Mein Schicksal in Panem (2) - Ich wünschte, mir würde es wieder so gehen, wie damals, als ich dachte schlimmer könnte es nicht kommen.

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6 Kapitel - 8.162 Wörter - Erstellt von: AllJustDestiny - Aktualisiert am: 2013-12-01 - Entwickelt am: - 3.494 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Der Junge aus Josys Distrikt ist noch beim Training gestorben. Noch nicht von diesem Schock erholt muss ein neuer Tribut für die Arena ausgelost werden und die Wahl fällt auf einen ihrer besten Freunde. Und damit nicht genug: Dieses Jahr scheint nichts wie sonst. Als die Tribute in die Arena stürmen, erkennen sie die wahre Schwierigkeit des Jahres: Die Wahl der Waffen…
(Die nächsten 6 Kapitel von Josys Geschichte)

1
Tell them it's me, who made you sad, tell them the fairytale gone bad! - Sunrise Avenue, Fairytale gone bad

Vincent und Florence waren umgehend zurück in den Distrikt 6 gefahren, während sie mich allein in unserer Sweet gelassen hatten. Nachdenklich saß ich am Tisch.
Ricks Tod hatte für einen Aufruhr gesorgt. Erst einmal waren unsere Aufseher gefeuert worden, weil die beim Training den Tod eines Tributen nicht verhindern gekonnt hatten. Dann war entschieden worden, dass man einen neuen Jungen aus Distrikt 6 auslosen müsse. Schließlich verlangte das Gesetz nach einer jungen Frau und einem jungen Mann für die Arena.
Ich rang mit mir und meinen Gefühlen. Ich sollte nicht so traurig darüber sein, dass Rick tot war. Früher oder später hätte ich ihn ohnehin töten müssen, um mein Leben zu retten. Doch wie ich es auch legte, sein Tod wurde in meinen Augen nicht weniger dramatisch. Es tat so weh zu wissen, dass er fort war. Dass er nie wieder kommen würde. Er war so ein guter Mensch gewesen.
Ich sah auf die Uhr. Ich sollte den Fernseher einschalten. Die Auslosung würde gleich stattfinden.
„Josephine?“ Ich drehte mich um. Meine Stylistin, diese blöde Schnepfe, kam auf mich zu.
„Was?“, fragte ich abweisend.
„Das mit Kendrick Tucker tut mir leid“, sagte sie mitfühlend. Ich zuckte bloß mit den Schultern. „Komm. Wir müssen dich für die Interviews fertig machen.“
„Die Interviews sind doch nicht heute“, widersprach ich misstrauisch. „Sie werden erst…“
„Sie finden heute statt“, unterbrach sie mich jedoch, nahm mein Handgelenk und zog mich vom Stuhl hoch. „Um den neuen Tribut zu präsentieren. Der Zeitplan hat sich wegen dem Unfall ein wenig verschoben.“
„Kann ich nicht erst die Auslosung sehen?“, bat ich sie und sah sehnsüchtig und zum Zerreißen gespannt den Fernseher an.
Meine Stylistin schaute an mir herab und musterte mich kritisch. Dann schnaubte sie abfällig.
„Wir haben keine Zeit zu verlieren“, erklärte sie und riss mich mit sich.
Ich ließ das Styling wortlos über mich ergehen. Sollten sie doch mit mir veranstalten, was sie wollten. Jetzt war es auch egal. Ich meckerte nicht einmal, als sie mich in ein Korsett steckte. Ich wusste schließlich, dass sie erwidern würde, dass mein Bauch einfach nicht schön wäre. Bei meiner kleinen, zierlichen Gestalt wunderte mich das eigentlich, doch sie ließ ohnehin nicht mit sich reden.
Ich sagte auch nichts, als ihre Helfer mit einem viel zu kurzen roten Stofffetzen ankamen.
„Das andere Kleid“, sagte sie nun jedoch. Ihre Helfer verflüchtigten sich und kehrten mit einem neuen Kleid wieder, in das sie mich steckten. Als ich mich im Spiegel sah, klappte mir die Kinnlade herunter. Das Kleid war wundervoll. Es war trägerlos der weite Rock reichte hinten bis zum Boden, vorn nicht über meine Knie. Ich senkte den Kopf und erkannte, dass sie mir zwei kleine Teufelshörner in die Haare gesteckt hatte.
„666? Immer noch?“, fragte ich.
