Auge der Seelen- Teil 4

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1 Kapitel - 6.563 Wörter - Erstellt von: Traumtänzerin - Aktualisiert am: 2013-10-15 - Entwickelt am: - 4.770 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Aliras Reise geht weiter. führt sie an Regulus' Seite weit fort von England, doch bringt sie jeder Schritt enger mit jenen zusammen, die sie liebt. ich hoffe euch gefällt der folgende Teil.

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    Eine alte Geschichte „Ich werde dir nun etwas erzählen, was du zu deinem Vorteil nutzen musst, was auch immer das Schicksal für dich vorgesehen ha
    Eine alte Geschichte

    „Ich werde dir nun etwas erzählen, was du zu deinem Vorteil nutzen musst, was auch immer das Schicksal für dich vorgesehen hat“, begann ich und zog einen silbrigen Gedankenfaden aus meine Kopf. Er landete auf der Fensterbank und ich gebot Regulus hineinzusehen. Kurz bevor unsere Nasen sie silbrige Oberfläche meiner Erinnerung berührten wurden wir hineingesogen. Die Welt verschwamm und plötzlich standen wir in Londons verwinkelten Straßen.
    „Wo sind wir?“ wollte Regulus wissen.
    „Besser ist die Frage nach dem wann. Wir schreiben den 24. Februar 1927. Und das da vorne bin ich“, ich deutete auf eine Gestalt, die schnellen Schrittes die Gasse entlang eilte. Noch leicht verwirrt folgte der schwarzhaarige Zauberer mir.
    In den Armen meines Ichs lag ein Säugling. Kaum drei Monate alt.
    Wir liefen ihr eine Weile hinterher, dann blieb die schwarz gewandte Gestalt stehen und legte das Kind auf die Stufen eines gigantischen Hauses. In den Bandagen, in die es gewickelt war wurde ein kleiner Brief gesteckt.
    „Warum?“ wollte er wissen.
    Zur Antwort deutete ich auf den Schriftzug über der Tür.
    „Ein Waisenhaus? Du bist in einem Waisenhaus groß geworden?“
    „Nein, ich bin nicht der Säugling“, und just in diesem Moment wandte sich die Gestalt zu uns um und ein exaktes Abbild meines Seins eilte auf uns zu und durch uns hindurch.
    „Aber wer-“
    „Geduld. Ich möchte nicht, dass du mich sofort verurteilst“, lächelte ich und die Szene verschwamm.
    Kurz darauf nahm ein winziges Zimmer vor uns Züge an. Es war Nacht, doch da es meine Erinnerung war, konnte Regulus mit meinen Augen sehen.
    Ein kleiner Junge schlief unruhig in seinem verdreckten Bett. Er war vier Jahre alt, zumindest sagte das die Tafel am Fußende seines Bettes. Den Namen, der darauf stand, hatte ich bewusst vertuscht, sodass ihn Regulus nicht erkennen konnte.
    Plötzlich durchschritt eine weißgewandte Frau den Raum und ließ sich auf dem Bett nieder. Liebevoll strich sie dem Jungen durch die Haare. Küsste ihn sacht auf die Stirn und der goldene Schein, der aus ihren Handflächen strömte schien ihn zu beruhigen.
    Die Szene veränderte sich geringfügig. Es war derselbe Junge, dieselbe Frau und das selbe Zimmer, doch er schien um einige Jahre gealtert zu sein.
    „Du hast über ihn gewacht?“
    „Jede Nacht, bis er zwölf wurde. Er litt unter starken Albträumen“, murmelte ich und sah das Kind sehnsüchtig an.
    „Was ist geschehen?“
    „Er kam nach Hogwarts und wurde glücklich. Seine Nächte wurden ruhiger und ich hatte nicht die Gelegenheit ihn in der Schule zu besuchen.“
    „Wusste er von dir?“
    „Nie.“
    „Warum?“
    „Er hätte zu mir gewollt. Weg aus dem Waisenhaus. Doch jemand wie ich ist nicht der richtige Umgang für ein Menschenkind. Ich wollte dass er fern von all der Magie aufwächst und nicht die Bürde eines Vampirs als Tante auf sich trägt.“
    Es wurde unscharf und nahm erst wieder im tropfenden Kessel Kontur an.
    Ein dunkelhaariger, blasser und höchst attraktiver Jungzauberer saß an einem Tisch. Er war allein.
    Mein Abbild saß vor dem Gemälde Slytherins und war in ein Gespräch mit ihm vertieft.
    Der Junge beobachtete diese Unterhaltung gebannt.
    Schließlich erhob er sich und trat an den Tisch der jungen Frau heran.
    „Ihr genießt die Gegenwart des ehrbaren Salazar Slytherins. Darf ich um Euren Namen fragen“, meinte er höflich und lächelte charmant.
    „Mein Name ist Alira Lestrange und ja Salazar ist so etwas wie ein alter Freund der Familie.“
    „Jedoch sollte ein Gespräch zu einem lebenden durchaus auch interessant sein hörte ich“, grinste er.
    „Irgendwann sicherlich, doch nun muss ich gehen. Es war nett dich zu treffen Tom“, erwiderte die Hexe.
    Verwundert sah sie der junge Mann an.
    „Ich kann mich nicht entsinnen meinen Namen erwähnt zu haben.“
    Doch mein jüngeres Ich hatte sich bereits abgewandt. Fasziniert starrte Tom Alira hinterher. Es war so grotesk mich selbst zu sehen, doch ich wollte Regulus um keinen Preis alleine gehen lassen.
    Wieder reisten wir durch die Zeit. Knapp ein halbes Jahr später standen wir in einem schäbigen Bahnhofscafé. Es war der Laden, in dem ich mich zu Beginn meines neuen Schuljahres Damir getroffen hatte.
    „Du hast mich also gefunden“, stellte die jüngere Alira fest, als sich Tom ihr gegenüber auf einen Stuhl fallen ließ.
    „Ja nach einiger Suche, sagte man mir, dass du hier öfter zu finden seihst. Warum ist mir jedoch ein Rätsel.“
    „Es gibt zwei Wege als Hexe zu leben. Im Verborgenen in der magischen Welt, oder wo immer du willst. Ich halte nichts vom Verstecken.“
    Bewundernd sah sie der junge Mann an. Sie begannen sich zu unterhalten, doch wir verließen das Café.
    „Wie wirkt er auf dich?“
    „Verzaubert... irgendwie scheint er leicht besessen von ihr- äh- von DIR.“
    Ich senkte den Kopf und kurz darauf fanden wir uns in einem kerzenerleuchteten Saal wieder. Auf der Tanzfläche fesselte ein Paar alle Blicke. Es war Salsa und der dunkelhaarige Mann strahlte vor Glück, als er seine blonde Tanzpartnerin an sich zog.
    Etwas in mir zog sich schmerzlich zusammen, da ich wusste, was als nächstes kommen würde. Als der Tanz vorbei war, hatte ich das Gefühl sein Herz durch die Jahre hindurch schlagen hören zu können.
    Tom führte die junge Frau aus dem Saal und hinaus ins Mondlicht. Dort, wo kein anderer sie sah zog er sie zärtlich zu sich und strich ihr sanft durchs Haar. Ihre eiskalten Fingerspitzen berührten liebevoll seine Wange.
    Regulus schien seine Position unangenehm.
    „Warum soll ich das sehen?“
    „Damit du begreifst, warum ich hier bin. Das ich nicht eine gewöhnliche Schülerin bin, weißt du ja bereits.“
    „Du bist kein Mensch.“
    „Richtig, doch das allein ist nicht Grund für Dumbledore mich nach Hogwarts zu holen. Erkennst du den Jungen?“
    „Nein.“
    „Sieh genau hin.“
    Und so zwang ich Regulus seinen Blick wieder auf meine Erinnerung zu richten. Gerade, als der junge Mann sein Gegenüber leicht zurückhaltend küsste erschien eine kräftige Frau mit scharfen und höchst erzürnten Zügen.
    „Tom Riddle! Du machst uns nichts als Ärger! Noch keine achtzehn und schon müssen wir dich überall suchen! Ich weiß nicht warum du plötzlich in den Ferien nach Hause gekommen bist, aber sicher nicht um dich hier nützlich zu machen“, schimpfte sie und stampfte auf den Jungen los.
    Dessen Miene hingegen wurde eiskalt und hart wie Stein.
    „Es ist wahr, ich bin nicht wegen der Liebevollen Behandlung zurück gekehrt. Dennoch bin ich wegen etwas hier, dass ich gerne einen Teil von mir nennen würde“, flüchtig sah er zu meinem Abbild. Dann starrte er die Alte wieder erbarmungslos an.
    „Ich will nicht auch noch das Gör deiner kleinen Liebschaft großziehen müssen! Soll sich gefälligst einen anderen suchen, dem sie auf der Tasche hängen kann. Is doch heutzutage immer das gleiche mit diesen Gossenflittchen.“
    „Es kann sein, dass ich mich verhörte, aber nanntest du sie ein Gossenflittchen?“ erkundigte er sich mit einer Kälte, die Regulus durch die Zeit das Blut in den Adern gefrieren ließ.
    „Ja, oder sollte ich erwarten, dass ein anständiges Mädchen sich mit einem Balg, wie dir abgibt? Schlimm genug, dass dein Vater sich verantwortungslos davon gemacht hat. Wenn deine Mutter nicht so versagt hätte, hätte ich dich nicht am Hals“, wetterte sie weiter. Und Riddle sah nun ganz und gar nicht so aus als würde er sich beruhigen lassen. Zornig griff er in seine Hosentasche und zog seinen Zauberstab heraus.
    „Nicht. Sie ist es nicht wert“, beschwichtigte ihn Alira. Sie griff zärtlich, doch bestimmt nach seiner Hand und umschloss sie und den Zauberstab darin fest.
    Dann schritt sie vor.
    „Guten Abend Ms. ich hoffe doch, dass ich ihnen keine Missstände bereitet habe. Dennoch denke ich, dass ich sie beruhigen sollte, da ich nicht vorhabe in meinem Alter schon ein Kind zu bekommen. Und selbst wenn, so dürfte das nicht ihr Problem sein, da ich selbst sehr gut in der Lage bin mich und sehr viele Weitere finanziell zu versorgen. Und eben aus genau dem Grund bitte ich Sie um die Erlaubnis Tom für den Rest der Ferien zu mir einzuladen. Unser Familienanwesen befindet sich allerdings in South Kensington. Das bedeutet, dass Tom sie wohl nicht täglich besuchen kann“, meinte sie freundlich, dennoch mit einer deutlichen Betonung auf die Lage, da es sich dabei um eine sehr luxuriöse Gegend handelte.
    Der Mund der Heimerzieherin stand offen.
    „Ich bitte um Verzeihung. Selbstverständlich können Sie Tom mit sich nehmen. Er muss sich auch nicht melden, wenn er nicht möchte.“
    Aus dieser Antwort war deutlich herauszusehen, dass sie hoffte, er möge sich nicht melden.
    Wieder bei Tom wurde die blonde Hexe erneut geküsst. Dieses Mal jedoch verlangender als zuvor.
    „Königin der Nacht“, waren seine letzten Worte, die wir aus der Szene mitnahmen.

