Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2

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6 Kapitel - 27.290 Wörter - Erstellt von: Julu92 - Aktualisiert am: 2014-01-15 - Entwickelt am: - 3.664 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hallo!
Es geht wieder weiter, tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, aber hier sind wieder die ersten Kapitel von HP 7.2
Es könnte wieder sein, dass es etwas lang wird, da ich weiterhin versucht habe alles so ausführlich wie möglich zu schreiben.
Hoffe es gefällt euch!:)
P.S.: Nach diesen Kapiteln kommen noch die letzten beiden und der Epilog (der natürlich eventuell auch anders verlaufen könnte)

    1
    Der Zauberstabmacher und Shell Cottage



    Wir fielen auf nassen Sand. Wir befanden uns an einem Strand. Gerade war Ebbe.
    Ich war erleichtert von dort weg zu sein. Weg von Bellatrix. Sie war der einzige Mensch auf der Welt, vor dem ich riesige Angst hatte – mit Ausnahme von Voldemort. Aber wir lebten und waren in Sicherheit.
    >>Angie! Angie! Es ist alles okay! Wir sind außer Gefahr! Wir sind alle außer Gefahr! << hörte ich Harry sagen. Er ging auf mich zu und drückte mich an sich. Ich vergrub mein Gesicht in seiner Schulter und heulte meinen ganzen Frust aus. Hermine strich mir beruhigen über den Rücken und Ron fasste mich an der Schulter.
    >>Ist alles wieder gut! << flüsterte Hermine mir aufmunternd zu. Auch sie musste fast weinen.
    >>Du brauchst keine Angst mehr zu haben, sie können dir nicht mehr wehtun! << sagte Ron aufmunternd. Eine Weile saßen wir noch so im kalten und nassen Sand. Ich beruhigte mich so langsam wieder und sah wieder auf. Harry hob mein Kinn leicht an und strich über meine Wange.
    >>Geht's wieder? << fragte Hermine. Schwach nickte ich. Es schien für einen Moment alles wieder in Ordnung zu sein, doch dann hörten wir eine schwache Elfenstimme, ein paar Meter weiter weg von uns sagen: >>Harry Potter! << Wir sahen alle zu Dobby. Er zog gerade Bellatrix' Messer aus seiner Brust und Blut strömte über seinen winzigen Körper.
    >>Dobby! << sagte Harry. Wir standen alle auf und rannten zu ihm rüber. Dobby fiel auf den Sand. Harry kniete sich neben ihn hin und nahm ihn auf den Arm.
    >>Dobby! Bitte! Halt durch! Angie hat was in ihrer Tasche. Stimmt doch oder? << sagte er. Mit Tränen in den Augen schüttelte ich den Kopf. Dagegen hilft nichts.
    >>Dobby ist froh, Harry Potter geholfen zu haben. Dobby ist glücklich, bei seinen Freunden zu sein. Harry Potter … << sagte Dobby schwach. Dobby fielen in dem Moment die Augen zu. Er war tot.
    Plötzlich kam Luna.
    >>Luna? Bist du okay? << fragte Hermine.
    >>Ja. Mir geht es gut. Keine Sorge. <<, sagte sie. Sie sah dann wieder zu Harry. >>Wir sollten seinen Augen schließen. Findest du nicht? << Harry nickte. Seine Augen waren mit Tränen gefüllt. Luna legte ihre Finger leicht auf Dobbys Augenlider und schloss sie vorsichtig.
    >>So. Jetzt es aus, als würde er schlafen. << sagte Luna.
    >>Harry! <<, plötzlich erschienen Bill und Fleur. >>Geht's euch gut? << Fleur schrie etwas auf. >>Oh mein Gott! 'Arry! Was ist nur geschehen? << Sie beide sahen dann auch Dobbys Leiche.
    >>Ich will ihn begraben! <<, sagte Harry plötzlich und sah uns an. >>Und zwar richtig. Ohne Zauberei. Habt ihr einen Spaten? << sagte er.
    Wir befanden uns bei Bill und Fleurs Haus in Shell Cottage. Hier ist es schön ruhig und man hört immer das Rauschen des Meeres wenn Flut ist. Ron hatte diesen Ort ausgesucht. Dobby war ihnen schon im Haus der Malfoys begegnet und da haben sie es ausgemacht. Wir gingen etwas weiter hinter das Haus. Dort wollte Harry Dobby begraben. Er nahm einen Spaten und grub damit ein Loch in den Sand. Ron half ihm dabei. Hermine und ich nahmen Dobbys leblosen Körper und wickelten ihn in ein weißes Bettlaken. Als wir fertig waren, verließen wir das Haus und gingen mit langsamen Schritten dahinter, zu Harry und Ron. Langsam schritten wir voran. Hermine und mich hatte Dobbys Tod zutiefst geschockt und machte uns alle traurig. Hermine trug Dobby in dem Armen. Als wir bei Harry und Ron ankamen, reichte Hermine Dobby an Harry ganz vorsichtig, wie bei einem neugeborenen Baby. Harry legte Dobby in das Loch im Sand. Wir halfen ihm, das Loch wieder mit Sand zu füllen. Schade um Dobby. Wir haben so einen guten Freund verloren. Wieder einmal forderte alles so ein großes Opfer.
    Ich war mit Hermine, Ron und Luna im Haus. Es war ein sehr schönes Haus. So sauber und ordentlich. Meiner Mum würde es hier gefallen. Sie liebte Häuser, die in der Nähe vom Meer standen. Hier war es so schön still und beruhigend mit den hellen Farben. Das Rauschen des Meeres war das schönste. Es ließ mich alles für einen Moment vergessen und es war, als ob es Voldemort niemals gäbe und Dobbys Tod nie gewesen war. Luna stand im Flur. Sie betrachtete ein paar Muscheln die an dünnen Fäden von der Decke runterhangen.
    >>Dieser Ort ist sehr schön. << sagte sie.
    >>Hat unserer Tante gehört. <<, sagte Bill. >>Als Kinder waren wir oft hier. << Luna sah wieder zu den Muscheln. >>Die Muggel glauben, dass diese Dinger das Böse vertreiben. Aber das ist eine Lüge. << sagte Luna. Fleur reichte mir eine Tasse heißen Tee.
    >>Du Arme. <<, sagte sie. >>Was 'at diese 'ässlische 'exe nur mit dir angestellt? << sagte Fleur.
    >>Mich fast zu Tode gefoltert, hat sie. << sagte ich sehr leise. Ich trank einen Schluck aus der Tasse. Mit jedem Schluck des Apfeltees, fühlte ich mich besser und mein Kopf tat auch nicht mehr so furchtbar weh. Als ich fertig mit dem Tee war, wollte ich aufstehen und die Tasse wegräumen, doch Fleur ging sofort zu mir und nahm mir die Tasse wieder ab.
    >>Streng disch nischt su se'r an. Du solltest disch waschen. <<, sagte sie. >>Dann ge't es dir bestimmt viel besser. << Ich nickte zustimmend. Vielleicht würde das mich wirklich etwas entspannen. Ich folgte Fleur, die mich in das Badezimmer führte. Ich sagte ihr, dass ich das schon selbst schaffen würde, als sie gerade das Wasser in die Badewanne einließ.
    >>Wirklisch? << fragte sie.
    >>Wirklich. Es geht schon, mir geht's wieder fast gut, Fleur. << sagte ich lächelnd, was sie beruhigte. Sie ging dann aus dem Badezimmer. Ich öffnete das Fenster und ließ die frische Luft einströmen, die sich sehr gut anfühlte auf meiner Kohlenofenheißen Haut. Als die Badewanne genug gefüllt war, schälte ich mich aus meinen dreckigen und verschwitzen Kleidern – die sowieso an manchen Stellen abgenutzt waren – und warf sie auf den Boden. Mein Arm brannte noch ein bisschen und die Wunde pochte leicht. Aber ansonsten ging es mir wieder gut. Ich war nur noch unter Schock – wegen Dobby – und zitterte noch am ganzen Leib – wegen Bellatrix.
    Ich stieg nach fast einer Stunde aus der Badewanne und wickelte mich in ein Handtuch und knotete es vor meiner Brust zusammen. Dann nahm ich meinen Zauberstab zur Hand, murmelte einen Spruch, und meine Kleider erhoben sich in die Lüfte. Sie wuschen sich im Wasser, das ich ins Waschbecken eingelassen hatte und trockneten sich dann ab. Dann schwang ich den Zauberstab erneut und die Kleider fingen an, sich wieder herzurichten und sahen wieder normal aus, und nicht mehr zerrissen und zerfetzt. Ich zog sie mir dann an und verließ das Bad wieder. Ich ging zurück ins Wohnzimmer, wo keiner mehr war. Ich sah durchs Fenster, dass sich alle draußen hinter dem Haus befanden und lachten. Vermutlich versuchten sie sich abzulenken. Wäre keine schlechte Idee, aber trotzdem war ich für nichts in Stimmung. Ich setzte mich aufs Sofa, und starrte dann die ganze Zeit ins Leere. Nach nicht mal ganzen Zehn Minuten erschien auch Harry. Er war bei Dobby gewesen. Als er mich entdeckte und sah, dass es mir gut ging, huschte ein schwaches Lächeln über sein Gesicht, aber im Innern war er noch genauso traurig wie gerade eben.
    Er setzte sich neben mich nahm meine Hand.
    >>Wie fühlst du dich? << fragte er besorgt.
    >>Besser. <<, sagte ich. >>Nicht so wie immer, aber mir geht's wieder gut. << sagte ich.
    >>Ich bin stolz auf dich. << sagte er. Ich sah ihn fragend an.
    >>Was meinst du? <<
    >>Als Bellatrix dir so wehgetan hat <<, sagte er. >>und du dir diese Geschichte hast einfallen lassen, mit dem gefälschten Schwert. Du bist einfach nur unglaublich. << sagte er. Ich lächelte. Ich wollte aber gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn Dobby nicht erschienen wäre. Ich vermute mal, Bellatrix hätte mich bei lebendigem Leib aufgeschlitzt und mir die Eingeweide rausgerissen. Ich zuckte deutlich sichtbar zusammen. Ich darf mir das gar nicht erst vorstellen, geschweige denn daran denken.
    >>Diese Hexe ist verrückt. <<, sagte ich und sah auf meine Hände. Ich knetete mit meinen Händen nervös, als wäre ich ein kleines Kind, dass Angst davor hat, zum Zahnarzt gehen zu müssen. >>Ich habe Angst vor ihr. << gab ich ehrlicherweise zu.
    >>Das brauchst du nicht. Sie ist nicht mehr da und sie kann dir nicht mehr wehtun. Und falls wir sie wiedertreffen, werde ich nicht zulassen, dass sie dir auch nur irgendetwas antut. << sagte Harry. Ich lächelte wieder, was er wie immer erwiderte. Wir sahen uns in die Augen – und das ziemlich lange. Mein Herz begann schneller zu schlagen. Unsere Gesichter näherten sich immer mehr aneinander. Gerade waren unsere Nasenspitzen kaum einen Millimeter voneinander entfernt, als wir plötzlich die Tür im Flur haben aufschlagen hören. Sofort wichen wir voneinander zurück und taten so als wäre nichts passiert. Bill, Fleur, Luna, Ron und Hermine kamen ins Wohnzimmer.
    >>Was machen wir jetzt, Harry? << fragte Ron.
    >>Es wird Zeit mit dem Kobold zu sprechen. << sagte Harry und stand vom Sofa auf. Ich erhob mich ebenfalls.
    >>Nein. <<, sagte Fleur. >>Er und Ollivander sind schwach und müde- <<
    >>Aber wir müssen! <<, sagte Harry. >>Jetzt oder nie. Wir müssen jetzt mit ihm sprechen. Denn wir brechen bald wieder auf und eine weitere Gelegenheit bekommen wir nicht mehr. Das müssen wir noch heute erledigen. <<
    Fleur gab dann doch nach. Sie führte Harry, Ron, Hermine und mich die Treppen hoch bis zum Zimmer wo der Kobold sich ausruhte. Sie öffnete langsam die Tür und ging dann wieder die Treppen herunter. Harry, Ron, Hermine und ich betraten das Zimmer.
    Der Kobold saß auf einem Sessel und sah aus dem Fenster hinaus. Der Kobold ist genauso schrumplig wie eine Rosine, genauso wie ich Kobolde in Erinnerung habe. Eine spitze nach vorne gebogene lange Nase, Augen Schwarz wie Pech. Die Nägel an den schrumpeligen Fingern ungepflegt, lang und krumm. Klein wie ein sechsjähriges Kind und Kleider wie aus dem achtzehnten Jahrhundert, das Haar ebenfalls verfilzt und schwarz.
    >>Wie geht es Ihnen? << fragte Harry.
    >>Ich lebe noch. << brachte der Kobold als erstes hervor. Er sah uns jedoch nicht an. Wir traten näher an ihn heran.
    >>Sie werden sich wohl nicht mehr erinnern, dass- <<
    >>- dass ich Ihnen vor Jahren Ihr Verlies bei Gringotts gezeigt habe? Selbst bei den Kobolden sind Sie berühmt, Harry Potter. << sagte der Griphook. Wir stellten uns vor ihm hin und sahen ihn an.
    >>Sie haben den Elfen begraben? <<, fragte der Kobold und klang unerwartet bitter. >>Ich habe Sie beobachtet, durch das Fenster im Schlafzimmer nebenan. <<
    >>Ja. << sagte Harry.
    Griphook sah ihn von der Seite her aus seinen schräg liegenden schwarzen Augen an.
    >>Sie sind ein ungewöhnlicher Zauberer, Harry Potter. <<
    >>Inwiefern? <<, fragte Harry und rieb sich zerstreut die Narbe auf seiner Stirn.
    >>Sie haben das Grab ausgehoben. <<
    >>Und? <<
    Griphook antwortete nicht.
    >>Wir müssen Sie nämlich etwas fragen. <<, sagte Harry. Der Kobold sah uns an und wartete. >>Nun, ich brauche Hilfe, Griphook, und zwar von Ihnen. <<
    Der Kobold gab kein Zeichen der Ermunterung, sondern sah Harry weiter stirnrunzelnd an, als ob er noch nie etwas wie ihn gesehen hätte.
    >>Wir müssen in ein Verlies in Gringotts einbrechen. <<
    >>Das ist unmöglich. << sagte Griphook rasch.
    >>Nicht ganz. <<, sagte ich. >>Es hat doch schon mal jemand geschafft. Vor sieben Jahren erinnern Sie sich? << sagte ich.
    >>Es war wirklich schlecht geschützt. Das war der Grund. << sagte Griphook. Uns fiel nichts ein womit wir ihn hätten überzeugen können. Außer Ron.
    >>Es ist unmöglich in Gringotts einzubrechen, Griphook. Ja. Das wissen wir. Allein schaffen wir das nicht. Aber mit Ihnen haben wir eine Chance. << sagte Ron.
    >>Was suchen Sie im Verlies der Lestranges? <<, fragte Griphook plötzlich. Harry wollte gerade antworten, aber ich war schneller und wollte noch etwas fragen.
    >>Warten Sie noch, ich hab noch 'ne Frage! <<, redete ich sofort dazwischen. >>Warum dachte Bellatrix, das Schwert von Gryffindor müsste bei ihr im Verlies sein? << fragte ich. Griphook sah uns weiter nur an. Dann wanderte sein Blick wieder durchs Fenster nach draußen.
    >>In dem Verlies von Madam Lestrange befindet sich ein identisches Schwert. <<, saget Griphook. >>Aber es ist eine Fälschung. <<
    >>Fälschung? << wiederholte Hermine.
    Ich hatte mir die Geschichte, dass das Schwert gefälscht sei zwar ausgedacht, als Bellatrix mich halbtot gefoltert hatte, aber ich hätte nicht gedacht, dass es wirklich so war. Ich habe durch Zufall wohl ins Schwarze getroffen.
    >>Und ihr nie aufgefallen, dass das Schwert eine Fälschung ist? << fragte Harry.
    >>Die Kopie wirkt täuschend echt. <<, sagte Griphook. >>Nur ein Kobold würde erkennen, dass es sich um das wahre oder falsche Schwert von Gryffindor handelt. <<
    Wir waren alle wieder einen Moment still.
    >>Also helfen Sie uns? << fragte Harry dann schließlich nach fünf Minuten.
    >>Ich werde darüber nachdenken. <<, sagte Griphook zu unserm Verdruss.
    >>Können Sie es schnell tun? << fragte Harry. Geduld ist gerade das Letzte was wir haben, und Griphook geht mir immer mehr auf die Nerven.
    >>Was würden Sie dann für mich tun? << fragte Griphook.
    >>Ich habe Gold. Und zwar jede Menge. << sagte Harry.
    >>Ich habe keine Interesse an Gold. <<
    >>Woran dann? <<
    >>Daran. << Griphook deutete auf das Schwert von Godric Gryffindor, dass in einer Ecke des Raumes an der Wand angelehnt stand.
    >>Aber- << begann Ron wütend; ich stieß ihm in die Seite. Am besten er haltet die Klappe, weil er es sonst nur noch schlimmer macht, und Griphook sich dann komplett gegen uns entscheidet.
    >>Danke. << sagte Harry.
    Der Kobold neigte anerkennend seinen großen gewölbten Kopf, dann beugte er seine kurzen Beine.
    >>Ich denke <<, sagte er, stand auf vom Sessel und machte sich auf Bills und Fleurs Bett gemütlich. >>ich nun endlich schlafen. Sie entschuldigen mich … <<
    >>Jaah, natürlich. << sagte Harry. Wir drehten uns von Griphook weg und gingen zur Tür und schlossen sie dann wieder hinter uns.
    >>Kleiner Mistkerl! <<, flüsterte Ron. >>Er genießt es, uns zappeln zu lassen. <<
    >>Harry. <<, flüsterte ich und zog die anderen drei von der Tür weg in die Mitte des dunklen Flurs. >>Glaubst du, was ich denke, was du glaubst? Willst du behaupten, dass in Bellatrix' Verlies ein Horkrux ist? <<
    >>Ja. <<, sagte Harry. >>Bellatrix war höchst erschrocken, als sie dachte, dass wir dort drin gewesen wären, sie war außer sich. Warum? Was, meinte sie, hätten wir gesehen, was, meinte sie, hätten wir sonst noch mitnehmen können? Etwas, bei dem sie Todesangst bekam, wenn sie nur daran dachte, dass Voldemort davon erfahren könnte. <<
    >>War er jemals im Verlies der Lestranges? << fragte Hermine.
    >>Ich weiß nicht, ob er jemals in Gringotts drin war. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er jeden beneidete, der einen Schlüssel zu einem Gringotts-Verlies hatte. Das war für ihn vermutlich ein echtes Symbol dafür, dass man zur Zaubererwelt gehörte. Und vergesst nicht, er vertraute Bellatrix und ihrem Mann. Sie waren vor seinem Sturz seine ergebensten Diener, und sie suchten nach ihm, als er verschwunden war. Das hat er gesagt in der Nacht, als er zurückkam, ich habe ihn gehört. <<
    >>Und was nun? << fragte Ron.
    >>Wir werden Griphook dazu bringen uns hineinzuhelfen. Wir brechen in Gringotts ein, finden, stehlen und töten es, dann sind wir einen Schritt näher ran ihn zu töten. << sagte Harry.
    >>Ja, aber was dann? Wie wollen wir ihn zerstören, wenn Griphook dann das Schwert hat? << fragte Hermine.
    Harry dachte nach. Er hatte diesen Punkt genauso wie wir übersehen.
    >>Da muss ich mir noch was überlegen. << sagte Harry.
    >>Und jetzt müssen wir sofort zu Ollivander. << erinnerte ich die anderen.
    >>Okay, kommt. << sagte Harry. Wir gingen den dunklen Flur entlang und öffneten dann langsam eine weitere Schlafzimmertür. Das Bett im Raum sah benutzt aus, Ollivander muss wohl schon geschlafen haben, denn es war nicht gemacht und Olivander saß auf einem Stuhl in der Ecke des Zimmers und dachte wohl nach.
    >>Mr. Ollivander? << sagte Harry. Ollivander sah uns an und schwieg jedoch.
    >>Gerne. Gerne. << sagte er dann doch noch. Harry setzte sich auf das Bett, sodass er Ollivander direkt gegenübersaß.
    >>Würden Sie bitte für uns diese Zauberstäbe identifizieren? Wir müssen wissen, ob man sie gefahrlos benutzen kann. << sagte Harry und reichte Ollivander den Zauberstab von Bellatrix, den sie wohl in Malfoy Manor Bellatrix abgenommen haben müssen. Der Zauberstabmacher nahm den ersten Zauberstab, hielt ihn dicht an seine verblichenen Augen, rollte ihn zwischen seinen knorpeligen Fingern und bog ihn leicht.
    >>Walnuss und Drachenherzfaser. <<, sagte er. >>Zwölfdreiviertel Zoll. Nicht flexibel. Dieser Zauberstab gehörte Bellatrix Lestrange. << Ollivander reichte Harry den Zauberstab wieder und fügte hinzu: >>Behandeln Sie ihn mit Vorsicht! <<
    >>Und dieser hier? << Harry reichte ihm den zweiten Zauberstab und Ollivander wiederholte seine Prozedur.
    >>Weißdorn und Einhornhaar. Genau zehn Zoll. Ziemlich federnd und leicht zu biegen. Dies war der Zauberstab von Draco Malfoy. <<
    >>War? <<, wiederholte Harry. >>Gehört er ihm nicht mehr? <<
    >>Womöglich nicht. Wenn Sie ihn an sich genommen haben- <<
    >> - das habe ich - <<
    >> - dann könnte er Ihnen gehören. Natürlich spielt die Art und Weise, wie man ihn an sich nimmt, eine Rolle. Viel hängt auch von dem Zauberstab selbst ab. Doch für gewöhnlich wird ein Zauberstab, der im Kampf gewonnen wurde, seine Gefolgschaft wechseln. <<
    Stille breitete sich in dem Zimmer aus, nur das ferne Rauschen des Meeres war zu hören.
    >>Sie reden über Zauberstäbe, als ob sie Gefühle hätten <<, sagte Harry. >>als ob sie selber denken könnten. <<
    >>Der Zauberstab sucht sich den Zauberer, Mr. Potter. <<, sagte Ollivander. >>So viel war demjenigen von uns, welche die Zauberstabkunde studiert haben, immer schon klar. <<
    >>Jemand kann aber trotzdem einen Zauberstab benutzen, der sich ihn nicht ausgesucht hat? << fragte Harry.
    >>Oh ja, falls man überhaupt ein Zauberer ist, wird man seine magischen Kräfte durch fast jedes Werkzeug lenken können. Die besten Resultate werden sich jedoch immer dort einstellen, wo die stärkste Wesensverwandtschaft zwischen Zauberer und Zauberstab besteht. Diese Zusammenhänge sind kompliziert. Eine anfängliche Anziehung, und dann ein gemeinsames Sterben nach Erfahrung, bei dem der Zauberstab vom Zauberer lernt und der Zauberer vom Zauberstab. <<
    Das Meer schlug hohe Wellen; es war ein klagendes Geräusch.
    >>Ich habe diesen Zauberstab Draco Malfoy mit Gewalt abgenommen. <<, sagte Harry. >>Kann ich ihn denn gefahrlos benutzen? <<
    >>Ich glaube, ja. Es dürfte da keinerlei Probleme bei geben. <<
    >>Und was wissen Sie über die Heiligtümer des Todes? << setzte Harry vorsichtig an. Ollivander schwieg. Er schien jedoch einen Moment unter Schock zu stehen. Seine Mimik entspannte sich dann wieder, aber er täuschte es nur vor, das konnte ich gut sehen.
    >>Die – die was? <<
    >>Die Heiligtümer des Todes. <<
    Ollivander starrte wieder Löcher in die Luft. Ich hatte da so ein Gefühl, dass er sich schnell zusammenreißen musste und sich gerade versuchte irgendeine Ausrede einfallen zu lassen.
    >>Nun, es gibt wenige, die glauben, dass die Heiligtümer wirklich existieren. << sagte Ollivander.
    >>Und glauben Sie daran, Sir? << fragte Harry weiterhin vorsichtig.
    >>Ich sehe keinen Anlass dazu. << sagte Ollivander rasch.
    >>Sie lügen! <<, sagte Harry ernst jedoch leise. >>Das eins existiert, wissen, Sie. Sie haben es ihm gesagt. Und jetzt ist er auf der Suche nach ihm. <<
    Ollivander sah den Fußboden an. Harry hatte ihn ertappt und nun blieb den nachdenklichen Ollivander nichts anderes übrig, als mit der Wahrheit rauszurücken.
    >>Er hat mich gefoltert. <<, sagte er. >>Der Cruciatus-Fluch … Sie haben keine Ahnung … <<
    >>Doch, das habe ich. << entgegnete Harry. Harry hatte uns im vierten Schuljahr erzählt, als er damals beobachtet hat, wie Voldemort wieder auferstanden war, er damals den Cruciatus-Fluch zu spüren bekam. Auch ich kannte diesen Schmerz.
    >>Aber, es besteht keine Wahrscheinlichkeit, dass er ihn überhaupt findet. << sagte Ollivander. Harry sah ihn an.
    >>Er hat ihn bereits gefunden. <<, sagte er. Ollivander sah ihn geschockt an. Harry stand wieder vom Bett auf. >>Ruhen Sie sich nur weiter aus. << sagte er. Er kam wieder zu Ron, Hermine und mir. Wir haben die ganze Zeit im Türrahmen gestanden und haben nur zugehört und beobachtet. Wir wollten uns gerade wieder entfernen, als Ollivander sagte: >>Er ist hinter ihnen her, Mr. Potter. Er sucht Sie und wird nicht aufgeben. <<
    >>Dann werde ich ihn wohl töten müssen, bevor er mich findet. << sagte Harry. Und somit verließen wir wieder das kleine Schlafzimmer.
    >>Meint ihr, Griphook wird sich nicht dazu entscheiden uns zu helfen? << fragte Ron als wir unten in der Küche am Tisch saßen.
    >>Dann werden wir ihn einfach so lange vollquatschen, bis er ja sagt, und wenn auch mit Gewalt. << sagte Hermine.
    >>'Abt i'r 'Unger? << fragte Fleur, die gerade mit Bill und Luna in die Küche kam.
    >>Nein, danke, Fleur. << sagte ich.
    >>Und i'r? 'Arry, 'Ermine, Ron? << Auch Harry und Hermine lehnten ab. Aber Ron sagte, er könnte ein Sandwich gut vertragen. Fleur schmunzelte ein wenig und machte sich an die Arbeit.
    >>Wie sollen wir das anstellen? Und was machen wir jetzt eigentlich mit den Zauberstäben? << fragte Ron.
    >>Wir werden sie nun benutzen. Ich nehme den von Draco, da Ollivander meinte, dass er seine Gefolgschaft gewechselt hatte und ich ihn benutzen könnte. << sagte Harry.
    >>Und was ist mit dem Krüppelstock dieser Psychopathin? << fragte ich und deutete auf Bellatrix' Zauberstab auf dem Tisch. Jeder Zauberstab ist anders vom Aussehen her. Es gibt keine zwei die sich aufs Haar gleichen. Der Zauberstab von Bellatrix war schwarz und Krumm hergestellt, darum nannte ich ihn Krüppelstock.
    Harry musterte den Zauberstab und sah mich dann an.
    >>Hast du deinen Zauberstab eigentlich wieder bekommen? << fragte er.
    >>Ja. <<, sagte ich und holte meinen Zauberstab hervor. Ich legte ihn auf den Tisch. >>Ich habe auch den von Hermine. Ich habe ihn heimlich wieder an mich genommen, als Bellatrix mir das Messer an die Kehle gehalten hat. << Ich holte Hermines Stab hervor und reichte ihn ihr wieder.
    >>Ich dachte schon, er wäre weg. Danke. << sagte sie erleichtert.
    >>Wir können den von Bellatrix entweder benutzen oder ihn einfach zerstören. << sagte Harry. Wir starrten eine Weile lang auf die Zauberstäbe.
    >>Hey <<, meldete sich Ron zu Wort. >>Scabior hatte mir meinen abgenommen, ich habe ihn nicht mehr zurück bekommen. Ich kann doch den von Bellatrix nehmen. << Wir tauschten ein paar Blicke aus.
    >>Bist du dir sicher? << fragte Harry.
    >>Ja. Ich glaube es wird nicht allzu schlimm werden. <<
    In dem Moment klopfte es an der Tür des Hauses.
    >>Wer ist da? << rief Bill.
    >>Ich bin es, Remus John Lupin! <<, rief eine Stimme durch den heulenden Wind. Mich packte Angst. Was hätte geschehen können, dass Remus jetzt hier auftaucht? >>Ich bin ein Werwolf, verheiratet mit Nymphadora Tonks, und du, der Geheimniswahrer von Shell Cottage, hast mir die Adresse genannt und mich gebeten im Ernstfall zu kommen! <<
    >>Lupin! << murmelte Bill, und er rannte zur Tür und riss sie auf.
    Lupin stürzte über die Schwelle. Er war weiß im Gesicht und in einem Reiseumhang gehüllt, sein angerautes Haar war vom Wind zerzaust. Er richtete sich auf, blickte im Raum umher, um sich zu vergewissern, wer anwesend war, dann schrie er laut: >>Es ist ein Junge! Wir haben ihn Ted genannt, nach Doras Vater! <<
    Ich stieß einen spitzen Schrei aus.
    >>Wa-? Tonks – Tonks hat das Baby bekommen? <<
    >>Ja, ja, sie hat das Baby bekommen! <<, rief Remus. Überall am Tisch waren Freudeschreie zu hören, Seufzer der Erleichterung. Hermine und Fleur quiekten beide durcheinander: >>Glückwunsch! Glückwunsch! <<, und Ron sagte: >>Meine Fresse, ein Baby! <<, als ob er noch nie von so etwas gehört hätte.
    >>Ja – ja – ein Junge. <<, sagte Remus erneut, offenbar ganz benebelt von seinem eigenen Glück. Er schritt zügig um den Tisch herum und schloss Harry in die Arme; es war, als ob die Szene im Kellergeschoss vom Grimmauldplatz nie stattgefunden hätte.
    >>Willst du der Pate sein? << fragte er, als er Harry losließ.
    >>I-ich? << stammelte Harry.
    >>Du, ja, natürlich – Dora ist vollkommen einverstanden, keiner wär besser – <<
    >>Ich – jaah – meine Güte- <<
    Harry war überwältigt, verblüfft, erfreut. Ich freute mich auch richtig für ihn. Bill ging nun rasch Wein holen, und Fleur überredete Remus, eine Kleinigkeit mit uns zu trinken.
    >>Ich kann nicht lange bleiben, ich muss zurück. <<, sagte Remus und strahlte alle ringsum an: Er wirkte Jahre jünger, als ich ihn je in meinem Leben erlebt habe. >>Danke, danke, Bill. <<
    Bill hatte rasch Kelchgläser gefüllt; wir standen auf und erhoben sie für einen Toast.
    >>Auf Teddy Remus Lupin <<, sagte Remus. >>einen großen, noch ganz kleinen Zauberer! <<
    >>Wem sieht er ähnlich? << platze die Frage aus mir heraus, die ich mir schon die ganze Zeit stelle.
    >>Ich glaube, er sieht Dora ähnlich, aber sie meint, er schlägt nach mir. Wenig Harre. Seine waren schwarz, als er geboren wurde, aber ich schwöre, eine Stunde später waren sie rot. Wenn ich zurückkomme, werden sie wahrscheinlich blond sein. Andromenda meint, Tonks' Haare hätten schon an dem Tag, als sie geboren wurde, angefangen die Farbe zu wechseln. << Ich erinnere mich kaum an Andromenda, sie ist Tonks' Mutter. Remus leerte sein Glas. >>Oh, na gut, einen noch. << fügte er hinzu, als Bill nachschenken wollte.
    Der Wind rüttelte an dem kleinen Haus, das Feuer loderte und knisterte im Kamin, und es dauerte nicht lange und Bill öffnete eine weitere Flasche Wein. Remus hatte uns mit seiner Nachricht auf andere Gedanken gebracht, hatte uns für eine Weile aus unserem Belagerungszustand herausgeholt: Die Kunde von neuem Leben hatte uns aufgeheitert.
    >>Nein … nein … ich muss wirklich zurück. << sagte Remus schließlich und lehnte ein weiteres Glas Wein ab. Er stand auf und hüllte sich wieder in seinen Reiseumhang. >>Auf Wiedersehen, bis bald – vielleicht bringe ich in den nächsten Tagen ein paar Bilder vorbei – sie werden ja alle so froh sein, dass ich euch gesehen hab- <<
    Er schloss seinen Umhang und verabschiedete sich, umarmte uns Frauen und drückte den Männern die Hände, dann kehrte er, immer noch strahlend, in die stürmische Nacht zurück.
    >>Patenonkel, Harry! << sagte Bill, als wir beim Tischabräumen halfen und zusammen alles wegräumten. >>Eine echte Ehre! Gratuliere! <<
    Ich schmunzelte. Ich fand das richtig süß. Ich freute mich sehr für Remus und Tonks. Wir gingen alle ins Wohnzimmer wo wir dort den Anlass weiterfeierten – auch ohne Remus. Ich wusste, dass Bill mit Harry alleine reden wollte, als ich sah, dass die zwei das Zimmer verließen und die Tür hinter sich schlossen. Wir anderen blieben im Wohnzimmer. Fleur und Hermine waren natürlich am meisten aufgeregt. Luna, Ron und ich versuchten Ruhe zu bewahren, aber innerlich freute ich mich natürlich auch sehr.
    Nach einer guten Stunde, waren Hermine und ich in dem Gästezimmer mit den zwei weichen Betten, wo wir nun schliefen.
    >>Das ist einfach nur wundevoll! <<, sagte Hermine und lächelte breit. >>Ich freue mich richtig für Remus und Tonks. << sagte sie glücklich.
    >>Ja, ich auch. Das war 'ne ziemliche Überraschung als Remus hier aufgetaucht ist, und das erzählte. <<
    >>Das finde ich richtig süß, dass er Harry gebeten hat, der Pate zu werden. << lächelte sie weiter und ließ sich auf ihr Bett fallen.
    >>Ja. << lächelte ich und tat es ihr nach.
    >>Ich hoffe, dass die beiden sehr damit glücklich werden. << sagte Hermine. Ich lachte. >>Hermine, die haben jetzt einen Sohn. Das Leben kann doch für sie nun gut laufen. Obwohl ich sagen muss, dass ich es ziemlich eigenartig fand, dass Remus gerade mal seit ein paar Stunden Vater ist, und sich dann schon betrunken hat. << Wir prusteten los.
    >>Na ja, richtig betrunken, hatte er sich ja nicht. << sagte Hermine lachend.
    >>Ja schon. Aber du weißt, was ich meine. << sagte ich und lachte auch. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal so glücklich war wie heute Abend.
    >>Schlaf gut. << sagte ich.
    >>Gute Nacht. << sagte Hermine.
    Ich drehte mich auf die andere Seite meines Bettes und schloss die Augen. Noch dachte ich nach und überlegte. Die Nachricht von Remus hatte mich heute wirklich erfreut. So sehr sogar, dass ich selbst nachdachte, wen ich mal bitten würde um Pate für meine Kinder zu werden. Aber die Antwort war sowieso klar: Hermine. Aber der Gedanke war so schnell wieder weg, wie er gekommen war, weil es bis dahin noch sehr viel Zeit hatte. Noch sehr viel.

