stimme von Alena.
Eine Gefühlsreaktion ließ sich nicht unterdrücken, Dana blieb kurz auf der Treppe stehen und runzelte die Stirn. Doch da genau das Alena bezwecken wollte, ging sie weiter, so als hätte sie nichts gehört. Ihr Zimmer war direkt gegenüber von Belle, sie selber hatte es so gewollt. Von ihren drei Schwestern hatte sie ausgerechnet die verträumte und ruhige an sich rangelassen.
Da sieht man mal wieder wohin die Ironie fällt.
Sie, die ihr ganzes Leben bevor Talissa sie gefunden hatte, nur Schmerz, Verrat, Kampf und Tod gekannt hatte, verstand sich mit einer, die den Frieden selbst ausstrahlte. In ihrem Zimmer fand sie ihr großes Bett mit Unmengen von kuscheligen Polstern drauf, einen mannshohen Spiegel und einen sehr großen Schrank.
Obwohl sie todmüde war, legte sie sich nicht gleich aufs Bett, sondern stellte sich vor den Spiegel. Sie war nicht besonders groß, na ja, zählte aber dennoch zu einer der größten Frauen in diesem Dorf, ihr sehr kurzes blondes Haar bedeckte ihre spitzen Ohren kaum, doch das war in der Mythenwelt auch nicht nötig, sie hatte ein ovales Gesicht, dicke Lippen und geschwungene Augenbrauen und natürlich ihre schwarzen Augen, die einzige äußerliche Gemeinsamkeit mit ihren Schwestern. Wie sehr sie ihr Gesicht hasste! Genau das war schuld daran, das ihr in der Vergangenheit so viel Leid angetan wurde. Doch sie betrachtete nicht ihr Gesicht, sondern das schöne Kleid, das sie am Leibe trug.
Es war bodenlang, so wie jedes Kleid und jeder Rock den sie besaß, dunkelblau und vorne verschnürt, die Ärmel verliefen in wunderschönen Wasserfällen über ihre Arme und noch eine hellblaue Blume verzierte ihren gesamten Rücken. Es war eines ihrer Lieblingskleider, aber eigentlich gab es keines das sie nicht mochte. Nachdem sie endlich aus der Sklaverei befreit wurde, hatte sie die Gelegenheit sich schön zu machen und bequem Leben zu können sofort genützt. Sie fand auch sie hatte es verdient, nach allem was sie durchgemacht hatte.
Schließlich als sie ihr Kleid nun ausgiebig betrachtet hatte, schälte sie sich daraus und schlüpfte schnell in ihr weites Nachthemd. Zu lange wollte sie nicht nackt sein, auch wenn sie alleine war. An ihrem Körper konnte man noch immer die Spuren der Sklaverei erkennen und sie hatte nicht wirklich Lust wieder an diese Zeit erinnert zu werden. Jedoch ihnen zu entkommen war unmöglich, sie fanden sie, wenn am verwundbarsten war, wenn sie schlief.
Im Bett lag sie dann mit offenen Augen und versuchte nicht nachzudenken, versuchte sich nicht vorzustellen, welche Qualen Belle wohl in diesem Augenblick erlitt.

Noch bevor die Sonne aufging, erwachte Dana mit einem erstickten Schrei. Tränen und Schweiß rannen ihr in Sturzbächen übers Gesicht, sie zitterte und ihre Zähne klapperten. Wieder diese Alpträume. Schwer atmend bedeckte sie ihr Gesicht mit ihren Händen und versuchte sich zu beruhigen. Wie immer brauchte sie ganze zehn Minuten dafür, bevor sie es überhaupt schaffte sich zu bewegen. Jedes Mal wenn sie aufwachte, war es das gleiche, sie zitterte, schwitzte, weinte und ihre Muskeln verspannten sich so sehr, dass sie sich nicht mehr rühren konnte.
Sie war wieder dort, in der Höhle, wo die Sklaven gehalten wurden. Immer wieder kehrte sie an diesen schrecklichen Ort zurück.