    „Wie dieser Abend geendet ist kannst du dir hoffentlich denken?“ grinste ich Regulus an, als wir wieder auf festem Boden standen.
    Er wurde rot und nickte verlegen.
    Einige weitere Szenen zeigten mich mit Tom als Paar. Zeigten ihn älter werden und die Schule abschließen. Dann erschien das Bild eines streitenden Paares.
    Ich sah mich ein wunderschönes Amulett in der Hand halten. Es war ein Geschenk Slytherins. Dieser hatte es im Schloss zurücklassen müssen und sein Gemälde hatte mich zu dem Schmuckstück geführt und mir gestattet es zu behalten, nachdem ich dessen Schönheit bekundet hatte.
    „Du hast es mir gestohlen!“ schrie die junge Frau glockenhell.
    „Es ist nun ein Teil von mir!“ erwiderte Tom mit einem bösartigen Funkeln in den Augen.
    „Tom ich dachte es wäre vorbei mit dem Tagebuch!“
    „Glaubtest du ich würde mich mit einem Horkrux zufrieden geben, wenn ich mehr haben kann? Unsterblich, Alira!“
    „Tom glaub mir das ist nicht besonders erstrebenswert!“ meine vergangene Stimme bebte vor Verzweiflung.
    „Sei meine Gefährtin. Ich werde die Welt beherrschen. Heraus aus dem Schatten meines Muggelvaters! Endlich fort von der Schande ein Halbblut zu sein! Ich werde der größte Zauberer, den die Welt je gesehen hat!“ Euphorie trat ihm in die Augen. Doch das Böse verweilte in der Szene.
    „Ich sagte, ich würde dir immer folgen. Ich sagte es aus Zuneigung. Doch jetzt bleibt mir keine andere Wahl als zu gehen!“
    „Du willst gehen? Nein! Du weißt so viel über mich, ich kann es dir nicht gestatten mich lebend alleine zu lassen! Wenn du gehen willst muss einer von uns sterben“, seine Stimme war kalt und ruhig.
    Eine Träne, so rein wie Diamant rann ihr die Wange herunter.
    „Dann tu es, aber sieh mir in die Augen Tom Riddle! So einfach mache ich es dir nicht!“
    „Zwar warst du nützlich und deine Schönheit ist unverkennbar, dennoch wirst du mich nicht aufhalten“, begann er und zog seinen Zauberstab. Eiseskälte füllte seine Augen.
    „Wird er das wirklich tun?“ Fragte Regulus verstört, „die Blicke, die er dir zugeworfen hat, wirkten wie echte Liebe.“
    „Täuschung“, murmelte ich, bevor ein grüner Lichtstrahl aus Toms Zauberstab direkt auf die Brust meiner Vergangenheit flog.
    Bei dem Aufprall erzitterte der Körper und wankte benommen nach hinten. Bis er schließlich zusammenbrach. Riddle zuckte nicht einmal. Er trat an die vermeintliche Leiche heran und griff sich das Medaillon.
    „Welche törichte Entscheidung, du doch getroffen hast“, murmelte er und verschwand.