    2
    Gringotts



    Wir waren nun mehrere Wochen in Shell Cottage gewesen und schließlich dann waren es bereits fast zwei Monate. Es war nun fast jeden Tag sehr windig da es bereits der erste Mai war. Schon bald waren es nur noch drei Monate, bis ich achtzehn werde. Ich versuche mir vorzustellen, wann die Zeit so schnell vorübergegangen war. Ich habe das Gefühl, als hätte ich vor kurzem den Brief von Hogwarts erhalten. Damals. Wo ich noch elf war und mit meinen Eltern zusammen in der Winkelgasse war. Wo wir einen Troll bekämpft haben und den Stein der Weisen in „Sicherheit“ gebracht haben. Im zweiten Jahr, wo ich meine besten Freunde wieder sah. Wo Hermine versteinert wurde. Wo ich in die Kammer des Schreckens von einer Riesenschlange verschleppt wurde und Harry mich vor dem sicheren Tode bewahrt hat. Im dritten Jahr. Wo Sirius Black aus Askaban ausgebrochen war, und wir die Wahrheit über den Verrat an Harrys Eltern herausfanden. Im vierten Jahr, wo das Trimagische Turnier stattfand. Wo ich mich in Harry zum ersten Mal verliebt habe. Wo der Weihnachtsball stattfand. Wo Voldemort zurückgekehrt ist und er Cedric Diggory ermordet hat. Im fünften Jahr dann die Pinke Pest fast ganz Hogwarts auf den Kopf gestellt hat … Das Jahr in dem ich meine Eltern verloren hatte. Das sechste Jahr war auch kein bisschen ruhiger. Die Sache mit dem Halbblutprinzen, dem Gefühlschaos bei Hermine und bei mir, der Kummer. Dann die Sache wo Snape Dumbledore auf dem Astronomieturm ermordet hat und es herauskam, dass Snape auf Voldemorts Seite stand, und keiner um Gottes Willen weiß, wie lange schon. Die Jahre in Hogwarts wurden von abenteurerisch, magisch und verzaubert zu kalt, grau und Angst. Die Jahre wurden immer gefährlicher, denn Voldemort wurde immer stärker nachdem er zurück war, ab dem fünften Jahr, war endgültig Schluss mit lustig. Ich kann es gar nicht glauben, dass es tatsächlich so weit gekommen ist. Was würde ich tun? Ich wusste es. Meine Eltern um Rat fragen. Sie wussten einfach immer auf alles eine Antwort. Und wenn sie noch leben würden, dann würden sie Harry, Ron, Hermine und mich vom Orden aus immer unterstützen, uns jederzeit unter die Arme greifen, uns helfen und alles für unsere Sicherheit tun, einer der vielen Gründe, warum ich sie so sehr liebe und vermisse.
    Und heute sind die Dinge ganz anders. Schatten wachen über jeden von uns. Dunkelheit, Angst, Trauer, Wut und Tränen und Hoffnungslosigkeit sowie auch Gefahr scheint jeden erdrücken zu wollen. Ist überhaupt noch jemand sicher? Das Ministerium für Zauberei ist gefallen. Voldemort ist zurück und stärker als er es je zuvor war. Er hat nun den Elderstab. Muggelstämmige werden gejagt, gefoltert, eingesperrt und ermordet. Dementoren überfluten das Land. Flüche und vermisste und tote Hexen und Zauberer nehmen kein Ende. Wird es überhaupt jemals aufhören? Können wir bald mal wirklich in Freiheit leben? Und zwar so richtig? Ohne schwarze Magie, ohne Voldemort, ohne die ganze Gefahr die über uns wacht? Ich wollte mir gar nicht erst ausmalen, was passieren würde, wenn wir es nicht schaffen, die Horkruxe zu finden und zu zerstören und Voldemort zu besiegen. Ich stelle mir das ganze Land in Trümmern vor. Nur ein Ort blieb verschont, der wo die Todesser hausen, eine luxuriöse Wohngegend. Der Rest des Landes jedoch, vollkommen zerstört. Häuser. Dörfer, Läden, Straßen, Städte, einfach alles zerstört und in Trümmern. Endlose Jagt auf Muggel und Muggelstämmige. Blutvergießen überall wo man nur hinsieht. Verwaiste Kinder, die versuchten zu überleben und sich in Wäldern verstecken. Hogwarts eine Schule der dunklen Mächte und schwarzen Kräfte. Hogsmeade die reinste Folterkammer und Hölle auf Erden. Wir alle, meine Freunde und ich. Einfach alle. Selbst Ordenmitglieder. Wir alle, alle Guten und auf der richtigen und Dumbledores Seite. Tot. Wir alle ausgelöscht. Kein Funken Hoffnung. Keine Liebe. Keine Freundschaften. Kein Glück. Nirgends ein fröhliches Gesicht, außer den hämischen Lachen der Todesser. Mit Voldemort an der Macht. Die magische Welt völlig auseinandergerissen wie ein Blatt Papier und zerstört, wie verbrannt durch ein Feuer. Nur noch Dunkelheit. Schlimmeres als die schwarze Magie gibt es einfach meiner Meinung nach nicht.
    Während der Zeit in Shell Cottage, sprach ich fast kein Wort mit jemanden. Weder Bill oder Fleur noch meine Freunden. Ich saß die meiste Zeit fast nur draußen auf einem Felsen und starrte aufs Meer, während der Wind mit die Haare ins Gesicht peitschte, oder ich war bei Dobbys Grab und sprach leise vor mich hin, so als würde ich mit ihm reden, und ich hatte manchmal das Gefühl, dass er mir zuhörte.
    Ich lieh mir sogar das eine oder andere Mal Harrys Tarnumhang aus und apparierte nach Godric's Hollow (was ich den anderen aber nicht erzählte) und besuchte das Grab meiner Eltern. Es traf mich nun nicht mehr so schwer ihr Grab zu sehen. Das Leben geht weiter und man sollte nicht in Trauer versinken, weil Menschen, die eine sehr wichtige Rolle in dem Leben spielten fort waren. Ich saß immer vor dem Grab meiner Eltern unter dem Umhang und machte es wie bei Dobby – ich sprach leise vor mich hin. So sprach ich auf irgendeine Weise mit meinen Eltern und ich hatte auch wirklich das Gefühl, spürte es besser gesagt, dass sie auf mich herabschauten und mir zu hörten.
    >>Ich hoffe, dass wir es schaffen. Und, dass ihr immer an meiner Seite bleibt. Dass ihr uns schützt. Mich schützt. Ich brauche keine Schutzengel dafür. Allein, dass ihr mich schützt reicht es vollkommen aus. Denn ihr seid nun meine Schutzengel. Ich wünschte ich könnte euch noch mal in die Arme schließen. Ich vermisse euch wirklich, und hoffe, dass wenn ich mal sterbe, wir uns wiedersehen werden. << murmelte ich leise, denn ich wollte nicht, dass mich jemand hört, und außerdem war es für mich so viel leichter zu sprechen. Immer wenn ich dann zurück nach Shell Cottage kam, fragten mich natürlich Harry, Ron und Hermine wo ich gewesen bin. Ich erfand jedes Mal irgendwelche Ausreden, von denen ich wusste, dass sie überzeugend waren, sodass sie es hätten schlucken können, sie jedoch insgeheim wussten, dass ich sie anlog, aber das kümmerte mich nicht im Geringsten.
    Der Kobold brauchte ziemlich lange um seine Entscheidung zu treffen. Bis er sich dann doch dazu entschied uns nach Gringotts zu begleiten. Wir hatten Wochenlang geplant und durchdacht, ob der Plan wirklich aufgehen würde. Es war schwer zu sagen und keiner wusste, ob es uns erfolgreich gelingen würde, aber es müsste gut klappen, wenn wir uns immer an die Anweisungen hielten, die wir uns ausgedacht haben.
    Im Schlafzimmer wo Ollivander einst schlief (Ollivander befindet sich nun im Haus von Rons Großtante wo auch die anderen Weasleys sind, das Haus wurde mit dem Fidelus-Zauber belegt und der Geheimniswahrer ist Mr. Weasley) befanden sich bereits alle Dinge die wir brauchen würden. Auf dem Bett lag ein schwarzes Kleid, das durchaus von Bellatrix stammen könnte mit einem Umhang, mit einer Flasche Vielsaft-Trank, neben dem ein lockiges schwarzes Haar lag (ich hatte es an meiner Jacke gefunden, nachdem wir aus Malfoy Manor geflohen waren). Dabei war auch der Zauberstab aus Walnuss und Drachenherzfaser. Diesen Zauberstab muss ich während des Besuchs mit mir herumtragen. Ich hielt nicht viel von der Idee als Harry mir das erklärte.
    >>Er fühlt sich komisch an. Ich will meinen Zauberstab benutzen. Und nicht dieses Ding. Es ist … wie ein Tei von ihr. << sagte ich damals.
    >>Ich verstehe dich. Aber es ist ja nur während des Einbruchs in Gringotts. Danach kannst du deinen eigenen wieder benutzen. << Harry lächelte mich an. Ich habe das Lächeln nicht erwidert, weil er nicht ganz zu verstehen schien. Dieser Zauberstab war ein Monster.
    >>Das weiß ich. Aber … das ist der Zauberstab, der Nevilles Eltern gefoltert hat und wer weiß noch wen alles! Das ist der Zauberstab, der Sirius getötet hat! << Harry schien dann darüber nachzudenken bis er mir schließlich Recht gab. Er und ich hatten die Lust, Gryffindors Schwert zu nehmen und den Walnuss-Zauberstab dann entzwei zu spalten, da wir beide einen so großen Hass darauf hatten.
    Eines Morgens wurde ich von Hermine geweckt. Es war noch sehr früh und wir hatten Bill und Fleur nichts von unserem Plan erzählt. Je weniger sie wussten, desto besser.
    Harry und Ron waren auch bereits wach. Als Hermine und ich nach draußen traten, standen die zwei dort mit Griphook an Dobbys Grab, auf dem folgende Worte gemeißelt waren:

