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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1

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6 Kapitel - 37.723 Wörter - Erstellt von: Julu92 - Aktualisiert am: 2014-01-01 - Entwickelt am: - 5.616 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hallo!
Dies ist eine HP-Fan-Fiction. Eigentlich ist dies hier der siebte Teil von Harry Potter - nur etwas anders.
Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive Geschrieben.
Und hier einmal, dass was anders ist:
-Ich-Perspektive (Ich: Ich weiß, das habe ich schon erwähnt:) )
- 1 Neuer Charakter (ein Mädchen, aus ihrer Sicht, seit der ersten Klasse Mitglied im Trio also ist es in dieser Geschichte eigentlich ein Quartett)
- vieles ist aus dem 7.1 Film aber auch aus dem Buch und manches habe ich selbst erfunden.

Warnung!
WIRKLICH VIEL ZU LESEN!
Nehmt euch also Zeit, wer nicht gerne liest, sollte jetzt schon aufhören ;)

    1
    Infos über den Neuen Charakter:

    Name: Angie Sullivan
    Alter: sechzehn, wird im Laufe der Geschichte siebzehn
    Geburtstag: 03. August 1980 (ist vom Potter-„Quartett“ die jüngste, ihr wisst ja: älteste Hermine, zweitältester Ron, zweitjüngster Harry, jüngste Angie)
    Figur: Schlank, um die 1,69 m groß
    Haare: leicht wellig mit der Farbe von Vollmilchschokolade.
    Augen: Grün
    Eltern: Catherine und Sebastian Sullivan (verstorben)
    Zauberstab: Eichenholz, Einhornhaar, elf Zoll, nicht flexibel
    Haus in Hogwarts: Gryffindor

    Hier eine Zusammenfassung der letzten Jahre:

    1. Jahr:
    -Angie sah Harry Potter zum ersten Mal bei Gringotts als sie dort mit ihren Eltern war.
    -traf in der Winkelgasse mehrmals auf Harry, die beiden sprachen aber noch nicht miteinander, sie trafen mehrmals aufeinander, wie noch zum Beispiel bei Madam Malkin und Flourish & Blotts.
    -Angies Eltern kennen Molly und Arthur Weasley.
    -Am Bahnhof trafen die Sullivans die Weasleys
    -Angie trifft im Zug Hermine Granger und die beiden helfen Neville Longbottom bei der Suche nach Trevor, wobei die zwei auch bei Harry und Ron fragen, dort sie sich alle kennenlernten, Hermine jedoch einen nicht so besonderen Eindruck bei ihnen hinterließ (wie halt auch im Buch)
    -Hermine wird Angies beste Freundin
    -Angie hat sich ein wenig mit Harry und Ron angefreundet, Hermine jedoch nicht, bis zum Kampf mit dem Troll, ab da waren die vier die besten Freunde und so entstand das Quartett: D
    -Die vier retteten den Stein der Weisen. (Nach dem Zauberschach, blieb Hermine bei Ron, da er Bewusstlos war, Angie und Harry gingen weiter zu den Zaubertränken, wo Angie Snapes Rätsel löste, Harry zum Stein und Angie wieder zurück zu Ron und Hermine ging)
    -Angie und Hermine sind die Jahrgangsbesten in Hogwarts und die beiden Streberinnen und Lernteufel im Quartett (Angie ist in Zaubertränke unbesiegbar, selbst Hermine schafft es nicht sie in dem Fach zu übertreffen, was sie aber nicht stört)

    2. Jahr:
    -Angies Familie traf die Weasleys in der Winkelgasse sowie auch Harry und Hermine und dann kam Malfoy (ihr kennt ja schon den Rest)
    -Nachdem alle Flourish & Blotts verlassen haben, gab Ginny Angie ein Buch über Zaubersprüche (weil Mrs. Weasley Ginny ein falsches besorgt hatte und Ginny von Angies Vorliebe für alte Zauberspruchbücher kannte)
    -Natürlich fand Angie in dem Zaubersprüche Buch, Riddles Tagebuch, sie dachte sich dabei nichts und behielt ihn als eine Art Notizbuch, dass sie aber nie benutzte
    -Angie hatte abends immer schlimme Kopfschmerzen und hörte immer ein Flüstern, das ihren Namen immer sagte, ehe sie in einen tiefen Schlaf fiel (dies hatte sie jedoch ihren Freunden verschwiegen)
    -Nachdem Hermine zur Katze wurde, gingen Harry, Ron und Angie allein in den Slytherin-Gemeinschaftsraum zu Malfoy (Angie wurde zu Pansy Parkinson, Hermine hatte sie Bewusstlos gemacht und sie in dem Klo der Maulenden Myrte in einer der Kabinen eingeschlossen)
    -Nachdem Hermine versteinert wurde, war Angie sehr zurückgezogen
    -Angie wurde in die Kammer des Schreckens verschleppt

    3. Jahr:
    -Bekommt von McGonagall den Zeitumkehrer
    -Macht zusammen mit Hermine Zeitreisen um in mehreren Kursen gleichzeitig zu sein.
    -Hermine wird bei der Peitschenden Weide (als der Grimm Ron da rein zerrt) von einer Art Schlinge am Bein gepackt und mit reingezogen.
    -Angie und Harry machen die Zeitreise, Hermine blieb lieber bei Ron
    -Angie und Harry retten Sirius und Seidenschnabel

    4. Jahr:
    -Harry, Angie und Hermine waren zusammen mit den Weasleys bei der Quidditch-Weltmeisterschaft.
    -Harry wurde ein Champion beim Trimagischen Turnier. Angie schlich sich vor der ersten Aufgabe zu ihm ins Zelt und umarmte ihn noch mal, woraufhin Rita Kimmkorn von ihnen ein Foto schoss.
    -Nach der ersten Aufgabe, fällt Angie auf, dass sie sich in ihren besten Freund Harry Potter verliebt hat.
    -Neville ging mit Angie auf den Weihnachtsball, nachdem Ball waren Angie und Harry noch draußen um Luft zu schnappen, hätten sich fast geküsst, aber Angie tat so, als hätte sie es falsch verstanden und legte schnell ihren Kopf auf Harrys Schulter, da sie die Freundschaft nicht zerstören will.
    -Angie hasst sich für ihre Gefühle für ihren besten Freund.
    -Wird Harrys Schatz bei der zweiten Aufgabe.

    5. Jahr:
    -Angie muss bei Umbridge nachsitzen, nachdem sie sich zehn Minuten zu VgddK verspätet hat, weil sie eins ihrer Bücher vergessen hat und zurück zur Bibliothek musste.
    -ignorierte Harry nachdem er mit Cho Chang zusammen kam und ließ sich von Hermine trösten, die nur zu gern für sie da war.
    -nachdem die DA aufgeflogen war, entschuldigte sich Angie bei Harry, weil sie ihn ignoriert hat.
    -Angie sah ein, dass es albern war Cho Chang zu hassen, weil sie mit Harry zusammen war und dachte, dass sie ihre Gefühle für Harry verloren hatte.
    -Im Ministerium erschienen die Ordenmitglieder (Angies Eltern gehören ebenfalls zum Orden) und retten die anderen. Nachdem Angies Eltern von einem Todesser umgebracht wurde, bricht sie zusammen.
    -Als Angie sah, wie Voldemort von Harry besitz ergriffen hatte, merkte sie, dass sie sich nur eingebildet hatte, dass sie ihre Gefühle für Harry verloren hatte.
    -Am letzten Schultag kam Angie noch aus Trauer wegen ihrer Eltern nicht zum Festessen. Ihre Freunde waren bei ihr im Schlafsaal, doch keiner konnte sie aufheitern. Nachdem Ron und Hermine gegangen waren, blieb Harry noch bei Angie und versuchte sie zu beruhigen, was aber nicht half. Dann küssten die zwei sich, und Harry verschwand danach auch.
    -Angie setzte sich im Zug allein in ein Abteil, immer noch traurig wegen ihrer Eltern. Hermine kam später zu ihr und die beiden saßen zu zweit in einem Abteil.

    6. Jahr:
    -Angie lebt nun in einem Waisenhaus, nachdem sie von der Muggelpolizei erwischt wurde.
    -Im Waisenhaus, traf Angie auf die 11-jährige Emily, die sie sofort ins Herz schloss und sie liebte, wie eine Schwester.
    -Emily bekam auch einen Brief aus Hogwarts.
    -Im Fuchsbau traf Angie wieder ihre Freunde, sowie auch Harry. Die beiden haben wenig miteinander geredet und über den Kuss hatte nie einer ein Wort verloren.
    -Nachdem Harry aus dem Abteil im Zug verschwunden war, sagte Hermine, dass Ron sie erpresst hatte, und sie ihm deshalb den Grund für das nun etwas komische Verhältnis zwischen ihr und Harry erzählte, Ron und Hermine wussten bereits seit der vierten Klasse über Angies Gefühle Bescheid.
    -Angie ist erwachsener nach dem Tod ihrer Eltern geworden und hat sich stärkere Nerven zugelegt, was ihr dabei half damit umzugehen, dass Harry und Ginny zusammen waren.
    -Hermine und Angie redeten kein Wort mehr mit Harry und Ron.
    -Nachdem Angie belauscht hat, wie Harry und Ginny Schlussmachten, weil Ginny behauptete, dass die beiden sich nur einbildeten sich zu mögen und dass ihr Angies Blicke zu Harry immer aufgefallen waren, sie aber noch trotzdem weiter Freunde blieben und Ginny sagte, dass sie denkt, dass Angie Harry liebt, wäre Angie am liebsten im Erdboden versunken.
    -Nachdem wieder alles okay zwischen dem Quartett war, fragte Angie Michael Corner ob sie mit ihm zu Slughorns Feier gehen würde, damit Harry Ginny nicht glaubt, was ihr gut gelungen ist.

    So, und nun geht es endlich los:

