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Suche nach der Vergangenheit - Schicksal der Zukunft (Kapitel 1 bis 5)

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5 Kapitel - 21.525 Wörter - Erstellt von: Wolfsgirl.ruby - Aktualisiert am: 2014-01-15 - Entwickelt am: - 3.274 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Sieben Mädchen wurde ein dunkles Schicksal auferlegt. Aus diesem Grund mussten sie fort von Mittelerde und sie wurden in ein Waisenhaus in unsere Welt gebracht. Doch was passiert, wenn sie nach all der Zeit ihr Schicksal doch einholt? Wer sind sie wirklich, wo kommen sie her und was hat ihr Schicksal zu bedeuten?

1
Die Verbindung zwischen den Welten


Leise fielen Schneeflocken auf die Erde hinunter. Sie landeten sanft auf dem Gras und bildeten dort eine feine Schicht aus Schnee und Eis. Der Vollmond, der oben am Himmel leuchtete, ließ die Schneedecke im Licht leicht glitzern. In ganz Mittelerde herrschte eine Stille, wie sie schon lange nicht mehr war. Nur der ferne Schrei einer Eule war manchmal zu hören. Doch dann, in der Nähe von Bruchtal, kam noch ein weiteres Geräusch hinzu. Es war das Geräusch des knirschenden Schnees. Kaum hörbar schritten zwei Pferde über den Schnee. In ihren Mähnen hatten sich bereits ein paar Flocken verfangen, ebenso in ihrem Schweif. „Elrohir, sieh mal da!“, rief der eine Mann seinen Bruder, der etwas weiter hinten ritt. Elladan deutete auf ein paar dunkle Schemen im Schnee. Beide stiegen von ihren Pferden ab und gingen näher auf die Schemen zu. „Körbe? Wer hat die hier hingelegt?“, kam es von Elrohir. Er ging näher an einen heran und staunte, als er sah, was sich in dem Korb befand. Ein Baby, eingehüllt in mehrere Decken. Das Baby hielt die Augen geschlossen und hielt den kleinen Daumen in der Nähe des Mundes. Offensichtlich war es am schlafen. Dann erkannte Elrohir, dass es in der anderen Hand einen Zettel hielt. Allerdings war es zu dunkel, um ihn zu lesen. „Woher stammen sie wohl und warum hat man sie hier ausgesetzt?“, fragte Elladan und blickte seinem Bruder in die grauen Augen. Doch sein Bruder wusste keine Antwort und meinte stattdessen, dass sie die Kleinkinder zu ihrem Vater bringen sollten. Elladan war damit einverstanden und so hob er vier der sieben Körbe hoch. Elrohir nahm die anderen drei und stieg wieder zurück auf sein Pferd. "Noro lim", befahl er und sofort galoppierte sein Pferd los. Elladan folgte ihm geschwind und passte die ganze Zeit über auf, dass den Babys nichts geschah. Der Schneefall hatte mittlerweile nachgelassen und auch die Dunkelheit schien nicht mehr so dicht wie vorher zu sein. Den ganzen Ritt über schliefen die Babys seelenruhig weiter. Am Himmel wurde der Mond nun immer blasser und die Sonne stieg auf. Der Himmel verfärbte sich leicht rötlich und bläulich und wurde nur von vereinzelten Wolken bedeckt. In der Ferne sahen die Zwillinge ihre Heimat, Bruchtal. Sie trieben ihre Pferde immer mehr an um so schnell wie möglich anzukommen. Kurz bevor sie da waren, stiegen die beiden von ihren Pferden ab und ließen sie zum Stall laufen. Derweil gingen sie mitsamt den Babys in Richtung des Hauses. Als sie näher kamen, wurde ihnen bereits die Tür geöffnet und sie erkannten Elrond, der dort, seine üblichen Gewänder tragend, auf die Ankunft seiner Söhne wartete. "Elladan. Elrohir. Ihr beiden seid reichlich spät", meinte er, als die beiden schon fast da waren. Doch dann fiel sein Blick auf die Körbe und sofort ließ er die beiden eintreten. "Wo habt ihr die Babys gefunden?", wollte er von seinen Kindern wissen. Nach einiger Weile des Schweigens begann Elladan zu erzählen. Elrond ließ seinen Sohn ausreden und wollte die Kinder dann untersuchen. Schließlich wusste niemand, wie lange sie dort im Schnee gelegen hatten, und ob sie nicht irgendwelche Krankheiten oder Verletzungen aufwiesen. Aber schon jetzt erkannte er, dass, zum Glück, alle lebten. "Folgt mir bitte", bat Elrond und lief voraus. Er ging vor und durchlief die Flure seines Hauses. Vor einer Holztür hielt er an und öffnete diese dann. Der Raum war nicht so groß, wie die anderen dieses Hauses, aber es eignete sich gut als Babyzimmer, als Elladan, Elrohir und Arwen noch Babys gewesen waren. In dem Raum standen noch drei Kinderbetten aus Holz. Außerdem stand dort noch ein Tisch, den er und seine Frau Celebrían früher als Wickeltisch genutzt hatten. Elladan und Elrohir stellten die Körbe auf dem Tisch ab und verließen den Raum dann wieder. Elrond schloss die Tür hinter ihnen und ging zu den Babys. Leise seufzte er und wandte sich wieder den Babys zu. Mittlerweile waren fast alle von ihnen wach und blickten den Herrn Bruchtals aus großen Augen an. Elrond lächelte leicht. Der Anblick der Babys erinnerte ihn daran, als seine Kinder noch Babys gewesen waren. Doch dann änderte sich sein Lächeln zu einer ernsten Miene. „Das kann doch nicht sein! Nein!