    Hier liegt Dobby,
    ein freier Elf

    Ron hielt Gryffindors Schwert in seiner Hand.
    >>Habt ihr die Sachen schon mitgenommen? << fragte Hermine.
    >>Ja – hier. << sagte Harry und reichte mir das viel zu große Kleid, dass ich mir gleich anziehen muss und gab Hermine den Vielsaft-Trank in die Hand und vorsichtig Bellatrix' schwarzes Haar.
    >>Okay. Dann kommen wir gleich zurück. << sagte ich. Hermine und ich gingen in die kleine Hütte am Rande des kleinen Hauses. Dort zog ich mich um und Hermine steckte meine Kleider in ihre perlenverzierte Handtasche. Dann reichte sie mir die Flasche mit dem Vielsaft-Trank. Ich öffnete sie vorsichtig. Hermine reichte mir das Haar und ich gab es in den Trank hinzu, der eine eklig aussehende violette Farbe annahm. Ich atmete noch mal tief durch bevor ich die Augen zusammenkniff und den Vielsaft-Trank runterwürgte. Er war so widerlich, dass mir wieder schlecht wurde. Nach einer halben Minute schon, steckte ich in dem Körper der geistesgestörtesten Psychopathin auf der Erde. Ich war nun fast fünfzehn Zentimeter Größer als Hermine und das fand ich richtig komisch. Hermine und ich gingen wieder raus zu Harry, Ron und Griphook.
    >>Und? <<, fragte ich. Die Jungs antworteten nicht. >>Wie sehe ich aus? << fragte ich. Ich hielt bereits Bellatrix' Zauberstab in meiner Hand. Meinen richtigen hatte Hermine in ihrer Tasche versteckt.
    >>Furcht erregend. Einfach nur fürchterlich. << sagte Harry und grinste mich an. Ich lachte etwas.
    >>Das bestimmt. <<, sagte ich. >>Ich traue mich nicht mal in den Spiegel zu schauen. << Hermine kicherte los und Harry und Ron grinsten mich an.
    >>Hoffen wir mal, dass es niemanden auffällt, dass ich in Wahrheit nicht Bellatrix bin. Ich muss dann richtig gut schauspielern. << sagte ich.
    >>So wird's wohl sein. Aber ich denke, du wirst das richtig gut machen. Nur wie kommen wir an den Wachen vorbei? << fragte Ron.
    >>Wir benutzen den Tarnumhang. Das Problem ist, wir können nicht alle darunter. Es passten nur Hermine, Griphook und ich darunter, Ron. Wir müssten dich auch irgendwie tarnen. << sagte Harry.
    >>Wieso du, Hermine und Griphook? <<, fragte Ron. >>Wieso müssen wir ausgerechnet mich tarnen? <<
    >>Weil Hermine kleiner und schlanker ist als du, Ron. Und sie nimmt dadurch weniger Platz weg. << sagte ich.
    Ron brummte genervt.
    >>Na schön. << nuschelte er. Ich verpasste mit etwas Zauberei Ron braunes, welliges, schulterlanges Haar und einen braunen Vollbart. Wir steckten Ron dann noch in einen schwarzen Umhang und er war fast nicht mehr wiederzuerkennen.
    >>Und? Meint ihr das reicht? << fragte Hermine.
    >>Ich glaube ja. Also wir haben jetzt fast zehn Minuten verloren. Wir müssen uns beeilen! <<, sagte Harry. Ron hatte das Schwert Griphook überreicht, während ich dabei war ihn zu tarnen. >>Angie wird das Schwert ja wohl halten dürfen, oder, Griphook? << sagte Harry. Es klang mehr nach einer Aussage als nach einer Frage. Ich hielt Griphook meine schwarze Umhängetasche hin und er ließ das Schwert hineingleiten bis es dann komplett verschwunden war. Dann hielt Harry mir die Hand hin. Ich legte meine in seine, dann legten Ron und Hermine ihre Hände noch darauf und zum Schluss Griphook.
    >>Wir verlassen uns auf Sie, Griphook. Wenn Sie uns an den Wachen vorbeibringen, gehört das Schwert ihnen. << sagte Harry. Griphook nickte. In der nächsten Sekunde waren wir auch schon in nach London appariert.
    Wir befanden uns hinter einem verlassenen Gebäude in der Muggelwelt. Ich erkannte dieses Gebäude. Es war das, wo wir vor ein paar Monaten nach dem Angriff bei Bill und Fleurs Hochzeit uns umgezogen hatten.
    Wir gingen durch die Straßen. Natürlich ernteten Ron und ich ängstliche und verwunderte Blicke von den Muggeln, denn wir sahen als Einzige so aus, als wären wir aus einer anderen Welt. Harry, Hermine und Griphook waren bereits unter dem Tarnumhang und folgten uns still.
    Schließlich blieben wir nach ein paar Minuten stehen vor dem Tropfenden Kessel. Dort sind nun die ersten Zauberer, die uns sehen werden und die kenne mich, beziehungsweise Bellatrix. Wir betraten den Pub und ich änderte sofort mein Verhalten. Anstatt gerade zu gehen wie ich es immer tue, versuchte ich nun Bellatrix' etwas nachzumachen. Sie steht zwar auch immer gerade, hat aber einen krüppeligen Gang. Ich machte ihre schiefen Schritte und die Schwankungen eigentlich sehr gut nach und es fiel mir dank dem Gesicht, das ich jetzt gerade hatte, sehr leicht ihre Gesichtszüge nachzumachen.
    >>Da ist Madam Lestrange! << hörte ich einige der Gäste im Pub vor Schrecken flüstern. Alle wurden steif wie Bretter und starrten mich an, wie einen Zombie. Ich setzte ein verwundertes Gesicht auf und versuchte etwas zu üben.
    >>Glotzt nicht so, ihr Drecksstücke. Sonst wisst ihr ja was euch droht. << sagte ich kühl und drohend und war von mir selbst überrascht wie gut ich das hinbekommen habe, Bellatrix' Art nachzumachen.
    Ron und ich gingen auf die Abstellkammer des Pubs zu. Die anderen unter dem Tarnumhang folgten uns immer noch. Kurz bevor wir bei der Kammer ankamen, sagte jemand: >>Madam Lestrange! << Ich drehte meinen Kopf in die Richtung aus der, die Stimme kam. Es war Tom der Wirt des Tropfenden Kessels.
    >>Guten Morgen. << nuschelte ich kühl.
    >>Zu höflich! << hörte ich ein Flüstern neben mir, das von Harry stammte.
    >>Ich hoffe doch, dass es keine Probleme gibt, oder? << fragte ich mit kalter Stimme. Tom bekam Angst und stotterte los.
    >>Äh – nein, nein. Natürlich nicht, Madam Lestrange. <<
    >>Gut. Dann rate ich dir, mich nicht mehr anzusprechen, wenn ich nicht frage. << fauchte ich und einige der Gäste schnappten nach Luft. Das war zwar jetzt nicht so gut, aber da ich angeblich Bellatrix Lestrange war, bekam trotzdem jeder im Pub eine Gänsehaut.
    Wir betraten die Besenkammer. Ich klopfte mit Bellatrix' Zauberstab auf die Backsteine und die schoben sich zur Seite und gaben den Weg zur Winkelgasse frei.
    Die Winkelgasse war nun viel leerer als für gewöhnlich. Mehrere Läden haben dicht gemacht. Manche wurden zerstört und die Schaufenster zersprungen. Andere hatten die Fenster mit Brettern zugenagelt, doch es gab einige neue Läden, die sich aber alle auf die schwarze Magie bezogen und vermutlich von Todessern geführt wurden. Wir gingen die ganze Zeit gerade aus bis wir an dem großen Gebäude ankamen mit der Aufschrift Gringotts – Zaubererbank.
    Langsam betraten wir die Bank. Es sah hier genauso aus, wie damals als ich hier zum ersten Mal war. Allerdings hatte sich etwas anderes verändert. Ich hatte mal im Tagespropheten gelesen, dass Zauberer angeblich Gringotts übernommen haben.
    Die Kobolde saßen an dem langen Schalter auf hohen Schemeln und bedienten einige Kunden. Manche der Kunden, starrten mich mit angsterfüllten Blicken an. Ich setzte meine bedrohlichste Miene auf und machte weiterhin Bellatrix' Gang nach. Es schien zu wirken, denn allen bleib die Luft weg, und sie erstarrten vor Angst.
    Ron und ich traten immer näher an den Hauptempfangstresen am Ende der Halle ran. Harry, Hermine und Griphook mussten irgendwo hinter uns unter dem Tarnumhang sein.
    Ich trat vor.
    >>Madam Lestrange! <<, sagte der Kobold, offenbar verblüfft und geschockt zugleich. >>W-was – was kann ich heute für Sie tun? <<
    >>Ich wünsche auf der Stelle mein Verlies aufzusuchen! << sagte ich.
    Der alte Kobold schien ein wenig zurückzuschrecken. Nicht nur Wachleute lauerten im Hintergrund. Auch einige Kobolde hatten von ihrer Arbeit aufgeblickt und starrten mich an.
    >>Können Sie sich … ausweisen? << fragte der Kobold.
    >>Ausweisen? Man – man hat noch nie von mir verlangt, dass ich mich ausweisen soll! Das ist unverschämt! Wieso soll ich mich ausweisen? << sagte ich.
    >>Sie wissen Bescheid! <<, hörte ich ganze leise das Flüstern von Griphooks Stimme irgendwo rechts neben mir. >>Sie müssen gewarnt worden sein, dass eine Doppelgängerin auftauchen könnte! Sie wissen, dass sie eine Betrügerin ist! <<
    >>Ihr Zauberstab wird genügen, Madam. << sagte der Kobold. Er streckte seine etwas zitternde Hand aus, und wie ein furchtbarer Schlag traf mich die Erkenntnis, dass die Kobolde von Gringotts wussten, dass Bellatrix' Zauberstab gestohlen worden war.
    >>Und wieso sollte ich ihn aushändigen? << fragte ich kühl.
    >>Weil – weil die R-regeln der Bank das Verlangen. Das können Sie doch sicher verstehen. <<
    >>Nein! <<, sagte ich. >>Ich verstehe das alles hier ganz und gar nicht! << beschwerte ich mich.
    >>Es tut mir leid. Sie müssen sich an die Regeln halten. <<
    >>Sofort handeln, sofort handeln <<, flüsterte Griphook, vermutlich zu Harry und Hermine. >>der Imperius-Fluch! <<
    Und dann hörte ich etwas, was mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ich hörte Harry zum ersten Mal im Leben: >>Imperio! << flüstern, zwar ziemlich unsicher, da ich wusste, dass es ihm auch nicht gefiel, aber trotzdem bekam ich Angst.
    Der Kobold nahm Bellatrix' Zauberstab entgegen, prüfte ihn genau und sagte dann völlig verträumt und benebelt: >>Ah, ja sehr schön, Madam Lestrange. Sie haben sich wohl einen neuen anfertigen lassen? <<
    >>Bitte? Nein! Das mein alter, ich habe ihn immer noch! Das ist kein neuer! <<
    >>Selbstverständlich. <<, sagte der Kobold verträumt, und reichte mir dann einfach so den Zauberstab wieder. >>Sehr wohl, Madam Lestrange. Wenn Sie mir nun folgen möchten. << Der Kobold grinste verträumt und benebelt vor sich hin, drehte sich um und ging.
    >>Klirrer! Ich brauche die Klirrer! << rief der Kobold und ein anderer kam angerannt und reichte ihm, diese sogenannten Klirrer, ich hatte absolut keine Ahnung, was das ist, solche Instrumente oder was auch immer das war, habe ich noch nie gesehen. Der Kobold ging weiter. Ron und ich folgten ihm. Wir verließen die Halle und gingen durch den langen dunkel Gang, den ich mal mit meinen Eltern besucht habe, dort wo die Fackeln an den Wänden alles erleuchteten.
    >>Ich glaub, die Wachleute haben Verdacht geschöpft. << sagte Harry, als die Tür hinter uns zuschlug und er den Tarnumhang herunterzog und er, Hermine und Griphook zum Vorschein kamen.
    Bogrod hieß der Kobold der unter dem Imperius-Fluch stand und es schien ihn auch nicht im Geringsten zu überraschen, dass plötzlich Harry Potter in seiner Mitte auftauchte. >>Die stehen unter dem Imperius-Fluch! <<, zischte Griphook. >>Los! Alle in den Karren, bevor die da drin was merken! <<
    Griphook bediente einen Hebel und nach kaum fünfzehn Sekunden war ein Karren auf den Schienen herangefahren. Ich sah noch mal in den Abgrund, der genauso tief war, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Mir wurde ei so viel Höhe schlecht und ich sah wieder weg.
    >>Ladies First! << sagte Ron als der Karren vor uns zum stehen kam. Aus irgendeinem Grund, überkam mich die Lust sofort umzukehren, denn ich wollte nicht bei solcher Höhe in den Karren steigen, einfach weil ich Panik vor dieser tiefen Dunkelheit hatte. Um den Karren zu kommen, muss man in ihn reinspringen, denn es gab keinen kleinen Übergang oder so, und der Abstand zum Karren erschien mir viel größer als damals bei meinem ersten Besuch hier. Hermine hatte auch Bammel. Wir sahen uns an und sagten gleichzeitig: >>Geh du zuerst! <<
    Die Angst war in unseren Stimmen deutlich zu hören.
    >>Dafür haben wir jetzt keine Zeit. Entweder entscheiden Sie sich jetzt, oder ich schubse Sie zwei den Abgrund runter! << sagte Griphook genervt.
    >>Hey! Vorsicht, Kobold! << fauchte Ron zurück.
    >>Schere, Stein, Papier! << sagte Hermine. Das war gerade der beste und dümmste Weg.
    >>Das ist zwar total kindisch und dumm, aber von mir aus! << sagte ich. Eins, zwei, drei. Hermine hatte Stein gewählt und ich Schere. Ich musste zuerst in den Karren steigen.
    >>Na wird's bald! << zischte Griphook noch mal. Ich warf ihm einen finsteren Blick zu. Dann sah ich wieder zu den Karren, biss die Zähne zusammen und sprang, dabei hatte ich die Augen geschlossen (was eigentlich eine ziemlich blöde Idee war). Ich wollte schon aufschreien, als der Boden unter meinen Füßen weg war. Ich biss mir jedoch auf die Lippe und landete im nächsten Moment im Karren. Das war halb so wild, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dann kamen schließlich auch Hermine, Ron, Harry und zum Schluss die beiden Kobolde in den Karren. Vorne saßen Bogrod mit Griphook zusammen, dicht hinter ihnen haben Harry, Ron, Hermine und ich uns auf die Plätze hinter ihnen gedrängt.
    Mit einem Ruck fuhr der Karren los und gewann Geschwindigkeit. Es war viel schneller als ich es in Erinnerung hatte und meine lockigen schwarzen Haare flatterten im Wind, während wir zwischen Stalaktiten hindurchkurvten und immer tiefer in die Erde rauschten, ich musste jedoch dauernd aus irgendeinem Grund zurückschauen.
    Jetzt waren wir viel tiefer unter Gringotts, als ich es jemals war oder gesehen habe. In flottem Tempo nahmen wir eine Haarnadelkurve und sahen vor uns, nur Sekunden entfernt, einen Wasserfall, der auf die Schienen herabdonnerte. Ich hörte Griphook >>Nein! << rufen, aber bremsen war nicht möglich, denn wir waren viel zu schnell: Wir sausten hindurch. Wasser drang in unsere Haare, Augen und in den Mund, ich musste husten weil ich mich ziemlich stark verschluckte. Ich konnte gar nichts mehr sehen, und ehe etwas anderes passieren konnte, wurde der Karren mit einem fürchterlichen Ruck weggekippt und wir hinausgeschleudert und der Karren prallte gegen die Felsen und zerschmetterte.
    Wir fielen in die Tiefe. Ich ergriff panisch einen Zauberstab aus meiner Tasche, obwohl ich keine Ahnung hatte, welcher es war. Da sah ich, dass es meiner war.
    >>Aresto momentum! << schrie ich.
    Sofort wurden unsere Körper schwerelos, so als wären wir leicht wie Federn und wir glitten hinunter, so lange bis wir dann unten sicher und unverletzt auf dem Boden ankamen.
    >>P-Polsterungszauber. << keuchte ich noch vom Wasser, als ich Hermine wieder auf die Beine half.
    >>Gut gemacht, Angie! <<, sagte Harry und rappelte sich ebenfalls wieder auf. >>Oh nein, ihr seht wieder so aus, wie ihr! << fügte er hinzu. Ich sah an mir runter und stellte fest, dass es wirklich so war. Ich war wieder auf meine Körpergröße geschrumpft und stand klatschnass in einem etwas zu großen Kleid mit Umhang da und war völlig wieder ich selbst; Ron war wieder rothaarig und hatte keinen Bart mehr.
    >>Der Diebesfall. <<, saget Griphook, rappelte sich auf und blickte zurück auf die Flut, die sich über die Schienen ergoss und mehr als Wasser war, das war mir jetzt klar. >>Er spült sämtliche Zauber weg und alle magischen Maskeraden. Die wissen, dass Betrüger in Gringotts sind, sie haben Verteidigungsmaßnahmen gegen uns eingeleitet! <<
    Ich vergewisserte mich, dass ich meine schwarze Umhängehandtasche noch hatte, worin auch Gryffindors Schwert war. Ich war erleichtert, als ich sah, dass es noch drin steckte und zum Glück war Harrys Tarnumhang auch noch da.
    Griphook wandte sich zu Bogrod, der konfus den Kopf schüttelte: Der Diebesfall muss den Imperius-Fluch aufgehoben haben.
    >>Wir brauchen ihn! <<, sagte Griphook. >>Ohne einen Kobold von Gringotts können wir nicht in das Verlies hineinkommen. Und wir brauchen die Klirrer! <<
    >>Imperio! << sagte ich sofort und hielt den Zauberstab auf Bogrod gerichtet, der kurz darauf wieder vollkommen benebelt in die Runde blickte.
    >>Gut <<, sagte Harry wieder. >>gehen Sie voran, Griphook. <<
    >>Wie sollen wir da wieder rauskommen? << fraget Ron, während wir dem Kobold zu Fuß in die Dunkelheit nacheilten, wobei Bogrod hinter uns her keuchte wie ein alter Hund.
    >>Darüber machen wir uns Sorgen, wenn es so weit ist. << sagte Harry. Ich lauschte ganz genau: Hatte ich da gerade nicht irgendwo aus der Ferne ein Rascheln gehört?
    >>Wie weit noch, Griphook? << fragte Harry.
    >>Nicht mehr weit, Harry Potter, nicht mehr weit … <<
    Dann bogen wir um die Ecke und sahen etwas, was uns alle erstarren ließ.
    Ein gigantischer Drache war vor uns an den Boden gekettet und versperrte den Zugang zu vier oder fünf Verliesen von Gringotts. Die Schuppen des Untiers waren während der langen Gefangenschaft unter der Erde blass und rissig geworden; seine Augen waren milchig rosa. Beide Hinterbeine trugen schwere Schellen, von denen Ketten zu riesigen Pflöcken führten, die tief in den Felsboden getrieben waren. Seine großen stacheligen Flügel, die eng an den Körper gefaltet waren, hätten den ganzen Raum eingenommen, wenn er sie ausgebreitet hätte, und als er ihnen seinen hässlichen Kopf zuwandte, brüllte er, dass der Lärm des Gestein erzittern ließ, öffnete das Maul und spie einen Feuerstrahl, der uns in den Gang zurückjagte.
    >>Er ist halb blind <<, keuchte Griphook. >>und deshalb umso wütender. Aber wir haben die Mittel ihn zu bändigen. Er hat gelernt, was er zu erwarten hat, wenn die Klirrer kommen. Los, geben Sie ihn mir. <<
    Ron reichte Griphook die Tasche, und der Kobold zog eine Reihe kleiner metallener Instrumente hervor, die, wenn man sie schüttelte, ein lautes, klirrendes Geräusch wie von winzigen Hämmern auf Ambossen verursachten. Griphook teilte sie aus: Bogrod nahm seines unterwürfig entgegen.
    >>Sie wissen, was Sie zu tun haben. << sagte Griphook zu Harry, Ron, Hermine und mir. >>Er wird Schmerzen erwarten, wenn er das Geräusch hört: Er wird zurückweichen und Bogrod muss seine Handfläche auf die Tür des Verlieses legen. <<
    Wir kamen wieder hinter der Ecke hervor und schüttelten die Klirrer, deren Lärm von den Felswänden widerhallte und mächtig verstärkt wurde, so dass ich bereits davon Kopfschmerzen bekam und es in meinen Ohren anfing unerträglich zu piepen. Der Drache stieß erneut ein heiseres Brüllen aus, dann wich er zurück. Ich konnte sehen, dass er bebte, und als wir näher kamen, sah ich die Narben, die furchtbare Hiebe auf seinem Gesicht hinterlassen hatten, und ich vermutete, dass man dem Drachen beigebracht hatte, grausame Schwerter zu fürchten, wenn er den Klang der Klirrer vernahm.
    >>Lassen Sie ihn mit der Hand auf die Tür drücken! << drängte Griphook Harry, der seinen Zauberstab abermals auf Bogrod richtete. Der alte Kobold gehorchte, drückte seine Handfläche auf das Holz, und die Tür des Verlieses löste sich auf und gab eine höhlenartige Kammer frei, die vom Boden bis zur Decke vollgestopft war mit Goldmünzen und Kelchen, silbernen Rüstungen, Häuten fremdartiger Lebewesen, manche mit langen Stacheln, andere mit schlaff herabhängenden Flügeln, mit Zaubertränken in juwelenbesetzten Flaschen und einem Totenschädel, auf dem immer noch eine Krone saß.
    >>Sucht, rasch! << sagte Harry, während wir in das Verlies stürmten.
    Harry hatte als nächsten Horkrux, den Kelch von Helga Hufflepuff vermutet, da Voldemort schon Slytherins Medaillon als Horkrux benutzt hat. Er hatte uns Hufflepuffs Becher beschrieben, aber sollte es der andere, unbekannte Horkrux sein, der in diesem Verlies aufbewahrt war, dann wussten wir nicht, wie er aussah. Wir hatten kaum Zeit uns im Verlies umzusehen, als ein gedämpftes Scheppern hinter uns zu hören war: Die Tür hinter uns war nun wieder erschienen, hatte uns im Innern des Verlieses eingeschlossen, und waren völlig in Dunkelheit getaucht.
    >>Macht nichts, Bogrod kann uns dann rauslassen! << sagte Griphook, als Ron einen überraschten Schrei ausstieß.
    >>Lumos! << murmelten wir alle wie aus einem Munde. Ich reichte Ron dann Bellatrix' Zauberstab und er entzündete ihn dann auch.
    Harry leuchtete mit seinem entflammten Zauberstab im Verlies umher: Der Lichtstrahl fiel auf glitzernde Juwelen, auf einem hohen Regal sah ich das falsche Schwert von Gryffindor, in einem Wirrwarr von Ketten liegen. Auch Ron, Hermine und ich betrachteten die Berge von Gegenständen um uns herum.
    >>Meine Fresse! << brachte Ron heraus. Ich trat einige Schritte vor und sagte: >>Accio Horkrux! <<
    Nichts tat sich.
    >>Den Versuchst du jetzt nicht schon wieder? << sagte Ron.
    >>Diese Art von Zauberei funktioniert hier nicht. << sagte Griphook.
    >>Harry, könnte das -? Aaarh! <<
    Hermine schrie vor Schmerz, und als wir die Zauberstäbe auf sie richteten, sahen wir gerade noch, wie ein juwelenbesetzter Kelch aus ihrer Hand fiel: Doch als er aufprallte, spaltete er sich auf, und ein ganzer Schauer von Kelchen entstand daraus, so dass einen Augenblick später der komplette Fußboden voll von gleichartigen Kelchen war, die unter lautem Geschepper in alle Richtungen davonkullerten, und das Original darunter war nicht mehr auszumachen.
    >>Ich hab ich daran verbrannt! << stöhnt Hermine und lutschte an ihren Finger voller Blasen.
    >>Die haben zusätzlich noch den Gemino – und Flagrante-Flüche eingesetzt! <<, sagte Griphook. >>Alles was sie berühren wird heiß und vervielfältigt sich, aber die Kopien sind wertlos – und wenn sie den Schatz weiterhin anfassen, erdrückt Sie am Ende die Last des Goldes, dass immer mehr wird! <<
    >>Okay, dann fasst nichts an! << sagte Harry verzweifelt, doch im selben Moment stieß Ron versehentlich mit dem Fuß gegen einen der zu Boden gefallenen Kelche, und explosionsartig entstanden neue, während Ron auf der Stelle hüpfte, weil ein Teil seines Schuhs bei der Berührung mit dem heißen Metall weggebrannt war.
    >>Hört auf, euch zu bewegen! << sagte ich und hielt Ron fest da er drohte gleich wieder umzufallen.
    >>Seht euch einfach nur um! << sagte Harry. >>Denkt dran, der Becher ist klein und golden, ein Dachs ist darauf eingraviert, und er hat zwei Henkel – ansonsten passt auf, ob ihr irgendwo das Symbol von Ravenclaw entdecken könnt, den Adler - <<
    Wir sahen uns wie die Irren um, doch kein Dachs oder Ähnliches auf einem der tausend Becher. Auch nichts aus Ravenclaw. Es schien vollkommen Hoffnungslos, da wir absolut nichts finden konnten.
    >>Da oben ist er! Ich hab ihn! << sagte Harry urplötzlich.
    Ron, Hermine und ich richteten unsere Stäbe in die Richtung wie Harry. Und dort war er. Auf einem hohen Regal. Der Kelch von Helga Hufflepuff.
    Jetzt stieß ich dummerweise gegen einen Armreif vom Boden.
    >>Aaarh! << stieß ich jetzt vor Schmerzen aus. Hermine hatte mein Aufschreien so sehr erschrocken, dass sie Rückwarts umkippte, sicher landete, jedoch dabei einen weiteren Kelch von einem Silbertisch umstieß. Jetzt verdoppelten sich die Schätze nur noch.
    >>Angie! Schnell! Gib mir das Schwert! << rief Harry. Ich kramte sofort in meiner Tasche, zog das silberne Schwert heraus und warf es Harry zu. Von draußen vor dem Verlies war höllischer Lärm zu hören. Eine Horde Kobolde und Wachleute muss in Richtung Verlies stürmen. Ich sah wieder zu Harry, wie er mit der Spitze der Klinge durch einen der Henkel so den Becher ergriff.
    >>Ich hab ihn! << sagte er.
    Das gesamte Verlies war bereits halb mit den Schätzen gefüllt, so dass ich bereits mit der unteren Hälfte meines Körpers darin steckte. Der Zauber, dass die Gegenstände heiß wurden, schien nur vorübergehend zu sein, denn er hatte bereits seine Wirkung verloren, denn die Schätze waren alle kalt und nicht mehr heiß. Jedoch schien der Geminozauber nicht enden zu wollen, denn es wurden immer mehr.
    Harry stolperte und ihm fiel der Becher von der Schwertspitze. Griphook, der die ganze Zeit nur an der Tür stand, und uns zugesehen hatte, griff sich den Becher.
    >>Wir hatten eine Abmachung, Griphook! << sagte Harry.
    >>Den Becher gegen das Schwert! << fauchte Griphook.
    Harry warf ihm das Schwert zu und Griphook Harry dann den Becher.
    >>Ich habe gesagt, dass ich Sie hineinbringe, davon, dass ich Sie wieder hinausbringe, war nie die Rede. << Griphook grinste hämisch. Er legte Bogrods Handfläche auf die Tür und die Tür öffnete sich wieder. Ron, Hermine und ich zwängten uns durch die Schätze bis zu Harry, der bereits zum Ausgang eilte. Wir rannten ebenfalls hindurch und kaum nachdem Ron zum Schluss rausgesprungen war, schloss sich die Tür wieder.
    >>Diebe! << schrie Griphook.
    Einige Kobolde benutzen die Klirrer um den Drachen in eine Ecke zu zwängen, damit die Wachleute vorbeikonnten. Harry, Ron, Hermine und ich standen oben auf der Plattform der Treppen die zum Verlies führten.
    Der Drache brüllte und ich sah wie er Feuer spie und Bogrod verbrannte. Die Wachleute zückten alle ihre Zauberstäbe und schossen mit Flüchen auf uns zu. Wir zwängten uns zur Seite in eine Wand wo wir nicht zu sehen waren und versuchten so in Deckung zu gehen. Harry und Ron drückten sich wie Hermine und ich an die Wand gegenüber von uns.
    >>Wir können hier nicht einfach nur so rumstehen! <<, schrie Hermine durch den anderen höllischen Lärm hindurch. >>Wer hat 'ne Idee? << fragte sie.
    >>Du und Angie, ihr beide seid hier die Hochbegabten! << rief Ron zu uns zurück.
    >>Tja, da ist das Problem, wenn ich doch nur etwas wüsste! << sagte Hermine.
    >>Angie! <<, sagte Ron. >>Was ist mit dir? << Ich dachte keine einzige Sekunde nach, denn sofort schoss es mir durch den Kopf.
    >>Ich wüsste da was! <<, sagte ich. >>Aber das wäre … Wahnsinn! Der komplette Wahnsinn! << Die anderen sahen mich an und beobachteten was ich tat. Ich trat einen Moment aus dem Versteck heraus und rief: >>Confringo! << damit sprengte ich das Gelände von den Treppen weg. Dann lief ich ein paar Schritte auf das Verlies zu, drehte mich wieder um, nahm schnellen Anlauf und sprang dann von der Plattform hinunter – direkt auf den Drachen drauf. Ich krallte mich an einem seiner Stacheln auf dem Rücken.
    Harry, Ron und Hermine starrten mich alle mit weit aufgerissenen Augen an.
    >>Na kommt schon! << rief ich ihnen zu. Sofort taten sie, was ich sagte und machten, dasselbe wie ich und sprangen auf den Rücken des Drachen. Einer der Wachleute feuerte eine Ganzkörperklammer auf Hermine zu, die sie zum Glück um ein Haar am Kopf verfehlte. Ich richtete meinen Zauberstab auf den Typen.
    >>Stupor! <<
    Der Wachmann wurde geschockt und flog Rückwärts davon. Ich drehte mich um und richtete dann meinen Stab auf die Kette, an der, der Drache angekettet war.
    >>Relaschio! <<
    Die Schellen brachen mit einem lauten Krachen entzwei.
    Der Drache schien nicht bemerkt zu haben, dass die Ketten ab waren. Seine Schuppen waren kalt wie Stahl und er bewegte sich kaum; er schien auch nicht zu spüren, dass wir uns auf seinem Rücken befanden. Und dann bemerkte der Drache endlich, dass die Ketten gelöst waren.
    Mit einem Brüllen breitete der Drache seine Flügel aus und erhob sich in die Lüfte. Ich umklammerte den Stachel an dem ich mich festhielt noch fester. Ich spürte, dass Hermine neben mir, sich auch an mich klammerte, weil sie fast drohte abzurutschen. Ich half ihr schnell, denn der Drache flog bereits durch die gigantische Felsenhöhle und ich musste sagen, dass das noch Schlimmer war, als die Fahrt in dem Karren. Wir alle drückten uns an den Rücken des Drachens, während er immer näher an die Öffnung der Höhle zuflog.
    >>Wir kommen da nie raus, der ist zu groß! << schrie Hermine, doch der Drache öffnete sein Maul und spie erneut Flammen, die den Tunnel sprengten, Boden und Decke aufreißen und bröckeln ließen. Mit sicherer Kraft, kratzend und um sich schlagen, kämpfte sich der Drache weiter. Ich sah wie die anderen wegen dem Feuer und Staub die Augen zukniffen, betäubt von den herabstürzenden Felsbrocken und dem Brüllen des Drachen, blieb ihnen anscheinend nichts anderes übrig, als sich am Rücken des Drachen zu klammern und damit rechnen, jeden Moment runterzustürzen und abgeschüttelt zu werden. Ich jedoch rief: >>Defodio! <<
    Ich half dadurch den Gang zu vergrößern, und meißelte die Decke aus, während der Drache sich weiter nach oben quälte, zur den Kobolden: Harry, Ron und Hermine folgten meinem Beispiel und halfen mir die Decke weiterzusprengen. Wir kamen an dem unterirdischen See vorbei, und das große, kriechende, fauchende Untier schien nun zu spüren, dass die Freiheit und mehr Raum vor ihm lagen, und der Tunnel hinter uns war voll von dem peitschenden stacheligen Schwanz, von großen Gesteinsbrocken, gigantischen zerschmetterten Stalaktiten, und das Klirren der Kobolde wirkte allmählich dumpfer, während das Feuer des Drachen uns vorne den Weg bahnte –
    Und dann schließlich, mit der vereinten Kraft unserer Zauber und der rohen Gewalt des Drachen, hatten wir uns den Durchgang hinaus in die Marmorhalle frei gesprengt. Kobolde und Zauberer kreischten und rannten in Deckung, und endlich hatte der Drache Platz, seine Flügel ausstrecken: Er wandte seinen gehörnten Kopf der kühlen Luft zu, die er draußen vor dem Eingang wittern konnte, und machte sich auf, während Harry, Ron, Hermine und ich uns immer noch an seinen Rücken klammerten, brach er durch die metallenen Tore und ließ uns verborgen und aus den Angeln hängend hinter sich, als er in die Winkelgasse hinausschwankte und sich hoch in den Himmel stürzte.