    Die acht Potters

    Ich saß auf einem der kalten Felsen im Wald in der Nähe von Hermines Haus. Sie saß genau neben mir und starrte auf den Sonnenuntergang, dass das einzige schöne in diesem Zeitraum war. Es war grauenvoll. Voldemort ist zurück und stärker als je zuvor. Dumbledore ist tot; ermordet von Severus Snape, der jetzt dem Dunklen Lord dient und keiner weiß wie lange schon. Snape hatte einfach alle verraten und er soll nun der neue Schulleiter von Hogwarts sein. Aber Harry, Ron, Hermine und ich treten unser siebtes Jahr in Hogwarts nicht an. Wir haben ein Ziel vor uns. Wir müssen die Horkruxe finden; Gegenstände wo Teile von Voldemorts Seele drin stecken. Wir müssen diese Horkruxe ausfindig machen und sie dann zerstören um Voldemort vernichten zu können. Einen hatte Dumbledore bereits zerstört, es war ein Ring, besser gesagt der von Voldemorts Großvater, und das Tagebuch von Tom Riddle. Dumbledore und Harry haben gehofft einen weiteren gefunden zu haben und im letzten Schuljahr haben sie ihn gesucht und gefunden. Das Problem war dass Dumbledore bei diesem Versuch fast gestorben wäre, und er nachher von Snape getötet wurde. Harry fand heraus dass der angebliche Horkrux eine Fälschung war. Es war alles umsonst und Dumbledore ist völlig unnötig gestorben, ausgerechnet in einer Phase in der wir ihn am meisten brauchten. Ich hasse Snape. Ich hasse Voldemort. Ich hasse einfach alles. Es ist so unfassbar. Wie sollen vier junge Zauberer es schaffen den gefährlichsten schwarzen Magier der Welt zu besiegen? Es schien alles so unmöglich.
    Ich sah Hermines Gesicht. Es war traurig das war deutlich zu erkennen dass sie traurig war, sie hatte eine ziemlich schwere Entscheidung getroffen.
    >>Hermine, bist du dir sicher, dass du das durchziehen willst? << fragte ich vorsichtig. Sie nickte entschlossen ohne mich an zusehen.
    >>Ja. <<, sagte sie und dabei lief ihr eine Träne über die Wange. >>Ich bin mir sehr sicher. Ich muss es einfach tun. Es geht gerade einfach nicht anders. Ich werde es wenn alles vorbei ist wieder rückgängig machen. <<
    Ihr Blick ruhte immer noch auf dem Sonnenuntergang. Hermine wollte noch heute die Erinnerrungen ihrer Eltern löschen. All ihre Erinnerungen an Hermine; um sie zu schützen, so lange bis wir alle Horkruxe gefunden und Voldemort zerstört haben. Es verschwinden weiterhin Leute und eine Muggelfamilie wurde ermordet, es war ein junges Ehepaar und deren acht Monate altes Baby. Es war einfach nur grauenvoll.
    >>Dann sollten wir es jetzt durchziehen. << sagte ich. Es wäre besser wenn wir es jetzt tun, dann haben wir es hinter uns. Und wir sollten langsam auf aufbrechen und uns mit den Weasley treffen. Hermine floss wieder eine Träne die Wange herunter. Hermine nickte. Ich strich ihr etwas über den Rücken.
    >>Keine Sorge. Es ist ja nur vorübergehend. << sagte ich. Hermine nickte noch mal und wir standen von dem Stein auf, auf dem wir uns niedergelassen hatten. Wir gingen durch den Wald hindurch. Die Stille füllte sich mit dem Knistern der trockenen Äste und des Laubes unter unseren Sohlen. Es waren unangenehme Geräusche. Ab jetzt ist Schluss mit lustig. Wir befinden uns in einer sehr dunklen Zeit.
    Nachdem wir den Wald verlassen hatten, gingen wir durch die leeren Straßen. Es war so unheimlich still und der Wind der wehte, machte das Gefühl als befände man sich in einer Geisterstadt.
    Im Haus der Grangers, waren Hermines Eltern nicht da. Vermutlich waren sie noch zu Hause. Wir beschlossen zu warten und gingen hoch auf Hermines Zimmer. Ich habe die Ferien bei den Grangers verbracht, ich bin dieses Jahr nicht ins Waisenhaus zurückgekehrt, obwohl ich dort erwartet wurde. Ich konnte da einfach nicht wieder zurück, und mit schweren Herzens musste Emily dort alleine sein. Ich hasse mich immer noch dafür, dass ich sie dort alleine gelassen habe. Ich muss noch ins Waisenhaus, aber mir war das egal. Zwar bin ich noch nicht siebzehn aber dafür schon bald, und dann kann mir echt alles egal sein. Während dieser Ferien, haben Hermine und ich gelernt zu Apparieren. Es ist nicht leicht gewesen dies zu lernen, aber wir haben es geschafft und es war schwer die zu überreden, dass zwei Minderjährige Hexen schon Apparieren lernen, aber es ist uns gelungen.
    Vierzig Minuten waren bereits vergangen seit Hermine und ich uns in ihrem Zimmer zurückgezogen haben. Wir warteten darauf dass Mr. und Mrs. Granger wieder nach Hause kamen. Ich saß schweigend auf dem Sessel in Hermines Zimmer. Hermine lief jedoch nervös auf und ab. Keine von uns sagte auch nur ein Wort. Es ist richtig komisch, dass wir in diesem Sommer so wenig miteinander geredet haben. Aber der Grund dafür ist, der Tagesprophet. Alles was dort drin steckt verbreitet einfach nur noch Angst und Schrecke. Das Dunkle Mal, dass schon an mehren Orten gesichtet wurde, verursacht Panik. Hermine hatte sich in diesem Sommer, jede Ausgabe des Tagespropheten zuschicken lassen. Ich las in der neusten die gerade vor einer halben Stunde angekommen ist. Schon wieder wurde das Dunkle Mal gesichtet und erneut wurde eine Muggelfamilie ermordet. Wir hörten nach einer weiteren halbe Stunde voller quälendem Schweigen, die Stimme von Hermines Mutter.
    >>Hermine, Angie, kommt. Der Tee ist fertig. << rief sie von der Küche. Sie und Mr. Granger müssen wohl schon längst da gewesen sein und wir haben es nicht mitgekriegt.
    >>Wir kommen, Mum. << rief Hermine nach unten. Ich stand vom Sessel auf und fasste Hermine an der Schulter.
    >>Es wird alles gut. << sagte ich. Sie nickte.
    >>Okay. Dann mal los. << sagte sie schwach und leise, aber noch laut genug, dass ich es verstehen konnte. Leise schlichen wir uns die Treppen runter. Im Wohnzimmer sahen wir Mr. und Mrs. Granger, sie saßen auf dem Sofa mit dem Rücken zu uns gedreht, schenkten Tee in Tassen ein und der Fernseher lief. Wir traten näher an sie heran. Ich hatte Hermine schon angeboten dass ich, es vielleicht lieber tun sollte, aber sie verneinte dies und wollte es lieber selbst tun. Sie nahm ihren Zauberstab in die Hand und richtete ihn auf ihre Eltern, die keine Ahnung hatten dass wir hinter ihnen standen. Hermine murmelte den Zauber ziemlich leise, dass ich ihn kaum verstand, aber er zeigte Wirkung. Die Spitze von Hermines Zauberstab, leuchtete blau auf, und mein Blick fiel sofort auf die Bilder über dem Kamin. Dort standen drei Stück. Auf einem war es Hermines 8. Geburtstag, und sie saß mit ihrer Mum an dem Küchentisch. Auf rechts daneben, war Hermine mit ihren Eltern unterwegs in London, vor ungefähr vier Jahren. Auf dem letzten war nur Hermine zu sehen. Sie hatte auf dem Bild einen schwarzen Haarreif im Haar und ihre Haare waren da noch sehr kurz, schulterlang. Sie war auf dem Bild um die fünf Jahre alt. Auf alles diesen Bildern verschwand Hermine. Dasselbe geschah mit den Bildern die im Wohnzimmer an der Wand hangen. Auf jedem Bild auf dem Hermine abgebildet war, verschwand sie. Als es vorbei war, ließ Hermine ihren Zauberstab wieder sinken. Nun haben Mr. und Mrs. Granger keine Erinnerungen mehr an Hermine. Es ist nun so als ob sie nie eine Tochter gehabt hätten. Wir verließen das Haus. Ohne uns einmal umzudrehen und einen letzten Blick auf das Haus der Grangers zu werfen, gingen wir. Wir liefen durch die Straße bis wir sie verlassen hatten. Nach einer guten Stunde Fußmarsch, befanden Hermine und ich uns auf einer Weide. Weit und Breit keine Menschen zu sehen. Nicht mal Autos fuhren die Straßen entlang. Dieser Ort schien wie verlassen zu sein. Wir sahen uns aber noch mal um, um sicherzugehen dass ja auch keine Muggel in der Nähe sind. Es schien als wären wir vollkommen alleine in dieser Gegend. Sofort apparierten wir zum Fuchsbau.
    Wir befanden uns im Garten der Weasleys. Langsam wird es dunkel, und der sonst immer wunderschöne Garten, sieht farblos aus, als würde er sich ebenfalls der Stimmung von uns allen anpassen. Wir näherten uns der Hintertür des Fuchsbaus, aus der Ron gerade raus kam. Sein Gesicht sah nicht fröhlich aus. So wie von uns allen eigentlich. Wir nickten uns zur Begrüßung nur zu. Hermine hatte Ron in diesem Sommer schon gesehen, als sie ein paar Male im Fuchsbau war. Ich jedoch war immer unterwegs als sie hier war. Ich musste mich irgendwie ablenken und von diesem ganzen Durcheinander erholen.
    >>Hi, Angie. << sagte Ron schwach.
    >>Hey. << sagte ich kaum hörbar und umarmte ihn kurz. Wir gingen alle rein. Im Wohnzimmer waren alle Weasleys versammelt. Mad-Eye Moody, Lupin, Tonks, Kingsley, Mundungus Fletcher, Fatima Regins waren auch alle anwesend, und Fleur Delacour. Die einzigen Weasleys die fehlten waren Charlie und Percy. Charlie war in Rumänien, das wusste ich. Aber wo Percy steckte, hatte ich keinen blassen Schimmer. Moody, ein Ex-Auror mit deutlichen Spuren und nur einem Bein und einem rechten künstlichen blauen Auge. Remus Lupin, unser alter Lehrer auf Hogwarts in Verteidigung gegen die dunklen Künste, faltig und schon etwas grauhaarig. Tonks, eine junge erwachsene Frau, ein Metamorphmagus, ein Mensch, oder besser gesagt Hexe, die ihre Erscheinung allein mit ihren Willen ändern kann, das heißt sie kann ihre Haar- und Augenfarbe zu der wechseln (eigentlich wechselt sie nie ihre Augenfarbe), die sie möchte, gerade hatte sie eine ihrer Lieblingsgestalten. Bonbonrosa. Kingsley Shacklebolt, kahlköpfig, schwarz und groß. Mundungus Fletcher, ist ein Mann dessen Namen ich mal gehört hab und ihn auf einem Bild gesehen hab, aber wer er ist hatte ich keinen blassen Schimmer. Fleur, schlank und einfach nur ein wunderschönes Mädchen mit ihren silbrigblondem Haar – Fleur ist ja auch eine Halb-Veela, und Veela sind ohnehin schon wirklich hübsch. Bill sah ebenfalls genauso aus wie immer. Ein paar Narben auf der linken Gesichtshälfte, Haare feuerrot und schulterlang. Fatima hatte ich letztes Jahr kennengelernt. Sie ist eine Frau um die Mitte zwanzig, schlank und blond. Ich hatte mich bereits viel mit ihr unterhalten, und mehr über sie erfahren.
    >>Da seid ihr zwei ja! << sagte Mrs. Weasley, halb froh, halb voller Sorge. Sie schloss Hermine und mich sofort in die Arme.
    >>Lasst uns nicht lange reden. << sagte Moody. Mrs. Weasley die gerade Hermine umarmt hatte, ließ sie wieder los. >>Wir haben einen Plan. Wir wissen, dass Ihr-wisst-schon-wer, vorhat Potter anzugreifen, und das ganz genau am dreißigsten, genau der Tag an dem er siebzehn wird. << sagte Moody.
    >>Und? << fragte Hermine.
    >>Und, wir haben beschlossen ihn da rauszuholen. << erzählte Moody. >>Wir werden noch ihn vor dem einunddreißigsten Juli hierherbringen. <<
    >>Und wie? Wir wissen doch alle über den Zauber bescheid, der Harry schützt. Und dieser bricht sobald er volljährig wird oder wenn er den Ligusterweg fortan nicht mehr sein zu Hause nennt. << sagte ich.
    >>Genau so ist es, Sullivan. Aber wir haben einen Plan B. << sagte Moody.
    >>Was für ein Plan B? << fragte ich.
    >>Nun, wir werden Potter hierherbringen, und zwar sicher. Wir werden Vielsaft-Trank benutzen, denn wir wissen, dass Todesser vermutlich schon um Surrey kreisen. Damit wir alle sicher ankommen, werden du, Granger, und noch ein paar von uns, Potters Gestalt annehmen. << erzählte Moody.
    >>Und du meinst, das klappt? << fragte Hermine. Ehe Moody antworten konnte, sagte ich: >>Harry wird sich damit nicht zufrieden geben. << Eigentlich war ich einverstanden damit, und es war auch eine sehr gute und vermutlich auch die beste Idee.
    Ich wusste es, einfach. Ich war mir sicher. Harry wurde sich mit dieser kranken Idee niemals anfreunden, das wird leider ein Problem werden.
    >>Woher willst du dir da so sicher sein, Sullivan? << fragte Moody.
    >>Ich kenne Harry lange genug um das zu wissen. Er wird ablehnen, er würde nicht wollen, dass wir unser Leben für ihn aufs Spiel setzten. << sagte ich.
    >>Na dann, werden wir ihn wohl überzeugen müssen, wenn wir scheitern, ist es deine Aufgabe, Sullivan, ihm ein Haar rauszurupfen. Verstanden? Wenn nötig auch mit Gewalt. << sagte Moody. Ich nickte nur schwach. Ich fand diese Idee zwar etwas gefährlich und nicht ganz schlau, aber wie schon gesagt, ist es die beste, ich war bereit das Risiko einzugehen. >>So, dann mal los. Unser nächster Halt ist der Ligusterweg Nummer 4. << sagte Moody. Hermine und ich stellten keine Fragen mehr. Wir würden schon alles erfahren.
    >>So. Kingsley, Remus, Tonks, Arthur, Mundungus, Fatima, kommt schon. Fred, George, Bill, Fleur und Ron. Kommt schon, wir brechen auf. Granger, Sullivan, ihr kommt auch mit. << sagte Moody. Wir folgten den anderen in den Garten. Dort sollten wir alle disapparieren. Mittlerweile bin ich so oft in den Ferien appariert und disappariert, dass ich mich daran gewöhnt habe, ich bekomme es hin, ohne dass mir Kotzübel wird, es lässt mich nun völlig kalt und mein Essen meldet sich auch nicht mehr.
    Es war dunkel und deshalb etwas schwer zu erkennen wo wir uns befanden. Aber anhand der Lichter auf der Straße, konnte ich ein Schild mit der Aufschrift >Ligusterweg< erkennen. Die Straße war vom Regen durchnässt und die Luft war furchtbar feucht. Man hörte irgendwo aus der Ferne Autos, aber sonst war es gruselig still.
    >>Kommt! <<
    Wir folgten Moody durch die Straße bis wir an einem Haus angekommen sind auf dessen Haustür die Nummer 4 klebte. Die Lichter waren noch an. Nicht weit neben uns erschien plötzlich eine große dunkle Gestalt.
    >>Hagrid! << sagte Ron.
    >>Du hast also die Nachricht erhalten? << sagte Moody.
    >>In der Tat! Das hab ich. Und ich bin einverstandn’. << sagte Hagrid.
    >>Gut. Also nichts wie rein da! << sagte Moody. Wir gingen an die Tür heran. Harry musste uns schon aus dem Fenster gesehen haben, denn kaum als wir an der Tür ankamen wurde sie schon aufgerissen.
    >>Harry! << sagte ich. Ich war die erste die ihn in die Arme schloss, dann Hermine, und Ron klopfte ihm auf den Rücken. Alle traten ein.
    >>Siehst super aus. << sagte Hagrid, der den Kopf einziehen musste um durch den Türrahmen zu kommen.
    >>Ja, er ist ein echter Prachtkerl. << meinte Moody, der wie immer mit seinem künstlichen Auge hin und her rollte, und seinen Gehstock in der Hand hatte. >>Tauchen wir schnell unter, bevor ihn jemand umbringt? << sagte Moody und trat ebenfalls ein.
    >>N’abend. << sagte Harry, als er Moody sah. Moody hatte einen großen Sack in der Hand, der Inhalt war uns allen noch unbekannt.
    >>Kingsley, ich dachte du bewachst den Premierminister. << sagte Harry als er Kingsley sah, der eigentlich den Premierminister der Muggel bewachen sollte.
    >>Du bist viel wichtiger. << sagte Kingsley und trat ebenfalls herein.
    >>Hallo, Harry. << sagte Bill.
    >>Schön dich zu sehen. << sagte Harry.
    >>Er war nicht immer so hübsch. << sagte Fred, der gerade mit George an uns vorbeikam. >>Ist tierisch hässlich. <<
    Bill lachte.
    >>Ja, das ist wahr. << sagte Bill. Er deutete auf seine Narben auf der linken Gesichtshälfte. >>Das hier verdanke ich einen Werwolf namens Greyback. Ich hoffe ich kann mich mal revanchieren. << sagte er. Fleur hat das Haus auch betreten. Sie ist Bills Verlobte und die beiden heiraten schon in ein paar Tagen im Fuchsbau.
    >>Für misch bist du immer noch wunderschön, William. << sagte Fleur und küsste Bill genau auf seine Kratzer. Remus und Tonks traten gerade auch herein.
    >>Aber, Fleur, wundere dich nicht, wenn Bill nachts den Mond anheult. << sagte Remus aus Spaß. Auch ich musste Lachen.
    >>Mein Mann, der Komiker. << sagte Tonks. Mir ist gerade in dem Moment aufgefallen, dass sie einen glänzenden goldenen Ring an ihrer linken Hand trägt.
    >>Tonks, du hast nicht gesagt, dass du geheiratet hast! << sagte ich.
    >>Ja. Tut uns leid, dass ihr nicht dabei sein konntet. << sagte Remus zu uns.
    >>Ich freu mich wirklich für euch. Gratuliere. << sagte ich.
    >>Vielen Dank, Angie. Diese Herzhaftigkeit, hast du genau von deiner Mum. << sagte Remus. Ich lächelte. Meine Eltern kannten Remus seit ihrer Schulzeit, sie waren die Besten Freunde.
    >>Seid ihr bald fertig? Kaffeekränzchen können wir alle später halten. << sagte Moody und marschierte auf das Wohnzimmer zu.
    Das Haus war ein ganz normales Einfamilienhaus, so wie es schien. Typisch Muggel eben. Kein Anzeichen von Magie. Einfach ein unschuldiges Haus. Ich versuche mich an das Haus meiner Eltern zu erinnern, es war das einzige Haus, das so eingerichtet war, dass man glauben hätte können, dass Muggel in diesem lebten, da alles magische sehr gut durch einen Haufen Zauber versteckt war. Das Haus gibt es zum Glück noch, es gehört schließlich jetzt mir, und ich habe mir vorgenommen, sobald dieses Kuddelmuddel vorbei ist, wieder dorthin zurückzuziehen. Irgendwie würde ich schon über die Runden kommen. Ich werde das letzte und verpasste Jahr in Hogwarts nachholen (so wie meine Freunde auch), und dann eine Ausbildung in der Auroren-Zentrale machen und in die Fußstapfen meiner Eltern treten. So habe ich mir mein Leben vorgenommen.
    Die anderen gingen als erstes sofort in Richtung Wohnzimmer. Harry ging ganz zum Schluss hinter ihnen her, ich hatte mich neben ihn gestellt, und wir waren deshalb noch im Flur. Ich musste ihn einfach noch mal fest drücken.
    >>Du hast mir sehr gefehlt, Angie. << sagte er. Wir ließen uns los und sahen uns ziemlich lange an.
    >>Du mir auch. << sagte ich und drückte ihm vor Freude einen Kuss auf die Wange. Er wurde etwas rot. Ich ging lächelnd in das Wohnzimmer. Nach mir ist auch Harry eingetreten.
    Wir alle befanden uns nun im Wohnzimmer, das mit der Küche in demselben Raum war. Alles schön sauber, aufgeräumt und ordentlich. Es sieht fast so aus, als hätte hier niemals jemand gewohnt. Diese Ordnung war mir aber auch schon etwas unheimlich. Im Wohnzimmer stellten sich alle hin. Einige lehnten an der Wand oder an den ganzen Haushaltsgeräten, einige standen einfach nur kerzengerade im Raum und sahen zu Moody.
    >>Wir müssen machen, dass wir hier wegkommen und zwar bald. Ist das klar? <<, sagte Moody. >>Du bist noch nicht volljährig. Du hast immer noch die Spur auf dir. <<
    >>Was heißt das? << wollte Harry wissen.
    >>Wenn du niest, weiß das Ministerium, wer dir die Nase putzt. Der Zauber, der Minderjährige Zauberer umhüllt, und die im Ministerium sofort informiert sind, wenn du außerhalb der Schule zauberst. Wir müssen die Transportmittel benutzen, die die Spur nicht kennt: Besen, Thestrale, Hagrids Motorrad und dergleichen. Wir reisen in Zweiergruppen. Wenn irgendwo jemand auf uns wartet, und damit rechne ich fest, dann weiß er nicht welcher der echte Potter ist. << sagte Moody. Harry schien etwas verwirrt.
    >>Der echte Potter? << fragte er. Moody zog ein Fläschchen aus seinem riesigen Mantel hervor.
    >>Ich glaube, mit diesem Gebräu bist du wohl vertraut. << sagte Moody, und öffnete mit einem klick die Flasche.
    >>Nein. <<, sagte Harry. >>Das kommt nicht infrage! <<
    Wie ich es erwartet hatte.
    >>Ich sagte doch, er wird sich freuen. << sagte ich.
    >>Nein, ich will nicht, dass alle wegen mir, ihr Leben aufs Spiel setzen. Ich … << Ron ließ Harry nicht weiterreden. >>Wäre ja das erste Mal, was? << sagte er.
    >>Nein. Nein, das ist was anderes. <<, sagte Harry. >>Das Zeug zu nehmen, ich zu werden, nein. <<
    >>Keiner von uns ist da scharf drauf, Alter. << sagte Fred.
    >>Ja, wenn etwas schiefgeht, bleiben wir auf ewig bebrillte, schmächtige Blödmänner. << sagte George. Harry lächelte nicht.
    >>Außer dir und Sullivan, sind hier alle volljährig, Potter. << sagte Moody. Harry sah mich kurz an.
    >>Dann, lasst wenigstens Angie aus dem Spiel. << sagte Harry. Ich wusste, dass er sich um mich sorgte, wenn er so sprach, aber ich habe nächste Woche, genau drei Tage nach ihm Geburtstag, und da spielt es doch keine Rolle. Ich bleibe nicht auf ewig sechzehn.
    >>Nein, Harry. Ich wollte und will das machen. Es ist wirklich nicht schlimm, du brauchst dich wirklich nicht um mich zu sorgen. << sagte ich. Harry wollte gerade widersprechen, als Moody sagte: >>Und alle sind bereit, das Risiko einzugehen, wie du siehst, Potter. <<
    In Harrys Augen sah ich immer noch die Sorge spiegeln. Aber er sorgte sich unnötig, selbst wenn etwas passieren würde, ich weiß, dass wir alle es zum Fuchsbau schaffen werden. Vielleicht wird jemand verletzt, aber die Hauptsache, wird doch die sein, dass wir überhaupt leben. Gerade räusperte sich jemand hinter uns. Es war Mundungus.
    >>Ehrlich gesagt, wurde ich ja benötigt. <<, sagte Mundungus. Mundungus wandte sich kurz Harry zu. >>Mundungus Fletcher, Mr. Potter. Ich war schon immer ihr größter Bewunderer. << sagte er.
    >>Klappe, Mundungus! <<, sagte Moody. Moody sah jetzt mich an. >>Also, Sullivan, wie besprochen. << sagte er. Sofort ging ich ganz schnell zu Harry und zog ihm schnell ein Haar raus. Er zuckte zusammen. Er rieb sich den Hinterkopf an der Stelle, an der ich ihm das Haar rausgerissen habe.
    >>Verdammt, Angie! <<
    Ich war bereits bei Moody und drehte meinen Kopf noch zu Harry.
    >>’tschuldige. << sagte ich.
    >>Direkt hier rein, bitte. << sagte Moody. Es war still im Raum. Ich gab vorsichtig das schwarze Haar in den Vielsaft-Trank, der kurz blubberte und eine goldene Farbe annahm. Ich erinnere mich noch an unser zweites Schuljahr, wo Harry, Ron, Hermine und ich zum ersten Mal Vielsaft-Trank getrunken hatten. Der Trank mit Goyles Haaren sah aus wie Popel. Der mit Harrys sieht um einiges leckerer aus, aber schmeckt genauso abscheulich, wie der von Goyle, da dieser Trank immer denselben Geschmack hat und nicht wie der Liebestrank Amortentia ist.
    Ich hatte gehofft, dieses Zeug nie mehr trinken zu müssen, aber da hatte ich mich geirrt. Ich ging wieder zurück neben Hermine und Ron. Wir alle, die die falschen Harrys abgeben sollten, stellten uns in einer Reihe nebeneinander auf. Harry stellte sich neben Moody, und beobachtete die Geschehnisse. Ich frage mich, wie es sich für ihn anfühlen wird, zu sehen wie sieben seiner Doppelgänger vor ihm stehen. Ich fände das gruselig. Moody ging ganz rechts wo Fred stand, und gab ihm die Flasche in die Hand.
    >>Falls einer noch nie Vielsaft-Trank genommen haben sollte, dann muss ich den warnen: Der schmeckt nach Kobold-Pisse. << sagte Moody und hielt Fred die Flasche hin.
    >>Du scheinst da wohl Erfahrung zu haben, Mad-Eye. <<, sagte Fred und nahm die Flasche in die Hand. Moody blickte ihn nur entnervt an. >>Ich wollt nur die Stimmung auflockern. << sagte Fred und nahm ohne mit der Wimper zu zucken einen Schluck aus der Flasche. Er reichte sie an George weiter. Jeder Trank einmal daraus und jeder fuhr zusammen als der Trank zwischen seine Lippen kam. Mir wurde fast schlecht. Das Zeug ist genauso widerlich wie ich es in Erinnerung hatte.
    Unsere Körper begannen schon sich zu verändern. Fred und George schrumpften um einen und einen halben Kopf, Ron schrumpfte nur um die drei Zentimeter. Fleur, Mundungus, Hermine und ich im Gegensatz, schossen mindestens sieben oder zehn Zentimeter höher. Die Haare von uns allen färbten sich Rabenschwarz. Mundungus wuchsen sie, weil er kahlköpfig ist. Bei Hermine, Fleur und mir schienen sich unseren lange Haare in unsere Köpfe einzuziehen, bis sie so kurz waren und den Haarschnitt von Harry angenommen hatten. Bei jedem färbten sich die Augen Grün. Da meine es bereits waren, sah ich in einen Spiegel an der Wand. Meine Augenfarbe wurde etwas dunkler, sonst veränderte sich an meinem Grün nichts. Unsere Gesichter nahmen auch die Gestalt von Harrys an.
    Nach kaum weiteren zwanzig Sekunden, standen in dem Raum acht Harry Potters. Fred und George sahen sich an.
    >>Wow. Wir sind absolut gleich. << sagten die zwei wie aus einem Munde.
    >>Nein. Noch nicht. << sagte Moody. Ich musste mir ein Lachen unterdrücken. Ich liebte die zwei einfach, sie sahen schon immer gleich aus, da sie Zwillinge waren. q
    Plötzlich musste ich feststellen, dass ich mich in meinen Klamotten gar nicht mehr wohl fühlte, sie waren jetzt viel zu eng.
    >>Ich weiß nicht, aber ich glaub, ich seh immer noch besser aus. << sagte Fred, während er sein Spiegelbild im Wasserkessel musterte.
    >>Bah. <<, sagte Fleur, die sich in der Klappe der Mikrowelle begutachtete. >>Bill, sieh misch nischt an – isch bin ’ässlisch. <<
    >>Brrr. Das ist unheimlich. << stellte ich fest und legte beide Hände auf meine Wangen und strich über sie.
    >>Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. << sagte Ron.
    >>Ruhe, ihr zwei. << sagte Moody. Er öffnete den Sack den er in der Hand hielt und schüttelte den Inhalt auf den Boden. Es waren mehrere T-Shirts, Joggingjacken, Jeans, Socken und Schuhe. Es waren alles die gleichen Kleidungsstücke, für jeden. Jeder von den falschen Harrys ging an den Kleiderhaufen und griff sich etwas. Jeder begann sich aus seinen Klamotten zu schälen und zog sich die rüber, die Moody für uns dabei hatte.
    >>Du hast nicht zufällig etwas Modischeres dabei? << fragte George.
    >>Ja, die Farbe ist nicht so der Hit. << stimmte Fred seinem Bruder zu, als er sich eins der dunkelroten T-Shirts nahm.
    >>Der Hit ist, dass ihr nicht ihr seid. Also Maul halten und ausziehen! << sagte Moody ernst.
    >>Okay, okay. << sagte Mundungus. Ich zog mir gerade mein Holzfällerhemd aus und dann mein Unterhemd. Ich vergaß in dem Moment, dass ich nicht in meinem Weiblichen Körper steckte, und eigentlich ohne mich zu schämen mich umziehen konnte. Trotzdem war es mir irgendwie peinlich und ich schnappe mir schnell eins der dunkelroten T-Shirts. Ich wagte erst gar nicht an mir runterzusehen.
    >>Was starrst du mich so an? <<, fragte ich den echten Harry. >>Du guckst als ob du zum ersten Mal dein Gesicht im Spiegel sehen würdest, und dann entdeckst, dass du zwei Augenpaare hast. << sagte ich.
    >>Tut mir leid. Ich finde das nur so verdammt unheimlich, von sieben Ichs umgeben zu sein. << sagte Harry.
    >>Ich kann dich verstehen. << sagte ich nur, und ließ das T-Shirt über meinen Kopf gleiten.
    >>Potter, du musst dich auch umziehen. << sagte Moody zu Harry. Fleur schien es am meisten unangenehm zu sein, in Harrys Körper zu stecken.
    >>Bill, guck weg. Isch bin so ’ässlisch. << sagte Fleur noch mal. Gerade setzte Hermine sich eine Brille mit runden Gläsern auf.
    >>Wow, Harry. Deine Augen sind ja wirklich grottenschlecht. Du siehst ja wirklich fast gar nichts. << sagte sie. Auch mir fiel das jetzt auf, dass meine Augen ziemlich schwach waren und ich fast alles vom weiten nur verschwommen sah. Ich hatte mich bereits fertig umgezogen und blinzelte mehrmals und rieb mir die Augen um zu sehen, ob es wirklich so schlecht war, wie es schien. Moody sah wie ich mir dauernd die Augen rieb und blinzelte.
    >>Hier, Fred. << sagte Moody und hielt mir eine Brille hin.
    >>Ich bin Angie! <<, sagte ich etwas sauer. >>Danke, dass du mich mit Fred verwechselst, Mad-Eye. Wenn du mich mit Harry verwechselt hättest, wäre es nicht so übel. Aber mit Fred? Ernsthaft?<<
    Ich hörte wie Fred kicherte. Ich funkelte ihn böse an. Genervt schüttelte ich den Kopf und setzte die Brille auf.
    >>Verzeihung, Sullivan. <<, sagte Moody. >>Wie auch immer. Teilen wir uns in Zweiergruppen auf. Jeder Potter bekommt ein Beschützer. Mundungus, du kommst mit mir. Auf dich habe ich ein besonderes Auge. <<, sagte Moody. >>Und, Harry? <<
    >>Ja? << sagten wir alle falschen Harrys wie aus einem Munde.
    Moody ächzte.
    >>Der echte Harry. Wo, zum Henker, steckst du? << fragte Moody. Der echte Harry hatte sich in eine Ecke des Raumes verzogen und fing auch an sich umzuziehen.
    >>Hier. << sagte er.
    >>Du fährst mit Hagrid. << sagte Moody. Hagrid lächelte.
    >>Ich hab dich vor sechzehn Jahren hierher, gebracht, da warst du so winzig wie ein Bowtruckle. Da finde ich, es gehört sich, dass ich es bin, der dich wegbringt. << sagte Hagrid. Ich band mir gerade die Schnürsenkel der schwarzen Turnschuhe zu, die Moody uns gegeben hatte.
    >>Wirklich rührend. <<, sagte Moody. >>Also los. Fred. <<
    >>Ich bin George! << sagte Fred. Ich konnte die Zwillinge schon anhand ihrer Stimmen unterscheiden, auch wenn sie vollkommen gleich waren. Fred legte Moody mal wieder rein, wie er und George es schon oft bei Mrs. Weasley getan haben.
    >>Sorry, George. << sagte Moody. Fred lachte auf. >>Ich führ dich nur am Zauberstab herum. Ich bin Fred. << sagte er.
    >>Genug jetzt! <<, sagte Moody. >>Also, Fred du gehst mir Arthur. Remus, du gehst mit George oder Fred, oder wer auch immer du bist, klar? Miss Delacour - <<
    >>Ich nehme Fleur auf einem Thestral mit. <<, sagte Bill. >>Sie hat’s nicht so mit Besen. <<
    Die Harry-Fleur stellte sich neben Bill hin.
    >>Gut. <<, sagte Moody. >>Miss Granger mit Kingsley, auch auf einem Thestral - <<
    Hermine wirkte beruhigt, als sie Kingsleys Lächeln erwiderte; ich wusste, dass es auch Hermine auf einem Besen an Selbstvertrauen mangelte.
    >>Tonks und Ron. Und Sullivan, wo steckst du? << fragte Moody und sah sich die einzelnen Harrys an. Ich war gerade eben, mit dem Schnüren der Turnschuhe fertig geworden, ich war in die Knie gegangen. Ich stellte mich wieder richtig hin.
    >>Hier. << sagte ich.
    >>Sullivan, du begleitest Fatima auch auf einem Besen. <<
    Ich nickte. Nachdem auch die letzten mit umziehen fertig waren, gingen wir aus dem Haus. Ich nahm mir meinen Feuerblitz der auf der Wiese im Garten lag. Die anderen stiegen ebenfalls auf ihre Fluggeräte, oder im Fall der Thestrale, Flugtiere.
    >>Auf zum Fuchsbau. Wir treffen uns da. <<, sagte Moody. >>Wir starten auf drei! <<
    Alle waren bereits startklar. Ich schwebte bereits auf meinem Besen einen halben Meter über dem Boden. Ich sah rechts von mir. Wo der echte Harry mit Hagrid auf Hagrids riesigem Motorrad saß. Ich musste sagen, dass ich jetzt wirklich Angst bekam. Allerdings nicht um mich, sondern um Harry. Todesser kreisten bereits um Surrey um nichts zu verpassen, sollte Harry früher von hier verschwinden. Ich ertappte mich dabei, wie ich ihn anstarrte, was er auch bemerkte. Ich drehte sofort meinen Kopf wieder nach vorne. Aber dafür spürte ich, dass jetzt er mich anstarrte. Er sah erst wieder nach vorne, als Moody anfing zu zählen.
    >>Eins … Zwei … <<, Ich warf noch mal einen letzten Blick um mich herum auf die anderen. Ich hatte auch große Angst, dass ihnen etwas passieren könnte, denn sie gehörten ja zu den Menschen, die ich am meisten liebte.
    >>… DREI! <<
    Da Fatima und ich ganz vorne neben Harry und Hagrid waren, waren wir auch die ersten die starten mussten. Fatima saß neben mir auf ihrem Besen und schwebte ebenfalls in der Luft. Sofort flogen wir mit aller Schnelligkeit weiter höher in die Lüfte. Kurz nachdem wir gestartet waren, befanden sich auch Harry und Hagrid in der Luft, und dann Kingsley und Hermine. Mehr Zeit hatte ich allerdings nicht um mich umzusehen. Ich musste mich jetzt genau auf den Flug konzentrieren. Wir waren nun so weit oben, dass man die ganze Stadt bereits sehen konnte. Einen Augenblick war nichts zu erkennen, wegen der vielen Wolken. Doch dann entdeckte ich eine schwarze Gestalt in der Wolkenwand. Zuerst hielt ich es für Todesser. Doch auf dem zweiten Blick, sah ich, dass es Harry und Hagrid waren. Ich flog kurz näher an sie heran.
    >>Hagrid! << sagte ich. Man musste richtig laut reden, denn der Wind war verflucht stark gewesen.
    >>Angie! << hörte ich eine Stimme. Es war nicht Hagrids sondern Harrys.
    >>Passt auf euch auf! << sagte ich.
    >>Machen wir! << sagte dieses mal Hagrid.
    >>Du auch Angie, und komm ja heil an! << sagte Harry. Ich nickte. Nun erschien Fatima neben mir.
    >>Angie, komm! Wir müssen nach Nord-Ost! << sagte sie. Sie flog zuerst und ich ihr dann hinterher. Es war für den Anfang ruhig. Jedoch für die ersten fünf Minuten.
    >>Geht’s dir gut? Ist alles klar bei dir? << fragte mich Fatima.
    >>Bestens! << sagte ich. Der Wind schien viel stärker geworden zu sein. Ich war froh dass wir beide einen Feuerblitz hatten, denn der hält jedem Sturm stand. Hätten wir einige der alten Modelle, wären wir inzwischen nach Wales oder Irland gepustet worden. Plötzlich hörten wir jemanden rufen. Es war einer hinter uns.
    >>DA IST POTTER! << schrie jemand. Ich war für einen Moment froh, dass er auf die Tarnung reingefallen war. Doch dann wurde ich wieder aus den Gedanken gerissen. Fatima und ich sahen uns um. Es waren mehrere Todesser hinter uns her.
    >>Schneller! << rief Fatima mir zu. Wir beide flogen so schnell es die Besen konnten. Es wurde brenzlig als einer der Todesser einen Fluch in unsere Richtung warf. Ich zückte schnell den Zauberstab.
    >>Protego Maxima! << rief ich. Ich hatte ein größeres Schild gezogen als das wie üblich, weil ich nicht wusste ob der Fluch auf mich oder auf Fatima abgefeuert wurde. Der Fluch prallte gegen das Schild und löste sich dann auf.
    >>Stupor! << rief ich. Ich traf einen der Todesser, der dann vom Besen fiel. Fatima holte auch ihren hervor. Sofort kamen vier weitere Todesser auf uns zugeflogen.
    >>Na klasse! <<, sagte Fatima. >>Stupor! << rief sie, doch der Zauber ging leider daneben.
    >>Expelliarmus! << rief ich. Ich hatte eigentlich auf den Zauberstab des Todessers gezielt, doch wegen dem Nebel und den vielen Wolken sah ich ihn nicht richtig und der Zauber hatte den Todesser getroffen, der jetzt vom Besen fiel.
    >>So geht’s auch. << sagte ich. Fatima und ich schickten noch eine ganze Weile Flüche auf die Todesser zu, bis keiner mehr in Sicht war.
    >>Fatima, wo sind wir? << fragte ich nach einer Weile. Wir befanden uns irgendwo überm Land. Die Stadt hatten wir schon längst hinter uns gebracht, doch wir befanden uns jetzt mitten im Nirgendwo, einfach nur Felder und sonst nichts. Nach der Landschaft in der Nähe des Fuchsbaus sah das hier nicht aus. Weit und breit gar nichts zu sehen.
    >>Wir sind in den Highlands. << sagte Fatima.
    >>Was! <<, sagte ich schockiert. >>Wir sind in Schottland! <<
    >>Keine Sorge, wir sind hier völlig richtig. Wir müssen nur zum Portschlüssel kommen. << sagte sie.
    >>Und hätte es nicht mehr gebracht, wenn ihr ihn in England versteckt hättet? << fragte ich.
    >>Zu riskant. Er hätte gefunden werden können, und hier gibt es gar nichts außer Grün und Land. << sagte sie. Ich flog die ganze Zeit Fatima hinterher, und hoffte, dass wir bald ankommen würden, denn ich musste mich dauernd umsehen, weil ich das Gefühl nicht loswurde, dass hinter uns immer noch Todesser waren. Als nach weiteren fünfzehn Minuten Fatima langsam tiefer flog, tat ich es ihr nach und blieb dicht hinter ihr. Schließlich landeten wir auf einer Wiese.
    >>Okay, der Portschlüssel ist dort bei der großen Weide. Schnell, Beeilung! << sagte sie. Wir rannten über die Wiese zur Weide. Als wir sie fast erreicht hätten, kam plötzlich ein weiterer Fluch angeschossen.
    >>Crucio! << rief jemand. Ich sackte sofort auf dem Boden zusammen. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht zu schreien, denn wenn sie meine Mädchenstimme hören würden, würden die Todesser merken, dass es sich nur um einen Trick handelt. Ich winselte aber vor Schmerzen, denn ganz Stumm konnte ich nicht bleiben. Ich hatte mir bereits so heftig in die Lippe gebissen, dass sie schon anfing zu bluten. Der Schmerz war einfach unerträglich, als würde man mir meine ganzen Knochen auf einmal brechen.
    >>Expelliarmus! << rief Fatima und der Todesser der mich gerade folterte verlor seinen Stab. Obwohl meine Muskeln brannten und schmerzten und jeder Knochen sich anfühlte, als wäre er gebrochen, stand ich auf und griff mir meinen Stab.
    >>Impedimenta! << rief ich. Der Todesser flog weg und schlug mit dem Rücken gegen einen Felsen und wurde Bewusstlos. Sofort erschienen fünf weitere von den Todessern. Von allen Seiten kamen Flüche angeschossen. Ich sah Fatima mit Lucius Malfoy und Narzissa Malfoy kämpfen, während ich mich mit Bellatrix, Greyback und Yaxley rum schlug. Alles Anhänger und Diener des Dunklen Lords.
    >>Avada Kedavra! << rief Narzissa Malfoy auf Fatima. Ich sah kurz zu ihr und war erleichtert als sie noch rechtzeitig zur Seite gesprungen war.
    >>Stupor! << rief ich auf Yaxley, doch dieser wehrte den Schockzauber nur lachend ab.
    >>Expelliarmus! << rief Bellatrix.
    >>Protego! << sagte ich schnell. Der Zauber prallte an dem Schild ab und traf Bellatrix. Sie stolperte, aber sie rappelte sich sofort wieder auf und schleuderte weiterhin Flüche auf mich zu. Ich hatte absolut keine Idee, wie ich alle gleichzeitig ausschalten konnte. Fatima konnte mir gerade nicht sonderlich viel helfen, da sie gerade auch etwas beschäftigt war.
    >>Stupor! … Incarcerus! … Expelliarmus! … Expulso! … Impedimenta! … Everte Stacen! … Rictusempra! … Levicorpus! << dauernd versuchte ich es mit Zaubersprüchen die mir durch den Kopf fielen. Es brachte meistens nur wenig.
    >>Petrificus Totalus! << rief ich. Die Ganzkörperklammer machte Yaxley bewegungsunfähig und er fiel zu Boden. Ich merkte wie leichter ich es jetzt hatte zu kämpfen. Ich wendete die Ganzkörperklammer auch bei Greyback an, worauf er sofort umfiel. Jetzt nur noch Bellatrix und dann hast du es, dachte ich mir. Sie war eine richtige Verrückte und schleuderte pausenlos irgendwelche Flüche auf mich zu.
    >>KOMM HER, POTTER! << schrie sie, als ich hinter einem Felsenmeer verschwand. Ich brauchte unbedingt eine Pause. Mein Arm tat schon weh, wie die Hölle. Ich hörte nur die Kampfgeräusche von Fatima die immer noch versuchte mir Lucius und Narzissa aufzunehmen.
    >>Wo bist du, Harry? Komm raus, komm raus. Ich will doch nur spielen. << sagte Bellatrix. Sie hatte eindeutig den Verstand verloren, sie ist auch generell von der Psyche eine Verrückte. Ich bewegte mich heimlich wieder zurück auf die Wiese zu. Ich rannte dann sofort los, als ich aus dem Felsenmeer wieder raus war. Aber Bellatrix hatte meine Schritte gehört und mich entdeckt. Sie lachte ihre komische schrille und kranke Lache: >>Hab ich dich! << rief sie. Sie warf wieder einen Fluch in meine Richtung.
    >>Protego! << rief ich, allerdings etwas laut. Ich schlug mir die Hände vor den Mund. Dummkopf! Du dumme Idiotin!, dachte ich. Du bist nicht in deinem Körper, Sullivan! Du bist angeblich Harry Potter!
    Bellatrix starrte mich auch schon an. Sie trat jetzt langsam immer näher an mich heran. Ich ging zurück; mein Zauberstab immer noch auf Bellatrix gerichtet.
    >>Augenblick mal … Diese Stimme … Aber natürlich … Du bist gar nicht Potter. Du bist eine von Harry Potters kleinen Freunden. Eine meisterhafte Tarnung Vielsaft-Trank zu benutzen, perfekt. So perfekt, dass sie uns am Anfang tatsächlich getäuscht hat, Angelina Sullivan. <<,
    Ich starrte Bellatrix mit großen Augen an.
    >>Ja, genau, Schätzchen. Ich weiß wer du bist. Du bist diese kleine Schlammblüterfreundin von Harry Potter, aber wo ist dieses andere nutzlose Schlammblut denn? Und wo ist der echte Potter? << fragte sie. In mir machte sich in jeder Zelle meines Körpers Wut und flammender Zorn breit. Ich war nun überhaupt nicht mehr dabei entspannt, wenn jemand meine Freunde als Schlammblüter bezeichnet. Ich wollte Bellatrix austricksen. Ich setzte ein geschocktes Gesicht auf, so als ob mir gerade etwas einen Morsschrecken eingejagt hätte. Ich blickte hinter Bellatrix, obwohl da nichts war. Wie zu erwarten fiel sie darauf rein.
    >>Wo starrst du denn hin? << fragte sie mit ihrer schrillen Stimme und drehte sich um. Sofort schwang ich meinen Zauberstab.
    >>Stupor! << rief ich. Der Zauber traf Bellatrix und schockte sie. Sie flog gegen einen der Felsen, der dann zerbröselte und sie in den Trümmern lag. Ob sie tot war, wusste ich nicht. Aber ich hatte nicht vor das zu prüfen. Ich musste auf der Stelle Fatima helfen, denn sie kam überhaupt nicht klar mit Lucius und Narzissa. Ich eilte zu ihr. Unterwegs nahm ich wieder meinen Stab zur Hand. Zum Glück hatten die Malfoys mich nicht bemerkt und kämpften weiter mit Fatima. Ich schwang mitten im Rennen meinen Zauberstab.
    >>Confingo! << rief ich. Der Sprengfluch war so stark, dass Narzissa und Lucius fast drei Meter über der Luft waren und noch weiter wegflogen.
    >>Fatima, komm schon! Wir müssen weg bevor sie wieder zu sich kommen! <<
    >>Danke dir, Angie. Los! << sagte sie. Wir liefen wieder auf die Weide zu. Dabei kamen wir an den Trümmern vorbei, in denen Bellatrix immer noch lag. Ich dachte, dass sie bestimmt Bewusstlos war.
    Doch nachdem ich an ihr vorbei lief, packte mich plötzlich ihre Hand am rechten Bein und ihre Nägel gruben sich unter meine Haut. Ich fiel hin und schlug mit der Stirn gegen einen spitzen Stein. Mir wurde leicht schwindelig und in meinem Kopf piepte es. Ich spürte nur wie etwas Warmes und Klebriges meine Stirn runter lief, und dann in mein Auge floss. Ich fasste mir kurz an die Stirn und sah auf meine Hand. Ich blutete ziemlich stark. Vermutlich eine Platzwunde. Ich warf einen Zauber auf Bellatrix. Doch durch das Blut in meinem Auge war meine Sicht so verschwommen, dass ich sie verfehlte. Ich sah nur, wie sie ein Messer zog und es hoch hob. Das war’s. Jetzt werde ich sterben, dachte ich. Ich schloss die Augen und wartete, dass mich das Messer durchbohrte und der Schmerz endlich kam. Doch nichts von beidem kam.
    >>Stupor! << rief jemand. Bellatrix flog von mir weg und knallte wieder gegen einen Felsen und lag wieder in den Trümmern.
    >>Komm! Lass uns von hier verschwinden! << sagte Fatima und reichte mir ihre Hand. Ich zog mich an ihr hoch und wir rannten weiter zum Portschlüssel, es war eine leere Suppendose. Ich sah nur noch wie Bellatrix wieder ihren Arm hob, dieses Mal warf sie das Messer. Ich hoffte nur, dass sie uns verfehlen würde. Wir befanden uns bereits in dem Strudel.
    Ein paar Sekunden drehten wir uns mit Höchstgeschwindigkeit, ehe wir dann hart auf einer Wiese landeten.
    Ich sah Licht und ein Gebäude und über mir den dunklem Nachthimmel. Wir hatten es geschafft. Wir waren am Fuchsbau angekommen. Fatima stand sofort auf. Ich spürte in meinem linken Oberarm einen heftigen und pochenden Schmerz. Ich sah zu meinem Arm runter und sah, dass dort tief das Messer von Bellatrix steckte. Immer noch besser als im Magen, sagte ich in Gedanken zu mir selbst. Ich war allerdings so schwach, dass ich nicht die Kraft hatte aufzustehen.
    >>Angie! Fatima! << hörte ich die Stimme von Hermine aus dem Fuchsbau. Fatima sah meine Verletzung und dass ich nicht aufstehen konnte. Meine Augenlider wurden so langsam schwerer. Sie legte meinen rechten Arm um ihre Schulter und hielt ihn fest, dann legte sie ihren anderen Arm um meine Taille. Sie half mir so auf und trat mit mir immer näher an den Fuchsbau.
    >>Angie! << hörte ich jetzt Harrys Stimme. Meine Augen waren mir fast zugefallen. Ich war einfach viel zu erschöpft um ihn zu antworten, auch wenn ich gerne wollte und ihn in die Arme schließen. Ich spürte dann wie mich jemand hochhob und ich nun getragen wurde. Ich entdeckte nur rote Haare. Vermutlich war es Mr. Weasley. Während er mich in den Fuchsbau trug, wurde meine Sicht durch die Brille, die ich immer noch trug geschwächt, ich muss mich wieder zurück in mich selbst verwandeln, dann fielen mir auch noch lange Haare ins Gesicht, mit der schönen Farbe von Vollmilchschokolade.
    Dann wurde alles schwarz.

