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Tamriel im Spiel der Throne 2

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1 Kapitel - 5.363 Wörter - Erstellt von: Kelly - Aktualisiert am: 2014-01-01 - Entwickelt am: - 1.299 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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    In einem der Gasthäuser der Stadt saßen einige Männer und eine vermummte Frau zusammen. Sie warteten darauf, dass Yoren zurückkehrte. Niemand bemerkte, dass Ægir und die Falmerfrau sich durch das lange im Zimmer eingepfercht sein erzürnt anfunkelten. Nur eine falsche Bemerkung eines von ihnen, würde unweigerlich in einer Schlägerei enden.
    Alexus spürte es instinktiv und fühlte sich deshalb immer unwohler. Die Sprüche der anderen Rekruten machten es allerdings auch nicht besser. Manche wollten nur nordische Huren, die es bekannterweise in Mullwarft gab, andere nahmen ihre zweite Chance als Bruder der Nachtwache sehr ernst und wieder andere wollten einfach nur einmal über den Rand der Welt pissen.
    Die Falmer schnaubte. "Denkt ihr Menschen eigentlich immer nur daran?", schnauzte sie die ersteren an. Natürlich hatte sie damit die Aufmerksamkeit der ganzen Gruppe. Immerhin hatte sie gerade zugegeben, dass sie kein Mensch war, aber ob diese Kriminellen das auch so verstanden war fraglich.
    Anscheinend nicht, denn einer von ihnen lachte. „Weißt du, Junge, wir haben einen alten Brauch aufgegriffen, von dem König Robert bei der letzten Jagd erzählte. Man nennt es, die Sieben voll machen. Man ist erst ein Mann, wenn man ein Mädchen aus jedem der sieben Königreiche gefickt hat! Und nur der Norden fehlt mir noch!“
    Er und einige anderen lachten grölend auf, während ein paar andere sich kopfschüttelnd abwandten und in einige Gesichter die Frage trat, woher dieser Mann wissen wollte, was der König bei seiner letzten Jagd gesagt hatte.
    Bei der Bezeichnung Junge musste Ægir loslachen. Er wusste ja, dass Elfen sich was die Geschlechter anging nicht sonderlich unterschieden, aber er hatte eher Probleme die Männer als solche zu erkennen. Das eine Frau Junge genannt wurde war ihm auch neu. Das brachte ihm verwirrte Blicke von den anderen Männern und einen unerwartet kräftigen Kinnharken von der Falmer ein, der ihn zu Boden schickte. Er sah verwundert auf und wurde von ihr angefaucht. "Lach nicht so dämlich!" Sie ging unter den erstaunten Blicken der anderen zum anderen Ende des Zimmers.
    Dabei war es eigentlich selbstverständlich, dass die Männer die vermummte Falmer als Junge bezeichneten. Immerhin nahm die Nachtwache keine Frauen auf, nur zu Ægir war das wohl noch nicht durchgedrungen.
    Doch war das auch kein Wunder. In seiner Heimat waren Männer und Frauen weitestgehend gleichberechtigt. Da war es nach zu vollziehen, dass er dachte, hier liefe es genauso. Immerhin hatte man bis dahin auch keinen großen Unterschied gemacht. Sich das Kinn reibend rappelte er sich wieder auf. Den Schlag wollte er sicher nicht auf sich sitzen lassen. So ging er die Fingerknöchel knackend auf die junge Elfe zu.
    Doch Alexus trat dazwischen. „Nicht doch, bitte. Wir wollen doch alle nicht wieder im Gefängnis landen“, rief er dem Nord ins Gedächtnis und hoffte, damit etwas zu erreichen.
    Doch der in seiner Ehre gekränkte Nord schob ihn einfach zur Seite. Selbst wenn die Männer dachten, dass sie ein Mann wäre, würde dass bedeuten, dass er sich von einem schmächtigen Jüngling umhauen lasen würde. Er würde zum Gespött werden. Also ging er weiter und wollte der Elfe eine verpassen. Die wich aus, packte seinen Arm und eine dünne Eisschicht überzog diesen. Er versuchte seinen Arm wegzuziehen, aber der Griff der Elfe war unerbittlich. Die Kälte machte ihm nichts aus, er war immun dagegen, aber die starre, zu der er verdammt sein würde sobald er vollständig eingehüllt wäre, war doch mehr als unangenehm.
    Die anderen Männer staunten nicht schlecht, doch polternd trat nun einer vor. Er war der Knappe eines Ritters gewesen, bis dieser ihn aus seinen Diensten entlassen hatte. Nun wollte er bei der Nachtwache zu Ruhm und Ehre kommen. „Genug jetzt!“, rief er und stieß die beiden Streithähne auseinander.