“, murmelte der Halbelb vor sich hin. Er ging näher auf ein Baby zu und nahm die linke Hand des Babys. Und dort war es. Das Zeichen. Ein siebenzackiger Stern mit einer gelben, roten, orangenen, blauen, grünen, lilanen und schwarzen Zacke. Das Zeichen, das nur Eines bedeuten konnte. Die hellste Spitze des Babys, welches er gerade ansah, hatte eine lilane Farbe. „Noch so klein, aber schon so viel Leid“, flüsterte Elrond und nahm dem Baby einen kleinen Zettel aus der Hand. Eledhwen. Das war also ihr Name. Eledhwen blickte Elrond aus ihren silber-grauen Augen an, als er begann sie auf Krankheiten und Verletzungen zu untersuchen. Zum Glück konnte er nichts davon an ihr feststellen. Gerade als er sie in ein Bettchen legen wollte, spürte er etwas. Es kam von Eledhwen und so etwas hatte er bisher nur selten verspürt. Jedoch verschwand es wieder, als Elrond sie in das Bett gelegt hatte. Er schüttelte nur den Kopf und wandte sich den anderen Babys wieder zu. Beim nächsten Baby sah er auch direkt, dass sie das Zeichen trug. Doch bei ihr war die Spitze blau, ebenso wie ihre Augen. Elrond lächelte und das Mädchen hielt ihm den Zettel hin. Es waren nur vier Buchstaben, die in unordentlicher Handschrift geschrieben waren. Cini. Nachdem er Cini untersucht hatte, konnte er auch bei ihr, zum Glück, nichts feststellen. Er setzte sie in ein anderes Bett, von wo aus sie weiter zuguckte und still wartete. Erst jetzt fiel Elrond auf, dass alle Babys außergewöhnlich still waren. Elrond hob das nächste Mädchen hoch, welches noch am schlafen war. Vorsichtig nahm er ihr den Zettel weg, den sie festgehalten hatte und las den Namen Leolay. Er sah, dass Leolays Sternenspitze leicht rötlich schimmerte. Nachdem er mit der Untersuchung geendet hatte, kam ihm der Gedanke, dass sie alle gesund zu sein schienen. Er legte Leolay in das letzte freie Bett ab, wo sie dann seelenruhig weiterschlief. Bevor Elrond sich wieder den anderen zuwandte lief er auf ein Bücherregal zu und holte dort ein Buch hervor. Der Einband war schon etwas zugestaubt und den Titel, der dort in goldenen Lettern stand, konnte man nur noch schwer erkennen. Die großen Geheimnisse Mittelerdes. Elrond musste ein wenig in dem Buch blättern, bis er die Seite, die er suchte, gefunden hatte. Auf der einen Seite war ein Bild abgebildet. Es zeigte einen siebenzackigen Stern mit verschiedenfarbigen Zacken. Er sah genauso aus, wie auf den Händen der Mädchen. Unter dem Bild stand nur ein Wort. Êl Menelo. Stern des Himmels. Auf der anderen Seite stand wiederum ein Text. Elrond überflog in kurz, bis er die Stelle gefunden hatte, die er gesucht hatte. Wer den Stern des Himmels auf seiner Haut trägt, ist geschützt vor Krankheiten und auch vor leichten Verletzungen. Allerdings haben die Träger auch ein schweres Schicksal vor sich. Ein Schicksal, was nicht verhindert werden kann. „Es kann nur verzögert werden“, sprach Elrond vor sich hin. Ihm war eine Idee gekommen, aber zuerst müsste er Gandalf noch um Rat fragen. Er legte das Buch wieder zur Seite und wandte sich erneut den Babys zu. Nun legte er die Kleinkinder nur noch in die Betten, nachdem er die Namen herausgefunden hatte. Als erstes war Ayden an der Reihe. Er setzte sie zu Cini ins Bett und sofort griffen beide die Hände des jeweils anderen. Sie hatten sich hingestellt und wirbelten im Kreis herum. Dabei lachten sie vergnügt, was Elrond ein Lächeln hervorlockte. Die nächste war Kaira, die zu Leolay in das Bett kam. Leolay war mittlerweile aufgewacht und so betrachteten die beiden sich lange Zeit. Bevor er sich den letzten beiden Babys zuwandte, sah er, dass die beiden Spiegel spielten. Er nahm Elena aus ihrem Korb heraus und setzte sie zu Eli. Obwohl sie einfach nur dasaßen, begannen beide lauthals zu lachen. Elrond schüttelte leicht den Kopf und holte auch das letzte Baby aus ihrem Korb. Erschrocken blickte er ihr in die Augen. Gerade eben waren sie noch nussbraun gewesen, doch sobald er Ruby hochgehoben hatte, hatten sie sich schwarz gefärbt. Er setzte sie zu Kaira und Leolay in das Bett und ihre Augen nahmen wieder ihre braune Farbe an.




