Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 (Fortsetzung)

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5 Kapitel - 22.193 Wörter - Erstellt von: Julu92 - Aktualisiert am: 2014-01-01 - Entwickelt am: - 3.498 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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    1
    Die Rache des Kobolds

    Am nächsten Tag packten wir alle unsere Sachen zusammen. Wir packten das Zelt ein und verwischten die Spuren, das wir jemals hier waren. Harry, Hermine und ich empfanden es als beste Idee, nicht zu lange an einem Ort zu bleiben, Ron - der Miesepeter - wollte aber nur in Gegenden sein, wo wir genug Essen fanden. Hermine und ich hoben die Zauber auf, die ich im Umkreis der Lichtung gewirkt habe. Dann disapparierten wir an den Rand eines kleinen Marktfleckchens.
    Als wir in einem kleinen Wäldchen unser Lager aufschlugen, machte Harry sich unter seinem Tarnumhang auf den Weg ins Dorf, um sich nach etwas Essbaren umzusehen. Ron jammerte natürlich am meisten weil es nichts zu essen gab, ich hatte immer die große Lust ihm eins runterzuhauen. Mich ließ das eine kleine Weile zwar kalt, aber das Knurren in meinem Magen würde quälend, aber ich beschwerte mich nicht, weil ich im letzten Sommer im Waisenhaus so wenig gegessen habe, dass Mangelernährung bei mir nichts Neues ist. Nachdem Harry mit leeren Händen wieder zurückgekehrt ist, sah ich in Rons Augen, wie sehr er sich aufregte.
    >>Aber du kriegst doch immer einen wunderbaren Patronus hin. << sagte Ron, nachdem Harry das Wort >Dementoren< hauchte.
    >>Ich hab … keinen zustande gebracht. <<, hauchte Harry, und drückte sich die Hand an seine Seite, die sehr zu schmerzen schien. >>Ist einfach nicht … gekommen. <<
    Ich wunderte mich wirklich. Wie konnte es sein, dass Harry keinen Patronus zustande bringen konnte, wobei er es doch immer schafft.
    >>Das heißt, es gibt immer noch nichts zu essen? <<
    >>Halt die Klappe, Ron! Denk auch mal an was anderes als nur Essen!<<, fauchte ich. Ron muss immer nur ans Essen denken, so langsam fängt das an mich zu nerven. Aber was hätte man denn von einem Jungen erwarten sollen, der in Hogwarts Essen bekam, dass von Hauselfen zubereitet wurde und zu Hause es immer was von seiner Mutter gab und der Kühlschrank immer voll war. Ron sah mich mit einem Finsteren Blick an. Wenn Blicke töten könnten, wäre ich inzwischen durch Ron tausendmal gestorben. >> Warum, glaubst du, hast du deinen Patronus nicht zustande bringen können, Harry? <<
    >>Ich weiß nicht. <<
    Harry ließ sich in einen Sessel fallen. Hermine las weiter in ihrem Buch, dass Dumbledore ihr vererbt hatte. Ich wollte nach draußen gehen um kurz durchzuatmen. Ich wurde allerdings daran gehindert.
    Ron trat gegen ein Stuhlbein. Ich drehte mich aggressiv um und blickte ihn finster an.
    >>Was ist? << knurrte Hermine ihn an. >>Ich bin am Verhungern! Seit ich fast verblutet bin, habe ich nichts anderes als ein paar Giftpilze gegessen! <<
    >>Dann geh du doch, und schlag dich mit den Dementoren rum. << sagte Harry gereizt.
    >>Würde ich ja, aber ich hab einen Arm in der Schlinge, falls dir das noch nicht aufgefallen ist! <<
    >>Wie praktisch. <<
    >>Was willst du damit- <<
    >>Harry! Sofort runter mit dem Horkrux! << sagte ich. Harry nahm es sofort ab ohne zu zögern. Er trug es von uns allen am häufigsten. Ich legte es mir wieder um den Hals und steckte es vorne unter mein T-Shirt.
    >>Wir müssen uns vielleicht alle zwei Stunden abwechseln, damit keiner es zu lange trägt. << sagte ich.
    >>Großartig. <<, sagte Ron säuerlich. >>Und können wir jetzt bitte etwas zu essen besorgen? <<
    >>Gut, aber dafür gehen wir erstmal woandershin. <<, sagte Hermine. >>Es ist sinnlos, hierzubleiben wenn überall Dementoren lauern. <<
    Schließlich bauten wir unser Lager auf einem kleinen Feld auf, das zu einem Bauernhof gehörte, wo wir und Eier und Brot beschaffen konnten.
    Und tatsächlich war es viel einfacher sich mit vollen Magen zu entspannen; der Streit wegen der Dementoren war an diesem Abend über unser Gelächter war schon bald vergessen. Ich war sogar fröhlicher und abgelenkt, dass ich meine Sorgen eine Weile lang vergessen konnte und mir Hoffnungen machte, dass wir es womöglich tatsächlich schaffen könnten. Aber nach einer Weile legte sich einfach alles wieder, die Zeit zog sich hin. Aus Tagen wurden Wochen und aus Wochen wurden Monate. Es wurde kälter und kälter, denn der Herbst stand vor der Tür.
    Als wir uns eines Tages wieder auf den Weg machten, wurde meine etwas bessere Laune von Ron zunichte gemacht, als er wieder das Radio anstellte. Ich konnte die Stimme schon gar nicht mehr hören, und als wieder Hexen und Zauberer verschwanden, bekam ich die Krise, die ich leider verbergen musste.
    >>Kommen wir zu den vermissten Hexen und Zauberern. Die folgenden Namen sind bestätigt. Zum Glück ist die Liste heute kurz. Jason und Alison Denbright; Bella, Jake, Charlie und Madge Farley; Joe Laurie; Eleanor Sarah Gibbs; Harry und Bronwyg Tigg; Rob und Ellie Dowson; Georgia Clark-Day; Joshua Flexson; George Coutas; Gabriella und Emily Mather; Jacob und Mimi Erland; William und Brian Gallagher; Toby und Olivia Gleaves; Katie und James Killick; Elsie Valentine Schroeder; Jennifer Winston; Tamsin und Lola Hillicker; Scarlett und Kitty Sharp. <<
    Als ich den Namen >Emily< hörte, wurde ich hellhörig und bekam Angst, war aber auch erleichtert dass es nicht Emily Foster sondern eine Emily Mather war.
    Ich hatte schon das ein oder andere Mal, gehört dass Ron und Hermine manchmal über Harry redeten. Sie machten sich Sorgen um ihn. Ich hielt mich aus diesen Gesprächen raus, weil ich einfach nichts zu sagen hatte und auch nicht mitreden wollte. Ich tat immer so als würde ich es nicht hören. Jedes Mal wenn die beiden über Harry sprachen, und er dann kurze Zeit später sich blicken ließ, verstummten die beiden und sagten kein Wort, und es entstand eine Totenstille.
    Nach ein paar Tagen wurde alles wieder ganz anders. Die Stimmung legte sich wieder beiseite. Ron war natürlich am meisten mies gelaunt - natürlich wieder wegen Essen. Wir hatten einfach noch nichts. Wir sind kaum weitergekommen, und eine Ahnung wie wir das Medaillon zerstören könnten, hatten wir auch nicht.
    Ron lag mit dem Rücken zu uns allen gedreht auf dem Bett, vermutlich schlief er, weil er sich kaum bewegte. Hermine versuchte aus den Märchen von Beedle dem Barden schlau zu werden, dass sie gefühlte Millionen Male gelesen hatte und einfach nicht wusste was sie damit anfangen sollte. Harry saß auf einem Stuhl und starrte an die Zeltwand, während ich hinter ihm stand und dabei war, seine Haare am unteren Teil vom Hinterkopf etwas zu schneiden, da sie ein paar Zentimeter gewachsen waren. Ich sah Hermine manchmal an. Ich empfand im Moment alles genauso wie sie. Sie wurde nicht aus dem Buch schlau und ich nicht aus dem Silberring der dieses Mal an meinem linken Ringfinger war. Was sollte ich bloß mit einem Ring anfangen? Ich dachte durch das Tragen würde ich vielleicht auf etwas kommen, was uns weiterbringen würde, aber einfach nichts half.
    >>Denkst du nach? << fragte Harry. Ich fragte mich immer, woher er mich so gut einschätzen konnte.
    >>Irgendwie. Ich krieg das ganze ehrlich gesagt nicht auf die Reihe. Das Erbe von Dumbledore an uns. Der Horkrux. Die Seele von Du-weißt-schon-wem. Einfach alles. <<, seufzte ich und schnitt gerade wieder ein kleines bisschen von einer Strähne seiner Haare am Hinterkopf die etwas lang war. Damit war ich eigentlich schon fertig und legte die Schere beiseite.
    >>Okay, das hätten wir. << sagte ich. Harry stand von dem Stuhl auf. Ich setzte mich aufs Bett und starrte die Zeltwand an. Harry setzte sich neben mich.
    >>Ich kann dich gut verstehen. Wir haben einfach gar nichts. << sagte er.
    >>Meinst du, wir finden überhaupt wenigstens etwas? Hat diese Reise überhaupt einen Sinn, wenn wir mit leeren Händen unterwegs sind? << fragte ich ohne ihn anzusehen.
    >>Ich hab keine Ahnung. Wäre schön, wenn wir wenigstens einige Informationen aus dem Schloss hätten. Vielleicht würde uns ja so etwas weiterbringen. <<
    >>Du hast Recht! << kam es dann sofort aus mir heraus.
    >>Was? << fragte Harry verwirrt. Auch Hermine, die mitgehört haben muss, sah von dem Buch auf.
    >>Sekunde! << sagte ich und ging zu meiner Tasche. Ich griff tief hinein bis zur Schulter und kramte herum. Mir fiel alles Mögliche zwischen die Finger. Absätze von Schuhen, Kleidungsstücke, Harrys Rucksack, meine ganzen wichtigen Bücher, die ich für die Reise mitgenommen hatte, Flaschen mit Vielsaft-Trank, der Campingkessel, eine Schachtel Streichhölzer, Wasserflaschen und dann …
    >>Ah! Da ist es! << sagte ich. Ich holte es hervor und eine Spitze eines goldenen wertvoll verzierten Rahmens eines Gemäldes kam hervor. Ich zog das ganze heraus und stellte es auf den Stuhl auf dem Harry vorhin saß.
    >>Was ist das? << fragte Hermine.
    >>Hab ich vom Grimmauldplatz mitgehen lassen – nicht falsch verstehen! <<, fügte ich schnell hinzu als Harry mir einen etwas finsteren Blick zuwarf. >>Keine Sorge ich habe es nicht gestohlen sondern nur ausgeliehen. Es könnte uns helfen. Es ist das von Phineas Nigellus. Das ist sein Porträt. Sein anderes befindet sich doch in Dumbledores Büro. Wisst ihr noch? Als Rons Dad verletzt wurde im Ministerium und Dumbledore Phineas zu seinem Porträt am Grimmauldplatz geschickt hat? <<
    >>Ja. << sagten Harry und Hermine wie aus einem Munde.
    >>Nun, das ist es. So können wir mehr über Hogwarts erfahren! <<
    Ich räusperte mich und hielt meinen Zauberstab auf das Porträt gerichtet um es im richtigen Moment verzaubern zu können.
    >>Ähm – Phineas? Phineas Nigellus? <<
    Nichts geschah. Ich versuchte es noch einige Male doch es kam keiner.
    >>Vielleicht schläft er. << sagte Hermine.
    >>Ja, vielleicht. << stimmte ich ihr zu.
    >>Dann versuchen wir es einfach später noch einmal. << sagte Harry.
    Wir saßen fast eine Halbe Stunde so da und überlegten.
    >>Was glaubt ihr tut Snape als Schulleiter? << fragte ich.
    >>Bestimmt hat sich Hogwarts wieder völlig verändert; so wie als Umbridge fasst über die ganze Schule herrschte. << sagte Harry.
    >>Wir können nur hoffen, dass es den anderen gut geht und sie unverletzt sind. Vielleicht machen Neville oder so mit der DA weiter, es wäre wenigstens etwas. << sagte Hermine.
    >>Ja. Glaubst du sie haben noch die gefälschten Galleonen? Sie könnten ihnen doch- <<
    >>Angie! Hermine! Seid leise! << sagte Harry plötzlich flüsternd.
    >>Was? Aber- << setzte Hermine an.
    >>Shhht! Das meine ich ernst! Seid leise! Ich höre jemanden! <<
    Wir drei gingen sofort aus dem Zelt raus. Die Schutzzauber wirkten, hoffte ich. Hinter den Büschen in dem Umfeld raschelte es und wir hörten Stimmen die etwas leiser waren. Doch das Rascheln wurde dann immer lauter sowie auch die Stimmen. Das Knacken von Ästen war zu hören, Schuhsohlen, tiefe Stimmen, heftiges Scharren und Schlurfen, sowie das Geräusch von weggetretenen Steinen und Ästen.
    Unser Zelt stand in der Nähe eines Flusses und da kamen plötzlich mehrere Gestalten aus dem Busch hervor. Wegen der Dunkelheit konnte ich nur erkennen, dass es zwei oder vielleicht drei Männer waren und die anderen beiden waren klein und ich sah ihre spitzen und langen Ohren, die mir verrieten, dass es Kobolde waren.
    Eine Sekunde später hörten wir die Stimme eines Mannes.
    >>Da müssten einige Lachse drin sein, oder meinst du, es ist noch zu früh im Jahr? Accio Lachs! <<
    (Die folgenden Sachen sind aus dem Buch, ich wusste nichts ganz wie ich das schreiben sollte und habe das einfach genommen. Hoffe ihr seid mir nicht böse)
    Einige deutliche Spritzer waren zu hören, dann klatschte Fisch gegen Fleisch. Jemand brummte anerkennend. Dann sprachen die Gestalten in einer komischen Sprache die nicht nach Englisch klang.
    Dann loderte ein Feuer auf, etwas weiter weg von uns und wir konnten erkennen wo sich die Personen aufhielten. Der köstliche Geruch von gebratenem Lachs wehte verlockend herein. Dann war das Klirren von Besteck auf Tellern zu hören und der erste Mann ergriff wieder das Wort.
    >>Hier, Griphook, Gornuk. <<
    >>Danke. << sagten die Kobolde gleichzeitig auf Englisch.
    >>Also, ihr drei seid jetzt wie lange schon auf der Flucht? << fragte eine neue, weiche und angenehme Stimme; sie kam mir irgendwie bekannt vor.
    >>Sechs Wochen … sieben … ich hab’s vergessen. <<, sagte der müde Mann. >>In den ersten Tagen hab ich Griphook getroffen und kurz darauf haben wir uns mit Gornuk zusammengetan. Schön, wenn man ein bisschen Gesellschaft hat. Weshalb bist du von zu Hause weg, Ted? <<
    >>Wusste, dass sie hinter mir her sind. <<, erwiderte Ted mit weicher Stimme. Dann plötzlich wusste ich woher ich die Stimme. Es war Tonks’ Vater. >>Hab gehört, dass letzte Woche Todesser in der Gegend waren, und beschlossen, dass ich am besten so schnell wie möglich abhaue. Hab mich aus Prinzip geweigert, mich als Muggelstämmiger registrieren zu lassen, verstehst du, also wusste ich, dass es nur eine Frage der Zeit war, irgendwann würde ich verschwinden müssen. Meine Frau dürfte einigermaßen sicher sein, sie ist reinblütig. Und dann hab ich Dean hier getroffen, erst vor ein paar Tagen, nicht wahr, mein Junge? <<
    >>Jaah. <<, sagte eine weitere bekannte Stimme. Harry, Hermine und ich starrten einander an, stumm aber in heller Aufregung, denn wir waren überzeugt, dass die Stimme von Dean Thomas, unserem Mitschüler aus Gryffindor, erkannt hatten.
    >>Muggelstämmig, was? << fragte der erste Mann.
    >>Weiß nicht genau. <<, sagte Dean. >>Mein Dad hat meine Mum verlassen, als ich noch klein war. Ich hab aber keinen Beweis dafür, dass er ein Zauberer war. <<
    >>Eins muss ich sagen, Dirk, ich bin überrascht, dass ich dir über den Weg laufe. Erfreut, aber überrascht. Es hieß, du wärst erwischt worden. <<
    >>Wurde ich auch. <<, sagte Dirk. >>Ich war schon halb in Askaban, da bin ich abgehauen, hab Dawlish geschockt und seinen Besen geklaut. <<
    Wieder eine kurze Stille.
    >>Wie kommt es, dass sie sich verstecken? <<
    >>Ich hielt es für vernünftig. <<, sagte der Kobold mit der tieferen Stimme. >>Nachdem ich ein aus meiner Sicht unverschämtes Gesuch abgeschlagen hatte, war mir klar, dass ich persönlich in Gefahr schwebte.
    >>Was hat man von Ihnen verlangt? << fragte Ted.
    >>Dienste. Die unter meiner Rasse sind. Ich bin kein Hauself. <<
    >>Was ist mit Ihnen, Griphook? <<
    >>Ähnliche Gründe. << sagte Griphook.
    Es herrschte wieder eine kurze Stille bevor Dirk wieder das Wort ergriff.
    >>Sagt mal, habt ihr eigentlich das mitbekommen, Ted? <<, fragte Dirk. >>Von den Kindern, die versucht haben, das Schwert von Gryffindor aus Snapes Büro in Hogwarts zu stehlen? <<
    Elektrischer Strom schien jetzt anstatt Blut durch meine Adern zu fließen.
    >>Nie gehört, nein. <<, sagte Ted. >>Stand nicht im Propheten, oder? <<
    >>Wohl kaum. <<, sagte Dirk. >>Die vom Tagespropheten verbergen die Wahrheit wo und wann sie können. Versuch’s mal mit dem Klitterer. Da steht die Wahrheit drin. <<
    >>Der Klitterer? Diese Zeitschrift, die der alte Xeno Lovegood führt? <<
    >>Genau. Aber wie auch immer. Ich habe es von Griphook hier erfahren, er hat es von Bill Weasley gehört, der für die Bank arbeitet. Eines der Kinder, die versucht haben, das Schwert zu klauen, war Bills kleine Schwester. <<
    Redeten die etwa von Ginny? Ich hoffe nur, dass es ihr gut geht.
    >>Sie und ein paar Freunde sind in Snapes Büro eingedrungen und haben die Vitrine zertrümmert, wo er das Schwert offenbar aufbewahrte. Dabei waren die Tochter vom guten Xeno Lovegood, dieser Longbottom und diese kleine zwölfjährige Muggelstämmige Emily Foster. Snape hat sie erwischt, als sie dabei waren, es die Treppe runterzuschmuggeln. <<
    >>Ah, die Guten. <<, sagte Ted. >>Was hatten sie denn mit dem Schwert vor? Ihn, dessen Name nicht genannt werden darf damit aufspießen? Oder Snape selbst? <<
    >>Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall, war Snape sich sicher, dass es in Hogwarts kein guter Ort ist, es aufzubewahren. Deshalb schickte er es sofort nach London zu Gringotts um es dort in einem Verlies aufzubewahren. <<