Wieso nur? Wenn man etwas Schreckliches erlebt hat, dann will man es doch vergessen! Wieso nur kehre ich zurück?
Nach weiteren zehn Minuten hatte sie sich so weit gefasst, dass sie aufstehen und sich waschen konnte. Vor ihrem Schrank sammelte sie sich noch einen Moment, als sich wieder diese undurchdringliche Dunkelheit der Höhle über sie senken wollte. Dann wurde es wieder hell und sie öffnete den Schrank. Darin hingen massenhaft Kleider, eines schöner als das andere, doch für ihre Aufgabe, die Talissa ihr gegeben hatte, brauchte sie etwas Nützlicheres. Ein langweiliger brauner Rock und ein langes kurzärmeliges braunes Hemd. Wie sehr sie diese Kleidungsstücke hasste!
Fertig angezogen schnallte sie dann ihren Waffengürtel auf ihren Rücken und steckte ihren extra für sie konstruierten kurzen Speer in den Gürtel. Eine Umhängetasche in einem wunderschönen Waldgrünton hängte sie sich auch noch um die Schulter und wollte das Zimmer verlassen, als ihr etwas einfiel. Bereits morgen würde es einen weiteren wundervollen Elbenball geben nahe der Stadt Donnernacht. Sollte sie sich das entgehen lassen und auf die Jagd nach etwas Unbekannten gehen, oder soll sie sich noch einmal, bevor sie es dann tat, schön fühlen und abschalten.
So eine Frage war reine Zeitverschwendung, natürlich würde sie dorthin gehen. Wieder stand sie vor ihrem Schrank. Die Suche nach dem passenden Kleid erforderte ihre ganze Konzentration, immerhin konnte sie nicht als normales Bauernmädchen dort auftauchen. Die ersten Strahlen der Sonne tauchten bereits hinter dem Horizont auf, als Dana sich endlich für eines ihrer fast fünfzig Kleider entschieden hatte. Sie stopfte es in ihre Tasche, auch wenn es ihr das Herz zerbrach, doch sie konnte das Risiko nicht eingehen, dass Talissa sie wieder dabei erwischte. Schlimm genug, dass sie sie gestern in ihrem Kleid gesehen hatte.
Dann verließ sie das Haus.

Es war später Nachmittag als Dana in Donnernacht ankam. Die Straßen leerten sich und bald spazierten nur mehr noch Vampire oder Elben draußen herum. Die Stadt verdankte ihren Namen wegen den heftigen Gewittern, die hier regelmäßig in der Nacht einfielen. Von manchen hörte man, dass es einem Weltuntergang glich.
Viel Zeit hatte sie nicht mehr, bis der Ball anfängt. Doch gerade noch genug Zeit sich ein gutes Gasthaus zu suchen und sich dort einzuquartieren. Ihr schönes Kleid strich sie glatt und warf dann ihre anderen Sachen einfach in die nächste Ecke. Als sie sich dann wieder angezogen hatte, stellte sie sich vor den kleinen Spiegel und musste sich einfach selber loben. Das Kleid war tiefviolett, es reichte bis zum Boden, war mit violetten Glitzersteinen am unteren Ende und unter der Brust verziert und der rechte Ärmel war kurz und der linke war lang, wo sie am Ende mit ihren Mittelfinger durch eine Schlaufe gefahren ist. Elegant und schön, so wie sie es liebte.
Dann konnte sie sich endlich auf den Weg machen. In der Gaststube wurde sie kurz schräg angeschaut, doch wegen ihres eisigen Blickes traute sich niemand sie anzureden. Auf der Straße erging es ihr nicht anders, doch die überfüllten Straßen ließ sie sehr bald hinter sich. Ein vor kurzem gelegter Kiesweg führte außerhalb der Stadt zu einem beeindruckenden Gebäude. Es hatte mehrere Stöcke, überall waren Fenster und ließen helles Kerzenlicht nach draußen scheinen, doch im untersten Stock waren die Fenster am größten.