    Mit einem Ruck flogen wir aus der Erinnerung.
    „War das wirklich?“
    „Ja, ich kannte Tom Riddle vermutlich besser als jeder andere. Bitte versuche eines Tages diese Informationen, die ich dir geben konnte gegen ihn zu verwenden. Zudem wollte ich dir erklären vor was ich mich fürchte. Ich war kurz davor ihn zu meinem Gefährten zu machen. Ich wollte nicht wahr haben, dass aus dem zerbrechlichen Jungen ein Monster geworden war. Es ist nicht auszudenken, welch eine Gefahr dann erst aus ihm geworden wäre. Selbst als Unsterbliche scheine ich mit meinen Entscheidungen zu leichtfertig zu sein. Doch es ist wichtig, dass ich hier bin. Dumbledore sieht sich nicht in der Lage die Schule alleine zu schützen, deshalb bat er mich um Hilfe. Und auf diese Aufgabe muss ich den Focus setzen.“, seufzte ich.
    „Ich verspreche dir dein Geheimnis für mich zu behalten“, stammelte Regulus immer noch verwirrt.
    „Das wichtigste ist, dass Tom nicht erfahren darf, dass ich noch lebe. Es würde dich in große Gefahr bringen, wenn er erfährt, dass du wichtig für mich bist. Zudem will ich es sein, die ihn tötet. Das Spiel auf das ich mich für ihn einließ war gefährlich. Jene wie ich es bin werden ständig überwacht. Wir dürfen uns keinem Menschen offenbaren und Tom war kurz davor mein Geheimnis zu kennen. Doch er ist unwissend und das ist unsere größte Waffe!“
    „Wirst du dich irgendwann noch an mich erinnern können?“ fragte er plötzlich.
    „Ich schätze dein Herz kennt die Antwort. Auch wenn einem Jahrhunderte nicht sehr lange erscheinen, so habe ich nie einen Freund vergessen“, sagte ich und meinte dies sehr ernst. Sein Blick war klar und sein harten Züge entspannten sich kurz.
    „Ich sollte nun gehen, Regulus“, seufzte ich.
    „Kannst du mir zeigen, wie das ist? Frei sein?“ lächelte er kurz.
    Einen Moment zögerte ich, dann ergriff ich seine Hand und stieg in das Fenster. Er folgte mir.
    „Vertrau mich“, zischte ich und ließ mich fallen. Panisch schrie er auf, als ich ihn mit mir riss. Doch dann leuchteten seine Augen. Pechschwarze lederne Schwingen brachen aus meinem Rücken hervor und fingen unsern Sturz ab. In sanften Kreisen kamen wir dem Boden näher, bis wir schließlich mit einem leichten Ruck auf dem Innenhof des Schlosses landeten.
    „Gute Nacht“, flüsterte ich und verschwand.

