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Auge der Seelen- Teil 3

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1 Kapitel - 4.794 Wörter - Erstellt von: Traumtänzerin - Aktualisiert am: 2013-08-15 - Entwickelt am: - 5.760 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.8 von 5.0 - 5 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Dies ist der dritte Teil der Geschichte um Alira Lestrange.
ich hoffe es gefällt euch und ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen...
und über eine kleine Einschätzung: wem könnte sie letztendlich ihre liebe schenken? Regulus Black, Sirius Black, oder doch Scabior? vielleicht aber auch jemand ganz anderes, der bereits Teil ihres Lebens ist?

Viel Spaß beim Lesen =)

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    In den nächsten Tagen wich ich sowohl Severus als auch Sirius aus. Severus hatte seinen Ausbruch bereits bereut und konnte mir nicht mehr in die Auge
    In den nächsten Tagen wich ich sowohl Severus als auch Sirius aus. Severus hatte seinen Ausbruch bereits bereut und konnte mir nicht mehr in die Augen sehen. Der junge Black schien mir jedoch zu folgen. Doch solange ich nicht alleine war, schien er mich nicht bitten zu wollen. Das nutzte ich und traf mich sehr, sehr häufig mit den Rumtreibern. So waren wir zusammen und doch konnte ich jeglichen Fragen bezüglich des Balles aus dem Weg gehen. Auch Lily fing an Zeit mit uns zu verbringen. Wir lagen die meiste Zeit des Tages am Quidditchfeld, um uns des Nachts aus dem Schloss zu schleichen. Wir verbrachten diese Nächte meist in Hogsmeade und erkundeten das Nachtleben des kleinen Ortes.

    Dann war es soweit, der Ball stand an. Ich war in meinem Zimmer und trug bereits ein smaragdgrünes bodenlanges Satinkleid. Es war schulterfrei und ab der Talje leicht ausgestellt. Überall hatte es silberne Stickereien. Dazu trug ich hohe silberfarbene Handschuhe, sowie dazupassende Pumps. Da ich nicht gerade klein war, war ich froh, dass auch Regulus hochgewachsen war und ich hohe Schuhe tragen konnte, ohne ihn klein wirken zu lassen. Nun stand ich seit bestimmt einer halben Stunde vor dem Spiegel. Die blonden Locken hatte ich mir mit unzähligen kleinen silbrigen Spangen hochgesteckt und mit einem Zauber sicher befestigt. So würde die Frisur die Nacht bestimmt überstehen. Nachdem ich mich fertig geschminkt hatte machte ich mich auf.
    Regulus hatte gesagt, dass er mich um halb acht abholen würde. Ich war zu spät und hastete zur Tür. Als ich sie aufstieß, hätte ich sie dem wartenden Regulus fast gegen den Kopf geschlagen.
    Doch er schien das gar nicht zu bemerkten. Seine Augen hatten sich geweitet und er starte mich mit leicht geöffnetem Mund an.
    „Du siehst... umwerfend aus“, brachte er dann heraus.
    „Danke. Doch ich kann dieses Kompliment gerne zurückgeben“, meinte ich und musterte ihn anerkennend. Er trug einen schlichten schwarzen Anzug, doch er sah gut aus. Noch erwachsener, als er sowieso schon wirkte.
    Dann hielt er mir seinen Arm entgegen.
    „Können wir?“ fragte er höflich.
    Ich ergriff seinen Arm und wir schritten in Richtung Großer Halle.
    Als wir den Saal betraten spielte bereits eine Band. Der ganze Raum war festlich dekoriert und auf der Tanzfläche tummelten sich schon etliche Paare.
    „Darf ich bitten?“ schmunzelte der junge Zauberer an meiner Seite.
    Wir betraten das Parkett und schnell merkte ich, dass Regulus lange geübt hatte. er tanzte wirklich gut und schon bald machten uns andere Paare Platz. Als das Lied endete, entdeckte ich Lily, die am anderen Ende des Saales aufgetaucht war. Sie trug ein hellgoldenes Kleid und sah hinreißend aus. An ihrer Seite tauchte nun ein strahlender James auf.