In dem Moment, als er ein Buch hervorholen wollte, klopfte es an der Tür. Er öffnete die Tür und dort stand seine Frau Celebrían. Ihre hellen Haare leuchteten ein wenig golden, als das Licht der Sonne auf sie viel. „Maer aur“, begrüßte sie ihn und lief zu ihm herüber. Sie lief zu ihrem Mann und gab ihm einen sanften Kuss. Sofort kam von allen Mädchen ein „bäh“ aus ihren Betten. Celebrían und Elrond lächelten zuerst sich und dann die Babys an. Am liebsten hätten sie sie in Bruchtal behalten, aber dieses Risiko konnten sie nicht eingehen. Nirgendwo in Mittelerde waren sie sicher. „Das Essen für die Kleinen ist gleich fertig. Und außerdem soll ich dir sagen, dass Gandalf später noch hier eintreffen wird“, sagte Celebrían. Elrond nickte und bedankte sich. Das Gandalf kommen würde war äußerst gelegen. „Amil“, kam es auf einmal aus Richtung der Tür. Celebrían drehte sich um und sah ihre Tochter Arwen dort im Türrahmen stehen. Sie gab Elrond noch einen Kuss und drehte sich dann um, wobei ihre Haare sich leicht anhoben. Noch immer waren die Mädchen laut am Lachen, aber das störte Elrond nicht weiter. Er hatte nun das Buch rausgeholt und blätterte wieder ein bisschen, bis er das Richtige gefunden hatte:
[…] Nur diejenigen, die den Personen den Himmelsstern gegeben haben, können den Fluch umkehren. Ansonsten sind die Träger für immer und ewig an ein dunkles Schicksal gebunden, welches sich nicht aufhalten lässt. Es lässt sich nur verzögern, doch das funktioniert nur zweimal in jedem Zeitalter. Eine Verbindung zwischen den Welten lässt sich nur schwer herstellen. […].
Doch dürfen die Träger nicht ewig in dieser Welt bleiben. Wenn die letzte ihr 18. Lebensjahr hinter sich gebracht hat, müssen sie zurück in ihre Welt. Geschieht dies nicht, ist der beiden Welten Untergang besiegelt. […]
Gerade als Elrond das Buch wieder beiseite legte, kamen Arwen und Celebrían in das Zimmer. „Wir werden sie zuerst baden und danach ist ihr Essen fertig“, verkündete Arwen und hob Cini und Ayden hoch. Celebrían nahm Eledhwen und Elena auf ihrem Arm und Elrond Leolay, Kaira und Ruby. Sie liefen zum Badezimmer und setzten sie dort auf den Boden. In dem Raum standen eine große Badewanne und ein Waschbecken mit Spiegel darüber. Elrond verließ den Raum und ließ die beiden Frauen mit den Babys alleine. Arwen ließ etwas Wasser in die Wanne laufen und half ihrer Mutter dann, die Babys zu entkleiden. Arwen kümmerte sich um Ruby, Leolay und Kaira, während ihre Mutter Eledhwen, Cini, Elena und Ayden wusch. Als sie fertig waren, ging Celebrían los und holte Anziehsachen für die Kleinen. Sie kam mit sieben, Gleichaussehenden Kleidern zurück und legte sie über den Badewannenrand. Das Wasser war bereits abgelaufen und die Babys rannten vergnügt umher. Die Kleider waren alle von grüner Farbe und hatten lange Ärmel. Sie reichten den Mädchen bis zu den Knien. Nachdem die Kinder die Kleider trugen, hoben sie sie wieder auf den Arm und brachten sie hinunter in den Speisesaal. Dort saßen ein paar Elben, die gerade ihr Frühstück aßen. Sie schienen bereits alle von den Mädchen gehört zu haben, denn keiner von ihnen war überrascht, sie hier zu sehen. Für die Mädchen waren Hochstühle aufgestellt worden, in die Arwen und Celebrían sie auch sofort setzten. „Hamham“, kam es von Cini, die schmollend auf ihr Essen wartete. Arwen schüttelte lächelnd den Kopf, während ihre Mutter die Fläschchen für die Sieben holte. Als die Mädchen Celebrían sahen, begannen sie alle augenblicklich zu jubeln. Sie klatschten in ihre kleinen Hände und lachten laut. Die Elbin stellte die Fläschchen auf den Tisch und nahm nur noch eine. Ihre Tochter nahm ebenfalls eine in die Hand und sie fragte lächelnd: „Wer von euch will als erstes?“ Augenblicklich wurden alle still und deuteten auf sich selber. „Hamham“, kam es sowohl wieder von Cini als auch von Ruby, weil die beiden Frauen immer noch keinem von ihnen ihr Fläschchen gegeben hatten. Also bekamen nun die beiden ihre Fläschchen als erstes. Danach bekamen auch noch die anderen Babys ihre Fläschchen, sodass sie nun alle glücklich waren. Kaira gähnte leicht und streckte ihre Arme und Beine aus. „Ihr seid wohl wieder müde“, stellte Celebrían lächelnd fest. Sie hoben die Mädchen wieder hoch und brachten sie zurück in das Kinderzimmer. Dort legten sie die Babys in die Betten und schlossen die Tür hinter ihnen wieder. „Wo sind eigentlich deine Brüder?“, wollte Celebrían von ihrer Tochter wissen. Arwen zuckte mit den Schultern, während Celebrían beschloss, Elladan und Elrohir zu suchen, indem sie durch ganz Bruchtal lief. Währenddessen ging Arwen in die Bibliothek und holte sich von dort ein Buch. Mit dem Buch in der Hand lief sie nach draußen, setzte sich dort auf eine Bank und begann zu lesen.