    Ich war wohl für einen kurzen Moment weggetreten, denn ich spürte plötzlich eine angenehme Wärme, und wie ich auf mein Bett in dem Zimmer von Hermine und mir im obersten Stockwerk des Fuchsbaus hingelegt wurde. Ich öffnete meine Augen wieder. Mrs. Weasley hatte sich neben das Bett hingekniet.
    >>Ist ja alles wieder gut. << sagte sie und strich mir über die Stirn. Ich hatte furchtbare Schmerzen, aber ich war so geschwächt, dass ich kaum antworten konnte. Mrs. Weasley nahm mir dann die Brille ab. Ich öffnete wieder die Augen die gerade wieder zugefallen waren. Harry hatte sich gerade aufs Bett gesetzt und nahm meine Hand und strich mir die Haare aus dem Gesicht. Ich sah, dass sich im Zimmer noch Hermine, Ron, Mr. Weasley und Fred aufhielten.
    >>Nicht noch mehr Verletzte. << hörte ich Hermine leise wimmern.
    >>Es ist alles gut. Jetzt sind wenigstens alle da. Und Angie und George sind zum Glück nicht schwer verletzt. <<, sagte Mrs. Weasley. >>Ich werde George und Angie wieder gesundpflegen. Es wird alles wieder gut. << sagte Mrs. Weasley und strich dabei über die Stirn, wie meine Mutter es immer getan hatte, als ich mit Fieber, krank, im Bett lag.
    >>G … G-george? Ist … er … etwa au-auch … verl-l-letzt? << war der erste Satz den ich raus gebracht hatte. Ich war geschwächt dass es mich sehr viel Kraft kostete diesen Satz so auszusprechen, dass man ihn halbwegs verstehen konnte.
    >>Wie fühlst du dich? << brach es sofort aus Harry heraus.
    >>Langsam, Harry. <<, sagte Mrs. Weasley und legte eine Hand auf Harrys Schulter. >>Lassen wir Angie sich in Ruhe erholen. <<, Mrs. Weasley nahm ihre Hand von Harrys Schulter wieder runter und strich mir über die Wange. >>Leider ja, Angie. Aber ihr beide werdet es schon schaffen. Ich bleibe von euch beiden so lange nicht weg, bis ihr wieder auf den Beinen seid. <<
    Ich nickte schwach und mir fielen sofort wieder die Augen zu. Ich war noch wach, aber ich hatte einfach keine Kraft mehr, meine Augen offen zu halten.
    >>Angie, bitte, werd nicht Ohnmächtig! << flehte Harry immer noch total besorgt. Er hielt weiterhin meine Hand. Ich öffnete meine Augen wieder vorsichtig.
    >>Ich bin noch hier, du Idiot. <<, sagte ich und lächelte schwach. >>Ich mache doch nur die Augen zu. << Jetzt lächelte Harry auch. Ich hörte Schritte, die die Treppen hoch eilten. Es waren die restlichen von uns.
    >>Mad-Eye ist tot. <<, sagte Bill. Ich merkte erst jetzt dass bei Ginny, Hermine und Fleur Tränen flossen. >>Mundungus hat nur einen Blick auf Voldemort geworfen und ist dann disappariert. << sagte er. Mundungus ist also abgehauen. Aber das war mir eigentlich völlig schnuppe. Ich hob meine Hand und wollte nach dem Messer in meinem Arm greifen.
    >>Nein, Angie. <<, sagte Harry. Er nahm meine Hand und drückte sie sanft wieder runter. >>Fass das nicht an. <<
    >>Ich will nur … dass … das … Ding r-raus ist. Es f-fängt an … echt weh zu tun. << sagt ich. >>Keine Sorge, Süße. Ich kümmere mich darum. <<, sagte Mrs. Weasley. >>Würdet ihr bitte alle nach George sehen, ich werde hier schon klar kommen. << sagte sie und deutete den anderen das Zimmer zu verlassen. Doch Harry rührte sich nicht vom Fleck.
    >>Na los, Harry. Geh schon. << sagte Mrs. Weasley.
    >>Nein, ich will hierbleiben. <<, sagte er. >>Ich möchte Ihnen helfen. << sagte Harry.
    >>Na, schön. Würdest du mir bitte etwas Spiritus aus der Küche holen, ein paar Tücher und einen Verband, und etwas Watte aus Baumwolle. << sagte Mrs. Weasley. Harry stand sofort auf und holte die Dinge in null Komma nichts her.
    >>Was ist eigentlich mit George? << fragte ich. Mrs. Weasley sah sehr traurig aus, so hatte ich sie noch nie erlebt.
    >>Er hat durch einen Fluch von Snape sein linkes Ohr verloren. << antwortete Harry für sie. Ich zuckte heftig zusammen. Ich wollte mir gar nicht erst vorstellen, wie George jetzt aussah.
    >>Ich mach das schnell. Beiß einfach die Zähne zusammen. << sagte Mrs. Weasley. Ich nickte. Harry nahm wieder meine Hand und ich drückte die seine ganz fest. Mrs. Weasley nahm das Messer und zog es schnell heraus, dass ich kaum etwas spürte, jedoch leicht zusammenzucken musste. Mrs. Weasley fasste mich an der Schulter.
    >>Es ist ja alles gut. Tut mir leid. <<, sagte sie. >>Angie, ich müsste dich mal aus dieser Joggingjacke schälen, dann kann ich mir die Verletzung besser ansehen. << sagte Mrs. Weasley. Ich wollte mich schon aufsetzten, aber Harry drückte mich wieder ins Bett zurück.
    >>Bleib lieber liegen. << sagte Mrs. Weasley. Irgendwie schafften sie und Harry es mich aus der Jacke zu kriegen. Ich wagte es gar nichts erst auf meine Wunde zu schauen.
    >>Okay, Angie. Ich werde die Wunde jetzt reinigen. Es könnte etwas brennen. <<
    Wieder nickte ich nur. Mrs. Weasley tunkte ein Tuch in den Spiritus. Sie fuhr dann mit dem Tuch nur ganz kurz über die Wunde, als ich schon wegen dem Brennen zusammenzuckte.
    >>Au! << stöhnte ich vor Schmerzen.
    >>Ist schon vorbei. << sagte Mrs. Weasley und fuhr noch ein paar Mal mit dem Buch über die Wunde, die immer noch blutete. Nachdem alles desinfiziert war, fuhr Mrs. Weasley mit einem Tuch das sie in warmes Wasser getunkt hatte über die Wunde, worauf die Blutung sofort stoppte. Sie legte ein großes Wattepad aus Baumwolle auf die Wunde und band darum einen Verband. Ich musste sagen dass der Schmerz im Arm deutlich nachgelassen hatte. Zum Schluss reinigte Mrs. Weasley die Platzwunde an meiner Stirn.
    >>Das ist nichts. Es gibt vielleicht nur einen kleinen Kratzer. Was dein Arm angeht, Angie, Süße, besteht die Möglichkeit, dass eine Narbe zurückbleiben wird. <<
    >>Ist nicht schlimm. Was sind schon Narben. Schlimmer wäre eine Blutvergiftung. << sagte ich halb lächelnd. Ich versuchte die Sache mit Humor zu nehmen, denn es wäre wirklich etwas beruhigender.
    >>Nun gut. Du solltest etwas schlafen. << sagte sie und ging aus dem Zimmer. Harry blieb immer noch auf dem Bett sitzen.
    >>Willst du nicht lieber auch schlafen gehen? << fragte ich.
    >>Nein. Will ich nicht. << sagte er.
    >>Aber du siehst furchtbar aus. << sagte ich. Er lachte kurz.
    >>Ist mir egal. Und hast du dich in letzter Zeit mal angesehen? Ich werde nicht von deiner Seite rücken, solange bis du wieder auf den Beinen stehst. << sagte er dann aber wieder ganz ernst. Ich fand es albern von ihm.
    >>Harry, ich muss nur eine Nacht drüber schlafen und bin morgen wieder fit. Ich will nicht dass du die ganze Zeit nur hier rumhockst. Etwas frische Luft könnte dir gerade echt nicht Schaden. Du siehst aus, als wärst du in Kreidestaub gefallen, so weiß bist du. << sagte ich. Zwar lächelte er, aber er bewegte sich von seinem Platz trotzdem nicht weg.
    >>Na, schön. Du gewinnst. << sagte ich und gab mich etwas früh geschlagen, weil ich wusste dass er nicht gehen würde, egal was ich sage. Ich habe noch nie erlebt, dass er sich solche Sorgen um mich macht. Aber ich würde nicht jetzt darüber nachdenken. Ein anderes Mal. Zuerst musste ich mich wirklich ausruhen. Ich schloss meine Augen und fiel ein paar Sekunden später auch schon in einen tiefen Schlaf.

    2
    Das Testament von Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore

    Ich stand auf einer Lichtung im Wald. Nicht weit vor mir waren die Silhouetten von zwei Gestalten zu sehen. Ich trat näher an sie heran um sie besser erkennen zu können. Ich trat näher an die beiden Gestalten. Ich sah dass sie sich an der Hand hielten und sich einen kurzen Kuss gaben. Als ich nicht mehr weit weg von ihnen war, erkannte ich sie.
    >>Mum? Dad? << sagte ich. Die beiden Personen drehten sich zu mir. Sie waren es wirklich. Ich sah in die Gesichter meiner Eltern. Sie lächelten mich an. Sie deuteten mir, zu ihnen zu kommen. Ich rannte auf sie zu und die zwei schlossen mich in die Arme. Es war einfach nur schön sie wieder zu sehen. Es schien alles perfekt. Jedenfalls für den ersten Moment. Die Sonne schien und der klang der stillen Natur war einfach nur beruhigend und einfach nur noch schön.
    >>Wir haben dich vermisst. << sagte Mum.
    >>Du hast uns gefehlt. << sagte Dad.
    >>Ihr mir auch. Ich liebe euch so sehr. << sagte ich. Meine Eltern hielten mich immer noch in ihren Armen.
    >>Wie rührend. << sagte plötzlich eine kalte Stimme. Mir lief ein Schauer über den Rücken. Ich kannte die Stimme. Sofort ließen meine Eltern mich los. Ich sah in die Richtung aus der die Stimme kam. Ich blickte genau in die unheimlich rot leuchtenden Augen von Voldemort.
    >>Wie rührend. << wiederholte er.
    Mir gefror das Blut in den Adern. Ich hielt mich aus Angst an dem Arm meines Dads fest. Doch meine Eltern lächelten mich einfach nur weiter an, als ob sie ihn nicht sehen würden. Ich sah sie hilfesuchend an. Doch sie sahen nur mich die ganze Zeit an.
    >>Wir lieben dich. << sagte meine Mutter. Meine Eltern wurden beide kreideweiß im Gesicht. Sie wurden immer blasser und dann entdeckte ich was geschah. Sie fingen an sich aufzulösen. Ich wollte nach Mums Hand greifen oder nach Dads, doch ich konnte sie beide nicht erwischen. Sie verschwanden und waren kaum noch zu sehen.
    >>NEIN! << schrie ich. Jetzt sah ich wieder zu Voldemort wie er triumphierend lachte. Mir flossen tausende Tränen die Wangen herunter. Jetzt war ich endgültig allein, nur mit Voldemort, der immer noch amüsiert über die Situation lachte. Warum brachte er es nicht zu Ende? Warum hatte er mich noch nicht umgebracht? Mir schossen tausende von solchen Fragen durch den Kopf. Plötzlich waren hinter Voldemort Harry, Ron und Hermine. Ich wollte zu ihnen doch in demselben Moment, umschlang eine Teufelschlinge mein Bein und hielt mich an der einen Stelle fest. Ich konnte nirgends hin. Ich sah mit einem Gesicht voller Tränen vor mich. Ich sah wie mir meine besten Freunde zulächelten, wie meine Eltern vorhin. Bloß, dass sie sich nicht auflösten. Aber Voldemort fand einen Weg, mich noch heftiger zu verletzen. Er hob seinen Zauberstab und feuerte einen Fluch auf Harry, Ron und Hermine ab. Ein grünes Licht entglitt aus seinem Zauberstab und traf meine besten Freunden, die daraufhin umfielen.
    >>NEEEEIN! << schrie ich wieder.
    Völlig schweißgebadet wurde ich wachgerüttelt.

    Meine Stirn war voller kaltem Schweiß und mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich atmete schwer. Was für ein Alptraum! Mir lief eine Träne die Wange herunter.
    >>Angie! <<, hörte ich Harrys Stimme in der Dunkelheit. >>Angie, ist alles okay? << Er knipste die kleine Lampe auf dem Nachttisch an. Er sah mein Gesicht.
    >>Du hast im Schlaf geschrien. << sagte er und wischte mir den Schweiß von der Stirn und strich mir über die Wange. Ich fing an leise zu schluchzen. Er zog mich an sich und ich weinte leise in seine Schulter.
    >>Nur ein Traum. <<, sagte ich. >>Es … es war nichts. Einfach nur ein dummer Traum. << stotterte ich tränenüberströmt.
    >>Ganz ruhig. Es ist ja schon vorbei. << flüsterte er mir zu. Ich sah, dass es im Zimmer noch völlig dunkel war. Auf der Uhr auf der Kommode im Zimmer, konnte ich sehen, dass es noch mitten in der Nacht war, und das Hermines Bett leer war.
    >>Wo ist Hermine? << fragte ich.
    >>Sie schläft bei Ginny im Zimmer. Mrs. Weasley meinte, dass du heute Nacht lieber etwas alleine sein solltest. <<
    >>Und was machst du dann hier? << fragte ich. Mein Gesicht war immer noch in seiner Schulter vergraben.
    >>Ich habe dir doch gesagt, ich werde nicht von deiner Seite weichen. <<, Wir sagten beide einen Augenblick kein Wort. Er schaukelte mich ganz leicht vor und zurück, wie man es bei Neugeborenen macht, damit sie besser einschlafen können, oder nach einem Heulanfall sich schnell wieder beruhigen. Ich musste sagen, dass das irgendwie eine beruhigende Wirkung auf mich hatte. Mein Herz beruhigte sich so langsam wieder.
    >>Wovon hast du denn geträumt? <<, fragte Harry vorsichtig. Wieder floss eine dumme Träne an meiner Wange runter. Ich löste mich von ihm und wischte sie ganz schnell weg. Noch war ich zu aufgewühlt um zu antworten.
    >>Möchtest du es nicht erzählen? << fragte er wieder vorsichtig. Ich merkte, dass ich es unbedingt erzählen wollte, denn dieser Traum schien mich zu erdrücken.
    >>Von V-vol-voldemort. << stotterte ich. Er legte einen Arm um mich und drückte mich an seine Seite.
    >>Keine Angst. Er kann dir nichts antun. Es war nur ein Traum. <<
    >>Nein … d-das i-ist es n-nicht, w-as mich so er-erschreckt hat. <<
    >>Was dann? << wollte er wissen. Wieder lief mir eine Träne die Wange herunter und tropfte auf meinen Arm.
    >>Oh, Harry. << flüsterte ich und vergrub wieder mein Gesicht in seiner Schulter. Er strich mir mit der Hand beruhigend übers Haar.
    >>Shhht. Ist schon gut, Angie. Was war es? << fragte er.
    >>Du warst auch da. <<, er löste sich von mir und sah mir in die Augen. >>Ron und H-hermine auch. U-und M-mum und D-dad. Voldemort h-hat euch … er hat … einfach euch alle. << Mein Schluchzen wurde wieder schlimmer. Wieder umarmte er mich vorsichtig. Er schien verstanden zu haben.
    >>Keine Sorge, es ist alles gut. Du hast nur geträumt. Das war nur ein Alptraum. Das vergisst du wieder schnell. Ich bin und bleibe bei dir. Ich lasse dich nie allein. << flüsterte er mir ins Ohr. Ich liebte ihn einfach dafür. Dafür, dass er immer für mich da war, ich liebe einfach ihn und seine Art. Ich liebe ihn mehr als alles andere und er weiß überhaupt nichts davon. Wieder sahen wir uns an.
    Ich wollte jetzt aber nicht von dem Traum reden. Ich versuchte vom Thema irgendwie abzukommen. >>Ich habe dich doch hoffentlich nicht geweckt. << sagte ich, obwohl ich wusste, dass er nicht geschlafen hat.
    >>Ich war seitdem du eingeschlafen bist, die ganze Zeit hier. Ich habe mich nicht von der Stelle gerührt. <<, sagte er. Wie ich es mir gedacht hatte. Es war ganz kurz still. >>Komm. Leg dich wieder hin. Versuch zu schlafen. << sagte er und drückte mich wieder ins Kissen zurück. Ich war zwar wieder beruhigt, oder jedenfalls einigermaßen, aber einschlafen konnte ich ganz bestimmt nicht mehr, wenn ich weiter diese grauenvollen Bilder vor mir sehe. Ich schüttelte den Kopf.
    >>Doch, Angie, du musst. << sagte er.
    >>Ich … kann nicht. << winselte ich.
    >>Versuch’s. << sagte er noch mal.
    >>Kommst du kurz zu mir? <<, fragte ich. >>Nicht lange. Nur so lange, bis ich eingeschlafen bin. <<
    Er dachte nicht einmal nach. Sofort kam er zu mir und legte sich neben mich. Ich fühlte mich irgendwie ein wenig besser. Er strich mir die Haare aus dem Gesicht. Bei mir ging wieder dieses Kribbeln los, das ich so sehr hasste. Meine Verliebtheit meldete sich wieder. Aber ich musste die Schmetterlinge in meinem Bauch ignorieren und wirklich versuchen zu schlafen. Etwas schüchtern schmiegte ich mich an ihn. Ihn schien es nicht zu stören und er streichelte mir weiter die Haare aus dem Gesicht und lächelte mich schwach an und drückte mich dann an sich. Ich schlief eigentlich sehr leicht und schnell ein. Ich war einfach so in Harrys Armen eingeschlafen. Ich träumte in dieser Nacht gar nichts mehr.

    Am nächsten Morgen war ich – zur meiner Überraschung – alleine. Harry war nicht da. Vermutlich hatte Mrs. Weasley ihn überredet runter zum Frühstück zu kommen. Es war fast elf Uhr. Ich stand vom Bett auf und musste feststellen, dass ich mich besser fühlte als gestern. Ich hatte auch noch schmerzen und konnte auch normal laufen, ohne, dass mir schwindlig wurde. Ich ging zum Fenster und wollte es öffnen um etwas zu Lüften. Der Wind fühlte sich auf der Haut sehr gut an und ich atmete die frische Morgenluft ein. Ich sah draußen die andern Weasleys und auch die anderen Erwachsenen und Harry und Hermine. Alle helfen das riesige Zelt aufzubauen, indem die Hochzeit von Bill und Fleur in ein paar Tagen stattfinden wird. Ich wollte ihnen gerne helfen. Ich wollte zur Tür rausmarschieren doch da fiel mir auf, dass ich immer noch die Klamotten vom Vorabend an hatte. Ich zog mir schnell meine eigenen Sachen wieder an und ging die Treppen runter in die Küche. Ich hatte erwartet dass alle draußen waren, aber als ich in der Küche ankam – die ich überqueren muss um in den Garten zu kommen – sah ich dort Mrs. Weasley und Hermine wie sie sich über die Hochzeitstorte unterhielten.
    >>Morgen. << sagte ich. Hermine uns Mrs. Weasley sahen erstmal geschockt aus. Doch dann breitete sich auf deren beiden Gesichtern ein Lächeln aus.
    >>Angie! << sagte Hermine. Sie sprang von ihrem Platz auf und umarmte mich.
    >>Angie, das ist schön, dass es dir gut geht. Aber wieso hast du denn das Bett verlassen? << fragte Mrs. Weasley.
    >>Ich kann nicht Tage und Nächte nur im Bett bleiben. Ich muss etwas machen, sonst drehe ich durch, wenn ich sehe dass alle etwas tun und ich liege nur im Bett weil ich verletzt bin. << sagte ich.
    >>Ich sehe auch, dass du kaum Schmerzen hast. << sagte Mrs. Weasley. Ich lächelte.
    >>Genau so ist es. Ich fühle mich klasse, Mrs. Weasley. Alles nur dank ihnen. << sagte ich.
    >>Oh meine, Süße. Ich freue mich einfach nur, dass du wieder auf den Beinen bist. Aber du solltest dich trotzdem lieber nicht überanstrengen. << meinte Mrs. Weasley lächelnd. Von draußen hörten wir Mr. Weasleys Stimme.
    >>Molly! Hermine! Wir bräuchten hier eure Hilfe. Wir haben ein paar Probleme! << rief Mr. Weasley von draußen aus dem Garten. Wir gingen alle nach draußen. Jetzt sah ich alle zusammen. Auf der riesigen Wiese war ein Zelt ausgebreitet. Natürlich war es noch nicht aufgebaut. Wir gingen zu den anderen. Fleur war die, die mich zuerst entdeckte.
    >>Angie! Isch ’abe misch so um disch gesorgt! << sagte Fleur und drückte mir fast die Luft aus der Lunge.
    >>Mir geht’s gut Fleur. Du erdrückst mich gleich! << sagte ich lachend obwohl ich kaum Luft bekam.
    >>Oh, das tut mir leid! << sagte sie und ließ mich wieder los. Doch sofort nachdem sie mich losgelassen hatte, wurde ich wieder stürmisch umarmt. Mir blieb die Luft weg.
    >>Harry … nicht so fest! << sagte ich keuchend.
    >>Tut mir leid. <<, sagte er und ließ mich wieder los. >>Warum liegst du nicht im Bett? << fragte er.
    >>Mir geht es wieder gut, okay. Sorg dich nicht um mich. Vergiss einfach alles von gestern. << sagte ich und hoffte, dass er sich endlich beruhigen würde.
    >>Angie, Hermine. Kommt. Wir könnten eure Hilfe sehr gut gebrauchen. << sagte Mr. Weasley. Wir gingen alle zu ihm und stellten uns um das riesige Zelt. Jeder richtete seinen Zauberstab darauf.
    >>Auf drei. Eins. Zwei. Drei! <<
    Wir schwangen unsere Zauberstäbe und das Zelt erhob sich in die Lüfte.
    >>Alles klar. Angie, jetzt wieder du. << sagte Mr. Weasley. Ich nickte und schwang meinen Stab wieder. Die Stangen bauten sich von selbst auf, und das Zelt war nun Stabil und stand.
    >>Das hätten wir dann. << sagte Hermine. Eine Weile lang bauten wir verschiedene Sachen auf. Schleppten Stühle und Tische hin und her. Gläser und alles andere, landeten bereits in dem Zelt. Die Hochzeit würde schon übermorgen stattfinden, und wir mussten unbedingt heute oder morgen, mit den Vorbereitungen fertig werden. Ginny und ich waren als einzige drinnen im Zelt und befestigten Girlanden an den Stellen an denen Fleur sie uns gezeigt hatte. Es sah alles sehr hübsch aus. Es würde nicht so eine riesige Hochzeit werden, etwas kleiner wird sie schon sein, aber auch nicht wieder zu klein. Eigentlich genau passend, nicht zu viel und nicht zu wenig. Ich bin kein Fan von Partys und ähnlichem, aber Hochzeiten finde ich super, muss ich zugeben. Ich weiß nicht wieso; vermutlich weil es etwas zu feiern gibt, nicht so wie bei Partys die man aus Langeweile macht, und es nichts zu feiern gibt und sich meistens nur betrinkt, finde ich einfach nur sinnlos.
    >>Angie, reichst du mir mal eben die Lilien? << sagte Ginny und deutete auf einen Tisch auf dem eine Kiste mit kleinen weißen Lilien stand.
    >>Klar. <<, sagte ich und ging zu der Kiste. >>Wie viele brauchst du? << fragte ich.
    >>Ähm – drei würden reichen. << sagte sie. Ich nahm drei Lilien und reichte sie dann Ginny.
    >>Danke. << sagte sie und band mit einer violetten Schleife die Lilien fest.
    >>Ginny, weißt du zufällig, wo Hermine ist? << fragte ich sie. Sie zuckte die Schultern.
    >>Hm, nein. Ich habe sie nur gerade eben draußen gesehen, wie sie Dad und Fred bei etwas geholfen hatte. Sieh mal da nach. << sagte Ginny.
    >>Okay. Danke dir. Kommst du ohne mich klar? << fragte ich. Ich ließ sie ungern alleine das alles zu Ende zu dekorieren.
    >>Ist doch nicht mehr viel übrig. Na los, geh schon. << sagte sie. Ich nickte und verließ das Zelt. Ich sah Hermine tatsächlich an der Scheune bei Mr. Weasley und Fred. Ich wollte gerade auf sie zugehen, als George sagte: >>Meine Fresse, wenn das mal nicht der Zaubereiminister persönlich ist. <<
    Der Zaubereiminister ist gerade in den Garten getreten. Er bat Harry, Ron, Hermine und mich ihm zu folgen und rein zu begleiten. Drinnen setzten wir uns in das Wohnzimmer.
    >>Herr Minister, wie kommen wir zu dieser Ehre? << fragte Harry.
    >>Die Antwort auf diese Frage, kennen Sie genauso wie ich, Mr. Potter. << sagte der Minister nur. Er hatte eine Aktentasche dabei. Keiner wusste was sich dort drin befand, und ich wusste auch, dass keiner den Grund für sein Erscheinen kannte. Scrimgeour legte auf den Kaffeetisch etwas was in ein dunkelrotes Tuch gewickelt war. Wir sahen den Minister nur Fragend an. Als Antwort zog er aus der Aktentasche einen Brief. Er ließ ihn los und er schwebte in die Lüfte. Er entfaltete sich von selbst.
    >>Ich darf’s verlesen:,, Letzter Wille und Testament von Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore.“ <<, las Scrimgeour vor. >>Fangen wir an:,, Ronald Bilius Weasley hinterlasse ich meinen Deluminator, einen vom mir geschaffener Gegenstand, in der Hoffnung, er möge in den allerdunkelsten Augenblicken für die notwendige Erleuchtung sorgen.“ <<
    Scrimgeour entfaltete das Tuch in dem sich dieser Deluminator befand. So einen Gegenstand hatte ich noch nie zuvor gesehen. Er sah auch wie ein sehr dicker Stift. Scrimgeour reichte Ron den Deluminator. Ron nahm ihn zur Hand und musterte ihn von allen Seiten.
    >>Den hat er mir vermacht? << fragte Ron.
    >>Ja. << sagte Scrimgeour.
    >>Wahnsinn. <<, sagte Ron begeistert. >>Was kann der? << schoss es danach aus ihm raus. Er drückte einen Knopf an dem Deluminator. Plötzlich sog er das Licht von der Lampe ein, der auf der Kommode mit den Familienfotos der Weasleys stand. Wir alle, und vor allem Ron, staunten. Ron drückte den Knopf noch mal und das Licht kehrte aus dem Deluminator wieder in die Lampe zurück und diese leuchtete wieder.
    >>Voll krass. << sagte Ron. Scrimgeour wandte sich wieder dem immer noch schwebenden Testament zu.
    >>,, Hermine Jean Granger hinterlasse ich mein Exemplar der Märchen von Beedle dem Barden. In der Hoffnung, sie möge sie unterhaltsam und lehrreich finden.“ << las Scrimgeour vor und reichte Hermine ein Exemplar der Märchen von Beedle dem Barden. Hermine sah das Buch an. Der Einband war noch in einem guten Zustand, aber an ein paar Stellen sah man, dass das Buch gebraucht war.
    >>Aus diesem Buch hat mir Mum immer vorgelesen. Der Zauberer und der hüpfende Topf. Babbelhäschen und sein schnatternder Sturmschwanz. <<, sagte Ron. Harry und Hermine sahen ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.
    >>Kommt, Leute. Das Märchen vom Babbelhäschen. Nein? <<
    Wir schüttelten den Kopf, oder jedenfalls nur Harry und Hermine, die diese Märchen nicht kannten. Ich kannte diese Märchen von meiner Mum. Meine Mutter hatte mir auch immer daraus vorgelesen. Sie hatte eine uralte Ausgabe, weil sie mal meiner Großmutter gehört hatte.
    >>Ron, natürlich kennen Harry und Hermine diese Märchen nicht, wenn sie bei Muggeln aufgewachsen sind. Sie wuchsen mit Sachen wie Schneewittchen und die sieben Zwerge und Aschenputtel oder Dornröschen auf. << sagte ich. Ron guckte verwirrt.
    >>Ist das eine Krankheit? << fragte er. Ich verdrehte nur die Augen. Scrimgeour las wieder vom Papier ab.
    >>,, Angelina Catherine Lilith Sullivan hinterlasse ich meinen Silberring, der seit Generationen in meiner Familie war. In der Hoffnung er würde ihr helfen, hinter das zu kommen, was in ihm verborgen ist.“ << las Scrimgeour wieder vor. Er reichte mir einen wunderschönen Silberring der mit Saphiren besetzt war. Es muss vermutlich ein Erbstück gewesen sein und sehr wertvoll, wieso überreichte Dumbledore mir einen Ring der schon immer in seiner Familie war? Ich meine, es ist doch ein Familienerbstück und er gibt es einfach einer seiner Schülerinnen.
    >>,, Harry James Potter hinterlasse ich den Schnatz, den er während seines ersten Quidditch-Spiels gefangen hat. Als Symbol des Lohns für Durchhaltevermögen und Geschick.“ << Scrimgeour reichte Harry den kleinen Schnatz, ein Quidditch-Ball der die Größe einer Walnuss hat. Harry nahm den Schnatz in die Hand und sah ihn sich an.
    >>Das war’s dann? << fragte Harry.
    >>Noch nicht ganz. <<, sagte Scrimgeour. >>Dumbledore hat Ihnen darüber hinaus ein zweites Stück vermacht. <<, sagte er. Wir sahen ihn alle gespannt an. Was hätte Dumbledore denn noch vererben können. >>Das Schwert von Godric Gryffindor. << sagte Scrimgeour. Ich dachte ich hörte nicht richtig. So ein wertvolles Schwert zu vererben, das einem der Gründer von Hogwarts gehört hatte.
    >>Leider stand es Dumbledore nicht zu das Schwert von Gryffindor weiterzugeben. Es ist ein bedeutendes, historisches Artefakt, deshalb gehört es - <<
    >>Harry. <<, sagte Hermine. >>Das Schwert gehört Harry. Es kam im Augenblick größter Not zu ihm, damals, in der Kammer des Schreckens. <<
    >>Das Schwert, Miss Granger, kann jedem würdigen Gryffindor zu Hilfe eilen, das macht es jedoch nicht zum Eigentum dieses Zauberers. Wie dem auch sei, es befindet sich an einem unbekannten Ort. <<
    Haben die es verloren? Oder hatte Dumbledore es etwa versteckt, damit wir es finden, und weil sonst keiner da ran kommen sollte?
    >>Wie bitte? << fragte Harry.
    >>Das Schwert ist verschwunden. <<, sagte Scrimgeour. Ich hatte gedacht, dass Dumbledore es versteckt hätte, und wir es wahrscheinlich finden sollten, damit Voldemort oder das Ministerium nicht daran kommen konnten, aber, dass es verschwunden ist, damit hatte ich nicht gerechnet. >>Ich weiß nicht, was Sie vorhaben, Mr. Potter, aber Sie können diesen Krieg nicht alleine führen. Er ist zu stark. <<
    Scrimgeour packte das Testament wieder weg. Er erhob sich von seinem Platz und verließ den Fuchsbau.
    >>Auf wiedersehen, Sir. << sagte ich.
    >>Machen Sie es gut. << waren Scrimgeours letzte Worte, bevor er disapparierte.
    Wir halfen den Weasleys bei den letzten Vorbereitungen für Bill und Fleurs Hochzeit. Es hatte lange gedauert, bis Fleur mit dem Ergebnis zufrieden war. Es war bereits später Abend und ich musste mich unbedingt ins Bett legen. Aber eine Frage quälte mich immer noch: Was hatte es mit diesen Erbstücken zu tun? Wieso hatte Dumbledore uns solche Dinge vererbt? Warum? Was hatte es damit auf sich? Irgendetwas muss sich doch dahinter verbergen, es muss einen Grund dafür gegen. Hatte es vielleicht etwas mit den Horkruxen zu tun, oder mit Voldemort?
    Ich betrat mit Hermine unser Zimmer. Erschöpft ließen wir beide uns auf unsere Betten fallen.
    >>Oh Gott. Ich habe nie gedacht, dass Fleur noch schlimmer ist als Mrs. Weasley. Und sie kommandiert alle schon herum, wenn es ihr nicht passt. << sagte Hermine.
    >>Ja. Aber Mrs. Weasley ist doch nicht immer so, Hermine. Aber wir können uns glücklich schätzen, dass wir es hinter uns haben. Das war ein Haufen Arbeit. << sagte ich.
    >>Ja. Aber ich kann meine Hände kaum spüren, von diesem ganzen rumgeschleppte von Tischen, Stühlen und anderem. << sagte Hermine. Ich lachte. Ich fühlte mich genauso wie sie.
    >>Hast du dir schon Gedanken, über diese Erbstücke gemacht? <<, fragte ich. Diese Frage lag mir schon die ganze Zeit auf der Zunge. Hermine sah mich an. >>Ich meine, Dumbledore muss doch einen Grund dafür gehabt haben, uns diese Dinge zu vererben, oder etwa nicht? <<
    >>Doch, schon. Ich frage mich ja auch schon, wieso er uns diese Sachen vermacht hat. Aber ich weiß den Grund genauso wenig wie du, Angie. Ich habe einfach keine Ahnung. << sagte Hermine. Wir starrten beide an die Decke.
    >>Glaubst du, das könnte was mit den Horkruxen zu tun haben? << fragte ich.
    >>Keine Ahnung. Vielleicht. Das müssten wir mal gründlicher untersuchen. <<, sagte Hermine und gähnte herzhaft. >>Aber zuerst, muss ich schlafen. << sagte sie und drehte sich auf die andere Seite.
    >>Ich auch. << sagte ich. >>Schlaf gut. << sagte ich.
    >>Gute Nacht. << sagte Hermine.