    3
    Der fehlende Spiegel


    Um den Drachen zu lenken, gab es keine einzige Möglichkeit; er schlug einfach in irgendeine Richtung ein. Ich wusste, nur eine scharfe Kurve oder ein Überschlag in der Luft und das war’s mit uns. Ich traute mich inzwischen gar nicht mehr die Augen zu öffnen. Ich war so fertig, müde und wollte am liebsten nur noch schlafen und am Verhungern war ich auch, so einen Durst wie jetzt, habe ich glaube ich noch nie empfunden. Ich hörte Ron laut fluchen, ich wusste nicht ob er es vor Freude oder aus Wut tat. Hermine hörte ich sogar Schluchzten.
    Nach einer Weile kam es mir komisch vor, dass die Landschaft unter uns immer größer zu werden schien.
    >>Leute, bilde ich mir das nur ein, oder verlieren wir an Höhe? << fragte Ron.
    >>Ja! Ich glaube schon! << rief ich zurück.
    >>Und jetzt? << rief Hermine.
    >>Am besten wir springen! << sagte Ron. Ich sah nach unten. Unter uns war ein riesiger See. Der passte gerade gut, dann würden wir nämlich im Wasser landen und nicht auf dem harten Boden und es ist vielleicht unsere letzte Chance von dem Drachen runterzukommen.
    >>Wann? << fragte Hermine.
    >>JETZT! << rief Harry.
    Ohne zu zögern ließen wir alle den Drachen los. Wir fielen runter in die Tiefe. Ich kniff die Augen zusammen, als es kaum noch zehn Meter zum See waren.
    PLATSCH!
    Ich sank, wie ein schwerer Stein in die Tiefe runter. Dann jedoch riss ich mich zusammen und schwamm hoch an die Oberfläche. Ich hustete heftig los. Neben mir tauchte dann Ron auf, dann Harry und zum Schluss Hermine. Mit der ganzen Kraft die wir noch hatten, kämpften wir uns durchs Wasser bis an das Ufer des Sees (der zum Glück nicht sehr tief war).
    Wir gingen aus dem Wasser und ließen uns alle auf dem glitschen Gras fallen. Wir haben es geschafft, wir haben einen weiteren Horkrux!
    In dem Moment hätte ich jetzt einfach liegen bleiben können, und trotz der klatschnassen Sachen, die ich anhatte, einfach die Augen schließen und schlafen. Aber ich griff mir meinen Zauberstab und stand sofort wieder auf.
    >>Salvio hexia … Muffliato … << Ich führte die Schutzzauber sofort aus.
    Als fertig war, fiel ich auf die Knie und ließ meinen Zauberstab fallen. Ich schnappte mir meine Tasche und kramte wieder einige Sekunden darin. Schließlich zog ich vier Flaschen Kürbissaft hervor, die ich aus Shell Cottage mitgenommen habe, und reichte jedem eine. Wir rissen die Flaschen sofort auf und tranken gierig in großen Schlucken.
    Als mein Durst gestillt war, holte ich schnell die Diptam-Essenz hervor. Mir fiel auf, dass ich die anderen gerade jetzt erst wieder richtig ansah. Sie hatten Verbrennungen im Gesicht, an den Armen und Beinen und an manchen Stellen waren ein Teil ihrer Kleider weggebrannt – eigentlich kein Unterschied zu mir. Ich gab jeden Diptam auf die Wunden und nahm dann schließlich auch noch welches. Harry wirkte sehr angespannt und aufgeregt.
    >>Er weiß Bescheid! <<, sagte er. >>Ihr-wisst-schon-wer! Von unserem Einbruch bei Gringotts! Er weiß, dass wir ihm auf der Spur und dass wir auf der Jagd nach Horkruxen sind! << Harry und Ron streiften sich ihre nassen T-Shirts vom Leib.
    >>Was woher? << fragte Hermine.
    >>Ich hab ihn gesehen! << sagte Harry.
    >>Du hast ihn reingelassen? <<, platze es aus mir heraus. >>Harry, das darfst du nicht! << Harry hatte wieder Voldemorts Gedanken gesehen, das heißt nie etwas Gutes.
    >>Angie, ich kann es nicht immer verhindern … vielleicht doch … Keine Ahnung! << sagte Harry. Hermine reichte Harry und Ron gerade ein paar trockene Kleidungsstücke.
    >>Und was jetzt? << fragte Ron. Ich riss mir den klatschnassen Umhang vom Leib und legte mir ein trockenes Handtuch um das nasse Kleid von Bellatrix, das ich immer noch an hatte.
    >>Na ja, er ist wütend, aber er hat auch Angst. Eins steht für ihn fest: Er weiß, dass wir nicht aufgeben, ehe wir die anderen Horkruxe gefunden und zerstört haben. Und noch was: Einer ist in Hogwarts! << sagte er.
    >>Was? Und? Hast du ihn gesehen? << fragte ich.
    >>Nein, aber ich habe das Schloss gesehen … und Rowena Ravenclaw! Es muss was mit ihr zu tun haben. Wir müssen nach Hogwarts. Und das noch heute. << sagte Harry.
    >>Aber wie sollen wir das schaffen? Auf dem Gelände lauern hinter jeder Ecke doch bestimmt Todesser. << sagte Hermine.
    >>Das stimmt. Snape ist jetzt Schulleiter. Wir können nicht durch die Vordertür spazieren. << sagte Ron.
    >>Dann … gehen wir nach Hogsmeade! Zum Honigtopf. Und gehen durch den Geheimgang in den Keller. <<
    >>Aber als du das Tagebuch zerstört hast. Dumbledore den Ring und wir das Medaillon, da muss er doch was gespürt haben. Vielleicht wird er schwächer, vielleicht stirbt er. << sagte Ron.
    >>Nein. <<, widersprach Harry. >>Ich glaube sogar, er ist gefährlicher geworden. <<
    >>Lasst uns erstmal trocknen und dann sehen wir weiter, wie wir vorgehen. << sagte Hermine.
    Hermine zog aus ihrer Tasche ein Zelt hervor. Das alte haben uns die Greifer abgenommen und dieses hier haben wir aus Shell Cottage. Dort zogen Hermine und ich uns um und trockneten unser Haar. Dann packten wir das Zelt sofort wieder ein.
    Wir fassten uns alle bei Hand und apparierten nach Hogsmeade.