    „Guten Abend, junge Freundin“, begrüßte mich Slytherin strahlend, als ich mein Zimmer betrat.
    „Was stimmt dich so fröhlich?“
    „Ich habe etwas für dich anfertigen lassen.“
    „Für mich?“
    „Ja, ich weiß um dein Vorhaben. Dumbledore erzählte mir davon und dass du vermutlich bald gehen würdest.“
    „Oh“, war ja klar, dass Dumbledore jemanden bat auf mich zu achten.
    „Wer wird dich begleiten?“
    „Regulus.“
    „Ah der junge Black mit dem Herz eines Wolfes. Ich hatte eigentlich angenommen, du würdest diese vier bitten dir zu folgen.“
    „Darüber habe ich nachgedacht, doch es würde zu gefährlich sein. Außerdem muss jemand hier sein und sich für einen Kampf rüsten. Er wird kommen, ganz gleich wann.“
    „Das sehe ich genauso.“
    „Weißt du wohin ich gehen muss?“
    „Ich habe das Auge nie gesehen, doch munkelte man zu meiner Zeit es wäre in einem entlegenen Winkel dieser Welt. Sie nannten es Tor der Zeit.“
    „Ägypten, das hätte ich mir denken können.“
    „Dort ist es gefährlich.“
    „Ja, sie beherrschen die alten Zauber und sind besser, als die Magier hier.“
    „Doch vielleicht lassen sich einige von ihnen von dir in den Kampf führen, wenn du das Amulett bei dir trägst.“
    „Das klingt einleuchtend.“
    „Du solltest gehen, bevor die Todesser wissen mit wem sie es zu tun haben.“
    „Ich gehe noch heute Nacht.“
    „Gut, dann wecke ich den jungen Black und deine Freunde. Du solltest dich verabschieden, wer weiß, ob es nicht für immer ist“, lächelte er traurig.
    „Auch muss ich ihnen erklären, was hier gespielt wird. Jede Wahrheit können sie nutzen.“
    Dann verwand er und ließ mich leicht verstört zurück. Sollte ich jetzt wirklich gehen? War es eine gute Entscheidung?
    Entschlossen schickte ich einen Patronus zu Albus und Aberforth. Wir würden uns im Büro des Schulleiters treffen. Alle.
    In einen magisch präparierten Rucksack aus Leinen stopfte ich allerhand Zaubertränke, alte Bücher und einige Kleidungsstücke.
    Fertig umgezogen stand ich nun in schwarzen Hosen und einer dunkelgrünen Leinenjacke vor meinem Spiegel.
    Einen Umhang und unzählige Waffen hatte ich in meinem Rucksack verstaut.
    Ein letzter Blick wanderte durch das Zimmer.
    „Sie sind alle auf dem Weg ins Büro. Regulus packt noch, ich habe ihm einige Anweisungen gegeben, was er unbedingt mitnehmen muss. Er wirkt sehr gefasst“, verkündete der junge Salazar, der nun in sein Gemälde zurückgekehrt war.
    „Wirst du mich ebenfalls begleiten?“
    „Nein, doch ich werde immer bei dir sein! Geh nach London. In der Nokturngasse habe ich etwas für dich. Folge dem silbernen Schatten.“
    Ich nickte. Es war zu gefährlich ein Gemälde mitzunehmen. Man könnte es benutzen, um zu erfahren, wo ich mich aufhielt und was ich vorhatte.
    Ein letzter Gruß blieb, bevor der verblichene Zauberer seinen Rahmen verließ.
    Ich kehrte dem Zimmer den Rücken und rannte die dunkeln Gänge entlang. Es war schon kurz vor dem Morgengrauen, als ich durch den Wasserspeier in Albus' Büro gelangte.
    Es waren bereits alle dort.
    „Danke, dass ihr gekommen seid“, flüsterte ich und sah in die Runde. Da waren die fragenden Gesichter von Lily, James und Sirius, der traurige Blick von Albus und Aberforth, Remus' Lächeln und die undurchschaubare Miene des jungen Regulus.
    Peter hatte ich nicht rufen lassen. Er war schwach und ich traute ihm nicht.
    „Wohin wirst du gehen?“ fragte Albus als erster.
    „Nur die Ruhe. Zuerst möchte ich meinen Freunden erklären, was das alles hier zu bedeuten hat.“
    „Aber fass dich kurz, je früher ihr aufbrecht, desto besser.“
    Ich nickte und sah Sirius geradewegs in die Augen. Für eine Sekunde drohte ich darin zu versinken und schüttelte den Kopf, um mich wieder konzentrieren zu können.
    „Also. Euch wird aufgefallen sein, dass ich keine gewöhnliche Schülerin dieser Schule bin. Ich bin Vampir und zu eurem Schutz hier. Vor einigen Wochen brachte mich Albus auf eine Idee sich Tom Riddle in den Weg zustellen und ihn für immer zu töten. Ich habe viel in Büchern gestöbert und schließlich den Entschluss gefasst mich auf die Suche nach einer Waffe zu machen, deren Fluch er nicht brechen kann. Regulus hat angeboten mich zu begleiten. Ich weiß, dass ein jeder von euch mich ebenfalls nicht im Stich gelassen hätte, doch ihr seid hier wichtiger! Es ist viel, was ich nun erwarte, doch es ist wichtig! Schließt euch zusammen und bietet diesen Schwarzmagiern die Stirn, wenn ihr wollt, dass eure Kinder in einer Welt voller Frieden aufwachsen sollen.“
    Ernste Mienen nickten und ich wusste, dass sie alle bereit waren zu kämpfen. Ein wenig zu bereit für meinen Geschmack.
    „Dann heißt es wohl adieu“, murmelte Aberforth, nach einer Weile und trat vor, um mich zu umarmen.
    Ihm folgte Albus.
    Dann stürmte Lily unter Tränen auf mich zu.
    „Werden wir uns je wieder sehen?“
    „Ich werde immer in deinem Herzen sein!“
    „Aber ich werde dich so schrecklich vermissen.“
    „Pass mir gut auf Ephona auf, ja?“
    „Du lässt mir deinen Vogel?“
    „Dort wo ich hingehe, ist kein Licht für sie. Doch dich kann sie schützen. Sie besitzt eine Macht, die selbst ich noch nicht ganz verstehe. wann immer du in Not bist, ruf sie.“
    Langsam löste sich die Freundin von mir und machte James und Sirius Platz, die mich jeweils in eine starke Umarmung zogen.
    „Pass auf meinen kleinen Bruder auf. Und sollte ich nicht mehr dazu kommen, sag ihm, dass ich ihn liebe und sehr stolz auf ihn bin“, flüsterte Sirius zu meiner großen Überraschung, ehe er mir noch einmal durch die Haare strich und mich fester an sich zog. Ich konnte all seine Zuneigung mit Händen greifen. Als er sich von mir löste, fühlte ich mich schrecklich unvollkommen und atmete schwer aus.
    Remus sah mich schräg an und lächelte.
    „Komm her du Vampir!“ rief er und schloss seine Arme um mich.
    „Was für ein Bild“, gluckste Aberforth und auch die andern mussten grinsen.
    „Das werde ich jedem erzählen, wenn das hier alles einmal vorbei ist“, murmelte Albus und sah lächelnd über den Rand seiner Halbmondbrille.
    Ich musste Lachen.
    „Ich werde euch alle schrecklich vermissen“, grinste ich.
    „Wie hören wir von dir?“
    „Patroni, jeden Sonntag, versprochen“, lächelte ich zu Lily.
    „Dann sollt ihr alle jeden Sonntag meine Gäste sein“, nickte Aberforth, „in meiner Kneipe gibt's dann Butterbier umsonst.“
    Das klang ganz so, als würden sie sich zum Kartenspielen treffen, doch ich wusste, dass das bloß ein Versuch war Licht in diese dunklen Stunden zu bringen.
    Albus reichte Regulus die Hand und Lily küsste ihn zu aller Überraschung flüchtig auf die Wange.
    „Bring sie mir wieder, verstanden?“ lächelte sie und stieß ihn leicht an die Schulter.
    Er nickte knapp und sah noch einmal in die Runde, ehe ich ihn mit einem Zauber schützte und disapperierte.