    Die Gasse war stockdunkel. Ich konnte kaum die Hand vor Augen sehen, und es roch nach verschimmelten Essensresten. Ich war alleine – eigentlich wie zu erwarten. Ich schaute mich um und überlegte. Rechts oder Links, wo sollte ich lang laufen? Rechts befand sich eine Sackgasse, also nütze es eigentlich nicht nach Rechts zu gehen. Ich entschied mich nach Links zu gehen. Als ich aus der schmalen Gasse hervorkam, sah ich wo ich mich befand. Es war die Nokturngasse. Was machte ich bloß hier, und vor allem, wie bin ich hier hergekommen? Die Leute die vorbeigingen, starrten mich alle an als hätten sie noch nie einen Menschen gesehen. Ich ignorierte ihre Blicke einfach. Ich versuchte rauszukommen und irgendwie in die Winkelgasse zu gelangen. Dort fühlte ich mich immer ein bisschen wohler. Ich sah bereits den Ausgang der Nokturngasse und lief geradewegs auf ihn zu: Als ich an ihm ankam, und dachte, ich würde hier endlich rauskommen, lief ich grundlos plötzlich zwischen Tannen herum. Auf einmal war ich in einem Wald. Was zur Hölle ging hier eigentlich vor? Wo sollte ich bloß hin, wenn ich nicht wusste wo ich mich befand. Ich beschloss einfach geradewegs einfach nur Vorwärts laufen bis ich irgendwo raus kam. Dieses Tannenlabyrinth müsste doch irgendwo enden, die Tannen standen so nah aneinander, dass ich gar nicht sehen konnte wo ich eigentlich lang lief. Ich lief eine geschätzte Ewigkeit an den ganzen Bäumen vorbei. Ich hielt dann plötzlich Inne, weil nicht weit weg von mir, ich ein Licht sah. Vielleicht würde ich endlich hier rauskommen. Sofort rannte ich weiter auf das Licht zu. Die Nadeln pieksten und zerkratzten mein Gesicht.
    Als ich dachte ich würde wieder draußen sein, befand ich mich auf einmal wieder an einem anderen Ort. Es sah aus nach einem Zauberstabladen. Es war nicht Ollivander. Es musste ein anderes Geschäft sein. Ich kannte es jedoch nicht. Hinter mir wurde die Tür aufgerissen. Sofort gefror mir das Blut in den Adern. Voldemort stand im Türrahmen. Er grinste mich nur an. Er ging an mir vorbei, als wäre ich einfach nur einer seiner Diener. Erst jetzt merkte ich, dass an der Theke ein Mann stand. Er war vermutlich noch älter als Ollivander. Er hatte Haar, weiß wie Schnee das ihm bis zu den Ellbogen reichte. Sein Gesicht spiegelte sich vor Angst. Voldemort ging weiter auf ihn zu, grinste immer noch. Der Zauberstabverkäufer ging ängstlich zurück.
    >>Es gibt kein entkommen, mein lieber Gregorowitsch. <<,
    Der Mann zitterte heftig. Voldemort holte seinen Zauberstab hervor und holte tief Luft. >>Avada Kedavra! << rief er. Ich schloss sofort meine Augen um da nicht hinsehen zu müssen. Erst als Voldemort kalt lachte, wagte ich es meine Augen wieder zu öffnen.
    >>Dasselbe Schicksal wird auch dich ereilen, Angelina Sullivan. Mit dir wird es ein genauso schlimmes Ende nehmen, wie mit deinen Eltern. <<

    Jemand rüttelte an meiner Schulter.
    >>Angie! Angie! Wach auf! << sagte jemand. Ich schlug die Augen auf.
    >>Hermine! <<, sagte ich. >>Was ist denn? << fragte ich.
    >>Dasselbe könnte ich dich fragen. Du hast im Schlaf geschrien. << Schon wieder. Warum habe ich geschrien, der Traum war gar nicht so furchtbar gewesen als der von letzter Nacht.
    >>Ach nichts. Nur ein Alptraum. Schlaf nur weiter. << sagte ich und drehte mich auf die andere Seite, weg von ihr.
    >>Angie, also ich weiß nicht. Du scheinst mir in letzter Zeit ziemlich viele Alpträume zu haben. Bei meinen Eltern habe ich dich schon oft im Schlaf schreien hören, manchmal hast du auch sogar geweint. << sagte Hermine.
    >>Ach weißt du, ich glaube das hat alles mit dieser ganzen Sache mit Voldemort zu tun, und mit diesen ganzen Horkruxen. Es ist nichts. Mir geht’s gut. << sagte ich.
    >>Ganz sicher? << fragte sie.
    >>Ja, ziemlich sicher. Schlaf weiter. <<
    Hermine legte sich wieder aufs Bett.
    >>Okay, gute Nacht. << sagte sie.
    >>Gute Nacht. <<








