Mein Tag am Strand- Lees Geschichte - Die Geschichtenerzähler

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1 Kapitel - 3.156 Wörter - Erstellt von: Lee - Aktualisiert am: 2013-09-01 - Entwickelt am: - 2.189 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Rabea ist ein körperlich behindertes Mädchen, das von ihren Mitmenschen kolossal genervt ist. Da ist der überfüllte Coronado Beach in San Diego natürlich nicht der ideale Ort für sie. Jedenfalls bis ein kleines Mädchen ihr einen besonderen Einblick in eine andere Welt gewährt...und Rabea, ihren großen Bruder vorstellt ;)

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    „Warum ziehst du nicht wenigstens dein Oberteil aus?“ rief meine Mutter mit unsicherem Blick zu mir herüber. Wahrscheinlich wollte sie gerne glau
    „Warum ziehst du nicht wenigstens dein Oberteil aus?“ rief meine Mutter mit unsicherem Blick zu mir herüber. Wahrscheinlich wollte sie gerne glauben, sie könne mich mit ihren halbherzigen Versuchen dazu bewegen, in die silbrigen Fluten zu springen, oder viel mehr zu kriechen. Stoisch zog ich mich noch ein wenig weiter in den Schatten meiner, aus der oberen Hälfte eines Sonnenschirms und zwei Luftmatratzen, die hinter meinem Rücken wie das Ende eines V's zusammen liefen, bestehenden Höhle zurück. Selbst unsichtbar, hatte ich einen fantastischen Blick auf weite Teile des flachen Strandes und natürlich die Badegäste. Ich verzog spöttisch das Gesicht, als ich ein paar Mädchen in meiner Nähe lauthals über ihre Figuren räsonieren hörte. Es musste schön sein sich seine Probleme erst ausdenken zu müssen, bevor man darüber klagt. Es musste furchtbar sein, wenn man so wenig zu sagen hatte. Jedoch verflog meine zynische Erheiterung im nächsten Moment, als dieselben Mädchen begannen, ohne auch nur ihren Ton zu dämpfen, über eine beleibte Frau herzuziehen, die um ihre Röllchen zu kaschieren ein weißes T-Shirt trug, das ihr unglücklicherweise wie eine zweite Haut am Leib klebte. Dennoch hatte sie zweifellos ein hübsches Gesicht, dem die Bäckchen einen großen Gefallen taten. Niemand hatte sich über mich lustig gemacht, als mich mein Vater mich aus dem Rollstuhl gehoben, und über den Sand getragen, hatte. Dabei waren gelähmte Beine auch nicht gerade ein Schönheitsideal. Missmutig pustete ich mir ein paar widerspenstige Locken aus der Stirn. Natürlich war der Coronado Beach schön, überirdisch schön sogar. Mit seinem silber-weißen Sand, den tiefgrünen Zungen die immerzu an der Küste leckten. Auch diese glänzten wie Mondlicht. Und die gesamte Ebene wurde von dem goldenen Licht der Sonne durchflutet. Einige Sekunden lang verspürte ich Sehnsucht nach den kühlen Wellen, jedoch wollte ich es den Anwesenden ersparen, wieder ihre mitleidigen Miene aufsetzen zu müssen, wo sie meinen Unterschlupf doch, seit ich mich darin verkrochen hatte so gekonnt mit ihren Blicken mieden. Plötzlich schob sich eine kleine Gestalt direkt in mein Blickfeld. Vorsichtig ging sie in die Hocke, sodass ich ihr Gesicht sehen konnte. Es handelte sich um ein filigran wirkendes, asiatisches Mädchen, das mich mit unverhohlener Neugier anstarrte. Nachdem sie mich einige Sekunden so gemustert hatte, fragte sie schließlich: „Was tust du denn die ganze Zeit da drin?