    „Was wollen wir denn hier?“ flüsterte er, als wir in der Nokturngasse Gestallt annahmen.
    „Ich weiß es nicht genau. Slytherin schickte mich her.“
    „Slytherin?“
    „Ja ich rede oft mit seinem Gemälde.“
    Er wollte gerade antworten, da sah ich einen silbrigen Schein an einer Hauswand vor mir und gebot ihm zu schweigen, während ich auf den Schimmer deutete.
    Der Schimmer zog sich noch einige Häuserwände weiter, dann wanderte er auf dem Boden über die Straße zu einem unscheinbaren Kleidungsgeschäft.
    Ein schrilles Glöckchen läutete, als wir die Tür öffneten.
    „So früh schon Kundschaft“, murret ein älterer Zauberer mit Hakennase.
    „Ich bin hier, um etwas abzuholen, dass hier für mich angefertigt wurde.“
    „Wer gab es in Auftrag?“
    „Salazar Slytherin“, gab ich zurück und der Blick des Mannes weitete sich.
    „Ja, selbstverständlich“, nuschelte er und hob einen langen schmalen Karton auf den Tresen.
    „Ich habe es schon seit vielen Jahren“, meinte er und pustete den Staub herunter.
    Sachte hob er den Deckel des Karton an und zum Vorschein kam ein silber- weißes Seidenkleid. Unzählige, filigrane grünliche Stickereien zierten es. Es war wunderschön.
    „Er schenkt dir ein Ballkleid?“ Regulus Blick lag ungläubig auf dem Kleidungsstück.
    „Das ist kein Ballkleid“, widersprach ich und berührte ungläubig den Stoff. Leicht wie eine Feder, doch das Glitzern waren keine Perlen. Das gesamte Kleid war gepanzert und seine Schutzmagie pulsierte in meiner Hand. Es hatte einen hohen Schlitz am Bein, welcher für die nötige Bewegungsfreiheit sorgte.
    Es war eine Rüstung, auf deren Rücken in zartem Grün das Wappen Slytherins prangte. Lange Ärmel und einen hoher Kragen schützen meinen gesamten Körper, ohne aufzufallen.
    „Vor was soll sie deine Haut denn schützen?“ flüsterte Regulus die Frage, die ich mir auch gestellt hatte.
    „Vampire“, fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen. Sollte ich anderen Dämonen begegnen, würde dieses Ding mich schützen, ohne dass es verdächtig war.
    Regulus Blick wurde groß.
    „Es ist so perfekt“, murmelte ich und die Augen des Verkäufers begannen zu leuchten.
    „Da wäre noch etwas, Ms.“, sagte er und nahm das Kleid vollends aus der Schachtel. Darunter lag ein vollkommen weißes Schwert. Nur der Smaragd, der den Griff zierte und die unzähligen Schlangengravuren bewiesen, dass es das Schwert Slytherins war.
    „Es ist wie das von Griffindor“, raunte der Zauberer.
    „Wie kommst du daran?“
    „Er führte mich in einem Traum dazu. Es versuchte stets mich zu töten, wenn ich es wagte daran zu denken, es zu verkaufen. Erst als ich es anschrie, dass ich auf sie warten würde, ließ es von mir ab.“
    Ehrfürchtig griff ich nach der Waffe. Surrend ließ ich es durch die Luft schnellen.
    „Er schenkt dir Rüstung und Schwert. Dann weiß er was du vor hast.“
    „Ja, er wusste es lange, bevor ich es selbst wusste.“
    „Lass uns gehen.“
    Ich nickte und verstaute beides sorgfältig in meinem Rucksack.
    Als wir den Laden verließen stand die Sonne bereits über der Stadt.
    „Zu Beginn des Schuljahres hatte ich schon vorgehabt etwas hier abzuholen, komm“, ich zog ihn in Richtung eines dubiosen Gebrauchswarenhaus davon.
    „Borgin und Borks. Meine Eltern kaufen hier schwarzmagische Artefakte“, sagte Regulus, als wir den Laden betraten.
    „Ja, so etwas in der Richtung holen wir hier ab.“
    „Guten Morgen, die Dame, was kann ich für sie tun“, wollte eine junge Hexe wissen.
    „Ich würde gerne ein Schwert abholen, dass ich vor Jahren hier hinterlegt hatte.“
    „Oh ich glaube ich weiß, was sie meinen“, strahlte die Frau und verschwand für einige Sekunden hinter einem der hohen Regale.
    Zurück kam sie mit einer schmalen Holzschatulle.
    Ich erkannte sie sofort.
    Darin lag ein Schwert aus schwarzem Stahl. Fast unzerstörbar und vollkommen schmucklos. Ich hatte damals alle Schnörkel entfernt, damit niemand auf die Idee kam es zu kaufen.
    „Dankeschön, was bekommen Sie?“
    „Eine Galeone, es gehörte schließlich schon einmal ihnen“, erwiderte sie freundlich.
    Ich reichte ihr das Geld und übergab Regulus die Waffe.
    „Einen schönen Tag noch“, flötete die Hexe und ich erwiderte den Gruß mit einem Lächeln.
    „Die war echt verdammt nett, wenn man bedenkt in was für einer Gegend wir uns aufhalten“, meinte Regulus und befestigte das Schwert unter seinem Umhang am Gürtel.
    „Wie viel Geld hast du in Gringotts?“
    „Einiges, aber nur im Familienverlies.“
    „Dann leben wir von meinem Gold. Es wäre nicht klug gewesen sein Hab und Gut hier zulassen, doch so ist es ja sicher.“
    „Es sei denn meine Mutter gerät in einen Kaufrausch“, grinste Regulus.
    Es war gut gewesen, ihn zu bitten mich zu begleiten. Er hatte das Lachen nicht verlernt und so würde unsere Reise keinesfalls düster werden.
    Als wir die einladenden Stufen der Zaubererbank empor liefen freute ich mich bereits auf die kommende Zeit. Ja es würde gefährlich werden, doch am Ende würde es meinen Fehler korrigieren, wenn wir nur etwas Glück hatten.
    „Guten Tag, Schlüssel bitte“, knirschte einer der hakennasigen Kobolde, an einem der Schalter.
    Statt des geforderten Metalls reichte ich ihm meinen Zauberstab und die Augen hinter der runden Brille weiteten sich.
    „Oh, das ändert Einiges. Bitte folgen Sie mir Ms. Lestrange“, forderte der Kobold sie auf, während er von dem hohen Pult hinunter stieg und dann vor uns durch die gigantische Halle lief.
    „Garstige kleine Biester, doch zu meinem Glück fürchteten sie schon immer meine Familie, weshalb ich nie Probleme mit ihnen hatte“, flüsterte Regulus.
    „Ja Angst macht die Wesen des Tages immer freundlich.“
    „Alira?“
    „Ja?“
    „Können wir vielleicht heute Nacht noch einmal zu mir nach Hause, ich würde gerne noch etwas mitnehmen. Vielleicht ist es unwichtig, doch unsere Familienbibliothek führt einige sehr alte schwarzmagische Schriften, vielleicht finden wir noch was Hilfreiches.“
    Zwar glaubte ich nicht, dass dies der wahre Grund war, weshalb er dort hin wollte, doch ich nickte zustimmend.
    Was immer ihn zurück in das Familienanwesen trieb es war ihm sehr wichtig, sonst hätte er nicht darum gebeten.