Leise fiel der Schnee wieder aus den weißen Wolken, sodass Arwen wieder in das Haus ging. Bevor sie die Tür schloss, erblickte sie in der Ferne aber ein weißes Pferd. Sie konnte es nicht richtig erkennen, aber dachte sich, dass dies Schattenfell war, sodass der Reiter nur Gandalf sein konnte. Arwen drehte sich um und sah ihrem Vater. „Gandalf trifft gleich hier ein“, erklärte Arwen. Elrond nickte. Auch er hatte Gandalf schon erkannt und war sofort nach unten gegangen. „Du verschweigst mir etwas über die Mädchen“, stellte die Halbelbin fest, als sie die Miene ihres Vaters sah. Er wirkte ernst aber auch etwas besorgt. „Du hast Recht, aber noch ist es nicht an der Zeit, dass du dies erfährst“, antwortete Elrond. Arwen nickte und ließ ihn alleine. Sie ging die Treppen nach oben und war danach auch schon verschwunden. In dem Moment trat auch Gandalf durch die Tür. „Mae govannen, Mithrandir“, begrüßte Elrond ihn. „Mae govannen, Elrond“, erwiderte Gandalf und lächelte. Die beiden gingen zusammen die Treppen hoch, während Elrond ihm erzählte, was für Mädchen Elladan und Elrohir gefunden hatten. Der Zauberer wollte die Mädchen sehr gerne sehen, weshalb sie ihren Weg in das Kinderzimmer einschlugen. „Und du bist dir sicher, dass diese Mädchen den Êl Menelo tragen?“, fragte Gandalf nach. Elrond nickte nur und öffnete die Tür. Die Mädchen lagen in den Betten und taten so, als ob sie schlafen würden. Doch Gandalf erkannte mit einem Blick, dass sie alle wach waren und nur die Augen geschlossen hielten. Er trat näher an das Bett, in dem Elena und Kaira lagen. Auf ihren linken Händen erkannte er den siebenzackigen Stern, der ihr Schicksal besiegelte. Elenas hellste Zacke hatte einen gelben Farbton und Kairas einen orangenen. „Sie sind es tatsächlich. Hier können sie nicht bleiben, Elrond. Sie müssen fort. Fort aus Bruchtal, fort aus Mittelerde“, verkündete Gandalf. „Aber lass uns das lieber in einem anderen Zimmer besprechen. Sie sollten nicht zu viel über ihr Schicksal erfahren. Noch nicht.“ So verließen die beiden das Zimmer wieder und gingen in Elronds Büro. Es war ein großer Raum, mit vielen Büchern, die alle fein säuberlich in ihren Regalen standen. Auf dem Schreibtisch aus Holz standen eine Feder und mehrere Pergamentblätter. Des Weiteren lagen dort noch einige aufgeschlagene Bücher, sodass es so aussah, als ob Elrond bevor Gandalf angekommen war noch darin gelesen hatte. „Du weißt, dass es nicht einfach ist, eine Verbindung zwischen den Welten zu schaffen. Doch vermutlich ist es die einzige Möglichkeit die Dunkelheit noch länger aufzuhalten“, meinte