“ „Ich kann meine Beine nicht bewegen, also warte ich hier, bis meine Eltern genug vom Schwimmen haben.“ Gab ich, in der Annahme dies wäre Antwort genug, zurück. Die kleine zuckte mit den Schultern: „Aber warum schwimmst du nicht?“ „Das ist nicht so einfach.“ Murmelte ich vage, in der Hoffnung das Mädchen schnell wieder loszuwerden. „Ich helfe dir, wenn du willst.“ Die Kleine sagte dies so selbstverständlich, dass ich unwillkürlich lachen musste. Natürlich bestand das Problem nicht darin, dass ich es nicht aus eigener Kraft ins Wasser geschafft hätte. „Schon gut, ich möchte mich baden.“ Jetzt sah sie mich die Jüngere sichtlich irritiert an. „Weshalb?“ „Das ist kompliziert.“ „Das ist nicht so einfach, das ist kompliziert..“ äffte das Mädchen mich nach und krabbelte, ehe ich es ihr verwehren konnte neben mich. „Ich heiße übrigens Sulli.“ Zögerlich griff ich nach der zierlichen Hand, die sie mir entgegen streckte. „Na schön,“ lächelte Sulli, ohne meine Finger loszulassen, „wenn du nicht auf übliche Weise ins Wasser möchtest, machen wir es auf meine.“ Sie zwinkerte mir konspirativ zu. „Du sitzt in den sich sanft hebend und senkenden Wellen, das Wasser geht dir bis zur Brust. Feine Schauer durchlaufen deinen Körper – Aufgrund des Kontrastes, dass die Hitze über der Oberfläche zu dem eiskalten Nass darstellt. Ich ziehe dich ein wenig tiefer in den Ozean, ein wenig zu tief, denn eine Welle schlägt dir ins Gesicht. Augenblicklich brennt das Salz in deinen Augen, deiner Nase, deiner Kehle. Ich lasse dich los und du teilst die Oberfläche mit deinen Armen. Jetzt bewegst du dich aus eigener Kraft fort. Wir schwimmen immer weiter, den Geruch von Fisch in der Nase. Unsere Gesichter sind erhitzt, vor Anstrengung und wegen des Lichts, das von der Wasseroberfläche auf unsere Gesichter reflektiert wird. „Wenn das Wasser nur ein bisschen klarer wäre… wir könnten bis zum Meeresgrund sehen.“ Schwärmst du. „Dummerchen, würdest du ein bisschen besser sehen könntest du das.“ Erwiderte ich…“ Plötzlich wurde mir der Atem abgeschnürt. Panisch versuchte ich nach Luft zu schnappen, aber statt CO2's, strömte ein Schwall Wasser in meinen Mund. Erschrocken registrierte ich, ich mich unter Wasser befand. Jedoch hatte ich keine Zeit mich darüber zu wundern. Durch das schwummrige Licht, konnte ich wenige Meter über mir deutlich die Sonne erkennen. Exaltiert drückte ich immer wieder die Handflächen nach unten, um mich nach oben zu bewegen. Ich wurde grob zurück gerissen. Nur wenige Millimeter von mir entfernt schwamm Sulli seelenruhig auf der Stelle. Ihre langes schwarzes Haar schlängelte sich wie das Haupt Medusas um ihren Kopf. „Ganz ruhig, du brauchst hier keinen Sauerstoff“ Obwohl ihre Stimme etwas gedämpft klang, als befände sie sich auf der anderen Seite einer Glaswand, konnte ich sie deutlich hören. Ich überlegte einige Sekunden, dann sog ich vorsichtig ein weiteres Mal die salzige Flüssigkeit ein. Jedoch blieb das erleichternde Völle-Gefühl in meinen Lungen aus. Stattdessen verschluckte ich mich. Sulli verdrehte die Augen. „Ich sagte du brauchst keinen Sauerstoff, nicht das du ihn aus dem Wasser filtern kannst“ Um ihre Behauptung zu überprüfen verharrte ich für ein paar Sekunden regungslos und konzentrierte mich auf etwaige Warnsignale meines Körpers. Tatsächlich, schienen meine Lungen nicht nach Luft zu verlangen. Sie fühlten sich einfach leer an. Dieses Gefühl war mit jene zu vergleichen, das sich beim Anhalten der Luft einstellte, bevor man den Drang bekam wieder einzuatmen. „Was hast du mit mir gemacht?