Für jeden Ball, den die Elben gaben, erbauten sie ein eigenes Gebäude, das am nächsten Tag sobald alle draußen waren verschwand. Diese Bälle durften nur von Elben besucht werden und sie hatten ein äußerst interessantes Spiel entwickelt. Alle mussten Masken tragen und durch Zauberei wurden ihre Stimmen verzerrt, so dass man niemanden mehr erkennen konnte. Sollte man jemanden dazu überreden die Maske abzunehmen und dann selbst seine abnimmt, musste man sich küssen. Dana hatte nie mitgemacht, man musste zwar eine Maske tragen, aber man war nicht gezwungen sie abzunehmen.
Vor dem großen Eingang war an der Seite eine ganze Reihe von bunten Masken ausgestellt. Dana griff sich eine lilafarbene mit silbernen Kristallen umrandet und mit silbernen Federn an der Seite, kaum hatte sie sie aufgesetzt, spürte sie die Magie in ihrem Mund, die sich einen Weg durch ihre Kehle bahnte und sich dann um ihre Stimmbänder zog. Das unangenehme Gefühl verflog schnell wieder und jetzt konnte sie Spaß haben.
In der kleinen Vorhalle standen Gruppen von Elben, alle hatten schon Masken auf und die Kleider der Frauen versuchten sich zu übertreffen. Niemand drehte sich zu ihr um, sie war nur eine von vielen Elbenfrauen, die hier auftauchten. Hier konnte sie auch so sein wie sie wollte, niemand würde sie später wiedererkennen.
Ihre Füße brachten sie zielsicher in den großen Ballsaal, große Kronleuchter hingen von der Decke, eine lange Tafel stand auf der rechten Seite des Saals und bot Punsch und kleine Häppchen an, das Orchester war in der linken hinteren Ecke des Saales platziert und auf den polierten Marmorboden spiegelten sich die tanzenden Paare. Gelächter und Gespräche drangen von allen Seiten an ihr Ohr.
An den Wänden schritt Dana zum Orchester und beobachtete die Tanzenden. Es würde nicht mehr lange dauern und ein junger Mann würde sie zum Tanz auffordern, so war es immer gewesen. Sie ließ ihren Blick über den Saal schweifen und beneidete die Elben, sie hatten alle ein unbeschwertes Leben, nicht so wie sie, die in ständigen Misstrauen lebte. Was sie nicht alles dafür gäbe, nur einen Tag lang so zu sein wie sie.
Mit ihrem empfindlichen Ohren hörte sie schon die Schritte eines Mannes, der sich traute sie anzusprechen. Neugierig drehte sie sich um und fand sich vor einem fast gleichgroßen, sehr muskulösen Mann wieder, sein Gesicht wurde von einer feuerroten goldenen verzierten Maske bedeckt.
>Guten Abend, schöne Lady.< sagte die verzerrte Stimme und der Mann neigte leicht seinen Kopf. Ein Elb verbeugte sich niemals vor jemanden, denn nur so konnte man sich an jemanden binden, der wie geschaffen für einen war, indem man Unterwerfung zeigte.
>Guten Abend.< sagte sie zurück. Hinter solch einer Maske hatte sie kein Problem damit höflich und freundlich zu sein.
>Darf ich Sie zum Tanzen auffordern?< fragte er höflich und hielt bereits seine behandschuhte Hand hin.
>Gerne.< Sie lächelte, obwohl er es nicht sehen konnte, da ihre Maske das ganze Gesicht bedeckte. Auch sein Gesicht war vollkommen bedeckt und dennoch wusste sie, dass er ebenfalls lächelte.
Sachte legte sie ihre Hand in seine und schon führte er sie auf die Tanzfläche. Ohne Probleme gliederten sie sich unter die anderen Paare, seine Hände brannten leicht dort wo er sie berührte, und das obwohl er Handschuhe trug.
>Du bist mir schon von Anfang an aufgefallen.< flüsterte er ihr geheimnisvoll zu. Dass er sie jetzt duze störte sie keineswegs.