    Dabei merkte er jedoch, dass etwas nicht stimmte. Er sah sie eindringlich an, schaffte es einen Blick unter ihre Kapuze zu werfen. Sie stand wie erstarrt an der Wand gegen die sie gestolpert war, den Arm wie zum Schutz dort gegen den Körper gepresst wo er sie berührt hatte.
    Nachdenklich runzelte er die Stirn, dann wurde ihm klar, was genau ihm so seltsam vorgekommen war. Von den anderen unbemerkt, zwinkerte er ihr zu, nahm sich jedoch vor, sie später noch zur Seite zu nehmen.
    Sie entspannte sich unmerklich und sah sich um, um zu sehen, ob noch jemand etwas gemerkt hatte. Das war zum Glück nicht der Fall und sie trat wieder zu den Anderen Wartenden.

    Was sie nicht wusste, derjenige auf den sie warteten war durch einen lauten Schrei aus den Zellen des Gefängnisses aufgehalten worden. Die drei im Gefängnis verbliebenen hatten einen neuen Mitgefangenen bekommen und der hatte sich bei der Maomer nicht gerade beliebt gemacht.
    Er war wegen mehrfacher Vergewaltigung festgenommen worden, hatte dazu auch noch oft genug in den Bordellen der Stadt die Zeche geprellt und wartete nun auf seine Entmannung. Bevor es soweit war, wollte er sich noch ein letztes Mal vergnügen. Nienna kam ihm dazu gerade recht.
    Doch die wollte da nicht so recht mitmachen und wehrte sich. Als er dann benommen da lag, kam sie wütend aber beherrscht auf ihn zu. Ra'Savarr, der Khajiit reichte ihr grinsend einen Dolch, der dem der letzten Wache erstaunlich ähnlich sah und sie überlegte, wie sie ihm die Leviten lesen könnte. Dann blitzten ihre Augen und sie wand sich mit der Bitte ihn festzuhalten an ihre Leidensgenossin.
    Die Argonierin schien zu wissen, was Nienna vor hatte und auch ihre Augen blitzten auf. Sie hielt den Mann gut fest, sah dann aber noch mal zu Ra'Savarr. „Sieh zu und lerne.“
    Die sowieso schon geöffnete Hose des Mannes verschwand vollständig und er schien zu glauben, sie hätte es sich anders überlegt. Er hatte ein schmieriges Grinsen im Gesicht, bis er den Dolch sah. Der Khajiit war zur Wand zurück gewichen und war unter seinem Pelz sehr blass geworden. Und er wurde noch blasser als die ersten Schmerzensschreie durch die Zellen hallten.
    Niennas Grinsen hatte einen sadistischen Ausdruck angenommen und auch Shaalez legte eine grimmige Zufriedenheit an den Tag, als die Maomer das Urteil, das über den Mann gesprochen war, selbst vollzog.
    Durch die Schreie wurden die Wachen jedoch aufmerksam und stürmten mit gezogenen Waffen in den Gang, fürchteten sie doch eine Revolte der Häftlinge. Sie erstarrten jedoch allesamt, als sie sahen, was in der Zelle vor sich ging und der Wächter, dem der Dolch gehörte, wurde blasser als alle anderen, als er dessen Fehlen an seiner Hüfte bemerkte.
    Zufrieden und Blut besudelt zogen die beiden Frauen sich von dem Mann zurück. Überrascht sahen sie zu den Wachen, die sie vorher gar nicht bemerkt hatten. Der Vergewaltiger hatte irgendwann das Bewusstsein verloren und lag jetzt mit gespreizten Beinen da.
    Drei Wachen fassten sich wieder und stürmten die Zelle. Einer nahm Nienna den Dolch ab, die anderen beiden hoben den Vergewaltiger hoch und brachten ihn nach draußen. Ein Maester würde sich seiner annehmen müssen, wenn er Pech hatte, sogar die Schweigenden Schwestern. Die anderen Wachen vor der Tür starrten die beiden Frauen ungläubig, aber auch mit Anzeichen von Furcht im Blick an. So etwas hatte es in ihrem Gefängnis noch nicht gegeben.
    Als die beiden Männer den Verletzten raus bringen wollten ging die Tür erneut auf und Yoren kam erneut rein, um zu sehen, was hier los war.