    Wir traten unter einem verzierten Portal hindurch und gelangten zu den Schienen, auf denen die Gondeln fuhren, die einen durch ein Achterbahnartiges Labyrinth mit Halsbrecherischem Tempo zu den Verließen brachten.
    Wir bestiegen eines der Gefährte und augenblicklich setzte es sich in Bewegung.
    Die Fahrt ging durch das atemberaubende Tunnelsystem Gringotts und durch unterirdische, bunt schimmernde Tropfsteinhöhlen. Dann kam ein silbernschimmernder Wasserfall in Sicht.
    „Sorge dafür, dass der Kobold sich nicht umdreht“, flüsterte ich zu Regulus.
    „Warum?“
    „Das ist ein Wahrheitsfall. Er enthüllt alles verborgene. Das bedeutet ich nehme für einen Augenblick meine Vampirgestallt an.“
    Regulus nickte.
    Doch zu meiner Erleichterung musste der junge Zauberer unsern Fahrer durch keinen Zauber zwingen.
    Als sich meine Haut wieder weiß färbte, wurde das Gefährt langsamer, bis es schließlich vor einem schlichten Torbogen hielt.
    Anders als die normalen Verließe war dieses hier so gesichert, dass man es nur mit meinem Blut und meinem Zauberstab öffnen konnte. Zudem musste einer der Kobolde das Schloss berührten.
    Unzählige kleine Rädchen setzten sich in Bewegung, als ein Tropfen Blut auf das Metall fiel.
    Die Tür schwang zurück und gab den Blick auf Unmengen an Gold frei.
    Nachdem ich meinen Geldbeutel gefüllt hatte, trat ich an eine schmale Vitrine heran, die unscheinbar an einer der Wände lehnte.
    In einem kleinen samtbezogenen Kästchen lag eine zierliche silberne Halskette, dessen Anhänger ein winziger Rubin war.
    Lange hatte ich dieses Schmuckstück hier verwahrt, doch nun war ich sicher, dass ich es würde brauchen können. Behutsam verstaute ich es in meiner Umhangtasche und trat zurück zu meinem Begleiter.
    „Wir werden disapperieren“, meinte ich zu dem Kobold, der das Gesicht verzog, als wolle er widersprechen. Nickte dann jedoch knapp.
    So trat ich dicht an Regulus heran und legte die Arme um ihn. Er erwiderte diese Geste und für einen Moment genoss ich seine Nähe. Dann verschwamm die Wirklichkeit in bunten Schemen und wir schlugen unsanft vor dem Anwesen der Blacks auf.
    Sofort löschte ich das Licht der Straßenlaternen.
    Regulus schritt auf das für Muggel nicht sichtbare Haus zu und öffnete die Gartenpforte.
    „Komm, heute ist keiner hier. Es ist Sonntagabend, da treffen sich die Totesser immer bei Malfoys“, raunte Regulus.
    Das beruhigte mich ungemein.
    Die Wände des Hauses waren mit den Abbildern ehemaliger Blacks behangen und roter Samt zierte die ohnehin schon dunklen Gänge. Dann plötzlich vernahm ich ein Scheppern und hielt inne.
    „Das ist nur Kreacher“, meinte Regulus und setzte bereits einen Fuß auf die hölzerne Treppenstufe, als der Hauself um die Ecke geschossen kam.
    „Herr Regulus!“ rief er erfreut und stürmte auf den jungen Zauberer zu.
    „Wie schön dich zu sehen, Kreacher“, erwiderte dieser lächelnd und sah zu dem in Lumpen gekleideten Geschöpf hinab.
    „Der Herr hätte Bescheid sagen könne, dann hätte Kreacher etwas gekocht.“
    „Nein, keine Umstände, ich werde nicht lange bleiben. Aber Kreacher lass mich dir eine gute Freundin vorstellen: das ist Alira, sie geht mit mir zur Schule.“
    „Es freut mich sehr dich kennen zu lernen“, sagte ich und beugte mich zu dem Elf um ihm die Hand zu reichen.
    Verwirrt sah er mich an.
    „Schon gut, sie wird dich schon nicht fressen“, lachte Regulus.
    „Kreacher ist es nicht gewohnt, dass man ihn so begrüßt“, meinte der Elf, nachdem er zögerlich ihre Hand ergriffen hatte.
    „Nun sagen wir, ich halte es für angemessen Wesen mit großer Magie dem entsprechend zu behandeln“, gab ich zurück und richtete mich lächelnd wieder auf.
    Kreacher nickte.
    „Wir wollen nur in mein Zimmer und in die Bibliothek.“
    „In Bibliothek euch Kreacher nicht lassen darf“, knurrte der Hauself, als ärger er sich darüber diesen Befehl befolgen zu müssen.
    „Du kannst uns ja beobachten, wir werden nichts mitnehmen, was uns nicht gehört, versprochen“, schlug Regulus vor.
    Kreacher knurrte bloß, folgte uns aber die Treppen hinauf.
    Zuerst hielten wir vor einer Tür, auf der die Buchstaben R.A.B. standen.
    „A?“
    „Mein Zweitnahme, Arcturus“, erklärte Regulus und betrat den Raum.
    Er war schlicht eingerichtet doch hingen vereinzelt Bilder aus seiner Kindheit an den Wänden. Sie zeigten ihn und Sirius.
    Dann entdeckte ich noch ein weiteres Bild. Es war eine Schwarzweißzeichnung. Sie zeigte mich, wie ich am Fenster des Astronomieturms stand. Sie war nicht magisch, Regulus musst das selbst gezeichnet haben.
    „Oh, ich habe es aufgehängt, als ich in den Herbstferien zu Hause war. Soll ich sie abnehmen“, fragte er leicht beschämt, als er meinen Blick bemerkte.
    „Nein schon in Ordnung. Sie ist wunderschön“, antwortete ich und das meinte ich ernst.
    Wir verließen das Zimmer und gelangten bald in einen gigantischen Raum, in dem ein Stammbaum in einen Wandteppich gehäkelt war. Der Rest der Wände stand voller Bücherregale. Schnell war Regulus dazwischen verschwunden. Es schien, als wüsste er genau, was er suchte.
    „Kreacher weiß, dass ihr nicht hier sein solltet“, meinte der Hauself, als er sicher war, dass der junge Black ihn nicht hören konnte.
    „Du meinst nicht diesen Raum“, stellte ich fest.
    „Nein.“
    „Ich weiß nicht, ob ich je wiederkehren werde, doch beschütze ihn für mich, ja?“
    „Kreacher wird Herrn Regulus immer beschützen!“
    Die Augen des Elfen logen nicht. Das beruhigte mich ungemein.
    Ich folgte Regulus zwischen die Regale.
    Die meisten der Bücher hier waren bloßer Aberglaube, doch einige waren tatsächlich gefährlich.
    „Das da“, flüsterte ich und der junge Zauberer trat an meine Seite, während ich das alte Schriftstück aus dem Regal zog.
    Es war ein Ordner in dem sich eine große Anzahl von Zeitungsartikeln befand.
    „Was helfen uns die denn weiter?“
    „Sieh“, ich deutete auf einen Artikel über eine Ausgrabungsstätte in der Sahara.
    „Archäologen sterben bei Ausgrabungsarbeiten“, las er laut vor.
    „Das ist eine Muggelzeitung. Es war kein Unfall“, murmelte ich.
    „Dann beginnen wir dort unsere Suche.“
    Ich nickte.
    Wir stellten den Ordner zurück und verließen flankiert von Kreacher den Raum.
    „Wir werden wie die Muggel reisen. Wir sollten es solange wie möglich versuchen den Wüstengeistern nicht aufzufallen.“
    „Gut, haben wir denn Muggelgeld?“
    „Ja, ich habe so was“, gab ich zurück.
    „Machs gut Kreacher“, verabschiedete sich Regulus.
    „Der Herr muss gut auf sich aufpassen.“
    „Und wenn er das mal nicht schafft, bin ich ja da“, grinste ich und nickte dem wirklich hässlichen Hauselfen zu.

