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Tamriel im Spiel der Throne 1

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1 Kapitel - 9.208 Wörter - Erstellt von: Kelly - Aktualisiert am: 2014-01-01 - Entwickelt am: - 1.693 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Er spürte mit einem Ruck, der ihn aufschreien ließ, wie jemand ihn von hinten umklammerte, sah, wie sich der Zauber ausbreitete und mehr Personen als geplant mit sich riss. Die Umgebung verlor sich in einem Gemisch aus Farben, sämtliche Geräusche schienen zu verstummen. Noch immer wurde Zirain fest gehalten, er spürte, wie der Andere sich gegen den Zauber sträubte, ihm jedoch machtlos ausgeliefert war. Er konnte den Kopf nicht drehen, doch auch so war er sicher, dass es sein Henker war, der ihn umklammerte. Auch seinen Freund Asuras und die anderen, die der Zauber mitgerissen haben musste, konnte er nirgends ausmachen.
So beginnt eine lange und aufregende Reise von neun Personen, die Unterschiedlicher nicht sein könnten.

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    Der Wagen rollte Polternd durch die Menge. Darauf stand ein einzelner grauhäutiger Mann. Seine Hände waren auf den Rücken gebunden und die aufgestachelte Meute beschimpfte ihn und warf wenig galant mit verschimmeltem Obst und Gemüse. Der Mann war mit Foltermalen übersäht und stand doch stolz und ungebrochen auf dem Karren. Etwas entfernt stand ein vermummter, stabil gebauter Mann auf einem Podest. In der Hand hielt er ein Henkersbeil und vor ihm war ein Richtblock gesehen. Der Verurteilte ließ seinen Blick über die Menge schweifen. Hier und da stachen andere Wesen aus der Masse an Menschen heraus. Da war eine sich naserümpfend abwendende Hochelfe, da war ein offen starrender Ork. An einer anderen stelle bediente sich ein Khajiit an den Taschen der Schaulustigen. Bei einem schwarzen Fleck musste er dann genauer hinsehen. Er hatte sich nicht geirrt. Sein bester Freund hatte sich ebenfalls hier eingefunden und zwinkerte ihm aufmunternd zu. Ihn verband eine wirklich ungewöhnliche Freundschaft mit einem Mitglied der Matzken. Asuras genoss das vollste Vertrauen des Dunmer, den nichts Anderes war der spitzohrige Gefangene. Sein Name war Zirain.
    Der Mann auf dem Podest, ein Nord mit dem Namen Ægir, wartete bereits auf den Gefangenen. Seine Fingerspitzen kribbelten in freudiger Erwartung auf das Kommende. Endlich war es wieder an der Zeit, einen der Sturmmäntel hinzurichten und diesmal war es an ihm, das Beil zu führen.
    Dann war es so weit. Der Karren erreichte das Podest und der Dunmer wurde grob hoch geschleift. Er hatte nach den Stunden unter der Hand des Folterers nicht mehr die Kraft sich zu wehren und die Behandlung bereitete ihm sichtlich Schmerzen. Vor dem Richtblock wurde er auf die Knie gestoßen. Da spürte er einen Zug an seinem Körper, der eindeutig magischen Ursprungs war. Sein Blick schoss wieder zu seinem Freund, der gerade einen Teleportzauber webte. So bekam er auch das Unglück mit, welches alles einleitete. Eine sehr hübsche Rothwardonin wendete sich ab und ging direkt an seinem Freund vorbei, der hatte seine Formel bis auf das Letzte entscheidende Wort abgeschlossen und setzte nun das Falsche hinten dran. Er spürte mit einem Ruck, der ihn aufschreien ließ, wie jemand ihn von hinten umklammerte, sah, wie sich der Zauber ausbreitete und mehr Personen als geplant mit sich riss.
    Die Umgebung verlor sich in einem Gemisch aus Farben, sämtliche Geräusche schienen zu verstummen. Noch immer wurde Zirain fest gehalten, er spürte, wie der Andere sich gegen den Zauber sträubte, ihm jedoch machtlos ausgeliefert war. Er konnte den Kopf nicht drehen, doch auch so war er sicher, dass es sein Henker war, der ihn umklammerte. Auch seinen Freund Asuras und die anderen, die der Zauber mitgerissen haben musste, konnte er nirgends ausmachen.
    Nach gefühlten Stunden schlug er hart auf einen gepflasterten Weg mitten in einer nicht gerade kleinen Stadt auf. Leise wimmernd blieb er liegen. Durch die gefesselten Hände hatte er da auch keine andere Wahl. Nachdem sein Blick sich geklärt hatte konnte er auch acht der anderen Anwesenden aus Tamriel, inklusive seines Henkers sehen. Da hatte sein Freund ja eine bunte Mischung mitgeschleppt. Nun befanden sich neun Personen aus neun verschiedenen Rassen in einer ihm unbekannten Stadt.
    Asuras zog seinen Freund auf die Beine, ohne auf die erschrockenen, beinahe panischen Schreie um sie herum zu achten, bevor es jemand anders tat und wollte sich gerade umsehen, als schwere, schnelle Schritte ertönten und sie wenig später von Männern in schwarzen, mit goldenen Fäden durchzogenen, Rüstungen und goldenen Mänteln umkreist waren und mindestens zwei dutzend Speere auf sie gerichtet waren.
    Das fand Zirain natürlich nicht so toll, konnte er sich doch nicht wehren, sollten diese Menschen sich ebenfalls dafür entscheiden, dass nur ein toter Dunmer ein guter wäre. "Wo hast du uns hier hin gebracht?" zischte er daher auf Dunmerisch. Das brachte ihm jedoch nur ein Hieb von hinten ein. Er verzog das Gesicht und stieß Luft zwischen den Zähnen aus.
    Der Kreis der Goldröcke öffnete sich an einer Stelle, doch nicht eine Waffe wurde gesenkt. Stattdessen kam ein älterer Mann mit gezogenem Schwert auf die neun Wesen zu. Er musterte sie kühl und machte sie offensichtlich für den Tumult verantwortlich und schien nicht bereit zu sein, sie anzuhören. „Festnehmen!“, befahl er und augenblicklich setzten sich die Goldröcke in Bewegung.
    Bei dem Dunkelelf hatten sie nicht viel zu tun, war der doch immer noch gefesselt. Doch die anderen wehten sich nach Leibeskräften. Einer, von zwei vermummten Gestalten, rutschte die Kapuze vom Kopf. Was sie sahen ließ die anderen aufkeuchen, galt diese Rasse doch als ausgestorben. Vor ihnen stand eine sich im Griff der Goldröcke windende Schneeelfe. Die weiße Haut, die eisblauen Haare und die Dunkelblauen Augen ließen neben den spitzen Ohren nichts anderes zu. Die Frau sah den Nord mit Hass getränktem Blick an. "Was ist? Willst du jetzt zu deinem tollen König rennen und berichten, dass es doch noch ein paar von uns gibt? Willst du mich töten, wie deine Vorfahren die meinen töteten?", zischte sie nur. Dass der Nord genau so ein Gefangener war wie sie interessierte sie nicht.
    Der Goldrock, der die Frau hielt, stieß ihr den Ellenbogen in den Rücken und der Kommandant knurrte: „Niemand rennt hier zum König! König Robert wird früh genug hiervon erfahren und nur wenn ihr entscheidet euch sehen zu wollen, könnt ihr vorsprechen!“
    "Hab ich mit dir gesprochen Goldlöckchen? Euer König interessiert mich nicht! Jetzt lass mich endlich los", fauchte die Elfe darauf nur.