    „Regulus, entschuldige mich kurz“, meinte ich und deutete in die Richtung in der meine beste Freundin stand.
    „Ich geh uns was zu trinken holen“, vermied er es mir zu den Griffindors zu folgen.
    Ich nickte lächelnd und ging auf die Hexe zu. Als sie mich entdeckte winkte sie mir lachend zu.
    „Hey, das Kleid ist traumhaft schön“, meinte ich.
    „Danke, es gehörte meiner Mutter“, lächelte Lily. James hatte heftig genickt, als ich das Kleid kommentiert hatte. Jetzt sah er mich etwas verlegen an.
    „Habt ihr die anderen gesehen?“ wollte ich wissen.
    „Remus steht dort hinten“, meinte Krone und deutete zur Tafel mit Getränken. An seiner Seite stand die Sucherin, des Huffelpuff Quidditchteams. Er hatte es also geschafft.
    „Sirius habe ich auch noch nicht gesehen, aber seine Begleitung wartet seit einiger Zeit vor der Halle.“
    „Seine Begleitung?“
    „Ja, er hat gestern noch relativ überstürzt ein Mädchen aus Huffelpuff gefragt. Sie sitzt wohl in Verwandlung neben ihm. Keine Ahnung, warum er dich nicht gefragt hat, ich dachte ehrlich gesagt, dass er dich fragen würde“, murmelte der Zauberer.
    „Dachte ich auch.“
    „Mit wem bist du hier?“ wollte Lily wissen, die mich seit Wochen danach gefragt hatte. ich hatte es immer irgendwie geschafft dieser Frage auszuweichen.
    „Regulus Black. Er hat mich schon vor über einem Monat gefragt. Ich hatte ja bis zu letzt gewartet, dass mich Sirius bittet ihn zu begleiten, aber als dann nichts kam, habe ich die Einladung seines Bruders angenommen.“
    „Was ein Schwachkopf. Sirius hat sich wirklich was entgehen lassen. Ich glaube nicht, dass er es jemals wieder versäumen wird ein Mädchen um einen Tanz zu bitten“, lachte Lily.
    James schien kurz zu überlegen, ob er es nun schrecklich, oder amüsant finden sollte, dass ich mit Sirius' Bruder hier war. Dann lachte er und ich atmete erleichtert auf.
    „Da kommt er“, bemerkte ich, nachdem wir uns noch kurz über einige andere Ballgäste unterhalten hatten.
    Sirius sah unglaublich aus. Auch sein Festumhang war schlicht, wie der seines Bruders. Doch wirkte er sehr viel jugendlicher, als sein ernster jüngerer Bruder.
    Das Mädchen neben ihm lächelte ihn unaufhörlich an. Ich lachte und beugte mich zu Lily vor.
    „Ob es so clever war, sie zu bitten?“, raunte ich und nickte in die Richtung des Paares, das nun auf uns zu steuerte.
    Die rothaarige Hexe wandte sich um und lachte. Auch sie wusste, dass Sirius wohlmöglich viel Arbeit damit haben würde das Mädchen wieder loszuwerden.
    Als sie uns erreichten sah mich Sirius an, ebenso hypnotisiert von meinem Antlitz, wie seine Begleitung von dem seinen.
    Er sah mich lange an, ehe er uns begrüßte. Ganz offensichtlich bereute er es mich nicht gefragt zu haben. Wir begannen uns zu unterhalten und nach einigen Minuten stießen auch Remus und die Sucherin zu uns.
    „Na, Alira wo hast du denn deine Begleitung gelassen?“ wollte er wissen und strahlte mich an.
    „Er holt gerade was zu trinken“, meinte ich und wandte mich um.
    Nach einigen schweifenden Blicken entdeckte ich ihn, wie er unsicher zu mir sah. Ich nickte ihm aufmunternd zu und winkte ihn zu mir. Er hielt zwei Kelche in der Hand und trotz der weiten Entfernung roch ich, dass es sich bei einer der beiden Flüssigkeiten darin nicht um Kürbissaft handelte. Regulus schien nicht sicher, ob es klug war zu uns zu kommen, doch als auch Remus sich umwandte und lächelte fasste er sich ein Herz und kam auf uns zu.