    Wir erschienen auf einer Straße in Hogsmeade. Wir waren noch am Rande des Dorfes. Kaum als wir dort erschienen sind, ging eine komische laute Alarmsirene los.
    >>Was ist das? << fragte Ron erschrocken und hastig.
    >>Das ist der Katzenjammer-Zauber! Weg hier! << sagte ich.
    Wir hörten Todesser aus den Kneipen, Pubs und Läden rennen. Sie liefen nun kreuz und quer durch die Straßen und suchten nach uns. Die Dunkelheit gab uns kaum Deckung. Sofort rannten wir weg durch eine leere Gasse. Die Schritte wurden immer lauter und schienen jedes Mal immer näher zu kommen. Wir liefen bereits an so vielen verlassenen Gebäuden vorbei und suchten panisch nach einem Versteck.
    >>Die haben uns gleich! << flüsterte Hermine.
    >>Wo ist der Tarnumhang, Hermine? << fragte ich.
    >>Du hast ihn! <<
    >>Nein, ich habe ihn dir doch im Zelt gegeben! <<
    >>Was? Zelt? Verdammt! Der Tarnumhang ist im Zelt, das sich in meiner Tasche befindet, die ich in meiner Socke versteckt hab! <<
    >>Das spielt doch jetzt keine Rolle! Los weiter! << unterbrach uns Harry.
    Wir wechselten dauernd die Gänge und unsere Schritte. Von Schleichen zu Rennen, von Rennen zu Schleichen, wenn wir jemanden in unserer Nähe hörten, rannten wir sofort weg, und dann als wir dachten, wir wären halbwegs wieder alleine schlichen wir uns die Gassen und Straßen.
    Gerade liefen wir wieder durch eine Gasse. Am Ende von dieser war ein großes Eisentor. Hermine kam als erste da an und rüttelte daran. Es war verriegelt. Und gleich würde man uns erwischen weil jeden Moment jemand an der Gasse vorbeilaufen würde und uns dann entdeckt. Wir sind erledigt.
    >>Was können wir tun? << fragte Ron.
    >>Alohomora, vielleicht? << sagte Harry.
    Hermine zückte den Zauberstab.
    >>Alohomora! <<
    Nichts geschah. Da war kein Knacken, das uns verriet, dass das Tor offen war.
    >>Oh nein, ich glaube das Tor steht unter dem Colloportus-Zauber! Alohomora bringt uns dabei nichts! << sagte ich.
    Wir drehten uns noch mal um. Ich sah schon schwaches Blau. Die Todesser müssen ihre Zauberstäbe entzündet haben und sie kamen uns immer näher. Wir haben höchsten noch dreißig Sekunden ehe sie uns erwischen.
    >>Und was jetzt? Wegsprengen? Confingo? Bombarda maxima? Oder nur Bombarda? <<
    >>Das könnte gehen, aber das mach zu viel Lärm! << sagte Harry.
    >>Wir sind geliefert! << sagte Ron.
    >>Hier rein, Potter! Kommt hier hin!<< hörten wir dann plötzlich eine tiefe leise Stimme. Die Stimme kam aus einer halb offenen Tür, von dem Gebäude rechts von uns. Dort sah ich etwas Weißes – Haare oder so. Aber wir zögerten keinen Moment. Harry ging als erster rein, dann Hermine und dann ich – ich sah den Mann nur eine Sekunde an, denn er kam mir bekannt vor – hinter mir folgte dann auch Ron. Wir liefen eine Wendeltreppe hinunter. Wir kamen dann schließlich in einer Art Esssaal oder so an. Es kam mir bekannt vor. Das ist der Eberkopf. Ein Pub.
    Als wir ankamen fasste mich Ron am Arm und drehte mich zu ihm: >>Angie, hast du sein Gesicht gesehen? Ich dachte einen Moment, es wäre … << Ron stockte mitten im Satz.
    >>Ja, Ron. Ich weiß – Dumbledore. << sagte ich. Ich drehte mich um und sah in dem Saal umher. Hier waren viele Tische, Stühle und Bänke. Über einem Kamin sah ein großes Porträt eines jungen Mädchens mit brünettem Haar und sie erinnerte mich ebenfalls, vom Gesicht her, ein bisschen an Dumbledore. Ich ging an dem Porträt vorbei. Dort sah ich an der Wand einen kleinen Spiegel an dem eine Scherbe fehlte, er aber sonst komplett in Ordnung war. Ich ging auf den Spiegel zu und starrte ihn verwundert an. Ich sah gar nicht mein Spiegelbild darin, sondern Harrys Gesicht – obwohl Harry in einer anderen Ecke des Raumes stand.
    >>Harry <<, sagte ich. >>wieso kann ich dein Gesicht hier im Spiegel sehen, obwohl du hier nicht vorstehst? << sagte ich und drehte meinen Kopf zu ihm. Er stand dort und hatte eine Scherbe in der Hand, die er schon die ganze Zeit während der gesamten Suche nach den Horkruxen dabei hatte und oft, wenn er allein war, in diese hineinstarrte. Das war genau die Scherbe, die im Spiegel fehlte.
    Harry sah zuerst mich an, dann den Spiegel an der Wand und dann in die Scherbe die er vor seinem Gesicht hielt.
    >>Ich sehe, deine Haare hier drin. << sagte er. Ich war immer noch mit dem Kopf zu ihm gedreht und er sah vermutlich in der Scherbe in seiner Hand meinen Hinterkopf, da ich immer noch zu ihm gedreht war und der Spiegel an der Wand wohl meinen Hinterkopf spiegelte und in der Scherbe erscheinen ließ. Er kam nun neben mich und musterte den Spiegel an der Wand.
    Plötzlich kam jemand die Wendeltreppen herunter geeilt. Es war der Mann von vorhin, der uns geholfen hat.
    >>Verdammte Schwachköpfe! Was habt ihr hier verloren? Wisst ihr, in was für eine Gefahr ihr euch gebracht habt? << fluchte er.
    >>Sie sind Aberforth. <<, sagte Harry sofort. >>Dumbledores Bruder. Das waren von Anfang an Sie. Ich habe Sie immer in diesem Spiegel gesehen. <<
    Der Mann grunzte kurz und verschwand dann für einen Augenblick. Er kam wieder mit einem kleinen Tablett. Er stellte es auf einen Tisch in unserer nähe ab. Dort standen Vier Flaschen Kürbissaft, Ziegenkäse, Brot und etwas Schinken.
    Hermine, Ron und ich stürzten uns gierig auf das Tablett und wir nahmen uns etwas von allem. Harry blieb weiter dort stehen, wo ich gerade war und sah den Mann an.
    >>Das waren von Anfang an immer sie. Sie haben uns damals auch Dobby geschickt. << sagte Harry.
    >>Ja, das war ich. In der Tat. Wo ist Dobby jetzt? <<
    >>Tot. Bellatrix hat ein Dolch geworfen. << sagte Harry und klang dabei etwas traurig.
    >>Zum bedauern. Ich mochte diesen Elfen. <<
    >>Wie sind sie an den Spiegel gekommen? << fragte Harry und deutete auf den Spiegel neben Porträt des jungen Mädchens.
    >>Fletcher. Ungefähr ein Jahr her. Albus sagte, mir was er tut, und was meine Aufgabe ist. Ich hab versucht euch möglichst oft im Auge zu behalten. <<
    >>Er hatte gar kein Recht ihn zu verkaufen! Er gehörte - <<
    >>Sirius. Ja. Das ist mir klar. <<
    Eine sehr lange Stille entstand.
    Was würde heute wohl noch kommen? Schaffen wir es ins Schloss zu gelangen? Vielleicht kann ich mich dann endlich vergewissern, dass es Emily gut geht und sie noch lebt. Wir müssen auf jeden Fall ins Schloss. Dort haben wir noch viel zu tun. Die restlichen Horkruxe. Einfach alles. Wir müssen den Kelch zerstören. Den Horkrux finden, der mit Ravenclaw zu tun hat. Und dann fehlen uns nur noch die anderen beiden. Uns bleibt kaum Zeit. Die Horkruxe MÜSSEN zerstört werden. Denn vielleicht nur noch ein oder ein halber Monat und die Zaubererwelt ist untergegangen. Dann ist es nur noch an der Zeit bis Voldemort uns alle auslöscht, dann die Muggel unterwirft und dann ist alles vorbei.
    >>Wir müssen überlegen, wie ihr von hier wegkommt. << fing Aberforth an.
    >>Wir haben gar nicht vor abzuhauen! << redete Ron dazwischen.
    >>Bitte? <<
    >>Wir jagen Horkruxe. Dumbledore hat uns die Aufgabe erteilt sie zu suchen und zu zerstören. << sagte Harry.
    >>Ah, ja. Tatsächlich. Muss ja gut sein. Hat er euch denn erzählt, wo ihr überhaupt suchen sollt? << fragte Aberforth. Wir alle vier schwiegen und keiner gab Aberforth eine Antwort.
    Wenn ich so darüber nachdenke, hatten wir wirklich nichts am Anfang, außer dem, was Harry uns erzählt hat. Wir mussten alles auf eigene Faust herausfinden und suchen, aber ich meine, wir hatten es doch geschafft. Was machte das jetzt für einen Unterschied? Wir haben bereits einige Horkruxe zerstört, haben einen bereits den wir noch zerstören müssen dabei und wir sind nah dran den nächsten zu finden. Wenn wir Glück haben, dann können wir es trotzdem schaffen. Wir sind nicht weit vom Ende entfernt, wir brauchen dieses Mal einfach nur ein bisschen mehr Hilfe.
    >>Stehen Sie in Verbindung mit dem Orden? << fragte Hermine als wollte sie das Thema wechseln.
    >>Der Orden ist am Ende. Ihr-wisst-schon-wer hat gesiegt. Es ist alles vorbei. <<
    Ich empfand das als keine gute Idee das Thema zu wechseln.
    >>Hören Sie, das ist jetzt nicht so wichtig, Sir. Was die Horkruxe betrifft von Sie-wissen-schon-wem, wir glauben, dass ein weiter im Schloss versteckt ist und wir brauchen dabei ihre um hineinzugelangen. << sagte ich.
    >>Ins Schloss? Das ist eine absurde Idee. Verschwindet ins Ausland! Ihr werdet von nun an alle vier in Gefahr sein, da inzwischen alle Anhänger von Ihr-wisst-schon-wem Bescheid wissen, dass ihr alle zusammen verschwunden wart! Lebt etwas länger! << saget Aberforth wütend.
    >>Er hat darauf vertraut, dass wir es zu Ende bringen! << sagte Harry.
    >>Ach so, verstehe. Vertrauen also. Wie könnt ihr einem Mann vertrauen, der euch nicht mal gesagt hat wo ihr suchen sollt. Er hat bestimmt in den all den Jahren, seit der euch kannte nicht einmal meinen Namen erwähnt. <<, Das Feuer im Kamin knisterte und das war das einzige was zu hören war. >>Oder auch nur ihren. << Er deutete auf das Mädchen im Porträt. Sie war ganz jung, mindestens vierzehn.
    >>Wieso hätte er das vor uns verheimlichen sollen? <<
    >>Tja, sag du es mir doch. Du redest wie ein Junge, auf der endlosen Jagd nach Horkruxen, geschickt von einem Mann, der euch gar nichts erzählt hat! <<
    >>Es spielt keine Rolle, dass sie aufgegeben haben! Wir haben ihm vertraut, so wie wir ihn kannten. Noch heute Nacht müssen wir ins Schloss. <<
    Aberforth müsste eigentlich verstehen, dass wir uns nichts umstellen lassen werden, wir haben ein Ziel, das wir erreichen müssen. Es war all die Jahre mehr Harrys Art gewesen, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat und es bis zum Ende durchziehen wollte. Inzwischen hat sich das auch bei Hermine, Ron und ausgebreitet. Wir können nicht einfach den Plan ändern. Wir sind schon so weit und können nicht kurz vor dem Ende dieser dunklen Zeiten aufgeben.
    Aberfort schien zu verstehen.
    >>Du weißt, was du zu tun hast. << sagte er wieder ruhig zu dem Mädchen im Porträt. Sie nickte und wandte sich langsam ab und ging.
    >>Wo haben Sie sie hingeschickt? << fragte Ron.
    >>Werdet ihr schon sehen. Wartet einfach bis sie wiederkommt. << Aberforth nahm wieder das Tablett und wollte es wieder wegbringen.
    >>Das ist doch ihre kleine Schwester, nicht? Ariana. <<, sagte ich. Aberforth blieb stehen und sah uns an. >>Sie ist schon wirklich sehr jung gestorben, oder? <<
    >>Mein Bruder hat viele geopfert. Genauso wie Ariana und sie hatte ihn angefleht. Er gab ihr alles. Außer Zeit. <<
    >>Wir danken Ihnen, Mr. Dumbledore. << sagte Hermine ehe Aberforth uns zum Abschied zunickte und dann den Raum verlies.
    >>Er hat uns bereits zwei Mal das Leben gerettet und uns durch den Spiegel im Auge behalten. Er hat nicht aufgegeben wenn er sich so verhalten hat. << sagte ich.
    Wir warteten. Das Feuer im Kamin wurde langsam schwächer aber die Wärme blieb. Es war unerträglich in dieser Stille zu warten. Ich hatte Mitleid mit Aberforth. Es war eine schwierige Zeit.
    >>Schaut, sie kommt zurück! << sagte Hermine aufgeregt. Wir alle sahen auf, denn jeder von uns hatte den Boden angestarrt und sich auf einen Stuhl niedergelassen.
    Wir sprangen auf und traten an das Porträt heran.
    >>Wer ist das da? << fragte Ron. Ariana kehrte in ihr Porträt zurück und hinter war eine Menschengestalt, jedoch komplett schwarz und keiner wusste um wen es sich hier handelte.
    Als Ariana dann wieder ganz vorne in ihrem Porträt erschienen war, öffnete sich dieses, so wie bei uns die fette Dame, wenn wir zum Gemeinschaftsraum wollten.
    Dort war dann diese unbekannte Person die da mit auf dem Bild war. Ich konnte es kaum glauben.
    >>Neville! << sagten wir vier wie aus einem Munde.
    Neville grinste uns an.
    >>Ich wusste, dass ihr wiederkommen werdet! << sagte er froh. Er trat aus dem Porträtloch.
    >>Neville, es ist so schön dich wiederzusehen! << sagte ich aufgeregt und fiel ihm um den Hals. Hermine umarmte Neville auch noch mal.
    >>Was ist nur mit dir passiert? Du siehst- << fing Harry an.
    >>- übel aus. Ja, ich weiß. Das ist gar nichts. Aber dann müsst ihr euch mal die anderen ansehen. << lachte er.