    Die Kobolde fingen wieder an zu lachen. Es wurde wieder leise und ich hoffte insgeheim, dass jemand endlich die Frage stellen würde, die mir auf der Zunge lag und im Hals brannte, nicht dass ich mich noch mehr sorgen muss. Vor allem, weil es wieder um Emily ging. Ich war den Tränen wieder sehr nahe, konnte sie aber tapfer zurückhalten.
    Und dann stellte Dean endlich die Frage.
    >>Was ist mit Ginny und den anderen passiert? Es geht ihnen hoffentlich doch gut oder? Was haben sie mit ihnen jetzt gemacht? << fragte er.
    >>Oh, die wurden bestraft, und zwar grausam. << sagte Griphook gleichgültig.
    >>Es geht ihnen aber einigermaßen? << fragte Ted rasch.
    >>Soweit ich weiß, haben sie keine Ernsthaften Verletzungen davongetragen, die Weasleys haben ohnehin schon so viele Verletzte Kinder. <<
    >>Aber, welche Strafe hat ihnen Snape auf den Hals gehetzt? << wollte Dean unbedingt wissen.
    >>Irgendetwas mit dem Verbotenen Wald war da, so wie ich erinnere. << saget Griphook.
    >>Glaubst du die Geschichten, die man sich erzählt, Ted? <<, fragte Dirk. >>Dass Snape Dumbledore getötet hat? <<
    >>Natürlich. <<, sagte Ted. >>Du willst mir hier doch nicht sagen, dass du denkst, Potter und seine Freunde hätten was damit zu tun? <<
    >>Heutzutage weiß man wirklich nicht mehr was man Glauben schenken mag. << murmelte Dirk.
    >>Ich kenne Harry Potter. <<, sagte Dean. >>Und ich schätze, er ist der Richtige – der Auserwählte, oder wie auch immer man es nennen mag. <<
    >>Tja, es gibt viele, die das gerne glauben würden, mein Junge <<, sagte Dirk. >>ich selbst auch. Aber wo ist er? Abgehauen, wie’s aussieht. Man sollte meinen, dass er wenn er irgendwas wüsste, was wir nicht wissen, oder irgendwas Besonders an sich hätte, jetzt dort draußen wäre und kämpfen würde, den Widerstand um sich zu scharren und sich nicht verstecken würde. <<
    >>Wusstet ihr, dass der Klitterer versucht uns zu helfen. Xeno und ein paar andere stehen auf unserer Seite und versuchen als allererstes Harry Potter zu helfen. <<
    >>Schwer, einem Jungen zu helfen, der wie vom Erdboden verschluckt ist. << sagte Dirk.
    >>Hör mal, die Tatsache, dass sie ihn noch nicht gefasst haben, ist schon ein gewaltiger Erfolg. <<, sagte Ted. >>Ich würde mir gern ein paar Ratschläge von ihm holen. Wir versuchen ja auch nichts anderes, als in Freiheit zu bleiben, oder? <<
    >>Jaah, nun, da ist was dran. <<, sagte Dirk schleppend. >>Wo doch das ganze Ministerium und all seine Informanten nach ihm suchen, hätte ich angenommen, dass sie ihn inzwischen gefasst haben. Aber hör mal, wer weiß denn, ob sie ihn nicht schon gefasst und getötet haben, ohne etwas davon verlauten zu lassen? <<
    >>Ach, sag so was nicht, Dirk. << murmelte Ted.
    Eine längere Pause trat ein als sonst, in der wieder das Klirren von Messern und Gabeln zu hören war. Als sie erneut zu sprechen begannen, ging es darum, ob sie am Ufer schlafen oder sich auf den bewaldeten Abhang zurückziehen sollten. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Bäume ihnen bessere Deckung bieten würden, löschten das Feuer und kletterten dann wieder den Hang hinauf, und ihre Stimmen wurden leiser.
    Harry, Hermine und ich lösten uns aus unserer Starre und gingen ins Zelt zurück.
    >>Das Schwert – << brachte Hermine stotternd raus.
    >>Ich weiß! << sagte ich.
    Ich ging dann wieder ganz schnell zurück zum Porträt von Phineas Nigellus. Ich holte sofort meinen Zauberstab wieder raus und klopfte damit ein paar auf das Porträt.
    >>Sir! Phineas Nigellus! Hören Sie mich? <<, fragte ich etwas lauter. >>Professor Black? Könnten wir bitte mit Ihnen sprechen? Bitte? <<
    >> >Bitte< hilft immer. << sagte eine kalte, schneidende Stimme und Phineas Nigellus glitt in sein Porträt.
    Sofort rief ich: >>Obscuro! <<
    Eine schwarze Binde erschien über Phineas Nigellus’ klugen dunklen Augen, weshalb er gegen den Rahmen stieß und vor Schmerz aufschrie.
    >>AH! – Was – wie können Sie es wagen? Wo sind Sie? Was zum Teufel geht hier vor? << fraget Phineas hasserfüllt.
    >>Tut mir leid, Professor Black. Aber es musste so sein. Wir werden Sie auch nicht lange aufhalten. << sagte ich.
    >>Und wo wir sind, spielt keine Rolle. Außerdem wollen wir Sie nur etwas fragen << sagte Harry.
    >>Kann das womöglich die Stimme von Harry Potter sein? << fraget Phineas verwundert.
    >>Vielleicht. <<, sagte Harry nur, er wusste das Interesser von Phineas wach zuhalten. >>Wir haben ein paar Fragen an Sie – über das Schwert von Gryffindor. <<
    >>Ah, ja. Tatsächlich. Nun denn, wenn Sie mich dann gehen lassen … Fangen Sie an. << Ich war erstaunt, dass er sich so leicht überreden ließ, mit uns zu sprechen, aber vermutlich nur deswegen, weil er schnell wieder weg wollte.
    >>Also, was wissen sie genau über das Schwert? << fragte Hermine.
    >>Gryffindors Schwert. Ja. Nun, wie Sie bestimmt gehört haben, wurde es verlagert. <<
    >>Ja, aber hat es denn niemand zum Reinigen abgeholt oder so? << fragte Harry.
    >>Nein. << sagte Phineas knapp.
    >>Können Sie nicht genauer antworten? << fragte Hermine.
    >>Schlammblut! << nuschelte Phineas leise.
    >>Nennen Sie Hermine nicht Schlammblut! << zischte ich.
    >>Sagen Sie uns bitte mehr über das Schwert! << verlangte Harry. Phineas seufzte genervt auf.
    >>Was gibt es da schon Wichtiges zu sagen? Es ist wertvoll und besteht aus Koboldsilber. Machen Sie es gut! Ich werde ihnen ganz bestimmt keinen zweiten Besuch abstatten! << beleidigt und wütend wandte sich Phineas ab und verließ das Porträt.
    >>Phineas! << sagte Harry laut. Phineas reagierte nicht und das Porträt blieb stumm und der schwarze Hintergrund tat nichts. Etwas enttäuscht packte ich das Porträt wieder weg.
    >>Na der war ja keine besonders große Hilfe. << sagte Hermine und setzte sich wieder auf den Sessel und studierte weiter Bücher. Ich saß auf meinem Bett und dachte nicht mehr nach. Keiner konnte uns helfen, wir hatten keinerlei Informationen und Phineas weigerte sich auch nur den Hauch einer Information an uns heranzulassen. Doch dann schossen wieder andere Fragen durch meinen Kopf.
    Ich starrte die ganze Zeit auf den auf Dumbledores Ring an meinem Finger, als mir etwas in Auge stach, was ich vorher nie bemerkt hatte. Am unteren Rand des Rings, war ein Wort zu lesen, wenn auch sehr klein, konnte ich es erkennen. Koboldgearbeitet. Dieser Begriff war auch nicht besonders hilfreich. Koboldsilber. Phineas hatte uns ja bestens darüber informiert, dachte ich sarkastisch. Koboldsilber ist selten und wie der Name sagt, von Kobolden gemacht, und recht teuer, und es nimmt alles auf was es stärkt … Klick machte es in mir. Das ist es!
    >>Oh mein Gott! << sagte ich plötzlich, sprang vom Bett auf und ging an dem Tisch an dem wir immer gegessen hatten.
    >>Was? << fragte Harry. Auf dem Tisch lag ein Buch über wertvolle Materialien. Ich schlug es auf und blätterte darin. Auch Hermine hatte sich von ihren Platz erhoben und sah gespannt zu mir rüber. Ron rührte sich nicht vom Fleck. Vermutlich war er wirklich am schlafen.
    >>Warte einen Momen. Sag ich dir gleich. << sagte ich und blätterte immer noch, wie eine Irre, in dem Buch.
    >>Du kannst es mir auch jetzt sagen. << sagte Harry. Da hatte ich die Seite gefunden, die ich suchte.
    >>Das Schwert von Gryffindor! Es ist koboldgearbeitet! Wie Phineas gesagt hatte! Das ist doch bloß logisch<< sagte ich.
    >>Was meinst du? << sagte Harry. Er schien nicht zu wissen, was ich meinte.
    Harry und Hermine traten näher heran. >>Rost und Schmutz haben keine Wirkung auf die Klinge. Koboldsilber nimmt nur auf, was es stärkt. <<
    Hermine machte große Augen. Sie schien zu verstehen, was ich meinte. >>Soll das etwa heißen-? << Ich nickte ihr zur Antwort.
    >>Okay. Ich bekomme es nicht so ganz auf die Reihe. Könntet ihr beide mich bitte aufklären? << sagte Harry.
    >>Harry, einen Horkrux hast du bereits zerstört! Damals in der Kammer des Schreckens! Tom Riddles Tagebuch! << sagte ich.
    >>Mit einem Basiliskenzahn. Sag bloß, du schleppst zufällig einen in deiner komischen Handtasche mit dir rum. << sagte Harry.
    >>Begreifst du es denn nicht? << fragte Hermine.
    >>Als du den Basilisken erstochen hast, in der Kammer des Schreckens, hast du das Schwert von Gryffindor benutz. Das heißt, das Schwert ist also mit Basiliskengift getränkt. << sagte Hermine. Hermine setzte sich neben mich an den Tisch. Harry schien so langsam zu begreifen, auch er setzte sich nun an den Tisch.
    >>Ja, und es nimmt nur auf, was es stärkt. << sagte Harry, er schien mitzuanalysieren und schob das Buch an sich heran und sah sich die Seite an, wo alles darüber stand.
    >>So ist es. Und aus diesem Grund - <<
    >>- kann es Horkruxe zerstören. << sagte Harry.
    >>Weswegen Dumbledore es dir vererbt hat. << sagte ich. Hermine strahlte. Endlich hatten wir etwas, was uns weiterbrachte. Wir sind wieder einen Schritt voraus.
    >>Wirklich unglaublich. << sagte Harry.
    >>Ich bin eigentlich mehr durch diesen Ring von Dumbledore darauf gekommen. Vermutlich hat er ihn mir deshalb vererbt, weil er wusste, dass ich darauf kommen würde. << sagte ich.
    >>Ja, es gibt nur ein Problem bei der Sache. << sagte Harry. Plötzlich wurde es stockdunkel im Zelt. Alle Lichter gingen aus und es wurde still.
    >>Das Schwert wurde gestohlen. <<, ertönte Rons schlecht gelaunte Stimme. Mit einem klick war das Licht wieder an, und ein schlecht gelaunter Ron sah uns an. >>Oh ja. Ich bin noch hier. <<, sagte er. Seine Stimme war richtig finster. >>Aber macht ruhig weiter, ihr drei. Lasst euch von mir bloß nicht den Spaß verderben. <<
    Harry drehte sich zu Ron.
    >>Was ist los? << fragte er.
    >>Was los ist? Gar nichts ist los. Für dich läuft ja offenbar alles bestens. << sagte Ron. Was war mit ihm los? Er hatte sich seit wir unterwegs sind total geändert. Er hat fast nur noch schlechte Laune und alles nervt ihn. Man kann gar nicht mehr normal mit ihm reden, ohne dass ihm alles sofort auf die Palme treibt.
    >>Wenn du etwas sagen willst, sei nicht schüchtern. Spuck’s einfach aus. << sagte Harry.
    >>Gut, dann spuck ich’s aus. <<, sagte Ron genervt. >>Ich bin nicht übermäßig dankbar, dass wir jetzt noch das verdammte Schwert suchen müssen. <<
    >>Ich dachte, du wüsstest, auf was du dich eingelassen hast. << sagte Harry.
    >>Ja, das dachte ich auch. << sagte Ron. Harry stand vom Tisch auf.
    >>Tja, dann tut’s mir leid, aber das versteh ich nicht so ganz. Vielleicht kannst du mir erklären, was nicht so ganz deinen Erwartungen entspricht. << sagte er. Ron sah ihn nur genervt an. Ich klappte das Buch wieder zu, stand vom Tisch auf und steckte es in meine Tasche wieder.
    >>Oh, ja, genau. Versteck’s, damit ich nicht erfahre, wo rüber ihr immer so plaudert. << zischte Ron mich an.
    >>Ich versteck’s doch gar nicht! Was ist zur Hölle nur mit dir los, Ron? Warum bist du andauernd so angekotzt, einfach von allem und von jedem von uns? << fauchte ich ihn an. Doch bevor Ron etwas sagen konnte, sagte Harry: >>Hast du gedacht, wir übernachten in Fünfsternehotels? Oder wir würden jeden Tag einen Horkrux finden? Hast du gedacht, dass du bis Weihnachten wieder bei Mami bist? <<
    >>Ich dachte nur, dass wir nach so langer Zeit mal was auf die Reihe bekommen hätten. Ich dachte, du wüsstest was du tust! Wir dachten, Dumbledore hätte dir mal was Sinnvolles erzählt, und du hättest einen echten Plan! << zischte Ron wütend.
    >>Ron! < sagte Hermine, Ron schien es egal zu sein. Er ignorierte sie.
    >>Ich war von Anfang an offen zu euch, ich hab euch alles gesagt, was Dumbledore mir erzählt hat. Und falls du es nicht bemerkt hast, wir haben schon einen Horkrux gefunden- <<
    >>Jaah, und wir sind ungefähr genauso weit davon entfernt, ihn plattzumachen, wie davon, die anderen zu finden - einfach weil wir gar nichts haben!. << sagte Ron.
    >>Ron, bitte, nimm … <<, Hermine ging auf Ron zu und versuchte ihm das Medaillon anzunehmen. Er schubste sie fast von sich weg. >>Bitte, nimm den Horkrux runter. Du würdest nicht so reden, wenn du ihn nicht den ganzen Tag umgehabt hättest. << sagte Hermine, den Tränen nahe.
    >>Doch, würde er! <<, sagte Harry. >>Meint ihr, ich hätte nicht bemerkt, wie ihr beiden hinter meinem Rücken tuschelt? Meint ihr, ich hätte mir nicht zusammengereimt, dass ihr so was denkt? <<
    >>Wir haben nicht- <<
    >>Lüg nicht! <<, schleuderte Ron ihr entgegen. >>Du hast es auch gesagt, dass du enttäuscht wärst, dass du gedacht hättest, er hätte ein bisschen mehr in petto als- <<
    >>So hab ich es nicht gesagt – Harry, das stimmt nicht! << weinte sie.
    >>Du weißt nicht, warum ich jede Nacht Radio höre, oder? <<, sagte Ron sauer. >>Aus lauter Angst, ich höre Ginnys Namen, oder Freds. Oder Georges. Oder Mums. Ich sorge mich um die anderen. Aber das geht dir völlig am Arsch vorbei. Du weißt nicht was mit ihnen los ist, und dich interessiert es einen feuchten Dreck! <<
    >>Glaubst du etwa, dass ich nicht hinhöre? Glaubst du ich weiß nicht wie es dir dabei geht! << sagte Harry.
    >>Du hast keine Ahnung wie es mir geht! Weil deine Eltern tot sind! Du hast keine Familie! <<
    Harry ging auf Ron los. Ein Blutvergießen können wir hier gerade echt nicht gebrauchen.
    >>Hört auf! Hört auf! << sagten Hermine und ich durcheinander. Hermine packte Ron am Arm und ich Harry. Wir zogen die zwei wieder auseinander.
    >>Na schön, dann geh! Los GEH! Lass nur den Horkrux hier! << donnerte Harry. Ron riss sich den Horkrux vom Hals und warf ihn auf eines der Betten. Er nahm sofort seinen Rucksack, der auf dem Boden lag. Er sah Hermine an.
    >>Und du? <<, fragte er Hermine. Hermine hatte Tränen in den Augen. >>Kommst du mit oder nicht? << Als Hermine immer noch keine Antwort gab, wandte Ron sich mir zu.
    >>Schön. Und du? << fragte er.
    >>Nein! Du spinnst total, Ron. Du hast doch echt einen an der Waffel. << zischte ich.
    >>Du bist tatsächlich wie eine Blutsverräterin, da hatte Malfoy all die Jahre nicht mal ganz so Unrecht gehabt. << sagte Ron.
    >>RON! << sagte Hermine.
    >>Bitte? Ja, und du? Dann bin ich halt eine Blutsverräterin, aber da bist du kaum anders als ich, du bist hier doch eigentlich, die Person, mit der ich mich am liebsten hätte gar nicht erst anfreunden oder eines Blickes würdigen wollte! << Daraufhin hat Ron mich heftig geschubst, dass ich gerade noch so das Gleichgewicht finden konnte, bevor ich gegen eine Kommode gekracht wäre. Dann marschierte Ron aus dem Zelt. Hermine schnappte sich ihre Tasche und ging Richtung Zeltausgang.
    >>Wo willst du hin? <<, fragte ich. >>Willst du allen ernstes mit diesem Kanarienvogel gehen? <<
    >>Ich versuche ihn zu überreden zurückzukommen! << sagte Hermine immer noch weinend.
    Ohne noch ein einziges Wort zu sagen rannte sie davon, um Ron zu folgen. Sie flehte und bettelte ihn an dass er bleibt. Doch dann war ein Geräusch zu hören, dass uns sagte, dass Ron disappariert ist. Ich rannte dann auch nach draußen. Schwach sah ich in der Dunkelheit die Silhouette von Hermine, wie sie weiterhin weinte und dann auch verschwunden war. Als das Geräusch noch mal kam, wusste ich, dass Hermine nun auch weg war. Auch ich bekam jetzt Tränen in die Augen. Nicht wegen Ron, sondern wegen Hermine. Meine beste Freundin ist nun weg. Hermine ist so gut wie meine Schwerster. Mit ihr habe ich mich immer am besten verstanden, wir konnten uns immer alles erzählen, und jetzt ist sie weg. Wenn ihr etwas passiert, weiß ich nicht was ich tun würde. Die Tränen brannten in meinen Augen so stark, wie es nie gefühlt habe. Ich ging wieder ins Zelt.
    >>Beide sind w-w-weg! D-dissapariert! << weinte ich.
    Ich schmiss mich auf mein Bett und drückte mein Gesicht ins Kissen um nicht loszuheulen. Es ist alles furchtbar. Doch dann schließlich überkam ich mich und schluchzte leise los. Wieder eine Person mehr um die ich Angst haben muss. Als wären Emily und die anderen nicht schon genug.
    Ich spürte dann wie mich jemand zudeckte. Ich drehte mich aber nicht um und weinte weiterhin leise ins Kissen. Ich war so traurig und so verletzt, dass ich mich hätte umbringen können. Jemand setzte sich dann neben mich aufs Bett und eine warme und weiche Hand strich langsam über meinen Rücken und versuchte mich zu beruhigen, eine andere streichelte mir sachte übers Haar. Irgendwann wurde ich leiser, was das Weinen betraf, und dann schließlich waren meine Augenlider so schwer und letztendlich schlief ich unter meinen Tränen dann endlich ein.
















