Springe zu den Kommentaren

Das blinde Mädchen

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
1 Kapitel - 571 Wörter - Erstellt von: Sandrasani - Aktualisiert am: 2013-12-01 - Entwickelt am: - 1.266 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Ein Mädchen muss von seiner vertrauten Heimat wegziehen! Sie beschreibt die letzte Nacht vor ihrem Umzug!

1
Das blinde Mädchen

Ich stehe an einem steinigen Strand. Ich höre die Wellen des Meeres an den Strand schlagen. Die kühle, salzige Luft erinnert mich an mein neues Zuhause. Ich höre die Vögel im Wald zwitschern. Das knarren unseres alten Bootshauses wird mir vom Wind, der meine Haare zerzaust, zugetragen. Morgen werden wir mit dem Boot zu unserem neuen Zuhause segeln. Ich werde an diesem Ort vermissen durch das hohe Gras zu laufen oder den leichten Nieselregen auf meiner Haut zu spüren. Wir haben hier zwölf Jahre gelebt, bis mein Vater vor ein paar Wochen Fischen ums Leben gekommen ist. Nun kann meine Mutter mich und meine drei Brüder nicht mehr ernähren. In unserem neuen Zuhause in Italien wird sie einen neuen Job bekommen. Dann können wir nach Wochen endlich wieder mit gefülltem Bauch einschlafen. Dieser Ort mit seinen vertrauten Gerüchen und Geräuschen, dem Zwitschern der Vögel und dem rauschen der Blätter des Waldes im Wind, wird mir fehlen! Auch wenn ich nie was anderes als schwarze Dunkelheit sehen konnte. Denn ich bin von Geburt an blind! Meine Mutter ruft mich ins Haus. Es ist schon spät und ich muss ins Bett. Langsam laufe ich durch das hohe Gras. Als ich zuhause ankomme, liegen meine Brüder schon auf der großen Strohmatte, auf der wir alle fünf schlafen. Ich lege mich hin, doch der Schlaf will nicht kommen. Ich wälze mich hin und her, doch ich finde keine bequeme Lage. Schließlich stehe ich vorsichtig und leise auf, denn ich will keinen wecken. Ich gehe auf den Wald zu, als ich unsere Hütte verlassen habe. Die Pinien duften und ich höre die Grillen zirpen. Ich gehe den vertrauten Weg zu meiner Lieblingslichtung entlang. Als ich ankomme höre ich den Wind. Er wiegt die Bäume. Ich liebe dieses Geräusch. Ich setzte mich. Der Boden ist voll von sternförmigen Blumen und weichem Moos. Früher bin ich oft hierhergekommen, wenn ich nachdenken wollte. Ich lege den Kopf auf ein weiches Mooskissen. Vor meinem inneren Auge stelle ich mir die Lichtung vor. Und den Himmel mit seinen ganzen Sternen. Irgendwann schlafe ich ein. In meinem Traum laufe ich über meine Wiese. Doch etwas ist anders. Ich sehe unser Bootshaus. Und da weiß ich was anders ist. Ich kann sehen. Ich sehe den Wald, den Strand, das Meer. Ich werde von lauten Rufen geweckt. Doch ich halte die Augen fest geschlossen. Ich erkenne die Stimmen meiner Mutter und meiner Brüder. Als ich meine Augen endlich öffne, sehe ich wieder die vertraute Dunkelheit. Da spüre ich eine Hand auf meiner Schulter. Doch ich erschrecke mich nicht, denn ich weiß, dass es die Hand meines Bruders ist. Er rief laut durch den Wald, dass er mich gefunden hat. Als er mich fragt, warum ich so glücklich bin, antwortete ich, weil ich sehen konnte!

Kommentare (2)

autorenew

Katha (03406)
vor 245 Tagen
(auch wenn du das sowieso nicht mehr lesen wirst^^)
@ich halt Weil sie einen Tastsinn besitzt :)
ich halt (30372)
vor 808 Tagen
Wow, wunderschön.
Du hättest natürlich noch ein wenig ausbauen können, mehr Gefühl reinbringen können und so weiter..... aber eigentlich ist die Geschichte magisch.
Nur: Wenn das Mädchen blind ist- wie weiß sie dann, dass die Brüder auf der Strohmatte liegen???
Aber sonst echt super, wow, Kompliment.