    Die Augen des Kommandanten verengten sich wütend. „Nein! Ihr seid festgenommen im Namen des Königs Robert Baratheon wegen Störung des Friedens! Männer, bringt sie weg!“
    „Ja, Kommandant Slynt“, kam es einstimmig zurück.
    Der Dunmer schüttelte nur den Kopf, während er beobachtete, wie sie sich weiter sträubte und keifte. "Schweigend hat sie mir besser gefallen", meinte er grimmig. Sie machte die Situation nur noch schlimmer, indem sie den Kommandanten beleidigte. "Halt endlich die Schnauze, ich habe keine Lust, meinen Hals schon wieder unter einem Henkersbeil wieder zu finden", maulte er sie an. Normaler Weise war er höflicher, aber gerade hatte er einfach nicht den Nerv dazu.
    „Halt du deine!“, zischte sie, als ihr Kopf zur Seite geschleudert wurde, da der wütende Kommandant Janos Slynt ihr mit roher Gewalt ins Gesicht geschlagen hatte. „Pass auf, was du sagst, Weib“, knurrte er. Keiner der anderen Goldröcke griff ein, sie alle standen treu hinter ihrem Kommandanten.
    Der Khajiit, der mit den Fingern in den Taschen eines ebenfalls mitgeschleiften Kaiserlichen erwischt wurde fauchte nur genervt. "Wie wäre es, wenn alle hier mal wieder runterkommen? Es bringt doch nichts, wenn wir uns hier gegenseitig zerfleischen. Und ihr, was sollen wir denn getan haben um den Frieden zu stören? Keiner von uns ist freiwillig hier. Der Magier hat uns hergebracht."
    Slynt glaubte ihm offensichtlich kein Wort, antwortete aber: „Ihr verbreitet Schrecken unter den Bewohnern Königmunds!“
    Er gab den Goldröcken ein Zeichen, die daraufhin ihre Gefangenen abführten.
    Je näher sie dem Kerker kamen desto mehr wehrte sich der Khajiit. Als Berufsschurke hatte er eine gesunde Panik vor Gefängnissen entwickelt. Nicht wenige wurden von seinen Füßen oder seinem Katzenschwanz getroffen und seine Krallen erzeugten ein unangenehmes Geräusch auf den Rüstungen der Wachen.
    Einer der Goldröcke, der die Arme frei hatte und eben den Katzenschwanz ins Gesicht bekommen hatte, runzelte die Stirn, griff nach dem Schwanz und zog kräftig daran, da er wissen wollte, was es damit auf sich hatte. Dass er echt war, konnte er schließlich nicht ahnen.
    Das brachte den Khajiit zum aufjaulen. "Ja, der ist angewachsen, Vollidiot", fauchte er mit angelegten Ohren. Das hatte schließlich weh getan. Dieser Ausruf brachte diejenigen, die Wussten, was es mit ihm auf sich hatte zum lachen.
    Die Wachen sahen sich kurz unsicher an, zerrten die Gruppe dann aber weiter, auch wenn sie sich fragten, was so seltsame Wesen wie diese hier in ihrer Hauptstadt machten. Die seltsamsten Wesen die sich hier sonst herum trieben, waren der Eunuch Lord Varys und der Gnom.
    In der Zelle konnte dann niemand mehr etwas tun. "Könnte mir wenigstens jemand die Fesseln abnehmen? Meine Hände werden schon eine ganze weile nicht mehr durchblutet", maulte Zirain nur noch und setzte sich gegen eine der Mauern in der Nähe der Tür.
    „Ich mach schon“, meinte Asuras nur und nahm seinem Freund die Fesseln ab. „Versuch's positiv zu sehen… Du bist nicht tot.“
    Der Dunmer rieb sich erst einmal die schmerzenden Hände als sie dann endlich wieder durchblutet waren und seufzte. "Wo hast du uns hier nur hingebracht. Du musstest dich ja ablenken lassen und das auch noch von einem schwingenden Weiberarsch!" Mit dieser Aussage machte er sich natürlich nicht gerade beliebt, waren doch unter seinen Mithäftlingen vier Frauen.
    „Keine Ahnung“, gab der Matzke zu, „aber sie war hübsch.“
    Er lächelte mit falschem Schamgefühl, während er die wütenden Blicke der vier Frauen ignorierte, wobei zumindest die Falmer schon wieder kurz davor zu sein schien, auszurasten.
    "So hübsch, dass du sie gleich mitbringen musstest?", war der sarkastische Kommentar Zirains. Sofort gingen die Blicke zu den Frauen und die Frage wurde laut, wer denn jetzt gemeint war.
    „Ähm“, Asuras errötete, als er die Rothwardonin wieder erkannte, „offensichtlich ja… Ich hatte mir das auch ein wenig anders vorgestellt…“
    "Ich denke, das haben wir alle. Wie wäre es, wenn wir uns alle erst einmal beruhigen und uns mit einander bekannt machen würden? Ich weiß gerne, mit wem ich es zu tun habe", mischte der Kaiserliche sich ein und nutzte dabei behutsam seine Gabe um die Gemüter abzukühlen. Für den letzten Vorschlag erntete er allerdings von den meisten spöttische Blicke. "Ich glaube wir haben gerade andere Probleme", meinte der Khajiit von oben. Er war bis zum Fenster geklettert um herauszufinden, dass nicht mal sein Kopf durch die Gitter passte. Stattdessen wurde er von einem sehr harten Stiefel wieder runter befördert.
    Er jaulte auf, als er am Boden aufkam, machte jedoch keinerlei Anstalten, sich vorzustellen. Da auch kein anderer damit anfing, seufzte der Kaiserliche und beschloss, einfach mal den Anfang zu machen: „Ich bin Alexus.“
    Mit dem Ergebnis dass er größtenteils ignoriert wurde. Allerdings erfuhr er doch noch einen Namen. Die Argonierin stellte sich mit Shaalez vor. Dann hörten sie die Tür am anderen Ende des Ganges aufgehen. Sofort lag dort die Aufmerksamkeit der Gruppe dort. Vielleicht würden sie ja doch wieder raus kommen.
    Ein Mann, ganz in schwarz, kam den Gang entlang, blieb vor jeder belegten Zelle stehen und sprach kurz mit deren Insassen. Einige wurden danach aus ihren Zellen gelassen, andere blieben zurück. Schließlich kam er auch zu der Zelle der neun Fremden und musterte sie genau. „Ich bin Yoren von der Nachtwache. Ich suche Rekruten für die Mauer im Norden. Dort ist egal, welche Verbrechen ihr begangen habt, ein Bruder der Nachtwache ist wie der andere“, sagte er und Zirain schüttelte sofort den Kopf. Nicht, dass er nicht hier raus wollte, aber der Norden dürfte viel zu kalt für ihn sein.
    Die Schneeelfe erhob sich. "Ich komme mit." Sie sah dem Mann genau in die Augen und wartete seine Entscheidung ab. Neben ihr meldete sich noch Alexius, während Ægir noch zögerte. Er sollte eigentlich auf den Dunmer achten, war er doch der einzige der Kaiserlichen Armee, der hier anwesend war. Aber wenn der Dunmer freikommen sollte würde er sicher in heißere Gefilde ziehen, was ihm mit Sicherheit nicht gut bekommen würde.
    Yoren musterte die Gruppe. Die Schneeelfe hatte sich die Kapuze wieder über gezogen und wirkte nun wie ein junger Mann, ziemlich schmal und mit relativ hoher Stimme. Er wollte gerade nicken, da teilte der Nord nun doch noch seine Entscheidung mit, mitzukommen.