    Mit einem Blick erfasste er die Situation und sah erstaunt zu den Frauen, an deren Händen noch das Blut des Mannes klebte. Dann sah er auf den frisch gebackenen Eunuchen und schüttelte nur den Kopf. Hier ging es ja beinahe schlimmer zu, als bei den Wildlingen hinter der Mauer.
    Ra'Savarr sank in seiner Ecke zu Boden. Durch seinen schwarzen Pelz sah man nicht, wie sein Gesicht von blass zu grün wechselte, aber er riss sich zusammen.
    Eine der Wachen wandte sich jetzt an die beiden Frauen und fragte erzürnt, was das sollte. Zwar war der Mann wie verurteilt entmannt worden, doch wäre das die Aufgabe des Henkers Ser Ilyn Payn gewesen. Daraufhin brauste Nienna auf, immerhin hatte der Mann sich an ihr vergehen wollen, die anderen konnten das bestätigen.
    "Ich hätte auch anders handeln können, aber das hätte er nicht überlebt. Außerdem, hätte einer von euch sich den Dolch nicht klauen lassen, hätte ich es gar nicht tun können", meinte sie daraufhin. Ra'Savarr wünschte sich gerade, ihr die Waffe nicht gegeben zu haben.
    Die Goldröcke tauschten mehr oder weniger ratlose Blicke. „Kommandant Slynt wird nicht begeistert sein. Er wird sich eurer annehmen und euch vermutlich Ser Ilyn überlassen“, erklärte einer von ihnen nach einer Weile, bevor sie wieder von dannen zogen.
    Sie merkten nicht wie eine Ranke aus dem Boden trat und sich als Stolperfalle vor die Tür legte. Diese wurde verwundert angestarrt, nachdem einige darüber gestolpert waren. Nienna grinste belustigt in sich hinein.
    Keiner der Goldröcke bemerkte ihr Grinsen, da niemand sich mehr umwandte. Über das Unkraut fluchend, stiegen sie über die Ranke und stellten einen der Jüngeren unter ihnen dazu ab, sie zu beseitigen.
    Ra'Savarr trat vorsichtig auf sie zu. Die Hände waren in den verdächtig ausgebeulten Taschen vergraben. "Das mit der Ranke warst doch du, oder?" Ein offenes Grinsen war ihre einzige Antwort, ehe sie den Blick auf seine Tasche sinken ließ.
    Eine ihrer Augenbrauen wanderte in die Höhe. „Und was hast du schon wieder eingesteckt?“ Sie musterte ihn eingehend und versuchte zu erahnen, was er in seiner Tasche hatte.
    Er zuckte mit den Schultern. "Du hattest sie so schön abgelenkt, da konnte ich nicht widerstehen." Er zog mehrere Geldbeutel und auch wieder die eine oder andere Waffe aus der Tasche und grinste ertappt.
    Nienna lachte leise auf. „Behalt die Sachen, aber versteck sie besser. Die ausgebeulten Taschen fallen auf.“
    „Du kannst uns auch was abgeben“, meinte Shaalez, die ihre Belustigung ebenfalls nicht verbergen konnte.
    Die Sachen verschwanden wieder, dieses Mal aber besser versteckt. Und es war knapp, eine der Wachen kehrte in diesem Moment zurück und suchte etwas.
    Shaalez lehnte sich an die Wand und sah den Goldrock forschend an, eine Spur Belustigung in ihrem Blick. „Was sucht ihr denn?“, wollte sie wissen, ohne den Mann aus den Augen zu lassen.
    Auch Ra'Savarr sah dem belustigt zu. Wusste er doch genau, wo die Sachen waren und was er suchte, hate er es ihm doch vom Gürtel genommen. Er hoffte, dass der Mann nicht auf die Idee kommen würde bei den Gefangenen nachsehen würde, denn sowohl der Dolch als auch der Ring, der sich vorsorglich in dem wohl gefüllten Geldsack befand sahen so aus, als wären sie wertvoll und ließen sich gut zu Geld machen. Es war lustig gewesen, dass der Mann nicht bemerkt hatte, dass er ihm den Ring vom Finger gezogen hatte.
    Auf Shaalez' Frage hin fauchte der Mann nur: „Geht dich nichts an!“ Er suchte weiter und fluchte lautstark, als er seine Sachen nicht mehr fand. Er war der Meinung, einer seiner Kameraden müsste ihm die Sachen abgenommen haben, um ihn zu ärgern.
    "Hey, sie wollte nur freundlich sein!", fauchte die Elfe für sie zurück, zwinkerte ihr unauffällig zu und blitzte den Mann gefährlich an.
