Springe zu den Kommentaren

Tamriel im Spiel der Throne 3

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 4.881 Wörter - Erstellt von: Kelly - Aktualisiert am: 2014-01-01 - Entwickelt am: - 1.172 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

    1
    Im Wirtshaus hatte man die Schreie aus dem Gefängnis klar und deutlich gehört, doch hatte niemand gewagt, nachzusehen. Nach einer Weile ging die Tür auf und Yoren trat ein. Er zeigte keinerlei Emotionen, die ihm folgenden Jungen, ehemalige Lehrlinge, die bei ihren Meistern raus geflogen waren und Bettler, dafür umso mehr. Ein paar von ihnen, die Jüngeren, grinsten schadenfroh, andere waren erschreckend bleich.
    „Was ist passiert?“, fragten mehrere, doch Yoren antwortete nicht, dafür schienen die Jungen das große Bedürfnis zu haben, davon zu berichten. Kaum dass sie im Raum waren, mischten sie sich unter die anderen und erzählten.
    „Die haben einen Vergewaltiger eingesperrt und der wollte sich an einer Gefangenen vergreifen! Die hat sich an ihm gerächt, mit einem gestohlenen Dolch! Jetzt rennt ein Eunuch mehr durch die Stadt!“
    Die Schneeelfe grinste. Sie ahnte, wer das gewesen war und fand, dass der Idiot es verdient hatte. "Was erzählt man sich den noch?", fragte sie interessiert.
    „Nicht viel“, meinte einer der Jungen, „wir haben nur vorhin einen von den Goldröcken mit einer Karaffe Traumwein zum Gefängnis laufen sehen.“
    „Irgendeiner der Gefangenen soll was verschluckt haben“, warf ein anderer ein, doch was genau, wusste keiner.
    Das war eigentlich uninteressant. Aber vielleicht würde es ihr später mal helfen.
    Bevor die Jungen noch weitere Nichtigkeiten von sich gaben, warf Yoren einen Blick in die Runde und rief: „Macht euch fertig, ich will endlich los! Es ist ein langer Weg bis zur Mauer!“
    "Na endlich", murrte die Schneeelfe und bekam dafür einen potenziell tödlichen Blick zugeworfen. Sie war es leid, mit einem Haufen minderbemittelter Männer in einen Raum gesperrt zu sein. Vor allem da diese begannen, nach der Aktion mit dem Eis unangenehme Fragen zu stellen. Derjenige, der sie weggestoßen hatte warf ihr immer wieder undeutbare Blicke zu.
    Yoren hielt die Tür auf und ging zum Stall, als alle draußen waren. Er holte sein Pferd heraus, ebenso einen Wagen, auf dem einige Säcke und Fässer lagen und in dessen Mitte ein großer Käfig stand. Dieser allerdings war leer. Die Männer warfen sich einen Moment lang unsichere Blicke zu. Dass ein Mensch dort hinein passte, stand schon mal fest. Yoren spannte das Pferd vor den Wagen und sah seine Rekruten abwartend an. „Na los, die restlichen Vorräte verladen sich nicht von selbst!“ Er warf dem Wirt ein paar Münzen zu, der gerade ein paar weitere Säcke vor die Tür stellte und murrte: „Es gab Zeiten, in denen man die Nachtwache nicht ausgenommen und Verpflegung kostenlos bereit gestellt hat!“
    Es wurde sich auch gleich an die Arbeit gemacht. Dabei fiel auf, dass die meisten nur mit halber Kraft dabei waren. Anscheinend hatten viele, vor allem die ehemaligen Gefangenen, nicht wirklich Lust darauf.
    Yoren seufzte und schnalzte ungeduldig mit der Zunge. Ihm ging es deutlich zu langsam. Irgendwann war jedoch auch das geschafft und die bunt zusammen gewürfelte Truppe konnte endlich los ziehen. Yoren drückte Dialya die Zügel des Pferds in die Hand, bevor er an die Spitze des Trupps ging und sie alle durch das Stadttor hinaus auf den Königsweg führte.
    Dialya seufzte und führte das Tier hinter ihm her. Sie hatte schnell gemerkt, dass sie wohl die einzige Frau bleiben würde und wusste, dass es nicht einfach werden würde.