„Euer Motto solltet ihr behalten. Es ist gut. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf euch“, bestätigte sie. Ich schenkte ihr ein Lächeln. Sie lächelte fast zurück.
Danach brachte sie mich zu einem Gebäude, in dem das Interview stattfinden sollte. Nervös sah ich mich um.
„Ich weiß gar nicht, was ich machen soll!“, gestand ich ihr. „Ich bin völlig unvorbereitet!“
„666“, erinnerte sie mich. „Halte an dem Motto fest. Halte daran fest, dass du und Rick eine Einheit wart, du es aber mit dem nächsten Tribut auch sein wirst!“
„Aber wer ist denn der nächste?“, fragte ich.
„Ich habe die Auslosung auch nicht gesehen“, erinnerte sie mich und schob mich in einen Raum zu den anderen Tributen, um dann zu verschwinden. Ich sah mich um, als wir alle aufgereiht wurden. Neben mir stand das Mädchen aus Distrikt 7. Kein Junge aus meinem Distrikt war hier. Mein Blick fiel auf Derek und Pearl, die ganz vorn in der Reihe standen. Zu zweit. Groß, gutaussehend und glänzend. Und ich Zwerg stand allein da und schlang die Arme um meinen Bauch.
„Wo ist der Neue?“, fragte ein Arbeiter des Kapitols angespannt. „Die Tribute müssen jetzt raus!“
„Kommt sicher gleich an“, sagte ein anderer. „Solange müssen wir noch warten.“
In diesem Moment wurde eine Tür aufgestoßen und mein Mentor Vincent Brookstone trat herein. Vor sich her schob er einen dunkelhaarigen Jungen in schwarzem Anzug und rotem Hemd.
„Verzeihen Sie die Verspätung, wir mussten aus Distrikt 6 anreisen“, sagte Vincent.
„In Ordnung, stell dich hier hin!“, befahl der Kerl aus dem Kapitol dem neuen Tribut und drehte ihn zu sich um, sodass er ihm ins Gesicht sehen konnte. Ebenso wie ich.
Mein Herz setzte zu schlagen aus, als der Junge sich neben mich gesellte. Ich vergaß ganz zu atmen, wollte nur noch weg, weg und mich übergeben und weinen.
„Hey, Josy“, sagte Ben mit einem bitteren Lächeln. Ich starrte ihn an, unfähig etwas zu sagen. Was tat er hier? Wieso er?
„Los, rauf auf die Bühne!“, befahl jemand in diesem Moment. Wie eine Marionette bewegte ich mich mit den anderen Tributen auf die Bühne, zwang mich nicht zusammenzubrechen, zwang mich zu winken, doch ein Lächeln brachte ich nicht über mich. Das hier war Ben! Es war Ben, mein bester Freund, neben mir!
„DIE TRIBUTE DER DIESJÄHRIGEN HUNGERSPIELE!“, rief der Moderator, als wir hinaustraten und uns in einem Halbkreis um die beiden Stühle in der Mitte der Bühne setzten.
„Josy!“, zischte Ben und lehnte sich zu mir herüber. Ich warf ihm einen entsetzten Blick zu, dann sah ich wieder weg.
Er ist nicht wirklich da, redete ich mir ein. Das ist eine Nachwirkung vom Morfix. Eine Halluzination oder ich träume einfach. Ich will aufwachen, bitte lass mich aufwachen!
Der Moderator redete nicht viel herum, sondern holte gleich Pearl zu sich nach vorn. Nachdem ihre Zeit um war, war Derek an der Reihe. Kaum hatte dieser sich ins Rampenlicht gesetzt, kam die Frage, die kommen musste: „Man erzählt sich, du seist derjenige, der Kendrick Tuckers Tod verursachte. Mal ganz unter uns… Ist das denn wahr?“
„Inwiefern?“, hakte Derek nach, der diese Frage ganz und gar nicht erwartet hatte. „Wir haben trainiert. Wir stürzten beide, es war ein Unfall. Es hätte ebenso gut mich erwischen können.“
Danach wurde die Stimmung aufgelockert. Fröhlich redete der Moderator mit ihm weiter, dann sprach er mit den anderen Tributen. Nachdem der Junge aus Distrikt 5 es hinter sich gebracht hatte, rief der Moderator: „Und nun kommen wir zu dem Mädchen, auf das sicher alle gewartet haben! Niemals hat sich je ein Tribut so früh so oft hervorgehoben, wie die diabolische Josephine Greyheart!“
Überrascht, wie laut der Beifall für mich war, trat ich nach vorn. Ich konnte kaum denken. Alles, was mir in den Sinn kam, war Ben. Ben war hier!