    Londons Bahnhof war bereits von regem Treiben gefüllt.
    „Ich werde unsere Tickets kaufen.“
    „Gut, ich bin dort hinten, etwas essen. Bis gleich.“
    Mist, das hatte ich vollkommen vergessen. Regulus hatte sicherlich nicht selbst an Vorräte gedacht, doch jetzt war es zu spät. Wir würden sicher auf einem der Bahnhöfe die Zeit haben uns mit Lebensmitteln einzudecken.
    Die Frau am Ticketschalter war schon etwas älter, dennoch machte sie einen freundlichen Eindruck.
    „Zwei Tickets nach Manchester bitte.“
    „Wohin genau?“
    „Flughafen.“
    „Sehr gerne.“
    Wir hätten disapperieren können, doch ich wusste, dass man diese Routen verfolgen konnte. Eine Muggelroute würde die Zauberer überfordern, da ihnen diese Systeme nicht bekannt waren.
    Wir erreichten unseren Bahnsteig gerade noch rechtzeitig und suchten uns ein leeres Abteil.
    „Warum fliegen wir nicht von London aus?“
    „Um unsere Verfolger abzuschütteln.“
    „Wie viele sind es?“
    „Sechs. Zu unserm Glück nur Greifer.“
    „Auch der vom Schulball?“
    „Ja. Und der Werwolf.“
    Regulus atmete verachtend aus.
    „Versuch ein wenig zu schlafen. Wenn wir in Ägypten ankommen müssen wir kampfbereit sein.“
    „Wie lange fahren wir bis Manchester?“
    „Knapp drei Stunden.“
    „Gut.“
    Nicht lange und sein Kopf war gegen die Fensterscheibe gefallen und er schlief. Kein Wunder, hatte er doch in der letzten Nacht kein Auge zu getan.
    Ich nahm meinen schweren Wollumhang aus dem Rucksack und legte ihn über den Schlafenden.