Elrond und seufzte. Er blickte auf eines der aufgeschlagenen Bücher. Dort war ein Bild von einem Mann abgebildet, welcher beim Versuch die Verbindung herzustellen kläglich gescheitert war und nun für immer ein verfluchtes Leben hatte. „Ú cilith 'war. Des Risikos bin ich mir zwar durchaus bewusst, aber ich werde es eingehen. Wir müssen verhindern, dass diese Mädchen den Schatten über Mittelerde hervorbringen. Dadurch, dass wir sie aus Mittelerde wegbringen, kann es noch Jahrhunderte dauern, bis der Schatten uns alle ereilt. Wie du weißt ist die Zeitrechnung in den anderen Welten der unseren verschoben.“ „Aber wir können sie auch nicht ewig vor diesem Schicksal verstecken. Du weißt, dass sie, nachdem auch die letzte ihr 18. Lebensjahr vollendet hat, wieder zurück in ihre Heimat müssen. Ansonsten wäre es der Untergang für beide Welten“, erläuterte Elrond. Gandalf nickte. Elrond trat zum Fenster und blickte nach draußen. Der Schneefall hatte sich verstärkt und Bruchtal lag unter einer weißen Schneedecke. Er seufzte leicht und drehte sich wieder zu Gandalf, der noch immer im Raum stand. „Wann gedenkst du sie hier fortzubringen?“ „So schnell wie möglich. Ich werde noch heute Abend versuchen die Verbindung herzustellen und dort ein Zuhause für die Mädchen zu suchen. Dann können sie morgen früh direkt in die andere Welt“, erklärte Gandalf und schaute zu dem Halbelben. Er sah im die Sorge an, aber es musste so sein. Jedem von ihnen war bewusst, dass es nicht anders ging. „Bevor ich noch etwas nachlesen werde, möchte ich noch einmal zu den Mädchen. Ich werde alles Wichtige über sie aufschreiben, damit in ihrer neuen Welt dann keine Probleme auftauchten. Elrond nickte und führte Gandalf wieder zu den Mädchen. Er hatte ein Pergamentblatt und eine Feder mitgenommen und setzte sich damit an den Tisch. Die Mädchen taten nun nicht mehr so, als ob sie noch schlafen würden, sondern blickten neugierig zu Gandalf. Elrond hatte den Raum nun wieder vergessen, sodass der Zauberer mit den sieben alleine war. Es herrschte Stille, die nur durch Gandalf unterbrochen wurde, der zuerst nur ihre Namen auf das Papier schrieb. Hinterher fügte er noch Geburtsdatum hinzu und schrieb das Alter dahinter. Dann wandte sich Gandalf zu den Mädchen um und flüsterte leise: „Nun ist es also bald soweit. Es ist traurig, dass ihr an dieses Schicksal gebunden seid.“ Gandalf lächelte ihnen ein letztes Mal zu und verließ das Zimmer dann wieder. Er packte den Zettel in einen Umschlag und lief in Richtung Bibliothek. Dort nahm er sich ein paar Bücher und Schriften und begann zu lesen.