>Wirklich?< heuchelte sie Interesse. Fast jeder zweite hatte das zu ihr gesagt und sie war wirklich schon auf sehr, sehr vielen Bällen gewesen.
>Ja. Schon den ganzen Abend habe ich auf jemanden wie dich gewartet.< schmeichelte er ihr weiter, ohne zu wissen, dass jedes Bemühe vergebens war.
>Es ist nicht das erste Mal, dass ich diesen Satz gehört habe.< ließ sie ihn wissen. Wieder konnte sie beinahe spüren wie er lächelte dieses Mal aber amüsiert. Noch nie zuvor war ihr das passiert.
>Hätte ich mir denken können. Ich wollte dir nur schmeicheln.< In seiner Stimme schwang kein bisschen Trotz oder Beleidigung mit, sondern nur Amüsement. >Dann vielleicht nicht mit Sätzen, die jeder benutzt.< Er lachte und es klang, obwohl es verzerrt war wundervoll. >Bist du oft auf solchen Anlässen?<
>So oft ich kann.< antwortete sie wahrheitsgemäß. Jetzt kam der Teil in dem sie sehr viel Lügen musste, aber bei ihm hatte sie das Gefühl, es wäre nicht nötig, als ob sie ihm vertrauen könnte.
>Von wo kommst du? Ich habe dich hier noch nie zuvor gesehen.< fragte er weiter.
>Meinst du nicht, dass du mich nicht erkannt hast. Wir könnten uns schon begegnet sein und hätten es nicht einmal bemerkt.<
>Da hast du wohl recht. Also von wo kommst du?<
>Nicht von hier.<
Wieder lachte er und bei ihr stellten sich die Härchen auf. >Du hast wohl keine Lust das Spiel zu spiele, wie?<
>Ich verstehe nicht, wieso man es spielen muss. Kann man nicht einfach Spaß haben, ohne irgendwelche Hintergedanken?<
>Das Spiel macht aber Spaß, du solltest es mal probieren.< raunte er ihr zu. Plötzlich fiel ihr auf, dass sie sehr nah beieinander standen, sie konnte seinen Geruch beinahe schmecken. Um etwas Distanz zwischen sie zu bringen tat sie so als müsste sie sich kurz erfrischen.
>Verzeiht, aber mir ist ganz heiß. Ich geh etwas frische Luft schnappen.< Zum Nachdruck fächerte sie sich mit einer Hand Luft zu und befreite sich aus seinen Armen.
Leider hatte sie ihn falsch eingeschätzt, er war hartnäckig. >Solch eine Reaktion habe ich bei einer Frau noch nie hervorgerufen.< lächelte er und folgte ihr nach draußen.
Mit Schrecken erkannte Dana, dass ihr wirklich heiß war. Ihr war sonst nie heiß, ihr kaltes Herz, das sie sich zugelegt hat, sorgte dafür. Es war eine vollkommene neue und unverständliche Körperreaktion. Draußen auf der Terrasse ging sie in eine etwas dunklere Ecke des Hauses, leider hatte sie ihren Tanzpartner vergessen, der ihr nach wie vor folgte.
>Geht es dir gut? Ich würde ja gerne deine Stirn befühlen, doch dafür müsstest du deine Maske abnehmen.< sagte er halb besorgt und halb belustigt.
>Wieso bist du mir gefolgt?< wollte sie von ihm wissen. Langsam stieg Misstrauen in ihr hoch. Normalerweise ließen die Männer von ihr ab, wenn sie ihnen berichtete, dass sie an diesem Spiel kein Interesse hatte. Wieso dieser hier nicht?
>Du bist meine Tanzpartnerin.< war seine Antwort, woraufhin sie nur den Kopf schütteln konnte. >Ich dulde es auch nicht, dass du bei dem Spiel nicht mitspielen willst. Du hast es ja noch nicht einmal probiert.<
>Das geht dich nichts an, was ich spiele oder nicht.< fauchte sie und lehnte sich mit einer abwehrenden Haltung gegen die kalte Mauer.