“ stammelte ich. Obwohl ich es schon vermutet hatte erschrak ich, als ich meine eigene Stimme hörte. Sie war lauter, als hielte ich mir während des Sprechens die Ohren zu. „Ich zeige dir, was du verpasst.“ Gab das Mädchen kryptisch zurück. Bevor ich sie daran hindern konnte, griff sie wieder nach meinem Handgelenk und zog mich weiter in die Tiefe. Ein riesiger Fischschwarm teilte sich, während er unseren Körpern auswich, ganz in Manier von Wellen,, die sich an einem Felsen brechen. Einige von ihnen schwammen so dicht an mir vorbei, dass mich ihre kühlen grau-blauen Schuppen streiften. Vor uns erstreckte sich eine weite Berglandschaft. Die Felsen waren mit undefinierbaren, bunten Flecken übersäht. Durch das schwummrige, grüne Licht wirkte alles seltsam unwirklich. Die Temperatur schien mit jedem Meter den wir über uns ließen zu sinken. Anstatt mir Gedanken über meine Lage zu machen, musste ich aufpassen, nicht gewohnheitsbedingt einzuatmen. Inzwischen waren wir nicht mehr weit von dem höchsten der Felsen entfernt. Aus dieser Nähe erkannte ich, dass es sich bei den „bunten Flecken“ um verschiedene Moose, Algen und Seeanemonen handelte. Bei unserem Anblick, flüchteten sich ein paar Clownfische in die schützenden Fänge der Seeanemonen. „Die hier sieht aus wie dein Haar.“ Gluckste Sulli, dabei deutete sie auf ein oranges Exemplar, mit kurzen Tentakeln. Ich streckte ihr die Zunge raus und machte mich von ihrer Hand los, um mich mit den Händen an dem glitschigen Fels entlang zu ziehen. Jedoch rutschten meine Finger immer wieder daran ab. Als ich nach einem großen, rauen Brocken griff stob dieser plötzlich in die Höhe. Gemeinsam mit ihm wirbelte jede Menge Staub auf, der mich kurzfristig erblinden ließ. Erschrocken ruderte ich zurück, bis ich gegen Sulli stieß. Ein großer roter Fisch, mit grotesk verzogenem Mund sah uns aus klugen Augen an. Er hatte Ähnlichkeit mit einem verkrusteten Drachenkopf, doch statt Ohren wuchsen ihm Fächer-artige Flossen aus beiden Seiten. „Pass auf, die Stacheln eines Drachenkopffisches sind giftig“ warnte Sulli, während sie mich langsam ein weiteres Stück zurück zog. „Ganz Recht, du kannst von Glück sagen, nicht in eine meiner Stacheln gegriffen zu haben, Mädchen.“ Der melodische Bass des Fisches passte nicht im mindestens zu seinem Äußeren. Allerdings – welche Stimme passte zu einem Fisch? Als hätte er meine Gedanken erraten, summte er: „Drachenkopffische sind keine gewöhnlichen Fische.“ Er machte keine Anstalten sich zu erklären also hakte ich nach: „Was seid ihr dann?“ „Das, was ihr uns ruft. Wir sind die unsterblichen Überreste unseres einstigen Selbst.“ Unerwartet stieß er blitzschnell nach unten und schnappte sich ein unvorsichtiges Krebstierchen. In einer einzigen flüssigen Bewegung drehte er wieder nach oben ab, bis er wieder auf einer Augenhöhe mit uns war. „Was ist aus euren Körpern geworden?“ „Verwehst, verspeist, verbrannt..“ „Wer hat euch das angetan?