*** Am Abend ***





Gandalf hatte nun alles durchgelesen und war bereit zu versuchen die Verbindung herzustellen. Er hatte sich alles Wissenswerte darüber durchgelesen und versuchte es nun selber. Der Schneefall hatte nun aufgehört, doch Bruchtal lag noch immer unter einer Decke aus Schnee und Eis. Die Mädchen wurden gerade von Arwen und Celebrían gefüttert, während Elrond ebenfalls draußen stand und Gandalf zuschaute. Leise murmelte der Zauberer etwas vor sich hin und hielt seinen Stab fest in der Hand. Der Stab begann zu leuchten und erzeugte ein immer heller werdendes Licht. Elrond stand auf und trat näher heran. Er konnte es nicht glauben, doch es schien Gandalf tatsächlich zu gelingen, die Verbindung herzustellen. Er drehte den Kopf ein wenig zur Seite, da das Licht immer heller wurde und ihn blendete. Doch dann verschwand das helle Licht wieder und es sah alles normal aus. Bis auf die Tatsache, das sich dort, mitten im Schnee, ein großer, leuchtender Kreis befand. „Die Verbindung zwischen den Welten“, staunte Elrond. „Ich werde nun gehen und nach einem Zuhause für die Mädchen zu suchen. Wir werden uns bald wiedersehen“, verabschiedete Gandalf sich und ging durch den Kreis. Sofort wurde er aufgezogen und war verschwunden. Elrond warf noch einen letzten Blick auf den Kreis und sprach: „Viel Glück, Gandalf, mein alter Freund“, bevor er dann wieder in das Haus ging. Derweil war Gandalf in einem alten Haus herausgekommen. Die Fenster waren zertrümmert und kalter Wind wehte den Schnee herein. Es gab nur spärliches Licht, doch Gandalf war es zu riskant an diesem Ort seinen Stab als Licht zu benutzen. Schließlich wusste er nicht genau in welcher Welt er sich befand, und ob diese Mittelerde ähnlich war. Er verließ das Haus und befand sich an einer Straße. Von überall hörte er Lärm. Natürlich hatte er keine Ahnung, was diese Geräusche verursachte, aber er wusste, dass ihm Mittelerde besser gefiel. Und er wusste auch, dass es eine Schande war, die Mädchen in so einen grässlichen Ort zu bringen. Aber es gab keine andere Wahl, wenn er Mitterlerde noch in Sicherheit wiegen wollte. Von allen Leuten wurde Gandalf blöd angestarrt, was ja auch kein Wunder war. "Wo hast du denn die Klamotten her, Opa?", lachte ein Teenager, der mit mehreren Leuten auf der anderen Straßenseite stand und etwas aus einer Flasche trank. Gandalf ignorierte solche Kommentare einfach und lief weiter. An einer Straßenecke erblickte er dann ein Haus. Es war groß und grau. Allerdings hatte es auch viele Fenster und über der Tür aus Holz stand der Name St. Elisabeth Waisenhaus. Gandalf klingelte und wartete das ihm jemand aufmachte. Die Tür wurde geöffnet und vor ihm stand eine ältere Dame, welche ihre schwarzen Haare zu einem Dutt gebunden hatte. "Hallo, mein Name ist Herr Gandalf und ich wollte fragen, ob sie eventuell sieben Babys aufnehmen könnten?", fragte Gandalf direkt, nachdem er die Hand der Frau geschüttelt hatte. "Kommen Sie doch erst einmal herein. Mein Name ist übrigens Frau Freud", erklärte sie und führte ihn herein. Sie gingen auf eine Tür direkt in der Nähe des Eingangs zu. In dem Raum stand ein Schreibtisch aus Holz und an der Wand hing ein Bild mehrerer Personen. Offensichtlich waren dies die Bewohner dieses Waisenhauses. Frau Freud setzte sich hinter den Schreibtisch und bedeutete Gandalf vor ihr Platz zu nehmen. "So Herr ... wie war Ihr Name noch einmal?", begann Frau Freud. "Gandalf, Herr Gandalf." Frau Freud nickte und sagte dann: "So Herr Gandalf, sie hätten also sieben Babys hier abzugeben?" Gandalf nickte nur. "Wo und wann haben Sie diese denn gefunden? Und was wissen Sie über sie?", fragte Frau Freud ihn. Gandalf überlegte einen Moment bevor er antwortete: "Ich habe sie heute Morgen bei meinem täglichen Spaziergang durch den Park entdeckt. Sie lagen da, hielten alle einen Zettel in ihrer Hand, auf dem Name, Alter und Geburtstag standen und blickten mich an. Als ich näher kam, habe ich bei einer von ihnen einen größeren Zettel gefunden, auf dem stand: Wer sie findet darf sie behalten. Sie sollten sowieso endlich verschwinden, ihre Eltern sind nämlich tot. Also hab ich sie mitgenommen und zu mir nach Hause gebracht. Doch ich bin nicht mehr der Jüngste und sie brauchen eine gute Unterkunft", erzählte Gandalf. Frau Freud nickte. "Natürlich. Wann bringen Sie die Kinder dann zu uns?", wollte Frau Freud von ihm wissen. Sie stand bereits auf, da das Gespräch für sie so gut wie zu Ende schien. "Vermutlich morgen früh", lächelte Gandalf und stand ebenfalls auf. Sie reichten sich die Hände und verabschiedeten sich voneinander. "Bis morgen, Herr Gandalf." Gandalf verließ das Waisenhaus wieder und wollte nun schleunigst zurück nach Mittelerde. Also lief er wieder durch die Straßen um zu dem Haus, aus dem er gekommen war, zu gelangen. Dabei hörte er erneut die ganzen Kommentare, welche er getrost ignorierte. Endlich erkannte er das Haus anhand der zerschlagenen Fenster. Zum Glück stellte er fest, dass der Kreis sich noch immer dort befand. Er trat hindurch und befand sich wieder in Bruchtal. Viel Zeit schien nicht vergangen zu sein, denn die Sonne war noch immer nicht untergegangen.