    3
    Die Hochzeit

    In den nächsten Tagen schlief ich recht unruhig. Ich schrie zwar nicht mehr im Schlaf, aber ich merkte, dass ich wenn ich schlief, mich sehr viel wälzte. Es war die Aufregung. Der Tag an dem wir aufbrechen mussten, rückte immer näher. Hermine und ich hatten eine Idee. Wir haben beschlossen unsere Taschen mit einem Ausdehnungszauber zu belegen. Hermine hatte ihre kleine dunkelviolette Perlenhandtasche mit dem Ausdehnungszauber belegt und ich eine schwarze Umhängehandtasche. Wir stopften alles was nötig war in diese Taschen, was wir brauchen würde. Bücher, Streichhölzer, Wasserflaschen, Kleider, Medikamente für den Notfall, ein paar Flaschen Vielsaft-Trank und noch viele andere Sachen. In meinem Rucksack steckte noch ein verzaubertes Zelt, klein von Außen, von Innen jedoch war es größer, es war mit vier Betten, sogar einer Küche, so ähnlich wie das, indem wir vor drei Jahren bei der Quidditch-Weltmeisterschaft übernachtet hatten. Wir schmuggelten sogar Kleider von Ron und Harry in unsere Taschen, alles natürlich nur für den Notfall. Die beiden hatten ihre Sachen auch schon für die Jagd nach den Horkruxen gepackt; wir haben es geschafft sie in unsere verzauberten Taschen zu stopfen ohne, dass sie es bemerkt hatten. Es hatte sein gutes, weil wir dann weniger Schleppen müssen.
    Es war inzwischen soweit, dass der Tag von Bill und Fleurs Hochzeit gekommen war. Hermine warf mich an diesem Tag früh aus den Federn.
    >>Steh auf, Angie. Komm schon. << sagte sie. Noch etwas verschlafen murmelte ich: >>Warum denn? <<
    >>Bill und Fleur heiraten heute, hast du das schon vergessen? <<
    >>Nein habe ich nicht. Aber es geht doch erst in zwei Stunden los. Das ist noch genug Zeit. << sagte ich und setzte mich auf.
    >>Schon, aber wir müssen uns herrichten. << sagte Hermine.
    >>Herrichten? Das dauert doch höchstens nur eine Halbe Stunde, also wenn dir nichts Besseres einfällt, schlafe ich lieber weiter. << sagte ich und ließ mich wieder ins Kissen fallen. Hermine zog mir die Decke von den Beinen. Es war mir egal, da mir sowieso ziemlich warm war. Als Hermine sah, dass es nichts brachte, schnappte sie sich ein Kissen und schlug mich einmal damit.
    >>Wach auf. << sagte sie.
    >>Bin wach. << sagte ich mit geschlossenen Augen. Hermine schlug so oft mit den Kissen auf mich zu, bis es mich dann tatsächlich anfing zu nerven.
    >>Ist ja gut. Ich steh ja schon auf. << lachte ich. Hermine legte das Kissen wieder auf ihr Bett zurück, und zog mich am Arm hoch vom Bett.
    >>Also, was ziehst du heute an? << fragte sie.
    >>Keine Ahnung. Ich habe immer noch das Kleid vom Weihnachtsball, es passt mir noch, ich dachte mir, dass ich das mal nehme. << Hermine sah mich mit großen Augen an.
    >>Spinnst du? Du kannst doch nicht zweimal in demselben Kleid auftauchen. << sagte sie.
    >>Aber warum denn nicht? Ich dachte, du magst das blaue vom Weihnachtsball. << sagte ich.
    >>Ja schon, ich mag es, und es ist wirklich wunderschön, aber du musst unbedingt was anderes nehmen. << sagte Hermine.
    >>Hermine, ich hab aber nur das, und das Kleid was ich mal bei Slughorns Weihnachtsfeier getragen habe dabei. << sagte ich.
    >>Gut. Ich habe noch eins. Ich kann es dir leihen. Wir haben zum Glück dieselbe Kleidergröße. << Hermine ging zu ihren Sachen und zog ein schwarzviolettes Knielanges Kleid hervor.
    >>Das wird dir sicher passen. Schwarz und Violett passen richtig gut zu deinen grünen Augen. Versuch es doch damit. << sagte sie. Da ich nicht eine Halbe Ewigkeit damit verbringen wollte, mich für eine Hochzeit anzuziehen, machte ich einfach alles was Hermine sagte. Nachdem ich mich geduscht hatte, zog ich mir das Kleid über. Hermine verschwand dann auch kurz im Bad. Als sie fertig war, zog sie ein scharlachrotes Kleid an. Ich wollte mir die Haare zu einem Pferdeschwanz hochbinden, doch Hermine hielt mich zurück.
    >>Nein, Angie. Das passt nicht zu dem Kleid. Lass mich das machen. << sagte Hermine. Sie steckte mir auf eine sehr komplizierte Weise, die Haare hoch und ließ ein paar Strähnen hängen.
    >>Okay, ich glaube das war’s. <<, sagte ich. >>Oder hattest du noch etwas anderes mit mir vor? <<
    Hermine grinste mich frech an.
    >>Ja, ich hatte vor, dir im richtigen Moment den Kopf abzureißen, weil ich im Auftrag einer Person bin, die dich tot sehen will. << sagte Hermine. Ich lachte.
    >>Ja, wirklich lustig. << sagte ich. Auch Hermine lachte jetzt.
    Bis zur Hochzeit war es nur noch eine Halbe Stunde. Alle Weasleys befanden sich draußen um die Gäste zu empfangen die sich bald anfangen zu versammeln. Ich war noch oben in dem Zimmer von Hermine und mir und versuchte mir meine Kette um zumachen, die mir meine Mum mal geschenkt hatte. Ich bekam es aber nicht hin, da musste etwas klemmen. Ich brauchte Hilfe. Ich könnte Fred fragen, vielleicht weiß ja er etwas, das mir helfen könnte. Ich ging die Treppen runter. Meine Schritte füllten die Stille. Während ich die Treppen herunterstieg, versuchte ich den Verschluss etwas zu lockern. Da hatte sich auf jeden Fall etwas verklemmt. Ich zog leicht daran, um es zu lockern es aber nicht zu beschädigen. Ich schaffte es dann doch noch, den Verschluss wieder hinzukriegen. Ich war bereits unten in der Küche angekommen und dann muss ich nur noch zu den anderen stoßen. Im Gehen versuchte ich mir die Kette um zumachen. Als ich in der Küche gegen jemanden gestoßen bin, rutschte mir die Kette aus der Hand und fiel auf den Boden.
    >>Angie. Du bist es. Tut mir leid. << sagte Harry.
    >>Oh, nein, ist okay. << sagte ich. Er hob die Kette vom Boden auf und reichte sie mir.
    >>Ähm – danke, Harry. << sagte ich.
    >>Was machst du noch hier? << fragte er.
    >>Ich hab nur noch danach gesucht. <<, sagte ich und deutete auf die Kette. >>Weißt du, ich nehme das nie ab, und es ist mir wirklich wichtig. << sagte ich. Ich wollte sie mir gerade umhängen.
    >>Warte, ich helfe dir. << sagte er und legte sie mir um. Während ich mich dann umdrehte lief ich rosa an.
    >>Danke. << sagte ich. Einen Moment war ich total in seinen Augen versunken. Wieder kribbelte es überall in mir. Hör auf! Lass das! Ich hasste mich einfach nur noch. Ich hasste mich. Warum hast du dich in deinen besten Freund verliebt? Ja, genau. Warum? Ich musste damit endlich aufhören.
    >>Du siehst übrigens wirklich wunderschön aus – wie immer eigentlich. << sagte er. Ich spürte, wie mir die Röte ins Gesicht schoss und ich lächelte verlegen.
    >>Danke. <<
    Die Tür die zum Garten führte, wurde zum Glück gerade aufgerissen. Es war Ginny.
    >>Hey, kommt schon. Es geht gleich los. << sagte sie und ging sofort dann wieder zu den anderen zurück.
    >>Dann mal los. << sagte Harry. Wir verließen das Haus und machten uns auf den Weg zu den anderen.
    Draußen halfen wir den Gästen (nach Mrs. Weasleys Anordnung) ihre Plätze zu finden, ein paar Veela-Cousinen von Fleur waren auch da. Mrs. Weasley hatte ihre Kinder gezwungen sich so anzuziehen, wie sie es wollte.
    >>Wenn ich mal heirate <<, sagte Fred und zupfte am Kragen seines Umhangs, >>dann halte ich mich gar nicht erst mit dem ganzen Quatsch auf. Ihr könnt alle anziehen, was ihr wollt, und Mum verpasse ich eine komplette Ganzkörperklammer, bis alles vorbei ist. <<
    Es war lustig mit den beiden. Immer und immer wieder. Mrs. Weasley war wegen diesen Vorbereitungen die ganzen vergangenen Tage einfach nur nervtötend und hat viel gemeckert und uns bis zum Hals in Arbeit gesteckt, es war einfach nur ein richtiger Alptraum. Ron führte gerade eine ältere Frau zu ihrem Platz. Mit ihrem Zinken von einer Nase, den rot geränderten Augen und dem federbesetzten rosa Hut sah sie aus wie ein angriffslustiger Flamingo.
    >>… und dein Haar ist viel zu lang, Ronald, einen Moment dachte ich, du wärst Ginevra. Beim Barte des Merlin, was trägt denn Xenophilius Lovegood? Er sieht aus wie ein Omelett. Und wer bist du? << blaffte sie Harry an.
    >>Ach ja, Tantchen Muriel. Das ist Harry Potter. << sagte Ron.
    >>Wirklich? <<, sagte Muriel und schien keinen weiteren Kommentar abgeben zu wollen. >>Ich hab gerade der Braut gezeigt, wie sie mein Diadem am besten trägt. <<, rief sie Harry, Hermine und mir zu. >>Von Kobolden gefertigt, müsst ihr wissen, und seit Jahrhunderten in meiner Familie. Sie ist ein gut aussehendes Mädchen, aber trotzdem – Französin. Also dann, gib mir einen guten Platz, Ronald, ich bin hundertsieben und sollte nicht allzu lange stehen. <<
    Ron warf Harry im Vorbeigehen einen bedeutungsvollen Blick zu und führte Tantchen Muriel zu ihrem Platz. Eine ziemlich gruselige Frau, und nett ist sie schon mal gar nicht.
    >>Ein Alptraum, diese Muriel. << meckerte Ron als er wieder zurückkam.
    >>Höchste Zeit, dass wir uns setzten. <<, sagte Fred. >>Sonst werden wir noch von der Braut umgerannt. <<
    Wir gesellten uns so langsam auch auf unsere Plätze, da die anderen Gäste bereits wussten wo sie sitzen. Ich redete die ganze Zeit mit Hermine darüber, wie wohl Fleur aussehen würde.
    >>Ooooh! << sagte Hermine, wirbelte auf ihrem Platz herum und blickte zum Eingang.
    Ein einziger lauter Seufzer entfuhr den versammelten Hexen und Zauberern, als Monsieur Delacour und Fleur den Mittelgang entlangkamen, Fleur glitt dahin, Monsieur Delacour hüpfte und strahlte. Fleur trug ein ganz schlichtes weißes Kleid und es schien ein kräftiges silbriges Leuchten von ihr auszugehen. Während ihr Glanz für gewöhnlich alle anderen im Umkreis verblassen ließ, machte er heute alle schöner, auf die er fiel. Ginny und Gabrielle (Fleurs kleine elf Jahre alte Schwester), die beide goldene Kleider trugen, sahen sogar noch hübscher aus als sonst, die beiden waren Fleurs Brautjungfern, und sobald Fleur Bill erreicht hatte, schien es, als wäre er niemals Fenrir Greyback begegnet.
    >>Meine Damen und Herren. Wir sind heute hier versammelt, um die Verbindung zweier treuer Seelen festlich zu begehen … <<
    >>Ja, mein Diadem bringt die ganze Sache doch hübsch zur Geltung. <<, flüsterte Tantchen Muriel recht deutlich vernehmbar. >>Aber ich muss sagen, Ginevras Kleid ist einfach viel zu tief ausgeschnitten. <<
    Diese Muriel wusste doch gar nicht was sie sagte, ich fand Ginny sah wirklich super aus.
    >>William Arthur, willst du Fleur Isabelle …? <<
    In der vorderen Reihe schluchzten Mrs. Weasley und Madame Delacour leise in ihre Spitzentaschentücher. Trompetenartige Geräusche vom hinteren Teil des Zeltes verrieten allen, dass Hagrid eines von seinen tischtuchgroßen Taschentüchern hervorgeholt hatte. Hermine drehte sich zur Seite und strahlte mich an. Auch ihre Augen waren voller Tränen. Auch ich musste zugeben, dass mir eine kleine salzige Flüssigkeit die Wangen heruntetlief. Zum Glück hatte Hermine mich gezwungen, mir Make-up aufzutragen, das nur mit besonderen verzauberten Tüchern wegging, denn wenn die Mascara in meinen Augen jetzt verschmieren würde, würde Hermine mir den Kopf abreißen.
    >>… dann seid ihr hiermit im Leben vereint. <<
    Der Zauberer mit den büscheligen Haaren hob seinen Zauberstab hoch über die Köpfe von Bill und Fleur, und ein silberner Sternenschauer überrieselte sie und wand sich spiralförmig um ihre jetzt eng umschlungenen Gestalten. Fred und George klatschen als Erste los, und stürmischer Beifall folgte, während die goldenen Ballons über den Köpfen platzten: Paradiesvögel und goldene Glöckchen flogen und schwebten daraus hervor und stimmten zwitschernd und bimmelnd in den lauten Trubel ein.
    >>Meine Damen und Herren! <<, rief der Zauberer mit den büschligen Haaren. >>Würden Sie sich bitte erheben! <<
    Alle erhoben sich, Tantchen Muriel hörbar murrend; er schwang seinen Zauberstab. Die Stühle, auf denen wir gesessen hatten, stiegen elegant in die Höhe, und die seitlichen Leinwände des Zeltes verschwanden, so dass wir nun unter einem Baldachin standen, der von goldenen Pfosten getragen wurde, mit einem herrlichen Blick über den sonnenbeschienenen Obstgarten und das umliegende Land. Gleich darauf verbreitete sich von der Zeltmitte her eine Lache aus flüssigem Gold und bildete eine schimmernde Tanzfläche; die schwebenden Stühle gruppierten sich um kleine, weiß gedeckte Tische, alles sank elegant wieder zu Boden, rund um die Tanzfläche herum, und die Band mit den goldenen Jacketts marschierte zu einem Podium.
    >>Scharf. << sagte Ron beifällig, als nun von allen Seiten her die Kellner auftauchten, manche mit Silbertabletts voller Kürbissaft, Butterbier und Feuerwhisky, andere mit schwankenden Bergen von Törtchen und Sandwiches.
    >>Wir sollten hingehen und ihnen Glück wünschen! << sagte Hermine, die auf Zehenspitzen stand und zu der Stelle hinüberspähte, wo Bill und Fleur in einer Traube von Gratulanten verschwunden waren.
    >>Dazu haben wir später noch Zeit. << erwiderte Ron schulterzuckend, griff sich vier Butterbiere von einem vorbeischwebenden Tablett und reichte jedem von uns eines. >>Hermine, los, schnappen wir uns einen Tisch … nicht da! Möglichst weit weg von Muriel- <<
    Ron führte uns über die leere Tanzfläche, wobei er immer wieder nach rechts und links sah: Ich war mir sicher, dass er nach Viktor Krum Ausschau hielt, denn als Hermine ihn vorhin begrüßt hat, hatte sie ihre Perlenhandtasche fallen lassen und Ron hatte ganz rote Ohren bekommen. Als wir die andere Seite des Zeltes erreichten, waren die meisten Tische besetzt. Wir fanden einen leeren in der Nähe des Ausganges vom Zelt. Wir setzten uns und nippten an den Butterbieren. Ron sah immer wieder nervös in alle Richtungen. Ich trat ihn unterm Tisch gegens Schienbein.
    >>Au! << sagte er.
    >>Was? << fragte Hermine.
    >>Ach, gar nichts. << sagte Ron. Er sah mich an und flüsterte mir zu: >>Wofür war das denn? << fragte er.
    >>Deine Eifersucht ist echt kindisch, Ronald. Mir ist klar, dass du Krum nicht ausstehen kannst, aber hör auf so zu nerven. << flüsterte ich. Wir sahen noch mal zu Hermine, die unser Gespräch nicht mitbekommen hatte, da sie und Harry die tanzenden Paare beobachteten. Wir saßen nun eine Weile so, bis Krum sich dann auf den letzten freien Stuhl an den Tisch setzte.
    >>Viktor <<, sagte ich. >>schön dich wiederzusehen. << Ich hatte mich mit ihm einige Male unterhalten als er in Hogwarts war, zur Zeit des Trimagischen Turniers.
    >>Angie. Freutt mich auch dich wiederzusehen. << sagte er lächelnd. Ich musste sagen dass ich seinen bulgarischen Akzent sehr lustig fand.
    >>Was machst du hier? << fragte ich.
    >>Flör hat mich eingeladen. << sagte Krum. Hermine unterhielt sich eine Weile auch mit Krum. Rons Ohren liefen schon wieder knallrot an. Ron wusste nichts, womit er Krum loswerden konnte, deshalb wartete er bis Hermine und Krum kurz nicht mehr miteinander redeten und nahm ihre Hand.
    >>Komm tanzen. << sagte er zu Hermine. Ehe Hermine antworten konnte, waren die beiden auch schon auf den Beinen und Ron zog Hermine auf die Tanzfläche, trotzdem sah ich Hermine lächeln. Na vielleicht würden die zwei ja endlich zusammen kommen. Harry, Krum und ich saßen nun als einzige an dem Tisch und unterhielten uns ein Weilchen; bis George auftauchte und meine Hand nahm.
    >>Hätten Sie Lust zu tanzen, Miss Sullivan? << fragte er. Ich kicherte.
    >>Wie immer sind Sie sehr charmant, Mr. Weasley. Sehr gerne. << sagte ich belustigt und erwiderte sein Lächeln. George zog mich auf die Tanzfläche.
    >>Ich dachte, du lässt dich zum tanzen nicht so leicht überreden, so wie man dich kennt. << sagte George.
    >>Normalerweise schon, aber du bist was anderes. Schließlich kenne ich dich schon fast sieben Jahre. << sagte ich.
    >>Und du hast doch angeblich zwei linke Füße. << sagte er und grinste mich frech an. Eigentlich lag er nicht so falsch.
    >>Das ist korrekt. << gab ich zurück.
    Während des Tanzes mussten wir oft Lachen, da wir beide keine Tanzexperten waren aber das machte die Sache noch lustiger. Ich sah ab und zu, wie Harry heimlich zu uns herüberblickte. Ich sah in seinen Augen etwas, es sah aus wie Traurigkeit und Eifersucht. Was hatte das zu bedeuten? Manchmal fragte ich mich, was seine Blicke wohl alles bedeuten. Eigentlich müsste ich ihn ja bestens kennen, da er mein bester Freund ist; doch trotzdem werde ich aus ein paar Sachen an ihm nicht schlau.
    Nach fast einer Halben Stunde tanzen, konnte ich einfach nicht mehr. Einmal, es war sehr unangenehm für mich zu tanzen, weil die Tanzfläche nun etwas leerer wurde und mehr Menschen uns sehen konnten. Und dann einmal, weil mich Harrys Blicke aus der Fassung brachten und mich nicht mehr konzentrieren konnte.
    >>Nun, denn, es war sehr schön mit Ihnen, Miss Sullivan. Es hat mich sehr gefreut. << sagte er und verbeugte sich. Ich lachte wieder leise.
    >>Mich ebenfalls, Sir. << sagte ich und wir lachten über unsere Art miteinander zu reden. Mit einem Lächeln trennten sich dann wieder unsere Wege und ich gesellte mich zu Hermine die alleine an einem Tisch saß.
    Die Hochzeit war klasse. Ich hatte bereits sehr viele Menschen kennengelernt. Unter den Gästen waren einige Schülerinnen der Beauxbatons-Akademie und ihre Schulleiterin Madame Maxime. Fleurs Eltern hatten sich uns allen auch bereits vorgestellt, sie waren sehr freundlich. Sie konnten nicht so gut Englisch sprechen wie Fleur, aber es war trotzdem leicht mit ihnen zu sprechen.
    >>Bonsoir, mes chers! Fleut ‘at uns schon viel über Sie alle erzä’lt. Isch freue misch, Sie mal persönlisch kennen su lernen. << sagte Madame Delacour.
    >>Freut uns auch. << sagte Hermine lächelnd. Mir war Madame Delacour auch sehr sympathisch. Ich fragte: >>Vous et votre mari ont à ce moment-là aussi dans Beauxbâtons? << fragte ich Madame Delacour.
    Natürlich wunderten Ron, Harry und Hermine sich jetzt, dass ich Französisch sprechen kann, da ich es ihnen niemals gesagt hatte.
    >>Oh, vous parlez français? << fragte Madame Delacour.
    >>Oui, ma marraine a des racines françaises et il me l'a appris. << antwortete ich.
    >> Eh bien, c'est surprenant. Oui, en fait, toute la famille était dans Beauxbâtons. <<
    >>Was reden die zwei da die ganze Zeit? << fragte Ron Harry und Hermine.
    >>Ist unwichtig. <<, sagte ich lachend. >>Ich habe sie nur etwas gefragt. Ce fut un plaisir de vous rencontrer, madame Delacour. << Ich verabschiedete mich und ging wieder zu meinen Freunden, die sich die ganze Zeit fragten, was ich gerade gesagt habe.
    >>Ich habe sie nur gefragt, ob sie und ihr Mann auch in Beauxbatons zur Schule gingen. Und dann wollte sie wissen, woher ich Französisch kann. << erklärte ich meinen Freunden, während wir uns unter die anderen Gäste mischten.
    >>Und woher kannst du das? << fragte Harry.
    >>Hat mir meine Patentante beigebracht, Cleménce. Sie hat französische Wurzeln. <<
    Um das ganze Zelt standen mehrere Wachleute, um im Fall eines Falles da zu sein um zu helfen, was gerne passieren kann, während dieser kranken Zeiten. Viele tanzten, einige holten sich was zu trinken und setzten sich an die Tische und unterhielten sich. Hermine und ich hielten Ausschau nach bekannten Gesichtern.
    >>Wer hätte gedacht, dass so ein Auffuhr herrscht. << sagte ich.
    >>Ja. Ich dachte es wären ein paar Gäste weniger. << sagte Hermine. Es waren tatsächlich mehr Gäste da, als wir es erwartet haben.
    >>Ich genauso. << sagte ich. Ron und Harry kamen dann zu uns.
    >>Hey, ihr zwei. << sagte Ron. Sein Gesicht sah genervt aus.
    >>Was gibt’s Ron? << fragte Hermine.
    >>Tantchen Muriel will euch kennenlernen. << murmelte er genervt.
    >>Was? Warum will deine Großtante uns kennenlernen? << fragte ich. Ron zuckte die Schultern.
    >>Kein Ahnung. Die hat einen an der Klatsche. << sagte Ron und griff Hermine am Arm und zog uns zu seiner Großtante, die an einem Tisch ganz in der Nähe des Ausgangs saß.
    >>Tantchen Muriel, das sind Hermine und Angie. Die zwei wolltest … du doch … kennenlernen. << nuschelte Ron mit zusammengebissenen Zähnen. Er war genauso wenig wie wir davon begeistert. Muriel war eine alte Frau. Sie hatte grauweißes Haar. Wir hatten von Ron schon gehört, dass sie komisch ist. Ron sagte immer, er wüsste nicht, ob komisch ein richtiger Ausdruck ist.
    >>Das ist also die Muggelstämmige. <<, sagte Muriel zu Hermine und ihr Gesichtsausdruck sagte, dass sie nicht mehr zu Hermine zu sagen hat. Tantchen Muriel wandte sich mir zu. >>Ein Reinblut, die Kleine von Catherine und Sebastian, aber diese Haltung ist furchtbar. Viel zu magere Fesseln hast du, Kind. << sagte Muriel.
    >>Ist der Blutstaus und die Körperhaltung Ihnen so wichtig? << fragte ich etwas unhöflich.
    >>Nun ja, es kommt darauf an. Aber eine freche Lippe hast du ebenfalls. Und eine Frage hätte ich an dich noch: Hast du schon mal an Bulimie gelitten? <<
    Ich dachte ich höre schlecht und warf meinen Freunden einen verwirrten und entsetzten Blick zu, den sie erwiderten.
    >>Bitte was? Nein! Wissen Sie überhaupt, was dieses Wort bedeutet? << fragte ich immer noch unhöflich.
    >>Ja, das bedeutet, dass du anscheinend schon mal unter Essstörungen gelitten hast, mein Kind. <<
    >>Nein, habe ich nicht! Habe ich noch nie und so wird es auch bleiben! << zischte ich zurück. Muriel wandte sich kopfschüttelnd Hermine zu.
    >>Du hast eine komische Freundin, Liebes. Aber auch du bist ziemlich mager. << sagte Muriel.
    >>Jaah. Schön Sie kennenzulernen. << sagte Hermine mit einem falschen Lächeln, und ihre Stimme steckte ein Hauch von Sarkasmus. Auch ich setzte ein künstliches auf, was deutlich zu erkennen war. Ich tauschte kein Wort mit Muriel aus. Sie kam mir so komisch vor und redet nur wirres Zeug. Ich sah mich um, weil ich irgendetwas zu finden hoffte, dass ich als Ausrede nehmen konnte, um hier abzuhauen. Ich entdeckte einen Mann an einem Tisch, der einen Bericht über Dumbledore im Tagespropheten veröffentlicht hatte. Mich hatte dieser Artikel sehr interessiert, und ich wüsste immer noch gerne, was es mit diesen Erbstücken zu tun hatte und vielleicht wüsste er ja etwas, was mir Antworten liefern konnte.
    >>Entschuldigen Sie mich. <<, sagte ich und wandte mich von ihr ab. Ich griff Harry am Handgelenk und zog ihn mit mir mit. >>Mitkommen. << sagte ich nur. Er schien etwas verwirrt. Er hielt mitten auf halbem Wege an.
    >>Warte. Was ist denn? <<, fragte er. Ich deutete mit einer Kopfbewegung zu dem Typen.
    >>Was ist das für einer? << fragte Harry.
    >>Hast du im Tagespropheten diesen Artikel gelesen? Erinnerrungen an Dumbledore? << sagte ich um ihm auf die Sprünge zu helfen.
    >>Ist er das? << fragte Harry und sah zu dem Mann. Harry hatte diesen Artikel ebenfalls gelesen.
    >>Ja, ich bin mir ziemlich sicher. Vielleicht weiß er ja etwas mehr darüber warum Dumbledore uns diese Sachen vererbt hat, und was es damit auf sich hat. << sagte ich. Wir gingen an den Tisch an dem der Mann saß. Sein Name war Elphias Dodge.
    >>Entschuldigen Sie, Sir. Dürften wir uns setzten? << fragte Harry. Der Mann sah uns an und stellte sein Glas hin.
    >>Harry Potter. Ich möchte darum bitten. Nur zu. << sagte Elphias.
    >>Danke. <<
    Wir setzten uns zu ihm an den Tisch.
    >>Wissen Sie, Sir, wir fanden den Nachruf, den Sie geschrieben haben, sehr bewegend. << sagte ich.
    >>Ach wirklich? << fragte Elphias.
    >>Ja. Offenbar haben Sie Dumbledore gut gekannt. << sagte Harry.
    >>Auf jeden Fall habe ich ihn am längsten gekannt. <<, sagte er. >>Wenn man seinen Bruder Aberforth nicht berücksichtigt. Und niemand scheint jemals Aberforth zu berücksichtigen. <<
    Dass Dumbledore einen Bruder hatte, war mir neu. Ich wusste nichts davon. Mir fiel auf, dass Dumbledore nie etwas über seine Familie oder seine Jugend erwähnt hat. Wenn ich es mir recht überlege, wussten wir ja eigentlich sehr wenig über Dumbledore, und wie konnten wir so dumm gewesen sein.
    >>Wir wussten nicht mal, dass er einen Bruder hatte. << sagte ich.
    >>Ah, nun ja. Dumbledore ist immer verschlossen gewesen, selbst als Junge. <<
    >>Sei nicht bekümmert, Elphias. <<, hörten wir eine andere Stimme sagen. Es war Tantchen Muriel, sie setzte sich gerade auch an den Tisch. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich beobachtete oder so. Ich verdrehte die Augen.
    >>Ich habe gehört, Dumbledore wurde von Rita Kimmkorn komplett enträtselt. Auf achthundert unterhaltsamen Seiten, sollte reichen. <<,
    Nicht schon wieder diese blöde Kimmkorn. Diese Frau war das dümmste was ich jemals in meinem Leben traf, und so wie man sie kannte, hatte sie in ihrem Buch, das sie in ein paar Monaten veröffentlichte, nur Lügen geschrieben. >>Man munkelt, jemand hatte geplaudert. Jemand der die Familie Dumbledore gut kannte. Und wir wissen beide ganz genau, wer das gewesen ist, Elphias. << sagte Muriel.
    >>Ein monströser Verrat ist das. << sagte Elphias.
    >>Entschuldigung, wir sprechen von wem? << fragte Harry.
    >>Bathilda Bagshot. << sagte Muriel. Ich kenne diese Bathilda Bagshot. Ich habe mal was über sie gelesen, aber das ist schon eine Ewigkeit her. Sie hatte ein paar sehr berühmte Bücher geschrieben, wie zum Beispiel Geschichte der Zauberei, eines unserer Schulbücher.
    >>Wer? << fragte Harry. War eigentlich zu erwarten, dass er nicht wusste, wer das ist.
    >>Mein guter Junge. <<, sagte Muriel. >>Die Frau war die gefeiertste magische Historikerin des vergangenen Jahrhunderts. Sie war so vertraut mit den Dumbledores wie sonst niemand. Und da wird sich Rita Kimmkorn gedacht haben, sie macht einen Ausflug nach Godric’s Hollow und wirft dort einen Blick in ihr verwirrtes Oberstübchen. <<
    Godric’s Hollow. Von dem Namen bekam ich eine Gänsehaut. Es ist das Dorf indem meine Eltern beerdigt wurden. Ich bin dort nie gewesen, und wenn ich es mir genau überlege, will ich da auch gar nicht erst hin. Aber Godric’s Hollow ist Harrys Geburtsort, fiel mir in dem Moment ein.
    >>Godric’s Hollow. <<, sagte Harry. >>Bathilda Bagshot wohnt in Godric’s Hollow? <<
    >>Was glaubst du, woher sie Dumbledore kennt. << sagte Muriel.
    >>Wollen Sie damit sagen, er wohnte da auch? << fragte Harry.
    >>Die Familie zog dort hin, nachdem sein Vater die drei Muggel umgebracht hatte. Es war ein ziemlicher Skandal. <<, sagte Muriel. Ich hatte den Artikel damals nicht ganz zu Ende gelesen, ich musste das noch mal machen, um es genau zu erfahren. >>Mein lieber Junge. Bist du sicher, dass du ihn überhaupt kanntest? << sagte Muriel. Rons Großtante war mir einfach nicht sympathisch. Ich stand sofort von dem Stuhl auf und ging davon. Ich konnte die Nähe dieser Frau einfach nicht mehr ertragen. Ich musste mal aus dem Zelt raus um Luft zu schnappen.
    >>Angie, da bist du ja. <<, hörte ich Hermines Stimme hinter mir. >>Ich hab dich schon gesucht. << sagte sie.
    >>Ja, stimmt, ja. Wo warst du? << fragte ich sie.
    >>Ich habe versucht mich mit Fleurs Eltern zu unterhalten. Hat leider nicht geklappt. Ich versteh kein Französisch. << sagte sie. Ich grinste.
    >>Aber warst du nicht vor vier Jahren in Frankreich? << fragte ich.
    >>Ja, schon, aber ich konnte damals nur ein wenig von der Sprache. Mit der Zeit vergisst man alles. <<
    Sie lachte.
    Sie beschloss mich mit nach draußen zu begleiten. Wir marschierten auf den Zeltausgang zu. Ich rempelte dabei aus versehen jemanden an.
    >>Oh, das tut mir leid, Sir. << sagte ich. Ich habe einen großen Mann angerempelt. Sein Haar war schulterlang und weißblond, und sah fast aus als wäre es aus Zuckerwatte. Er hatte einen etwas komischen Umhang in Gelb an. Er erinnerte mich vom Gesicht und auch vom Kleidungsstil her, ein bisschen an meine Schulfreundin Luna Lovegood. Er hatte eine komische Kette um den Hals. Es war ein Dreieck mit einem Kreis drin, und ein Senkrechter Strich war in der Mitte.
    >>Macht nichts, meine Liebe. << sagte er freundlich.
    >>Angie. << sagte eine mir bekannte Stimme. Neben dem Mann stand Luna auch schon.
    >>Hallo, Luna. <<, sagte ich. >>Wie geht’s dir so? << fragte ich.
    >>Ganz gut. <<, sagte Luna. Sie hielt mir ihren linken Zeigefinger hin. >>Ich bin gerade von einem Gartengnom gebissen worden. <<
    >>Oh, ja. Bin ich auch schon mal. Der Schmerz war wirklich ziemlich fies. << sagte ich. Mich hatte tatsächlich mal ein Gnom gebissen, es war in der zweiten Klasse, als ich in den Ferien zu Besuch bei den Weasleys war, und wir Mrs. Weasley helfen sollten die Gnome aus dem Garten zu entfernen zu entfernen.
    >>So schlimm ist es nicht. << sagte Luna.
    >>Gnomenspeichel ist ausgesprochen wohltuend. <<, sagte der Mann der neben Luna stand. Er reichte mir die Hand. >>Xenophilius Lovegood. Wir wohnen auf der anderen Seite des Hügels. <<
    Xenophilius reichte auch Hermine die Hand. Das war also Lunas Vater. Kein Wunder, dass er mich so sehr an sie erinnerte.
    >>Hermine Granger, Sir. << sagte Hermine.
    >>Freut mich sehr Sie kennenzulernen, Miss Granger. Und Sie sind sicher Angelina Sullivan. << sagte Xenophilius.
    >>Ja, Sir. Freut mich wirklich Sie mal zu treffen. << sagte ich. Xenophilius war auch so ein bisschen eigenartig wie Luna. Er trat ganz nah an mich heran und flüsterte mir zu: >>Wir vom Klitterer sind ganz im Gegensatz zu diesen Schleimern vom Tagespropheten bis heute die größten Unterstützer von Dumbledore, und Sie und ihre Freunde, auch Mr. Potter, unterstützen wir im gleichem Maße. <<
    sagte Xenophilius. Er war nett. Genau wie Luna. Aber trotzdem auch ein bisschen unheimlich wie sie.
    >>Danke. << sagte ich. Luna nahm Xenophilius’ Arm.
    >>Komm, Daddy. Angie und Hermine möchten sich gerade nicht mit uns unterhalten. Sie sind nur zu höflich es zu sagen. << sagte sie und die beiden gingen. Man erkennt sofort dass die beiden Verwandt sind.
    >>Ich mag Luna. << sagte ich.
    >>Ich auch, aber manchmal ist sie unheimlich. << sagte Hermine. Sie ist manchmal wirklich unheimlich, aber trotzdem, der freundlichste Mensch auf der Welt. Hermine und ich waren kurz draußen um etwas Luft zu schnappen.
    >>Ich habe dich heute noch gar nicht tanzen sehen, abgesehen von George. << sagte Hermine. Ich verdrehte lächelnd die Augen.
    >>Hermine, du weißt ganz genau, was ich davon halte. << sagte ich lächelnd.
    >>Aber noch einmal könnte dir doch wirklich nicht schaden. << sagte sie.
    >>Doch. Egal mit wem. << sagte ich.
    >>Auch nicht mit- << Mitten im Satz, brach sie ab.
    >>Mit wem? << fragte ich nach.
    >>Tu nicht so. Du weißt schon. << sagte sie grinsend. Ich wusste worauf sie hinaus wollte.
    >>Nein! <<, sagte ich sofort. >>Würde ich niemals tun. Egal mit wem, wie schon gesagt, und in der Öffentlichkeit, vor so vielen Menschen schon gar nicht. << sagte ich. Hermine lachte nur.
    >>Ach so, und was war mit George? <<
    >>Er war etwas anderes, er doch nur ein guter Freund und ich kenne ihn doch bereits seit Jahren. << Ich dachte einen Augenblick nach. Vielleicht besteht mein Hass auf das Tanzen ja deswegen, weil ich es für Zeitverschwendung halte und dass ich Angst habe mich zu blamieren.
    >>Aber ihn kennst du auch schon doch so lange. << Hermine versucht mich weiter zu überreden. Ich lachte wieder nur und sah zu Boden.
    >>Kann ich dich was fragen? << sagte Hermine und lächelte mich dabei an.
    >>Nur zu. << sagte ich. Hermine überlegte gerade wohl wie sie ihre Frage formulieren könnte.
    >>Also, <<, setzte sie an. >>dass mit ihm und so. <<, sagte sie. Ich sah sie an und wartete. >>Du liebst ihn doch noch hoffentlich, oder nicht? << sagte sie. Sie wusste als meine beste Freundin natürlich von allem Bescheid. Ich sagte ihr auch immer die Wahrheit.
    >>Ja. Ich habe nie damit aufgehört. << gab ich ehrlicherweise zu. Sie lächelte wieder.
    >>Willst du es ihm jetzt eigentlich bald sagen? <<, fragte Hermine. >>Ich meine, bald schon, vielleicht in ungefähr zwei Jahren, werden sich unsere Wege für eine Weile trennen, weil jeder von uns sich dann auf seine Zukunft und sein Leben konzentrieren muss. Und wir werden uns dann vermutlich in ungefähr in zwei weiteren Jahren wiedersehen und mal wieder was zusammen machen. Meinst du nicht, er hätte es verdient alles zu erfahren? << sie sah mich ernst an. Natürlich wusste ich, dass sie Recht hatte, aber ich hatte meine Entscheidung schon vor Jahren gefällt. Er sieht mich nur als seine beste Freundin und nicht mehr und so wird es auch für ihn bleiben.
    >>Nein. <<, Hermine sah etwas traurig aus, als hätte sie Mitleid mit meinem Kummer. >>Ich zerstöre doch nur unsere Freundschaft. Ich könnte ihm doch niemals wieder normal in die Augen sehen und er würde mich für immer hassen. << Meine eigenen Worte hatten eine starke Wirkung auf mich, weil ich wieder Tränen zurückhalten musste.
    Hermine legte einen Arm um mich.
    >>Ach, Blödsinn! <<, sagte Hermine und versuchte mich zu trösten. >>Er wird das verstehen und wenn nicht, dann hat er dich nicht verdient, aber ihr werdet natürlich weiter Freunde sein. Ist doch klar. Und außerdem, bin ich immer für dich da. Mit mir kannst du über alles reden! << sagte sie. Ich lächelte wieder. Ich habe Hermine richtig lieb wie eine Schwester. Sie ist einfach die beste Freundin aller Zeiten. Ich bin richtig froh, dass ich sie habe.
    >>Danke. << sagte ich.
    >>Wofür denn? << grinste sie.
    >>Dafür, dass du so eine gute Freundin bist. << sagte ich lächelnd.
    Nachdem wir einen kleinen Spaziergang auf dem Gelände gemacht hatten, gingen wir wieder zurück Richtung Zelt. Aber irgendetwas stimmte nicht. Obwohl es schon lange dunkel war und die Sterne schon am Himmel standen, wurde es plötzlich sehr hell am Himmel. Eine Art Lichtkugel raste auf das Zelt zu.
    >>Äh, du, Hermine, sag mal, war ein Feuerwerk geplant oder so was? << fragte ich sie.
    >>Nein. Erst später um Mitternacht. Warum? << sagte sie.
    >>Was ist dann das, bitte schön? << fragte ich und zeigte auf diese komische Lichtkugel am Himmel. Hermine war genauso verwundert wie ich. Die Kugel flog in das Zelt herein. Aus dem Zelt konnte man die Leute hören, wie sie erschrocken und murmelten. Hermine und ich rannten sofort in das Zelt rein. Die Kugel schwebte in der Mitte des Zeltes. Alle Gäste waren erschrocken um sie herumversammelt. Jeder im Zelt musterte diese komische Kugel. Plötzlich ertönte eine Stimme aus dem Licht. Die Stimme von Kingsley Shacklebolt.
    >>Das Ministerium ist gefallen. Der Zaubereiminister ist tot. <<, Alle schreckten auf. Der Zaubereiminister der noch vor ein paar Tagen hier war? Und so schnell soll das Ministerium gefallen sein? Die Antwort war doch hundertprozentig Todesser. Das hier war eine Warnung.
    >>Sie kommen. Sie kommen. << flüsterte die Kugel. Mit >sie< waren Todesser gemeint.
    Plötzlich flog ein schneller schwarzer Nebel durch das Zelt. Mehrere andere folgten. Manche der Gäste apparierten davon, andere mutige zückten die Zauberstäbe und fingen an zu kämpfen. Harry, Ron, Hermine und ich gehörten dazu. Die Todesser griffen an. Von allen Seiten kamen Flüche angeschossen. Alle kämpften. Ich hatte leider Harry, Ron und Hermine aus den Augen verloren. Ich würde sie schon wieder finden. Ich musste den anderen helfen. Ich schlug mich mit zwei Todessern auf einmal rum. Es waren sehr starke, und ich kam gerade noch so klar. Es war wirklich schwer mit den beiden, da sie, wie Bellatrix, pausenlos irgendwelche Flüche losschickten.
    >>Protego! << war das einzige was ich machen konnte. Ich selbst hatte kaum Gelegenheit um anzugreifen.
    >>Expulso! << rief ich auf die beiden zu. Sie flogen Rückwarts weg. Ich musste schnell an meine schwarze Handtasche kommen. Ich hatte sie in einer Ecke abgelegt. Ich rannte schnell hin und schnappte sie mir. Ich musste jemanden von meinen Freunden finden. Hermine und ich hatten einen kleinen Plan geschmiedet. Ich legte mir die Tasche um die Schulter und rannte zu Hermine, die auch gerade mit einem Todesser kämpfte.
    >>Stupor! << rief ich von hinten auf den Todesser zu. Er fiel um.
    >>Angie! <<, sagte Hermine. >>Denk dran! So wie wir es abgemacht hatten! << sagte sie. Ich nickte.
    >>Du weißt wo wir uns treffen? << fragte ich.
    >>Ja. Los! << sagte sie. Wir trennten uns wieder. Wir mussten hier auf der Stelle weg. Ich suchte wie verrück in dem fast zerstörten Zelt herum, das sogar schon an manchen Stellen in Flammen stand.
    >>Crucio! << rief jemand. Ich wusste, dass es in meine Richtung ging. Sofort ergriff ich wieder meinen Zauberstab.
    >>Protego! << rief ich. Ich schaffte es den Folterfluch abzuwehren.
    >>Rictusempra! << rief ich und der Todesser schleuderte durch die Luft.
    >>Angie! << rief jemand. Ich sah mich um und entdeckte Harry der auf mich zu rannte. Schnell hielt ich ihm meine Hand hin. Sofort als er bei mir ankam griff er meine Hand und ich disapparierte.