    2
    Godric’s Hollow

    Als ich am nächsten Morgen aufwachte, fiel mir wieder ein was geschehen war. Und ich hoffte wie ein kleines Kind, dass es nicht wahr sondern nur ein böser Traum war. Doch leider war es die Wahrheit. Beide waren weg. Ron und Hermine.
    Harry und ich sind nun auf uns allein gestellt. Wir sprachen fast kaum miteinander an diesem Morgen. Wir packten alles stumm zusammen. Ich löste die Schutzzauber auf. Ich verwischte dann die Spuren. Ich ließ mir allerdings sehr viel Zeit und trödelte. Ich hatte insgeheim die Hoffnung, dass Hermine zurückkommen würde. Ron konnte mir bleiben, wo er nur wollte, was ist das denn für ein Freund, der mich einen Blutsverräter nennt? Verletzt hatte mich das wirklich, so etwas hätte ich von Ron nie erwartet, wegen ihm war ich richtig traurig, und dachte dauernd daran.
    Keiner kam wieder – weder Hermine noch Ron. Mir fiel nichts mehr ein was uns dazu brachte länger zu bleiben, deshalb gab ich auf. Hermine würde nicht wiederkommen – sie sucht nun Ron. Ich hoffe, dass sie alleine wieder kommt. Auf Ron kann ich jetzt nur zu gut verzichten.
    Nachdem wir mit allen fertig waren, wusste ich nichts mehr wie ich die Zeit vertreiben konnte. Aber Hermine würde nicht mehr zurückkommen. Also gab ich es auf zu hoffen, dass sie zurückkommt. In der Nacht habe ich wieder geweint als ich kurz aufwachte, aus Sorge um sie, was wenn ihr etwas passiert? Wie will sie alleine klarkommen?
    Ich stand auf dem Platz wo das Zelt gestanden hatte, dass sich wieder in meiner Tasche befand, und starrte in die Bäume. Ich hoffte insgeheim dass Hermine gleich zwischen den Bäumen hervortauchen würde, und uns begleitet. Aber sie kam nicht. Erst als ich eine warme Hand an meiner spürte, nahm ich meine Umgebung wieder wahr. Harry stand neben mir. Ich sah ihn kurz an, und in der nächsten Sekunde apparierten wir davon.
    Wir erschienen auf einem Klippenrand. Sofort nachdem wir angekommen waren, ließ ich seine Hand wieder los und ging davon, damit er meine Tränen nicht sah. Ich holte das Zelt wieder aus meiner Tasche, schwang den Zauberstab und das Zelt baute sich von selbst wieder auf. Harry war bereits dabei die Schutzzauber auszuführen – was normalerweise ich machte, aber er wusste anscheinend wie ich mich im Innern fühlte. Ich setzte mich an den Klippenrand und starrte raus aufs Meer. Ich ließ meinen Tränen freien Lauf, aber ich ließ unter großer Anstrengung das Schluchzen, denn ich wollte nicht, dass er mich so sah, denn Harry sah mich in letzter Zeit nur noch weinen. Meine Augen waren ohnehin schon rot und verweint, wie ich verletzt war durch Ron, und weil Hermine irgendwo da draußen war und ihr etwas passieren könnte. Die Welt ist nicht mehr so wie sie mal war, Gefahr lauert einfach hinter jeder Ecke. Nachdem Harry das Zelt betreten hatte – vorher hatte ich seinen besorgten Blick in meinem Rücken gespürt – konnte ich nicht anders. Ich schluchzte heftig los. Ich wusste, dass Harry mich hörte, aber er wusste auch, dass ich alleine gelassen werden wollte, denn sonst wäre er wieder zu mir gekommen um mich zu trösten, aber er kannte mich inzwischen zu gut um zu wissen, dass ich alleine sein wollte.
    Harry und ich haben heute fast gar nicht miteinander geredet. Wir beide mussten das Theater von gestern irgendwie überwinden. Es war furchtbar, ich wünschte das wäre niemals passiert.

    Es waren wieder Tage vergangen, Wochen. Und dann kam schließlich ein Moment an dem es bereits zwei Monate waren, seitdem Ron und Hermine weg waren.

    An einem Abend habe ich auch das Radio angemacht. Harry war irgendwo draußen. Ich hörte ein Lied, dass ich sehr mochte. Es war sehr fröhlich, meine Eltern haben am Tag ihrer Hochzeit dieses Lied zuerst getanzt. Doch egal wie fröhlich und entspannend das Lied war, ich war immer noch todtraurig und voller Sorge, und als ob ich mich nicht schon genug um Emily und die anderen in Hogwarts sorgen würde, und Hermine jetzt ein Zusatz ist. Ich saß auf dem Bett im Schneidersitz, und hörte der Musik zu, starrte jedoch auf meine Hände. Ich hatte mich wieder einigermaßen beruhigt, aber mein Herz pochte mir immer noch bis zum Hals und ich hatte ein komisches Gefühl, was aber nicht an dem Horkrux lag, den ich um den Hals trug.
    Ich bekam nur mit wie Harry das Zelt betrat, dann starrte ich dauernd auf das Radio. Ich hoffte, dass die Musik nie enden würde, denn ich will nicht wieder die Namen von vermissten Hexen und Zauberern anhören müssen. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass Harry mich die ganze Zeit beobachtete. Ich ignorierte ihn aber und blieb einfach in meiner Starre.
    Ich bemerkte auch gar nicht, dass Harry sich nach ein paar Minuten von dem Stuhl erhoben hatte, auf dem er gesessen hat und sich vor mich stellte. Ich sah ihm in die Augen. Er hielt mir seine Hand hin. Ich hatte keine Ahnung was er vorhatte – vermutlich mich ablenken. Ich legte meine Hand langsam in seine. Ich hielt mich an seiner Hand fest und zog mich hoch und wir sahen uns in die Augen. Harry nahm mir den Horkrux vom Hals ab und legte ihn auf den Nachttisch. Dann nahm er meine Hand und zog mich in die Zeltmitte wo am meisten Platz war. Harry zog an meiner Hand, und mal schwang er sie leicht hin und her. Ich dachte das Tanzen wäre nie so sein Ding gewesen, was ich ja schon beim Weihnachtsball gesehen hatte, doch trotzdem ging ich darauf ein. Aber ich musste sagen dass ich dauernd grinsen musste, denn wir stellten uns ziemlich blöd an, weil wir beide miserable Tänzer waren. Es war wirklich schon lustig, da es nicht wirklich richtiges Tanzen war, da wir beide kein bisschen tanzen konnten, was uns dann noch mehr zum lachen brachte. Mit der Zeit vergaß ich kurz meine Sorgen. Doch als dann das Lied sich dem Ende näherte und immer leiser wurde, verblasste das Lächeln auf meinem Gesicht immer mehr. Nachdem das Lied vorbei war, hörten wir dann auf. Auch aus Harrys Gesicht war das Lächeln nun verschwunden. Wir sahen uns noch mal kurz an und dann ging ich aus dem Zelt, denn ich war wieder den Tränen nahe. Aber es war schön zu lachen, denn es half wirklich; aber leider nicht auf Dauer.
    Ich saß die ganze Zeit auf dem Klippenrand und beobachtete den Sonnenuntergang. Es hatte eine sehr schöne Orangefarbe. Sonnenuntergangsorgange. Das war schon immer meine Lieblingsfarbe.
    Am nächsten Morgen wurde ich vor Harry wach. Ich zog mich leise um und zog mir eine Jacke drüber, denn der Winter war bereits eingebrochen. Ich ging dann aus dem Zelt und setzte mich dort wieder auf den Klippenrand. Meine Blickte ruhten auf den Seiten von Beedle dem Barden. Hermine hatte das Buch vergessen als sie verschwunden ist, und ich war mal interessiert was es damit auf sich hatte. Hermine ist aus dem Buch nicht schlau geworden, vielleicht konnte ich irgendetwas herausfinden. Ich blätterte seit fast drei Stunden in dem Buch und auch mir ist nicht sonderlich viel aufgefallen. Ich seufzte und schlug dann wieder die allererste Seite auf.