“ „Der Mensch, mit seinem Teufelswerkzeug. Keine andere Kreatur wäre dazu im Stande gewesen.“ „Aber warum denn nur?“ „Aus denselben Gründen, aus dem sie tausende von Wölfen und Bären erlegten. Intelligenz, gepaart mit irrationaler Angst endet immer in Wahnsinn. Die, deren Motiv nicht Angst war, handelten aus dem Drang sich zu beweisen. Unser Schuppenkleid, unsere Hörner und selbst unsere Zähne nahmen sie als Trophäen.“ „Wie kommt es, dass ihr euch nicht gewehrt habt?“ wollte Sulli wissen. „Es liegt nicht in der Natur der Drachen, die ohnehin begrenzte Zeit Sterblicher zu verkürzen. Früher oder später werdet ihr euch selbst auslöschen. An diesem Tage werden wir an Land zurückkehren um jene Schäden zu beheben, die ihr angerichtet habt.“ „Auch wir sind Menschen, wie kommt es das du uns hiervon erzählst?“ fragte ich. „Ihr seid die ersten die Fragen.“ Der Drachenkopf verzog seinen breiten Mund zu einem Lächeln, dann ließ er sich langsam herab sinken, bis er wieder Eins mit dem Fels wurde. Einen Moment lang starrten wir beide auf den breiten Höcker auf dem Gestein. Schließlich murmelte Sulli leise „ Komm, eigentlich wollte ich dir etwas zeigen.“ Ich schwamm hinter ihr her, über den letzten Felsvorsprung hinweg, in Richtung des sandigen Meeresgrundes. Wieder schwammen viele der der kleineren Fische eilig in ein Versteck. Aus einigen Spalten im Stein folgten uns die Blicke kreisrunder Augen, die sich aber sofort ins Dunkel zurück zogen, sobald man in ihre Richtung sah. Ein junger Hai, nicht viel größer als mein Unterarm, zog dicht am Boden weiter seine Kreise, aber auch er beäugte uns wachsam. Ein paar leuchtend roter Fische mit breitflächigen Hinterflossen, die an ein Tutu erinnerten, flitzten elegant an uns vorbei. Der Schatten einer Meeresschildkröte glitt über uns hinweg. Ein Schwarm gelber und schwarzer Fische mit spitzen Mündern, die sich an den Parasiten auf ihrem Panzer gütlich taten, folgten ihr. Kaum hatte Sulli den Meeresgrund erreicht, begann sie damit, mit ihren Händen den Sand aufzuwirbeln. „Was wird das?“ Sie machte keine Anstalten auf meine Frage einzugehen, also schwamm ich ein Stück nach oben, bis ich die Staubwolke durchbrach. Neugierig sondierte ich einen gigantischen Felsvorsprung, auf dem sich eine pittoreske Miniaturlandschaft erstreckte. Zwischen den Halmen des Seegrases tummelten sich ein paar regenbogenfarbene Seepferdchen. Im hinteren Teil, beinahe von den vielfältigen Wasserpflanzen verborgen, verspeiste ein kleiner violette Oktopus einen Shrimp und in der Mitte von all dem lag ein mächtiger Seestern, dessen tiefes Marineblau, in seltsamen Kontrast mit den orange-roten Korallen stand auf die er sich platziert hatte. Auf einmal huschten die Seepferdchen in die Tiefen des Seegrasfeldes. Auch der Oktopus zog sich mit seiner Beute in den Schatten des Felsens zurück. Beunruhigt wandte ich mich um. In einiger Entfernung schwebte ein, samt seines Schwanzes, mindestens 7 Meter langer Rochen. Er schien direkt auf mich zuzukommen. Ich paddelte reflexartig zurück, weg von den grauen Ungetüm, bis ich gegen die unregelmäßige Felswand stieß. Nun war der breite Kopf des Rochens nur noch etwa einen Meter entfernt. Ich schloss die Augen und hoffte, das Tier würde an mir vorbei schwimmen. Soweit ich wusste machten Rochen keine Jagd auf Menschen, ich bezweifelte das auch nur annähernd so große Lebewesen wie ich in seinem Beuteschema lagen. Aber vielleicht sah er mich als Bedrohung und ich wusste das er einen giftigen Stachel am Ende seines Schwanzes besaß. „Sag mal, was treibst du da?