    Yoren ließ die drei raus und sah sie ernst an. „In drei Tagen will ich los, solange bleibt ihr im Gasthaus. Wenn ihr weglauft, werde ich euch fesseln müssen.“
    Die drei nickten und folgten ihm. Dass sie nun frei waren nervte den Dunmer natürlich noch mehr und er übte sich mal kurz in spontaner Selbstentzündung, was die anderen natürlich auseinander springen ließ, da sie im Gegensatz zu ihm nicht feuerfest waren.
    „Zirain, musste das sein?“, seufzte Asuras, der jetzt die Wand im Rücken hatte und der sich wohl nie daran gewöhnen würde, dass sein Freund sich gern mal in Brand steckte.
    "Entschuldige, das geht mir nur total gegen den Strich. Ich bin von einem Knast in den Nächsten gekommen, aus dem nun drei, die aus denselben Gründen hier waren frei gekommen sind", meinte der gepresst. Wenigstens machte die Hitze hier niemandem wirklich was aus.
    „Versteh ich ja. Wenn's nicht in die Kälte gehen würde, wären wir auch frei. Und irgendwie kommen wir hier raus, auch ohne Nachtwache und Mauer im Norden. Außerdem haben wir hübsche Gesellschaft und vermutlich wartet nicht der Tod auf uns.“
    Asuras grinste leicht und zwinkerte den verbliebenen drei Frauen zu.
    Das brachte den Elfen dann zum Lachen. Das war typisch für die dunklen Verführer. Aber er hatte Recht, hier stand nicht ihr Tod im Raum und vielleicht sollten sie sich auch besser informieren, was es mit dieser Mauer und der Nachtwache auf sich hatte. Wieder ging die Tür auf, doch dieses Mal war es nur eine der Wachen mit etwas Essen. Die fragte er auch gleich und wurde daraufhin angesehen, als wäre er nicht ganz dicht. Zudem knurrte sein Magen nach fast einer Woche Nahrungsentzug fast so laut, dass man es draußen hören könnte.
    Die Wache stellte das Essen ab, drehte sich dann wortlos um und ging wieder, ohne eine Erklärung abzugeben.
    „Sehr freundlich“, war der sarkastische Kommentar von Shaalez, die der Wache verstimmt nach sah.
    "Aber wenigstens gibt es hier essen... Da haben sie den Nordgefängnissen einiges voraus" meinte der Dunmer nur und schnappte sich eine Portion. "Die Informationen können wir später immer noch besorgen." Mit dieser Reaktion war er aber auch so ziemlich alleine. Da sie aber verständlich war, sagte niemand etwas. Der Kater dagegen fing wieder an, nach einer Ausbruchsmöglichkeit zu suchen und man konnte ein gewisses Schema erkennen, als wenn er das öfters tun würde.
    „Denkst du echt, du findest hier was?“, fragte der Matzke leicht amüsiert und beobachtete den Khajiit bei seiner Suche.
    "Wenn man nicht versucht kann man das nicht wissen." meinte der nur und kroch gerade unter die Pritschen. Kurz darauf war er auch schon verschwunden und in der Nebenzelle wurde es laut. Der Khajiit schnellte fauchend unter den Liegen hervor und ging geradewegs die Wand hoch wo er sich mit den Krallen festhielt.
    Damit hatte er nun die Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen. „Was war das denn?“, fragte die Rothwardonin mit erhobener Augenbraue und auch die anderen wirkten neugierig.
    Nachdem er sich beruhigt hatte ließ er sich einfach fallen. "Irre, schwere Jungs. Das war los. Schwere Jungs, die mindestens seit nem halben Jahr eingesperrt sind", murrte der. Sein Pelz war immer noch gesträubt.
    Das sorgte nicht gerade für gute Laune in der Zelle, da ihnen allen bewusst wurde, dass sie keine Ahnung hatten, wie lange sie hier würden ausharren müssen. Die Maomer, die sich bisher zurück gehalten hatte, ergriff nun das Wort. „Und was machen wir jetzt?“
    "Sehen wann sich die nächste Möglichkeit bietet", war die Antwort der Argonierin. "Das eben schien ja nichts Besonderes zu sein." Die anderen schienen mit diesem Vorschlag nicht einverstanden zu sein, da sie nicht wussten, wann der Nächste kommen würde.
    Da es aber auch sonst nichts zu tun gab, legte Zirain sich auf eine der Pritschen und verschränkte die Arme hinterm Kopf. So konnte er sich zumindest ein wenig von der Folter der letzten Zeit erholen.
    Auch die Anderen legten sich erst einmal hin. Die nächsten tage verliefen alle ungefähr im selben Trott. Zwei mal am Tag kamen Wachen mit essens- und Trinkensrationen. Fragen wurden ignoriert und den Rest des Tages waren sie ungestört. Nach einer Woche wurde der Alltag wieder unterbrochen.
    Süßlicher Duft, Veilchen womöglich, eilte dem Mann voraus, der sie aufsuchte. Er war dick, anders ließ es sich nicht beschreiben, hatte eine Glatze und einen seltsamen Ausdruck in den Augen. Er schritt den Gang entlang, sah in die Zellen und schüttelte immer wieder den Kopf. Vor der Zelle der inzwischen nur noch sechs Bewohner Tamriels blieb er stehen.
    „Meine Vögelchen berichteten mir, dass sonderbare Fremde hier aufgetaucht seien. Und wie es der Zufall will, ist es genau das, was ich brauche.“
    "Ah ja. Und wozu solltest du uns brauchen Dickerchen?", meinte der Khajiit belustigt. Über die Bezeichnung musste die immer noch verhüllte Maomer leise lachen. Zwar wusste inzwischen jeder der Insassen, dass sie eine Tropenelfe war, da sie die sehr helle gräulich-grüne und fast schon durchscheinende Haut an den Händen beim Essen gesehen hatten, aber niemand sagte etwas deswegen.
    „Ich bin Lord Varys“, stellte sich der Mann vor, als würde das alles erklären, „und wie es die Lage so will, zwitschern meine Vögelchen in Dorne nicht mehr und müssen ersetzt werden. Aber du fällst zu sehr auf, Katzenmann. Sehr bedauerlich…“
    In gespielter Bestürzung senkte er den Blick, ließ diesen dann aber über die restlichen Anwesenden gleiten.
    "Wenn ihr unbedingt meine Rasse nehmen müsst dann nennt mich wenigstens Khajiit. Katzenmann..." Der Fellträger erschauderte. "Das hört sich so nach Mensch an." "Das ist es wohl, was du für die Menschen hier bist kleiner Kater", meinte Zirain und zog damit die Aufmerksamkeit des Eunuchen auf sich. Der Blick mit dem er gemustert wurde gefiel ihm überhaupt nicht.
    Varys schien zu überlegen, dann verzogen sich seine Lippen zu einem Lächeln. „Du hingegen könntest ohne weiteres eingeschleust werden. Als Spielmann vielleicht. Nur solltest du Des Dornischen Weib nicht unbedingt an ihrem Hof singen.“
    Das brachte den Matzket zum lachen. Wenn Zirain etwas nicht konnte war es singen. Der Dunmer dagegen schien wenig begeistert. "Ich werde gar nichts singen, ich bin ein Krieger, kein Barde", fauchte er.
    „Oh, Krieger hat Dorne genug“, belehrte Varys kopfschüttelnd, „aber vielleicht kannst du trotzdem mit Waffen beeindrucken oder mit Feuerspielereien, die Wachen berichteten davon. Du kannst natürlich auch hier drin bleiben, der Rat wird dann irgendwann ein Urteil sprechen, wenn wir dazu kommen.“
    Zirain überlegte kurz. "Ich werde gehen, wenn Asuras auch geht. Ich werde ihn nicht zurück lassen." Da würde er sich auch nicht reinreden lassen. Er war sein Freund und hatte ihm zudem noch das Leben gerettet. Doch diese Möglichkeit würde wohl nicht so schnell wieder kommen.