    Ægir unterhielt sich derweil leise mit ein paar der anderen Männer. Er wollte mehr über diese Nachtwache erfahren. Er hatte Glück und war an einen Bäckerlehrling geraten, der die Geschichten über die Nachtwache seit seiner frühsten Kindheit gehört hatte. Der sah den Nord erstaunt an, als er nach fragte, erzählte dann aber: „Eigentlich weiß es jeder. Die Nachtwache ist die Bruderschaft auf der Mauer ganz im Norden. Sie halten die Wildlinge hinter der Mauer, damit sie nicht in die Sieben Königslande einfallen… Und früher schützten sie das Reich noch vor einigem Anderen… Aber das sind Sagengestalten! Die Nachtwache nimmt nur Männer auf und die heiraten niemals. Sie haben niemals eine Frau im Bett… sagen sie, aber jeder weiß, dass das Bordell in Mullwarft nur noch durch den Besuch der Krähen lebt.“
    Der Nord verdrehte die Augen. Na dass konnte ja was werden. Ein Mann musste ja ab und zu mal ran können. "Und wenn einer doch mal 'die Richtige findet'? Was macht der dann? Du musst wissen, meine Begleitung und ich stammen nicht von hier. Es wäre gut zu wissen, auf was man sich da eingelassen hat." Bei dem Wort Begleitung deutete er auf die Falmer. Er hatte seine Worte extra so gewählt, dass man es auf beide Geschlechter auslegen konnte.
    „Wenn man nicht gerade in Mullwarft ist, wo man ohnehin nur die Huren kennen lernt, hat man auf der Mauer keinen Kontakt zu Frauen… Und wenn doch… Man kann desertieren, sicher, aber Deserteure werden eingefangen und hingerichtet. Von Lord Stark persönlich, wie man hört“, erklärte der Junge, sah den Nord aber weiterhin ungläubig an. Er fragte sich offensichtlich, woher er und sein Begleiter kamen, wenn sie noch nie von den Krähen gehört hatten.
    "Und wenn sich doch mal eine Frau an die Mauer verirrt, was würde dann mit der geschehen?" war die Frage von Ægir, der den ungläubigen Blick einfach ignorierte. Sollte sich doch die Elfe um die Fragen kümmern.
    Jetzt lachte der Junge. „Die Mauer ist der nördlichste Punkt im Reich, keine Frau verirrt sich dort hin! Wenn doch, dann sind es Wildlingsfrauen und die überleben nicht lang! Denen würd ich nicht begegnen wollen, deshalb will ich auch kein Grenzer werden. Baumeister vielleicht, oder Kämmerer…“
    Dialya hörte zu, ohne es sich anmerken zu lassen. Sie sah stur weiter gerade aus, doch gefiel ihr gar nicht, was sie da hörte.
    "Also sitzt du lieber hinter sicheren Wänden als ehrenhaft zu kämpfen um Land und Volk zu schützen", stellte Ægir trocken fest. Es war nicht als Vorwurf gemeint, doch widersprach es allen Lehren der Nord.
    Der ehemalige Lehrling schüttelte den Kopf. „Ich bin kein Kämpfer. Als Handwerker tauge ich mehr und auch das muss erledigt werden. Natürlich werde ich kämpfen, wenn es nicht anders geht, aber wirkliche Kämpfe gab es bei der Nachtwache schon seit Jahrhunderten nicht mehr.“
    "Es sind eben nicht alle zum Kämpfen geboren. Das ist etwas, was ihr Nord noch nicht ganz verstanden habt", meinte Dialya spöttisch. Man merkte, dass sie den großen Mann nicht mochte.
    „Aber ihr, oder wie darf ich das verstehen?“, erwiderte Ægir knurrend. Alexus befürchtete eine erneute gewaltsame Auseinandersetzung, weshalb er eilig zwischen die beiden trat. „Könnt ihr euch nicht vertragen? Zumindest, solange wir unterwegs sind…“
    "Ich habe die Magie gemeistert Dickerchen. Ich kämpfe sowieso nicht", war die belustigte Antwort auf Ægirs Frage. "Warum sollte ich mich mit jemandem vertragen, der darauf stolz ist, dass sein Volk meines fast ausgelöscht hat?", fragte sie den Kaiserlichen wütend.