„Also, Josephine. Ich weiß gar nicht, wo ich bei dir anfangen soll!“
„Am Anfang?“, schlug ich vor. Der Moderator lachte und auch ich zwang mich nun zu einem Lächeln.
„Schön, schön“, stimmte er zu. „Dein Anfang sah ja nicht sonderlich vielversprechend aus. Willst du uns sagen, was mit dir los war?“
„Natürlich“, erwiderte ich und änderte die Geschichte ein kleines bisschen ab. „Ich schnitt mir kurz vor der Ernte den Arm auf. Sie sehen die Narbe hier immer noch.“ Ich deutete auf meinen Oberarm. Der Moderator lehnt sich nach vorn und nickte.
„Tatsächlich, meine Damen und Herren, da ist sie“, bestätigte er.
„Unglücklicherweise gab man mir zu viele Schmerzmittel. Es war ein Versehen“, log ich. „Oder vielleicht hatte tatsächlich der Teufel seine Hand im Spiel.“
„Du sagst es, der Teufel!“, lachte der Moderator und freute sich über die glänzende Überleitung. „Euer Motto ist ja ziemlich auffällig. Wer hat sich das ausgedacht?“
„Oh, das war ich selbst“, erklärte ich und die Menge applaudierte los.
„Aber!“, rief ich und hob die Hand, um dem Beifall Einhalt zu gebieten. „Aber ohne die Hilfe von Florence wäre ich niemals darauf gekommen. Ich danke dir! Einen Applaus bitte für unsere liebe Florence Windshire!“
Die Menge tobte. Ich sah Florence auf einer Tribüne sitzen und strahlen.
„Es scheint aber, als hätte dieses Jahr wirklich der Teufel seine Hand im Spiel“, sagte der Moderator nun ernst und ich wusste, was jetzt kommen würde. „Du hast dich gut mit Kendrick Tucker verstanden, nicht wahr? Sein Tod musste ein richtiger Schock für dich gewesen sein!“
„War es“, stimmte ich zu. „Wir beide waren ein Team. Wir haben von Beginn an zusammengehalten, für unseren Distrikt. An seinem Tod ist nichts schön zu reden. Obwohl wir hier bei den Hungerspielen sind, obwohl wir beide Rivalen waren, muss ich sagen: Sein Tod hat mir wehgetan. Umso mehr für seine Familie. Ich möchte mein tiefstes Mitgefühl aussprechen. Vor allem, weil ich ihn als Freund und Menschen, aber auch als Tribut gekannt habe. Er war ein großartiger Kämpfer. Er hätte sicher eine Chance gehabt, die Spiele zu gewinnen.“
„Möge er in Frieden ruhen“, sagte der Moderator mitfühlend. „Aber war sagst du zu deinem neuen Gefährten? Er scheint mir stark und kämpferisch. Erfüllt er nicht alle deine Hoffnungen auf einen würdigen Ersatz?“
„Viel eher erfüllt er alle meine Befürchtungen“, seufzte ich schwer, ehe ich mir meiner Worte bewusst war.
Der Moderator schien ein wenig aus der Bahn geworfen von dieser Antwort. Das Signal, dass meine Zeit vorbei war, rettete ihn. In der Zeit, in der er mich verabschiedete und Ben zu sich rief, hatte er Gelegenheit sich wieder zu fangen.
„Benedict“, sagte er nun. „Du wurdest später als die anderen ausgelost. Aber bei deinem Potential und Körperbau…“ Er ließ einigen Teenies im Kapitol Zeit zu kreischen und Ben grinste. „…wundert es mich, dass du dich nicht gleich freiwillig gemeldet hast!“
„Tja“, sagte Ben und warf mir einen Blick zu. „Aber wer will schon gegen seine beste Freundin antreten?“
Ein Raunen und Flüstern verbreitete sich im Saal. Ich schluckte und sah zu Boden.
„Deine beste Freundin?“, wiederholte der Moderator fassungslos.
„Ja“, bestätigte Ben. „Und ich hatte noch keine richtige Gelegenheit sie zu begrüßen. Dürfte ich…?“
„Natürlich“, antwortete der Moderator sofort.