    Die Märchen vom Beedle dem Barden

    Mehr war einfach nicht zu lesen. Doch dann fiel mir über der Überschrift ein Zeichen auf. Es sah aus wie ein dreieckiges Auge. Auf dem zweiten Blick, erkannte ich jedoch, dass es das Zeichen war, dass Xenophilius Lovegood auf der Hochzeit um den Hals getragen hat. Vielleicht steht die Bedeutung in Zaubermanns Silbentabelle, denn es könnte vermutlich eine Rune sein. Ich durchsuchte das ganze Buch, von Seite zu Seite, doch so ein Zeichen war nirgends zu sehen. Ich gab die Suche auf und starrte dann eine Weile lang nur noch aufs Meer. Nach einer weiteren Stunde kam Harry aus dem Zelt. Er war völlig aufgeregt.
    >>Angie! Angie, du hattest Recht! << sagte er und kam auf mich zu.
    >>Womit hatte ich Recht? << fragte ich.
    >>Schnatze haben Körperspeicher! Aber ich habe meinen ersten Schnatz nicht mit der Hand gefangen, sondern habe ihn fast verschluckt! << sagte er. Er setzte sich neben mich und hielt mir den Schnatz hin. Ich nahm ihn in die Hand und sah dass dort fünf kleine Wörter eingraviert waren.
    >>Ich öffne mich zum Schluss. << las ich ab.
    >>Ja, was könnte das bedeuten? <<
    >>Ich hab nicht die leiseste Ahnung. Aber ich habe auch etwas gefunden. << sagte ich. Harry rückte näher an mich heran. Ich nahm Die Märchen von Beedle dem Barden in die Hand und blätterte die erste Seite auf. Ich legte meinen Finger unter die Stelle wo sich das Zeichen befand.
    >>Angie, da kann ich dir nicht helfen, ich hatte nie Alte Runen. <<
    >>Das tut doch gar nichts zur Sache. Aber eigentlich, ist es das ja. Das hat mit Alte Runen nichts zu tun. <<, sagte ich und sah ihn an. Dann fiel mein Blick wieder in das Buch. >>Zuerst habe ich es für ein Auge gehalten, es ist auf jeden Fall keine Rune, und es steht auch nicht in Zaubermanns Silbentabelle. Es gehört nicht zum Buch. Jemand hat es mit Tinte hineingezeichnet. << sagte ich.
    >>Lunas Vater hat das bei Bill und Fleurs Hochzeit getragen. Woher hast du überhaupt das Buch? << fragte Harry.
    >>Hermine hat es hier vergessen, nachdem sie gegangen ist um nach Ron zu suchen. <<, sagte ich. Leicht musste ich zusammenzucken. Das war das erste Mal, dass wir die Namen von Ron und Hermine erwähnten, seit sie verschwunden waren. Wir beiden sahen uns wieder das Zeichen an. >>Warum zeichnet jemand so etwas in ein Märchenbuch für kleine Kinder? << fragte ich und schaute aufs Meer. Harry schien nicht ganz so mit mir zu überlegen, ihn schien etwas völlig anderes zu beschäftigen.
    >>Ich hab mir was überlegt. <<, sagte er. Ich sah ihm jetzt wieder in die Augen. >>Ich möchte nach Godric’s Hollow. Dahin, wo ich geboren wurde, wo meine Eltern gestorben sind. <<
    Das dachte er doch wohl nicht etwa im Ernst.
    >>Genau da wird er mit dir rechnen. Weil es dir etwas bedeutet. << sagte ich. Ich stapelte die beiden Bücher übereinander und nahm sie in die Hand. Ich stand auf und wollte auf das Zelt zugehen.
    >>Ja, aber ihn bedeutet es auch etwas. Versteh doch, Angie. Er wäre da fast gestorben. Vergiss das nicht! <<, sagte er. Wir gingen wieder zurück auf das Zelt zu. >>Damit ist es genau ein Ort, an dem Du-weißt-schon-wer einen Horkrux verstecken würde. << sagte Harry. Ich blieb stehen und seufzte.
    >>Das ist gefährlich, Harry. <<, sagte ich. Wir sahen uns kurz an, und dann gingen wir wieder auf das Zelt zu. >>Aber ich hab mir, ehrlich gesagt, auch schon überlegt, das wir nicht drum herumkommen, da hinzugehen. Es kann nämlich sein, dass da noch etwas anderes versteckt ist. <<
    >>Was? <<
    >>Das Schwert. <<, sagte ich. Wieder blieben stehen und sahen uns noch mal an. >>Wenn Dumbledore wollte, dass du es findest, und dass es dem Ministerium nicht in die Hände fällt, gäbe es doch wohl kein besseres Versteck, als den Geburtsort des Gründers von Gryffindor- <<
    >>Wirklich? Gryffindor stammte aus Godric’s Hollow? <<
    >>Harry, hast du jemals Geschichte der Zauberei aufgeschlagen? Wenn nein, dann warum hast du es dir dann für das erste Schuljahr vor sieben Jahren besorgt? Natürlich stammte Gryffindor aus Godric’s Hollow, schließlich wurde es nach ihm benannt. << sagte ich und lachte. In seinem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus.
    >>Ähm … << Ich lächelte ihn an und strubbelte ihm leicht übers Haar
    >>Und nur zu deiner Information: Du musst dich unbedingt rasieren. Diese Bartstoppeln passen überhaupt nicht zu dir. Du siehst nicht gerade nach dem aus, was man als sexy bezeichnen würde. << sagte ich belustigt. Er lächelte mich auch an. Dann ging ich ins Zelt und legte die Bücher weg. Ich prüfte noch mal meine Tasche. Harry betrat das Zelt dann auch.
    >>Also, gehen wir nach Godric’s Hollow? << fragte er.
    >>Ich denke schon. Aber, wir müssen alles genau durchdenken, Harry. Wie wir vorgehen und so weiter. << sagte ich.
    >>Das werden wir schon schaffen. << meinte er, als ob er mir nicht richtig zugehört hätte.
    Sofort am nächsten Tag, nachdem Harry aufgewacht ist, weckte er mich auf der Stelle auf. Harry wollte sofort nach Godric’s Hollow aufbrechen. Ich jedoch wollte alles vorbereiten und genau durchdenken und ich bestand darauf, weshalb Harry mir etwas Zeit lassen musste, weil ich Vorsichtsmaßnahmen ergreifen wollte. Ich wollte nicht unbedingt nach Godric’s Hollow, an dem Ort an dem meine Eltern begraben wurden. Ich wollte dort nie hin und will es auch jetzt noch nicht, aber wenn es Harry will, dann sollte er auch dahin, außerdem will ich ihn nicht alleine gehen lassen. Deshalb musste ich einfach mitkommen, wenn auch schweren Herzens, was ich ihm aber nicht sagte.
    Am frühen Abend nahmen wir uns bei Hand und apparierten nach Godric’s Hollow.
    Wir erschienen in einer Straße die von Schnee nur so überfüllt war. Es schneite und der dunkelblaue Himmel über uns ließ auch schon die ersten Sterne erscheinen. Die Straßen waren fast leer, aber die Lichter brannten in fast allen Häusern. Ich hatte ein sehr schlechtes Gefühl und mich durchfuhr Angst.
    >>Wir hätten Vielsaft-Trank benutzen sollen! << sagte ich leise. Ich hatte es ihm schon vorgeschlagen, aber er lehnte ab. Harry wollte nicht Vielsaft-Trank benutzen und ich konnte ihn auch nicht überzeugen.
    >>Nein. <<, sagte er, ohne den Blick von der Straße abzuwenden. >>Ich wurde hier geboren. Ich komme nicht als jemand anderes wieder. << sagte er. Noch eine Weile sahen wir geradeaus auf die Straßen. Ich wusste nicht ob ich es wollte, ich hoffte nu, dass wir nicht einen Friedhof entdecken würden, im Hintergrund waren Kirchenglocken zu hören. Harry hielt mir dann seinen Arm hin. Ich hakte mich bei ihm unter und er steckte die Hände in seine Jackentaschen.
    Langsam gingen wir durch die Straßen von Godric’s Hollow. Ich traute mich fast gar nicht vom Boden aufzusehen, denn ich hatte Angst einen Friedhof zu entdecken. Es war eine Art kleines Dorf, mit vielen Häusern und auch sehr ruhig. Ich konnte nicht wirklich einschätzen wie es hier aussah, denn alles war mit dem feinen Schnee bedeckt, dass man kaum etwas richtig erkennen konnte. Ich habe sogar vom weiten, einen Mülleimer für einen Stein gehalten.
    Durch die Fenster der Häuser sah ich geschmückte Weihnachtsbäume und Familien die am Tisch waren und zusammen aßen. Es machte mich glücklich aber auch traurig das zu sehen. Glücklich, weil Weihnachten mit meinen Eltern immer schön war. Zu Hause war es dann immer ruhig und wir verbrachten alle Weihnachtstage zusammen. Traurig wurde ich, weil ich nun Weihnachten nicht mehr so richtig gerne feiere. Ich meine, mit den Weasleys und meinen Freunden war es immer schön, an Weihnachten im Fuchsbau zu sein, und vermutlich wäre es noch schöner, wenn ich mit meinen Eltern dort sein würde und über die Weihnachtstage wir alle dort bleiben würden, vielleicht sogar die Ferien über. Aber ich habe seit zwei Jahren keine richtigen Weihnachten gefeiert und mit meiner Familie schon gar nicht, da ich niemanden mehr habe, außer meinen Freunden.
    Nach einer Weile kamen wir an einer Kirche an aus der Gesang zu hören war, es waren uralte Weihnachtslieder.
    >>Harry, ich glaube, heute ist Heiligabend. <<, sagte ich. >>Hör doch. << sagte ich, und deutete auf die Kirche. Auch er sah zur Kirche. Die Gesänge des Chors waren sehr schön und auch beruhigend. Das würde auch die ganzen Familien erklären, die zusammen zu Abend aßen.
    >>Glaubst du, sie wären jetzt da drin, Angie? Mum und Dad, meine ich. << sagte Harry.
    >>Ja. Ich denke schon. << sagte ich. Ich war mir auch wirklich dabei sicher.
    >>Da hinten ist ein Friedhof. <<, sagte Harry plötzlich. Ich folgte seinem Blick auf etwas was hinter der Kirche lag. Sofort bekam ich Gänsehaut. >>Dort sind sie begraben. << sagte er. Er ließ meine Hand los und ging schon darauf zu.
    >>Harry, ich … << sagte ich. Er fuhr langsam herum und sah mich an. >>Ähm … also … ach, weißt du … geh allein, ich werde hier auf dich warten. Ich will da nicht hin. << sagte ich.
    >>Was, warum denn? Du hast doch nichts zu befürchten oder? Komm schon, dort gibt es keine bösen Gespenster und wenn es dort Todesser gäbe, hätten sie uns schon längst getötet. << sagte er. Harry ging dann aber sofort auf den Friedhof zu. Ich blieb kurz stehen, warum tat er das? Ich habe ihm nie erzählt, dass meine Eltern auch auf diesem Friedhof begraben waren, daher konnte er es nicht wissen. Gegen meinen Willen beschloss ich ihm dann doch zu folgen. Wir betraten den Friedhof der von Schnee bedeckt war. Wir gingen an ein paar Grabsteinen vorbei. Angeblich spukte es auf diesem Friedhof, das stand in Geschichte der Zauberei. Aber hier wirkte nichts Furcht erregend, und schon gar nicht durch die Büsche, die mit kleinen bunten Lichtern geschmückt waren, passend zu Weihnachten.
    >>Angie. << sagte Harry leise und blieb stehen, nachdem wir ein Weilchen gegangen sind. Er sah auf einen Grabstein. Dort war die Aufschrift die ich meiden wollte und fürchtete. Harry sah mich wieder an. Ich starrte aber auf den Grabstein.

    Catherine Louise Sullivan
    geboren am 26. April 1960, gestorben am 2. Juli 1995
    und
    Sebastian Morton Sullivan
    geboren am 7. Januar 1960, gestorben am 2. Juli 1995

    treue, geliebte und geehrte Ehepartner und Eltern

    Mögen ihre Seelen Frieden finden

    Sofort flossen Tränen. Harry ging auf mich zu. In seinen Augen war ein Hauch von Entschuldigungen dabei. Er schien jetzt zu verstehen, warum ich gerade nicht mit ihm kommen wollte, ich sah, dass es ihm leidtat. Ich ging aber weiter und sagte nur: >>Nicht ablenken lassen, wir sind doch wegen etwas anderem hier. << sagte ich. Wir gingen weiter an den Gräbern vorbei.
    Genau das hatte ich befürchtet. Das Grab meiner Eltern wollte ich niemals sehen, aber leider musste so was passieren.
    Harry suchte weiter nach dem Grab seiner Eltern. Ich sah mich nur um und las mir mal den einen oder anderen Grabstein durch. Ich sah einen flachen der von Schnee bedeckt war und wurde neugierig. Ich strich mit meiner Hand den Schnee weg. Es war das Grab eines Ignotus Peverell. Ich strich mehr Schnee vom Grab weg und fand plötzlich das Zeichen wieder, dass Lunas Vater auf der Hochzeit trug und das auch in Beedle dem Barden vorkam. Was hatte das alles zu bedeuten? Mir war nicht aufgefallen, dass sich die Wege von Harry und mir getrennt hatten. Er hatte nach dem Grab seiner Eltern gesucht, während ich in eine völlig andere Richtung gelaufen war.
    >>Ähm, hey, Harry. << sagte ich und drehte mich um. Jetzt erst merkte ich, dass er woanders war. Ich sah ihn auf der anderen Seite des Friedhofs. Er stand wie angewurzelt da und starrte auf ein Grab. Ich dachte mir schon was er sich da ansah.
    Ganz langsam ging ich von dem Grab davon und vergaß total, was ich gerade Harry sagen wollte. Als ich zu ihm kam, sah ich auch auf das Grab.

    James Potter
    geboren am 27. März 1960, gestorben am 31. Oktober 1981
    Lily Potter
    geboren am 30. Januar 1960, gestorben am 31. Oktober 1981

    Der letzte Feind, der zerstört werden wird, ist der Tod.

    Ich las die Inschrift langsam. Keiner sagte nur ein Wort. Wir beide waren wie gelähmt.
    Ich kniete mich vor dem Grabstein hin, nahm meinen Zauberstab und machte eine kleine Kreisbewegung und auf dem Grab erschien ein kleiner Kranz aus Christrosen. Über Harrys Gesicht huschte ein sehr schwaches Lächeln, das kurz darauf wieder verschwand.
    >>Ist das nicht eine Vorstellung von Todessern? Was hat das hier zu suchen? << fragte Harry. Sein Satz bezog sich auf den, der in den Grabstein gemeißelt war.
    >>Es bedeutet nicht, dass der Tod so besiegt wird, wie die Todesser
    es meinen, Harry. <<, sagte ich mit sanfter Stimme. >>Es bedeutet …
    du weißt schon ... über den Tod hinaus leben. Leben nach dem Tod.
    So wie es bei einer Ehe ist, Liebe geht bis über den Tod hinaus, und
    ist wie der Ring endlos. << sagte ich.
    Noch ein paar Minuten standen wir da und sahen auf das Grab hinunter. Ich sah an Harrys Wangen Tränen herunterfließen. Ich schlang vorsichtig einen Arm um seine Hüfte und legte meinen Kopf auf seine Schulter. Er legte langsam seinen Arm um mich.
    Ich wusste, dass er nicht mehr länger hierbleiben wollte, aber
    irgendwie konnten wir uns nicht bewegen.
    Erst als ich eine Gestalt nicht sehr weit weg von uns entdeckte, hob
    ich meinen Kopf wieder und flüsterte: >>Harry, wir werden
    beobachtet. <<, sagte ich. Harry sah mich an. >>Sieh mal zur
    Kirche. << sagte ich. Harry sah hin, dort stand eine alte Frau in einem
    langen Winterumhang, die gerade den Blick von uns abwandte und in einer anderen Richtung verschwand.
    >>Ich glaube, ich weiß wer das ist. << sagte Harry als er die Frauengestalt auch sah. Harry bestand darauf, dass wir ihr folgten. Ich wusste nicht so recht ob wir das tun sollten. Ich habe das Gesicht der Frau nicht gesehen, und wusste nicht mal wem wir da überhaupt folgten.
    >>Harry, ich weiß nicht. Das gefällt mir ganz und gar nicht. Ich habe so ein mulmiges Gefühl im Bauch. Irgendetwas an dieser Frau ist seltsam << sagte ich leise.
    >>Angie, ich glaube, das ist Bathilda Bagshot. Sie kannte Dumbledore. Sie könnte das Schwert haben, verstehst du? << flüsterte Harry zu mir zurück. Ich bekam Panik. Ich hatte das Gefühl gleich schreien zu müssen. Ich hatte wirklich Angst. Wer weiß wo unser Weg enden würde? Wir folgten dieser Bathilda eine Weile, bis Harry mich an der Hand hielt und stehen blieb.
    >>Ist was los? << fragte ich. Harry antwortete nicht. Ich sah, dass er auf etwas zuging, was ich in der Dunkelheit schlecht erkennen konnte. Es sah aus wie ein halb zerstörtes Haus, das von einer dicken Schicht Schnee begraben war. Auch ich ging etwas auf den Gartenzaun zu.
    >>Hier sind sie gestorben, Angie. << sagte Harry. Er berührte leicht das kleine Tor, das in den Vorgarten führte. Wir standen nun genau vor dem zerstörten Haus der Potters.
    >>Du willst da jetzt nicht hoffentlich rein? << fragte ich. Er antwortete wieder nicht. Er schien nicht rein zu wollen, sondern einfach nur etwas in der Hand zu haben was von dem Haus war.
    >>Harry, sieh mal. << sagte ich. Kurz nachdem er das verrostete Tor berührt hat, erschien aus dem Boden plötzlich ein kleines Schild.

    An dieser Stelle verloren in der Nacht des 31. Oktober 1981
    Lily und James Potter ihr Leben.
    Ihr Sohn Harry ist bis heute der einzige Zauberer,
    der jemals den Todesfluch überlebt hat.
    Dieses Haus, für Muggel unsichtbar,
    wurde in seinem zerstörten Zustand belassen
    zum Gedenken an die Potters
    und zur Erinnerung an die Gewalt,
    die ihre Familie zeriss.

    Und rings um diese sauber gesetzten Worte waren von anderen Hexen und Zauberern Kritzeleien hinzugefügt worden, die gekommen waren, um den Ort zu sehen, wo der Junge, der überlebt hat, entronnen war. Manche hatten nur ihre Namen mit Ewiger Tinte hingeschrieben; andere hatten Initialen in das Holz geschnitzt, wieder andere hatte Botschaften hinterlassen. Die neusten stachen deutlich unter den in sechzehn Jahren angesammelten magischen Graffiti hervor und lauteten alle ähnlich.
    >>Viel Glück, Harry, wo auch immer du bist. << >>Wenn du das hier liest, Harry: Wir stehen alle hinter dir! << >>Lang lebe Harry Potter. <<
    >>Sie hätten nicht auf das Schild schreiben sollen! << sagte ich entrüstet.
    Aber Harry strahlte mich an.
    >>Daran ist doch nichts schlimmes. Ich bin froh, dass sie es gemacht haben - << Er hielt plötzlich inne. In meiner Nase kitzelte ein furchtbarer Geruch, von dem meine Augen tränten. Wir beide fuhren herum. Da stand die Frau die uns an der Kirche beobachtet hatte. Sie bewegte sich langsam, vielleicht aus Angst, auf dem schneebedeckten Boden auszurutschen, als sie auf uns noch ein paar Schritte zu machte. Ihre gebeugte Haltung, ihr rundlicher Körper, ihr schlurfender Gang vermittelte den Eindruck von sehr hohem Alter, sie war auch richtig klein und ich konnte schwören, dass sie Harry nicht einmal richtig zur Brust reichte.
    >>Sie sind Bathilda, oder? << fraget Harry. Die Frau sah uns nur an und antwortete nicht. Sie nickte nur ganz schwach. Nun drehte sie sich um und ging ein paar Schritte vor. Dann blieb sie wieder stehen und sah uns noch mal an, und machte dann eine Kopfbewegung nach vorne. Sie wollte anscheinend, dass wir ihr folgten. Langsam gingen wir ihr hinterher und blieben nicht allzu dicht an ihr, da ich sagen musste, dass sie einen ziemlich starken Gestank hatte.
    Wir kamen fünf Minuten später an einem kleinen Haus an. Die Frau öffnete mit zitternden Händen die Haustür. Wir blieben im Flur stehen, während Bathilda in einer Art Wohnzimmer verschwand.
    >>Harry, ich weiß nicht so recht. <<, sagte ich wieder. >Diese Frau macht mir Angst. << flüsterte ich ihm zu.
    >>Hast du gesehen, wie klein die ist; ich glaube, wir könnten mit ihr fertig werden, wenn es nötig wäre. <<, sagte Harry. Ich zitterte weiter. >>Hör zu, ich hätte es dir sagen sollen, ich wusste, dass sie nicht mehr alle beisammenhat. Muriel hatte sie damals auf der Hochzeit, kurz nachdem du gegangen bist, >plemplem< genannt. <<
    >>Muriel? <<
    >>Rons Großtante. Diese Frau die meinte, dass du aussehen würdest, als hättest du mal unter Bulimie gelitten. <<
    >>Das beruhigt mich kein bisschen! << zischte ich. Plötzlich war ein heiseres: >>Komm! << zu hören. Ich zuckte zusammen und klammerte mich an Harrys Arm. Diese Frau war einfach nur unheimlich.
    >>Schon gut. << sagte Harry beruhigend und ging voraus ins Wohnzimmer. Bathilda ging im ganzen Zimmer umher und zündete nach und nach Kerzen an. Allerdings bräuchte sie fast dreißig Sekunden für eine einzige, und ihr langer Ärmel von dem Mantel, drohte dauernd in die Flammen zu kommen und Feuer zu fangen. Sie vergaß anscheinend, dass sie zaubern kann.
    >>Warten Sie, lassen Sie mich das machen. << sagte Harry und nahm Bathilda die Streichhölzer ab. Sie stand da und sah ihm zu. Ich stand weit weg von den beiden, an der Wand angelehnt, an die ich mich presste als würde ich gleich dahinter verschwinden wie in King’s Cross. Ich hatte wirklich Angst vor dieser Frau, ich wusste nicht warum. Vielleicht weil sie gar nichts sagte und sich so seltsam verhielt. Nachdem Harry die letzte Kerze auf einer Kommode angezündet hatte, waren darauf ein paar eingerahmte Fotos zu sehen. Auf einem war ein junger und hübscher Mann der einen Zauberstab in der Hand hielt. Harry musterte nur dieses eine Bild.
    >>Miss – äh – Mrs. Bagshot. <<, sagte er. Bathilda, die mich gerade die ganze Zeit angestarrt hatte (was in mir eine ziemliche Panik auslöste), drehte sich zu Harry. >>Wer ist dieser Mann? << Bathilda antwortete nicht. Ihr Gesicht war weiterhin ausdruckslos. Sie sagte einfach nur nichts. Sie nahm eine der Kerzen und ging mit ihren langsamen Schritten die Treppen hoch. Harry folgte ihr sofort. Ich bekam wieder Gänsehaut. Ich wollte hier nicht alleine bleiben. Ich ging ihm hinterher.
    >>Nein, Angie. Bitte warte hier. << sagte er.
    >>Was? Aber warum? << fragte ich etwas ängstlich. Er ging ohne ein weiteres Wort zu sagen weiter nach oben.
    >>Harry! << sagte ich. Er reagierte wie zu erwarten nicht. Ich seufzte genervt auf. Nun war ich alleine in diesem eisigen Wohnzimmer. Ich fühlte mich die ganze Zeit so beobachtet. Ich wollte mich etwas umsehen, denn ich traute dieser Frau einfach nicht. Sie musste auf jeden Fall etwas verbergen. Ich schlich mich leise durch den Flur zurück. In der Nähe der Haustür war eine kleine Treppe die unter das Haus in den Keller führte. Ich stieg mit einem Fuß auf die erste Stufe, die dann leicht knarrte. Sofort sah ich mich um, um mich zu vergewissern, dass keiner da war. Alles ruhig. Ich zückte den Zauberstab.
    >>Lumos! << flüsterte ich leise. Ich stieg vorsichtig die Treppen runter. Im Keller roch es noch schlimmer als im Haus. Hier und da lagen verschimmelte Gegenstände, sowie auch Essensreste und alles war verwüstet. Diese Bathilda musste hier seit Monaten oder Jahren nicht mehr geputzt und aufgeräumt haben. Ich wollte mir keine Krankheit einfangen und zog mir meinen Schal bis über die Nase und zog ihn fest zurecht. Schon viel besser. Langsam ging ich an den ganzen Gegenständen vorbei. Es sah hier einfach nur aus, wie auf einer Müllhalde. Viel war nicht viel zusehen. Als ich umdrehen wollte um wieder nach oben zu gehen, stolperte ich plötzlich über eine Art Rolle mit Faden oder Draht und fiel zum Glück – nur – auf ein verstaubtes Laken. Ich entdeckte dann eine Tür an der Wand, die ich übersehen hatte. Ich stand langsam wieder auf und leuchtete mit dem Zauberstab auf die Tür. Ich wusste nicht ob ich weiter sollte, Bathilda könnte mich erwischen, wie ich in ihren Sachen schnüffle. Aber das ist eine alte Frau die hier seit geschätzten Jahrhunderten nicht mehr war. Ich beschloss durch die Tür zu gehen, sah aber noch mal zur Treppe um sicherzugehen, dass ich wirklich alleine war. Ich sprang leise um die ganzen Gegenstände, Bücher und den verschimmelten Müll, bis ich an der Tür ankam. Ich befand mich nun in einem kleinen Flur, der kaum sauberer und an frischer Luft war, wie die anderen Zimmer und an deren Ende, noch eine Tür war. Ich wollte da erst gleich hin, denn kaum als ich den Flur betreten habe, stach mir sofort etwas ins Auge. Es war ein Buch. Es war noch glänzend und funkelnagelneu. Ich nahm es in die Hand. Es war wirklich noch im perfekten Zustand, es schien nie geöffnet worden zu sein. Ich las den Titel des Buches. Leben und Lügen des Albus Dumbledore von Rita Kimmkorn. Nicht diese Schnepfe schon wieder. Ich habe bereits vieles über dieses Buch gehört und darin stehen mal wieder nur Lügen von Ritas Art drin. Gar nichts in diesem Buch entsprach der Wahrheit, hatte Hermine immer gemeint. Auf dem Buch war noch ein kleiner Notizzettel angeklebt.