    Asuras überlegte. Er suchte nach dem Haken an der Sache. In der Zeit mischte sich die Rothwardonin ein. „Ein paar mehr Informationen über dieses Dorne wären nicht schlecht.“
    Varys deutete ein Nicken an. „Dorne ist das südlichste der sieben Königreiche, aber das wisst ihr sicherlich. Ich brauche Leute in Sonnenspeer. Es liegt direkt am Meer und ihr Herrscherhaus, das Haus Martell, hat dort seinen Sitz. Zudem ist Oberyn Martell sehr wankelmütig.“
    "Wir wissen gar nichts über dieses Land, da wir durch einen verunglückten Teleportzauber hier her gelangt sind, aber Süden hört sich schon mal gut an, dort ist es bestimmt sehr warm." meinte Zirain nur. "Kannst du uns noch etwas mehr erzählen? Wie ist die Vegetation dort?"
    „Es ist sehr warm, ihr werdet unterwegs die Wüste durchqueren. Ansonsten findet ihr dort das Klima und die Vegetation der südländischen Küstenstädte. Ein wenig wie in der alten Heimat.“
    Varys seufzte schwärmerisch und schien beinahe abwesend, dabei war er hellwach und beobachtete die Reaktionen der Gefangenen genau.
    Die konnten natürlich mit der Beschreibung wenig anfangen. Shaalez seufzte zischelnd. Zirain und Asuras tauschten einen teils belustigten, teils genervten Blick, der Khajiit gähnte einmal und streckte sich auf einer der Liegen aus. Die Rothwardonin zeigte keine sichtbare Reaktion.
    Trotzdem war sie es, die als erstes antwortete. „Ich werd hin gehen.“
    Erstaunt sah Asuras sie an, nickte dann aber. „Ich auch. Solang Zirain sich nicht doch noch dagegen entscheidet.“
    Der schüttelte den Kopf. "Dann werden wir gehen", war seine Antwort. "Was sollen diejenigen denn tun, die du auswählst?", war die Frage der Argonierin.
    „Die Augen offen halten, berichten und nicht auffliegen“, lächelte Varys milde. Er brauchte seine Vögelchen, wie er sie nannte, da die letzten, die er in Dorne hatte, ihn entweder verraten hatten oder an die falschen Leute geraten waren.
    "Die, die gehen, sollen also für dich spionieren?", fragte die junge Maomer.
    „Ich bin bekannt dafür, zu wissen, was sonst niemand weiß, meine junge Freundin, und dafür entlohne ich gut“, erklärte Varys. Die Spinne nannte man ihn. Die Spinne, deren Netz bis überall hin reichte.
    "Verstehe, aber trotzdem werde ich dir nicht helfen können." Sie Zog die Kapuze runter. Ihre Ohren waren länger als die der anderen Elfen und ihr Gesicht fiel durch die dunkle Kriegsbemalung und die durchgängig weißen Augen auf. Natürlich sah auch ihre grüne Haut für Varys nicht normal aus.
    „Das stimmt. Du bist ebenso auffällig, wie der Kater. Sehr bedauerlich, aber leider unumstößlich. Ihr wärt nirgends unter zu bringen…“ Er schüttelte den Kopf und zog den Schlüssel zur Zelle aus seiner Robe.
    Sie schmunzelte. "Aber der da oder was?" Sie deutete auf den pechschwarzen Matzket. Sie war aber nicht böse drum, nicht spionieren zu müssen. Das würde auf Dauer nicht gut gehen.
    „Er fällt auf, aber das lässt sich erklären. Ihr beiden… das wäre zu absurd.“ Der Eunuch steckte den Schlüssel ins Schloss, schloss auf und bedeutete den dreien, die er nach Dorne schicken würde, raus zu kommen.
    Die verließen die Zelle auch gleich, froh wieder auf freien Fuß zu kommen. Der Khajiit trat an die verschlossene Tür heran. "Können wir wenigstens erfahren, wann der Rat sich dazu herablässt über uns zu entscheiden?" fragte er nun doch etwas genervt.
    Varys hatte sich bereits zum Gehen abgewandt, drehte sich aber noch einmal um und beinahe konnte man so etwas wie Mitleid in seinen Augen erkennen. „Sobald der König es will oder die Hand hinter ihm aufgeräumt hat und sich damit befassen kann.“
    Wüssten sie, dass König Robert viel mehr mit seinem Vergnügen beschäftigt war und seine Hand, Jon Arryn, kaum noch wirklich dazu kam, hinter ihm aufzuräumen, es würde ihnen vermutlich jede Hoffnung rauben.
    Zirain streckte sich einmal kurz, zuckte dann aber zusammen. Als die Nord ihn aus der Zelle geholt hatten, war er mit einem kräftigen Tritt in die Rippen geweckt worden und dort hatte sich ein recht großer Bluterguss gebildet. Ob noch mehr war wusste er nicht, da er ja nicht untersucht worden war.
    „Was hast du?“, fragte Asuras leise, während er seinen Freund besorgt musterte. Er wusste, dass die Nord nicht gerade zimperlich mit ihren Gefangenen umgingen, schon gar nicht mit den zum Tode verurteilten. Deshalb hatte es ihn auch gewundert, dass Zirain bisher noch nichts von Schmerzen gesagt hatte.
    "Es geht schon, zumindest solange mich niemand anstößt oder ich mich strecke", meinte der Dunmer nur ausweichend. Er wollte nicht darüber sprechen und zeigte dass auch deutlich. Doch wusste er auch, dass er vor Asuras nichts verbergen konnte, er kannte ihn zu gut und das Zusammenzucken schien auch recht auffällig gewesen zu sein.
    Asuras seufzte, nickte dann aber leicht. Wenn sein Freund nicht reden wollte, würde er das auch nicht tun. „Ich schau's mir trotzdem später noch an, wenn du einverstanden bist“, flüsterte er, ohne dass die anderen es mitbekamen.
    Der nickte zustimmend. Sobald sie irgendwie alleine wären würde er ihn nachsehen lassen und nur ihn. Was wohl nicht jeder hier verstand.
    Varys musterte die drei und schien zu überlegen. „Vielleicht sollte ein Maester nach euch alles sehen, bevor ihr aufbrecht… Großmaester Pycelle macht seine Sache ganz hervorragend.“
    Zirain sah den Mann an, als wollte er ihm gleich an die Kehle springen. "Es wird auch so gehen. Euer Großmaester wird sich wohl kaum mit dunmerischen Normalwerten auskennen." Schließlich hatte er eine normale Körpertemperatur, bei der Menschen schon ohnmächtig wären. Zudem würde er sich nicht zum Untersuchungsobjekt für ahnungslose Menschen machen. Und außerdem, warum sollte er einen ihm unbekannten Menschen an Verletzungen heran lassen, die erst durch Menschen entstanden waren?
    Varys kicherte wie ein kleines Mädchen. „Davon hat er nun wirklich keine Ahnung. Ich glaube, unter den zwei dutzend Wissenschaften, derer er mächtig ist, gehören keine anderen Wesen, schon gar nicht, wenn sie mit Magie zu tun haben. Ich erinnere mich nicht, jemals ein Glied aus valyrischem Stahl an seiner Kette gesehen zu haben.“
    Die Aussage brachte die drei dann doch etwas aus dem Konzept. Was hatte eine Kette mit Magie zu tun? Gut es gab Amulette, die Magie beherbergten, aber daran konnte man keinen Magier erkennen.