Ich sah auf. Ben hatte sich erhoben und die Arme ausgebreitet. Zögernd erhob ich mit und trat einen ersten Schritt auf ihn zu. Plötzlich überwältigte mich jedoch das Gefühl, bei ihm sein zu wollen und ich rannte los und warf mich in seine Arme. Augenblicklich kamen mir die Tränen. Er hielt mich schützend fest und ich vergrub mein Gesicht in seinem roten Hemd.
Mitleidiges Flüstern und „Oooohhhh“s hallten durch den Raum, bis jemand zu klatschen begann und die anderen einstimmten. Ich hatte große Lust sie alle niederzumetzeln. Diese Schweine wollten doch nur eine gute Show. Bitte, da hatten sie eine Show!

Kommentare Seite 2 von 2
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smily ( 21892 )
Abgeschickt vor 427 Tagen
einfach hammer geschrieben. Bitte mehr!
(: ( 30608 )
Abgeschickt vor 430 Tagen
Das ist schrecklich!!!!Total gut geschrieben
Serena123 ( 95640 )
Abgeschickt vor 499 Tagen
Ich hab Gänsehaut bekommen umd musste heulen. Bitter schreib noch andere FF
Flocke ( 99221 )
Abgeschickt vor 531 Tagen
Super cool geschrieben 👍🏼🍀
Natalie ( 95825 )
Abgeschickt vor 608 Tagen
Absolut geil, wirklich gut geschrieben
clato ( 70644 )
Abgeschickt vor 708 Tagen
Wow! Unglaublich geschrieben! Mein Herz hat wie wild geklopft und ich hatte eine Gänsemarkt.
XD ( 23555 )
Abgeschickt vor 796 Tagen
Einfach perfekt geschrieben muss ich sagen.✔✅☑
Juno ( 86124 )
Abgeschickt vor 806 Tagen
Geil GEIL Geil 😃😃😃😃 8515;😃😃😃😃 ;😉😉😉😉 28521;😉😉😉㈳ 9;😇😇😇😇&# 128540;😜🗽🗽ԅ 09;🗽✅✅✅✔ ;✔✔✔💍ԁ 41;💐💐💐💐& #128144;
Peeta ( 42841 )
Abgeschickt vor 807 Tagen
Bitte schreib weitere Geschichten bitte bitte bitte
Allissalein ( 42841 )
Abgeschickt vor 807 Tagen
GEIL Geile Geil 😃😃😃😃
Bella ( 61804 )
Abgeschickt vor 807 Tagen
Ist echt geil 😃😄
Aqualia ( 19609 )
Abgeschickt vor 833 Tagen
Eine der besten Fanfiktions die ich je gelesen habe!!
neverland ( 53705 )
Abgeschickt vor 836 Tagen
Wirklich eine super Geschichte! Du hast die Welt und das Gefühl von den Hungerspielen perfekt erzählt und auch das Ende passt dazu:-)
Satan007 ( 50924 )
Abgeschickt vor 883 Tagen
Absolut Hammma!!!
LE - GEN - warte ich habs gleich - DÄÄÄÄR...
Weiter so bitte!
Mrs. Weasley ( 77141 )
Abgeschickt vor 1094 Tagen
Wow das war echt der Hammer!!!! Ich voll der teste dich suchti und habe selten so geile geschichten gelesen. Mach weiter so👍
OMG ( 46922 )
Abgeschickt vor 1129 Tagen
Omg die Geschichte war so geil ich hab voll geheult mach noch so n Geschichte von de Tribute von panem
Bella ( 09496 )
Abgeschickt vor 1132 Tagen
Die Story ist HAMMER!!!!!!!!!
christina15 ( 09799 )
Abgeschickt vor 1141 Tagen
ich habe ne Gänsehaut von der story!
Schreib bitte so weiter.
Unglaubliche Geschichte!
mx ( 25789 )
Abgeschickt vor 1237 Tagen
Hammer Geschichte! Das Ende ist zwar traurig, aber das Einzige, das wirklich passt und es trifft die Situation derSchreckensherrschaft und Rebellion in Panem sehr genau. Hut ab!
Foxface ( 54074 )
Abgeschickt vor 1264 Tagen
Ja habe den Kommentar unter den Teil 2 geschrieben, habe die weiteren Teile erst nicht gesehen. :) Ist wirklich eine super Geschichte!