    Liebe Batty,
    Danke, dass du alles erzählt hast, obwohl du dich nicht erinnerst.

    Rita

    Diese Kimmkorn macht mich einfach nur wahnsinnig. Trotz meines Hasses auf sie, war ich interessiert, was für Lügen sie über Dumbledore verbreitet hat und ließ das Buch sofort ganz schnell in meiner Tasche verschwinden. Ich wandte meinen Blick wieder auf den dreckigen Flur. Ich war interessiert was sich hinter dieser Tür vor mir noch verbarg. Meine Angst von vorhin verwandelte sich plötzlich in Neugier. Ich schritt wieder langsam auf die Tür zu, die einen kleinen Spalt offen war. Sofort als ich näher rangetreten war, merkte ich einen stechenden Schmerz in meiner Nase und einen seltsamen Geruch, der nicht der Schimmel war. Es roch mehr nach Blut. Mir wurde sofort schwindelig, denn immer wenn ich Blut sehe oder rieche wird mir schwindelig oder ich bekommen einen Brechreiz. Aber ich riss mich zusammen und ging weiter auf die Tür zu. Jetzt hörte ich ein leises Summen. Es waren Fliegen. Ich stand ganz genau vor der Tür und legte eine Hand auf die Türklinke. Jetzt war es zu spät um zurück zugehen. Ich war bereits an dieser Tür, und ich konnte hier nicht mit weiteren Fragen weg. Ich öffnete die Tür ganz leicht.
    Mir rutschte das Herz in die Hose.
    Die kleine Besenkammer die sich hinter dieser Tür befand, war überall voller Blut und etwas was sehr stark nach verfaultem Fleisch roch. Menschenfleisch. Meine Gedanken waren sofort bei Harry, der immer noch oben mit Bathilda war.
    >>Harry! << rief ich. Ich drehte mich um und rannte durch den kleinen Flur, wobei ich schon wieder stolperte und hinfiel. Dieses Mal über ein Stapel Bücher. Sofort stand ich wieder auf und rannte aus dem Keller, die Treppen hoch, durch das Wohnzimmer und dann auf die Treppen. Ich hörte lauten Lärm als ich im ersten Stock ankam. Krach und Poltern schien aus allen Richtungen zu kommen. Wo sollte ich bloß hin? Welchem Geräusch sollte ich folgen? Und wo zur Hölle war eigentlich Harry?
    Meine Frage wurde beantwortet, als plötzlich eine Wand zerbröselte und Harry auf den Boden fiel. In dem Zimmer in dem er sich gerade befand war eine riesige Schlange. Aber keine normale. Es war Nagini! Die Schlange von Voldemort!
    Nagini fauchte und zischte. Sie wollte Harry gerade angreifen. Sofort schoss ich einen Zauber auf sie ab und sie flog davon, und krachte dann durch ein Loch im Boden ein Stockwerk nach unten. Sie fauchte und zischte wie verrückt. Sie zerschmetterte Regale und Porzellanteller, schlug Bücher von Tischen und Regalen, Vasen, alles was aus Glas war, hörte ich splittern, einfach alles wo sie gegen krachte. Jetzt war sie aber richtig wütend.
    Doch plötzlich wurde alles ganz still. Ich sah wie Harry sich eine Hand an seinen Arm hielt. Anscheinend hatte das Vieh ihn gebissen, denn ich sah ein paar rote Flecken auf seinem Jackenärmel. Wir versteckten uns hinter einer umgefallenen Kommode. Nicht weit weg von der Kommode, lag Harrys Zauberstab, den er wohl fallen gelassen haben muss. Ich kroch ganz schnell hin und schnappte ihn mir.
    >>Angie! Er kommt! Voldemort kommt! << stöhnte Harry, er war schon halb weggetreten, als er das sagte. Er zitterte und zuckte am ganzen Leib. Harrys Augen fielen zu und er rührte sich kein bisschen mehr. Er verlor das Bewusstsein. Ich rüttelte leicht an seiner Schulter.
    >>Harry! Nein! Nicht einschlafen! Komm schon! << sagte ich. Aber es war zu spät. Seine Augen waren bereits zu und er war weg. Ich drehte mich wieder ganz schnell zum Loch im Boden durch das Nagini gerade runtergekracht war. Ein paar Sekunden geschah nichts. Ich dachte zuerst, dass die Schlange womöglich sich irgendwo verletzt hat, oder vielleicht sogar tot ist. Ich stand auf und sah zu dem Loch. Es war alles totenstill.
    Urplötzlich sprang Nagini aus dem Loch wieder hoch in das Stockwerk. Das Maul weit aufgerissen – bereit wieder zuzubeißen.
    >>Confringo! <<
    Ich sah nicht richtig hin, was mit der Schlange passierte, denn sofort ergriff ich Harrys Arm, schaffte es ihn irgendwie hochzukriegen, zerstörte ein Fenster aus dem ich mit Harry (der immer noch Ohnmächtig war) sprang und disapparierte.





    3
    Komplikationen

    Als wir auf einem mit schneebedecktem Boden aufprallten, roch ich den Unterschied in der Luft. Es roch so schön nach frischer Luft, Tannen und dem Wald. Ich blieb am Boden liegen, weil ich einfach diese Luft einatmen musste. Aber lange blieb ich nicht dabei. Ich rappelte mich auf der Stelle auf.
    Harry lag bewusstlos am Boden, direkt neben mir. Auf der Stelle kramte ich das Zelt aus meiner Tasche und ließ es mit einem Zauber von selbst aufbauen, und führte ganz schnell die Schutzzauber aus.
    Jetzt ging ich ganz schnell zu Harry. Ich nahm seinen Arm und legte ihn um meine Schultern und hielt ihn dort fest. Meinen anderen Arm schlang ich um Harrys Hüfte und versuchte ihn so irgendwie auf die Beine und dann in das Zelt zu kriegen. Es war nicht einfach, einmal weil Harry als Junge ein paar Zentimeter größer als ich war, und einmal weil Männer immer mehr wiegen als Frauen, und ein Mensch nur so viel tragen kann, was nicht mehr als sein Körpergewicht ist, und ich bin recht dünn und nicht wirklich stark.
    Im Zelt schaffte ich es ihn aufs Bett zu kriegen. Ich schaffte es ihm seine Jacke irgendwie auszuziehen. Dann sah ich mir seinen Arm an. Die Bissspuren waren sehr tief, diese Schlange ist eine Giftschlange, ich muss ganz schnell etwas tun. Ich kramte wieder in meiner Tasche, so schnell wie eine Verrückte. Als ich die Diptam-Essenz gefunden habe, gab ich ein paar Tropfen auf die Bissspuren, die kurz danach verblassten und viel besser und halb verheilt aussahen. Ich nahm ein paar Bettdecken und deckte ihn zu. Vorsichtig nahm ich seine Brille ab und legte sie auf den Nachttisch neben dem Bett. Jetzt konnte ich nur noch warten bis er wach wird. Ich fühlte seine Stirn. Sie war heiß wie ein Kohlenofen. Der Bereich um seine Narbe herum war am heißesten, aber ich wollte ihn dort nicht berühren, vielleicht tat seine Narbe ja wieder weh, da will ich nicht, dass er starke Schmerzen erleidet. Ich machte ein Tuch nass und wischte ihm damit den Schweiß von der Stirn, wobei er etwas zusammenzuckte. Ich wusste nicht ob er wach war. Auf jeden Fall geht es ihm alles andere als gut. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob er wirklich bewusstlos ist.
    Harry hatte seit fast fünf Stunden sich kaum gerührt. Aber was mir Sorgen machte, war sein Verhalten. Ich hörte ihn sehr oft schreien und vor sich hinmurmeln.
    Ich sah ihn die ganze Zeit an. Ich hatte wirklich Angst um ihn. Was würde passieren, wenn er nicht aufwacht? Nein! Ich darf gar nicht erst so denken. Aber ich musste mich von solchen Gedanken ablenken. Deshalb dachte ich noch mal an diesen kleinen Godric’s Hollow-Besuch. Bathilda war also die Schlange. Die echte Bathilda musste wohl schon längst tot sein. Vermutlich war es schon wieder Voldemort. Nagini hatte Bathildas Gestalt angenommen, wie wusste ich nicht, vielleicht war es ja Vielsaft-Trank. Die Schlange sollte uns in eine Falle locken. Sie hatte den Auftrag uns zu schnappen, sie hatte danach vermutlich Voldemort gerufen und sollte uns so lange aufhalten, bis Voldemort auftauchen würde, um uns zu töten. Ich wusste ja, dass die Sache mit Godric’s Hollow doch keine so gute Idee war. Aber eigentlich wollte ich ja auch dahin (eigentlich ja nur für Harry), aber ich hatte gehofft, dass wir womöglich das Schwert von Gryffindor finden würden und nicht eine Killerschlange, die uns am liebsten fressen wollte. Aber musste Nagini nicht der Horkrux aufgefallen sein? Harry trug ihn doch um den Hals … Der Horkrux!
    Ich riss mich aus meinen Gedanken. Sofort sah ich wieder Harry an, der etwas zusammenzuckte. Ich fasste an die Kette vom Medaillon an seinem Hals und wollte den Horkrux abnehmen, denn er war vermutlich eine zusätzliche Qual. Ich öffnete die Kette und zog leicht daran um das Medaillon hervorzuziehen, das unter Harrys T-Shirt steckte. Ich konnte es aber nicht hervorziehen. Irgendetwas stimmte da doch nicht. Ich streifte Harry das schweißnasse T-Shirt ab und sah, dass der Horkrux an seiner Brust klebte, nicht weit über dem Herz. Ich fragte mich, wie das passieren konnte. Ich fasste an das Medaillon und zog leicht daran. Ich bekam es nicht ab und gab sofort auf, da ich ihm nicht wehtun wollte. Ich hatte keine Ideen, wie ich den Horkrux abkriegen würde, darum musste ich leider Magie anwenden um das Medaillon zu lösen.