    Der Eunuch wurde wieder ernst und seufzte, als er die unwissenden Gesichter der Fremden sah. Er ging dennoch los, bedeutete den drei Freigelassenen ihm zu folgen und erklärte unterwegs: „Die Maester werden in der Citadel in verschiedenen Fachgebieten ausgebildet. Ist die Ausbildung im jeweiligen Gebiet abgeschlossen, legen sie eine Prüfung ab und wenn sie die bestehen, schmieden sie ein Kettenglied. Die verschiedenen Metalle der Kette zeigen an, welche Fachgebiete der jeweilige Maester beherrscht. Sie sind hauptsächlich Lehrer, Heiler, Rabenhüter und Wissenschaftler und ihr müsst noch eine Menge lernen, bevor man euch auf unsere Gesellschaft loslassen kann.“
    "Das glaube ich auch", meinte die Rothwardonin trocken. Das kam ihr doch alles merkwürdig vor. "Vielleicht können wir im Gegenzug etwas über uns und unsere Länder erzählen." Der Vorschlag der Frau schlug bei ihren Begleitern auf wenig Gegenliebe.
    „Ein ander Mal vielleicht“, erwiderte Varys, da ihm diese Informationen nicht viel brachten. Er führte die drei in einen Geheimgang und durch diesen direkt in den Roten Bergfried, in seine Gemächer. „Setzt euch, dann werde ich eure Fragen beantworten.“
    Die Drei setzten sich und sahen sich erst einmal an. Welche Fragen sollten sie stellen? Es gab so viele, dass sie nicht wussten, mit welcher sie anfangen sollten.
    Als er nur Schweigen erntete, seufzte Varys und begann, ein wenig zu erzählen. „Ihr seid hier in Westeros, in Königsmund, genau genommen. In der Hauptstadt. Hier im Roten Bergfried hat König Robert Baratheon seinen Thronsaal, so wie ihn die Targaryen vor ihm hatten. König Robert eroberte den Eisernen Thron und befreite somit das Land vom irren König, der über alle sieben Königslande herrschte.“
    Die drei nickten. "Wie steht es um diese Königslande? Wodurch zeichnen sie sich aus, wo liegen sie und wer herrscht dort? Wie sind diese Herrscher einzuschätzen?" Zirain stellte diese Fragen sehr ernst. Ihm war es wichtig, zu wissen, wie er diese Menschen hier einschätzen konnte.
    „Kleine Reibereien zwischen den verschiedenen Häusern, die bestanden schon immer und werden es wohl auch immer… es sei denn, eins der rivalisierenden Häuser hört auf zu existieren. König Robert herrscht über alle sieben Königslande. Vor Aegon dem Eroberer hatte jedes seinen eigenen König. Die sieben Königslande, wenn man so will, sind der Norden, das Grüne Tal von Arryn, die Flusslande, die Westlande, die Weite, die Sturmlande und Dorne. Jedes dieser Königreiche hat einen großen Herrscher, der es für unseren König verwaltet. Diese Herrscher haben ihre Vasallen in ihren Gebieten. So herrschen beispielsweise im Norden die Starks von Winterfell, die Umbers von Tiefwald Motte haben ihnen die treue geschworen“, erklärte der Eunuch, ließ die Reibereien zwischen Lennisters und Starks aber aus. Wer sich mit wem gegen wen verbündete, würden die drei schon früh genug merken.
    "Das ist dann praktisch wie in Skyrim mit ihren Provinzen, welche von den Jarls für den Großkönig verwaltet werden, die aber im Großen und Ganzen selbstständig Entscheidungen treffen...", meinte die einzige Frau der Gruppe nachdenklich.
    „So in etwa könnte man es sagen, denke ich“, nickte Varys und setzte sich den dreien gegenüber, bevor er kurz überlegte und die Rothwardonin ansah. „Ihr könntet mir aber Euren Namen nennen, meine Liebe.“
    "Ich bin Basima, eine Priesterin im Namen Dibellas", war die Antwort, die Zirain beinahe zum Lachen brachte. Sein Freund hatte sich in eine Priesterin der Göttin verguckt, die seine Rasse am meisten verachtete. Der hatte aber auch nicht damit gerechnet und sah jetzt etwas dämlich drein.
    Varys nickte lächelnd, auch wenn ihm die Göttin völlig unbekannt war. „Sehr erfreut“, meinte er deswegen nur, konnte sich jedoch vorstellen, warum die beiden Freunde so reagierten, wie sie es taten.
    Zirain selber folgte zwar eher Arkay, war aber eben ein Krieger, der zudem diverse Zerstörungszauber der ersten beiden Grade beherrschte. Dazu noch seine Rassenfähigkeit namens Zorn der Ahnen, die der gute Herr so nett als Feuerspielereien betitelt hatte, beherrschte er also einiges an gefährlichen Fähigkeiten.
    Auf einmal wirkte der Eunuch jedoch nachdenklich. „Ihr solltet vor den Septonen besser nicht von euren Göttern erzählen, ebenso wenig vor den Schweigenden Schwestern oder den Septas. Ihr würdet sonst sofort auffallen und die Leute reagieren meist misstrauisch auf alle, die weder an die Alten noch an die Neuen Götter glauben“, riet er, denn sonst könnten sowohl die drei Probleme kriegen, als auch er ein paar Vögelchen verlieren.
    Die drei nickten. "Wir werden darüber schweigen, doch verleugnen werde zumindest ich die göttlichen Acht nicht", meinte Zirain nur dazu und erntete zustimmendes Nicken von der Priesterin. Asuras hatte dabei sowieso kein Problem, er war nie sonderlich gläubig gewesen.
    Varys überlegte hin und her, ehe er seufzte: „Könntet ihr nicht Sieben sagen? Oder…“ Ein spitzbübisches Lächeln trat in sein Gesicht. „Behauptet, ihr wärt aus Pentos und dort gäbe es nicht die sieben Gesichter des Einen sondern acht. Vater, Mutter, Jungfrau, Altes Weib, Krieger, Schmied, Fremder und als achtes nennt ihr den Gelehrten. Man wird euch glauben, niemand kennt die geheimen Organisationen der freien Städte.“
    "Mein Problem ist es eher weniger, ich folge meinem Gott eh lieber schweigend. Die Priesterin müsste nur zustimmen, nicht jedes mal ihre Zugehörigkeit zu betonen." sagte der Dunmer schmunzelnd. Er war nicht sicher, ob sie damit einverstanden war, aber er hoffte es mal.
    Fragend sah der Eunuch Basima an, machte ihr aber noch folgenden Vorschlag: „Wenn man deine Göttin einem der sieben… na ja, acht Gesichter zuordnen könnte, könntest du es so sagen. Es gibt zwar in den freien Städten auch andere Götter, nur wecken diese hier eher Misstrauen, es sei denn ihre Priester begehen ein paar Wunder für die Leute…“
    Sie seufzte einmal tief. "Und was wird hier unter Wunder verstanden?" Sie hatte nicht vor, Dibella zu verschweigen. Sie konnte es sich nicht leisten die Göttin der Schönheit und der Liebe zu verärgern und wollte es auch nicht.
    „Man holt Tote zurück, heilt Krüppel und Schwachsinnige…“ Varys seufzte. „Ihr wollt eure Göttin nicht verleugnen… Dann sagt, Ihr glaubt an die Alten Götter. Die Dornischen wissen von dem Glauben nur, dass man Bäume anbetet. Im Norden könnte die Behauptung problematisch werden in Dorne weniger. Ihr könnt sagen, die Kinder des Waldes hätten Eurer Göttin ihren Namen gegeben. Niemand weiß, wie viele der Alten Götter es gibt und ob sie überhaupt Namen haben. Zählt Eure Göttin zu Ihnen, damit habt Ihr den größten Spielraum.“
    Sie nickte. Damit konnte sie leben. Dann schmunzelte sie. "Kinder des Waldes gibt es bei uns wirklich. Die Bosmer, die Waldelfen werden so genannt und leben seht abgeschieden in ihrem Waldreich." Der Dunmer stöhnte entgeistert auf, als wäre er gerade an etwas Unangenehmes erinnert worden.