*** Am nächsten Morgen ***




Alles war für die Abreise der Mädchen bereit. Elrond, Elladan, Elrohir und Celebrían standen am Kreis, wo Gandalf bereits mit den Babys im Kinderwagen stand. "Möge Eru euch auf eurem Weg beschützen. Namarië", sprach Elrond. Gandalf schob den Kinderwagen in den Kreis, während die Babys sich noch einmal umdrehten und der Familie zum Abschied zuwinkten. Lächelnd schob Gandalf sie weiter, bis sie verschwunden waren. Wie auch schon am letzten Abend kam er in dem Haus mit den zertrümmerten Fenstern hinaus. "Willkommen in eurer neuen Welt", sagte Gandalf und schob den Kinderwagen nach draußen. Die Mädchen waren ganz still geworden und blickten sich um. Alles war voller Schnee, welcher noch immer ein wenig vom Himmel fiel. Kalter Wind ließ sie ein wenig Zittern und die Geräusche der fahrenden Autos verwirrten sie. "Es tut mir Leid, dass ihr hierhin müsst. Aber in Mittelerde zu bleiben wäre ein zu großes Risiko für alle. Jedoch könnt ihr irgendwann wieder zurück", versprach Gandalf, als sich das Waisenhaus dann auch schon vor ihnen aufrichtete. Gandalf klingelte und Frau Freud öffnete ihm die Tür. "Ah, guten Morgen, Herr Gandalf. Das sind also die Kleinen?" Gandalf nickte und schob sie herein. "Jenny! Bringst du die Kinder bitte auf ihr Zimmer?" Sofort erschien eine Frau Mitte zwanzig. Sie hatte ihre blonden Haare zu einem Zopf gebunden und begrüßte Gandalf freundlich. "Lebt wohl", verabschiedete Gandalf sich. Jenny nahm den Kinderwagen und brachte die Kinder auf ihr Zimmer. "Würden Sie noch einen Augenblick mit in mein Büro kommen, Herr Gandalf?", fragte Frau Freud ihm mit einem Lächeln. "Natürlich", antwortete Gandalf und folgte ihr in ihr Büro. Sie setzten sich und Frau Freud begann: "Nun, haben Sie die Informationen über die Mädchen dabei?" "Ja, das habe ich. Aber hier habe ich noch zwei weitere Umschläge. Diesen hier geben Sie ihnen bitte, wenn die Jüngste, also Ruby 10 Jahre alt geworden ist. Und diesen Umschlag geben Sie ihnen bitte an Rubys 18. Geburtstag", erklärte Gandalf und reichte Frau Freud die Umschläge. Auf alle hatte er in ordentlicher Schrift geschrieben, wann die Mädchen ihn bekommen sollten. Frau Freud verstaute sie in einer Schreibtischschublade und stand auf. "Nun, Herr Gandalf. Wir werden uns gut um die Mädchen kümmern und Ihre Anweisungen befolgen." "Vielen Dank." Die beiden standen wieder auf und reichten sich die Hände. Frau Freud blieb in ihrem Büro, während Gandalf sich zum Gehen wandte. "Bevor ich es vergesse. Es könnte sein, dass die Mädchen etwas ... anders sind als die Übrigen. Schönen Tag noch, Frau Freud", meinte Gandalf und lächelte. Frau Freud blickte verwirrt zur Tür, die sich hinter Gandalf wieder geschlossen hatte. "Frau Freud. Ich bräuchte einmal Ihre Hilfe", kam es von Jenny, welche im Türrahmen stand. Frau Freud seufzte und erhob sich aus ihrem Stuhl. Was Gandalf mit diesem Satz gemeint hatte, erkannte sie schon jetzt. Und die Jahre über sollte sich das auch nicht verändern.