    Ich saß auf einem der Sessel und versuchte mich mit einem Buch abzulenken, aber sah trotzdem dauernd zu Harry. Wieso ist er längst nicht aufgewacht? Es waren bereits weitere zwei Stunden vergangen. Ich bekam leichte Panik. Wieso bewegte er sich gar nicht? Aber es ging ihm wirklich schlecht, denn immer wieder stöhnte oder schreite er. Ich betete dass es endlich aufhören würde und er endlich aufwacht, denn es bereitete auch mir Schmerzen ihn so zu sehen und ich musste mehrmals deswegen fast weinen.
    Nach einer Halben Stunde, wurde er mit einem Schrecken wach. Ich schmiss sofort das Buch auf den Boden, sprang vom Sessel auf und ging zu ihm uns setzte mich auf den Stuhl neben dem Bett.
    >>Harry! <<, sagte ich voller Freude, dass er endlich wach war. >>Gott! Hast du mir vielleicht einen Schrecken eingejagt! Wie fühlst du dich? << fragte ich. Er merkte, dass er seine Brille nicht mehr trug. Ich nahm sie vom Nachttisch und reichte sie ihm und er setzte sie wieder auf.
    >>Gut. << sagte er. Ich wusste, dass er log. >>Sei vorsichtig. << sagte ich, als er sich aufsetzte.
    >>Wir sind entkommen. << stellte er fest.
    >>Ja. <<, sagte ich. >>Ich konnte dich nur mit ganz viel Anstrengung ins Bett kriegen. Ich konnte dich kaum ins Zelt kriegen, und habe dich praktisch reingeschleift. <<, sagte ich und wischte ihm noch mal mit dem nassen Tuch über die Stirn. >>Du warst krank. <<, schloss ich. >>Ziemlich krank. <<
    >>Wann sind wir von dort weg? << fragte er.
    >>Seit Stunden. Es ist fast Morgen. <<
    >>Und ich war … was, bewusstlos? <<
    >>Nicht direkt. <<, sagte ich. >>Du hast geschrien und gestöhnt … alles Mögliche. <<, fügte ich hinzu. >>Ich habe den Horkrux nicht von dir runterbekommen. <<, sagte ich und wollte das Thema wechseln. >>Er klebte fest, fest an deiner Brust. Jetzt hast du einen roten Fleck da; tut mir leid, ich musste einen Abtrennzauber nehmen, um den Horkrux wegzukriegen. Außerdem hat dich die Schlange gebissen, aber ich habe die Wunde gereinigt und etwas Diptam aufgetragen … <<
    Er sah an sich herunter und entdeckte das scharlachrote Oval, dort, wo das Medaillon ihn versengt hatte. Er konnte auch die halb verheilten Bissspuren an seinem Unterarm sehen.
    >>Wo hast du den Horkrux? <<
    >>In meiner Tasche. Ich glaube, wir sollten ihn für eine Weile beiseite tun. <<
    Er legte sich wieder ins Kissen und blickte in mein Gesicht, das ein verhärmtes grau angenommen hatte.
    >>Was ist mit dir? Geht’s dir gut? Hat die Schlange dich auch verletzt? << fragte er etwas besorgt.
    >>Nein, mir geht’s gut. Bin noch etwas unter Schock, denn du hast mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt, aber sonst ist eigentlich alles okay. <<
    >>Eigentlich? <<
    >>Sorgst du dich allen Ernstes um mich? Hast du dich in letzter Zeit mal angesehen? Ich habe zwar noch nicht in den Spiegel gesehen aber du siehst bestimmt noch um einiges schlimmer aus als ich. << sagte ich und er lächelte schwach. Einen Moment sagte keiner etwas und wir sahen uns nur an.
    >>Wir hätten nicht nach Godric’s Hollow gehen sollen. Es ist meine Schuld, alles meine Schuld, Angie, es tut mir leid. <<
    >>Ach Unsinn! Es war auch meine Idee. Ich wollte da dort schließlich auch hin; ich habe gedacht, dass Dumbledore wirklich dort irgendwo das Schwert für dich dort zurückgelassen hat. <<
    >>Jaah, nun … da lagen wir falsch, was? <<
    >>Was ist passiert, Harry? Was ist passiert, als sie dich mit nach oben nahm? Hatte sich die Schlange irgendwo versteckt? Ist sie einfach aufgetaucht und hat Bathilda umgebracht und dich angegriffen? <<
    >>Nein. <<, sagte er. >>Sie war die Schlange … oder die Schlange war sie … die ganze Zeit. <<
    >>W-was? << stotterte ich.
    Er schloss die Augen.
    >>Bathilda muss schon eine ganze Zeit lang tot sein. Die Schlange war … war in ihr drin. Du-weißt-schon-wer hat sie in Godric’s Hollow warten lassen. Du hattest Recht. Er wusste, dass ich zurückkommen würde. <<
    >>Die Schlange war in ihr? <<
    Er schlug die Augen wieder auf. Ich sah bestimmt anhand meines Gesichts angewidert aus. Mir wurde aus irgendeinem Grund übel.
    >>Lupin meinte, dass wir es mit Magie zu tun bekämen, die wir uns nicht einmal vorstellen könnten. <<, sagte Harry. >>Sie wollte nicht vor dir sprechen, weil es Parsel war, nur Parsel, und mir war es nicht bewusst, aber ich konnte sie natürlich verstehen. Sobald wir oben im Zimmer waren, schickte die Schlange eine Botschaft an Du-weißt-schon-wen, ich hab es in meinem Kopf gehört, ich hab es gespürt, wie es ihn erregte, er wies sie sofort an, mich dort aufzuhalten … und dann … << Ich redete ihm sofort dazwischen.
    >>Bitte, erspar mir die Einzelheiten! <<
    >>Äh – ja – entschuldige. Dann hat sie sich verwandelt, in die Schlange, und angegriffen. <<
    Er blickte an die Bissspuren hinunter.
    >>Sie sollte mich nicht töten, sollte mich nur dort aufhalten, bis Du-weißt-schon-wer da war. <<
    Er setzte sich wieder auf und warf die Decken zurück. Ich versuchte ihn wieder runterzudrücken.
    >>Harry, nein, du musst dich unbedingt ausruhen! <<
    >>Wenn hier jemand Schlaf braucht, dann du. Nichts für ungut, aber du siehst wirklich furchtbar aus. Mir geht es gut. <<
    >>Lüg nicht! <<, sagte ich. >>Du wurdest hier von Nagini gebissen! Und nicht ich. Dir geht’s schlecht – das sehe ich an deinem Gesicht. Wenn du es wagst aufzustehen, ohne noch mindestens eine Halbe oder eine Stunde geschlafen zu haben, hetz ich dir einen Beinklammerfluch auf. So wie es Malfoy bei Neville im ersten Schuljahr getan hat. Dann kannst du nirgendwo mehr hin. <<
    Er stöhnte genervt auf. Er wusste, dass ich mich nicht geschlagen geben würde, ehe er nicht auf mich hört. Ich werde auf ihn so lange einreden, bis er endlich das tut, was ich sage. Wenn nötig auch den ganzen Tag.
    >>Na schön. << gab er von sich.
    >>Danke. << Ich deckte ihn wieder zu und stand dann vom Stuhl auf und verließ das Zelt.
    Ich saß gerade draußen. Vor einem Baum hatte ich eine Decke hingelegt und mich draufgesetzt und meine Beine dann auch noch mit einer Wolldecke zugedeckt. Ich las in dem Buch Leben und Lügen des Albus Dumbledore. Diese Kimmkorn war der blödeste Mensch der Welt. Dieses Buch war die reinste Lüge und enthielt kein Körnchen Wahrheit. Wenn Harry dies lesen würde, würde er ausflippen. Aber in dem Buch fand ich etwas was er unbedingt wissen wollte und auch sollte.
    Als er dann aus dem Zelt trat, sah er schon viel besser aus und zitterte nicht mehr, es war auch etwas Farbe in sein Gesicht wieder zurückgekehrt. Er hatte sich umgezogen und vermutlich noch gewaschen, denn sein schwarzes Haar war noch etwas nass und er war auch nicht mehr so verschwitzt.
    >>Du siehst viel besser aus. Ist alles wieder in Ordnung? << fragte ich. Er nickte.
    >>Dieses Mal hast du dich selbst übertroffen, Angie. << sagte er. Er bezog sich darauf, dass ich es alleine geschafft habe, uns vor Nagini zu retten und auch ihn; und auf den Wald. Hier ist es ruhig und ich mochte diesen Wald sehr, weil ich hier schon sehr oft gewesen bin.
    >>Der Forest of Dean. <<, sagte ich und sah dabei in ein paar Bäume. >>Ich war hier mal mit meinen Eltern. Vor fast über zehn Jahren. Hier ist es noch wie damals. Der Wald. Der Fluss. Einfach alles. Nichts scheint sich verändert zu haben. Was nicht stimmt, denn einfach alles hat sich verändert. <<, sagte ich. Harry setzte sich auf den Waldboden und lehnte sich auch an einen Baum an. >>Es gibt da dieses Märchen von einem Mädchen, dass versucht hat ihre Familie ins Leben zurückzuholen, und es tatsächlich geschafft hat, doch keiner erinnerte sich mehr an sie. Nicht mal ihre eigenen Eltern aber sie dann doch einsah, dass nachtrauern nie einen Sinn ergibt und dann doch noch glücklich weiterleben konnte. Ich- <<, Ich brach ab und überlegte kurz. Harry sah mich die ganze Zeit an, aber nicht so wie immer. Mehr aus Mitleid. >>Wenn es mal in der Realität so wäre, und ich das machen würde, würden meine Eltern einfach nichts mehr wiedererkennen. Nicht den Wald und nicht den Fluss … Nicht mal mich. << Ich starrte ins Leere. Harry sah mich weiterhin an.
    >>In Godric’s Hollow. <<, setzte er an. Ich sah in seine Augen. >>Warum … warum hattest du Angst … das Grab … deiner Eltern zu sehen? << fragte er vorsichtig.
    Sollte ich ihm die Wahrheit sagen? Ich denke schon. Dann weiß es wenigsten eine Person.
    >>Dumbledore hatte mir vor zwei Jahren erzählt, dass meine Eltern auf einem Friedhof in Godric’s Hollow begraben wurden. Ich wollte deshalb nie nach Godric’s Hollow. Ganz zu schwiegen zum Friedhof. Ich wollte dieses Grab einfach niemals sehen. Dieser Wald erinnert mich an sie. Und daran wie sehr ich sie liebte. <<, sagte ich und starrte in das Buch. >>Vielleicht sollten wir einfach nie hier weggehen. Und hier alt werden. <<
    >>Du hättest es mir doch sagen können. Dann wären wir nicht auf diesen Friedhof hingegangen. Und wenn du nicht nach Godric’s Hollow wolltest, warum hast du es mir nicht sofort gesagt? Wenn ich es wüsste, dann wäre ich allein dort hin. << sagte er.
    >>Hast du einen Schuss oder so? Ich lasse dich doch niemals in solchen Zeiten alleine durch die Weltgeschichte wandern. <<, sagte ich. Wir sagten beide gar nichts für ein paar Sekunden. >>Ich dachte mir dabei, wenn ich das Grab meiner Eltern auch nur für ein paar Sekunden sehen würde, würde ich sie nur noch mehr vermissen. Es ist ungewohnt ohne sie zu leben. Wir haben immer so viel zusammen gemacht und erlebt, und jetzt habe ich schließlich niemanden mehr, außer Emily. << sagte ich. Er sah etwas verwirrt aus.
    >>Emily? << fragte er.
    >>Du kennst sie, glaube ich, nur vom sehen. Dieses kleine Mädchen aus Hufflepuff mit den rotbraunen Haaren und den fast saphirblauen Augen. << sagte ich und half ich ihm auf die Sprünge.
    >>Ach so. Diese Emily. Ja, ich kenne sie, durch Neville. Sie ist wirklich ziemlich niedlich. << Ich lächelte. Das ist sie wirklich. Sie ist das süßeste Mädchen der Welt.
    >>Aber sie hasst mich. << sagte ich und das Lächeln verblasste.
    >>Ich habe doch gesehen, wie nah ihr euch steht, fast wie Schwestern. Sie hasst dich doch nicht. << widersprach Harry.
    >>Doch tut sie. <<
    >>Wieso sollte sie dich hassen? <<
    >>Ich habe sie in dem Waisenhaus alleine gelassen, ohne dass ich sie noch ein letztes Mal sehen konnte oder es ihr gesagt habe, dass ich nicht wiederkommen werde. Das letzte Mal sah ich sie im Hogwarts-Express, im letzten Schuljahr. <<, Eine kurze Stille trat ein. >>Ich habe keine Ahnung was mit ihr ist, wo sie ist, wie es ihr geht, oder ob sie überhaupt noch lebt. << sagte ich. Ich wollte nicht weiter über Emily reden, denn ich vermisste sie wirklich zu sehr. Ich wollte das Thema wechseln.
    >>Ach, und Harry, da fällt mir ein << sagte ich. Harry hatte den Wald beobachtet, jetzt sah er wieder zu mir. >>du wolltest in Godric’s Hollow doch wissen, wer Junge auf dem Foto war. Ich kann es dir sagen. <<, sagte ich. Er sah gespannt zu mir rüber. In dem Buch Leben und Lügen des Albus Dumbledore habe ich ein Bild von dem Jungen gefunden, und auch ein paar nützliche Informationen über die Vergangenheit. >>Gellert Grindelwald. << sagte ich und reichte Harry das Buch mit der richtig aufgeschlagenen Seite.
    >>Das ist der Dieb, aus Gregorowitschs Zauberstabladen. <<, sagte er. Einen Augenblick musterte er das Bild. >>Apropos, wo ist mein Zauberstab? << fragte er. Ich zuckte leicht zusammen und war kurz vor einem Heulanfall. Nun würde er mich vermutlich jetzt für immer hassen.
    >>Wo ist mein Zauberstab, Angie? << fragte er noch mal als ich nicht antwortete. In meiner Hosentasche hatte ich seinen Zauberstab aus Stechpalme und Phönixfeder. Allerdings war er fast entzweigerissen. Nur ein zarter Strang aus Phönixfeder hielt die beiden Teile noch zusammen. Das Holz war ganz auseinandergesplittert. Ich riss mir die Wolldecke von den Beinen und holte den Zauberstab vorsichtig raus und reichte ihn Harry.
    >>Es passierte während des Angriffs. << sagte ich leise und ohne ihn anzusehen. Ich wollte nicht in seine Augen sehen. Ich wusste deshalb nicht, ob sich Wut darin spiegelte. Er reichte ihn mir dann wieder.
    >>Reparier ihn. Bitte. <<
    >>Harry, wenn er so zerbrochen ist, glaub ich nicht- <<
    >>Bitte, Angie, versuch es! <<
    >>R-reparo. <<
    Die herabbaumelnde Hälfte des Zauberstabs fügte sich wieder an die andere. Harry hielt ihn empor.
    >>Lumos! <<
    Der Zauberstab entzündete sich schwach und erlosch dann. Harry richtete den Stab dann auf mich.
    >>Expelliarmus! <<
    Mein Zauberstab zuckte ein wenig, blieb jedoch weiterhin in meiner Hand. Der schwache Versuch, Magie hervorzubringen, war zu viel für Harrys Zauberstab, und er brach wieder entzwei.
    >>Harry. << flüsterte ich so leise, dass ich mich selbst kaum hören konnte. >>Es tut mir so leid, so leid. Ich glaube, dass ich es war. Als wir geflohen sind, hat die Schlange uns angegriffen. Da habe ich einen Sprengfluch abgefeuert und der ist zurückgeprallt. << Die Tränen in meinen Augen brannten und begannen runterzufließen. Typisch ich. Ich bin immer so furchtbar ungeschickt und so was kann auch immer nur mir passieren.
    >>Das Thema ist durch. <<, sagte er dann plötzlich, als müsste er seine Wut unterdrücken um nicht im lauten Ton mit mir zu sprechen. Er stand wieder auf. >>Gib mir deinen. Geh rein, dich aufwärmen. Ich halte jetzt Wache. Und ich übernehme das Medaillon. << Ich konnte in seinen Augen sehen, wie sauer er in Wahrheit auf mich war, was mich umso trauriger machte. Eins war im Vorteil. Ich schluchzte zum Glück immer nur, wenn ich richtig heftig weine. Auch ich stand auf, drückte ihn meinen Zauberstab in die Hand und nahm das Medaillon von meinem Hals runter.
    >>Das ist okay. <<, sagte ich. >>Du kannst ehrlich zu mir sein. Ich kann jetzt nur zu gut verstehen, wenn du meine Nähe nicht ertragen kannst und sauer auf mich bist. << Ich wollte gerade umdrehen und ins Zelt zurück gehen.
    >>Angie, das meine ich doch nicht so. Das habe ich nicht gesagt. << meinte er.
    >>Aber gedacht hast du’s. Ist völlig in Ordnung. Wirklich. Ich kenne dich. << sagte ich und wischte mir unterwegs zum Zelt, die blöden Tränen weg. Er sah, dass ich weinte.
    >>Angie. << hörte ich ihn nur noch sagen, bevor ich im Zelt verschwand und mich auf mein Bett legte und leise ins Kissen weinte.

    Unter meinen Tränen musste ich wohl eingeschlafen sein, denn als ich wach wurde war es fast Nachmittag. Ich setzte mich vorsichtig auf. Dann ging ich zum Spiegel um meine Augen zu betrachten, die so rot wie Tomaten waren. Ich spülte sie mit eiskaltem Wasser aus.
    Am Abend ging ich wieder raus. Harry befand sich immer noch an dem Baum, an dem er sich angelehnt hatte. Als er mich bemerkte lächelte er mir zu, was ich schwach erwiderte.
    >>Willst du nicht langsam aufhören? << fragte ich.
    >>Warum? << will er wissen.
    >>Du sitzt hier bereits den ganzen Tag und ich langweile mich da drin zu Tode. <<
    Plötzlich raschelte es in einem Gebüsch. Harry sprang sofort auf und wir sahen in den Wald hinein. Da war das Rascheln schon wieder. Vielleicht war es ja nur ein Kaninchen oder so. Aber dann würden doch nicht die ganze Zeit irgendwelche Äste knacken und trockener Laub knistern.
    Aus dem Gebüsch trat dann plötzlich ein Mädchen hervor, dessen braunes buschiges Haar und diese wunderschönen Rehbraunen Augen ich überall erkennen würde.
    >>Hermine! << sagten Harry und ich wie aus einem Munde. Doch sie hörte uns nicht, denn die Schutzzauber waren immer noch um uns herum und sie konnte uns nicht sehen und hören.
    >>Finite! << sagte Harry. Die Zauber lösten sich auf, und jetzt sah Hermine uns dann auch. Wir alle waren leise, und tauschten nur ein paar stumme Blicke aus. Dann aber lief Hermine sofort auf mich zu und umarmte sich stürmisch. Ihr kamen vor Freunde fast die Tränen, ich hatte meine beste Freundin richtig vermisst.
    >>Wo hast du nur gesteckt? << fragte ich. Sie war noch viel zu überwältigt um zu antworten. Dann lösten wir uns voneinander und Harry wurde von ihr auch noch ganz fest gedrückt.
    >>Hermine! << sagte Harry.
    >>Ich hab euch so vermisst! << sagte Hermine. Die beiden lösten sich dann auch voneinander.
    >>Komm mit rein. << sagte ich. Im Zelt legte Hermine ihre Perlenhandtasche auf den Boden ab.
    >>Wo bist du nur gewesen? << fragte Harry.
    >>Ich habe nach Ron gesucht. << sagte sie sofort.
    >>So eine Ewigkeit? << fragte ich.
    >>Natürlich nicht. Ich habe eine Woche nachdem wir beider verschwunden waren, die Suche aufgegeben und habe seitdem versucht euch zu finden. <<
    >>Ist egal, wie du uns gefunden hast. Ich bin so erleichtert, dass es dir gut geht! << wieder umarmte ich sie. Mir war es nur am wichtigsten, dass sie gesund und unverletzt war.
    Ich hatte an diesem Abend vollkommen vergessen, dass ich Harry mit der Wache ablösen wollte. Ich war so froh Hermine wieder zu sehen, da sie praktisch meine Schwester ist. Und vielleicht, würde ich jetzt endlich mal eine Nacht ruhig schlafen können. Hermine und ich verquatschten uns bis spät in die Nacht hinein, wo wir dann in unseren Betten einschliefen.
