    „Halt den Mund!“, erwiderte der Goldrock gereizt. Der Ring war ein Erbstück und für den Dolch hatte er den Lohn aus einem halben Jahr gezahlt. „Gnaden die Götter dem, der meine Sachen hat!“, knurrte er leise.
    "Dann wurdest du bestohlen?", fragte der Khajiit scheinheilig. Er ist schließlich nicht nur ein so gutes Gildenmitglied geworden, weil er so Geschickt im Stehlen war, sondern auch, weil er gut schauspielern konnte. "Vielleicht können wir ja wirklich helfen?" Er wirkte wirklich, als wenn er es ehrlich meinte.
    Schnaubend sah der Mann ihn an. „Denkst du wirklich, ich wäre so blöd und würde euch hier raus lassen? Bestimmt nicht und jetzt Ruhe!“
    Fluchend wandte er sich wieder ab und stapfte auf den Ausgang zu.
    "Schade, die Nord sind da drauf öfters reingefallen", meinte er trocken nachdem der Wächter weg war. Aber man musste auch sagen, dass die Zellen der Nord schlechter gesichert waren. Keinen der normalen Mängel hatte er gefunden. Und das Gebäude schien recht groß zu sein, so dass man bei einem Fluchtversuch lange laufen müsste und so dass Risiko stieg wieder eingefangen zu werden, bevor man den rettenden Ausgang erreichte.
    „Den Nord mangelt es auch an Intelligenz“, warf Nienna ein und wischte das Blut, das noch an ihren Händen klebte, an einer der Liegen ab, bevor sie mit mäßigem Interesse auf die Blutlache am Boden sah.
    "Dass stimmt allerdings", meinte der Khajiit gähnend und ließ sich auf eine andere Liege fallen. Nur sein Schwanz ließ seine Genervtheit und seine eigentlich unbegründete Unruhe erahnen. Im Moment verfluchte er die regelmäßigen Karavanentreffen. Er setzte sich auf und kramte in seiner Tasche rum, man hörte Flaschen klirren und der Kater wurde immer nervöser.
    „Was ist los mit dir?“, fragte Shaalez, nachdem sie sich das einige Zeit lang mit angesehen hatte. Keiner von ihnen war wirklich entspannt, doch der Khajiit war beinahe schon übertrieben unruhig.
    Der hörte ihr nicht zu und räumte jetzt verschiedene Tränke aus der Tasche. Da waren Heiltränke, Tränke, die die magische Energie auffüllte, Tränke für die Ausdauerregeneration und noch ein paar andere Fläschchen mit fragwürdigem Inhalt, aber nicht sein heiß geliebtes Skooma. Er war süchtig danach, was natürlich nicht gerade vorteilhaft war. Erstens war Skooma verboten und zweitens bezweifelte er, dass er hier in diesem Land die richtigen Zutaten fand.
    „Hey, Khajiit!“, fauchte die Argonierin, die nichts mehr hasste, als ignoriert zu werden. „Ich rede mit dir! Was ist mit dir los?“ Auch Nienna wandte sich jetzt wieder den beiden zu und hob eine Braue. „Sieht fast nach Entzugserscheinungen aus“, bemerkte sie trocken.
    Als er die ganze Tasche ausgeräumt hatte sank er mit einem kläglichen Laut zu Boden. Da fiel ihm eine kleine Flasche auf, die zwischen die Heiltränke gerutscht war. Glücklich stürzte er es runter, wimmerte dann aber auf, als er bemerkte, dass es wirklich sein letztes war. Er wusste, die nächste Zeit hier wäre hart. Seine Ohrringe klapperten gegeneinander als er Ohren und Schwanz schlaff runterhängen ließ.
    Nienna nahm ihm das leere Fläschchen ab und roch daran, ehe sie genervt aufstöhnte. „Na ganz toll. Ein nach Skooma süchtiger Kater, der nichts mehr hat. „Was für ein Idiot“, seufzte Shaalez kopfschüttelnd.
    Fauchend versuchte er der Elfe das Fläschchen wieder abzunehmen. Jetzt bräuchte er zumindest eine weile nichts mehr. Er griff zwar erst ein paar Mal daneben, da seine Sicht verschwommen war, aber letztendlich rutschte es in seine Tasche und die anderen Fläschchen folgten. Seine blauen Katzenaugen hatten stark geweitete Pupillen und sein Atem ging kurze Zeit etwas schneller. Er rutschte in eine Ecke und sein Geist ging auf die Reise zurück in die heiße Steppe, die sich seine Heimat nannte.