    „Weil alles sehr viel einfacher wäre, wenn ihr euch vertragen würdet. Einfacher für uns alle“, antwortete er ruhig, als Yoren sich einmischte. Niemand hatte gemerkt, dass er überhaupt zugehört hatte. „Dazu kommt, dass die schlimmsten Streithälse, sobald sie meiner Meinung nach übertreiben, angekettet im Käfig die weitere Reise verbringen!“
    Das brachte ihm einen mörderischen Blick seitens der Magierin ein. Sie würde sich bestimmt nicht mit diesem Typen vertragen.
    Der Blick wurde allerdings ignoriert, stattdessen sah Yoren zum Himmel, dann trieb er seine Truppe zur Beeilung an. Morgen wollte er Rosby erreichen.
    Sie hatten keine Wahl als zu folgen. Als sie rasteten entfernte sich Dialya von der Gruppe. Erstens hatte sie ein dringendes Bedürfnis und zweitens musste sie sich abreagieren. Zu ersterem kam sie auch, doch kaum war sie wieder richtig gekleidet wurde sie auch schon gestört.
    Es war der Mann, der sie und Ægir im Wirtshaus getrennt hatte, der sie eindringlich musterte, einen undefinierbaren Ausdruck in den Augen. „Was macht 'ne Frau unter den Rekruten der Nachtwache?“
    Die Angesprochene drehte sich mit blitzenden Augen zu ihm um. "Warum sollte ich dir das verraten?", zischte sie. Man merkte ihr ihre Wut an, trotzdem ließ der Rekrut nicht locker.
    „Ich könnte dich jederzeit auffliegen lassen und du würdest im nächsten Gefängnis oder Bordell landen. Aber wenn dir das lieber ist…“ Er zuckte mit den Schultern und grinste sie lauernd an.
    "Das ich das erste Mal im Gefängnis landete lag daran, dass ich durch einen überraschenden Teleport durcheinander war. Noch mal lasse ich mich nicht von Menschen verhaften. Aber wenn du es unbedingt wissen musst, ich sah darin eine Chance frei zu kommen. Leider hatte dieser dämliche Nord dieselbe Idee", meinte sie, ihm ein Stück entgegen kommend. Sie beobachtete ihn aufmerksam.
    Der Mensch wirkte enttäuscht. Das war vermutlich nicht gerade die Sensation, die er sich erhofft hatte. Er brummte verstimmt, hatte dann jedoch eine andere Idee. „Ich mach dir einen Vorschlag. Ich verrat dich nicht, wenn du dich ein wenig dankbar zeigst.“
    Jetzt wurde sie erst recht misstrauisch. "In wie fern sollte ich mich erkenntlich zeigen?", fragte sie scharf.
    Ein dreckiges Grinsen schlich sich ins Gesicht des Menschen, während er an seinem Gürtel herum nestelte. „Das weißt du doch ganz genau.“
    Weder rührte sie sich, noch sagte sie etwas dazu. Doch ihr Blick sollte eigentlich Antwort genug sein. Aber der Mann dachte nicht mehr nach und achtete nicht darauf.
    Er öffnete seine Hose, ließ sie runter und griff nach Dialya. Nichts als Gier war noch in seinem Blick. Zu lange schon hatte er keine Frau mehr gehabt.
    Sie versuchte sich ihm zu entwinden, aber als er sie auf den Boden presste und an ihrer Magierrobe rumnestelte, wurde es ihr zu viel und sie kühlte ihre Körpertemperatur auf kuschelige zehn Grad minus ab. Ihr ganzer Körper war mit Eis überzogen und auch er bekam das zu spüren. Ihr war die Kapuze vom Kopf gerutscht, so dass er sie eindeutig als nicht menschlich identifizieren konnte. Doch weitersagen würde er es mit Sicherheit nicht.
    Fluchend sprang der Mann wieder auf. Seine Haut war gerötet, Frostbeulen hatten sich überall gebildet. Fassungslos sah er die Schneeelfe an.