    4
    Das Märchen von den drei Brüdern

    >>Angie! Hermine! <<
    Hermine und ich wurden aus dem Schlaf gerissen. Harrys Stimme kam immer näher an das Zelt heran. Noch etwas schlaftrunken standen Hermine und ich von unseren Betten auf und gingen aus dem Zelt. Da war Harry. Er sah etwas anders aus als gestern und sein Haar und er generell war klatschnass.
    >>Harry, was ist passiert? << fragte ich.
    >>Ist alles okay? << fragte Hermine. Wir traten näher an ihn heran.
    >>Ja. Alles gut. Sogar mehr als gut. <<, sagte er und zeigte auf eine Person die etwas abseits von ihm stand. Ich traute meinen Augen kaum.
    Dort stand ein Rotschopf. Ron. Klatschnass, genau wie Harry. Er hielt das Medaillon in der Hand und in der anderen hatte er das Schwert von Gryffindor! Ihn allein nur schon zu sehen, entfachte eine riesige Wut in mir.
    >>Hey. << sagte Ron zu Hermine und mir. Er klang, als würde er sich freuen uns zu sehen; und tat völlig als wäre nie etwas geschehen. Ich war so sauer auf ihn, dass ich an die Decke gehen könnte. Hermine ging in schnellen Schritten auf ihn zu.
    >>Du kompletter Idiot Ronald Weasley! <<, schrie sie ihn an und schlug ihn mehrmals.
    >>Du – kommst – hier – wieder – angekrochen – nach – Wochen – und – Wochen! Und sagst >Hey<! << brüllte sie ihn an.
    >>Dass du dich allen Ernstes hier traust wieder zurück zukommen, nachdem was du getan hast! <<, schrie jetzt ich ihn an. >>Wo ist mein Zauberstab? <<, fragte ich und drehte mich dann zu Harry. >>Wo ist mein Zauberstab, Harry? << fragte ich und ging auch auf ihn schnell zu. Harry lies etwas unter seinem Pullover verschwinden.
    >>Keine Ahnung. << sagte er rasch und ging Rückwärts zurück. Ich drängte ihn an einen Baum, sodass er nicht weg konnte.
    >>Harry Potter gib mir meinen Zauberstab wieder! << sagte ich etwas lauter und sauer.
    >>Ich hab ihn nicht! << sagte er.
    >>Hast du ihn etwa verloren, oder was? Gib ihn mir AUF DER STELLE wieder! <<
    >>Warum hat er deinen Zauberstab? << fragte Ron. Ich drehte mich wieder zu ihm um und schnaubte ironisch.
    >>Das braucht dich überhaupt nicht zu kümmern! <<
    >>Was ist das? << fragte Hermine sauer und deutete auf das Medaillon. Ron hielt es hoch und zeigte es. Es war geöffnet und die inneren Seiten waren zersprungen und voller Risse.
    >>Du hast es zerstört. <<, sagte Hermine. Sie sah auf das Schwert in Rons Hand. >>Und warum hast du rein zufällig das Schwert von Gryffindor? << fragte sie.
    >>Ist ’ne lange Geschichte. << sagte Harry. Einen Augenblick sahen Hermine und ich Ron wütend an.
    >>Hört zu, es tut mir leid. Es tut mir wirklich- << setzte Ron an.
    >>Oh, es tut dir leid! << sagte Hermine. Sie lachte ein schrilles, unbeherrschtes Lachen. Ron sah hilfesuchend zu Harry, doch Harry verzog nur hilflos das Gesicht.
    >>Du kommst nach Wochen – Wochen – zurück, und du sagst, dass es dir leidtut? <<
    >>Was soll ich denn sonst sagen? << sagte Ron nachdem er das Gleichgewicht wieder gefunden hat.
    >>Oh, ich weiß nicht! << schrie Hermine mit beißenden Sarkasmus. >>Kram doch mal in deinem Oberstübchen Ron, das dürfte nur ein paar Sekunden dauern - << giftete ich.
    >>Angie! Hermine! <<, warf Harry ein. >>Er hat gerade mein Leben - <<
    >>Ist uns egal! << schrie ich. >>Ist mir egal, was er getan hat! Wochenlang, wir hätten tot sein können, das hätte er gar nicht gemerkt! << schrie ich.
    >>Ich bin dir nachgelaufen! Ich hab dich gerufen! Ich hab dich angefleht zurückzukommen! Ich habe Harry und Angie allein gelassen! Nur um nach dir zu suchen! << schrie Hermine.
    >>Und nur zur deiner Information, Weasley! <<, fuhr ich ihn an und ging noch etwas auf ihn zu. Er wich vor Schrecken etwas zurück. >>Du kannst dich bei mir so oft entschuldigen wie du willst. Ich werde es dir niemals verzeihen, dass du mich eine Blutsverräterin genannt hast! Von Malfoy war ich so was all die Jahre gewöhnt und von ihm wäre das auch nichts neues, aber dass du mich mal so beleidigen würdest, das hätte ich nie von dir erwartet! Mein Hass auf dich, wird sogar in dieser Sekunde immer größer und größer! Ich kann nichts anderes gerade zu dir sagen, außer: Ich hasse dich! << brüllte ich.
    >>Glaub nicht, dass das irgendwas ändert, weil du mal so einen dummen Horkrux zerstört hast! << schrie Hermine. Sie zog mich kurz am Arm mit. Ich folgte ihr dann wieder in Richtung Zelt. Wir blieben jedoch stehen, als Ron sagte: >>Nein, natürlich nicht. <<, sagte er. Wir sahen ihn wieder an. >>Ich habe grad nur einen verdammten Horkrux zerstört. Warum sollte das was ändern? Und außerdem wusste ich, dass ihr nicht tot wart. Hört zu, ich war kaum weg, da wollte ich schon wieder umkehren. Ich wusste nur nicht, wie ich euch finden soll. << sagte Ron.
    >>Wie hast du uns eigentlich gefunden? << fragte Harry. Ron griff in seine Jacke. >>Mit dem hier. <<, sagte er und zog den Deluminator hervor. >>Der macht nicht nur Lichter an und aus. Ich weiß nicht wie der funktioniert. Aber am Weihnachtsmorgen, habe ich in so einem kleinen Pub geschlafen. Und mich vor ein paar Greifern versteckt, allerdings hatten sie mich gekriegt, und ich konnte knapp entkommen, und bin disappariert. Was mir aber nicht gut gelang, ich habe mich wieder zersplintert. <<, sagte Ron und hob die rechte Hand, um zu zeigen, dass ihm zwei Fingernägel fehlten. >>Ich kam in der Nähe unseres Lagers an. Aber ihr wart schon weg. << sagte Ron.
    >>Meine Güte, was für eine spannende Geschichte. << sagte Hermine in dem hochmütigen Ton, den sie anschlug, wenn sie verletzten wollte.
    >>Du musst ja so was von Angst gehabt haben. Währendessen waren wir in Godric’s Hollow, und, lass mich überlegen, was ist da noch mal passiert, Harry? Ach ja, die Schlange von Du-weißt-schon-wem ist aufgetaucht und hat uns beide fast umgebracht, und dann kam Du-weißt-schon-wer fast persönlich vorbei und hat uns haarscharf verfehlt. << zischte ich.
    >>Was? << sagte Ron und starrte erst mich und dann Harry an, aber ich ignorierte ihn.
    >>Stellt euch vor, er hat Fingernägel verloren! Da sind unsere Wehwehchen ja nichts dagegen, oder? <<
    >>Angie! << sagte Harry.
    >>Wie auch immer <<, sagte Hermine sauer. >>Mich würde interessieren, wie du uns gefunden hast, also spuck den Rest deiner Geschichte schon aus! << Ron holte tief Luft und sprach dann weiter: >>Nun, nachdem ich geflohen bin, hörte ich sie. << sagte er.
    >>Sie? << fragte Harry.
    >>Eine Stimme. Deine Stimme, Hermine. Sie kam da raus. <<
    >>Ach, und was genau habe ich zu dir gesagt? << fragte Hermine sauer.
    >>Meinen Namen. Nur meinen Namen. <<, sagte er. >>Es war wie ein Flüstern. Ich hab ihn gegriffen, ihn klicken lassen, und da schwebte diese Lichtkugel vor mir. Da wusste ich’s. Und irgendwie hat sie sich in meine Richtung bewegt, die Lichtkugel. Auf meine Brust zu, direkt in mich rein. Genau hier. <<, er deutete mir seiner Hand auf sein Herz. >>Und ich wusste, dass sie mich da hinbringt, wo ich hinmuss, also bin ich disappariert und bin auf diesem Hügel wieder rausgekommen. Es war dunkel, und ich hatte keine Ahnung, wo ich bin. Ich hab nur gehofft, dass sich einer von euch zeigen würde, und das hat Harry getan. <<
    >>Aha. <<, sagte ich nicht beeindruckt. >>Wie spannend. << sagte ich ausdruckslos und ging dann wieder ins Zelt in das Hermine mir folgte, dort legten wir uns noch mal hin. Wir beide waren immer noch sauer wie die Pest auf Ron.

    An diesem Abend waren Hermine und ich draußen vor dem Zelt. Wir beiden hielten Wache, ein Grund dafür war, dass wir mal wieder ein beste Freundinnen Gespräch brauchten. Unsere Wut auf Ron hatte sich kein bisschen gelegt. Vor uns flackerte ein kleines Feuer. Harry und Ron waren im Zelt. Wir hatten so getan als ob wir reden würden, aber in Wahrheit hatten wir ein Gespräch zwischen den beiden belauscht.
    >>Ich mochte schon immer diese Flammen in Gläsern, die Angie und Hermine machen. <<, sagte Ron. Ich spürte die Blicke von Harry und Ron auf meinen Rücken. Die beiden sahen nach draußen zu Hermine und mir, durch den leicht offenen Zelteingang.
    >>Was glaubst du, wie lange die zwei noch sauer auf mich sind? << fragte Ron Harry.
    >>Nun, wenn du noch etwas weiter über diese Lichtkugel sprichst, die dein Herz berührt hat, kriegt Hermine sich schon wieder ein. Aber, so wie man Angie kennt … sie meinte es Ernst. Sie wird dich auf Ewig hassen. << sagte Harry grinsend. Ron lachte etwas.
    >>Das mit der Lichtkugel, war wirklich so. Ich schwör’s. <<, sagte Ron. Eine kurze Stille trat ein. >>Ich weiß, das klingt verrückt, aber ich glaube, dass Dumbledore ihn mir deshalb vermacht hat. Den Deluminator. Weil er wusste, dass ich irgendwie meinen Weg zurück finden muss. Und dass Hermine mich führt. <<
    Hermine neben mir, schüttelte den Kopf.
    >>Er redet nur sinnlosen Quark. << sagte Hermine gereizt.
    >>Wenn du meinst. << sagte ich. Wir starrten beide einen Augenblick ins Feuer. Ich überlegte. Vielleicht würde ich Ron verzeihen. Aber erst in zwanzig Jahren. Ron ist ein kompletter Idiot. Aber vielleicht hasse ich ihn nicht. Womöglich hatte ich meiner Wut freien Lauf gelassen, und ich brüllte ihm meine Gedanken an den Kopf, und nur die Wut in mir hatte gesprochen und nicht wirklich ich.
    >>Angie. <<, sagte Hermine. Ich sah sie an. >>Weißt du noch, als ich weggegangen bin, da habe ich doch Märchen von Beedle dem Barden vergessen. Habt ihr es noch? << fragte sie. In diesem Moment fing alles in meinem Kopf an, sich wie ein Puzzle zusammenzufügen.
    >>Natürlich. <<, sagte ich. >>Gut, dass du es erwähnst. Denn ich muss dir unbedingt etwas zeigen. << sagte ich. Ich kramte wieder in meiner verzauberten Tasche herum, bis ich das Buch von Beedle dem Barden fand. Ich blätterte wieder die erste Seite auf.
    >>Schau mal. Dieses Zeichen hier. <<, Ich zeigte ihr, das Zeichen um das ich schon seit geschätzten Ewigkeiten rätselte. >>Dieses Zeichen, gehört nicht zum Buch. Es muss etwas bedeuten. <<
    >>Vielleicht ist es ja eine Rune. <<
    >>Das ist es ja eben. Es ist keine Rune, ich habe es nachgeprüft. <<, sagte ich. >>Dieses Zeichen, habe ich nun schon mehrmals gesehen, als nur in diesem Buch. Erinnerst du dich, noch an Lunas Dad? << Hermine nickte.
    >>Damals auf der Hochzeit, trug er doch so ein Zeichen um den Hals. << sagte ich.
    >>Du hast recht, ja. Ich habe es auch gesehen. <<
    >>Und das ist noch nicht alles. <<, sagte ich. Hermine sah mich erwartungsvoll an. >>Als ich mit Harry in Godric’s Hollow war, waren wir auf einem Friedhof. Dort habe ich einen Grabstein gesehen und auf diesem Grabstein war genau dasselbe Zeichen. Dieses Grab gehörte einem gewissen Ignotus Peverell. Sagt dir dieser Name zufällig etwas? <<
    >>Nein, gar nichts. << sagte sie etwas enttäuscht über sich selbst.
    >>Und noch etwas. <<, sagte ich. Aus meiner Tasche, holte ich ein weiters Buch raus. Leben und Lügen des Albus Dumbledore. Ich blätterte eine weitere Seite auf. Auf dieser Seite befand sich der Brief, von Dumbledore an Grindelwald. Die Unterschrift war normal. Doch neben dieser Unterschrift, war wieder dieses Zeichen. Das war mir erst aufgefallen, nachdem ich das Kapitel >>Für das größere Wohl<< mit Harry durchgelesen habe.
    >>Schau mal. << Ich zeigte es Hermine, die immer noch etwas enttäuscht aussah, bis ich ihr die Seite im Buch zeigte. Dann veränderte sich ihr Gesichtsaudruck plötzlich, als hätte sie gerade die genialste Idee der Weilt gehabt.
    >>Aber wenn Xenophilius Lovegood dieses Zeichen um den Hals trug, dann muss er doch wissen, was es bedeutet. << Sie klang sehr selbstsicher. Auch ich war ihrer Meinung.
    >>Das stimmt, wenn dieses Zeichen ein Hinweis für uns ist, wäre es am schlausten dessen Bedeutung herauszufinden. << sagte ich. Wir standen sofort auf und gingen ins Zelt.
    >>Wir müssen reden. << sagte Hermine als wir das Zelt betraten. Ron und Harry saßen auf dem Bett und hatten sich unterhalten. Sie standen auf und sahen uns an.
    >>Wir möchten gern zu Xenophilius Lovegood. << sagte ich.
    >>Was? << sagte Harry. Ich zeigte ihm das Buch, das ich immer noch in der Hand hielt. Er sah die Seite Gedankenverloren an. Ich seufzte, dann ging ich zum ihm und zeigte ihm was ich meinte. >>Hier. <<, Ich zeigte ihm die Seite im Buch. >>Die Nachricht von Dumbledore an Grindelwald. Sieh dir die Unterschrift an. Da ist wieder dieses Zeichen. << sagte ich. Ich klappte das Buch wieder zu und setzte mich auf mein Bett.
    >>Es taucht immer wieder auf. << sagte Hermine.
    >>Ganz genau. In Beedle dem Barden. Auf dem Friedhof in Godric’s Hollow. Einfach überall. << sagte ich. Harry sah einen Augenblick ins Leere. Schließlich sagte er: >>Es war auch noch woanders. << sagte er.
    >>Wo denn? <<
    >>In Gregorowitschs Zauberstabladen. << sagte er.
    >>Und was bedeutet das? << fragte Ron.
    >>Harry, du hast keine Ahnung, wo der nächste Horkrux ist. Hermine und ich auch nicht. Aber das hier, das bedeutet etwas, da bin ich mir sicher. << sagte ich.
    >>Es könnte uns vermutlich weiterbringen. << sagte Hermine.
    >>Ja. <<, meinte Ron sofort. >>Hermine und Angie haben Recht. Wir müssen zu Lovegood. <<

    Sofort am nächsten Morgen packten wir alles zusammen. Das Zelt, verwischten die Spuren und lösten die Schutzzauber auf. Dann apparierten wir sofort in die Nähe des Fuchsbaus. Xenophilius hatte erzählt, dass er und Luna ihr Haus irgendwo auf der anderen Seite hätten. Zu Fuß gingen wir dann den Rest des Weges über die riesige Wiese. Ron ging als Erster voran. Hermine war etwas weiter hinter ihm. Ganz zum Schluss kamen Harry und ich ihnen hinterher. Obwohl Ron mit dem Rücken zu mir gedreht war, warf ich ihm die ganze Zeit hasserfüllte Blicke zu und dachte darüber nach, was für ein Idiot er ist.
    >>Du bist doch wohl nicht immer noch sauer auf ihn. << sagte Harry plötzlich, der meine Blicke beobachtet haben muss.
    >>Erinnerst du dich an irgendeinen Zeitpunkt in den letzten Jahren wo es nicht so war? Ich bin immer sauer auf ihn. << sagte ich.
    >>Aber du weißt, dass man es auch übertreiben kann, oder? <<
    >>Ja, das weiß ich. Aber ich übertreibe nicht. Und jetzt hör auf so zu reden, denn du hörst dich an wie mein Vater. << sagte ich. Er lachte. Ich fand sein Lachen immer sehr süß. Und ich tat es schon wieder. Ich war wieder in diesen Schmetterlingen versunken.
    Nach einer halben Stunde hatten wir die andere Seite des Hügels erreicht. Dort sahen wir von weitem ein Haus. Es war fast so groß wie der Fuchsbau. Nicht ganz genau so, aber immer hin fast bis zur Hälfte. Wir gingen dann über die Wiese auf das Haus zu. An der Tür war ein kleines Schildchen angebracht.