    4
    Ein Versteck

    Wir erschienen mitten auf einer Straße. Gerade kam ein roter Doppeldeckerbus angefahren. Noch rechtzeitig sprangen wir zur Seite. Wir hatten es geschafft aus dem Zelt zu fliehen. Ich zog Harry an der Hand hinter mir her durch die vollen Straßen, wo Leute in Eile fast über ihre eigenen Füße stolperten.
    >>Wo sind wir? << fragte Harry.
    >>London. Shaftsbury Avenue. Hier war ich oft mit Mum und Dad im Theater. Hermine und ich hatten schon mit so etwas wie vorhin gerechnet und hatten diesen Platz ausgesucht und uns einen Plan ausgedacht. << erklärte ich ihm.
    >>Was ist mit Ron und Hermine? << fragte Harry.
    >>Wir treffen sie noch. Vertrau mir. << sagte ich.
    Ich ging vor und er folgte mir.
    Ich führte uns an den ganzen Leuten vorbei, bis wir in einer menschenleeren und einsamen Gasse ankamen.
    >>Wir müssen uns umziehen. <<, sagte ich. >>Ich hab ein paar Sachen für den Notfall eingepackt. Hier hin. << sagte ich. Wir gingen ganz ans Ende der Gasse wo eine Tür war, die in ein verlassenes Gebäude führte. Vor diese Tür stellten wir uns hin. Ich griff nach der kleinen Handtasche.
    >>Halt mal bitte. << sagte ich und hielt Harry die Tasche hin. Sie war wirklich klein. Es war einfach nur eine normale Minitandtasche in die nicht viel mehr als ein Geldbeutel, ein Hausschlüssel, ein Mobiltelefon und vielleicht noch ein Apfel reinpassen würden. Ich griff in die Tasche so tief bis zur meiner Schulter. Harry wunderte sich.
    >>Was zum … Wie hast du das denn gemacht? << fragte er.
    >>Unaufspürbarer Ausdehnungszauber. << sagte ich. Ich erwischte gerade ein Kleidungsstück und zog es aus der Tasche heraus. Es war ein Shirt von Harry. Ich hielt es ihm hin und suchte dann weiter in der Tasche herum.
    >>Du bist echt unglaublich. << sagte Harry. Ich lächelte.
    >>Was ist denn jetzt daran so überraschend? << sagte ich. Ich kramte weiter in der Tasche herum. Plötzlich ertönte aus der Tasche ein dumpfes poltern.
    >>Ah. Das waren die Bücher. Müssen wohl gegeneinander geprallt sein. << sagte ich. Ich suchte solange in der Tasche rum, bis ich für uns beide Kleidung rausgefischt habe. Dann gingen wir in das verlassene Gebäude und zogen uns mit dem Rücken zu uns gedreht um.
    Wir liefen danach durch die Straßen Londons. Harry hatte keine Ahnung, wo ich ihn hinführte. Ich hatte mit Hermine auch einen Ort ausgemacht an dem wir uns treffen, sollte es zu so einem Vorfall gekommen sein. Wir kamen an einem Café an, das wir betraten. Drinnen waren schon Ron und Hermine. Auch sie hatten sich bereits umgezogen. Hermine hatte sich Ron geschnappt und die beiden sind dann auch wie wir, hierher appariert.
    >>Da seid ihr ja. << sagte Hermine und umarmte mich.
    >>Wir hatten uns schon Sorgen gemacht. << sagte Ron. Wir setzten uns alle an einen Tisch. Es war keiner in dem Café, nur wir plus der Kellnerin.
    >>Setzen wir uns. << sagte Hermine. Wir ließen uns an einem der roten Tische nieder.
    >>Was ist mit den Leuten bei der Hochzeit? <<, sagte Harry. >>Sollen wir nicht lieber zurück? <<
    >>Die wollten dich schnappen, Mann. << sagte Ron. >>Wir würden jeden damit nur in Gefahr bringen. << Einen kurzen Moment war es still und jeder schien nachzudenken.
    >>Ron hat Recht. << sagte Hermine. Auch ich fand dass er Recht hatte. Wenn wir jetzt zurück zum Hochzeitszelt kehren würden, wären wir erledigt. Wir hatten gar nicht gemerkt, dass die Kellnerin an unseren Tisch getreten war. Es war eine dickere Frau mit einem schwarzen Pferdeschwanz, die Kopfhörer in ihren Ohren hatte und laut Musik hörte. Erst als sie sich räusperte bemerkten wir sie.
    >>Kaffee? << fragte sie.
    >>Einen Cappuccino, bitte. << sagte ich.
    >>Ich auch. << sagte Hermine. Die Kellnerin sah zu Ron. >>Du? << fragte sie. Ron schien gar nicht zu wissen was ein Cappuccino ist, denn sein Gesichtsaudruck war total nervös.
    >>Das, was sie gesagt hat. << sagte Ron und deutete auf Hermine.
    >>Dasselbe. << sagte Harry, nachdem die Kellnerin ihn dann angesehen hatte. Sie ging dann wieder.
    >>Was ist der nächste Anlaufpunkt? Zum Tropfende Kessel? << sagte Ron.
    >>Zu gefährlich. <<, sagte ich. >>Wenn Voldemort wirklich das Ministerium übernommen hat, ist keiner der alten Orte mehr sicher. Und alle die auf der Hochzeit waren, werden untergetaucht sein. << Harry schien etwas eingefallen zu sein.
    >>Gott. Mein Rucksack mit all meinen Sachen. Den hab ich im Fuchsbau gelassen. << sagte Harry. Ich schüttelte den Kopf.
    >>Was? Aber … << sagte er. Ich deutete auf meine schwarze Miniumhängetasche, die ich immer noch um die Schulter trug.
    >>Du machst Witze. << sagte Harry erstaunt.
    >>Wir haben alles Wichtige in unseren Taschen schon seit Tagen drin. Nur zur Sicherheit. << sagte Hermine und zeigte ihnen ihre Perlenbesetzte Handtasche wo sie auch schon Rons Kram drin hatte. Gerade war die Glocke an der Tür zu hören und zwei Männer in blauen Latzhosen betraten das Café und traten an die Theke.
    >>Übrigens: Diese Jeans, die kommt irgendwie nicht gut. Die ist ganz schön eng. << sagte Ron.
    >>Runter! << schrie Harry plötzlich. Die beiden Männer, die gerade das Café betreten haben, waren Todesser, denn sie schossen Flüche auf und zu nachdem sie sich an die Kasse gestellt haben. Sofort sprangen wir alle von unseren Plätzen auf. Wir warfen ein paar Tische um die wir als Deckung benutzten.
    >>Stupor! << rief Harry. Der Todesser wich aber noch rechtzeitig aus. Sie benutzten den Tresen mit der Kasse als Deckung, wo sie mal untertauchten und dann wieder begannen mit Flüchen um sich zu werfen. Hermine kroch unter einen anderen Tisch. In ihren Haaren waren Splitter von einem Aschenbecher gelandet, die sich versucht runterzuschütteln. In meinen Haaren steckten Scherben von einem Zerbrochen Glas auf das ich gefallen war.
    >>Expelliarmus! << rief Ron, und entwaffnete einen der Todesser, doch dieser schnappte sich seinen Zauberstab wieder, eher er wegfliegen konnte. Jetzt erkannte ich die Gesichter der Todesser. Es waren Antonin Dolohow und Rowle.
    >>Expulso! << rief Dolohow. Wir schossen auf die Todesser immer irgendwelche Zauber ab, und Hermine schaffte es Rowle zu schocken. Ich rutschte auf einer Scherbe aus und fiel hin und landete mit der Hand auf dieser, die dann sofort anfing zu bluten. Vor Schmerz stöhnte ich kurz auf. Ich stand dann schnell wieder auf und rief: >>Petrificus Totalus! << Dolohow erstarrte sofort und fiel zu Boden. Gerade kam die Kellnerin aus dem Kühlraum raus und sah das Chaos, dass wir während dieses Kampfes veranstaltet haben.
    >>Raus. Hau ab, schnell! << sagte ich. Die Kellnerin drehte sich sofort weg und lief zur Hintertür. Wir traten hinter den Tischen wieder hervor.
    >>Fenster zu, Tür abschließen und Lichter aus. << sagte Harry. Ron holte den Deluminator raus und ein klick war zu hören, und sofort sog der Deluminator alle Lichter im Café ein und es war stockdunkel, dass einzige Licht im Café kam von den Kühltruhen und Kühlschränken mit den Getränken in Dosen und so weiter. Hermine und ich gingen an die Fenster und schlossen mit unseren Zauberstäben alle Fensterläden und ich verriegelte mit einem Zauber die Eingangstür ab und ließ dort auch die Fensterläden herunter. Wir traten langsam näher an die Todesser heran.
    >>Der hier heißt Rowle. <<, sagte Harry. >>Er war auf dem Astronomie-Turm, als Snape Dumbledore ermordet hat. << Ich ging neben Ron her auf den anderen Todesser zu.
    >>Das ist Dolohow. << sagte ich.
    >>Ja, du hast Recht. Den kenne ich von den Fahndungsplakaten. <<, sagte Ron. Ron blickte den gelähmten und bewegungsunfähigen Dolohow finster an. >>Was machen wir jetzt mit dir, hm? Du hattest keine Hemmungen uns umzubringen, oder? <<
    >>Wenn wir sie umbringen, wissen die, dass wir hier waren. << sagte Harry.
    >>Ron. << sagte Hermine.
    >>Wenn er der Mörder von Mad-Eye wäre, wie würdest du das dann sehen? << sagte Ron.
    >>Wenden wir lieber einen Gedächniszauber an. << sagte Harry. Ich empfand das auch als die beste Lösung.
    >>Du bist der Chef. <<, sagte Ron. >>Angie, Hermine. Ihr beide zaubert am besten. << sagte Ron und stellte sich neben Harry. Hermines Gesicht sah plötzlich traurig aus. Sie hatte fürs erste Genug von Gedächniszaubern. Sie sah mich bittend an.
    >>Schon gut. Ich mach das. << sagte ich. Sie sah dankbar aus, was ich nur zu gut verstehen konnte. Ich trat näher an Dolohow und richtete meinen Zauberstab auf ihn.
    >>Amnesia. <<
    Wie bei Hermine zu Hause, leuchtete die Spitze meines Zauberstabes blau auf und löschte Dolohows Erinnerungen der kompletten letzten Ereignisse in der Woche. Denselben Zauber wendete ich auch an Rowle an. Als die beiden Todesser dann keine Erinnerungen mehr an die letzten Minuten hatten, verließen wir auch durch die Hintertür das Café.
    Wir gingen durch die Straßen Londons und überlegten uns was wir als nächstes tun.
    >>Woher haben die gewusst wo wir sind? << fragte Harry unterwegs.
    >>Vielleicht hast du immer noch die Spur auf dir. << sagte Hermine.
    >>Nein, die Spur löst sich wenn man siebzehn wird. Magisches Gesetz. << sagte Ron. In mir klingelte es und schlug mir mit der flachen Hand gegen die Stirn.
    >>Verdammt! << murmelte ich.
    >>Was ist denn? << fragte Hermine. Ich ließ meine Hand wieder von meiner Stirn sinken.
    >>Das hatte ich total vergessen. Vermutlich war es wegen mir. Ich bin doch noch minderjährig! Das ist alles nur wegen mir passiert! << sagte ich.
    >>Wie konnten wir das nur vergessen? << sagte Ron.
    >>Aber müssten dann nicht schon längst Zauberer vom Ministerium aufgetaucht sein. << sagte Harry.
    >>Eigentlich ja schon. <<, sagte Hermine. >>Nun ja. Vielleicht hat es jetzt ja sein Gutes, dass das Ministerium übernommen wurde. Hoffen wir, dass wir es bis zu Angies Geburtstag schaffen unentdeckt zu bleiben. <<
    >>Und wohin jetzt? << fragte Ron.
    >>Wir müssen erstmal ein sicheres Versteck finden, und dann sehen wir weiter. << sagte ich.
    >>Toll. Irgendwelche Ideen? << fragte Harry. Jeder überlegte denn es wurde still zwischen uns allen, bis Hermine nach einer Weile nach Luft schnappte.
    >>Der Grimmauldplatz Nummer 12. << sagte sie.
    >>Das Hauptquartier des Ordens? Bist du sicher? << sagte ich.
    >>Ziemlich. Das müsste das Beste sein, denn wohin anders können wir schließlich nicht. << sagte Hermine. Also war es sofort abgemacht. Wir gingen in eine dunkle Ecke wo keiner war. Dort fassten wir uns alle an der Hand und apparierten sofort zum Grimmauldplatz.
    Auf der Straße war es stockdunkel. Wir standen vor dem riesigen Hochhausgebäude mit den dunkelroten Backsteinen. Harry schwang einmal kurz den Zauberstab auf das Gebäude zu. Es war ein paar Sekunden still, ehe das Gebäude leicht anfing zu zittern. Die Wände wurden breiter und gingen auseinander. Die Muggel die man durchs Fenster sah, bemerkten nichts davon, für war es, als würde sich nichts bewegen. Das Gebäude zog sich weiter auseinander, bis eine weitere Wand zu sehen war, mit denselben roten Backsteinen, wo eine 12 zu sehen war. Das Haus von Sirius’ Eltern stand nun vor uns. Wir öffneten das kleine Tor und gingen durch den Vorgarten des Hauses nach vorne zu den Treppen bis wir an der Haustür waren.
    >>Alohomora. << sagte Hermine, und die Tür knackste und klickte, und war sofort offen. Wir traten langsam herein. Ron schloss die Tür; jedoch blieben wir alle noch im Eingangsflur stehen. Hermine knipste die Lichter an. Es herrschte Totenstille im Haus, was ich sehr unheimlich fand, da dieses Haus schon sehr alt ist, und es mir bei meinem ersten Besuch hier, vorkam wie ein Geisterhaus. Doch kaum nachdem Hermine das Licht im Flur angeknipst hatte, erhob sich plötzlich aus dem Staub auf dem Flurboden, eine komische Gestalt, die auf uns zuflog. Ein Geist war es auf keinen Fall. Dieses Etwas war knapp vor unseren Gesichtern, und Hermine schrie vor Schrecken kurz auf. Auch Harry, Ron und ich zuckten vor Schrecken zusammen. Das staubige Etwas war jedoch verschwunden. Es sollte wohl ungebetene Besucher fernhalten, indem es sie zu Tode erschreckt.
    >>Was war das denn? << fragte Ron, und zitterte noch wie am Spieß.
    >>Vermutlich Mad-Eyes Idee. Sollte Snape vorhaben, hier rumzuschnüffeln. Das muss einer der Flüche sein, mit denen der Orden das Haus schützt. << sagte ich. Wir waren alle still. Man hörte plötzlich von irgendwo ein sehr leises klappern. Das war normal für dieses Haus, da es wirklich schon sehr alt ist. Aber trotzdem sollten wir es prüfen.
    >>Homenum revelio. << sagte ich und hatte meinen Zauberstab dabei auf den Flur gerichtet. Jedoch geschah nichts.
    >>Was war das denn, dieser Zauber hatte offenbar keine Wirkung. Bist wohl schlechter geworden, was Angie. << sagte Ron.
    >>Nein, du Knalltüte, das ist ein Zauber, der die Anwesenheit von Menschen aufspürt. <<, sagte ich und sah wieder in den Flur. >>Wir sind zum Glück allein. <<
    Da wir alleine waren, konnten wir uns weiter bewegen. Es war bereits sehr spät, und wir waren alle sehr müde. Es war ein sehr anstrengender Tag, zuerst Bill und Fleurs Hochzeit die dann von Todessern angegriffen wurde, dann unsere Flucht, der Kampf im Café, das alles war zu viel für einen Tag. Wir gingen ins Wohnzimmer und beschlossen heute Nacht, dort zu schlafen. Ron schlief auf dem Boden auf einer Matratze. Hermine, Harry und ich gingen auf eines der drei Sofas die im Wohnzimmer standen.
    >>Wieso muss ich auf dem Boden pennen? << sagte Ron angenervt.
    >>Ist doch egal, Ron. Hauptsache dass wir irgendwo schlafen. << sagte Hermine.
    >>Ja, das sagst du so leicht, ihr drei machst euch nur auf den Sofas bequem. <<
    >>Jammer nicht, Ronald. Legt dich jetzt einfach schlafen und gut ist. << sagte ich und legte mich auf das Sofa. Ron legte sich schmollend auf die Matratze und gab dann endlich Ruhe. Erschöpf von dem harten Tag, schlief jeder von uns sofort ein.


    5
    Magie ist Macht

    Am nächsten Morgen wurde ich als Erste wach. Alle waren noch am schlafen. Es war noch sehr früh, was ich an dem Licht draußen erkennen konnte. Ich saß, dass Ron und Hermine (während sie noch schliefen) Händchen hielten. Ich wusste nicht ob sie schon Hand in Hand eingeschlafen waren, aber vermutlich ja.
    Ich blieb aber noch einen Weile liegen und versuchte noch ein Weilchen zu schlafen. Aber ich wälzte mich nur auf allen Seiten und konnte die Augen einfach nicht schließen. Schlafen war schon mal ausgeschlossen. Ich setzte mich vorsichtig auf, und erhob mich dann vom Sofa. Auf Zehenspitzen verließ ich das Wohnzimmer. Ich ging weiterhin leise durch den Flur, da die Dielen manchmal knarren. Ich zog mir meine Turnschuhe an. Ich hatte keinen blassen Schimmer was ich jetzt noch machen sollte. Ich musste mir irgendwie die Zeit vertreiben bis Harry, Ron und Hermine wach sind. Mir fiel auf, dass ich mir das Haus nie ganz genau angesehen hab. Die meisten Zimmer kannte ich nicht und war noch nie drinnen gewesen. In diesem Haus wohnt schließlich keiner mehr, es gibt bestimmt keine Probleme wenn ich jedes Zimmer ganz genau unter die Lupe nehmen würde. Ich stieg vorsichtig die Treppen hoch, die meisten musste ich überspringen, da ich wusste, dass diese knarrten. Als ich oben ankam, hatte ich eine Stufe übersehen, und stolperte, weswegen sich einen kleinen Krach veranstaltet habe. Ich erstarrte, und bewegte mich nicht, sondern lauschte nur. Es war nichts zu hören. Anscheinend hatte ich die anderen doch nicht geweckt und atmete erleichtert aus. Ich schlich weiterhin durch die Flure. Ich ging dabei an dem Porträt von Mrs. Black, Sirius’ Mutter, vorbei. Sirius hatte erwähnt, dass seine Eltern einen Wahn von reinem Blut hatten. Von Muggelstämmigen, Halbblütern und Reinblütern die mit den Halbblütern und den Muggelgeborenen was zu tun hatten, konnten sie auf Anhieb nicht ausstehen. Das Porträt von Mrs. Black kann man nicht abnehmen, weil es mit irgendeinem komischen verzauberten Dauerkleber aufgehängt wurde. Auch Sirius hatte sie schon seit Jahren genervt. Ich ignorierte ihren angewiderten Blick als ich an ihr vorbeilief.
    >>Missgeburt! << zischte Mrs. Black leise, aber noch laut genug so dass ich sie verstehen konnte. Ich blieb stehen und sah zum Porträt.
    >>Entschuldige mal, wie hast du mich gerade genannt? << sagte ich ohne jeglichen Respekt.
    >>Pass auf was du sagst, du Blutsverräterin. So etwas wie du, im Haus meiner Väter. Es ist ja schon schlimm genug, dass du dich mit diesen dreckigen Schlammblütern herumschlägst. << sagte Mrs. Black.
    >>Halt die Klappe! << fuhr ich sie an.
    >>Es ist doch wahr, Sullivan. Abschaum, Missgeburten, Schlammblüter und auch noch Blutsverräter, wie du und dieser Weasley, besudeln mein Haus. Scheusale! << Ich richtete meinen Zauberstab auf das Porträt.
    >>Pass auf, was du sagst, du Großmaul, sonst setzte ich dieses Porträt in Flammen! <<
    >>Pff. << machte Mrs. Black. Ich ließ meinen Stab wieder sinken und ging davon. Ich sah mich in den verschieden Zimmern um. Ich musste feststellen, dass alle Zimmer verwüstet waren und in Chaos standen. Jemand hatte hier gewütet. War es vielleicht Kreacher, der Hauself, aber das konnte ich mir kaum vorstellen. Kreacher würde es nie zulassen, dass jemand in dem Haus seiner Herrin wütet oder es besudelt. Ich versuchte das Chaos fürs erste zu ignorieren und nachher mit Harry, Ron und Hermine darüber zu sprechen. Ich wollte mir noch das letzte Zimmer ansehen im Flur ansehen. Ich trat näher an die Tür heran. Auf der Tür war ein Schild, mit dem Namen Regulus Arcturus Black.
    Regulus Arcturus Black. Wieso kam mir das so bekannt vor? Von dem Namen her, wusste ich dass Regulus Sirius’ Bruder war. Aber irgendetwas hatte es doch in sich. Ich stand eine Weile vor der Tür und überlegte. Was könnte dieser Name bedeuten? Denk nach. Denk nach. Denk nach!, befahl ich mir die ganze Zeit. Ich wurde leider unsanft aus meinen Gedanken gerissen. Ich hörte von unten Schritte. Ich hielt meine Hand an meine Hosentasche um im Notfall an meinen Zauberstab schnell zu kommen. Ich wartete, die Schritte wurden immer lauter.
    >>Angie! << hörte ich Hermines Stimme rufen. Ich war erleichtert, dass sie es war.
    >>Angie, wo bist du? << hörte ich jetzt Harrys Stimme. Ich hörte wie sich Türen öffneten und wieder schlossen. Sie schienen nach mir zu Suchen.
    >>Hier! << rief ich. Ich nahm meine Hand wieder von der Hosentasche weg und wartete. Ich sah noch mal an die Tür, und sah mir die Buchstaben genau an. Und da bemerkte ich es. Regulus Arcturus Black. R. A. B.!
    >>Da bist du ja! << sagte Ron. Ich drehte meinen Kopf wieder von der Tür weg. Ich sah Harry, Ron und Hermine wie sie gerade um die Ecke gekommen waren und auf mich zugingen. Sie waren alle außer Atem. Harry drückte mich fest an sich.
    >>Leute, was ist denn los? << fragte ich verwirrt.
    >>Wir dachten, du wärst weg. Wir wurden wach und da sahen wir, dass du nicht da warst. << sagte Hermine.
    >>Ich hab was gefunden. << sagte ich. Harry ließ mich wieder los. Ich deutete auf die Tür.
    >>Schaut mal. << sagte ich. Die drei sahen sich den Namen an der Tür an.
    >>Regulus Arcturus Black. << las Hermine.
    >>Genau. R. A. B. << sagte ich. Wir tauschen alle ein paar Blicke aus.
    >>Kommt. << sagte Harry. Wir rannten durch die Flure, an dem Porträt von Mrs. Black vorbei, die uns anschimpfte, was wir aber ignorierten. Dann rannten wir die Treppen runter und stürmten ins Wohnzimmer. Ich lief schnell zu meiner schwarzen Handtasche. Ich kramte dort so lange, bis ich Harrys Rucksack fand. Ich nahm ihn aus der Tasche raus und reichte ihn Harry. Er holte aus dem Rucksack das gefälschte Medaillon. Der falsche angebliche Horkrux. Wir gingen in die Küche und setzten uns dort an den Tisch. Harry öffnete das Medaillon und nahm den kleinen Zettel heraus, auf dem die Nachricht von Regulus war.
    >>Ich weiß, ich bin schon lange tot, wenn du dies liest. <<, las Harry. >>Ich hab den echten Horkrux gestohlen und werde ihn zerstören. <<
    >>R. A. B. ist Sirius’ Bruder. << sagte Ron.
    >>Ganz genau so ist es. << sagte ich.
    >>Die Frage ist nur, hat er nicht einen falschen Horkrux zerstört. << sagte Hermine. In demselben Moment ertönte ein Poltern aus der Besenkammer in der Küche. Das war also dieses Geräusch, das wir auch schon gestern gehört hatten. Es kam die ganze Zeit hier her, aus der Küche. Wir standen langsam von unseren Plätzen auf und gingen näher an die Kammer heran. Harry streckte seinen Arm aus und berührte die Türklinke. Er drückte sie dann plötzlich ganz schnell runter und öffnete die Tür. Es war Kreacher, der sich hinter der Tür befand! Harry griff ihn an der Schulter und zog ihn aus der Kammer raus, und schubste ihn nach vorne.
    >>Stimmt’s? Du spionierst uns nach, gib’s zu! << sagte Harry wütend. Kreacher verzog seinen Kopf hinter dem Tisch.
    >>Kreacher hat nur beobachtet. << sagte der Elf.
    >>Vielleicht weiß er, wo das echte Medaillon ist. << sagte ich. Harry nahm von dem Tisch das gefälschte Medaillon und zeigte es Kreacher.
    >>Hast du das schon mal gesehen? <<, fragte Harry. Kreacher seufzte nur genervt. >>Kreacher! << sagte Harry weiterhin wütend.
    >>Das ist das Medaillon von Herrn Regulus. << sagte Kreacher dann doch.
    >>Aber es gab zwei, oder? <<, sagte Harry. Kreacher antwortete nicht. >>Wo ist das zweite? << fragte Harry. Kreacher wimmerte kurz.
    >>Kreacher hat keine Ahnung, wo das andere Medaillon ist. << sagte Kreacher.
    >>Hast du es schon mal gesehen? Hier in diesem Haus. << sagte Hermine. Kreacher wurde sauer.
    >>Du minderwertiges Schlammblut! Die Todesser kommen! << giftete Kreacher Hermine an. Ron wurde wütend und wollte Kreacher mit einem Kerzenständer schlagen, und er hätte es vermutlich getan, hätte Hermine ihn nicht zurückgehalten.
    >>Ron! << sagte sie.
    >>Blutsverräter-Weasley! << sagte Kreacher.
    >>Antworte ihr! <<, sagte Harry. >>Und ich verbiete dir, irgendjemanden in diesem Haus >Schlammblut< oder >Blutsverräter< zu nennen! << warnte Harry ihn.
    >>Ja. <<, sagte Kreacher. >>Es war hier. In diesem Haus. Das Medaillon ist böse. <<
    >>Warum böse? << fragte ich.
    >>Vor seinem Tod hat Herr Regulus Kreacher aufgetragen, es zu zerstören. Aber egal, wie vie Mühe sich Kreacher gegeben hat, es ist ihm nicht gelungen. << sagte Kreacher.
    >>Und wo ist es hin? <<, fragte Harry. >>Weißt du, wer es jetzt hat? <<
    >>Er kam in der Nacht. Er hat vieles weggetragen. Das Medaillon eingeschlossen. << sagte der Elf.
    >>Wer war das? Wer war es, Kreacher? << fragte Harry.
    >>Mundungus. <<, sagte der Elf. Hermine, Ron und mir blieb der Atem weg. Mundungus der vor ein paar Tagen spurlos verschwunden war. >>Mundungus Fletcher. << sagte Kreacher.
    >>Such ihn. << befahlt Harry dem Elfen. Kreacher gehorchte sofort und disapparierte.
    Während wir warteten versuchten wir uns irgendwie die Zeit zu vertreiben. Kreacher war bereits über drei Stunden weg. Der Abend brach so langsam nach weiteren Stunden herein und Kreacher war immer noch nicht da. Wir befanden uns alle im Wohnzimmer.
    Harry saß auf dem Sofa und er starrte den Schnatz von seinem ersten Quidditch-Spiel an, den er in der Hand hielt, der Schnatz bewegte seine Flügel, er wollte fliehen.
    Hermine und Ron saßen am Klavier. Hermine versuchte Ron, Beethovens Für Elise beizubringen. Ron spielte aber die ganze Zeit falsch, weil er sich oft vertippte und zu feste die Tasten des Klaviers drückte.
    Ich saß auf einem Schreibtisch der im Zimmer stand und betrachtete den Ring, den mir Dumbledore vererbt hatte. Ich hatte ihn mir noch nicht richtig angesehen, bis jetzt hatte ich ihn nur in meiner Hosentasche getragen, am Finger jedoch nicht, weil ich Angst hatte ihn zu verlieren, und weil meine Ringfinger bereits beide besetzt waren; auf meinem Rechten trug ich den Verlobungsring meiner Mutter und auf der linken einen den meine Eltern mir mal zum Geburtstag geschenkt hatten, ich nahm diese Ringe niemals ab, genauso wie die Silberkette, die ich immer noch um den Hals trug. Es war ein wirklich schöner Ring und sehr wertvoll. Nur was sollte ich damit bloß anfangen? Ich musterte den Ring die ganze Zeit und dachte scharf nach. Aber ich wusste nicht welchen Schluss ich daraus ziehen sollte. Ich gab letztendlich dann doch noch auf, und ließ den Ring in meiner Hosentasche wieder verschwinden. Ich sah noch mal zu Harry. Er starrte immer noch Gedankenverloren den Schnatz in seiner Hand an. Ich ging von dem Schreibtisch runter uns setzte mich auf das Sofa, ihm gegenüber.
    >>Sie haben Körperspeicher. <<, sagte ich, und deutete auf den Schatz. >>Als Scrimgeour ihn dir gegeben hat, dachte ich er würde sich durch deine Berührung öffnen. Und Dumbledore hätte darin etwas versteckt. << sagte ich. Harry sah mich an, dann wanderte sein Blick wieder zum Schnatz. Er schien weiterhin so Gedankenverloren wie vorhin. Aus der Küche war plötzlich wieder ein Poltern zu hören. Kreacher muss wieder da sein. Wir erhoben uns alle und gingen in die Küche. Da waren Kreacher, der Mundungus auf den Schultern saß und seine Arme um sein Gesicht geschlungen hatte. Und ein anderer Hauself klammerte sich an Mundungus’ linkes Bein. Es war kein anderer Hauself als Dobby, dessen grüne Tennisballaugen ich immer erkennen würde.
    >>Loslassen! << sagte Mundungus mit dumpfer Stimme.
    >>Harry Potter! <<, sagte Dobby froh, mit seiner süßen Elfenstimme. >>Endlich sehen wir uns wieder. << sagte Dobby und hatte immer noch Mundungus Bein umklammert.
    >>Runter von mir! << sagte Mundungus. Mundungus versuchte Kreacher von sich abzuschütteln, wobei sie alle umfielen und Mundungus auf dem Gesicht landete. Mundungus rappelte sich auf und zog seinen Zauberstab hervor. Ich reagierte schnell, richtete meinen Zauberstab auf Mundungus und sagte: >>Expelliarmus! << Sofort flog Mundungus’ Zauberstab davon und landete in meiner linken Hand.
    >>Was soll der Quatsch? Hetzt mir die bescheuerten Hauselfen an den Hals. << fluchte Mundungus.
    >>Wie gewünscht, kehrt Kreacher mit dem gesuchten Dieb wieder heim. << sagte Kreacher. Dobby stellte sich auf den langen Tisch der in der Küche stand.
    >>Dobby hat nur versucht zu helfen. <<, sagte Dobby. Kreacher drängte Mundungus weiter in eine Ecke. Dobby ging auf dem Tisch entlang und erklärten uns dann, was geschehen war. Wir liefen neben dem Tisch her und hörten Dobby zu. >>Dobby sah Kreacher in der Winkelgasse. Und das fand Dobby etwas eigenartig. Und dann hat Dobby Kreacher den Namen >Harry Potter< sagen hören. Und dann hat Dobby gesehen, wie Kreacher mit dem Dieb redet. <<
    >>Ich bin kein Dieb! Du blöder Sack! <<, zischte Mundungus. >>Ich bin ein Verkäufer von seltenen und wundersamen Gegenständen. <<
    >>Du bist ein Dieb, Dung. Das weiß doch jeder. << sagte Ron der gerade in die Küche kam.
    >>Mein Herr Weasley. So schön, sie wiederzusehen. << sagte Dobby und schüttelte zur Begrüßung Rons Hand.
    >>Coole Turnschuhe. << sagte Ron. Mir war nicht aufgefallen, dass Dobby Schuhe trug. Sie waren braun und passten gut zu Dobby. Mundungus wurde immer noch von Kreacher und von Hermine in die Ecke gedrängt, dabei stieß er von der Arbeitsplatte einen Stapel verstaubter Zeitungen um.
    >>Guckt nicht so. Ich bin neulich einfach in Panik geraten. << sagte Mundungus. >>Was kann ich denn dafür, wenn Mad-Eye vom Besen fällt? << sagte Mundungus. Er hoffte immer noch er könnte sich rausreden. So ein Idiot.
    >>Du … << sagte Kreacher und tippte auf Mundungus mit dessen Zauberstab.
    >>Sag die Wahrheit! << sagte Hermine.
    >>Als du das Haus damals durchstöbert hast, leugne es nicht, hast du ein Medaillon gefunden, stimmt’s? << sagte Harry.
    >>Wieso? War es wertvoll? << fragte Mundungus. Kreacher piekste Mundungus weiterhin mit dessen Zauberstab.
    >>Hast du es noch? << wollte ich wissen.
    >>Nein, er hat bloß Angst, dass er es zu billig verkauft hat. << sagte Ron.
    >>Hab das blöde Ding verschenkt, so ist es! <<, Mundungus seufzte. >>Ich hab rumgestanden und in der Winkelgasse die Ware vertickt, da kommt diese Ministeriumshexe und fragt mich nach meiner Lizenz. Sagt, sie könnte mich einsperren. Hätte die auch gemacht, wenn sie nicht auf das Medaillon gestanden hätte. Praktisch gestohlen hat sie es! << sagte Mundungus.
    >>Wer war die Hexe? Hast du sie gekannt? << fragte Harry.
    >>Nein, ich … <<, Mundungus Blick fiel auf eine der Zeitungen, die er umgestoßen hatte. Er nahm sie in die Hand und legte sie auf den Tisch. >>Oh, das ist sie. Da. Mit ihrer bescheuerten Schleife. << Mundungus deutete auf dem Bild auf eine dicke Hexe mit kurzen brauen Haar und einem nervtötenden Grinsen und einer Schleife auf dem rosaroten Kleid.
    >>Umbridge! << sagte ich.
    Es war bereits Abend und es lohnte sich nicht mehr noch heute in Ministerium aufzubrechen. Hermine und ich haben uns einen Plan überlegt. Wir müssen den Horkrux Umbridge abnehmen. Hermine und ich kamen auf die Idee, uns mit Vielsaft-Trank reinzuschleichen, und dort würden wir dann nach dem Medaillon suchen und dann sofort wieder verduften. Natürlich war der Plan leichter gesagt als getan. Wir wussten, dass es schwierig wird, aber wir hatten keine andere Wahl.