“ Ich blinzelte vorsichtig. Zwischen den Schwingen des Rochens thronte Sulli in heroischer Pose und blickte amüsiert auf mich herab. „Was treibst DU da? Diese Dinger sind Gefährlich.“ Zischte ich „Komm sofort da runter, und gib Acht auf den Stachel.“ Das Mädchen grinste noch breiter. „Das ist ein Mantarochen, Angsthase, die haben keinen Stachel.“ Erklärte sie. „Oh“ murmelte ich stumpfsinnig. „Komm schon her.“ Das Mädchen streckte fordernd ihre Hand nach mir aus. Ehrfürchtig näherte ich mich dem Tier. Seine Flügel hoben und senkten sich stetig, als würden sanfte Wellen darunter hinweg wogen. Ich schwamm ein Stück nach oben, bis ich mich direkt über dem Rücken des Mantas befand, um mich bequem auf ihn herab sinken zu lassen. Ich sah mich nach etwas um an dem ich mich hätte festhalten können, allerdings erwies sich dies als völlig unnötig, denn der Rochen flog so sacht durch das Wasser, dass mir, wäre die Landschaft nicht an uns vorbei geglitten, gar nicht aufgefallen wäre, das wir uns bewegten. Wir schwammen immer tiefer, bis uns nur noch Zentimeter vom Boden trennten. Ich und Sulli lugten beide über den Kopf unseres Reittiers. Zwischen dem Sand steckte hier und da ein bunter Kiesel. Auch ein paar wild gemusterte Muscheln lagen, meist zur Hälfte begraben, herum. Überall sprossen rötliche Gewächse, die die Form der Äste eines Nadelbaumes hatten, aus dem Boden. Ein seltsames rosanes Tier zog sich, in einem spiralförmigen Ammoniten, auf eine der Pflanzen. Sage und schreibe 12 Tentakel wuchsen ihm aus der Unterseite seines Kopfes. Wir trieben wieder ein Stückchen aufwärts, an grünen Gesteinsplatten vorbei, die über und über von Seetang bedeckt waren. Ich deutete auf einen Scheeleartigen pinken Oktopus, mit großen Kopfflossen, der auf dem Moos zwischen dem Tang saß. Ein Schwarm länglicher, gestreifter Fische mit mürrischen Gesichtern folgte uns, in etwas Sicherheitsabstand. Als einer von ihnen sein Maul öffnete erhaschte ich einen Blick auf sein eindrucksvolles Gebiss. „Keine Angst, Barakudas sind sehr neugierig, greifen für gewöhnlich aber keine Menschen an.“ Sulli musste meinem Blick gefolgt sein. Ich drehte mich zu ihr um. „Wie kommt es eigentlich, dass der Rochen unser beider Gewicht tragen kann?“ In weniger als einer Sekunde schien sich die gesamte Szenerie aufzulösen, als hätte jemand den Stöpsel gezogen, wurde das Bild aus meinem Blickfeld gesogen. Keuchend starrte ich in Sullis Gesicht, die mich im Halbdunkel meiner improvisierten Höhle böse anfunkelte. Das Stimmengewirr schlug mir unangenehm auf die Ohren. „Willst du die Geschichte erzählen?“ Bevor ich etwas erwidern konnte verzog sie brüskiert ihren Schmollmund. „Falls du eine realistische Erzählung hören wolltest, hättest du früher Bescheid geben müssen, dann hätte ich die nötige Tauchausrüstung eingebaut und der Drachenkopffisch hätte dich vermutlich vergiftet, als du ihm in die Stacheln gegriffen hast. Dann hätte ich mir das …“ „Sulli?