    4
    Der Rauswurf von Severus Snape



    Neville führte uns durch den dunklen Gang. Es war kalt hier drin und etwas feucht. Aber wir steuerten durch diesen Geheimgang, und wir kamen dem Schloss immer näher. Hogwarts. Wie sieht es dort wohl jetzt aus? Was hat Snape alles angestellt? Nach Nevilles Schrammen, Kratzern und blauen Flecken glaubte ich nicht, dass Hogwarts wie Hogwarts ist. Nein. Ganz bestimmt nicht. Hogwarts ist jetzt bestimmt noch schlimmer als Askaban, obwohl ich nie dort war, weiß ich es einfach.
    >>Was ist mit dir passiert, Neville? Wer hat dir das alles bitte angetan? << fragte ich.
    >>Was? Das? << Neville tat seine Verletzungen mit einem Kopfschütteln ab. >>Das ist noch gar nichts. Ihr müsstet Seamus erstmal sehen. Der schaut viel übler aus. <<
    >>Wie lange gibt es den schon? <<, fragte Ron. >>Er ist nicht auf der Karte des Rumtreibers, oder, Harry? Ich dachte, es gäbe nur sieben Geheimgänge in die Schule? << Rons Andeutung bezog sich auf den Geheimgang.
    >>Die haben sie vor Beginn des Schuljahrs alle versiegelt. <<, sagte Neville. >>Es gibt jetzt keine Möglichkeit mehr, durch einen davon hindurchzukommen, Flüche liegen auf den Eingängen, und Todesser und Dementoren warten an allen Ausgängen. Jetzt geht es nur noch hier rein oder raus. << Er ging nun, rückwärts, strahlte und sah uns alle vier genau an. >>Aber das ist jetzt egal … stimmt es? Seid ihr in Gringotts eingebrochen? Seid ihr einem Drachen entkommen? Das geht überall rum, alle reden darüber, Terry Boot ist von Carrow zusammengeschlagen worden, weil er es in der Großen Halle beim Abendessen rumposaunt hat! <<
    >>Ja, es stimmt. << sagte Harry.
    Neville lachte übermütig.
    >>Was habt ihr mit dem Drachen gemacht? <<
    >>Freigelassen. <<, sagte ich. >>Er ist jetzt irgendwo in der Freiheit. <<
    >>Ja, obwohl Hermine ihn gerne als Kuscheltierchen behalten wollte. << sagte Ron grinsend. Hermine warf ihm einen finsteren Blick zu. Neville lachte wieder.
    >>Aber was habt ihr die ganze Zeit getrieben? Es hieß, ihr seid nur auf der Flucht gewesen, Harry, aber das glaube ich nicht. Ich glaube, dass ihr irgendwas vorhattet. <<
    >>Du hast Recht <<, sagte Harry. >>aber erzähl uns von Hogwarts, Neville, wir haben überhaupt nichts gehört. <<
    >>Es war … also, es ist eigentlich nicht mehr Hogwarts <<, sagte Neville, und während er sprach, verschwand das Lächeln aus seinem Gesicht. >>Kennt ihr die Carrows? <<
    >>Diese beiden Todesser, die hier unterrichten? <<
    >>Die unterrichten nicht nur. <<, sagte Neville. >>Die sind für die ganze Disziplin verantwortlich. Die stehen auf Bestrafungen, diese Carrows. <<
    >>Wie Umbridge? <<
    >>Nee, die ist zahm dagegen. Die anderen Lehrer sollen uns an
    die Carrows übergeben, wenn wir irgendetwas ausgefressen haben. Das tun sie aber nicht, wenn sie es vermeiden können. Man merkt, dass die alle sie genauso hassen wie wir.
    Amycus, der Bruder, unterrichtet, was früher mal Verteidigung gegen die dunklen Künste war, nun dass es jetzt einfach die dunklen Künste sind. Wir sollen den Cruciatus-Fluch an Erstklässlern üben- <<
    >>Was? <<
    In mir entfachte sich eine große Angst um Emily. Ich meine, klar, sie ist zwar bereits Zweitklässlerin, aber trotzdem. Ich habe ihr versprochen auf sie aufzupassen und nun so was.
    Harrys, Rons, Hermines und meine vereinte Stimme hallten durch den Tunnel.
    >>Jaah <<, sagte Neville. >>Dabei hab ich den hier abgekriegt <<, und er deutete auf einen besonders tiefen Schnitt an seiner Wange. >>Ich hab mich geweigert, es zu tun. Manche Leute stehen drauf; Crabbe und Goyle lieben es. Das allererste Mal, dass sie in irgendetwas richtig gut sind, schätze ich.
    Alecto, die Schwester von Amycus, lehrt Muggelkunde, das ist Pflichtfach für alle. Wir müssen ihr zuhören, wenn sie erklärt, dass Muggel wie Tiere sind, dumm und schmutzig, und dass sie die Zauberer in den Untergrund getrieben hätten, weil sie fies zu ihnen waren, und dass nun die natürliche Ordnung wiederaufgebaut wird. Das hier hab ich gekriegt <<, er zeigte auf eine weitere Schnittwunde in seinem Gesicht, nur diese war viel übler und hässlicher. >>weil ich sie gefragt habe, wie viel Muggelblut sie und ihr Bruder in sich haben. Sie ist natürlich ausgeflippt. <<
    >>Verdammt, Neville <<, sagte Ron. >>man kann nicht überall und jederzeit eine freche Lippe riskieren. <<
    >>Du hast sie nicht gehört <<, erwiderte Neville. >>Du hättest es auch nicht ertragen. Der Punkt ist, es hilft, wenn Leute sich gegen die wehren, es gibt allen Hoffnung. Das ist mit früher immer aufgefallen, wenn du es getan hast, Harry. <<
    >>Aber die haben dich als Messerschleifer benutzt <<, sagte Ron und fuhr leicht zusammen, als wir an einer Lampe vorbeikamen und Nevilles Verletzungen noch deutlicher hervortraten.
    Neville zuckte mit den Schultern.
    >>Ist egal. Die wollen nicht zu viel reines Blut vergießen, also foltern sie uns ein wenig, wenn wir frech sind, aber umbringen werden sie uns dann doch nicht. <<
    Ich hatte keine Ahnung, was Angsteinflößender war, die Dinge, die Neville berichtete, oder der nüchterne Ton, in dem er sie berichtete.
    >>Die Einzigen, die wirklich in Gefahr sind, sind die, deren Freunde und Verwandte draußen Ärger machen. Die werden als Geiseln genommen. Der alte Xeno Lovegood wurde im Klitterer ein wenig zu freimütig, deshalb haben sie Luna aus dem Zug gezerrt, als sie über Weihnachten nach Hause wollte. <<
    >>Neville, es geht ihr gut, wir haben sie gesehen - <<
    >>Jaah, ich weiß, sie hat es geschafft, mir eine Botschaft zu schicken. Wir haben Dumbledores Armee weitergeführt. <<, sagte Neville. >>Weihnachten haben wir Luna verloren, und Ginny kam nach Ostern nicht mehr zurück, und wir drei waren sozusagen die Anführer. Die Carrows wussten anscheinend, dass ich hinter vielem stecke, daher haben sie angefangen, mir schwer zuzusetzen, und dann ist Michael Corner auch noch dabei erwischt worden, als er einen Erstklässler befreien wollte, den sie angekettet hatten, und sie haben ihn ziemlich übel gefoltert. Das hat die Leute verschreckt. <<
    >>Das glaub ich dir. <<, murmelte Ron, während der Gang anzusteigen begann.
    >>Jaah, nun, aber so viel zum wesentlichen. Hogwarts hat sich verändert. Es ist die pure Hölle auf Erden. <<
    >>Wann sind wir da? Ich habe das Gefühl, als würden wir schon Jahre hier herumwandern. << sagte Ron.
    >>'türlich. <<, erwiderte Neville. >>Du wirst schon sehen. Wir sind da. <<
    Wir bogen um eine Ecke nun lag das Ende des Durchgangs vor uns. Eine weitere kurze Treppe führte zu einer Tür genau wie die, die hinter Arianas Porträt versteck war. Neville stieß sie auf und kletterte hindurch. Wir folgten ihm und hörten, wie er zu irgendwelchen Leute, die wir nicht sehen konnten, zurief: >>Hey, Leute! Hört mal alle her! Ich hab euch 'ne Überraschung mitgebracht! <<
    >>Kein Essen von Aberforth, nehme ich an. <<, Das war die Stimme von Seamus Finnigan. >>Wär 'ne Überraschung, wenn wir es verdauen könnten! << sagte er. Neville grinste nur und trat zur Seite. Nun waren aus dem ganzen Raum aufgeregte Rufe und Schreie von den Personen zu hören, die uns nun entdeckten –
    >>HARRY! <<
    >>Es ist Potter, es ist POTTER! <<
    >>Ron! <<
    >>ANGIE! <<
    >>Hermine! <<
    Und dann schon im nächsten Moment wurden Harry, Ron, Hermine und ich von etwa zwei Dutzend Leuten bestürmt, die uns umarmten, uns auf die Schultern schlugen, uns die Haare zerstrubbelten, die Hände schüttelten, als ob wir gerade ein Quidditch-Endspiel gewonnen hätten.
    Und da kam plötzlich eine kleine, aber gewaltige Umarmung aus dem nichts, die mich fast zu Tode erdrückte. Bis mich der Süße Duft von Kamille und Rosen in meiner Nase kitzelte. Es war der Duft, den sie immer hatte. Emily.
    >>Ich habe dich vermisst! << sagte sie. Mir kamen vor Freude fast die Tränen. Ich war so erleichtert. Ich löste mich von ihr und sah ihr ins Gesicht. Da war gar nichts, keine Schramme, keine Kratzer und auch nirgends ein blauer Fleck. Nur das süße zwölfjährige Mädchen, das schon so was wie meine kleine Schwester war.
    >>Ich dich auch, Süße! <<, sagte ich zu ihr und lächelte was sie erwiderte. >>Wie geht's dir? Haben sie dich verletzt? <<
    Sie lachte.
    >>Nein! Sehe ich so aus, als hätten sie mich verletzt? << fragte sie. Ich drückte sie noch einmal.
    >>Nein. <<, sagte ich lächelnd. >>Em, es tut mir leid, dass ich dich in dieser Irrenanstalt im Sommer alleine gelassen hab. Ich kann vollkommen verstehen, wenn du mich jetzt auf ewig hasst. <<
    >>Quatsch! Was redest du da? Valerie ist nicht mal halb so schlimm wie Snape oder die Carrows – außerdem ist sie an Altersschwäche gestorben. << sagte Emily. Ich sah sie wieder an.
    >>Ja? Und wer leitet nun dieses Waisenhaus? << fragte ich neugierig. Dass Valerie tot war, interessierte mich gerade einen feuchten Dreck. Ich habe diese Frau schließlich mehr als alles andere gehasst, mehr als Snape.
    >>Amanda. Sie ist einfach klasse. Das Waisenhaus hat sich total verändert, es gibt sogar bereits Kinder dort, die lachen und fröhlich sind und auch spielen können. Und man kann dort nun so viel Essen bis einen der Magen platzt. << sagte Emily. Amanda Russo war die Köchin im Waisenhaus, zurzeit als Valerie es leitete, und der einzige nette Mensch dort. Aber Hauptsache, dass es Emily gut ging.
    >>Das klingt doch super. <<, sagte ich. >>Ich freue mich so sehr, dass es dir gut geht, und ich verspreche dir: Nach diesem Schuljahr, kehrst du nicht ins Waisenhaus zurück. << sagte ich. Emily strahlte und drückte mich noch mal. Jetzt kamen ihr fast die Tränen.
    >>Ich hab dich so vermisst! <<
    >>Ich dich auch. <<
    >>Ich bin dieses ganze Schuljahr unverletzt geblieben. Alles dank Neville. Er hatte mich immer in Schutz genommen, als ich in Schwierigkeiten kam, er hat immer alles auf sich geschoben. Ich habe dank ihm, nicht einmal eine Ohrfeige von den Carrows kassiert. << sagte sie und sah dann zu Neville, der uns verlegen anlächelte und rosa wurde.
    >>Das hast du echt getan? << fragte ich und sah Neville an, der bei uns in der Nähe stand.
    >>Ja. <<, sagte Neville und kratze sich verlegen am Hinterkopf. >>Es wäre eine Schande, wenn eine zwölfjährige die ganze Zeit verletzt wird und dann hat sie später an ihre Schulzeit nur noch schlimme Erinnerungen. << Ich ging jetzt zu Neville und drückte ihm ein Küsschen auf die Wange. >>Ich danke dir, Neville. << sagte ich.
    Neville wurde rot.
    >>Immer wieder gerne. << sagte er.
    Das Gerede der anderen Schüler war unerträglich laut geworden und keiner verstand mehr seine eigenen Worte.
    >>Okay, okay, beruhigt euch! << rief Neville, und als alle zur Seite traten, sah ich, wo wir uns befanden.
    Dieser Raum war mir völlig fremd. Ich war hier noch niemals hier. Ich hatte nicht mal Ahnung, dass dieser Raum existiert. Er war riesig, wirkte eher wie das Innere eines ungewöhnlich luxuriösen Baumhauses oder die Kajüte eines gigantischen Schiffes. Bunte Hängematten waren an der Decke und an einer Galerie befestigt, die an den dunklen, holzgetäfelten und fensterlosen Wänden entlanglief, die mit hellen Wandteppichen bedeckt waren: Ich sah den goldenen Gryffindor-Löwen auf scharlachrotem Hintergrund prangen; den schwarzen Dachs von Hufflepuff auf gelbem und den bronzenen Adler von Ravenclaw auf dunkelblauem Grund. Nur das Silber und Grün von Slytherin fehlte. Es gab voll gestopfte Bücherregale, ein paar Besen lehnten an den Wänden, und in der Ecke stand ein großes Radio mit hölzernem Gehäuse.
    >>Wo sind wir? << stellte Harry die Frage, die ich gerade auch stellen wollte.
    >>Raum der Wünsche natürlich! <<, sagte Neville. >>Besser geht's nicht, was? Die Carrows waren hinter mir her, und ich wusste, dass ich nur eine einzige Möglichkeit hatte, mich zu verstecken: Ich hab es geschafft, durch die Tür zu kommen, und das hab ich vorgefunden! Also, er sah nicht genauso aus wie jetzt, als ich ankam, er war viel kleiner, es gab nur eine Hängematte und nur Wandbehänge von Gryffindor. Aber er hat sich ausgedehnt, als immer mehr von der DA gekommen sind. <<
    >>Und die Carrows können hier nicht rein? << fragte Harry und sah sich vermutlich nach der Tür um.
    >>Nein. <<, sagte Seamus Finnigan, dessen Gesicht ich erst jetzt ansah. Er sah wirklich noch schlimmer aus als Neville. Seine blauen Flecken waren größer und viel dunkler und bei seinen Kratzern wollte ich gar nicht erst anfangen. >>Es ist ein gutes Versteck; solange einer von uns hier drinbleibt, kommen sie nicht an uns ran, die Tür geht nicht auf. Das ist alles Neville zu verdanken. Er hat diesen Raum wirklich im Griff. Du musst dir genau das wünschen, was du brauchst – zum Beispiel >Ich will nicht, dass irgendwelche Carrow-Anhänger hier reinkommen < -, und der Raum macht es für dich! Man muss nur sichergehen, dass die Schlupflöcher verstopft sind! Neville ist unser Mann! <<
    >>Aber ihr seid nun wieder da! <<, sagte Emily. >>Also müsst ihr einen Plan haben! <<
    Alle im Raum sahen zu Harry, Ron, Hermine und mir.
    >>Ja, Emily hat Recht. Wie sieht der Plan aus? << fragte Seamus.
    >>Wir haben keinen. <<, sagte Harry. >>Aber wir sind nicht wieder hergekommen um hierzubleiben. <<, Harry sah kurz hinter sich zu Hermine, Ron und mir. >>Ron, Angie, Hermine und ich haben etwas zu erledigen. Wir müssen etwas finden. Wenn wir es finden, kann es zum Sieg über Ihr-wisst-schon-wen führen. Es ist hier im Schloss. << sagte er. Die Schüler tauschten ein paar Blicke aus.
    >>Was ist es? << fragte Seamus neugierig.
    >>Das wissen wir nicht. << sagte Harry. Wieder trat eine kurze Stille ein.
    >>Wo ist es? << fragte Dean Thomas, der mir erst jetzt auffiel. Unter den Anwesenden, erkannte ich noch ein paar bekannte Gesichter wie Ernie Macmillian, Hannah Abbott, Michael Corner, Anthony Goldstein, Terry Boot, Justin Finch-Fletchley, Susan Bones, Lavender Brown, Lisa Turpin, die Patil-Zwillinge Padma und Parvati, sogar Luna und auch Cho Chang.
    >>Das wissen wir auch nicht. <<, sagte Harry. Wieder sagte keiner etwas. >>Ich weiß, dass ist nicht viel Info- <<
    >>Das ist gar keine Info. << schnitt Seamus Harry das Wort ab.
    >>Ich glaub, es hat was mit Ravenclaw zu tun. Es ist vermutlich sehr klein. Das heißt leicht zu verstecken. Hat jemand 'ne Idee? << Harry sah zu der Gruppe von Ravenclaws, zu Padma, Michael, Anthony, Lisa, Terry, Cho und Luna, die als einzige nach einer weiteren Runde Schweigen und Überlegen antwortete.
    >>Wie wäre es denn, mit Rowena Ravenclaws verschollenem Diadem? << sagte Luna. Ron flüsterte Hermine zu: >>Na super. Sie schon wieder. << Hermine und ich schlugen ihm gleichzeitig gegen den Arm.
    Harry schien nicht zu wissen was Luna meinte. Ich kannte dieses Diadem auch nicht, und als ich zu Hermine sah, die mein verwirrtes Gesicht erwiderte, wusste ich, dass sie auch keinen blassen Schimmer hatte.
    >>Das verschollene Ravenclaw-Diadem? Hat keiner davon gehört? Es ist berühmt. << sagte Luna.
    >>Ja, Luna, aber es ist verschollen. Niemand der noch lebt, hat es je zuvor gesehen. << sagte Cho.
    >>Was ist ein Diadem? << fragte Ron. Das war manchmal einfach nur peinlich, wie wenig Ron wusste.
    >>Ein Diadem ist eine Art Krone. Wie eine Tiara. So ein Teil, das Fleur bei der Hochzeit trug, du Fusselbirne. << sagte ich genervt.
    >>Okay, ja, ist gut, ich hab's gecheckt, Sullivan! << meinte Ron genervt. Ich funkelte ihn böse an.
    >>Genau. Aber angeblich ist es mit Ravenclaw zusammen verschollen. Seit Jahrhunderten. << sagte Terry Boot. Plötzlich war die Tür zu hören, wie sie geöffnet wurde. Es war Ginny die in den Raum der Wünsche trat. Sie war völlig außer Puste, als wäre sie ein Marathon gelaufen.
    >>Was ist los, Ginny? << fragte Neville.
    >>Snape weiß Bescheid! <<, keuchte sie. Alle Augen waren auf sie gerichtet. >>Er weiß, dass Harry, Ron, Angie und Hermine in Hogsmeade gesichtet wurden! << sagte sie.
    >>Und was nun? << fragte Lisa Turpin.
    >>Er will, dass alle Häuser ihre Betten verlassen, sich anziehen und dann in die Große Halle kommen! <<
    In dem Raum herrschte großer Auffuhr. Alle plapperten nervös durcheinander.
    >>Okay! Alle mal nicht die Nerven verlieren! <<, rief Neville durch den Raum. Es wurde wieder ruhig. >>Vergesst nicht, wir haben die gefälschten goldenen Galleonen von der DA und wir können so die Mitglieder des Ordens des Phönix alarmieren. Sie kommen uns sicher alle zur Hilfe! <<
    Neville erklärte Harry, Ron, Hermine und mir, dass sie einen Notfallplan hatten, dass sofort die Ordenmitglieder gerufen werden, denn so wie es nun aussieht, wird dies keine friedliche Nacht werden. Die Schüler in dem Raum zogen sich ihre Umhänge über ihre Kleider oder Schuluniformen und marschierten alle im Gänsemarsch nach draußen. Harry nahm sich schnell einen Gryffindor-Umhang.
    >>Was hast du vor, Kumpel? <<, fragte Ron. >>Du willst jetzt nicht wirklich da mit runtergehen? <<
    >>Doch. Aber ich werde untertauchen. Ich werde mich unter die anderen Gryffindors mischen – ich pass schon auf, dass mich keiner entdeckt <<, fügte er schnell hinzu, als er unsere Gesichter sah, die einen Hauch von Sorge ausstrahlten und so viel sagten wie: >>Das ist eine echt blöde Idee. << Harry fuhr fort: >>Die ganze Schule soll erfahren, wer wirklich an Dumbledores Tod Schuld ist. Wartet ihr hier auf die Ordenmitglieder! << Mit diesen Worten verschwand er unter den anderen Gryffindors.
    Wir warteten zusammen mit Neville auf die Ordenmitglieder, an die wir schon mehrere Nachrichten geschickt hatten. Kaum zehn Minuten später, tauchten auch schon Mr. und Mrs. Weasley, Tonks, Remus, Kingsley, Fred, George, Bill, Fleur, Charlie und Percy in dem Raum der Wünsche auf. Wir alle begrüßten uns. Ich war froh, nach geschlagenen sechs Monaten, endlich die Menschen wiederzusehen, die ich liebte.
    >>Ron! << sagte Mrs. Weasleys und drückte ihren Sohn ganz fest. Dann wandte sich auch Mrs. Weasley, Hermine und mir zu.
    >>Oh, ihr Süßen! Ihr habt mir so sehr gefehlt! << sagte Mrs. Weasley und umarmte uns und drückte jeder einen Kuss auf die Stirn. Nach einer kurzen Begrüßungsphase, erklärten wir den Ordenmitgliedern, was wir nun vorhaben. Einfach alles. Dumbledores Auftrag an Harry, Ron, Hermine und mich. Was nun los ist, und wo sich die anderen befinden, und was wir nun vorhaben.
    >>Sind wir nicht ein paar zu wenig? << fragte Hermine.
    >>Ja, ich finde Hermine hat Recht. Es wird heute noch viel passieren. Es wird zum Kampf kommen. Und die Schule braucht mehr, die mitkämpfen. << sagte Ron zu den anderen.
    >>Genau, denn Lehrer und die älteren Schüler gegen Voldemorts tausende Todesser? Die Chancen stehen für uns eins zu einer Milliarden, dass wir es alleine schaffen. << unterstützte Neville Ron und Hermine.
    >>Das schon <<, sagte Kingsley. >>Aber wir haben noch andere auf unserer Seite darüber informiert. Sie werden alle bald genug hier auftauchen. <<
    >>Wie viele? << fragte ich.
    >>Zwanzig. << sagte Bill.
    >>Nicht gerade viel. << sagte Hermine.
    >>Schon, aber mehr können wir leider nicht tun. << sagte Remus. Mir kam eine Idee.
    >>Und was, wenn wir die Bewohner von Hogsmeade darüber informieren? Sie könnten doch alle mitmachen! << sagte ich.
    >>Ist eigentlich keine schlechte Idee. << sagte Mrs. Weasley.
    >>Das ist klasse! <<, strahlte Tonks. >>Los, denkt weiter nach, wen haben wir noch auf unserer Seite? <<
    Ron, Hermine, Neville und ich überlegten. Hermine schrie auf.
    >>Was ist mit magischen Wesen! << sagte sie aufgeregt.
    >>Was soll damit sein? << fragte Neville. Die Ordenmitglieder sahen uns gespannt an.
    >>Die Riesen, die Hagrid doch dazu gebracht hat, im Auftrag von Dumbledore, auf unsere Seite zu ziehen! Und dann noch die Thestrale! Und Seidenschnabel und den anderen Hippogreifen, die Hagrid uns im dritten Jahr gezeigt hat! Und die Hauselfen unten in der Schulküche! Was ist mit den allen? Sie könnten vom großen Nutzen sein! <<
    >>Hermine, du bist die beste! <<, sagte ich. >>Es stimmt, all diese Geschöpfe sind auf unserer Seite. Wir müssen nur Hagrid darum bitten, sie alle herzubringen und einer muss in die Küche und die Hauselfen informieren! << fügte ich hinzu, als der Gesichtausdruck der Ordenmitglieder verriet, dass sie keine Ahnung hatten, von was wir da eigentlich laberten.
    >>Okay, das ist sehr gut! <<, sagte Remus. >>Ein oder zwei von uns, sollten runter zu Hagrids Hütte und ihm bescheid sagen. << Er sah die Ordenmitglieder an.
    >>Ich mach das! << sagte Percy.
    >>Wir begleiten dich mal, Perce! <<, sagten Fred und George wie aus einem Munde. >>Nur zur Sicherheit, damit du dich nicht verläufst, denn du bist ja schon eine ganze Weile nicht mehr hier gewesen. << grinste George. Manchmal fragte ich mich ob die Zwillinge dieselben Gedanken hatten oder sich hörten. Denn so wie die beiden sich manchmal benahmen war manchmal einfach viel zu gruselig. Percy sah die beiden böse an, aber die anderen lachten.
    >>Fred? << sagte ich noch, als die drei den Raum der Wünsche wieder verlassen wollten.
    >>Ja? << sagte er und drehte sich zu mir.
    >>Könntest du das mit den Hauselfen erledigen, ich glaube es weiß sonst keiner, wie man in die Schulküche gelangt. << sagte ich.
    >>Kein Problem. Nachdem wir bei Hagrid waren, machen George und ich uns auf den Weg. << sagte Fred.
    >>Jetzt wäre das aber passender. <<, sagte Hermine. >>Ihr müsst nicht immer im Doppelpack unterwegs sein. << fügte sie hinzu. Die Zwillinge tauschten einen Blick aus.
    >>In Ordnung. Ich beeil mich. << sagte Fred dann und sie verließen dann schließlich den Raum.
    Wir anderen gingen alle in der Gruppe zusammen durch die Korridore von Hogwarts. Ich musste sagen, dass die Schule sich von Innen ebenfalls sehr verändert hat. Als wir an der Großen Treppe ankamen, sah ich, dass die Treppen, die, die Richtungen immer gewechselt haben, nun durch andere ersetzt wurden. Und zwar durch normale die sich nicht bewegten und es sah nun überall langweiliger aus. Aber ich musste dies ignorieren.
    Es war Schade, dass Hogwarts – was mit der Zeit zu meinem zu Hause geworden ist – sich so sehr verändert hat. Die ganzen Erinnerungen. Die langen Abende vor dem Kamin mit meinen drei besten Freunden. Der interessante und spaßige Unterricht in der ersten Klasse. Ja, sogar die Lehrer waren einige dieser schönen Erinnerungen.
    Aber nun ist Hogwarts wie ein Gefängnis, es erinnert mich an das Waisenhaus Hope for orphaned children, wo ich bei beginn der Sommerferien vor dem sechsten Schuljahr verfrachtet wurde, nachdem mich die Muggelpolizei mitten in der Nacht auf der Straße erwischt hab, aber Dumbledore mir alles dort zum Glück erträglich gemacht hat. Es ist, als wäre ich in diese Irrenanstalt zurückgekehrt, denn so wie es nun in Hogwarts aussieht, wäre es definitiv auch Valeries Stil gewesen sein können.
    Als wir an der Tür zur Großen Halle ankamen, öffnete sich diese wie immer von selbst und wir traten alle ein. Die Augen der Schüler und Lehrer waren nun alle auf uns gerichtet.
    Die Halle sah grauenhaft aus. Die ganzen Tische und Bänke waren beiseite geräumt. Die Fackeln die von der Decke hangen, waren nicht angezündet, und auch die Kerzen schwebten nun nicht mehr in der Luft. Die vier Häuser standen jeder in einer Ecke der Großen Halle. Snape und Harry standen in einem großen Abstand voneinander entfernt.
    >>Es scheint mir, als gäbe es trotz ihrer großen Veränderungen, immer noch ein Sicherheitsproblem in ihrem Haus. Und zwar ein ganz gewaltiges. <<, sagte Harry und sah Snape an. >>Dass Sie es wagen da zu stehen, wo er stand! <<, sagte Harry. >>Erzählen Sie es ihnen! Erzählen Sie ihnen, was in jener Nacht passiert ist! Wie Sie diesem Mann in die Augen sahen, dem, der Ihnen vertraut hat und ihn getötet haben! << sagte Harry voller Zorn. Snape hatte ihn die ganze Zeit nur angesehen. Plötzlich zückte Snape den Zauberstab und richtete ihn auf Harry. Harry holte auch seinen schnell hervor und richtete seinen auch auf Snape. Die Halle erschrak. Auch die Ordensmitglieder und Hermine, Ron und ich hielten unsere Zauberstäbe bereit. Die Häuser wichen alle zurück vor Schrecken und rückten näher an die Wände.
    Doch plötzlich drängte sich McGonagall vor Harry und richtete ebenfalls ihren Stab auf Snape. Kurz trafen sich McGonagalls und Snapes Blicke und McGonagall schoss dann sofort einen Fluch auf Snape ab. Snape wehrte diesen ab und es entstand ein Kampf zwischen ihm und McGonagall. McGonagall war definitiv die bessere und stärkere Hexe und schien Snape zu besiegen. Nach ein einer kurzen Weile schon, verwandelte Snape sich in den schwarzen Rauch der Todesser und flog davon – direkt aus dem Fenster über dem Lehrerpodest, das dann zersprang.
    >>FEIGLING! << schrie McGonagall ihm hinterher. Die Halle brach in Jubel aus. McGonagall schwang ihren Zauberstab und die Fackeln in der Großen Halle leuchteten auf und etwas Licht und Leben war wieder in die Große Halle eingekehrt.
    Harry riss sich dann den Gryffindor-Umhang, worunter er seine normalen Sachen trug, vom Leib und warf ihn in eine Ecke.
    Die Große Halle füllte sich mit den Schulgespenstern, die sich auch in der Halle anfingen zu versammeln. Das Tosen hielt einige Minuten an. Als plötzlich die verzauberte Decke ganz dunkel wurde und die Feuer in den Fackeln viel schwächer, jedoch nicht komplett ausgingen.
    Nun wurde es wieder ganz stil in der Halle. Und dann war aus einer Ecke der Halle, der Schrei eines Mädchens zu hören. Die ganze Halle drehte sich zu ihr und jeder sah sie an. Es war ein kleines Mädchen aus Ravenclaw. Sie hielt sich die Hände an die Ohren und schrie so laut, als würde sie unter einem Cruciatus-Fluch stehen.
    Dann schrie plötzlich Padma und hielt sich, wie das andere Mädchen aus Ravenclaw, die Hände an die Ohren. Parvati verstummte, als plötzlich eine ganz andere Stimme durch den riesigen Raum hallte. Sie war hoch, kalt und klar. Woher sie kam, war nicht auszumachen; sie schien aus den Wänden selbst hervorzudringen.
    >>Ich weiß, dass einige von euch darauf angewiesen sind, zu kämpfen. Einige von euch halten es sogar womöglich für klug zu kämpfen. Eure Bemühungen sind zwecklos. Ihr könnt mich nicht besiegen. Ich will euch nicht töten. Ich habe Hochachtung vor den Lehrern von Hogwarts. Ich will kein magisches Blut vergießen. <<, sagte Voldemorts Stimme, die nach einem schwachen Flüstern klang. >>Gebt mir Harry Potter und ich lasse Hogwarts unversehrt! Gebt mir Harry Potter und ihr werdet belohnt werden! Ihr habt Zeit bis Mitternacht! <<
    Und somit verschwand Voldemorts Stimme wieder. Die Fackeln leuchteten wieder normal und stärker auf. Die Decke der Großen Halle war nun auch nicht mehr so dunkel, doch dafür war die gesamte Große Halle verstummt. Alle Blicke waren auf Harry gerichtet, dessen Gesichtsausdruck einfach nur unbeschreiblich geschockt und voller Sorge aussah. Jeder stand wie angewurzelt am Boden. Bis plötzlich die nervöse Stimme von Pansy Parkinson ertönte.
    >>Worauf wartet ihr denn alle? <<, rief sie durch die Halle. >>Aber da ist er doch! Potter ist hier! Jemand soll ihn festhalten! <<
    Sofort bewegte ich mich wieder und ging zu Harry und schob ihn hinter mich. Ron und Hermine folgten meinem Beispiel, dann auch ein Schwarm von Ravenclaws, Hufflepuffs und Gryffindors. Wir alle sahen nur Parkinson an. Die Slytherins starrten uns alle an. Was für armselige Angsthasen! Ganz zu schweigen von dieser blöden Schnepfe Parkinson. Plötzlich war Getrappel von schnellen Schritten zu hören. Es war Filch, der Hausmeister. Ich hatte schon Vollkommen vergessen, wie er aussah. Er rannte mit seiner Katze – Mrs. Norris – auf dem Arm in die Große Halle.
    >>Schüler außerhalb der Betten! Schüler außerhalb der Betten! Schüler außerhalb der Betten! Schüler in den Korridoren! << rief er.
    >>Sie wurden angewiesen die Betten zu verlassen, Sie jämmerlicher Trottel! << sagte McGonagall.
    >>Oh. Tut mir leid, Ma'am. << sagte Filch.
    >>Aber zufällig, Mr. Filch, sind Sie genau zum passenden Zeitpunkt erschienen. <<, sagte McGonagall und zeigte mit ihrem Zauberstab auf die Slytherins wo auch Parkinson stand, ohne den Blick von Filch abzuwenden. >>Und jetzt, wären Sie so freundlich, Miss Parkinson und die andern Slytherins auf der Stelle von hier wegzuschaffen! << sagte McGonagall.
    >>Und wo genau, soll ich Sie hinbringen, Professor? <<
    >>Der Kerker wäre ein passender Ort. << sagte McGonagall. Wieder brach ein Jubeln in der Halle aus. Endlich gingen die Slytherins an den Ort an den sie auch hingehören. Filch begleitete die Slytherins aus der Großen Halle raus und führte sie weg. McGonagall trat an das Lehrerpodium.
    >>Mr. Filch und Madam Pomfrey werden die Evakuierung beaufsichtigen. Vertrauensschüler, wenn ich das Signal gebe scharen Sie die Schüler Ihres Hauses um sich und führen sie geordnet zum gemeinsamen Treffpunkt. <<, sprach McGonagall. >>Wer volljährig ist, kann bleiben und mitkämpfen. Die Minderjährigen jedoch, haben sich in ihren Häusern in Sicherheit aufzuhalten, ihnen wird auch Schutz geboten!
    Über das gesamte Schloss werden Schuttzauber ausgeführt, aber sie werden vermutlich nicht lange halten. Jedoch bitten wir die, die nicht kämpfen wollen, in ihren Gemeinschaftsräumen zu bleiben. Wer kämpfen will, der darf bleiben. << McGonagall trat mit den anderen Lehrern aus der Großen Halle. Die Schüler waren plötzlich alle in Eile. Schüler rannten durch Korridore kreuz und quer, durch die Kerker, auf den Treppen stolperten einige fast über ihre eigenen Füße. Die ganze Schule bereitete sich nun auf das vor was nun bald kommen wird. Der Krieg.