    Am nächsten Tag sind wir ganz früh aufgestanden. Hermine und ich hatten unsere verzauberten Taschen geprüft, und ich verstaute Harrys Rucksack wieder in meiner Tasche. Hermine und ich hatten zum Glück noch einige Flaschen mir Vielsaft-Trank eingepackt. Nachdem wir uns alle auf den Tag vorbereitet haben, apparierten wir in die Straßen Londons. Wir gingen zu dem Platz wo in der Nähe einer der Eingänge zum Zaubereiministerium ist, der als öffentliche Toilette getarnt wurde. Bevor wir ins Ministerium einmarschierten, mussten wir erstmal zwei Hexen und zwei Zauberer finden die dort arbeiten, denn nur so kommen wir da rein. Natürlich waren auf dieser Straße ganz viele Hexen und Zauberer unterwegs, da sie alle ins Ministerium wollten. Wir hielten Ausschau nach jemand, den wir nehmen konnten.
    >>Da vorne! Das ist doch Mafalda Hofkirch! << flüsterte Hermine dann plötzlich.
    >>Perfekt! Die nimmst du, Hermine! << sagte ich.
    >>Und was nun? Wie kommen wir an sie ran? << fragte Ron.
    >>Ich mach das schon. << sagte Hermine und trat aus dem Gebäude raus, aus dem wir die Straßen beobachteten. Sie tat als würde sie sich den Schuh zubinden. In dem Moment als Mafalda an ihr vorbeiging, zückte sie schnell ihren Zauberstab und schockte sie. Mafalda schlief nun tief und fest. Schnell schleiften wir sie in das verlassene Gebäude, das zum Glück keine Fenster besaß. Wir sahen dann noch einen Typen mit Schurbart und einem komischen Trenchcoat, sein Name ist Reginald Cattermole, ich glaube er arbeitet in der Abeilung für Internationale magische Zusammenarbeit. Auch ihn schockten wir und schleiften ihn dann in das Gebäude. Wir sahen dann noch Albert Runcorn, einen Typen der mit dem neuen Zaubereiminister vertraut ist, und dann lief noch eine Lady vorbei bei der es sich um Lorna Mitchell handelte, eine Angestellte in der Abteilung für Internationale magische Zusammenarbeit. Nachdem alle drei in dem Gebäude waren und fest schliefen, beugte sich jeder über die Person, in die er sich verwandeln würde und rupfte ihr ein Haar raus. Harry würde zu Albert Runcorn werden, Ron zu Reginald Cattermole, Hermine zu Mafalda Hofkirch und ich zu Lorna Mitchell. Wir gaben die Haare in unsere Vielsaft-Tränke.
    >>Gut. Wir müssen uns an den Plan halten. <<, sagte ich. >>Lasst euch bloß in kein Gespräch verwickeln, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Und benehmt euch ganz normal. Macht das, was die anderen auch machen. <<, erinnerte ich alle noch mal. >>Wenn wir das hinkriegen, kommen wir mit etwas Glück rein. Und dann- <<
    >>-wird’s richtig schwierig. << beendete Harry meinen Satz.
    >>Korrekt. << sagte ich.
    >>Das ist doch vollkommen verrückt. << sagte Harry.
    >>Die Welt ist verrückt. <<, sagte Ron. Wir warfen noch einen Blick auf die schlafenden Personen. >>Kommt. Wir müssen einen Horkrux finden. <<
    Wir tranken alle aus den Flaschen. Wir verwandelten uns und die Personen vor uns, und zogen uns dann ihre Kleider an. Wir traten aus dem Gebäude. Ganz normal gingen wir durch die Straßen. Als wir bei den öffentlichen Toiletten ankamen, trennten sich unsere Wege. Hermine und ich betraten die Damen-Toilette. Dort waren viele Frauen, die vor den Kabinen in Schlangen standen.
    >>Wenn wir gleich da drin sind, müssen wir uns ins Klo stellen und uns dann runterspülen. << sagte Hermine.
    >>Igitt! << zischte ich als wir uns dann in die Schlangen stellten. Als wir in die Kabinen traten, schloss ich die Tür hinter mir. Angewidert tat ich das was Hermine mir gesagt hatte. Ich dachte gar nicht erst darüber nach und spülte dann runter. Ich wurde nach unten gezogen und drehte mich um mich selbst. Es ging alles ganz schnell. Ich kam aus einem der Floh-Netzwerke im Ministerium raus, und noch völlig trocken und ich roch auch noch so wie vorhin, nach Rosen und Lilien, worüber ich mich sehr freute. Nicht weit neben mir stand auch schon Hermine und hatte auf mich gewartet. Wir gingen zusammen an den ganzen anderen Zauberern vorbei. Als an ein paar anderen Netzwerken vorbeigingen, erschienen plötzlich Harry und Ron vor uns.
    >>Also, ganz ehrlich, ich bekomm grad leichte Panik. << sagte Ron.
    >>Wie lange hält die Wirkung des Vielsaft-Tranks noch gleich an, Hermine? << fragte Harry. Hermine machte große Augen: >>Keine Ahnung. << sagte sie. Sie schien es vergessen zu haben.
    >>Nur eine Stunde. << sagte ich.
    >>Wie auch immer. Wir müssen uns beeilen. << sagte Ron. Wir gingen zu den Fahrstühlen, wir müssen in Umbridges Büro, um es zu durchsuchen. Vermutlich hält sie es dort irgendwo versteckt. Gerade betraten wie einen leeren Fahrstuhl, der sich kurz darauf schließen wollte. Doch ein Mann hielt das Gitter zurück und sah uns an. Mir blieb der Atem weg. Es war der Todesser Yaxley.
    >>Cattermole. <<, sagte er und sah Ron an. >>In meinem Büro fällt nach wie vor Regen. Seit zwei Tagen. << sagte Yaxley und funkelte Ron böse an. Ron wurde etwas nervös.
    >>Dann wäre ein Schirm nicht schlecht. << sagte Ron.
    >>Ich bin gerade auf den Weg nach untern, Cattermole. << sagte Yaxley.
    >>Nach unten? << sagte Ron.
    >>Um ihre Frau ins Verhör zu nehmen. <<, sagte Yaxley. >>Also, wenn der Blutstaus meiner Ehefrau unklar wäre und der Leiter der Abteilung für magische Strafverfolgung mir einen Auftrag geben würde, dann wüsste ich wo meine Prioritäten lägen. Ich gebe ihnen eine Stunde. << sagte Yaxley und verzog sich dann wieder. Das Gitter schloss sich und der Fahrstuhl flitzte davon. Wir hielten uns an den Stangen über uns fest, die dazu da waren. Ron wurde steif wie ein Brett.
    >>Oh mein Gott, was mache ich nur? Meine Frau ist da unten. Ganz allein. << sagte Ron, noch völlig steif.
    >>Ron, du hast überhaupt keine Frau. << sagte Harry. Ron schien entfallen zu sein, dass er nicht in Wahrheit dieser Cattermole war.
    >>Ah, ja. <<, sagte er. Gerade kamen wir im zweiten Stock an. >>Aber wie stopp ich diesen Regen? <<
    >>Versuch’s mit Finite Incantatem. << riet ihm Hermine. Das Gitter schob sich zur Seite.
    >>Hier musst du aussteigen, Ron. << sagte ich. Ron trat aus dem Fahrstuhl heraus.
    >>Finite Incantatem. Okay. <<, sagte Ron. >>Und wenn das nicht klappt ...? << fragte er, doch es war bereits zu spät, denn der Fahrstuhl hatte sich wieder in Bewegung gesetzt und flitzte wieder davon. Wir kamen im ersten Stock an. Hier befand sich irgendwo Umbridges Büro.
    >>Wenn wir Umbridge nicht innerhalb einer Stunde gefunden haben, suchen wir Ron und kommen einen andern Tag wieder. << sagte Harry.
    >>Okay. << sagte ich und Hermine nickte. Gerade schob sich das Gitter zur Seite und vor uns stand Umbridge. Wir alle hielten die Luft an und starrten sie an. Sie hatte aber nicht von unserem Gespräch mitbekommen, weil sie in irgendeine Akte vertieft war.
    >>Ah, Mafalda. Trevers schickt Sie, nicht wahr? Gut. Dann fahren wir gleich runter. << sagte Umbridge, die wie immer von Kopf bis Fuß in rosa gekleidet war. Umbridge betrat den Fahrstuhl. Wir standen alle noch wie angewurzelt und konnten uns nicht bewegen.
    >>Albert, Lorna, wollen Sie beide nicht aussteigen? << fragte Umbridge. Harry und ich gingen ohne einen Blick auf Umbridge zu werfen aus dem Fahrstuhl raus. Wir drehten uns um und sahen, dass das Gitter wieder zu ging, Hermine warf uns einen etwas verängstigten Blick zu ehe der Fahrstuhl davonfuhr. Harry und ich gingen langsam durch die Flure und hielten Ausschau nach Umbridges Büro.
    >>Wir sollten uns trennen. Vielleicht ist das Medaillon auch in einem der anderen Büros versteckt. << sagte Harry.
    >>Okay. Ich check die anderen Büros, und du gehst in das von Umbridge? << schlug ich vor.
    >>Okay, abgemacht. Wir treffen uns dann gleich wieder hier. << sagte er. Ich nickte und wir trennten uns. Ich ging auf das erste Büro zu. Ich sah mich um und prüfte ob jemand hinsah. Es schien jedoch gerade keiner außer mir auf dem Flur zu sein, weshalb ich ohne zu zögern sofort das Büro betrat. Es war niemand da, zum Glück. Ich fing sofort an und durchstöberte einfach alles was ich finden konnte. Es war echt alles da, nur kein Medaillon. Ich verließ unauffällig das Büro und schlich mich dann in das nächste – dort war wie zu erwarten einfach nichts. Ich durchsuchte alle Büros die ich finden konnte, jedoch war nirgends ein Medaillon. Ich ging wieder an die Stelle an der ich Harry treffen sollte.
    >>Glück gehabt? << fragte er.
    >>Nein – einfach nichts. <<, sagte ich. >>Und bei dir? << fragte ich.
    >>Gar nichts. Wir müssen Ron und Hermine erstmal wieder finden, und dann sehen wir weiter. << sagte Harry. Wir gingen wieder zu den Fahrstühlen. Dort fuhren wir erstmal ein Stockwerk höher, weil so ein Typ dort aussteigen musste, der auch in dem Fahrstuhl mit uns war. Dort stieg auch Ron wieder in den Fahrstuhl rein und er war völlig nass von Wasser.
    >>Morgen. << sagte Ron zu uns, als er den Fahrstuhl betrat.
    >>Ron, wir sind’s. << sagte Harry.
    >>Harry, Angie! Mannoman. Ich hatte ganz vergessen, wie ihr ausseht. <<, sagte Ron. >>Wo ist Hermine? <<
    >>Sie ist in die Gerichtsräume runter gefahren – mit Umbridge! << sagte ich. Der Fahrstuhl fuhr uns direkt nach unten wo sich die Gerichtsräume aufhielten. Dot stiegen wir aus. Ich musste feststellen, dass es hier wirklich grauenvoll kalt war.
    Als wir den Gerichtssaal betraten in dem sich Hermine befand, sah ich warum es so kalt war. In dem großen Gerichtssaal befanden sich tausende von Dementoren, die jedoch gefangen waren. Umbridge führte dieses Gericht. Neben ihr auf dem Pult war eine blausilberne Patronus-Katze, die sehr stark leuchtete und diesen Lichtern nach oben zu den Dementoren stiegen. Diese Lichter bildeten so eine Wand zwischen uns und den Dementoren. Hermine saß neben Umbridge und tat so, als würde sie die Unterlagen durchsuchen.
    >>Mary Elizabeth Cattermole? << sagte Umbridge.
    >>Ja. << sagte Mary, die auf dem Angeklagten-Stuhl, in der Mitte des Raumes saß.
    >>Wohnhaft 27 Chislehurst Gardens, Great Tolling, Evesham? << sagte Umbridge.
    >>Ja. << sagte Mary wieder.
    >>Mutter von Maisie, Allie und Alfred? Verheiratet mit Reginald Cattermole? << sagte Umbridge wieder. Harry, Ron und ich entdeckten das echte Medaillon und machten große Augen. Umbridge trug es um den Hals. Mary entdeckte gerade mich, Harry und Ron, wie wir am Eingang standen.
    >>Reg. << sagte sie. Ron blieb jedoch wie angewurzelt stehen. Ich schubste ihn nach vorne. Er sollte einfach mitmachen, sonst würde es schiefgehen.
    >>Danke schön, Lorna. << sagte Umbridge zu mir. Ich nickte nur.
    >>Mary Elizabeth Cattermole? << sagte Umbridge.
    >>Ja. << hauchte Mary ganz schwach. Offenbar war sie den Tränen sehr nahe.
    >>Ihnen wurde heute im Ministerium ein Zauberstab abgenommen. Ist dies jener Zauberstab? << fragte Umbridge und hielt einen Zauberstab hoch. Mary nickte.
    >>Würden Sie dem Gericht bitte verraten, welcher Hexe oder welchem Zauberer sie ihn entwendet haben. << sagte Umbridge.
    >>Ich habe ihn nicht entwendet. <<, sagte Mary schwach. >>Ich habe ihn in der Winkelgasse gekauft, bei Olivander, damals war ich elf. Er hat mich ausgesucht. << sagte Mary.
    >>Lügen Sie nicht! <<, sagte Umbridge. >>Zauberstäbe suchen sich nur Hexen und Zauberer aus, und Sie sind keine Hexe. <<
    >>Das bin ich. <<, sagte Mary wieder ganz schwach. Ich hatte richtig Mitleid mit der armen Frau. >>Sag’s ihnen, Reg, sag ihnen bitte, was ich bin. << bittet Mary Ron an. Ron wurde nervös. Er wusste nicht was er jetzt machen sollte und sprach nicht sonder sah sich um, als würde er in der Luft die Antwort finden. Harry war näher an Umbridge getreten. Aus seinem Ärmel ließ er seinen Zauberstab in seine Hand gleiten, was Umbridge bemerkte.
    >>Was zum Teufel treiben Sie da, Albert? << fragte Umbridge Harry. An Harrys Gesichtszügen merkte man, dass der Vielsaft-Trank so langsam seine Wirkung verlor.
    >>Sie lügen, Dolores. <<, sagte Harry. >>Und man soll keine Lügen erzählen! <<, wiederholte er Umbridges Worte aus dem fünften Schuljahr. >>Stupor! << rief er. Der Zauber traf Umbridge und sie wurde Ohnmächtig. Hermine die immer noch neben ihr saß, riss ihr das Medaillon vom Hals. Harry hatte inzwischen seine normale Gestalt angenommen. Ich hatte seine Brille in meiner Jackentasche. Ich kramte schnell nach ihr und reichte sie ihm. Ron schockte Yaxley und ich ein paar der Leute die noch anwesend waren.
    >>Das ist Harry Potter! << sagte Mary, als sie Harrys Gesicht sah.
    >>Ja, er ist es, oder? Wenn wir das den Kindern erzählen! << sagte Ron. Wir liefen alle zum Ausgang, denn dadurch dass Umbridge jetzt bewusstlos war, wurde ihr Patronus unterbrochen und die Dementoren kamen auf uns zugeflogen. Wir eilten alle so schnell es ging durch die Flure bis wir bei den Fahrstühlen angekommen waren. Mary krallte sich die ganze Zeit an Rons Arm fest. Wir waren bereits im Fahrstuhl und das Gitter schloss sich, ehe die Dementoren in den Fahrstuhl konnten. Doch sofort bildete sich das Loch in ihren Gesichtern und sie begannen uns unsere guten Erinnerungen zu rauben. Harry richtete schnell seinen Zauberstab auf sie.
    >>EXPECTO PATRONUM! << rief er. Sofort kam der Hirsch – sein Patronus – aus seinem Zauberstab und vertrieb die Dementoren. Der Fahrstuhl raste dann sofort davon in die Einganghalle. Inzwischen hatte auch bei Hermine und mir der Vielsaft-Trank nachgelassen, weshalb wir, als wir in der Eingangshalle ankamen, mit gesenkten Köpfen den Fahrstuhl verließen. Noch hatte uns keiner bemerkt obwohl wir nicht gerade unauffällig an den ganzen Leuten vorbeigingen, und ich fragte mich ob die blind oder dumm waren. Mary hatte sich immer noch an Rons Arm gekrallt. Harry, Hermine und ich waren vorgegangen, deshalb merkten wir nicht, dass Ron und Mary stehen blieben. Wir drehten uns zu ihnen. Ron sagte zu Mary, bei der bereits die ersten Tränen flossen: >>Mary, geh nach Hause! Hol die Kinder! Ich komme dann. Verstehst du, wir müssen schnell das Land verlassen! Mary, tu was ich sage! << sagte Ron. Mary war ziemlich aufgewühlt. Sie weinte immer noch und zog Ron an sich, sodass sich ihre Lippen berührten. Harry, Hermine und ich starrten die zwei an. Da fiel mir ein, dass Mary Ron für ihren Ehemann Reginald hält. Doch ausgerechnet während des Kusses, verlor auch bei Ron der Vielsaft-Trank seine Wirkung. Als Mary sich von Ron löste, sah sie dass dann auch. Und es wurde noch besser, als der echte Reginald hinter Harry, Hermine und mir auftauchte, er war in Unterwäsche, da Ron seine Sachen trug.
    >>Mary? <<, sagte Reginald. >>Wer ist das? << fragte er und deutete auf Ron. Mary sah Ron immer noch völlig schockiert an.
    >>Ist ’ne lange Geschichte. <<, sagte Ron zu Mary. >>Hat mich gefreut. << sagte er und lief zu Harry, Hermine und mir. Wir liefen jetzt weg, weil ein Typ Harry erkannt hatte.
    >>Das ist Harry Potter! Harry Potter! <<, sagte er und erregte in null Komma nichts die Aufmerksamkeit der ganzen Hexen und Zauberer. >>Das ist Harry Potter! << rief er. Harry, Ron, Hermine und ich rannten davon. Es kamen schon Rufe wie: >>Haltet sie auf! Schnappt sie euch! << von allen Seiten. Die Leute versuchten uns zu kriegen und manche rannten uns hinterher, und Wachleute waren auch hinter uns her. Es wurde richtig schlimm als Yaxley hinter uns herlief und Flüche auf uns abfeuerte. Während wir liefen, stieß ich mit Absicht einige Dinge um, um die anderen irgendwie anzulenken und hoffte das Yaxley irgendwie stolpern würde. Harry, Ron und Hermine schlossen sich mir an und taten es mir gleich.
    >>Das Floh-Netzwerk schließt sich! << sagte ich.
    >>Wir müssen es noch schaffen! << sagte Harry. Yaxley war immer noch hinter uns her und feuerte einen weiteren Fluch auf uns ab.
    >>Expelliarmus! << rief Ron, und Yaxleys Zauberstab flog davon. Wir rannten bereits so schnell, dass kaum einer von uns noch Luft in der Lunge hatte, aber wir durften auf keinen Fall anhalten. Die Floh-Netzwerke schlossen sich alle nacheinander. Wir mussten einen erwischen, bevor sich das Letzte schließt.
    Wir waren dann doch schnell genug und kamen an einem Netzwerk an, das noch offen war. Sofort liefen wir rein. Harry kam als erster beim Netzwerk an und verschwand. Dann erreichten es Ron und dann Hermine. Beide waren jetzt verschwunden. Auch ich sprang rein und begann mich um selbst zu drehen.