    Tatsächlich erinnerte er sich gerade an eine schmerzhafte Situation. Er hatte sich mit einem bosmerischen Jäger wegen einer Frau angelegt. Letztendlich bekam Asuras das Mädchen und er aus Rache den Pfeil des Bosmers ins Hinterteil.
    Auch Asuras musste an diese Situation denken und grinste verlegen, während Varys nur nickte. „Hier gibt es die Kinder des Waldes seit Jahrhunderten nicht mehr. Angeblich gibt es hinter der Mauer Wildlinge, die ein paar ihrer Gaben geerbt haben.“
    "Das können wir ja nicht beurteilen und wir werden uns auch nicht dort hin begeben", meinte Zirain nach einem bösen Blick wegen des Grinsens zu Asuras resolut. "Zumindest mich bekommen keine zehn Pferde in den Norden." "Du bist ja auch ein Kind der Feurigen Berge und der Asche. Dir wäre es dort wahrscheinlich viel zu kalt", meinte Basima spöttisch. Sie mochte die Elfen nicht sonderlich und der Matzket wurde schon aus Prinzip von ihr ignoriert.
    Varys verdrehte leicht die Augen. „Jetzt sollten wir nur noch überlegen, wie wir euch einsetzen. Mylady Basima als Zofe? Mylord Zirain als Feuerschlucker und Mylord Asuras… wie gut kämpft Ihr?“
    Das brachte Asuras zum Rumdrucksen. Er war eindeutig kein Kämpfer. "Es reicht, um Gegner aufzuhalten, zumindest bis Zirain kommen kann. Der körperliche Kampf ist eine meiner Schwächen. Mein Part in unserer Kampftaktik liegt eher in der Magie." Der Dunmer seufzte darauf. Wie oft hatte er seinem Freund schon den Hals retten müssen, weil Gegner zu nah für Magie gekommen waren.
    „Dann eben keine Wache… Versucht, dem Maester in Sonnenspeer zur Hand zu gehen… Maester Caleotte ist weder der Jüngste, noch der Größte und wird froh über ein wenig Unterstützung sein“, meinte Varys und fragte sich, warum er nicht schon früher darauf gekommen war. Die Maester bekamen so allerhand mit und vergaßen gegen entsprechende Bezahlung auch mal ihre Treue zu dem ihnen zugeteilten Ort, beziehungsweise hielten es für besser, wenn eine andere Familie oder ein anderes Familienmitglied diesen regierte.
    "Was macht der Maester dort?", fragte Asuras neugierig. So würde er auch sehen, wie er helfen könnte.
    „Er lehrt die Kinder, in allem theoretischen, das sie wissen müssen, er kümmert sich um die Raben und um die Verletzten und Kranken. Vermutlich werdet Ihr ihm mit Kräutern helfen müssen oder Dinge aus dem Regal holen, an die er nicht dran kommt.“
    Der Matztek stöhnte auf. Er stand mit den meisten Heilkräutern auf Kriegsfuß und Kinder hasste er mehr als alles andere. Zirain musste sich das Lachen verkneifen. Wusste er doch, wie Kinder auf ihn reagierten. "Ein Matzket in der Nähe von Kindern geht selten gut. Sie erkennen instinktiv, dass er nicht zu den sterblichen Rassen gehört. Aber ich denke, hier ist das weniger riskant da man seine Rasse hier nicht kennt und die Reaktion nicht deuten kann."
    „Ich bezweifel, dass Maester Caleotte irgendwen anders auf die Kinder loslassen wird… Geschweige denn dass Lord Oberyn es gestatten würde. Aber die Raben wollen gefüttert und versorgt werden“, erklärte der Eunuch mit einem nachsichtigen Lächeln.
    "Na dann könnte es ja gut gehen", meinte der Dunmer trocken. "Wie treten wir mit Ihnen in Kontakt?"
    „Raben, natürlich. Und einer meiner reisenden Vögelchen wird sich euch offenbaren“, antwortete Varys, als wäre es das natürlichste auf der Welt.
    "Raben? Wie soll man durch Raben in Kontakt treten? Ich weiß von Tauben oder Falken, aber dass man mittels Raben kommuniziert habe ich nie gehört", meinte Zirain darauf.
    „So funktioniert es hier aber. Sie werden nicht ganz so leicht abgefangen wie Tauben und sind intelligenter als Falken“, entgegnete Varys nur.
    "Na dann, liegt hinter den Raben noch ein anderes System, das man bedenken muss?", kam die nächste Frage.
    „Nein, man wählt einen aus und kann ihn in jeden Winkel des Reichs schicken. Das ist der Vorteil der Raben. Nur wenn ein weißer Rabe von der Citadel kommt, sollte man vorsichtig sein. Ein weißer Rabe kündigt den Winter an.“
    "Und was bedeutet das?", fragte die Rothwardonin. Sie wusste nicht, was sie sich darunter vorstellen sollte. Es hörte sich allerdings kalt an.
    Varys grinste. „Die Geschichten über den Winter solltet ihr euch von alten Frauen erzählen lassen. Man sagt allerdings, der Winter dauert so lang, wie der Sommer.“
    Und dieser Sommer dauerte bereits neun Jahre. Das würde ein langer, harter Winter werden, weshalb zu hoffen blieb, dass der Sommer noch weiter andauerte.
    "Gibt es hier keinen normalen Jahreszeitenwechsel?", war die verwirrte Frage des Magiers. Auch die anderen waren von der Aussage verwirrt.
    „Nein“, Varys schüttelte den Kopf, „hier ist das normal. Die meisten Kinder kennen keinen Winter, sie sind im langen Sommer geboren…“
    "Das ist... befremdlich... Selbst in meiner Heimat gab es jedes Jahr Winter, ehe der rote Berg ausbrach..." murmelte der Dunmer.
    „Sei froh, dass es ihn nicht jedes Jahr gibt, es ist grässlich.“ Varys selbst hatte nur einen Winter miterlebt seit er hier in Westeros war und das hatte ihm gereicht. Eine solche Kälte hatte er bis da noch nie erlebt.
    "Nun, wenn er jedes Jahr wiederkehrt ist das nur für ein paar Monate, er wäre außerdem nicht ganz so hart. Die paar Monate wären zwar ebenfalle unerträglich kalt, aber man hätte die Gewissheit dass der Frühling folgt und es nach ein paar Monaten wieder wärmer wird", war die Argumentation des Dunmer. Er mochte den Winter zwar auch nicht und hatte den größten Teil dieser Jahreszeit im Inneren des roten Berges verbracht, aber er sah den sinn in der regelmäßigen Wiederkehr.
    „Sagt das nicht mir, ich bin selbst nur ein bescheidener Fremder in diesem Land“, erwiderte der Eunuch. In der Tat war er ein Fremder. Ein Fremder der Einfluss und ein weitreichendes Netz an Kontakten brauchte, um Rache zu nehmen. Wofür sollte für jeden offensichtlich sein.
    "Habt ihr eine Karte nach der wir uns auf der Richten können? Dann würden wir bald abreisen", meinte Zirain. "Nachdem du dich gewaschen und dir neue Sachen gekauft hast Elf. Du stinkst nach verfaultem Obst und diese Lumpen gehen ja kaum als vernünftige Kleidung durch", warf Basima naserümpfend ein. "Tut mir leid, dass ich keine Gelegenheit hatte mich vor meiner Beinahe-Hinrichtung zu waschen und auch hinterher keine Möglichkeit dazu hatte", war die bissige antwort des Dunmer.