“ wurde sie von einer maskulinen Stimme außerhalb des Versteckes unterbrochen. Gleichzeitig wurde ein paar schlanker Beine vor der Öffnung sichtbar. Die Kleine verstummte Augenblicklich. Der Mann bückte sich und blickte durch seine schmalen Augen zu uns herein. Seine Erscheinung war trotz seines jungen Alters und seiner geblümten Badehose verblüffend mondän. „Ich hoffe meine Schwester hat dich nicht belästigt.“ Sagte er zu mir gewandt. Seine Stimme war so tief, dass sie aus seinen Zehen zu kommen schien. Ich schüttelte den Kopf „Sie hat mir lediglich eine Geschichte erzählt..übrigens die realste die ich je gehört habe.“ Ich zwinkerte Sulli entschuldigend zu. „Doch nicht etwa die Geschichte, die ich dir gestern Abend erzählt habe?“ wollte der Junge in forschem Tonfall von Sulli wissen. „Wenn diese Geschichte von Drachenkopffischen, Mantarochen und malerischen Tiefseelandschaften handelte, vermutlich schon. Jedoch sind wir bei den Barakudafischen stehen geblieben. Warum übernehmen Sie nicht einfach hier?“ Ich wollte zu gerne wieder in diese wunderbare Illusion abtauchen (im wahrsten Sinne des Wortes.). Seine Miene ließ mich vermuten das ich mir die Geschehnisse während Sullis Erzählung nicht eingebildet hatte. Allerdings wusste ich nicht ob irgendetwas übernatürliches mit mir geschehen war, oder ob Sullis erzählerisches Talent einfach meine Phantasie beflügelt hatte. Der Dunkelhaarige musterte mich perplex, dann verzog sich sein Mund zu einem verschmitzten Lächeln. „Na gut, wie wäre es wenn ich bei einem Eis im Strandcafe fortfahre? Ich lade dich selbstverständlich ein.“ Schlug er vor. Sulli ließ schnaubend den Blick zwischen uns hin und her wandern. „Macht das, ich komme aber nicht mit. Ich kenne die Geschichte ja bereits.“ Mit diesen Worten schlängelte sie sich an ihrem Bruder vorbei ins Freie. Dieser streckte mir erwartungsvoll die Hand entgegen. Gerade wollte ich ihm erklären wie es um mich- oder viel mehr meine Beine stand, als Sulli spöttisch rief: „Glaubst du der Rollstuhl da hinten,“ dabei zeigte sie auf den Steinweg direkt hinter meinem Unterschlupf, „ist Dekoration? Du musst sie tragen.“ Dann rannte sie in Richtung der Wellen davon. Peinlich berührt zog er seine Finger zurück. Stattdessen ging er auf die Knie. „Darf ich?“ ich nickte und er legte mir die Arme um den Leib. Vorsichtig hob er mich unter dem Sonnenschirm heraus, an seinen kräftigen Oberkörper. Der penetrante Fischgeruch des Meeres ging von seiner Haut aus, aber auch ein weiterer schwächerer Duft kitzelte mir in der Nase. Er war süßlich, beinahe wie Honig. „Ich bin übrigens Mica.“ Stellte er sich vor. „Freut mich, Rabea.“ Ich lachte, als er die eine Hand etwas an meinem Bein hochschob um mir die langen Finger entgegen zu strecken…

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Mein Tag am Strand- Lees Geschichte - Die Gesch...
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Rabea ist ein körperlich behindertes Mädchen, das von ihren Mitmenschen kolossal genervt ist. Da ist der überfüllte Coronado Beach in San Diego natürlich nicht der ideale Ort für sie. Jedenfalls bis ein kleines Mädchen ihr einen besonderen Einblic...
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2013-08-19
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