    „Da werden wir einiges zu tun haben, wenn der wieder was braucht“, flüsterte Nienna Shaalez zu, die nur nickte und etwas von „Teufelszeug“ murmelte. Insgeheim hoffte sie jedoch, einen Ersatzstoff für Ra'Savarr zu finden, damit man es nicht ganz so schwer mit ihm hätte.
    Aus der Ecke kam ein leises Grollen. Man sah, wie sich das Fell des Khajiit sträubte. Offenbar war der Trip alles andere als angenehm, denn der Khajiit fauchte und sah aus, als würde ihn was ängstigen. Die beiden Frauen sahen besorgt zu Ra'Savarr. Wenn er jetzt glaubte, sie wären Angreifer könnte alles passieren.
    Genau deshalb wichen sie langsam zurück. Zwar ließen sie den Khajiit nicht aus den Augen, vermieden es aber, ihm in diese zu sehen, da sie nicht wussten, was er sich im Moment einbildete. Würde er auch nur einen Moment lang etwas sehen, das, wie er glaubte, feindselig war… Sie wollten es lieber nicht darauf ankommen lassen.
    Doch sie hatten Glück. Je weiter sie sich entfernten, desto glatter wurde sein Pelz. Zwar nur langsam, aber es war immerhin ein Anfang und der Rausch würde eh nicht lang anhalten. Aber auch danach sollte man ihn auf niemanden loslassen, der nicht wusste, wie man mit Skoomaabhängigen umgehen musste.
    Als die beiden Frauen die Wand im Rücken hatten, sahen sie sich an. Sie wussten beide, dass sie irgendwas tun mussten, sobald der Rausch vorbei war und er wieder etwas brauchen würde. Nur was war die Frage.
    Durch das Fauchen aufgeschreckt kam erneut eine Wache zum Nachsehen vor ihre Zelle um zu sehen, ob hier wieder jemand verletzt würde. Diese war schon sehr genervt.
    Shaalez reagierte sofort und fiel dem Goldrock ins Wort, bevor der auch nur den Mund aufmachen konnte. „Er hat irgendwas aus seiner Tasche verschluckt, das steckt ihm noch im Hals, wird aber gleich besser… Wir haben ihn untersucht.“
    "Hat er sonst noch irgendetwas in der Tasche?", meinte der Mann. Wenn ja müsste er es ihm abnehmen.
    „Nein… Ich glaube, das war auch nur irgendein Stück Stoff, das sich gelöst hatte“, antwortete Nienna, bevor der Wächter noch auf die Idee kam, in die Zelle zu kommen und nachzusehen.
    Diese Erklärung fand der Mann dann doch fragwürdig. Wie sollte das auch gehen?
    Nienna seufzte genervt auf und deutete dann auf die Tasche des Khajiits. „Ihr seht doch, dass die nicht mehr die neuste ist. Auf der anderen Seite, die man jetzt nicht sieht, ist die schon geflickt worden, der Flicken hat sich gelöst. Der Ärmste ist eingeschlafen und weil er Schlafwandler ist, hat er das Ding irgendwie gegessen. Keine Ahnung, was er geträumt hat.“
    Hilfe suchend sah sie zu Shaalez, die sofort bekräftigend nickte. „So war es. Was meint Ihr, wie sehr wir erst erschrocken sind.“
    Unauffällig warf sie einen Blick auf den Khajiit. Der würde einiges zur Wiedergutmachung tun müssen, wenn er wieder klar war.
    Der fing gerade wieder an zu fauchen und schien zu denken, dass irgendetwas auf ihn zukäme. Schneller als sie gucken konnten war er unter den Liegen verschwunden. Nur seine Schwanzspitze zuckte ab und zu unter ihnen hervor. Dem Goldrock kam das so langsam wirklich merkwürdig vor, aber was war an den dreien schon normal?
    „Er hat Atemprobleme und deswegen Panikattacken… Ihr wisst nicht vielleicht etwas zur Beruhigung?“, meinte Shaalez und der Goldrock überlegte. „Traumwein wäre eine Möglichkeit… Ich erkundige mich…“
    Immerhin konnte er nicht verantworten, dass dem Gefangenen etwas zustieß. Schon gar nicht nach dem, was mit dem Vergewaltiger passiert war.
    Er lief raus und die beiden Frauen hofften, dass der Khajiit das Loch in der Wand nicht entdeckte. In seinem momentanen Zustand würde es dort drüben Tote geben, wenn er dadurch flüchtete.