    Ich wandte mich wieder den anderen zu.
    „Was willst du denn hier?“ fragte Sirius etwas grob, als ich Regulus hinter mir spürte.
    Ich drehte mich um und sah die Zweifel in dem Gesicht meines Begleiters. Doch ich griff nach dem Kelch, der ganz offensichtlich für mich war. Legte den Arm um seine Talje und schob ihn neben mich in den Kreis.
    „Er ist meine Begleitung, Sirius“, erklärte ich dem Bruder.
    Dessen Mund öffnete sich kurz, dann setzte er eine säuerliche Miene auf.
    „Tja Tatze, da warst du wohl zu langsam. Aber wie ich sehe scheint dein Bruder einen ausgezeichneten Geschmack zu haben“, lachte Remus und ich sah ihn dankend an. Auch Lily lachte und somit war James gezwungen seinem besten Freund einen beruhigenden Blick zuzuwerfen. Er hatte offenbar begriffen, dass Lily kein Problem mit Regulus hatte. Er wusste, er würde sich unbeliebt machen, wenn er den unbeliebten Black hier beleidigte.
    Ich nippte an meinem Getränk. Stärkend rann mir das kühle Blut die Kehle herunter. Es war ohne Zweifel magisch heraufbeschworen, dennoch schmeckte es besser, als tierisches Blut.
    „Woher weißt du es?“ flüsterte ich Regulus zu.
    „Du bist das anmutigste Wesen, das mir je begegnet ist. Irgendwann begann ich nachzuforschen und fand einen alten Familienstammbaum der Lestranges. Du hast dir viel Mühe gegeben ihn zu fälschen, sodass ich es fast glaubte. Doch dann behandelten wir im Unterricht Vampire. Da dämmerte es mir“, gab er leicht beschämt zu.
    „Schwöre, dass du es niemandem erzählst!“
    „Gut, wie du willst“, gab er aufrichtig zurück.
    Ich wollte ihm gerade danken, da erschienen die ersten außerschulischen Gäste. Doch es waren nicht nur Todesser. Auch Auroren und Ministeriumsmitglieder betraten die Halle und stellten sich in kleinen Grüppchen zusammen.
    „Wer ist das?“ wollte Lily wissen und schaute in Richtung eines bärtigen Mannes, dessen wache Augen kühl durch den Raum glitten.
    „Igor Karkaroff“, antwortete ich, „Schulleiter von Durmstrang.“
    „Dann kennt er dich sicher noch“, meinte James.
    „Besser wenn nicht. Er ist ein Schwarzmagier der üblen Sorte. Äußerst gerissen und intelligent.“
    „Was macht so jemand hier?“ fragte die Sucherin besorgt.
    „Man möchte auf die Schule achten, deshalb ist dies hier eine öffentliche Veranstaltung.“
    „Und wer kann so geschützt werden, wenn sich solche Leute hier herumtreiben?“
    „Niemand, aber wenn nur Auroren hier wären, wäre das eine zu große Einladung anzugreifen“, gab ich zurück.
    „Alira? Sirius? Verwandtschaft!“ raunte Regulus.
    Beide folgten wir seinem Blick. Am Eingang der Halle waren Bellatrix mit ihrem Mann Rodolphus und dessen Bruder Rabastan Lestrange aufgetaucht. Alle drei waren Todesser der aller feinsten Sorte.
    Sirius' Miene verhärtete sich und auch in meine Miene trat Verachtung.
    „Lass uns tanzen“, meinte ich zu Regulus und zerrte ihn aufs Parkett.
    Ich merkte, wie sich auch die anderen auf die Tanzfläche begaben. Die Band spielte irgendwas, auf das man nur mit Disco Fox antworten konnte. Auch diesen Tanz beherrschte der junge Black an meiner Seite.