    X. Lovegood, Herausgeber vom Klitterer

    Wir klopften an der Tür. Neben der Haustür war ein komischer Busch angepflanzt, mit komischen Früchten oder so die so groß wie Orangen waren und auch die Farbe hatten, die an einem Stängel in der Luft schwebten. Hände weg von den Lenkpflaumen, stand auf einem kleinen Schildchen daneben geschrieben.
    Xenophilius öffnete die Tür.
    >>Was ist? Wer seid ihr? Was wollt ihr? << fragte er.
    >>Mr. Lovegood, ich bin Hermine Granger und das ist Angie Sullivan. Wir haben uns vor ein paar Monaten kennengelernt. << sagte Hermine.
    >>Dürften wir rein? << fragte ich. Xenophilius ließ uns herein. Im Wohnzimmer ließen wir uns alle nieder. Xenophilius kochte Tee für uns und setzte sich dann auch in einen Sessel. Es war sehr still und keiner hatte auch nur ein Wort bis jetzt gesagt. Wie hätten wir uns am besten ausdrücken sollen? Wie hätten wir es ihm erklären können, warum wir hier sind?
    Mir fiel aber dann auf, dass außer uns fünf sonst keiner anwesend war. Es waren Ferien und Luna fuhr wie bekannt, immer über die Ferien nach Hause. Doch Luna war nirgends zu sehen. Auch nichts war aus dem oberen Stockwerk zu hören, dass noch jemand hier war.
    >>Wo ist Luna? << fragte ich.
    >>Luna? <<, sagte Xenophilius. >>Die kommt bald. << Wieder trat eine Stille ein. Wir alle fünf nippten gleichzeitig an dem Tee. Harry, Ron, Hermine und ich fuhren zusammen, als der Tee in unserem Mund war. Er schmeckte irgendwie nach Erde. Ich zwang mich wie die anderen drei, das Zeug irgendwie runter zuwürgen.
    >>Also, wie kann ich Ihnen denn helfen, Mr. Potter? << fragte Xenophilius.
    >>Nun ja, Sie … Es geht um etwas, was sie damals bei der Hochzeit um den Hals hatten. Es war ein Symbol. << sagte Harry. Xenophilius holte aus seiner Tasche dann dieses Zeichen raus und hielt es hoch.
    >>Sie meinen das? << fragte er. Harry musterte das Zeichen.
    >>Ja, genau das. Wir wüssten gern, was das ist. <<
    >>Was das ist? Nun, nun das ist das Zeichen der Heiligtümer des Todes. << sagte Xenophilius. Was für Heiligtümer? Ich hatte von so etwas noch nie in meinem Leben gehört.
    >>Der, was? << sagten Harry, Ron, Hermine und ich wie aus einem Munde.
    >>Der Heiligtümer des Todes. <<, wiederholte Xenophilius. >>Ich nehme an, dass Sie alle das >Märchen von den drei Brüdern< alle natürlich kennen? <<
    Harry sagte >>Nein <<, doch Ron, Hermine und ich, sagten gleichzeitig alle >>Ja <<.
    Xenophilius nickte gewichtig.
    >>Nun denn, wenn es so ist, Mr. Potter. Irgendwo muss ich noch eine Ausgabe davon haben. << sagte Xenophilius und sah sich im Zimmer um.
    >>Ich habe eine dabei, Mr. Lovegood, ich hab sie hier bei mir. << sagte ich. Wieder kramte ich in meiner Handtasche herum. Ich zog Hermines Ausgabe von den Märchen von Beedle dem Barden hervor. Wir waren alle in dieses Zeichen so versunken gewesen, dass ich vollkommen vergessen hatte es ihr zurückzugeben.
    >>Das Original? << fragte Xenophilius.
    >>Ja. << sagte ich.
    >>Wären Sie so freundlich, die Geschichte laut vorzulesen, Miss Sullivan? So können wir sie alle am besten verstehen. <<
    >>Ähm … na gut. << sagte ich nervös. Ich schlug das Buch auf. Auf der ersten Seite, sah ich wieder kurz das Zeichen der Heiligtümer. Ich blätterte weiter, bis ich die Geschichte gefunden hatte, und begann zu lesen.
    >>Es waren einmal drei Brüder, die wanderten auf einer einsamen, gewundenen Straße in der Abenddämmerung dahin - <<
    >>Um Mitternacht, bei Mum war es immer Mitternacht. <<, sagte Ron, der sich ausgestreckt hatte, die Arme hinter dem Kopf verschränkt, und lauschte. Ich warf ihm einen verärgerten Blick zu.
    >>Tut mir leid, ich finde nur, dass es ein bisschen unheimlicher klingt, wenn es Mitternacht ist! << sagte Ron.
    >>Klar, weil wir unbedingt ein bisschen mehr Angst in unserem Leben brauchen. << sagte Harry; es klang als hätte er es nicht geschafft, diesen Satz zu unterdrücken. Xenophilius schien nicht darauf zu achten, sondern sah aus dem Fenster in den Himmel.
    >>Lesen Sie weiter, Miss Sullivan. << sagte er.
    >>Es waren einmal drei Brüder, die wanderten auf einer einsamen, gewundenen Straße in der Abenddämmerung dahin. Nach einiger Zeit kamen die drei Brüder zu einem Fluss, der war so tief, dass sie nicht hindurchwandern konnten, und so gefährlich, dass sie nicht ans andere Ufer schwimmen konnten. Doch die Brüder waren der magischen Künste kundig, und so schwangen sie einfach ihre Zauberstäbe und ließen eine Brücke über dem tückischen Wasser erscheinen. Sie hatten die Brücke halb überquert, da trat ihnen eine Kapuzengestalt in den Weg.
    Und der Tod sprach zu ihnen - <<
    >>Entschuldige mal<<, warf Harry ein. >>aber der Tod sprach zu ihnen? <<
    >>Mensch! Es ist ein Märchen, dass man seinen Kindern abends als Gute-Nacht-Geschichte vorliest, Harry! <<
    >>Stimmt. ’tschuldigung. Lies weiter. <<
    >>Und der Tod sprach zu ihnen. Er war zornig, weil er um drei neue Opfer betrogen worden war, denn für gewöhnlich ertranken Wandersleute in dem Fluss. Doch der Tod war gerissen. Er tat, als würde er den drei Brüdern zu ihrer Zauberkunst gratulieren, und sagte, weil sie so klug gewesen seinen, ihm zu entrinnen, verdiene jeder von ihnen einen Lohn.
    So verlangte denn der älteste Bruder, der ein kämpferischer Mann war, einen Zauberstab, der mächtiger als alle anderen sein sollte: einen Zauberstab, der seinem Besitzer in jedem Duell zum Sieg verhelfen würde, einen Zauberstab, der eines Zauberers würdig war, der den Tod besiegt hatte! Also ging der Tod zu einem Elderbaum am Ufer des Flusses, formte einen Zauberstab aus einem Zweig, der dort hing, und schenkte ihn dem ältesten Bruder.
    Da beschloss der zweite Bruder, der ein hochmütiger Mann war, den Tod noch mehr zu demütigen, und verlangte nach der Macht, geliebte Menschen aus dem Grab zurückzuholen. Also nahm der Tod einen Stein vom Flussufer und schenkte ihn dem zweiten Bruder, und er sagte ihm, dass der Stein die Macht haben werde, die Toten zurückzuholen.
    Und dann fragte der Tod den dritten und jüngsten Bruder nach seinem Wusch. Der jüngste Bruder war der genügsamste und auch der weiseste der Brüder, und er traute dem Tod nicht. Also bat er um etwas, was ihm erlauben würde, von dannen zu gehen, ohne dass der Tod ihn verfolgte. Und der Tod übergab ihm, höchst widerwillig, seinen eigenen Umhang, der unsichtbar machte. <<
    >>Der Tod hat einen Tarunumhang? << unterbrach Harry erneut.
    >>Damit er sich an die Leute heranpirschen kann <<, sagte Ron. >>Manchmal langweilt es ihn, auf sie zuzurennen und mit den Armen zu fuchteln und zu kreischen … Verzeihung, Angie. <<
    >>Nun trat der Tod beiseite und erlaubte den drei Brüdern, ihre Reise fortzusetzen, und dies taten sie und sprachen voller Staunen über das Abenteuer, das sie erlebt hatten, und bewunderten die Geschenke des Todes.
    Bald darauf trennten sich die Brüder und ein jeder ging seines Weges.
    Der erste Bruder war über eine Woche auf Wanderschaft, als er in ein fernes Dorf gelangte, wo er sich einen anderen Zauberer suchte, mit dem er einen Streit begann. Natürlich konnte er mit dem Elderstab als Waffe in dem Duell, das darauf folgte, nur gewinnen. Der älteste Bruder ließ seinen Gegner tot auf der Erde liegen und begab sich in ein Wirtshaus, wo er lautstark mit dem mächtigen Zauberstab prahlte, den er dem Tod selber entrissen habe und der ihn unbesiegbar machte.
    Noch in derselben Nacht schlich sich ein anderer Zauberer an den ältesten Bruder heran, der trunken vom Wein auf seinem Bett lag. Der Dieb nahm den Zauberstab und schnitt dem ältesten Bruder obendrein die Kehle durch.
    Und so machte der Tod sich den ersten Bruder zu Eigen.
    Unterdessen wanderte der zweite Bruder nach Hause, wo er allein lebte. Hier nahm er den Stein hervor, der die Macht hatte, die Toten zurückzurufen, und drehte ihn drei Mal in der Hand. Zu seiner Verwunderung und Freude erschien vor ihm sogleich die Gestalt jenes Mädchens, das er einst hatte heiraten wollen, ehe sie vorzeitig gestorben war.
    Doch sie war traurig und kühl, wie durch einen Schleier von ihm getrennt. Obgleich sie in die Welt der Sterblichen gekehrt war, gehörte sie in Wahrheit nicht dorthin und litt. Schließlich wurde der zweite Bruder wahnsinnig vor unerfüllbarer Sehnsucht, und er tötete sich, um wirklich bei ihr zu sein.
    Und so machte der Tod sich den zweiten Bruder zu Eigen.
    Doch obwohl der Tod viele Jahre lang nach dem dritten Bruder suchte, konnte er ihn niemals finden. Erst als der jüngste Bruder ein hohes Alter erreicht hatte, legte er schließlich seinen Umhang ab, der unsichtbar machte, und schenkte ihn seinem Sohn. Und dann hieß er den Tod als alten Freund willkommen und ging zufrieden mit ihm, und ebenbürtig verließen sie dieses Leben. <<
    Somit klappte ich das Buch in meiner Hand wieder zu. Es entstand ein kurzes Schweigen, bis Xenophilius seinen Blick vom Fenster abwandte und sagte: >>Da haben wir es. <<, er sah uns alle an. >>Diese drei bilden die Heiligtümer des Todes. <<
    >>Verzeihung, Sir. Aber ich verstehe dass noch nicht ganz. <<, sagte Harry. Xenophilius Lovegood, wurde etwas eilig. Er lief murmelnd durchs Zimmer uns suchte nach einem Stift. Er fand einen und nahm ein Blatt Papier. Er zeichnete einen Senkrechten Strich.
    >>Der Elderstab. Der mächtigste Zauberstab aller Zeiten. <<, Xenophilius zeichnete einen Kreis ab der unteren Hälfte um den Strich. >>Der Stein der Auferstehung. <<, sagte er und zeichnete zum Schluss ein Dreieck um das restliche Symbol. >>Der Umhang, der unsichtbar macht. <<, Xenophilius sah auf und sah dann Harry, Ron, Hermine und mich abwechselnd an. >>Diese drei bilden die Heiligtümer des Todes. Diese drei machen ihren Besitzer zum Bezwinger des Todes. << sagte er. Mir fiel dann wieder plötzlich etwas ein.
    >>Mr. Lovegood, sagen Sie, hatte die Familie Peverell etwas mit den Heiligtümern zu tun? << fragte ich.
    >>Nun Ignotus und seine beiden Brüder, galten als die Vorherigen Besitzer der drei Heiligtümer. Und somit, als Vorlage für die Geschichte. <<, Xenophilius wirkte sehr beunruhigt und noch komischer als sonst. >>Oh, aber ihr Tee ist kalt geworden. << sagte er und ging dann aus dem Wohnzimmer. Ron schnappte sich sofort seinen Rucksack. >>Gehen wir. <<, sagte er. >>Von dem Zeug trinke ich keinen Schluck mehr, weder Heiß noch Kalt. << Wir holten uns unsere Sachen und gingen dann auch in die Küche. Xenophilius hatte vorhin die Teekanne im Wohnzimmer gelassen.
    >>Mr. Lovegood, Sie haben das Wasser vergessen. << sagte Ron.
    >>Was? << fragte er.
    >>Für den Tee. << sagte Ron.
    >>Ach wirklich? <<, sagte Xenophilius und lachte unecht. >>Wie … wie dumm von mir! <<
    >>Ist nicht schlimm. Wir wollten gerade sowieso wieder gehen. << sagte Hermine.
    >>Nein! DAS GEHT NICHT! << brüllte Xenophilius plötzlich. Er ging an die Tür und stellte sich vor diese. Er murmelte wieder irgendwelche Worte, die ich nicht verstand. Xenophilius war völlig durcheinander und verzweifelt.
    >>Sie sind meine einzige Hoffnung. Sie waren nicht erfreut über meinen Artikel. <<, sagte er. Wir alle sahen ihn fragend an. >>Dann haben sie sie mitgenommen. Meine Luna. <<, Jeder machte große Augen. Was wollen Todesser von Luna? Jetzt bekam ich Angst um sie. Xenophilius ging an Harry ran und hielt ihm die Haare aus dem Gesicht um seine Narbe sehen zu können. >>Dabei sind Sie es, den sie wirklich wollen. << flüsterte Xenophilius.
    >>Wer hat sie geholt? << fragte Harry. Xenophilius holte tief Luft und sagte: >>Voldemort! <<

























    5
    Okay das wars mal wieder. Bis zum nächsten Mal!
    :)

Kommentare Seite 1 von 1
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Narin Potter⚡ ( von: Narin Rashid )
Abgeschickt vor 10 Tagen
Beste Geschichte der Welt❤❤❤❤❤❤❤❤😍😍😍😍😍
trolololologetrlt ( 50691 )
Abgeschickt vor 307 Tagen
Du hast vergessen von teddy zu schreiben also auch mal Einzelheiten berücksichtigen harry ist immerhin sein patenonkel und hat das sorgerecht für ihn da seine Eltern tot sind!!
Da es jetzt einen 8. Teil gibt würde ich mich freuen wenn du auch darüber was schreiben könntest es war nämlich echt gut!
belieber ( 50691 )
Abgeschickt vor 308 Tagen
Die Geschichte ist echt schön!
Bella Lestrange ( 13869 )
Abgeschickt vor 647 Tagen
Eine der vermissten Persohnen heisst Jennifer Winslet. Du kennst nicht zuffällig die fanfiction Harry Potters Cousine?
Shizorou ( 01361 )
Abgeschickt vor 1075 Tagen
Ist eine Wunderschöne Geschichte. Wäre schön wenn du ein Bild von Angie hättest. 😇😊😀☺ԅ 22;😀👧
LOL ( 62752 )
Abgeschickt vor 1077 Tagen
Echt cool! Besser wie immer in der gleichen, "gefährlichen" Zeit.
Nori Hans ( 68775 )
Abgeschickt vor 1079 Tagen
Ich würde es gern lesen, aber es ist für mich sehr schwierig, hier auf den Bildschirm-Seiten zu lesen: Die Schriftfarbe ist ein verwaschenes halbdurchsichtiges Graublau. Mir blieb nur übrig, den gesamten Text zu kopieren und in ein Textprogramm ein zu fügen - dort die Schriftfarbe auf "Schwarz" zu ändern und alles in eine "TimesNewRoman" , Größe 14 um zu ändern und dann noch aus zu drucken. Dabei habe ich im Text auch noch viele Abstände eingefügt - um die Lesbarkeit zu verbessern. Ja, ich bin fast 60 und da wird Lesen schon etwas schwieriger. Gelesen habe ich es dann sehr gern und es hat mit viel Spaß gemacht. Sicher gibt es noch etwas zu verbessern! Aber das sehe ich als Deine Aufgabe an - wenn Du es liest und immer wieder liest, wird Dir schon ein-/auffallen, was Du gern anders darstellen möchtest. Und wenn dir jemand (Eltern sagen so etwas leider sehr oft) sagt, dass das doch nichts Sinnvolles sei - dann denke: Jetzt erst recht!!
Gruß Ha
Andy ( 42949 )
Abgeschickt vor 1084 Tagen
heyjo,
also ich finde deine Fanfiction richtig Hammer, aber was
mich persönlich etwas stört ist, dass deine Sätze manchmal
einfach keinen Sinn ergeben :(
Aber alles in allem eine saubere Leistung :D
Ginny Weasley ( 94988 )
Abgeschickt vor 1199 Tagen
Deine fanfiction war mehr als erträglich. Ich fande es wahnsinnig toll!!!
Lexi1995 ( 10941 )
Abgeschickt vor 1227 Tagen
Bitte Bitte schreibe weiter. Die Geschichte ist so unglaublich schön.
chantalbonnie ( 68352 )
Abgeschickt vor 1228 Tagen
alle teile waren toll du musst weiter schreiben
daymay ( 39770 )
Abgeschickt vor 1233 Tagen
Schreib auf jeden Fall weiter. Es ist soooooo gut!
Julu92 ( 86828 )
Abgeschickt vor 1236 Tagen
Ich bin dabei weiterzumachen und schon bald habe ich die ersten Kapitel wieder fertig ;) :)
chantalbonnie ( 91480 )
Abgeschickt vor 1237 Tagen
schreib bitte weiter es ist so spannend und ich spreche für alle die das gelesen haben bitte
Julu92 ( 86828 )
Abgeschickt vor 1238 Tagen
Ich muss noch schauen ob ich den zweiten Teil auch schreibe :) ;)
potterfan99 ( 85848 )
Abgeschickt vor 1252 Tagen
ich fand sie gut aber bitte mach weiter ^^