    „Wir sollten ihn da weg holen“, murmelte Shaalez und Nienna erwiderte knurrend: „Ach und wie? Ich will nicht von ihm aufgeschlitzt werden, du etwa? Oder hast du einen Beutel Katzenminze dabei?“
    "Natürlich nicht." fauchte sie zurück. Sie sahen sich ein paar Momente an, dann ging die Tür auf und der Goldrock kam zurück.
    In einer Hand hielt er eine Karaffe, in der anderen, einen Becher. Beides reichte er den Frauen, da ein Blick von Nienna schon klar gemacht hatte, dass er es auf keinen Fall wagen sollte, die Zelle zu betreten. Sie war es auch, die den Becher voll schenkte, die Karaffe an Shaalez weiter reichte und mit dem Becher auf die Liege zu ging, vor der sie langsam in die Hocke ging.
    „Ra'Savarr? Ich hab was für dich… Es wird dir gut tun…“
    Von unter der Liege antwortete ihr nur warnendes Grollen und ein vorgetäuschter Angriff mit eindeutig ausgefahrenen Krallen. Nienna wich zurück und hatte eindeutig die Schnauze voll. Zwei Ranken traten durch den Zellenboden und fesselten Ra'Savarr recht unsanft. Mit einem Knallen gab der den Erfolg dieser schnellen Aktion kund. Er war mit dem Kopf gegen die Unterseite der Liege geknallt. Gemeinsam mit Shaalez zog sie den sich windenden Mann aus seinem Versteck. Als der daraufhin versuchte zu beißen, verpasste sie ihm noch zusätzlich einen Maulkorb.
    Shaalez stellte die Karaffe weg, kniete sich neben den Khajiit und hielt ihn so, dass er sich nicht sonderlich weit bewegen konnte. „Nimm den Maulkorb weg“, meinte sie nur, als sie ihn sicher hatte, denn sonst würden sie ihm den Traumwein nie einflößen können. Seufzend entfernte Nienna den Maulkorb und sofort drückte Shaalez Ra'Savarrs Maul auf, sodass die Maomer ihm den Traumwein einfach in den Rachen schütten konnte. Gemeinsam zwangen sie ihn zu schlucken, verfrachteten ihn dann auf die Liege und warteten, bis der Wein seine Wirkung tat, bevor Nienna die Ranken sich zurückziehen ließ.
    Das tat er allerdings erst recht langsam, musste er doch gegen die aufputschende Wirkung des Skooma ankämpfen, doch irgendwann schloss er gähnend die Augen. Die anderen ließen sich seufzend an der Wand oder dem Gitter runterrutschen und Shaalez betrachtete die kleine Wunde, die sie davon getragen hatte, als sie sein Maul aufgedrückt hatte. "Dafür, dass er zu einer der kleineren Khajiitrassen gehört, hat er aber verdammt scharfe Zähne. Er ist durch meine Schuppen gekommen", meinte sie mit einem beinahe vorwurfsvollen Blick zu dem leise schnarchenden Ra'Savarr.
    „Dann überleg dir schon mal, wie er das wieder gut machen kann“, schmunzelte Nienna nur und schloss die Augen. Eine Gegenleistung hatten sie sich ihrer Meinung nach mehr als nur verdient.
    "Ich glaub, dass werde ich auch..." meinte die Argonierin und man konnte die Erschöpfung heraushören. Der Goldrock war während ihrem kleinen Kampf gegangen. "Lass uns nur hoffen, dass wir etwas finden, was dem Entzug entgegenwirkt. Sonst wird dass eine richtig hässliche Angelegenheit... Obwohl er mein Mitleid bestimmt nicht bekommen wird. Er ist eigentlich selbst schuld, wenn er dieses Dreckszeug nimmt", meinte sie leicht mürrisch.
    „Meins auch nicht, nur wird die Sache ziemlich ätzend für uns“, antwortete die Maomer seufzend und roch an dem restlichen Traumwein, ehe sie angewidert das Gesicht verzog. Für ihren Geschmack roch es viel zu süß.
    Shaarez nickte darauf nur. Seufzend lehnte sie sich gegen das Gitter und leckte sich kurz über die Lippen. Erst summte sie etwas, dann fing sie an zu singen. Nur bedauerte sie es, dass sie gerade kein Instrument hatte.

    "Dunkel der Himmel von Alduins Schwingen. Feuersturm brüllt' er, den Tod wollt' er bringen.
    Heiß wogt' die Schlacht und rot floss das Blut, die Kämpfer verbrannten mit Schreien in Glut.
    Wer nur tritt an gegen Alduins Wut? Wo sind die Retter mit Herzen voll Mut?
    Mit Alduins Sieg kommt das Ende der Welt, und alles rings um uns in Trümmer dann fällt.