    Diese funkelte ihn wütend an. "Solltest du das auch nur noch einmal versuchen oder irgendetwas verraten, wirst du dir diese Verletzungen hier zurück wünschen. Man sollte sich niemals mit Schneeelfen anlegen, wenn man Kälte nicht verträgt", meinte sie.
    Der Mann schluckte. Mit allem hatte er nicht gerechnet, aber damit nicht. Er nickte schnell und wich zurück. Seiner Meinung nach ging hier etwas nicht mit rechten Dingen zu.
    Sie sah dem Mann noch hinterher. Nachdem er verschwunden war schrie sie einmal wütend auf und ein Blitz schlug in das nächstgelegene Hindernis ein. Danach fegte ein Feuerball eine Felsgruppe vom Angesicht der Erde. Ehe sie sich vollkommen beruhigt hatte flogen noch einige Zauber der Elemente Feuer, Blitz und Eis durch die Gegend und legten die nähere Umgebung in Schutt und Asche. Zum Glück hatte sie sich irgendwann die Kapuze wieder aufgesetzt, denn nun bemerkte sie, dass sie von Yoren bei ihrem Tun erwischt worden war. Sie hoffte nur, dass er nicht zu viel gesehen hatte.
    Yoren stand fest an Ort und Stelle, hatte eine Hand am Schwertgriff liegen. Seine Augen ruhten misstrauisch auf ihr und eine Weile sah er sie nur stumm an, ehe er endlich sprach. „Was hast du getan? Und vor allem wie?“
    Sie seufzte und ging langsam auf ihn zu. "Das gerade war Magie. Magie der Schule der Zerstörung um genau zu sein. Ich musste mich mal abreagieren, sonst hätte ich wahrscheinlich irgendwann irgendjemand anders angegriffen. Ich bin es nicht gewohnt, dass Ich so viel Gesellschaft habe", sagte sie so ruhig wie möglich. "Ich beherrsche dazu noch zwei weitere Schulen der Magie mehr oder weniger gut. Die der Heilung und die der Beschwörung, doch diese war am besten geeignet um einfach mal zu wüten. Wenn ich eine meiner Kreaturen beschworen hätte, hatte diese einen Lebenden gesucht, der mich bedroht und das wäre wahrscheinlich nicht besonders gut gegangen."
    Yoren nickte langsam, bedeutete ihr aber, stehen zu bleiben. Er war verwirrt. Magie gab es immer nur in alten Geschichten, bei den Kindern des Waldes. Er hatte von ihren Fähigkeiten gehört, die heute nur noch vereinzelt und jenseits der Mauer zu finden waren. Aber das waren meist Warge, von Magiern hatte er noch nie gehört. Dennoch tat er es damit ab, dass der Junge vermutlich ein direkter Nachfahre der Kinder des Waldes war. Dann fiel ihm eine andere Möglichkeit ein. Die Insel im Götterauge. Man sagte, dass dort noch immer ein paar der Wesen lebten. Doch die verließen ihre Insel niemals und wer dort hinkam, kehrte nie zurück, hieß es. „Du kommst vom Götterauge?“, fragte er, wobei er sein Erstaunen darüber nicht verbergen konnte.
    Sie schüttelte den Kopf. "Nein, meine Heimat wird heute Skyrim genannt und liegt auf dem Kontinent Tamriel. Ich weiß nicht mal, wo genau sie von hier aus liegt. Ein verunglückter Teleportzauber hat mich und acht andere hergebracht. Sie waren alle in der Zelle. Der Schwarzhäutige hat uns hergebracht. Bei uns läuft einiges anders und die Wächter des Landes sind hoch geschätzt. Es gibt insgesamt sechs Gilden, unter anderem eine Akademie, an der jeder der will und genug Potenzial hat den Umgang mit Magie lernen kann", erklärte sie.
    Mit gerunzelter Stirn sah Yoren sie an. Er war sich nicht sicher, ob er ihr glauben sollte, oder ob die Elfe völlig den Verstand verloren hatte. Von diesem Kontinent hatte er noch nie gehört. „Vielleicht erklärst du das besser dem Alten Bär oder Maester Aemon…“, murmelte er und bedeutete ihr, mit ihm zurück zum Lager zu kommen.