>Immerhin haben wir getanzt, da habe ich, finde ich, zumindest ein Recht darauf, deinen Namen zu erfahren.< Von ihrer Abneigung unbeeindruckt stützte er sich mit einer Hand neben ihrem Kopf ab und nagelte sie somit fest. Durch die zwei Schlitzte für die Augen konnte sie das typische Weiß der Elben erkennen und sie fand es das erste Mal schön.
Genauso wie sie seine Augen sehen konnte, konnte er ihre sehen und jetzt klang er überrascht: >Du bist gar keine Elbenfrau.<
>Nein.< stimmte sie gleichgültig zu.
>Eine Elfe aber auch nicht.<
>Richtig.<
>Was bist du dann?<
Keine Antwort, sondern nur ein starrer Blick. Sie würde ihm keine Antworten mehr geben, er war viel zu neugierig. Seine Augen durchforschten ihre Maske, doch auch wenn sie keine aufgehabt hätte, hätte er aus ihrem Gesicht nichts lesen können. Ihr Gesicht war nämlich genau das, eine Maske.
>Ich könnte dich von hier verweisen.< drohte er ihr, rückte aber nicht von ihr ab.
>Ja, aber das wirst du nicht. Du findest mich dafür viel zu interessant.<
Für ein paar Sekunden herrschte Stille, dann legte er plötzlich eine Hand an ihre Maske. Aus Angst er würde ihr die Maske herunterreißen, verdrehte sie ihn den Arm und drückte ihn dann gegen die Mauer. Erst jetzt fiel ihr wieder ein, dass ein andere gar nicht die Möglichkeit dazu hatte, die Maske eines anderen abzunehmen.
>Ich will dir doch nichts tun.< ächzte er und sie ließ ihn los.
>Ich habe kurz nicht nachgedacht.< sagte sie nur, kein Wort der Entschuldigung, nur Erklärung. Er hatte es sich auch selbst zu zuschreiben, niemand durfte sie anfassen.
Während er seinen Arm rieb, drehte er sich zu ihr um. >Du hast Feuer.< sagte er nur, dann schien sie sein Lächeln wieder zu spüren. >Ich mag das.<
>Dann such dir eine andere.< Mit diesen Worten ließ sie ihn dann stehen und ging zum Eingang zurück. Doch bevor sie wieder in den Saal treten konnte, ergriff er ihren Arm und drückte sie dann gegen die offene Tür.
Eigentlich sollte sie ihn bewusstlos schlagen dafür, dass er es wagte sie ein weiteres Mal anzugreifen, doch als er sich seine Maske herunterriss, erstarrte sie verdutzt. Er hatte kurze schwarze Haare, die sehr spitzen Elbenohren, ein eckiges Gesicht, kantiges Kinn und schmale Lippen, sie fand ihn unbeschreiblich schön. >Ich bin Togan und möchte dich fragen ob ich dich durch die Maske küssen darf.<
Überrascht konnte sie ihn nur anschauen, das hatte wirklich noch nie jemand von ihr gewünscht. Noch nie hatte sie irgendein Mann gefragt ob er sie küssen dürfe, sie hatten es sich einfach genommen. Togan deutete ihr Schweigen wohl als ja und legte ganz sachte seine Lippen auf die der Maske. Es war als würde er sie wirklich küssen, genussvoll schloss sie die Augen, jetzt wollte sie nichts lieber, als sich selber diese lästige Maske runter zu reißen und ihn richtig küssen. Als er sich jedoch von ihr löste, wurden ihre Gedanken wieder klar.
Götter, was habe ich da zugelassen! Er hat mich geküsst! Geküsst! Ein vollkommen fremder Mann!
Jedoch schlagen konnte sie ihn nicht, sie wollte es einfach nicht. Nach einem intensiven Augenblick, in dem sie sich in die Augen gesehen hatten, rannte Dana davon. Sie schlängelte sich durch die Tanzenden und schenkte keinem, die sie anrempelte, ein Wort der Entschuldigung. Sie musste so schnell wie möglich hier raus, bevor sie noch etwas vollkommen Verrücktes machte.