    5
    Die Schlacht von Hogwarts


    Ron, Hermine und ich befanden uns in der Großen Halle wo bereits immer noch Auffuhr herrschte, aber die sich auch etwas geleert hatte. Wir mussten uns was überlegen.
    >>Wie können wir jetzt eigentlich ohne das Schwert den Kelch zerstören? << fragte ich.
    >>Ich hab keine Ahnung! <<, sagte Hermine. >>Wäre schön, wenn wir Basiliskengift hätten! << Ron machte große Augen.
    >>Ich hab’s! << sagte er. Hermine und ich sahen ihn fragend an. >>Na wir brauchen Basiliskengift! Ich weiß wo welches sein könnte. Dann könnten wir auch den Kelch von Hufflepuff zerstören. << sagte er. Hermine und ich waren immer noch so ratlos wie am Anfang.
    >>Kannst du genauer werden. Und außerdem, ist es das ja. Wo willst du Basiliskengift herkriegen? << fragte Hermine.
    >>Die Kammer des Schreckens! << sagte Ron. Wie konnte ich bloß die Kammer vergessen haben! Wenn dort der Basilisk immer noch liegt, dann bedeutet es, dass dort auch noch seine Zähne da sind, die voller Gift sind.
    >>Genial! << sagte ich.
    >>Okay. Los kommt! Wir müssen es Harry sagen! << sagte Ron. Wir liefen aus der Großen Halle. In der Eingangshalle wäre Hermine fast in einen eilenden Schüler reingerannt, so wie es danach Ron passierte und dann auch mir. >>Entschuldigung! << sagten wir und liefen sofort weiter. Harry war nicht schwer zu finden. Er war an der Großen Treppe. Wir liefen sofort hin.
    >>Harry! <<, sagte Ron. Harry wollte gerade anscheinend irgendwo hin, denn er sah auch aus als wäre er in Eile. >>Angie, Hermine und ich haben nachgedacht, und wir sind uns einig: Den Horkrux zu finden, bringt gar nichts. << sagte er.
    >>Und? << sagte Harry.
    >>Wir müssen ihn auch zerstören können! << sagte ich.
    >>Also haben wir uns was überlegt. << sagte Ron.
    >>Nein, nicht wir. Ron. Es war Rons Idee. Es ist absolut super. << sagte Hermine.
    >>Du hast doch Tom Riddles Tagebuch mit einem Basiliskenzahn zerstört. <<, Harry nickte. >>Nun, wir wissen vielleicht wo einer sein könnte. << sagte Ron. Harry kramte in seiner Jackentasche. >>Okay, gut. Aber nehmt die Karte mit, damit ihr mir mich dann wieder finden könnt. << sagte Harry und reichte uns die Karte des Rumtreibers. Plötzlich kamen Neville und Emily zu uns.
    >>Emily! Was zur Hölle tust du hier? Warum bist du nicht im Hufflepuff-Gemeinschaftsraum? << fragte ich. Emily sollte nicht hier sein. Sie ist doch gerade zwölf Jahre alt.
    >>Ich werde mitkämpfen! << sagte Emily.
    >>NEIN! Kommt überhaupt nicht infrage! << sagte ich.
    >>Keine Sorge! Ich werde die ganze Zeit nicht von ihrer Seite weichen. Ich verspreche es! << sagte Neville. Plötzlich war draußen ein lauter Knall zu hören. Was es war konnte ich nicht sagen, denn ich sah gar nichts. Nur die Schüler, die weiter in Eile kreuz und quer durch die gesamte Schule hetzten. Viel Zeit blieb mir zum Überlegen nicht.
    >>Nein! Auf keinen Fall! Neville, ich will, dass du sie auf der Stelle zum Hufflepuff-Gemeinschaftsraum bringst! << sagte ich. Die beiden wussten, dass ich mich nicht damit einverstanden erklären würde. Neville schien dies problemlos zu akzeptieren. Anders als Emily.
    >>Aber- <<
    >>Kein aber! Ich verbiete es dir! Du bist noch ein Kind! Du hast selbst gehört, was McGonagall gesagt hat, nur die volljährigen dürfen mitkämpfen! << sagte ich. Emily sah mich traurig an. Aber an meinem Gesichtsausdruck änderte sich nichts. Emily wird auf keinen Fall in die Todesfalle laufen.
    >>Okay! <<, sagte Neville. >>Komm, Emily. Wir gehen dann. << Neville und Emily drehten sich weg von uns und eilten die Treppen wieder runter. Emily warf mir noch einen enttäuschten Blick zu. Ich will einfach nicht, dass sie traurig. Ich kann es nicht ertragen, wenn sie unglücklich ist. Ich rief ihnen noch hinterher: >>Neville? <<, sagte ich. Er und Emily blieben stehen und sahen zu mir. >>Pass gut auf sie auf! << sagte ich.
    >>Keine Sorge! Werde ich machen! << Und dann waren die beiden komplett verschwunden. Hermine, Ron und ich wandten uns wieder Harry zu, der die Treppen hoch rannte.
    >>Wo willst du hin? << rief ich ihm hinterher.
    >>Zum Ravenclaw-Gemeinschaftsraum. Irgendwo muss ich anfangen! <<
    Damit war er auch schon verschwunden. Ron, Hermine und ich eilten ebenfalls davon. Wir drängelten uns an den Schülern vorbei bis wir im zweiten Stockwerk ankamen, wo sich das Klo der Maulenden Myrte befindet.
    Als wir dies betraten, war Myrte gar nicht da. Sie muss wohl mal wieder im Kanal oder in den Abflussrohren sitzen. Wir traten an den Waschbeckenkreis heran, der sich in der Mitte des Raumes befand. Eine Sache hatten wir leider vergessen.
    >>Wie kommen wir in die Kammer rein? << fragte Hermine.
    >>Dieselbe Frage wollte ich euch gerade auch stellen. Man muss Parsel sprechen können um hinein zu kommen. Zu dumm. Jetzt bräuchten wie Harry. << sagte ich. Hermine und ich betrachteten die Waschbecken. Ron blieb jedoch einfach wie erstarrt stehen und schaute ins leere.
    >>Vielleicht können wir sie ja zerstören, bis das Rohr frei ist und wir hindurch können. << sagte Hermine.
    >>Eigentlich keine schlechte Idee. Aber ich meine, diese Kammer ist bestimmt mit einem Zauber oder so belegt, vielleicht kann man gar nichts an ihr zerstören. << sagte ich und wie Hermine weiter an den Waschbecken entlang hin und her.
    >>Versuchen können wir es. << sagte ich.
    >>Jaah, aber mir fällt ein, mit welchem Zauber denn? Confringo? Würde der etwas bringen? << fragte Hermine.
    >>Vielleicht … Confringo ist ein starker Zauber … aber ich glaube, nicht mal der ist stark genug diesen Marmor wegzusprengen – okay, das ist eigentlich ganz leicht mit einem Sprengfluch – aber diese Kammer ist doch verzaubert, und diese Becken vermutlich auch. Keine normale Zauberei würde dagegen was ausrichten. Entweder man spricht Parsel oder man hockt für immer in der Klemme. << sagte ich und musterte die Waschbecken.
    >>Ron, was meinst du? << fragte Hermine. Hermine und ich sahen zu Ron, der immer noch auf dieselbe Stelle starrte wie vorhin schon auch.
    >>Ron? << sagte Hermine noch mal. Über Rons Gesicht breitete sich ein Grinsen aus.
    >>Ich weiß was! << sagte er. Wir sahen ihn fragend an.
    >>Was? << fragte ich. Ron machte uns mit einer Handbewegung deutlich, wieder zu ihm zu kommen. Wir stellten und wieder genau neben Ron hin und sahen ihn an. Wir wussten immer noch nicht was er vorhatte. Doch dann öffnete er den Mund. Er sprach irgendwelche fremden Wörter. Leider sprach er kein Englisch, weshalb Hermine und ich nur noch mehr verwirrter waren. Doch dann als sich die Waschbecken zur Seite schoben, und das wo das Zeichen mit der Schlange drauf ist nach unten unter Gitter schob, wussten Hermine und ich, dass Ron gerade Parsel gesprochen hatte.
    >>Na kommt schon. << sagte er zufrieden. Er sprang runter in das Rohr hinein ohne zu zögern.
    >>Warte! << rief Hermine ihm hinterher, aber er war schon weg. Ich ging mit ihr auch auf das Rohr zu und wir sprangen ebenfalls runter.
    Wir befanden uns wieder auf dieser komischen Rutschbahn. Wir prallten dann in der Kammer auf. Ich sah mich um. Es hatte sich absolut gar nichts verändert. Die Kammer sah genauso aus, wie vor fünf Jahren. Ich bekam Gänsehaut. Ich hasste diesen Ort mehr als die Kerker. Die Erinnerungen, die bei mir hochkamen, waren einfach nur schlimm. Doch ich musste die Zähne zusammenbeißen und durch.
    Wir gingen durch die Kammer, bis wir das andere Ende erreicht hatten. Dort befand sich die Tür die zum Ende der Kammer führte. Dahinter steht diese riesige Halle wo an den Wänden links und rechts Schlangenköpfe aus Stein bis zum Ende der Kammer nebeneinander gereiht sind. Dort am Ende ist eine riesige Statur von Salazar Slytherin – unter der ich gelegen habe, als ich im zweiten Schuljahr von dem Basilisken verschleppt wurde.
    Doch zuerst müssen wir an dieser Tür vorbei, die man nur mit Parsel öffnen kann. Ron verstand es sofort und sagte wieder diese komischen Worte auf Parsel. Er klang fast wie eine echte Schlange. Er trat dann von der Tür wieder zurück und diese öffnete sich. Hermine und ich verstanden nur noch Bahnhof.
    Woher bitte schön, kann Ron Parsel sprechen? Diese Frage war in Hermines und in meinem Gesicht deutlich zu lesen. Ron sah uns an und sagte: >>Harry redet im Schlaf. <<, sagte er und grinste uns an. >>Nie gehört? << fragte er.
    >>Nein. Natürlich nicht. << sagten Hermine und ich wie aus einem Munde. Wir gingen dann durch die Tür und fanden uns am Ende der Kammer wieder. Diese Halle – ich nannte sie jedenfalls Halle, oder ein großer Raum – war viel größer als die Große Halle in der Schule; so kam es mir jedenfalls immer schon vor.
    Schweigend gingen wir bis zur Staute von Salazar Slytherin. Ich schaute auf den Boden. Da war immer noch der riesige Tintenfleck von Tagebuch, auf dem nassen Steinboden, als Harry es mit dem Zahn zerstörte und dadurch die Tinte aus dem Buch gequetscht wurde. Hier, genau neben dem Fleck, lag ich und bin auch dort wieder aufgewacht. Es war eine viel zu schlimme Erinnerung.
    Ich hatte gar nicht das riesige Schlangenskelett rechts von uns bemerkt. Erschrocken sah ich hin. Der Basilisk – oder besser gesagt, dass was von ihm übrig ist. Er lag hier nun fast sechs Jahre lang und alles was von ihm übrig war sind seine widerlichen Knochen.
    Ron trat an das Skelett heran und zog dem Basilisken ein paar Zähne aus. Die können wir noch für die anderen Horkruxe gut gebrauchen. Ron ging wieder zu mir und Hermine. Ich holte Hufflepuffs Kelch aus meiner schwarzen Tasche hervor. Ron reichte Hermine den Giftzahn. Sie sah ihn etwas erschrocken an.
    >>Mach du’s. << sagte er zur ihr und Hermine nahm ihn in die Hand.
    >>Ich kann das nicht. << hauchte sie schwach. Ron nahm aufmunternd ihre Hand. >>Klar kannst du. Na komm schon. << sagte er. Er und ich gingen an den Tintenfleck. Dort legte ich den Kelch auf dem Boden hin. Hermine stand noch unsicher herum und sah uns zu.
    >>Hermine. <<, sagte ich und sah sie an. Sie jedoch starrte auf den Horkrux. >>Das schaffst du. << sagte ich. Hermine nickte. Sie ging langsam dann auch zu uns, und kniete sich wie wir auf den Boden vor den Horkrux. Wir sahen uns alle noch einmal an. Hermine atmete durch die Nase tief ein und dann wieder aus. Sie hob ihren rechten Arm, indem sie den Giftzahn hielt. Eine Sekunde lang blieb sie so.
    Doch dann ließ sie ihren Arm wieder blitzschnell sinken, immer noch mit dem Basilisken-Giftzahn in der Hand – direkt in den Kelch hinein. Aus dem Kelch schien eine Art Schrei zu kommen. Der Horkrux rutsche davon auf die Statur von Slytherin zu. Und dann aus dem nichts erhob sich das Wasser, das am Rande der Staute war, aus dieser komischen riesigen Pfütze die seit dem zweiten Schuljahr nicht verschwunden ist. Es war so viel Wasser und so hoch, dass wenn es auf uns landen, würde es uns das Genick oder so brechen oder unsere Lungen platzen lassen.
    Wir drei standen sofort auf und rannten wieder zurück, Richtung der Tür. Dauernd sahen wir zurück auf das Wasser, das immer näher kam. Wir rannten so schnell es ging. Doch schneller waren nicht wir, sondern das Wasser.
    Wir blieben stehen. Es gibt keinen anderen Weg mehr. Bis zur Tür hätten wir es sowieso nicht mehr geschafft. Das Wasser war aber schon etwas weiter hinter uns aufgeprallt und auf fiel nur so viel Wasser auf uns, als würde man nur eine ganze Badewanne über uns schütten.
    Nun war das Wasser wieder weg und wir drei klatschnass. Wir waren alle einen Moment wie angewurzelt. Doch dann sahen Ron und Hermine sich in die Augen und ehe ich mich versehen konnte, küssten sie sich. Endlich, dachte ich mir. Ich dachte schon, die beiden würden nie kapieren, dass sie einfach zusammen gehören.
    Obwohl ich mich nun für sie freute, war es gerade kein guter Moment dafür, denn über uns in der Schule herrschte bald Krieg. Und so langsam hatte ich auch genug gesehen. Ich räusperte mich laut.
    >>Ähm – Leute ihr seid nicht allein! <<, sagte ich halb laut, halb lachend. Die beiden lösten sich sofort wieder voneinander und wurden beide knallrot. >>Okay, schön, dass ihr endlich zueinander nach so vielen Jahren gefunden habt. Aber wir müssen glaub ich wieder zurück. << sagte ich. Ich drehte mich um und ging auf die Tür zu. Ron und Hermine folgten mir stumm. Beide immer noch rot.