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Maer aur – Guten Morgen
Amil – Mutter
Mae govannen, Mithrandir – Herzlich Willkommen, Mithrandir
Ú cilith 'war – Es gibt keine andere Wahl
Namarië - Auf Wiedersehen

Kommentare (13)

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luthien 1 (38342)
vor 589 Tagen
Schreib weiter !!!!!!!!!
Ich warte!!!!!
Kate (58515)
vor 869 Tagen
Schreib bitte weiter deine Geschichte sind wirklich gut
Lg Kate
Ellen (60376)
vor 1104 Tagen
Ich finde deine Geschichte sehr gut. vorallem die Ideen sind gut! Bitte mach weiter so!!!
Milly2000 (63596)
vor 1139 Tagen
Okay. Vielen Dank. Ich bin schon auf den nächsten Teil deiner FF gespannt. Du hast echt tolle Ideen. Ich glaube auf sowas wäre kaum jemand gekommen.

Liebe grüße und gutes gelingen
wolfsgirl.ruby (66435)
vor 1141 Tagen
@ Milly2000

freut mich, dass es dir gefällt
Das mit dem Unterscheiden der Mädchen wird sich vllt noch legen, wenn ich näher auf jeweils eine eingehe :)
Kannst den Namen gerne benutzen, hab kein Problem damit :) Von mir aus kannst du das dann bei deiner FF dazu schreiben, dass der Name von mir ist.

lg
Ruby :)
Milly2000 (83232)
vor 1142 Tagen
Hallo wolfsgirl.ruby,
mir har deine Fan Fiktion unglaublich gut gefallen. Bin nur zu doof die ganzen Mädchen außeinander zu halten. Aber das liegt an mir xD. Schreib auf alle Fälle weiter. Ich hätte noch eine Frage: und zwar finde ich den Namen Liloe richtig schön. Da ich eventuell auch bald eine HdR FanFiktion schreiben will, wollte ich fragen, ob ich diesen Namen benutzen dürfte, wenn mir kein anderer einfällt. Schreib doch einfach einen Kommi mit deiner Antwort. Wenn du willst schreibe ich auch dazu, dass ich den Namen von dir habe.
LG Emily ;)
Wolfgirl.ruby (68775)
vor 1160 Tagen
Bin momentan dabei weiter zu schreiben, hatte in letzter Zeit zu viel Stress
Arya (56485)
vor 1190 Tagen
OMG DAS IST SO GEIL!!!! Du musst unbedingt weiterschreiben, du hast voll talent! Ich kann MrsGreenleaf:-) nur zustimmen ;) Wann kommt die Fortsetzung raus?
MrsGreenleaf:-) (63383)
vor 1205 Tagen
WOW!!!!!!!!!
Das ist wirklich die beste Fanfiction die ich je gelesen habe.
Mega Spannend!!
Bitte schreib weiter.
Du hast echt Talent:-)
Barman (00449)
vor 1213 Tagen
Schreib weiter oder ich reiß dir den Kopf per E-Mail ab!
Nele (49296)
vor 1245 Tagen
Ich habe dir eine E-mail geschickt. Steht drin was ich davon halte ;-)
Wolfsgirl.ruby (08016)
vor 1269 Tagen
Werd mich mit weiterschreiben beeilen :)

Hier könnt ihr noch mehr Infos zur Geschichte finden:
suche-nach-der-vergangenheit.jimd o.com :)
Sahara (41245)
vor 1295 Tagen
Hoffentlich kommt bald die Fortsetzung!!!

:))))))))))))))))