Durch die Vorhalle und raus auf den Kiesweg und zurück in die Stadt. Die ganze Zeit über konnte sie nur an diesen Togan denken. Wieso nur? Er war ja nicht der erste Mann, der sein Interesse an ihr gezeigt hatte. Wieso also reagierte sie auf ihn anders, als auf die ganzen anderen Spinner? Wieso nur stellte sie sich vor wie weich seine Lippen gewesen wären?
Am besten wäre es jetzt an etwas anderes zu denken. Ja. An ihre Aufgabe, nachdem sie noch keine zwei Gedanken an sie verschwendet hatte, wäre es jetzt wohl eine passende Ablenkung. Sie hatte den Auftrag bekommen, genau herauszufinden welcher Art die Bedrohung war. Das hieß dann wohl, viel nachfragen, herumreisen und analysieren. Tolle Abreit, nachdem sie eigentlich keine Ahnung hatte wonach sie eigentlich suchte. Sie konnte doch nicht einfach Passanten fragen, warum sie sich fürchteten in der Nacht das Haus zu verlassen. Man würde sie sofort für verdächtig halten, also musste sie anders vorgehen. Als erstes musste sie das Vertrauen von ein paar Leuten gewinnen, nur hatte sie keine Ahnung wie sie das anstellen sollte. Jeder der sie kannte würde sagen, dass sie keine sehr gesellige Frau war.
Ohne es mitbekommen zu haben, war sie an ihrem Gasthaus angelangt, schnell nach oben in ihr Zimmer. Hier konnte sie sich erst einmal aufs Bett fallen lassen und tief einatmen. Fürs erste würde sie hier sicher sein, auch wenn sie bezweifelte, dass Togan sie verfolgt hatte, so konnte man nicht vorsichtig genug sein. Immerhin war sie immer wieder durch ein paar Gassen gegangen, durch die sie gar nicht musste, war einmal sogar umgekehrt und hatte einen völlig anderen Weg genommen, um mögliche Verfolger zu verwirren und abzuschütteln.
Dennoch verließ sie sich nicht darauf, ein Blick aus dem Fenster und vor ihr die volle Straße und niemand der irgendwie verdächtig aussah. Und wieder verließ sie sich nicht darauf, sie schlüpfte schnell in ihr Nachthemd und legte sich in das Bett, dabei ihren Speer fest in der Hand und die Augen auf die Tür gerichtet.
Jeder der es wagen sollte, durch diese Tür zu kommen, würde sie mit nur einem Schlag ihres Speer entweder töten oder verletzten, je nachdem es ihr beliebt, da sie heute Nacht mal wieder kein Auge zu tun konnte.

Kommentare (7)

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DarkAngel2 (02948)
vor 1155 Tagen
Bitte schreib schnellstmöglich weiter!!!!!
Cat (21714)
vor 1173 Tagen
Die Geschichte ist echt der Hammer! Du musst unbedingt weiter schreiben. : )
Sky (69835)
vor 1188 Tagen
Meeega geil! Bitte bitte schreib weiter du hast echt Talent! Ich mag fantasy eigentlich nicht aber ich liebe deine Geschichte!!! Also biiiiitttteeee schreib weiter!
Lisa (73781)
vor 1189 Tagen
Bitte Bitte schreib weiter. Ich finde die Geschichte einfach nur geil will wissen wie es weiter geht
Linchen0809 (32254)
vor 1383 Tagen
Bitte schreib weiter. Diese Geschichte zieht einen so in ihren Bann, dass man unbedingt wissen will, wie es weiter geht.
7508 (50226)
vor 1388 Tagen
Die Geschichte hat mich ganz und gar in den Bann gezogen und ich freue mich auf eine Fortsetzung!
Kathaa (83692)
vor 1389 Tagen
WOW! Geniale Geschichte, genialer Schreibstil! Hoffe du schreibst weiter :) Interessante Idee, ziemlich fantasievoll! Freue mich auf jedes weitere Lebenszeichen von dir und deinen Figuren :D
Lg Kathaa