    Fast hatte der Drache den Sieg schon errungen, da kamen wie Sturmwind von Norden die Zungen.
    Sie kämpften, und bald schon sang alles vom Ruhm, der Urkraft der Stimmen, der Lieder von Thu'um.
    Die Gabe der Stimmen hat alle befreit, geebnet den Weg in die glanzvolle Zeit.
    Was lehrt uns das Liedchen? Nun, höret mein Wort. Das Lied ist zu Ende, die Drachen sind ... fort."

    Nienna hörte aufmerksam zu, während sie die Karaffe wieder weg stellte. Leicht legte sie den Kopf schief und musterte die Argonierin. „Nettes Stimmchen“, merkte sie an, als Shaalez das Lied beendet hatte.
    Shaalez lächelte. "Danke, ich habe viel Zeit in Skyrim verbracht und das ist eines der schönsten Lieder, die ich dort gelernt habe." Sie hatte viel Zeit in der Bardenakademie verbracht und es war eine schöne Zeit. "Bist du eigentlich auch Mitglied einer Gilde?"
    Nienna nickte und lächelte leicht, bei der Erinnerung an die Magierakademie, in der sie den einen oder anderen zur Verzweiflung getrieben hatte. „In der Gilde der Magier. Es wäre zwar nicht nötig, aber von da bekomm ich die besten Zauberbücher.“
    Shaalez nickte. "Die Bardenakademie bleibt immer mit ihren Absolventen in Kontakt. Wenn irgendwo ein neues Lied, eine neue Sage oder ein neues Gedicht bekannt wird geht es an die Akademie und die leitet es an die Barden im ganzen Reich weiter, so dass wir es lernen können." Sie waren wirklich wie ein riesiger Freundeskreis, der immer in Kontakt blieb.
    Nienna überlegte, schüttelte dann aber den Kopf. „Mich würde es nerven. Mir gefällt es eher, zu reisen und es unterwegs selbst zu lernen… Das ist… ich weiß nicht, ein besseres Gefühl, finde ich, als wenn ich mir immer alles von der Akademie direkt schicken lasse…“
    Shaalez zuckte darauf nur mit den Schultern. "Als Barde ist es wichtig, immer auf dem aktuellsten Stand zu sein. Und ich habe ja auch schon ein oder zwei eigene Lieder geschrieben, aber noch hab ich mich nicht getraut sie öffentlich zu machen. Ich bin einfach noch unsicher, ob sie auch gut genug sind", meinte sie leise und zog eine Pergamentrolle aus ihrer Tasche. Sie rollte sie aus und ging den Text noch einmal durch, um zu sehen, ob sie nicht doch noch etwas finden würde, was sie verbessern konnte.
    „Feigling“, schmunzelte Nienna, lächelte dann aber offen. „Lass hören. Außer mir bekommt es im Moment eh keiner mit und selbst wenn, so schlecht werden sie nicht sein.“ Sie traute Shaalez wirklich nicht zu, furchtbare Lieder zu schreiben. Einmal war sie einem Barden begegnet, dessen Lieder alle schrecklich waren, der es jedoch nicht einsehen wollte. Die Argoierin schätzte sie ganz anders ein.
    Shaalez sah sie unsicher an, trug das Lied aber vor. Erst war es sehr zittrig, wurde aber immer sicherer.
    Nienna machte es sich derweil bequem, schloss die Augen und lauschte. Als Shaalez zittrig angefangen hatte, war das Lächeln aus ihrem Gesicht gewichen, doch je sicherer die Argonierin wurde, desto besser klang das Lied. Die Maomer konnte nicht verhindern, dass sich ein sanftes Lächeln in ihr Gesicht schlich.
    Nachdem Shaalez das Lied beendete sah sie wieder zu der Maomer. Als sie sah, dass sie lächelte konnte sie nicht anders als erleichtert zu seufzen.
    Nienna schlug die Augen auf und sah die Bardin beinahe ungläubig an. „Du dummes, dummes Mädchen“, flüsterte sie und brachte im Moment kaum mehr heraus.
    Die Argonierin sah sie verwirrt an. Sie verstand die Reaktion nicht und das verunsicherte sie wieder.
    „Du lässt zu, dass irgendwelche Idioten ihren Schund veröffentlichen und willst das, was wirklich gut ist, der Welt vorenthalten? Sobald wir zurück sind, musst du's veröffentlichen! Von mir aus auch schon hier, dann lernen die Dummköpfe hier noch was Schönes!“ Nienna konnte es kaum glauben, runzelte dann jedoch die Stirn, als es draußen laut wurde. Es dauerte eine Weile, bis sie merkte, dass es draußen dunkel wurde und das Gegröle Gesang sein sollte.