    Und sie folgte ihm. Im Lager kam sie an dem versuchten Vergewaltiger vorbei und sah hoch zufrieden, dass der weder richtig sitzen, noch vernünftig stehen konnte, ohne dass sich sein Gesicht vor Schmerz verzog. Und sie sah die Angst in seinen Augen, als er sie entdeckte. Ihre Wut war verflogen, trotzdem blitzte sie ihn warnend an.
    Er zuckte zurück, was jedoch von den anderen unbemerkt blieb, oder mit schadenfrohem Gelächter kommentiert wurde. Zwar wusste niemand, was das schmächtige Kerlchen mit dem ehemaligen Knappen gemacht hatte, doch er musste stärker sein, als er aussah, wenn der stämmige, junge Mann vor Angst zurück wich.
    Die Elfe grinste schadenfroh. Diese Männer wussten ja gar nicht, wozu sie fähig war. Die Frosthaut war nicht mehr, als ein kleiner Trick, den Schneeelfen zum Schutz benutzen konnten. Ihre anderen Zauber waren viel effektiver und vor allem nicht auf Berührung angewiesen. Doch das konnten die ja nicht wissen, wenn nicht mal der Anführer dieses Haufens von Magie wusste. Alexius und Ægir ahnten jedenfalls, wer für die Schmerzen des Mannes verantwortlich war.
    Deshalb kam der Kaiserliche auch sofort auf Dialya zu, und nahm sie zur Seite, als sie bei ihnen angekommen war. „Musste dass sein?“, fragte er, doch sie fauchte zur Antwort nur: „Ja, er hat es nicht besser verdient!“
    Alexius schüttelte daraufhin nur den Kopf. "Will ich wissen, was er angestellt hat? Ich denke nicht, dass das überhaupt jemand verdient hat", sagte er und machte sich damit recht unbeliebt.
    „Er hätte noch viel Schlimmeres verdient!“, zischte Dialya und wandte sich ruckartig ab, bevor sie ihn noch angreifen würde.
    Alexius, der das ahnte setzte vorsichtig die Macht seines Volkes ein, um sie zu beruhigen. Die Stimme des Kaisers war doch was Herrliches.
    Die Schneeelfe beruhigte sich, merkte jedoch, dass das nicht von ihr aus ging. „Was soll der Mist?“, fragte sie, wenn auch lange nicht so aufgebracht, wie noch zuvor.
    "Du solltest erst überlegen, bevor du etwas tust, was du später bereuen könntest. Wir sind ganz alleine in einem uns völlig fremden Land. Wie wir nach hause kommen wissen wir nicht. Wäre es da von Vorteil einen potenziellen Verbündeten zu töten? Außerdem bin ich nicht scharf drauf jetzt schon ins Gras zu beißen", meinte der Kaiserliche dazu nur.
    „Dann lass du dich doch nächstes Mal auf den Boden runter drücken! Dann können wir wieder von potenziellen Verbündeten sprechen!“, knurrte Dialya ohne sich zu Alexus umzudrehen.
    "Ich meinte nicht diesen Kerl, sondern mich und Ægir", meinte er trocken. "Ich weiß ja, wie wenig eure Völker sich leiden können."
    „Du hast gut reden! Deine Vorfahren wurden ja auch nicht von seinen nieder gemetzelt!“, zischte sie und war inzwischen auch wieder ziemlich gereizt.
    Er versuchte dem entgegen zu wirken. "Seine Vorfahren, ja. Aber nicht er. Ich wollte damit auch nicht sagen, dass ich das gutheißen würde. Genau so wenig, wie das was sie jetzt mit den Dunmer tun. Aber es ist nur eine bestimmte Gruppe, nicht alle. Und er selber hat weder dir noch den deinen etwas getan", versuchte er ruhig zu erklären.
    Nur erreichte er damit das genaue Gegenteil. „Aber es interessiert ihn auch nicht! Die, die noch übrig sind, leiden! Wir können uns nicht offen zeigen, weil es sofort wieder von vorn losgehen würde und er wäre garantiert mit dabei!“ Sie wurde immer lauter und merkte auch nicht, dass sich langsam alle Augen ihr zuwandten und neugierige, aber auch verwirrte Blicke auf sie trafen.