    Varys seufzte erneut, deutete dann jedoch auf eine Tür. „Dort könnt Ihr Euch waschen, ich werde Euch neue Kleidung besorgen und derweil können Eure Gefährten einen Blick auf die Karte werfen.“
    Er ging zu einem Regal, ließ die Hand kurz durch die Reihen wandern und nahm dann eine Karte von Westeros heraus, die er auf seinem Tisch ausbreitete.
    Zirain verschwand in dem genannten Raum und war froh, diesen Gestank endlich los zu werden. Die beiden anderen kamen zum Tisch und sahen sich die Karte an. Man konnte erahnen, wie groß dieses Land wirklich war.
    Varys schickte derweil jemanden los, der neue Kleidung für den Dunmer besorgen sollte, dann gesellte er sich zu Matzket und Rothwardonin. Um es ihnen leichter zu machen zeigte er auf zwei Punkte auf der Karte. Königsmund, ganz im Westen des Reichs und Sonnenspeer, ganz im Süden. Beritten würden sie mindestens zwei bis drei Monate dorthin brauchen. Der Seeweg wäre vermutlich der deutlich Kürzere.
    Doch wäre das ein ziemliches Problem. Zirain war nicht schiffsfest und zudem noch sehr krankheitsanfällig. Auf einem Schiff würde schon ein Kranker Gefahr für den Rest der Mannschaft darstellen. Was würde geschehen, wenn er durch die kühle Meeresbriese Krank werden würde? Er müsste ja nur einmal auskühlen. Asuras sprach ihn darauf an, ob man da etwas machen könnte.
    Der Eunuch konnte ihnen jedoch nur gute Pferde besorgen und ihnen die kürzesten Routen nennen. Außerdem zeigte er auf der Karte, in welchen Städten und Dörfern sie unterwegs Rast machen konnten und welche sie besser umgehen sollten.
    "Können wir die mitnehmen?" kam fast gleichzeitig die Frage der beiden im Zimmer Verbliebenen. Das brachte Asuras einen wütenden Blick der Frau ein, den er mit einem amüsierten Lächeln erwiderte, welches ihm aber sofort gefror, als er aus dem Nebenzimmer einen leisen Aufschlag und ein ebenso leises Stöhnen hörte. Er war schneller bei der Tür als die anderen schauen konnten.
    Varys hatte gerade zu einem Nicken angesetzt, als der Schlag ertönte. Augenblicklich wirbelte er herum, wobei seine Sorge weniger dem Dunmer galt, als den Sachen, die er nebenan aufbewahrte.
    Zirain hatte sich gerade zur Wanne begeben wollen, als eine Schwindelattacke ihn zu Boden zwang. Er hatte sich noch festhalten wollen und dabei einige genau dieser Sachen von den Ablagen gefegt. Letztendlich war er mit dem Kopf gegen eine Kante geschlagen und lag nun bewusstlos und mit Platzwunde an der Schläfe im Bad und blutete den Boden voll.
    Asuras stürmte in den Raum, dicht gefolgt von Varys. Der Matzket sprang sofort neben seinen Freund, während der Eunuch in der Tür stand und den Blick über das heillose Chaos schweifen ließ. Das würde er nicht ohne weiteres sauber kriegen.
    Die Priesterin folgte den beiden Männern etwas langsamer. Ihr war egal, dass es dem Elfen vielleicht unangenehm sein könnte. Sie bezweifelte, dass irgendjemand hier annähernd genug Ahnung von Heilung hatte. Doch als sie gerade den Raum betreten wollte, stand Asuras vor ihr der sie ohne jede Möglichkeit der Widerrede von der Tür weg schob.
    Asuras kannte seinen Freund gut genug, um zu wissen, dass er keine Fremden an sich heran lassen würde. Auch wenn er jetzt bewusstlos war, wollte er nicht gegen den Willen des Dunmer handeln.
    Doch er würde den Teufel tun und ihnen den Grund zu nennen, auch wenn er wusste, dass es ein verdammt guter für seine Reaktion war.
    So kniete er sich schweigend neben Zirain und kümmerte sich so gut er konnte um die Kopfverletzung. Varys warf nur einen kurzen Blick zu den beiden und begann dann, seine Sachen wieder zusammen zu räumen. Dabei steckte er ein paar Dinge, die nicht für die Augen seiner neuen Vögelchen bestimmt waren, ein.
    Sobald er damit fertig war, wurde auch er mit der Anweisung zu klopfen, sobald die Sachen da waren resolut vor die Tür gesetzt. Asuras kümmerte sich weiter um seinen Freund und übernahm auch das Waschen für ihn. Sobald er fertig war wickelte er ihn in ein großes Tuch und Brachte ihn rüber. "Gibt es hier irgendwo ein Bett oder eine andere Liegefläche?"
    Varys deutete auf das Bett. Es war nicht sonderlich prunkvoll oder prächtig, wie man es seiner Erscheinung nach vielleicht erwartet hätte, aber es reichte. Wenig später erschien auch der junge Knappe mit den neuen Klamotten.
    Der Matzket legte seinen Freund auf das Bett, riss dem Knappen die Sachen aus der Hand und jagte die dorthin geschlichene Rothwardonin vom Bett weg. Er wusste, dass sein Freund alles andere als gut aussah und dringend Heilung brauchte, die er ihm nicht geben konnte. Nur würde er ihm, wenn er sie jetzt an ihn ran lassen würde, das letzte Vertrauen nehmen, was er noch geben konnte. Das würde ihm das antun, was die Nord und alle anderen, die ihm schaden wollten nicht geschafft hatten. Es würde ihn brechen und dann wäre alles verloren. Nichts war gefährlicher als ein lebensmüder Dunmer, der so schon extrem explosiv war.
    Vorsichtig zog er Zirain an, achtete dabei aber darauf, dass keiner der anderen ihm zu nahe kam. Zwar lag Basimas Unverständnis deutlich im Raum und auch Varys' Neugier war geweckt, doch würde Asuras nicht ein Wort darüber verlieren. Solange Zirain nicht selbst darüber sprach, ging es niemanden etwas an.
    Als er fertig war setzte sich Asuras vorsichtig auf die Bettkante und wartete bis sein Freund wieder aufwachte. In dieser Zeit schmetterte er alle Fragen und Vorwürfe ab oder ignorierte sie.
    Nach einer gefühlten Ewigkeit regte Zirain sich langsam wieder. Sofort beugte Asuras sich über ihn, fauchte die Rothwardonin aber an, als sie wieder näher kommen wollte.
    Der Dunmer sah sich desorientiert um und spannte sich unwillkürlich an, als er die beiden anderen erblickte. Fragend blickte er zu Asuras. Der schüttelte beschwichtigend den Kopf. „Keiner hat dich angerührt. Ich hab mich um alles gekümmert, auch wenn's einer gewissen Priesterin nicht so ganz in den Kram gepasst hat.“ Er grinste leicht, dennoch lag die Sorge um seinen Freund in seinem Blick.
    Zirain schloss erleichtert die Augen und seufzte leise. Er setzte sich auf und kratzte das bisschen an Heilmagie, das er beherrschte zusammen um sich zumindest so weit zu heilen, dass er reisefähig war. Man konnte der Wunde an seiner Stirn beim zusammenwachsen zusehen, bis nur noch eine frische Narbe seine Stirn zierte. Danach war er allerdings so erschöpft, dass er sich kaum aufsetzen konnte.