    „Regulus“, sacht rüttelte ich an der Schulter des Freundes, der augenblicklich die Augen aufschlug.
    „Wir sind gleich da. Wir werden dann disapperieren.“
    „Gut. Ägypten?“
    „Ja, Kairo.“
    Er fragte nicht warum. Vermutlich wusste er, dass mein Gerede von wegen Muggelreisen in erster Linie unsere Verfolger verwirren sollte.
    Mit einem sanften Ruck hielt der Zug und augenblicklich schloss mich Regulus fest in seine Arme.
    Wir nahmen in dem Hinterzimmer eines Trödelladens wieder Gestalt an.
    Arabische Stimmen drangen an mein Ohr.
    „Verstehst du, was sie sagen?“
    „Nur zum Teil“, gab ich zurück. Mein Arabisch war grauenvoll.
    „Sie reden über den Preis für Fisch“, lächelte Regulus und griff nach seinem Zauberstab.
    „Imperio“, flüsterte er und ich hörte die Stimmen verstummen.
    „Komm“, zischte er und wir traten in den Raum. Alle Anwesenden, ein alter Mann und zwei verhüllte Frauen, hatten die Augen geschlossen und rührten sich nicht.
    Draußen auf der belebten Straße schlug mir beißendes Sonnenlicht entgegen. sofort musste ich den Schutzzauber auf meinen Augen erhöhen. Dann zog ich einen Schal aus meiner Tasche und verhüllte meine Haare, wie es für die Frauen hier Brauch war.
    Zwar hielt ich wenig von diesem Brauch, doch um nicht aufzufallen, war es wohl Pflicht.
    „Hast du sie wirklich verstanden?“
    „Ja, ich hatte schon immer ein Fabel für Fremdsprachen. Es gibt noch ein wenig, was du noch nicht von mir weißt“, grinste er.
    Das stimmte tatsächlich. Zwar kannte ich sein Wesen sehr gut, doch hatte er selten Anekdoten aus seinem Leben zum Besten gegeben.

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1381165305
Auge der Seelen- Teil 4
Auge der Seelen- Teil 4
Aliras Reise geht weiter. führt sie an Regulus' Seite weit fort von England, doch bringt sie jeder Schritt enger mit jenen zusammen, die sie liebt. ich hoffe euch gefällt der folgende Teil.
http://www.testedich.de/quiz32/quiz/1381165305/Auge-der-Seelen
http://www.testedich.de/quiz32/picture/pic_1381165305_1.jpg
2013-10-07
402D
Harry Potter

Kommentare Seite 4 von 4
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JoyEggli ( von: JoyEggli )
Abgeschickt vor 120 Tagen
Bitte schreib weiter! Nice!

Ps: Es wäre voooll lieb, wenn ihr mal hier
vorbei schauen würdet. Thx...

http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1473280183/Sirius-Black-und-ich
Fiona Granger ( 41543 )
Abgeschickt vor 138 Tagen
Bitte schreib schnell weiter! 🙏🏻
Forever Here ( 91543 )
Abgeschickt vor 235 Tagen
Biiiiiiittttttteeeee schreib weiter!
Ich finde diese Fan Fiktion sehr cool und auch berührend !!!
Annabeth de Villiers ( 77587 )
Abgeschickt vor 259 Tagen
Bitte schreib weiter ich finde es super ich habe noch nie so etwas schönes und bewegendes gelesen und habe echt heulen müssen obwohl ich eigentlich nicht so der Gefühls Typ bin.
sarana ( 31112 )
Abgeschickt vor 262 Tagen
Schreib weiter!!!! Biiiiittteeeeee....
LilyPotter ( 39077 )
Abgeschickt vor 317 Tagen
Es ist gerade soooooooo spannend!!!!
Bitte schreib weiter.
Glg LilyPotter
Laila Malfoy ( 78872 )
Abgeschickt vor 367 Tagen
Ich habe noch niieee so ne gute Geschichte gelesen 😍!
Kleiner Tipp: Werde Autorin!!!!!😍😍😍
Wann kommt die nächste 😍!
Jasi ( 75550 )
Abgeschickt vor 368 Tagen
Meiner Meinung nach solltest du mal über eine Kariere als Autor nachdenken!!
Du hast aufjedenfall das zeug dazu :-*
Jasi ( 69199 )
Abgeschickt vor 369 Tagen
Du hast echt einen coolen Schribstil der sehr angenehm ist
Die Geschichte ist auch Wunderschön
Schreib bitte weiter

Lg. Jasi
Cool ( 53068 )
Abgeschickt vor 407 Tagen
OMG, das ist sooooooooooooooooooooo... Schön. Du musst unbedingt weiterschreiben.
GLG.
Cool
Traumtänzerin ( 71681 )
Abgeschickt vor 437 Tagen
Vielen lieben Dank für eure Kommentare! Die Geschichte ist tatsächlich schon in Arbeit und sollte bis Ostern komplett fertig sein, dann gibt es alles auf einmal 😊
Liebe Grüße und bleibt wach
Eure Traumtänzerin
Meni ( 81808 )
Abgeschickt vor 450 Tagen
Wie cool du musst unbedingt weiterschreiben du hast es total drauf und das Zeug zur Autorin deine Geschichten sind einfach Hammer Traumtänzerin;):);-)

WOW
Cat x ( 11686 )
Abgeschickt vor 456 Tagen
Liebe Traumtänzerin! Ich finde dein Geachichten WUNDERVOLL und bitte dich, weiterzuschreiben.achbittr weiter!
PS: tut .ir Leid das ich mich so ausdrücke, aber wir haben seit einem halben Jahr Briefe verfassen in Deutsch:'(
Miss Phantasia ( 83090 )
Abgeschickt vor 489 Tagen
Genial !!!!!
Deine Ideen sind wirklich großartig und als sie den Schülern ihre Geschichte mit dem Tod von ihrem Geliebten erzählt hat hab ich total geheult !
Du musst umbedingt weiter solche Geschichten schreiben !
Dracoretta malfoy ( 00662 )
Abgeschickt vor 489 Tagen
du hast das Zeug zur Autorin toll wann geht die Geschichte endlich weiter
Die verrückte XD ( 39705 )
Abgeschickt vor 525 Tagen
Wow hab die ff zu ende gelesen und ich kann nur eins sagen DER WAHNSINN du hast so ultra talent und glaub mir ich spreche aus erfahrung bin ein rieeesssseeeeeennnnnnn fan!!! Freu mich riesig auf die nächsten teiek hoffe die kommen bald!!!
Bis irgendwann dann eure verrückte XD
CeCePc ( 68174 )
Abgeschickt vor 617 Tagen
Wow du schteibst echt gut ! Kommt noch ein näster Teil ? Ich finde die Ideen echt gut ;)
LG deine CeCePc
sirius fan ( 37282 )
Abgeschickt vor 671 Tagen
Geeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiil!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!
Mirja11 ( 22383 )
Abgeschickt vor 678 Tagen
Wow, wow, wow!
Mehr kann man dazu einfach nicht sagen!
Einfach nur WOW!!!
Louise McGonagall ( 92475 )
Abgeschickt vor 684 Tagen
Genial mehr kann ich nicht sagen !!!