    "Das kann man nicht wissen. Im Moment hätte das Volk der Nord sowieso genug mit sich selbst zu tun. Die Sturmmäntel zerreißen es und das sind diejenigen, die stolz auf die Taten ihrer Ahnen sind und die Nord für die einzige Rasse von Wert halten. Ægir hat sich dem Kaiserreich angeschlossen, gerade weil er nicht so denkt. Versuch wenigstens ihm eine Chance zu geben, er wird weder dich noch dein Volk bedrohen." Alexius setzte erneut seine Fähigkeit ein um sie zur Ruhe zu Zwingen und ihren Kampfeswillen zu unterdrücken. Er tat es nicht gerne, aber wenn es sein musste, musste es sein.
    Dialya schnaubte, beruhigte sich jedoch. Dennoch warf sie Alexus einen tadelnden Blick zu, bevor sie sich unter die anderen Männer mischte.
    Alexius sah ihr nach. Er war unsicher, ob sie seinen Rat auch noch befolgen würde, wenn der Effekt der Stimme des Kaisers in einer Stunde völlig verflogen sein würde, oder ob sie ihn dann dafür angreifen würde, dass er sie überhaupt eingesetzt hatte.
    Mit erhobener Braue sah Ægir ihn an. Er stand hinter dem Kaiserlichen und hatte das ganze Streitgespräch mitverfolgt. „Du weißt schon, dass ich für mich selbst sprechen kann?“
    Alexius drehte sich um. "Ich weiß, aber dir hätte sie nicht zugehört. Sie hätte dich eher umgebracht, als dass du sie zum nachdenken gebracht hättest. Zudem hat sie dich als Henker eines anderen Elfen kennen gelernt. Das dürfte für sie auch viel ausmachen. Wobei ich auch bezweifle, dass dieser Dunmer ein Sturmmantel war. Was würde es ihm bringen, sich einer Gruppierung anzuschließen, die sein Volk und somit ihn wie Dreck behandelt?", sagte er schlicht.
    Ægir zuckte mit den Schultern. „Ich hab ihn nicht angeklagt und verurteilt. Ich bin nur der Henker.“
    Er führte seine Befehle nur aus, Urteile schrieb jemand anders und der hatte vermutlich nur einen Grund gebraucht, den Dunmer los zu werden.
    Der Kaiserliche seufzte. "Weißt du, worauf sich das Urteil stützt? Gibt es jemanden, der das bezeugen kann? Ein Geständnis unter Folter ist meiner Meinung nach nicht genug, um jemanden zum Tode zu verurteilen. Schließlich gibt es immer einen Punkt, ab dem der Gefangene nur noch das nachspricht was von ihm verlangt wird nur damit es endlich aufhört."
    „Nein, weiß ich nicht“, erwiderte der Nord trocken, „ich bekomme den Befehl das Urteil zu vollstrecken und damit hat sich's. Weder bin ich der, der ihn fest nimmt, noch der, der seine Schuld zu beweisen versucht und schon gar nicht bin ich der Richter. Wenn du wen belehren willst, dann einen von denen.“
    Ægir wusste natürlich, dass nicht alle, die er hinrichtete, auch wirklich schuldig waren, aber Befehl war Befehl, Urteil war Urteil. Würde er das jedes Mal hinterfragen, wäre er sehr schnell selbst arbeitslos und stünde möglicherweise selbst im Verdacht, ein Sturmmantel zu sein.
    Alexius verstand diese Einstellung nicht. Aber er nahm sich vor, den Richter wenn er jemals zurückkommen würde, zur Rede zu stellen. Das ging so nicht weiter. Aber weiteres dazu sagen tat er nicht.
    Der Nord setzte sich und machte es sich bequem, ehe er seine Taschen abklopfte und frustriert aufstöhnte. „Nicht mal was zu Rauchen haben die hier und ich hab auch nichts mehr!“, beschwerte er sich halblaut um nicht wieder die volle Aufmerksamkeit auf sie zu lenken.
    "Etwas zu rauchen?" Alexius reichte ihm eine Packung. "Ich verkauf das Zeug eigentlich in meinem Laden und hatte gerade eine neue Lieferung bei den Khajiit am Stadtrand abgeholt. Aber ich werde es hier wohl nicht verkaufen können."