    Asuras stützte ihn allerdings und musterte seinen Freund besorgt. „Solltest du nicht besser noch eine Weile liegen bleiben? Ich weiß nicht, ob jetzt der beste Zeitpunkt zum Reisen wäre…“
    "Irgendwann müssen wir los. Ich kann mich auf dem Pferderücken ausruhen", meinte der Dunmer murrend. Er hasste es die anderen aufzuhalten. Außerdem konnte er so nicht kämpfen. Er drehte den Kopf zu Varys. "Gibt es eine Möglichkeit an eine Waffe zu kommen? Welche ist im Prinzip egal, es darf nur nicht zweihändig sein, das wäre zu schwer für mich. Ich kämpfe normaler Weise mit zwei Schwertern."
    „Schaut in der Waffenkammer der Goldröcke vorbei, wenn ihr aufbrecht. Man wird euch nicht aufhalten“, antwortete Varys lächelnd. Asuras blieb nichts anderes übrig, als sich zu fügen, auch wenn er nicht begeistert von der Sache war.
    Zirain versuchte aufzustehen, musste sich aber an seinem Freund festhalten. Er lief nach einigen Momenten in denen er sich wieder fing los und machte sich auf den Weg zu dieser Waffenkammer. Die beiden anderen folgten ihm widerwillig. Er stolperte einmal, fing sich aber an der Wand ab. Basima war schon bei ihm. "Fass mich nicht an!", zischte er, als er sie bemerkte.
    Basima setzte zu einer gefauchten Antwort an, doch Asuras reagierte sofort. Er schob sich zwischen Basima und Zirain und stützte seinen Freund das restliche Stück Weg, auch wenn es dem gegen den Stolz ging.
    Dem ging das natürlich gegen den Strich, doch insgeheim war er seinem Freund auch dankbar dafür. An der Waffenkammer angekommen löste er sich jedoch wieder. Das, was jetzt kam musste er alleine tun. Er probierte fast die ganze Kammer durch bis er Waffen fand, mit denen er zufrieden war. Natürlich passten sie nicht so gut zu ihm wie die Vulkanglasschwerter die extra für ihn angefertigt worden waren und die jetzt in den Kammern der Nord vergammelten, aber sie waren in Ordnung. Wieder hatte er zwei Schwerter gewählt. Es handelte sich um zwei Langschwerter mit relativ langer Parierstange. Dann hatte er sich noch einen halblangen Dolch rausgesucht. Dazu fand er noch einen Lederwams ohne irgendwelche Insignien oder Merkmale, den er gleich anzog. Die beiden anderen sahen ihm dabei zu und sein Freund sah ihm an, dass er nicht ganz zufrieden gestellt war.
    „Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätt ich deine Sachen noch irgendwie besorgt“, meinte Asuras und es klang, wie eine Entschuldigung, während er sich immer wieder umsah, ob sie nicht doch jemand aufhalten wollte.
    Der Dunmer nickte nur und gab ihm mit einem Lächeln zu verstehen, dass er ihm deswegen nicht böse war. Er kante ihn ja gut genug um mit so etwas zu rechnen und die Nord hatten ja nicht wirklich lange mit dem Todesurteil gefackelt. Auch wenn es um die schönen Waffen wirklich schade war. "Es muss halt so gehen, vielleicht könntest du eine Verzauberung auf die Waffen legen damit der Zorn der Ahnen sie nicht zerstört, ich werde auf diese mächtige Fähigkeit nicht verzichten, nur weil ich dadurch entwaffnet würde. Aber für normalen Stahl ist das Feuer zu heiß", bat er seinen besten Freund.
    Der nickte ohne zu zögern und versprach, sich darum zu kümmern, sobald sie unterwegs waren. Er mochte diesen Ort nicht sonderlich, auch wenn er nicht sagen konnte, warum. Es war einfach ein Gefühl.
    Sie gingen weiter, doch kamen sie irgendwie nicht da an, wo sie hinwollten.
    Stattdessen liefen sie einem unsagbar alten Mann über den Weg, der ein braunes, einfaches Gewand mit unzähligen eingenähten Taschen trug und sich auf einen Stab stützte. Dabei musste er beinahe schon aufpassen, dass er nicht auf seinen Bart trat, der sogar noch länger war, als seine Kette, mit den selbst geschmiedeten Gliedern aus verschiedenen Metallen, die um seinen Hals hing. Im Gegensatz zu seinem Kinn, war seine breite Stirn kahl und nur noch wenige Haare bedeckten seinen restlichen Schädel, dafür strahlte er Freundlichkeit, Weisheit und nahezu unendliche Güte aus. Das war auch der Grund, aus dem die Rothwardonin ihn ansprach.
    „Verzeiht, ich fürchte, wir haben uns verlaufen. Wir suchen die Stallungen.“
    Der Alte sah auf und lächelte. „Hier verläuft man sich schnell, aber es ist nicht mehr weit.“
    "Könntet Ihr uns vielleicht sagen, wo wir lang müssen?", fragte Zirain. Asuras musterte den Mann vorsichtig und bekam einen warnenden Blick von seinem Freund zugeworfen. Er war zwar darauf bedacht freundlich und höfflich zu bleiben, dachte aber oft nicht nach, wenn er etwas lustig oder interessant fand, aber man konnte ihm ansehen, dass er über das Alter dieses Menschen rätselte, hatte er es doch hauptsächlich mit Elfen zu tun gehabt bis jetzt. So fiel es ihm schwer, Menschen einzuschätzen obwohl er wusste, dass Menschen meist recht kurzlebig waren.
    Eine zittrige Hand deutete in die Richtung, in die sie gehen mussten, ehe er beschrieb, wann sie wo abbiegen mussten. Im Grunde war es wirklich nicht mehr weit, wenn man den Weg kannte.
    Sie machten sich auf den Weg und seufzten erleichtert, als sie endlich ankamen. Zirain lehnte sich erschöpft gegen den Rahmen der Stalltür und musterte die Pferde. Auch sie waren anders als die, die er kannte. Aber er vermutete einfach, dass es eine andere Rasse war, in Tamriel gab es schließlich auch viele verschiedene.
    Beinahe sofort kam ein Stallbursche auf sie zu. Er schien zu wissen, weshalb sie hier waren und führte sie gleich zu den drei besten Pferden im Stall, die er auch schon gesattelt hatte. Proviant und genügend Geld befand sich in den Satteltaschen. Die drei müssten nur noch aufsteigen und los reiten. Varys hatte offensichtlich an alles gedacht.
    Sie stiegen auf und es wurde angemerkt dass das Fell von Zirains Pferd fast die Farbe seiner Haut hatte. Die anderen Pferde waren beide braun, eines heller, das andere dunkler. Sie verließen die Stadt und fühlten sich gleich besser. "Wohin jetzt?" war die frage von Zirain, der die Planung ja nicht mitbekommen hatte.
    „Wir folgen dem Königsweg bis zum Mander“, erklärte Asuras, der sich die Route genau eingeprägt hatte, „dann durchqueren wir die Dornischen Marsche, immer aufs Gebirge zu, da müssen wir drüber und dann immer nach Osten nach Sonnenspeer.“

Kommentare (2)

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Sophie (58121)
vor 1149 Tagen
Bitte, bitte mehr davon! Die Story und dein schreibstil sind fantastisch!
*.*

(und ne winzig kleine Erklärung zu den Personen wär auch nicht schlecht, also sowas wie Name, Aussehen, Herkunft und Talente ;))
*Lady Kassandra* (90187)
vor 1286 Tagen
Richtig geil! Am Anfang war es schwer zu verstehen wer wer ist (mit den Namen und Völkern und so) aber die Geschichte ist richtig gut. Du schreibst echt toll! Ich will mehr storys haben! !!