    Wir waren wieder aus der Kammer draußen. Wir befanden uns nun wieder im Flur vor der Tür zum Klo der Maulenden Myrte. Ron holte die Karte des Rumtreibers hervor.
    >>Okay. Jetzt müssen wir Harry nur noch wiederfinden und ihm sagen, dass der Horkrux Geschichte ist, und wir nun bereit sind, den nächsten zu zerstören! <<, Ron starrte ratlos auf die leere Karte. >>Man, verdammt! Wie funktionierte das Ding noch mal? << Ich stöhnte genervt auf.
    >>Gib her! << sagte ich. Ron überreichte mir die Karte und ich zog schnell meinen Zauberstab hervor und hielt ihn an die Karte. >>Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin! << sagte ich. Auf der Karte breitete sich nun etwas dunkelrote Farbe aus, als hätte man ein Tintenfass darüber geschüttet. Die Farbe breitete sich auf der Karte aus und es erschienen die ganzen Flure und Geheimgänge von Hogwarts. Wir suchten panisch auf der ganzen Karte nach dem Namen >>Harry Potter<<, doch er war schwerer zu finden als die Nadel im Heuhaufen.
    Wir beschlossen dann einfach drauf loszugehen und sehen ob wir ihn irgendwo auf der Karte unterwegs finden. Wir gingen durch die ganzen Flure und schauten sogar in Klassenräumen nach. Harry war einfach nirgends zu finden. Nicht in den Gemeinschaftsräumen, nicht in den Kerkern oder sonst irgendwo. Ron, Hermine und ich haben nun schon fast die gesamte Schule abgelaufen. Wir befanden uns bereits im siebten und letzten Stock der Schule. Wir verrückt gingen wir im Schnellgang durch die Flure.
    >>Oh, man! Mit dem Ding finden wir ihn niemals! << sagte Ron und starrte nervös auf die Karte. Es war einfach nichts auf der Karte in diesem Stock zu sehen, außer den Namen >>Ron Weasley<<, >>Hermine Granger<< und >>Angie Sullivan<< hinter denen Fußspuren erschienen wo wir gerade mit unseren Füßen standen, und wenn wir dann wieder weiterliefen verschwanden. Plötzlich stach mir etwas ins Auge.
    >>Wartet! <<, sagte ich. Ron und Hermine blieben wie ich stehen. Ich zeigte auf der Karte auf einen der weiteren Korridore in diesem Stock. >>Da ist er doch! Schaut! << sagte ich. Da war Harrys Name zu sehen auf der Karte. Er befand sich auch in diesem Stock und müsste nicht weit weg von uns sein. Doch dann verschwand sein Name plötzlich von der Stelle auf der er gerade noch zu sehen war.
    >>Jetzt ist er verschwunden. <<, sagte ich etwas verwundert. >>Genau hier. Habt ihr gesehen? << sagte ich.
    >>Wo kann er denn nur hin sein? Hermine! << sagte Ron entrüstet und sah sie an.
    >>Ich weiß es nicht! << sagte Hermine. Dann sah Ron mich an. >>Angie, hast du ’ne Idee? <<
    >>Keine Ahnung, es sei denn er … <<, Ich dachte noch mal nach, und überlegte ob ich mich vielleicht irrte. Aber das glaubte ich nicht, denn das ist nur die einzige Möglichkeit. Ron und Hermine sahen mich erwartungsvoll an. >>Er ist im Raum der Wünsche! << brachte ich heraus.
    >>Ganz sicher? << fragte Hermine.
    >>Jaah, ich glaube, Angie hat Recht! Der Raum der Wünsche wird auf der Karte doch gar nicht angezeigt. Habt ihr beide doch letztes Jahr gesagt. << sagte Ron.
    >>Das haben wir. Du hast Recht! << erinnerte sich Hermine, nachdem sie einige Sekunden vor sich gestarrt hatte.
    >>Dann los! Nichts wie hin! <<, sagte Ron und gab mir die Karte dann wieder. >>Mach du sie wieder unlesbar. Ich habe den Spruch vergessen. << Wieder kramte ich schnell nach meinem Zauberstab und hielt ihn an die Karte. >>Unheil angerichtet! << sagte ich und die dunkelroten Farben verschwanden wieder von der Karte und es war wieder nur noch weißes Pergament zu sehen. Ron stopfte die Karte in seine Jackentasche und wir rannten dann los.
    Wir kamen vor der Wand an, wo dann immer der Raum der Wünsche erscheint, wenn man ihn braucht.
    >>Wer hat ’ne Idee? << fragte Hermine und starrte auf die leere Steinwand, wo sich die Tür zum Raum der Wünsche zeigt, wenn man an das denkt, was man gerade braucht.
    >>Ich weiß was! << sagte Ron. Er sah auf die Wand. Hermine und ich starrten ihn an. Es dauerte einige Sekunden. Doch es geschah nichts.
    >>Verdammt! Das klappt nicht! << sagte er.
    >>Lass mich mal was versuchen. << sagte ich. Jetzt sahen die beiden mich an. Ich sah auf die Wand und dachte nach. Wir brauchen den Raum, in dem sich Harry befindet!, dachte ich. Jedoch geschah nichts. Ich machte noch einen Versuch. Zeig uns den Ort, an dem wir unseren besten Freund finden. Und wieder nichts.
    >>Verflucht noch mal! Es funktioniert nicht! << sagte ich.
    >>Na schön! << sagte Hermine und sie schien auch nachzudenken. Doch es geschah immer noch nichts.
    >>Okay, lasst mich noch mal versuchen! << sagte Ron wieder. Wir warteten. Es schien einfach nur hoffnungslos. Nichts klappte. Doch dann als es schien, dass sich einfach nichts tun würde, erschien dann die Tür zum Raum der Wünsche.
    >>Ron, du bist genial! << sagte ich.
    >>Na das sind ja mal ganz neue Worte von dir, Angie. << sagte Ron etwas verwundert.
    >>Nein, wirklich. Ich bin beeindruck. << gab ich ehrlicherweise zu. Wir betraten sofort den Raum. Wir fanden uns an einem Ort wieder, an dem ich schon einmal war. Dies hier war der Raum, in dem alles versteckt ist. Hier haben Harry und ich letztes Schuljahr, das Buch des Halbblutprinzen verschwinden lassen. Hier war alles. Es waren mehrere Berge von Stühlen und anderen Krimskrams hier hochgestapelt. Einige davon reichten, wie die Bücherregale wie bei Flourish & Blotts, bis zur Decke. Einige reichten nur fast bis zur Decke oder bis zur Mittelhöhe des Raumes. An jeder Ecke war mal ein Schrank oder ein altes Regal. Dort lagen Besen und Tische mit kaputten Stühlen. Da waren abgenutzte Schmuckkästchen und Ballkleider die fast zerrissen waren. Teppiche waren überall ausgebreitet. Stapel von Büchern sammelten sich an jeder Ecke.
    Ron, Hermine und ich musterten den Raum ganz kurz. Doch dann rannten wir wieder los. Dieser Raum war noch größer als die Große Halle, noch größer als die Kammer des Schreckens, vermutlich noch größer als der ganze siebte Stock. Trotzdem liefen wir drei wie verrück an den ganzen Gegenständen vorbei. Wir sahen in Gänge, die manche großen Stapel bildeten und sahen sogar immer wieder hinter uns. Doch dann blieben wir stehen. Denn plötzlich waren von irgendwo die Stimmen von Harry, dann von Malfoy, dann von Crabbe und Goyle zu hören. Sie sind hier irgendwo! Wir liefen wieder los, allerdings dieses mal, so ruhig wie möglich, damit Malfoy, Crabbe und Goyle uns nicht hören. Die Stimmen wurden immer lauter, desto näher wir kamen. Wir bogen schnell um eine Ecke ab. Und da waren sie. Malfoy, Crabbe und Goyle hatten alle ihre Zauberstäbe auf Harry gerichtet, der etwas abseits von ihnen an einem Tisch stand, auf dem sich ein schwarzes großes Kästchen befand, es war geöffnet und darin glitzerte das silberne Diadem mit den blauen Saphiren von Rowena Ravenclaw. Noch hatten die anderen uns nicht bemerkt. Jedoch schien Crabbe gerade einen Fluch abfeuern zu wollen.
    >>Harry! <<, rief ich. Wir waren nun bei ihm angekommen. >>Stupor! << rief ich und der Zauber traf Goyle der Rückwarts fast vier Meter wegflog. Er stand jedoch sofort wieder auf und schnappte sich seinen Zauberstab.
    >>Expelliarmus! << rief Hermine und versuchte Crabbe zu entwaffnen. Er wich rechtzeitig aus und sein Gesicht war rot vor Wut. Der heftige Unterricht in Hogwarts hatte ihn und Goyle noch aggressiver gemacht, als sie es schon vorher waren.
    >>Dieses dreckige Schlammblut und diese kranke Blutsverräterin! AVADA KEDAVRA! << schrie Crabbe. Das grüne Licht schoss auf Hermine und mich zu. Hermine sprang rechtzeitig zur Seite. Ich wurde von Harry am Arm gepackt und weggezogen, sodass der Todesfluch auch mich verfehlte – wenn auch nur sehr knapp.
    >>Confingo! << sagte ich und der Sprengfluch trieb die drei Slytherins davon, und sie liefen davor weg. Ron war noch völlig sauer, wegen des Todesfluchs auf Hermine und mich. Aber Hermine hat er noch knapper verfehlt als mich. Ron rannte in die Richtung, in die Malfoy, Crabbe und Goyle vor meinem Sprengfluch davongerannt sind.
    >>SIE IST MEINE FREUNDIN, IHR PENNER! << schrie Ron im Lauf. Hermine schüttelte nur grinsend den Kopf.
    Also sind Ron und Hermine jetzt offiziell zusammen. Na endlich ist es dazu doch gekommen. Harry, Hermine und ich blieben allerdings und Harry rannte auf den Stapel aus Stühlen, kleinen Schränken und den ganzen anderen Krempel zu, wo gerade das Diadem geflogen ist. Hermine und ich folgten ihm und kletterten wie er auf dem Stapel herum und suchten wie verrückt zwischen den Gegenständen nach dem Diadem. Doch dauernd fanden wir irgendwelche Doxys und Wichtel die aus den Sachen hervorkamen und vor unseren Gesichtern flatterten, sodass wir sie weg schlagen mussten.
    Es schien hoffnungslos. Doch dann –
    >>Ich hab’s! << sagte Harry plötzlich und hielt das Diadem in der Hand. Wir sprangen wieder auf den Boden. Und dann hörten wir Ron von der anderen Seite des Raumes schreien. Wir sahen in die Richtung, aus der, der Schrei kam und dort war auch ein starkes Licht zu sehen, und plötzlich roch es so stark nach Feuer. Und da kam Ron um die Ecke gezischt, als würde sein Leben vom Weglaufen abhängen.
    >>AAAAH! CRABBE SETZT DEN GANZEN LADEN IN BRANDT! << schrie Ron als er auf uns zu rannte. Er nahm Hermine bei der Hand und zog sie sofort mit sich davon und er schien panisch zum Ausgang kommen zu wollen. Harry und ich sahen noch mal zur Richtung aus der Ron kam.
    Dort plötzlich war ein Feuer zu sehen. Es war kein normales Feuer. Dieses schien zu leben. Es steuerte direkt wütend auf uns zu und es hatte die Gestalt eines riesigen aggressiven Drachen und war fast so hoch, wie der gesamte Raum.
    Sofort rannten wir ebenfalls Ron und Hermine hinterher. Dieses Feuer schien von überall zu kommen, denn dauernd mussten wir unsere Richtungen wechseln. Ob wir es noch nach draußen schaffen, konnte keiner von uns sagen. Wir versuchten den Weg wieder zu finden, doch die Flammen, die uns jagten, erschwerten es uns während des Rennens atmen zu können.
    Der giftige Rauch des Feuers, war einfach unerträglich. Nun gab es keinen Weg mehr. Wir befanden uns in einer Sackgasse. Wir hatten drei Wege um zu fliehen. Und jetzt kam von allen Seiten um uns dieses dumme Feuer, das wieder die Gestalt gewechselt hatte. Dieses Mal zu einem Troll.
    Es ist Dämonenfeuer. Lebensgefährlich. Nun würden wir alle sterben. Und das war’s dann. Die Flammen griffen dann von oben an.
    >>Aguamenti! << riefen wir alle vier. Wasser kam aus unseren Zauberstäben geschossen, doch es brachte recht wenig. Das Feuer war zwar etwas zurückgetreten, aber inzwischen stand der ganze Raum in Flammen. Das Feuer ist nun so aggressiv und noch wütender geworden. Alleine würden wir das nicht schaffen. Und Dämonenfeuer kann man nicht löschen, so fern ich weiß.
    Als ich dachte, dass wir alle nun verloren waren, sagte Ron: >>Hier! Besen! << Wir sahen alle zu Ron. An einer Stelle, die noch nicht in Flammen stand, waren mehrere Besen nebeneinander in einer Reihe gestapelt. Ron warf Harry, Hermine und mir einen zu, nahm dann selbst einen, und wir stiegen alle sofort drauf und sausten in die Luft.
    Von oben war alles genauer zu erkennen. Es gab keine Bodenfläche mehr, die nicht in Flammen stand. Die Berge von den ganzen Gegenständen brannten alle und die meisten waren bereits zu Asche verbrannt. Wir flogen nun direkt auf die Tür zu. Von Malfoy, Crabbe und Goyle war nirgends eine Spur. Ich dachte gar nicht erst nach was mit ihnen passiert ist. Wenn Crabbe uns nicht versucht hätte umzubringen, dann würde mir ihr Tod sogar wahrscheinlich leidtun. Aber jetzt war mir es einfach schlicht egal.
    Doch dann flogen wir an einem noch nicht so stark brennenden Stapel vorbei. Auf dem waren Malfoy und Goyle ganz an der Spitze zu sehen. Crabbe war nirgends zu sehen. Ihn hatten wohl seine eigenen Flammen erwischt. Ganz ehrlich, er hat es verdient. Ich bin fast sogar ein bisschen enttäuscht, dass Malfoy und Goyle nicht auch noch gestorben sind. Ich hasse sie. Ich hasse sie für alles, was sie in letzten Jahren alles getan und uns beleidigt haben. Die können mir geschenkt bleiben.
    >>Wir müssen sie mitnehmen! << sagte Harry dann plötzlich. Ich sagte darauf nichts. Ich überlegte gerade nur noch, ob Harry den Verstand verloren hat.
    >>Was? Bist du lebensmüde? << schrie Ron, da man durch die Flammen kaum etwas hören konnte.
    >>Kommt schon! << Harry kehrte um. Ron tat es ihm nach. Hermine und ich taten dasselbe, obwohl ich die jetzt am liebsten hier gelassen hätte.
    >>WENN WIR FÜR SIE STERBEN, BRING ICH DICH UM, HARRY! <<, schrie Ron unterwegs. >>ICH SCHWÖR’S! <<
    Harry hielt Malfoy die Hand hin und Ron Goyle. Die beiden stiegen bei ihnen auf die Besen auf und hielten sich an ihnen fest. Wir drehten wieder um und flogen wieder zurück auf den Ausgang zu.
    >>Crabbe! << rief Malfoy unterwegs. Wie dumm ist er eigentlich? Ich bereue gar nichts, was ich gedacht und immer über die gesagt habe. Es sind einfach nur dumme Hohlköpfe und die blödesten Menschen, die ich je in meinem Leben traf.
    >>ER IST TOT! << schrien Ron und ich wie aus einem Munde. Vor der Tür, die wieder zurück zum siebten Stock führte, erschien dann plötzlich eine große Feuerwand. Schnell zückte ich den Zauberstab und schwang ihn einmal nach vorn. Das Feuer wurde zur Hälfte kleiner, aber so wie man weiß, wird es nicht lange anhalten, weshalb wir uns beeilen müssen. Hermine und ich flogen ganz vorne, und waren zuerst als aus dem Raum wieder draußen.
    Wir sprangen dann beide sofort von den Besen ab und landeten auf den Steinboden. Dann kamen uns noch Harry und Ron hinterher und sprangen ebenfalls von den Besen herunter. Die prallten wie Hermine und ich auf dem kalten harten Boden auf.
    Malfoy und Goyle liefen dann sofort davon, ohne sich auch nur zu bedanken. Aber was hätte man denn von ihnen erwarten können?
    Ich sah wieder zum Raum der Wünsche. Die Tür stand noch offen und es brannte im Innern immer noch. Nicht weit vor der Tür entfernt lag das Diadem. Ich war am nahsten davon.
    >>ANGIE! << rief Ron. Ich sah zu ihm und er warf gerade einen Basiliskenzahn in meine Richtung. Ich fing ihn auf und eilte zum Diadem. Ich kniete mich daneben hin und dabei stach ich zu. Der Basiliskenzahn durchbohrte das Diadem und ein dicker schwarzer Rauch schoss daraus. Ich sprang dann sofort wieder zur Seite. Ron kam jetzt zu gerannt. Er kickte dann das Diadem, wie einen Fußball, in den brennenden Raum der Wünsche. Das Diadem verkokelte und ein Gesicht bildete sich in dem Dämonenfeuer. Es ähnelte Voldemort und sah aggressiv aus. Es schien als wollte es aus dem Raum heraus und weiter angreifen, doch bevor es dazu kommen konnte, schloss sich die Tür zum Raum der Wünsche und verschwand dann.
    Ich atmete vor Erleichterung aus. Harry starrte weiterhin nur auf die Wand und zitterte leicht. Er hatte wieder eine Vision. Ich begann mich sofort zu sorgen. Ron und Hermine bemerkten das auch.
    Wir gingen zu ihm und knieten uns neben ihn auf dem Boden hin.
    >>Harry? << sagte ich. Er zuckte noch ein paar Mal zusammen und dann erst schien er uns bemerkt zu haben.
    >>Es ist die Schlange! <<, platze es plötzlich aus Harry heraus. Wir sahen ihn alle verwundert an. >>Nur sie ist noch übrig! Sie ist der letzte Horkrux! << Wir waren dem Sieg also wieder ein Stückchen voran.
    >>Eins steht fest. <<, sagte Harry. >>Wir müssen zu ihm. Denn nur wo er ist, ist auch die Schlange! <<
    >>Sieh nach wo er ist, Harry. Schau in sein Inneres <<, sagte Ron. >>Wenn wir ihn finden, können wir ihn aufhalten. Wir können das Ding schaffen! <<
    Harry schloss kurz die Augen und begann wieder zu zittern und zu zucken. Nach einer mir scheinenden Ewigkeit, öffnete er wieder die Augen, zitterte aber immer noch leicht.
    >>Ich weiß, wo er ist! <<


    6
    Es kommen sofort die nächsten Kapitel, vielleicht schon heute oder aber auch morgen.:) ;)

Kommentare Seite 1 von 1
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trolololologetrlt ( 50691 )
Abgeschickt vor 250 Tagen
Du hast vergessen von teddy zu schreiben also auch mal Einzelheiten berücksichtigen harry ist immerhin sein patenonkel und hat das sorgerecht für ihn da seine Eltern tot sind!!
Da es jetzt einen 8. Teil gibt würde ich mich freuen wenn du auch darüber was schreiben könntest es war nämlich echt gut!
belieber ( 50691 )
Abgeschickt vor 251 Tagen
Die Geschichte ist echt schön!
Bella Lestrange ( 13869 )
Abgeschickt vor 590 Tagen
Eine der vermissten Persohnen heisst Jennifer Winslet. Du kennst nicht zuffällig die fanfiction Harry Potters Cousine?
Shizorou ( 01361 )
Abgeschickt vor 1018 Tagen
Ist eine Wunderschöne Geschichte. Wäre schön wenn du ein Bild von Angie hättest. 😇😊😀☺ԅ 22;😀👧
LOL ( 62752 )
Abgeschickt vor 1020 Tagen
Echt cool! Besser wie immer in der gleichen, "gefährlichen" Zeit.
Nori Hans ( 68775 )
Abgeschickt vor 1022 Tagen
Ich würde es gern lesen, aber es ist für mich sehr schwierig, hier auf den Bildschirm-Seiten zu lesen: Die Schriftfarbe ist ein verwaschenes halbdurchsichtiges Graublau. Mir blieb nur übrig, den gesamten Text zu kopieren und in ein Textprogramm ein zu fügen - dort die Schriftfarbe auf "Schwarz" zu ändern und alles in eine "TimesNewRoman" , Größe 14 um zu ändern und dann noch aus zu drucken. Dabei habe ich im Text auch noch viele Abstände eingefügt - um die Lesbarkeit zu verbessern. Ja, ich bin fast 60 und da wird Lesen schon etwas schwieriger. Gelesen habe ich es dann sehr gern und es hat mit viel Spaß gemacht. Sicher gibt es noch etwas zu verbessern! Aber das sehe ich als Deine Aufgabe an - wenn Du es liest und immer wieder liest, wird Dir schon ein-/auffallen, was Du gern anders darstellen möchtest. Und wenn dir jemand (Eltern sagen so etwas leider sehr oft) sagt, dass das doch nichts Sinnvolles sei - dann denke: Jetzt erst recht!!
Gruß Ha
Andy ( 42949 )
Abgeschickt vor 1027 Tagen
heyjo,
also ich finde deine Fanfiction richtig Hammer, aber was
mich persönlich etwas stört ist, dass deine Sätze manchmal
einfach keinen Sinn ergeben :(
Aber alles in allem eine saubere Leistung :D
Ginny Weasley ( 94988 )
Abgeschickt vor 1142 Tagen
Deine fanfiction war mehr als erträglich. Ich fande es wahnsinnig toll!!!
Lexi1995 ( 10941 )
Abgeschickt vor 1170 Tagen
Bitte Bitte schreibe weiter. Die Geschichte ist so unglaublich schön.
chantalbonnie ( 68352 )
Abgeschickt vor 1172 Tagen
alle teile waren toll du musst weiter schreiben
daymay ( 39770 )
Abgeschickt vor 1176 Tagen
Schreib auf jeden Fall weiter. Es ist soooooo gut!
Julu92 ( 86828 )
Abgeschickt vor 1179 Tagen
Ich bin dabei weiterzumachen und schon bald habe ich die ersten Kapitel wieder fertig ;) :)
chantalbonnie ( 91480 )
Abgeschickt vor 1180 Tagen
schreib bitte weiter es ist so spannend und ich spreche für alle die das gelesen haben bitte
Julu92 ( 86828 )
Abgeschickt vor 1181 Tagen
Ich muss noch schauen ob ich den zweiten Teil auch schreibe :) ;)
potterfan99 ( 85848 )
Abgeschickt vor 1195 Tagen
ich fand sie gut aber bitte mach weiter ^^