    „Vermutlich nicht“, lachte der Nord leise und nahm die Packung entgegen. „Wenn du jetzt noch Feuer hast und ich nicht bis da vor zum Lagerfeuer laufen muss, bist du mein Lebensretter für heute.“
    Der Kaiserliche kramte zwei Feuersteine raus. "Versuchs erst einmal damit."
    „Dank dir“, nuschelte der Nord der Nord, die Pfeife schon zwischen den Zähnen. Er schlug ein paar Funken und bekam tatsächlich ein kleines Flämmchen zu Stande. Damit zündete er sich die Pfeife an und lehnte sich zurück.
    Der Kaiserliche schüttelte den Kopf. Warum rauchte der Mann jetzt? es war doch bekannt dass das Zeug die Sinne vernebelte. Es war zwar nicht so schlimm wie Skooma und, was das Wichtigste war, nicht verboten, aber in der Wildnis trotzdem gefährlich.
    „Das ist genau so, wie wenn du dich fragst, warum manche Leute immer betrunken sind“, grinste Ægir, der Alexus seine Gedanken angesehen hatte, bevor er sich der berauschenden Wirkung der Kräutermischung hingab.
    Der Kaiserliche mischte sich daraufhin wieder unter die Leute und hoffte, dass die unangenehmen Nebenwirkungen des Krauts die Weiterreise später nicht behindern würden.
    Dabei traf er auf Dialya, die sich wieder beruhigt und sich ein wenig abseits hingesetzt hatte. Drei Junge Männer saßen schweigend in ihrer Nähe. Anscheinend hatten auch sie ein wenig Ruhe gesucht, da die anderen Männer anscheinend noch nicht verstanden hatten oder nicht verstehen wollten, was nun auf sie zukam.
    Er lächelte sie an und setzte sich etwas entfernt ebenfalls. Er hoffte, dass er nicht hinter die Mauer geschickt würde. Er war schließlich Händler und weder Krieger, noch Magier.
    Sie erwiderte das Lächeln leicht, was unter ihrer Kapuze kaum zu erkennen war. Sie hatte nachgedacht und vielleicht war nicht alles falsch, was der Kaiserliche über den Nord gesagt hatte. Dennoch war zu viel passiert, als dass sie ihm einfach vertrauen könnte und außerdem war sie zu stolz, um den ersten Schritt auf ihn zu zugehen.
    Der Kaiserliche schloss einfach mal die Augen. Als einfacher Händler war er so langes Laufen nicht gewöhnt und daher jetzt erschöpft.
    Dialya sah zu ihm und wieder lächelte sie. „Schlaf ein wenig, ich pass schon auf, dass dich keiner ausrauben kommt“, meinte sie und machte es sich ein wenig bequemer.
    Alexius sah daraufhin zu ihr. "Das ist nicht mein Problem, ich will nur nachher nicht unsanft geweckt werden", meinte er müde. Viel was es sich zu stehlen lohnte hatte er gar nicht dabei, da gerade ein treffen der sechs großen Gilden in der Stadt war und es ihm mit den ganzen Dieben, denen Immunität versprochen worden war zu unsicher gewesen war.
    Nun schmunzelte die Schneeelfe. „Dann kümmere ich mich eben da drum. Es bringt nur nichts, wenn du unterwegs vor Müdigkeit umkippst oder nichts mehr in deiner Umgebung mitkriegst.“
    Darauf nickte er nur und legte sich in die Nähe der Schneeelfe. Er weigerte sich, sie als Falmer zu bezeichnen, da er damit eher die blinden, verkrüppelten Nachfahren dieser Rasse in Verbindung brachte und diese nun wirklich nichts mit dieser Schönheit mehr gemein hatten. Mit einem letzten Blick zu ihr schlief er dann auch ein.
    Einen kurzen Moment sah Dialya noch zu ihm und lächelte. Gerne würde sie jetzt die Kapuze abnehmen, doch dann würde man sie sofort als Frau erkennen. Nicht nur ihre Haare, sondern auch ihre Gesichtszüge würden sie augenblicklich verraten. Leise seufzend legte sie sich hin, um sich zumindest auszuruhen. Sie war sich ziemlich sicher, dass sie nicht würde schlafen können.