    [style type=“italic“]Des Dornischen Weib war blond wie die Sonn',
    und ihre Küsse so zart wie der Mai.
    Doch des Dornischen Kling' war aus schwarzem Stahl,
    und ihr Kuss eine rechte Teufelei.
    Des Dornischen Weib sang stets im Bad,
    ihre Stimme war lieblich und hold.
    Doch des Dornischen Kling' kannt' ihr eigenes Lied,
    sie biss scharf und kalt wie das Gold.
    Wie er da im Dunkeln am Boden lag,
    Auf der Zunge das bittere Blut,
    knieten die Brüder betend neben ihm,
    aber er lachte und sang wohlgemut.
    "Brüder, o Brüder, meine Tage sind um,
    der Dornische hat's Leben mir entrissen.
    Doch was soll's, muss nicht ein jeder einmal geh'n?
    und ich habe des Dornischen Weib besessen!" [/style]
    Grölendes Gelächter wurde laut, dass Alkohol in rauen Massen floss, war den Stimmen der Männer deutlich anzuhören. „Die brauchen was Schönes, sag ich doch“, bemerkte Nienna trocken.
    Die Bardin schüttelte ergeben den Kopf. "Ich hörs ja... Das war... nicht so toll." meinte sie relativ neutral. "Ich werd sie ja veröffentlichen."
    Jetzt lächelte Nienna wieder. „Gut so. Und wehe dem, der was dagegen sagt, der wird sich wünschen, er wäre nie geboren worden, wenn ich mit ihm fertig bin.“
    Das brachte Shaalez zum Lachen. "Ich nehm dich beim Wort", meinte sie amüsiert.
    „Dann sind wir uns ja einig“, grinste Nienna und räkelte sich, wünschte sich im nächsten Moment aber nichts sehnlicheres, als irgendwas womit sie die Goldröcke zum verstummen bringen konnte, da die irgendein Lied über einen Bären und eine Jungfrau angestimmt hatten. „Die haben doch nie was von Folter erwähnt, oder?“, fluchte sie und war kurz davor, sich die Hände auf die Ohren zu pressen.
    "Nein, haben sie nicht." So langsam machte dieser schiefe Gesang sie aggressiv. Aber machen konnte sie auch nichts dagegen.
    Gereizt stöhnte Nienna auf, sah dann zur Liege, wo der Khajiit noch immer friedlich schlief, griff dann nach dem Kissen unter seinem Kopf und presste es sich auf die Ohren. Das brachte allerdings auch nichts, weshalb sie das Kissen ins nächste Eck schleuderte.
    "Der hats gut, der schläft friedlich..." meinte sie mürrisch, ihr Blick fiel auf die Karaffe, die immer noch in der Zelle stand.
    Niennas Augen folgten ihrem Blick und sie seufzte. "Meinst du, das reicht für uns beide?"
    "Ich weiß es nicht." war Shaalez' Antwort. Sie war müde, aber bei diesem Lärm konnte man ja nicht schlafen.
    "Versuchen wir's." Nienna griff nach dem Becher, schenkte etwa die Hälfte vom restlichen Traumwein ein und reichte ihn an die Argonierin weiter. "Schlaf gut und irgendwann nehmen wir Rache an denen."
    Die Argonierin nickte und kippte das alles auf ex runter.
    Nienna nahm sich den Becher zurück, schenkte den Rest ein und trank ebenfalls. Irgendwie musste man hier ja schlafen können.
    Die beiden Frauen schliefen daraufhin recht schnell ein.
    Wie es die Wirkung von Traumwein bestimmte, war der Schlaf der beiden ruhig, traumlos und tief, sodass niemand merkte, wie einer der Goldröcke noch einmal in die Zelle trat und Karaffe und Becher abholte.
    Der sah die drei kurz an und ging dann wieder.

Kommentare (2)

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Sophie (58121)
vor 1090 Tagen
Bitte, bitte mehr davon! Die Story und dein schreibstil sind fantastisch!
*.*

(und ne winzig kleine Erklärung zu den Personen wär auch nicht schlecht, also sowas wie Name, Aussehen, Herkunft und Talente ;))
*Lady Kassandra* (90187)
vor 1226 Tagen
Richtig geil! Am Anfang war es schwer zu verstehen wer wer ist (mit den Namen und Völkern und so) aber die Geschichte ist richtig gut. Du schreibst echt toll! Ich will mehr storys haben! !!