    Ich war wirklich begeistert, dass er sich so viel Mühe gab. Doch irgendwann würde ich ihm sagen müssen, dass ich nicht mehr als tiefe Freundschaft für ihn empfand. Er war noch so jung und ich erwartete soviel von ihm. Ich würde ihn bitte mich auf meiner Suche nach dem Amulett zu begleiten. Doch ich würde bis zu den Sommerferien warten.
    „Alira?“ meinte er nach gut einer halben Stunde.
    „Ja?“
    „Wer ist das?“ er nickte kurz in Richtung eines Magiers, der mich unentwegt anstarrte.
    „Keine Ahnung“, wich ich aus. Selbstverständlich hatte den leicht verwahrlost wirkenden Mann wieder erkannt. Er lehnte an der Wand und betrachtete mich wie eine Antiquität. Und er wartete. Wartete darauf, dass ich zu ihm kam.
    „Gut, soll ich dich alleine lassen?“ meinte Regulus, als hätte er meine Gedanken gelesen.
    „Danke“, gab ich zurück und löste mich von ihm.
    „Sag Bescheid wenn „keine Ahnung“ dir Probleme macht“, flüsterte er, ehe er mich stehen ließ.
    Ich schritt auf den Waldläufer zu.
    „Es freut mich außerordentlich Sie hier zu sehen. Doch wie ich sehe sind Sie noch Schülerin“, sprach er leicht selbstgefällig.
    „Entschuldige die Frage, doch was ändert das, Scabior?“
    „Es lässt die Frage offen, was ein Schüler außerhalb der Schule, mitten im Wald zu suchen hat. Wenn es sich dann eben dieser Schüler auch noch erlaubt sehr herrisch mit Erwachsenen zu reden, dann drängt sich einem die Frage auf, was den Kindern heutzutage noch beigebracht wird.“
    „Sei versichert, ich bin eine sehr gute Schülerin gewesen. Zudem ist es gesellschaftlich kein Unterschied, ob man Greifer, oder Schüler ist. Also ist mein Ton vollkommen gerechtfertigt gewesen.“
    „Meinst du?“
    Er stand mir nun nur noch einige Zentimeter gegenüber. Jetzt stieß er sich von der Wand ab und richtete sich vor mir auf. Er war trotz meiner hohen Schuhe noch knapp einen halben Kopf größer als ich. Dann schritt er stolz um mich herum.
    „Wie alt bist du?“ fragte er schließlich, sichtlich in dem Glauben, dass ich zu alt für eine Schülerin war.
    „624“, antwortete ich wahrheitsgetreu, doch er glaube mir wie erwartet nicht.
    „Es ist nicht klug mich an der Nase herumzuführen“, flüsterte er.
    „Es ist nicht klug mich anzufassen, ohne zu fragen“, zischte ich zurück und griff nach dem Handgelenk, dessen Hand mir gerade durch die Haare streichen wollte. Dann drehte ich mich unter seinen Arm hindurch, sodass ich ihm wieder gegenüberstand. Meine Hand löste sich von seinem Handgelenk, doch er griff nun nach meiner Hand und zog mich sacht auf die Tanzfläche. Zuerst war ich nicht sicher, dann gab ich ihm nach.
    Unser Tanz hatte mehr von einem Kampf. Die Musik spiegelte die Aggressivität unserer Blicke wieder. Dennoch machte es mir Spaß und ihm ganz offensichtlich auch. Er war ein guter Tänzer, sehr viel impulsiver und männlicher, als Regulus.
    „So tanzen siebzehnjährige Schulmädchen in der Regel nicht“, stellte er fest und zog mich in einer Drehung zu sich.
    „Ach und was würde ein siebzehnjähriges Schulmädchen deiner Meinung nach sonst tun?“ flüsterte ich.
    „Nach diesem Tanz würde es mich um einen Drink bitten.“
    „Doch leider bin ich kein siebzehnjähriges Schulmädchen“, lächelte ich.
    „Verrate mir dein Geheimnis, kleine Hexe“, zischte er nur wenige Zentimeter trennten nun unsere Gesichter voneinander.