    Was nach dem, was passiert war, auch nur zu verständlich wäre. Sie bemerkte, dass sie unter ständiger Beobachtung stand. Diese Reise würde noch nervenaufreibend werden.
    Sie wollte gerade die Augen schließen, als ihr Blick auf Ægir fiel. Der Nord lag inzwischen auf dem Rücken und rauchte. Die Schneeelfe hob eine Augenbraue. Das konnte der Mann doch nicht ernst meinen!
    Leider war es doch so. Der Nord war komplett weg getreten und nahm nichts mehr aus seiner Umgebung wahr.
    Einen Moment lang spielte Dialya mit dem Gedanken, seine Lage auszunutzen und deutlich zu machen, was sie von ihm hielt, aber sie riss sich zusammen. Das würde ihr nichts bringen außer Ärger. Außerdem war Yoren inzwischen auf den weg getretenen Nord aufmerksam geworden und sein Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes.
    Das merkten auch einige der anderen Rekruten. Diese gingen ihm vorsorglich aus dem Weg.
    Yoren riss Ægir die Pfeife aus der Hand und ließ sich einen Eimer kaltes Wasser bringen, das er dem Mann über goss. Er wusste nicht, ob es etwas brachte, dennoch ließ er eine Schimpftirade folgen, wie Rekruten sie selten gehört hatten und wenn, dann nicht aus Yorens Mund.
    Der durch das Wasser wieder nüchterne Ægir sah den Anführer des Zuges leicht desorientiert und zerschlagen an. Das Kraut hatte nach dem Rausch meist die Unangenehme Nebenwirkung, dass einem alles schmerzte und man sich am liebsten gleich schlafen legen würde und das spürte er gerade sehr genau.
    Yoren ließ ihn jedoch nicht schlafen, sondern holte in seinem Sermon noch weiter aus. Das einzige mehr oder minder Berauschende, das man auf der Mauer noch bekommen würde, war dunkles Bier oder warmer Wein, den jedoch hauptsächlich die Ranghöheren tranken. Daran sollte der Nord sich besser gleich gewöhnen. Er würde seine Sinne beisammen brauchen während der Wacht.
    Ægir seufzte nur erschlagen. Die durch die schlagartige Ernüchterung ausgelösten Kopfschmerzen wurden bei jedem Wort Yorens nur noch schlimmer. Die Lautstärke dröhnte in seinem Schädel und ließ ihn sich fest vornehmen, sich nie wieder beim Rauchen erwischen zu lassen. Auch auf den wärmenden Met würde er wohl verzichten müssen, wenn er das richtig verstanden hatte. Sein Leben sah gerade schlagartig ziemlich düster aus.
    Dialya lachte lautlos und blitzte schadenfroh zu Ægir rüber. Er war durch und durch selbst schuld an seiner Situation.
    Den interessierte gerade allerdings nur, wann er sich endlich ausruhen könnte. Er merkte allerdings nicht, wie er diese Frage dummerweise laut aussprach.
    Das brachte Yoren, der seinen Vortrag eigentlich gerade hatte beenden wollen, dazu, noch einmal auszuholen und diesmal vom Zuhören und von Respekt sprach, woran es dem Nord, seiner Meinung nach, offensichtlich mangelte.
    Der unterdrückte gerade noch so ein Aufstöhnen und bekam einen leidenden Gesichtsausdruck.
    Dialya kicherte leise und achtete darauf, dass niemand sie hörte. Dabei drehte sie sich so, dass sie bequem alles sehen konnte.

Kommentare (2)

autorenew

Sophie (58121)
vor 1152 Tagen
Bitte, bitte mehr davon! Die Story und dein schreibstil sind fantastisch!
*.*

(und ne winzig kleine Erklärung zu den Personen wär auch nicht schlecht, also sowas wie Name, Aussehen, Herkunft und Talente ;))
*Lady Kassandra* (90187)
vor 1288 Tagen
Richtig geil! Am Anfang war es schwer zu verstehen wer wer ist (mit den Namen und Völkern und so) aber die Geschichte ist richtig gut. Du schreibst echt toll! Ich will mehr storys haben! !!