    6

    Der Dieb

    Hart waren wir alle vier auf dem Waldboden gelandet. Die Sonne schien in mein Gesicht und Vögel kreischten. Ich setzte mich sofort auf. Hermine ging es ebenfalls gut. Ron der ein paar Meter weiter von uns entfernt lag, stöhnte vor Schmerzen und atmete schwer.
    Sofort liefen Hermine und ich zu ihm hin. Wir beugten uns über ihn. Er blutete am Arm. Sofort riss Hermine sein Hemd auf und wir sahen beide seinen Arm. Mir rutschte das Herz in die Hose. Rons Arm war nur so mit Blut überströmt, mein konnte an der Stelle sein Fleisch sehen. Ein Teil der Haut fehlte, sie war weg, einfach weg, wie mit einem Messer abgeschnitten. Hermine begann leise zu schluchzten vor Schock. Ich versuchte jedoch Ruhe zu bewahren. Ron stöhnte immer noch vor Schmerzen.
    >>Shhht, Ron. Ist ja alles gut. Es ist alles okay. Dir passiert nichts, dir passiert nichts. << flüsterte ich ihm zu. Erst jetzt bemerkte ich Harry der langsam auf uns zuschritt.
    >>Harry! Harry, schnell! In meiner Tasche ist ein Fläschchen mit der Aufschrift Diptam-Essenz. << sagte ich. Harry hatte anscheinend noch nicht Rons Wunde gesehen, denn er schien etwas verwirrt. Trotzdem machte er was ich sagte, er lief zu meiner Tasche und suchte nach der Flasche. Ron stöhnte weiterhin vor Schmerz und immer mehr. Hermine wimmerte leise.
    >>Ist ja gut. <<, flüsterte ich Ron zu. Auch Hermine versuchte ihn zu beruhigen. Harry suchte aber noch weiter in meiner Tasche nach dem Fläschchen. >>Los, schnell! << sagte ich. Harry schien die Flasche nicht zu finden. Er nahm seinen Zauberstab und sagte: >>Accio Diptam! <<
    Das Fläschchen flog aus der Tasche raus, Harry fing sie auf und trat dann langsam auf uns zu. Jetzt sah er Rons Verletzung.
    >>Öffne sie bitte für mich. Meine Hände zittern. << sagte ich. Hermine versuchte immer noch Ron irgendwie zu beruhigen, der immer noch an den starken Schmerzen lit.
    >>Angie, sein Arm. << sagte Harry geschockt.
    >>Ich weiß! Jetzt beeil dich gefälligst! << sagte ich jetzt etwas lauter und hektisch. Harry beugte sich auch über Ron und reichte mir die Flasche.
    >>Shhht, Ron! Ganz ruhig. Das wird jetzt ein bisschen brennen. << sagte ich und saugte mit dem Pipettendeckel etwas von dem Zaubertrank auf und gab die Tropfen auf Rons Wunde. Meine Hände waren bereits voll mit Rons Blut. Ron stöhnte noch mal vor Schmerzen sehr laut auf als der Zaubertrank seine Wunde berührte.
    >>Ist ja gut! Einer noch! Nur einer noch! << sagte ich und gab weiterhin Tropfen des Zaubertranks auf seine Wunde.
    >>Was ist passiert? Ich dachte, wir wollten wieder zurück zum Grimmauldplatz. << sagte Harry.
    >>Ich weiß. Wollten wir ja auch. Wir waren schon da, nur … Yaxley hat mich so doll festgehalten, ich konnte ihn nicht von mir abschütteln, er war einfach viel zu stark, und nachdem er gesehen hat wo wir waren, mussten wir da weg, dann hab ich uns hierhergebracht. Dabei muss ich etwas falsch gemacht haben. Und dabei ist Ron zersplintert! Alles nur wegen mir! << sagte ich.
    Da wo ich die Tropfen der Diptam-Essenz gegeben hab, wuchs wieder Haut drüber und die Wunde auf Rons Arm sah aus, als wäre sie schon einige Tage alt. Hermine wimmerte immer noch. Ron hatte das Bewusstsein verloren. Aber er war noch am Leben, und das war das Wichtigste. Ich stand auf und ging etwas weiter von den dreien weg und hob meinen Zauberstab.
    >>Protego totalum … Salvio hexia … << murmelte ich wurde aber von Harry unterbrochen.
    >>Was machst du? << fragte Harry. Ich drehte mich zu ihm um.
    >>Ich führe Schutzzauber aus. Ich bin nicht noch scharf auf so einen weiteren Besuch wie den in dem Café, du etwa? << sagte ich. Ich drehte mich wieder weg und führte weiter die Zauber aus, sah aber noch wie er als Antwort auf meine Frage, den Kopf schüttelte.
    >>Salvio hexia … Protego totalum … Repello Muggeltum … Muffliato … Ihr könntet schon mal das Zelt rausholen. << sagte ich zu Harry und Hermine.
    >>Zelt? << sagte Harry.
    >>In meiner Tasche! <<
    >>Ich hol es. << sagte Hermine. Ihre Stimme war schwach und sie musste vorhin wohl versagt haben. Ich beschäftigte mich weiter mit den Schutzzaubern.
    Als ich fertig war, ging ich zu Harry und Hermine, die immer noch in meiner Tasche nach dem Zelt suchten.
    >>Accio Zelt! << sagte ich, und hielt den Stab auf die Tasche gerichtet. Das Zelt sprang raus und die ganzen Zeltstangen dann hinterher.
    >>Ich dachte, das gehört diesem Perkins vom Ministerium? << fragte Harry.
    >>Er wollte es offenbar nicht mehr zurückhaben, sein Hexenschuss ist so schlimm. <<, sagte ich und machte verschiedene Bewegungen mit meinem Zauberstab. >>Deshalb meinte Rons Dad, dass ich es mir ausleihen kann. Erecto! << fügte ich hinzu, wobei ich den Zauberstab auf die unförmige Zeltleinwand richtete, die sich in einer einzigen Bewegung in die Luft erhob und vollständig aufgebaut vor Harry und Hermine zur Erde sank.
    >>Cave inimicum. <<, schloss ich mit einem Schwung himmelwärts. >>Mehr kann ich nicht machen. Zumindest sollten wir es mitkriegen, wenn sie kommen, ich kann nicht garantieren, dass es Ihr-wisst-schon-wer nicht findet. << sagte ich.
    >>Du kannst ihn ruhig Vol- << setzte Harry an, ich schnitt ihm jedoch auf der Stelle das Wort ab.
    >>NEIN! << rief ich. Harry und Hermine schienen verwirrt.
    >>Was? Warum denn nicht? << fragte Hermine. Ich hatte im Ministerium beim Durchschnüffeln der Büros so einiges herausgefunden.
    >>Als ich im Ministerium die Büros durchsucht hab, fand ich eine Akte wo es hieß, dass es nun komplett verboten ist diesen Namen auszusprechen, so finden die jetzt Leute. Und dann habe ich noch zwei Typen darüber reden hören, dass der Name mit einem Tabu belegt worden ist. Wenn man den Namen von Ihr-wisst-schon-wen ausspricht, brechen alle Schutzzauber, und es dauert dann keine zehn Sekunden ehe hier Todesser oder Greifer auftauchen. << sagte ich. Harry und Hermine tauschten einen Blick aus.
    >>Was sind Greifer? << wollte Hermine wissen.
    >>Das sind Typen, die vom Ministerium aufgetragen wurden, Muggelstämmige zu finden und sie dann ins Ministerium zu bringen, sie haben es aber auch darauf abgesehen, Hexen und Zauberer zu fassen, die den Namen von Ihr-wisst-schon-wem aussprechen. <<
    >>Bist du dir sicher? << fragte Harry.
    >>Ich bin nicht blöd. Ich habe es doch gesehen, und vermutlich haben uns die Todesser auch deswegen im Café gefunden, weil wir Ihr-wisst-schon-wen bei Namen genannt haben. << sagte ich.
    >>Okay, vielleicht ist es wirklich schlauer, seinen Namen nicht zu sagen, wenn es wirklich so ist, wie du sagst. << sagte Hermine. Wir brachten Ron in das aufgebaute Zelt, dessen Eindruck von Außen sehr klein war, von Innen jedoch, würden hier glatt fünfzehn Menschen reinpassen. Hier waren Betten, ein kleiner Vorhang, der den Badebereich verdeckt hielt und auf einen niedrigen Podest am Rand des Zeltes stand ein Tisch aus Eichenholz mit zwei Bänken daran aus demselben Material.
    Wir legten Ron auf eins der vier Betten und deckten ihn zu. Wir zogen uns unsere eigenen Sachen dann wieder an und die der Ministeriumsmitarbeiter ließen wir einfach auf dem Boden liegen. Ich verließ dann das Zelt.
    >>Wo gehst du hin? << fragte Harry.
    >>Ich suche eine Wasserquelle. Etwas Wasser wäre auch für Rons Wunde nötig. << sagte ich.
    >>Warte, ich komm mal mit dir. << sagte er.
    >>Hermine, kommst du klar? << fragte ich. Hermine saß auf Rons Bett und betrachtete die Wunde, die ihr immer noch einen Schock verpasste.
    >>Ja, geht nur. << sagte sie ohne uns anzusehen.
    Wir verließen den Bereich der Schutzzauber und schlichen uns praktisch durch den Wald. Obwohl wir außer Gefahr waren, mussten wir wirklich leise sein und aufpassen. Während wir durch den Wald gingen, begann ich ein Gespräch.
    >>Hast du jetzt eigentlich das Medaillon? << fragte ich.
    >>Ja. <<, sagte Harry und holte es aus seiner Hosentasche. >>Hier ist es. << Er reichte es mir. Es sah genauso aus, wie die Fälschung. Ich musste sagen, dass die Fälschung meisterhaft war, wenn ich mir den echten Horkrux so ansah. Die beiden Medaillons gleichen sich wie Zwillinge. Dieses Medaillon war jedoch irgendwie schwerer und ganz heiß, es fühlte sich an als würde es leben, und irgendetwas schien da darin zu pochen. Wie ein Herz.
    >>Fühlst du das auch? << fragte Harry als er mein Gesicht sah, als ich das Medaillon musterte.
    >>Ja. <<, sagte ich und gab ihm das Medaillon wieder. >>Was ist das? Es fühlt sich an, als wäre es lebendig. << sagte ich.
    >>Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich finde das sehr merkwürdig. << sagte er.
    >>Nun ja. Ein Teil der Seele von Du-weißt-schon-wen lebt darin, vielleicht ist das ja der Grund. << sagte ich.
    >>Mag sein. <<, sagte er und ließ das Medaillon wieder in seiner Tasche verschwinden. >>Angie, ich mache mir aber mehr Sorgen um Ron. << sagte er. Ich sah die Sorge in seinen Augen. Das weckte bei mir ein komisches Gefühl.
    >>Ja, ich mir auch. Aber wir Sorgen uns eigentlich unnötig, er wird durchkommen, aber wir werden leider noch eine Weile hierblieben müssen. Ron kann mit seinem Arm nicht apparieren. Er ist dafür nicht stark genug und so wird es eine Weile auch bleiben. Es gibt aber ein paar Zauber, die ihm helfen würden, wieder ganz gesund zu werden, aber ich habe die noch nie ausgeführt und bei Ron traue ich mich das nicht, ich hab Angst ihn noch mehr zu verletzten. Er hat ohnehin schon so viel Blut verloren. << sagte ich. Ron ist nur wegen mir so verletzt. Ich hätte mir gerade am liebsten selbst eine reingehauen. Jetzt weiß ich, dass das Gefühl das ich gerade empfunden habe, das Gefühl der Schuld ist.
    >>Das ist nicht deine Schuld. << sagte Harry, als ob er meine Gedanken gelesen hätte. Ich seufzte.
    >>Egal. Zurück zu dem Horkrux. <<, sagte ich. Ich wollte nicht mehr über Ron reden und wechselte das Thema. >>Wie zerstören wir ihn denn jetzt? <<
    >>Keine Ahnung. Wir müssen schauen. Wir können es ja mit Magie versuchen, wenn Ron wieder aufwacht. << sagte Harry.
    Nach einer Halben Stunde Suche, fanden wir einen kleinen Bach mit sauberem Wasser.
    Nachdem wir ins Zelt zurückgekehrt waren, kochte Hermine Tee für uns alle zur Beruhigung. Wir saßen still an dem Tisch mit den Holzbänken und nippten an dem Tee.
    >>Wisst ihr <<, sagte Hermine, und unterbrach die Stille. >>ich versuche mir zusammenzufügen was genau die anderen Horkruxe sind. <<
    >>Nun, es gibt sieben Stück. Wir wissen bis jetzt aber nur von den dreien. Der Ring, der laut Dumbledore Toms Großvater gehört hatte. Das Tagebuch, das offensichtlich Toms war. Und dann dieses Teil hier. <<, sagte Harry, und deutete auf das Medaillon, das auf dem Tisch lag. >>Was wiederum, laut Dumbledore Salazar Slytherin gehört hatte. <<
    >>Es macht mir etwas Angst. << sagte Hermine.
    >>Mir auch. << sagte ich.
    >>Wenn ich daran denke, dass es ein Teil der Seele von Ihr-wisst-schon-wen enthält … Da fühlt man sich so nah mit ihm, fast so als wäre er hier unter uns. << sagte Hermine.
    >>Ist es das? << sagte plötzlich Ron. Wir sahen alle zu ihm. Er war wach. Hermine stand sofort auf und setzte sich aufs Bett.
    >>Wie fühlst du dich? << fragte sie.
    >>Mies. <<, krächzte Ron und zuckte zusammen, als er seinen verletzten Arm spürte. >>Wo sind wir? <<
    >>In den Wäldern, wo die Quidditch-Weltmeisterschaft stattgefunden hat. <<, sagte ich. >>Ich wollte etwas Geschützes, Geheimes haben, und das war - <<
    >>- der erste Ort, der dir eingefallen ist. << sprach Harry für mich zu Ende, während er einen raschen Blick über die verlassene Lichtung nach draußen warf. Ich nahm den Horkrux vom Tisch und gab ihn Ron in die Hand.
    >>Das ist er. <<, sagte ich. Ron drehte den Horkrux in seiner Hand und musterte ihn von allen Seiten. >>Ich habe etwas in den Büchern über Horkruxe nachgeforscht. Da fand ich eine Seite darüber, wenn man Medaillons zur Horkruxen macht, man es nur Zerstören kann, wenn es geöffnet ist. << sagte ich, und unterbrach eine weitere Dauerstille. Harry, Ron und Hermine sahen mich mit großen Augen an.
    >>Woher hast du denn Bücher über Horkruxe her? << fragte Ron.
    >>Ich dachte Dumbledore, hatte sie alle aus der Schulbibliothek entfernen lassen. << sagte Harry.
    >>Ja, das schon. Aber nachdem Dumbledore ge- … äh nachdem er fort war, habe ich ein Fenster geöffnet, und einen Aufrufezauber angewendet, und die Bücher kamen aus seinem Büro in den Mädchenschlafsaal hereingeflogen. << sagte ich.
    >>Und das hat funktioniert? << fragte Hermine. Ich nickte. Es war wirklich einfach gewesen, ich habe mal einen Versuch gewagt, aber ich hatte nicht erwartet, dass es tatsächlich klappen würde.
    >>Aber, noch mal zurück zu dem was du gerade gesagt hast, <<, sagte Harry. >>du sagst, man kann Medaillons nur zerstören, wenn sie geöffnet sind? << sagte Harry.
    >>Korrekt. << sagte ich. Ron hatte den Horkrux immer noch in der Hand, er zerrte an ihm herum.
    >>Nein, Ron, vergiss es. Mit den Händen kann man das nicht hinkriegen. << sagte ich. Harry streckte Hand nach dem Horkrux aus, Ron übergab das Medaillon dann an ihn. Harry legte es sich um den Hals.
    >>Was machst du da? << fragte ich.
    >>Es gut aufbewahren. Solange bis wir wissen, wie wir es zerstören können. << sagte er und ließ den Horkrux dann vorne unter seinem T-Shirt verschwinden.
    >>Was stand noch in diesen Büchern? <<, fragte mich Ron. >>Stand da, wie man die Horkruxe zerstören kann? <<
    >>Nein. Leider nicht. Jedenfalls nicht direkt. <<, fügte ich hinzu. Alle drei sahen mich erwartungsvoll an. >>In jeden dieser Bücher stand nur, dass ein Horkrux erst richtig zerstört ist, wenn es nicht mehr möglich ist ihn mit Magie aller Art zu reparieren. << sagte ich.
    >>Na das ist doch schon mal ein Anfang. <<, sagte Harry, und stand von seinem Platz auf. >>Ich glaube, wir sollten abwechselnd draußen vor dem Zelt Wache schieben. Und wir müssen uns auch Gedanken machen, wo wir was zu essen herkriegen. Du bleibst hier. << fügte er streng hinzu, als Ron sich aufsetzen wollte und eine gefährliche grüne Farbe annahm.
    >>Harry! <<, sagte ich. Er sah mich an. >>Da fällt mir ein, dass wir deinen Geburtstag nicht gefeiert haben. << sagte ich.
    >>Angie, dass ist wirklich lieb von dir, aber das ist jetzt völlig egal, wir haben wichtigeres zu tun. << sagte er.
    >>Warte. <<, sagte ich, als er das Zelt verlassen wollte. Er blieb stehen. Ich ging schnell zu meiner Tasche und kramte in ihr herum, bis ich fand was ich gesucht hab. >>Hier. Das wollte ich dir eigentlich nach Bill und Fleurs Hochzeit geben, aber dann kam das Durcheinander mit den Todessern und ich kam nicht mehr dazu. << sagte ich. Ich reichte ihm etwas, was ich ihm zum Geburtstag schenken wollte.
    >>Angie, du musst mir nichts schenken. << sagte er.
    >>Ich bestehe aber darauf, dass du das annimmst. Es ist eigentlich sehr nützlich. << sagte ich. Er nahm das kleine Päckchen aus meiner Hand.
    >>Ein Spickoskop. <<, stellte Hermine fest. >>Das ist doch super. Wir könnten es auf dem Tisch aufbauen. <<
    >>Ja, du hast recht. Das ist wirklich nützlich, Angie. Danke. << sagte er und lächelte mich an. Ich wurde leicht rosa.
    >>Keine Ursache. << sagte ich, und ging zum Tisch und fing an die leeren Teebecher wegzuräumen, damit er mein Gesicht nicht sah, dass jetzt von rosa zu rot wurde.
    Das Spickoskop wurde sorgfältig auf dem Tisch im Zelt aufgebaut, und Harry, Hermine und ich teilten uns für den Rest des Tages die Rolle des Beobachtungspostens. Das Spickoskop blieb zum Glück den ganzen Tag ruhig uns stumm. Es ist seine Aufgabe zu blinken und uns zu warnen, sollten wir uns in Gefahr befinden. Den ganzen Tag blieb es ruhig auch am Abend, als Harry um zehn Uhr Hermine ablöste, die seit vier Stunden draußen vor dem Zelt saß und den Wald im Auge behielt. Die Schutzzauber waren nützlich, denn keiner der im Wald einen Spaziergang machen würde, würde uns sehen oder hören. Hermine hatte noch in unseren Umkreis Muggelabwehr verteilt. Jeder Muggel der in unsere Nähe kam, wurde von den Zaubern so verwirrt, dass er komplett vergessen würde, warum er hier war und würde kehrt machen und zurück nach Hause gehen.
    Ich saß im Zelt mit Hermine, die den schlafenden Ron beobachtete. Ich versuchte mich irgendwie mit einem Muggelroman abzulenken, aber das Knurren in meinem Magen wurde langsam unerträglich. Jeder von uns hatte Hunger. Hermine und ich haben in unsere verzauberten Taschen nichts eingepackt, weil wir dachten, wir würden heute Abend zurück im Grimmauldplatz sein. Und so hatten wir heute nichts mehr zu essen gehabt, außer ein paar Wildpilzen, die Hermine und ich unter den nahen Bäumen gesammelt und in einem Campingkessel gekocht hatten. Nach einigen Bissen hatte Ron, dem offensichtlich Speiübel war, seine Portion von sich weggeschoben, Hermine und mir schmeckte es zwar auch nicht, da diese Pilze nicht gewürzt oder ähnliches waren, aber es war besser als nichts, auch wenn es abscheulich schmeckte; Harry jedoch, hatte nur weitergegessen um Hermine und mich nicht zu kränken, das hatte ich bemerkt.
    In dieser Nacht hatte ich kaum geschlafen, was nicht nur daran lag, dass mein Magen sich wegen der Pilze zusammenzog; ich überlegte was als nächstes passieren würde.
    Über drei Horkruxe wussten wir Bescheid. Zwei waren zerstört. Doch wo sind die anderen? Wie sehen sie aus? Und wie sollen wir sie, ohne irgendwelche Hinweise aufspüren? Diese Fragen gaben mir einfach keine Ruhe, und meine Nervosität schien immer mehr zu wachsen.
    Am nächsten Morgen wurde Hermine gleichzeitig mit mir wach. Es lag an dem Radio, dass Ron angemacht hatte. Er hörte genau zu. Dieser Sender war unbekannt. Aber die Stimme eines Mannes hielt die Menschen auf dem Laufenden. Er nannte fast jeden Tag Namen von vermissten und verstorbenen Hexen und Zauberern aber auch Muggeln. Ich hoffte immer insgeheim, dass Ron dieses Radio endlich abstellen würde, denn ich bekam jedes Mal Lust es gegen einen Felsen zu pfeffern. Der Grund dafür war, dass ich Angst um Emily hatte.
    Emily, das Süße Mädchen, für das ich mich verantwortlich fühlte. Ich habe sie in diesem Waisenhaus alleine gelassen, und nun ist Snape der Schulleiter von Hogwarts. Ich will gar nicht erst wissen, was sie dort mit den ganzen Schülern anstellen. Ich hatte Angst, der Mann im Radio würde irgendwann Emilys Namen sagen, dann ist es nur meine Schuld. Ich hätte mit ihr nachts heimlich aus dem Waisenhaus fliehen sollen, und sie zu den Weasleys bringen sollen, dort wäre sie jetzt sicher. Und stattdessen habe ich sie im Stich gelassen, ich weiß nicht was mit ihr geschehen ist und ich werde es auch nicht erfahren, ich kann nur hoffen, dass es ihr gut geht, und wenn ich sie wiedersehe, falls ich sie wiedersehe, sie mich nicht auf ewig hassen wird. Ich hätte sie zum Fuchsbau bringen sollen. Ich hätte Mrs. Weasley darum bitten sollen, auf sie aufzupassen und ihr gesagt, dass Emily dieses Jahr nicht nach Hogwarts zurückkehren sollte, nur solange bis wir es geschafft haben alle Horkruxe zu zerstören und Voldemort zu vernichten. Aber ich machte mir keine Hoffnungen. Wir könnten alle sterben. Noch haben wir es nicht geschafft.
    Kopfschüttelnd riss ich mich aus meinen Gedanken und stand vom Bett auf. Harry saß immer noch draußen vor dem Zelt. Ich ging raus und setzte mich kurz neben ihn.
    >>Warst du etwa die ganze Nacht wach? << fragte ich ihn.
    >>Ja. << sagte er nur.
    >>Harry, du hättest mich doch wecken können. Du bist müde. Du hast furchtbare schwarze Augenringe. Geh rein und legt dich hin << sagte ich. Er sah mich nicht an. Sein Blick war nach vorne auf den Wald gerichtet und er ignorierte meine Sätze. Ich wusste dass er mir nicht antworten würde. Ich stand wieder auf und ging ins Zelt.
    >>Hermine? << sagte ich. Hermine band sich gerade ihre Haare zu einem Pferdeschwanz.
    >>Ja? << sagte sie.
    >>Ich glaube ich habe gestern besondere Pflanzen gesehen, sie könnten die Heilung von Rons Arm beschleunigen. Würdest du mir helfen ein paar zu sammeln? << fragte ich.
    >>Sicher doch. << sagte sie und sah noch mal kurz zu Ron, der wie in Trance auf das Radio starrte.
    >>Na komm. << sagte ich. Wir verließen das Zelt und gingen zu dem Strauch wo die Pflanzen für Rons Verletzung wuchsen.
    >>Wie geht’s ihm? << fragte ich Hermine.
    >>Besser. Jedenfalls besser als gestern, meinte er. Ich weiß nicht so recht ob ich ihn glauben soll. Aber er ist sehr wegen seiner Familie in Sorge, mehr als um sich selbst. << sagte Hermine.
    >>Ja. Das ist mir auch aufgefallen. <<, sagte ich und blickte kurz rüber zum Zelt, vor dem Harry immer noch saß. >>Weißt du, was mit Harry los ist? << fragte ich sie und pflückte weiter.
    >>Nein. Aber mir ist auch aufgefallen, wie er jetzt drauf ist. Er scheint nachzudenken. << sagte Hermine.
    >>Vermutlich. Es hat bestimmt etwas mit diesen blöden Horkruxen zu tun. << sagte ich. Hermine und ich fingen an, die Heilkräuter zu pflücken und legten sie in eine ganz kleine Obstschale.
    >>Kann ich dich was fragen? << fragte ich und sah Hermine an.
    >>Klar doch, schieß los. << sagte sie und legte eine Handvoll weiterer Heilkräuter in die Obstschale.
    >>Vermisst du deine Eltern? << fragte ich ganz offen. Hermine zuckte zusammen und ließ die Kräuter auf den Waldboden fallen. Ich führte förmlich, wie sie traurig wurde. Sofort bereute ich meine Frage.
    >>Hermine, es … es tut mir leid. Wirklich. Entschuldige, ich hätte nicht fragen sollen. << sagte ich und drehte mich weg und tat so als würde ich weiter Kräuter pflücken.
    >>Nein, ist schon okay. <<, sagte Hermine ruhig. Ich traute mich so langsam wieder zu ihr zu drehen. Sie sah nur traurig aus, und mehr nicht, was mich sehr freute, denn ich hätte mich selbst geohrfeigt, wenn sie nun wegen mir geweint hätte. >>Du hast eine ehrliche Frage gestellt. Und, ja, ich vermisse sie sogar sehr. Sie können sich zwar nicht mehr daran erinnern, dass sie jemals eine Tochter gehabt haben, aber ich freue mich, dass sie in Sicherheit sind. So muss ich mich um sie nicht sorgen – anders als bei Ron. <<
    >>Tut mir leid. Ich weiß einfach nicht mehr, wie sich das anfühlt. Ich habe meine Eltern seit zwei Jahren nicht mehr gesehen, seit sie gestorben sind. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wie sie überhaupt aussahen. << gab ich ehrlich zu. Bilder ließ ich alle in unserem Haus. Ich wollte einfach nicht an meine Eltern denken und habe nur die Sachen als Erinnerung an sie, die sie mir mal zu den früheren Geburtstagen geschenkt haben.
    >>Das ist wirklich nicht gut. Aber man kann vieles nicht mehr ändern. Dass weiß sogar ich. Meine gilt dem, dass ich meine Eltern nicht mehr wiederfinde, da sie dachten, ihr größter Traum wäre es, nach Australien auszuwandern, was sie jetzt auch gemacht haben. <<
    >>Keine Angst. Es wird alles schon wieder gut gehen. << Wir heiterten uns beide gegenseitig etwas auf und lachten schon eine Weile später, weil wir auf ein witziges Thema gekommen waren. Wir pflückten weiter nach den Pflanzen. Nach fünfzehn Minuten hatten wir genug zusammen, dass es für eine Weile reichen würde.
    >>Ich gehe nachher noch etwas tiefer in den Wald und schaue mal, was ich so essbares finde. << sagte ich. Hermine ging wieder ins Zelt zu Ron um einen Trank aus den Heilpflanzen zu brauen. Harry saß immer noch vor dem Zelt und schien, als hätte er sich nicht mal einen Zentimeter bewegt. Ich ging etwas mehr auf ihn zu. Er zuckte kurz zusammen und hielt den Horkrux in der Hand. Ich wusste was los war. Seine Narbe tat wieder weh und er sah Voldemorts Gedanken. Ich setzte mich vor ihn hin.
    >>Ich dachte, es hätte aufgehört. <<, sagte ich. >>Du darfst ihn nicht mehr in deinen Geist eindringen lassen. << Harry schien mich nicht gehört zu haben.
    >>Du-weißt-schon-wer hat Gregorowitsch gefunden. << sagte er. Ich dachte einen Moment nach. Ich wusste wer der Mann war. Ich war eine Sekunde steif wie ein Brett, da ich von diesem Mann geträumt hatte, aber versuchte mich schnell wieder zusammenzureißen.
    >>Der Zauberstabmacher? << sagte ich.
    >>Ja. Er wollte etwas, das Gregorowitsch früher gehabt hat. <<, sagte Harry. >>Ich weiß aber nicht, was. Aber er will es um jeden Preis, als würde sein Leben davon abhängen. Ein Junge hatte es, was auch immer es war, vor Jahren gestohlen. <<
    Das Radio im Zelt wurde lauter. Harry schreckte etwas zusammen. Genervt drehte er sich zum Zelt, als würde er gleich da reinspazieren und Ron umbringen wollen.
    >>Nicht. <<, sagte ich, ehe Harry aufstehen konnte. >>Es beruhigt ihn irgendwie. << sagte ich, obwohl es mich auch nicht wirklich freute, dass Ron das Tag und Nacht hörte, aber ich ließ es ihn einfach machen, damit wenigstens einer von uns ruhig bleibt.
    >>Es nervt mich tierisch! <<, sagte Harry etwas wütend. >>Was erwartet er denn zu hören? Gute Nachrichten? << sagte Harry genervt. Er wirkte heute ziemlich kühl, was eigentlich nie seine Art ist. Das fand ich sehr komisch. Mit so einem kühlen Harry konnte ich einfach nicht reden – ich hatte sogar ein wenig Angst vor ihm.
    >>Jedenfalls hofft er, keine schlimmem Nachrichten zu hören. << sagte ich.
    >>Wann ist er wieder reisefähig? << fragte Harry. Ich fand das sehr komisch von ihm, dass er so drängte. Er war niemals so, und er wirkt auch viel schlechter gelaunt. Er stand auf und sah richtig sauer und genervt aus.
    >>Hör zu, Hermine und ich tun ja schon alles was wir können. << sagte ich.
    >>Ihr tut aber nicht genug! Was nützt das, wenn es nicht hilft? << sagte er etwas lauter, sein Tonfall war definitiv aggressiv. Er wollte gerade weg vom Zelt gehen. Warum war er nur so schlecht drauf? Da fiel mir ein, dass er immer noch das Medaillon um hatte; und darin steckte doch auch ein Teil von Voldemorts Seele. Auch ich stand schnell auf.
    >>Harry, nimm den Horkrux ab! <<, sagte ich. Er blieb stehen und sah mich einfach nur sauer an. >>Hast du mich nicht verstanden? Nimm es ab! Sofort! << sagte ich streng. Dieses Mal tat er was ich sagte und nahm den Horkrux ab. Ich stellte mich vor ihm hin und streckte meine Hand aus in die er das Medaillon vorsichtig legte. Er wirkte jetzt nicht mehr so sauer und kühl. Auch sein Blick entspannte sich. Jetzt sah er aus, als würde ihm sein Benehmen von vorhin leidtun.
    >>Und? Besser? << fragte ich. Harry nickte.
    >>Und wie! << sagte er und nickte. Ich sah den Horkrux an und drehte ihn in meiner Hand.
    >>Seine Seele scheint irgendeinen Einfluss auf uns zu haben, wenn wir es zu lange um haben und das lässt uns dann kühler und aggressiver wirken, als wir es in Wahrheit sind. <<, sagt ich und musterte dabei das Medaillon. >>Wir wechseln uns mit dem tragen ab. Ich übernehme jetzt. << Ich ging ins Zelt rein und machte mir im Gehen das Medaillon um.
    So gegen Mittag saßen wir alle draußen um durchzuatmen. Ron ging es schon viel besser, aber sein Arm war immer noch in dem Verband, den Hermine ihm drangemacht hatte. Ich starrte einfach so in den Wald. Die anderen drei redeten miteinander. Hermine schnappte plötzlich nach Luft.
    >>Was denn? << fragte Harry. Hermine sah mich an.
    >>Angie! <<, sagte sie aufgeregt. Ich sah sie an. >>Angie, du hast doch heute Geburtstag! << sagte sie. Ich hatte nicht vergessen, dass ich Geburtstag hatte, aber das war mir eigentlich egal, denn ich war nicht in Stimmung dafür. Außerdem hasste ich schon immer wenn ich im Mittelpunkt stand, und Geschenke bekam ich immer obwohl ich es nicht wollte.
    >>Wie konnten wir das nur vergessen? << sagte Harry.
    >>Leute, wirklich, das ist mir egal. << versuchte ich sie zu beruhigen.
    >>Warum denn? Das ist doch unverzeihlich. << sagte Hermine.
    >>Nein, ist es nicht. Unverzeihlich sind Flüchte. Es ist wirklich egal, ich meine wir haben viel Wichtigeres zu tun. << sagte ich.
    >>Trotzdem, alles Gute. << sagte Harry. Auch Hermine wünschte mir alles Gute und umarmte mich zur Entschuldigung, obwohl es ja wirklich nicht nötig war, da ich wirklich nicht sauer auf keinen von den dreien war.
    Am Abend hielt ich Wache. Es war bereits sehr dunkel und ich saß vor dem kleinen Feuer, das vor mir loderte. Ich war an einem hohlen umgefallenen Holzstamm angelehnt, mit dem Zauberstab in der Hand. Ich saß hier schon seit geschlagenen drei Stunden und es war alles ruhig. Das einzige was ich zu sehen bekam, waren mal ein Eichhörnchen, ein Kaninchen und hier und da huschte mal ein Rehkids vorbei. Es schien alles sehr still zu sein. Ich dachte nach. Wie es wohl den anderen ergangen ist. Wie geht es Emily, den Weasleys und unseren anderen Freunden? Meine Sorgen steigen, und die meiste gilt natürlich Emily. Sie war in diesem Sommer alleine in dem Waisenhaus und ich konnte es ihr nicht erklären. Vielleicht wurde sie aber auch von einem Ordenmitglied abgeholt. Aber jeder im Orden weiß, dass ich mich so sehr um Emily sorge und jeder kennt sie, sie hätten mich informiert wenn Emily unter dem Schutz des Ordens stände. Ich wünschte ich könnte Kontakt mit ihr aufnehmen, allein das Wissen dass es ihr gut geht würde mich schon beruhigen. Aber ich kann nur warten. Falls ich Emily wiedersehe, hoffe ich dass sie mir verzeihen wird, denn sie ist wie meine Schwester, und ich hab sie wirklich lieb. Das neue Schuljahr in Hogwarts hatte bereits wieder begonnen, Snape ist der neue Schulleiter. Ich hoffe bloß dass Snape die Schüler nicht foltert, oder nicht eine so strenge Schulordnung eingebracht hat, dass wenn man sich nicht an sie hält, man Schmerzen als Strafe bekommt, denn dann wäre Hogwarts noch schlimmer als das Waisenhaus, und Emily würde nur noch eine schreckliche Kindheit haben.
    >>Angie? << sagte eine Stimme hinter mir. Ich lehnte an einem Baum und öffnete die Augen. Ich war wohl eingenickt. Eine warme Hand lag auf meiner Schulter. Es war Hermine.
    >>Oh, hallo Hermine. << sagte ich schwach weil meine Stimme etwas versagte.
    >>Ist alles okay? << fragte sie.
    >>Ja. Warum? << sagte ich etwas weggetreten.
    >>Du solltest etwas schlafen. Ich übernehme jetzt die Wache und den Horkrux. << sagte sie.
    >>Ich muss eingedämmert sein, ’tschuldige. Ich will nicht rein. <<
    >>Nun geh schon, du siehst wirklich nicht gut aus. <<
    >>Ich kann die Wache auch durchhalten! <<
    >>Nein. Lieber nicht. Du solltest dich wirklich schlafen legen, wenn du so müde bist, dass du einschläfst. <<
    Grimmig blickte ich in die Ferne. Dann stand ich gab mich geschlagen, weil ich keine Lust auf Streit hatte. Ich stand auf und nahm das Medaillon ab und reichte es Hermine. Ich musste sagen, dass ich mich anders fühlte. Ich hatte so ein komisches leichtes Gefühl nachdem ich den Horkrux abgenommen hatte. Meine Grimmigkeit von vorhin war wieder weg. Dieser Horkrux ist wirklich ein Alptraum.
    Ich ging ins Zelt. Ron schlief auf seinem Bett. Harry war am Tisch eingeschlafen. Ich wollte die zwei nicht wecken. Ich dachte gar nicht erst daran mir lockere Sachen anzuziehen, ich war wirklich sehr müde. Viel zu müde, so stark dass ich mich in mein Bett legte und einschlief.

    Das waren erstmal die ersten sechs Kapitel.
    Würde mich gerne über Bewertung, Feedbacks (egal ob gut oder schlecht) und Verbesserrungsvorschläge freuen.

    Das war meine erste Fan-Fiction, und ich hoffe, sie war einigermaßen erträglich.










Kommentare (16)

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Narin Potter⚡ ( von: Narin Rashid)
vor 131 Tagen
Beste Geschichte der Welt❤❤❤❤❤❤❤❤😍😍😍😍😍
trolololologetrlt (50691)
vor 428 Tagen
Du hast vergessen von teddy zu schreiben also auch mal Einzelheiten berücksichtigen harry ist immerhin sein patenonkel und hat das sorgerecht für ihn da seine Eltern tot sind!!
Da es jetzt einen 8. Teil gibt würde ich mich freuen wenn du auch darüber was schreiben könntest es war nämlich echt gut!
belieber (50691)
vor 429 Tagen
Die Geschichte ist echt schön!
Bella Lestrange (13869)
vor 768 Tagen
Eine der vermissten Persohnen heisst Jennifer Winslet. Du kennst nicht zuffällig die fanfiction Harry Potters Cousine?
Shizorou (01361)
vor 1196 Tagen
Ist eine Wunderschöne Geschichte. Wäre schön wenn du ein Bild von Angie hättest. 😇😊😀☺😊😀👧
LOL (62752)
vor 1198 Tagen
Echt cool! Besser wie immer in der gleichen, "gefährlichen" Zeit.
Nori Hans (68775)
vor 1200 Tagen
Ich würde es gern lesen, aber es ist für mich sehr schwierig, hier auf den Bildschirm-Seiten zu lesen: Die Schriftfarbe ist ein verwaschenes halbdurchsichtiges Graublau. Mir blieb nur übrig, den gesamten Text zu kopieren und in ein Textprogramm ein zu fügen - dort die Schriftfarbe auf "Schwarz" zu ändern und alles in eine "TimesNewRoman" , Größe 14 um zu ändern und dann noch aus zu drucken. Dabei habe ich im Text auch noch viele Abstände eingefügt - um die Lesbarkeit zu verbessern. Ja, ich bin fast 60 und da wird Lesen schon etwas schwieriger. Gelesen habe ich es dann sehr gern und es hat mit viel Spaß gemacht. Sicher gibt es noch etwas zu verbessern! Aber das sehe ich als Deine Aufgabe an - wenn Du es liest und immer wieder liest, wird Dir schon ein-/auffallen, was Du gern anders darstellen möchtest. Und wenn dir jemand (Eltern sagen so etwas leider sehr oft) sagt, dass das doch nichts Sinnvolles sei - dann denke: Jetzt erst recht!!
Gruß Ha
Andy (42949)
vor 1205 Tagen
heyjo,
also ich finde deine Fanfiction richtig Hammer, aber was
mich persönlich etwas stört ist, dass deine Sätze manchmal
einfach keinen Sinn ergeben :(
Aber alles in allem eine saubere Leistung :D
Ginny Weasley (94988)
vor 1320 Tagen
Deine fanfiction war mehr als erträglich. Ich fande es wahnsinnig toll!!!
Lexi1995 (10941)
vor 1348 Tagen
Bitte Bitte schreibe weiter. Die Geschichte ist so unglaublich schön.
chantalbonnie (68352)
vor 1349 Tagen
alle teile waren toll du musst weiter schreiben
daymay (39770)
vor 1354 Tagen
Schreib auf jeden Fall weiter. Es ist soooooo gut!
Julu92 (86828)
vor 1357 Tagen
Ich bin dabei weiterzumachen und schon bald habe ich die ersten Kapitel wieder fertig ;) :)
chantalbonnie (91480)
vor 1358 Tagen
schreib bitte weiter es ist so spannend und ich spreche für alle die das gelesen haben bitte
Julu92 (86828)
vor 1359 Tagen
Ich muss noch schauen ob ich den zweiten Teil auch schreibe :) ;)
potterfan99 (85848)
vor 1373 Tagen
ich fand sie gut aber bitte mach weiter ^^