    Ah deshalb sein Sinneswandel. Er war nicht plötzlich nett zu mir, weil er mich mochte, sondern um mich um den Finger zu wickeln, überlegte ich.
    „Jede Wahrheit hat ihren Preis. Und meiner ist zu hoch, als dass du ihn zahlen könntest“, lachte ich und strich ihm mit den eisigen Fingern über die Wange.
    Er erschauderte unter der Berührung.
    „Man braucht schon mehr als ein Streichholz, um die Nacht zu erhellen“, meinte ich und löste mich von ihm.
    Dann trat ich einen Schritt zurück und wandte mich um. Ich wusste, dass er mir nicht folgte und so durchschritt ich dir Halle.
    Doch plötzlich entdeckte ich Lily, die alleine die Halle verließ. Sofort hastete ich ihr hinterher.
    „Alira“, rief plötzlich Regulus.
    „Oh Mist“, rutschte es mir leise heraus, doch er schien es nicht gehört zu haben.
    Ich drehte mich zu ihm um.
    „Was wollte er?“
    „Sie suchen hier nach neuen Todessern.“
    „Ich weiß, meine Cousine hat bereits von dieser dunklen Macht geschwärmt“, meinte er.
    „Wie stehst du zur schwarzen Magie?“ fragte ich plötzlich.
    „Alira! Du weißt ich könnte nie jemandem weh tun!“
    „Ich weiß, doch kenne ich Toms Geheimnis. Ich kann es nicht preisgeben, doch wenn man ihm nahe kommt, dann kann man herausfinden, wie er zu töten ist“, flüsterte ich.
    „Gut, dann werde ich das tun.“
    „Nein! Das ist eine viel zu große Gefahr! Wenn er es merkt, bringt er dich um!“
    „Machst du dir etwa Sorgen um mich?“
    „Du bist mir wichtig, Regulus und es ist meine Schuld, dass Tom so mächtig ist! Also muss ich das auch wieder hinbiegen“, entgegnete ich.
    „Aber das musst du nicht alleine schaffen“, sagte der junge Black aufrichtig und legte mir beide Hände auf die Schultern.
    „Du bist hier nicht alleine. Vertrau mir.“
    „Danke, Regulus, aber ich bitte dich, halte dich da raus! Ich will nicht dass dir etwas geschieht!“
    „Komm her. Ich denke du solltest schlafen gehen. Es ist schon spät“, er zog mich kurz an sich. um mich dann loszulassen und an der Hand zu nehmen.
    Er hatte Recht. Dumbledore hatte die Lage im Griff und wenn etwas war, würde er mich rufen. Zwar brauchte ich keinen Schlaf, doch wollte etwas in mir weit weg von diesem Raum. Ob es das viele Blut, oder der Tanz mit Scabior war wusste ich nicht.
    Den Weg in die Kerkerräume legten wir schweigend zurück. Als wir vor dem Eingang meines Zimmers ankamen blieben wir stehen.
    Regulus sah mich lange an, dann strich er mir durch die Haare und küsste mich sanft auf die Stirn.
    „Ich weiß, dass du mich nicht liebst. Tief in mir habe ich es bis heute Abend nicht wahrhaben wollen und aufgeben werde ich nie. Dennoch akzeptiere ich das und wünsche mir, dass unsere Freundschaft trotzdem bestehen bleibt“, murmelte er zu meiner großen Überraschung.
    „Bitte glaube mir, dass du mir unglaublich wichtig bist, doch als Vampir weiß ich auch, dass ich dir nicht das geben kann, was du dir erhoffst. Wir sind anders als die Menschen. Wir lieben und hassen anders als die Menschen. Du bist ein wundervoller, starker und mutiger Mann. Ich bin sehr stolz darauf dich einen Freund nennen zu dürfen und ich hoffe, dass du irgendwann die eine findest“, flüsterte ich und küsste ihn sacht auf die Wange.

    Ich lag auf meinem Bett in Gedanken immer noch bei Regulus.
    Es war richtig gewesen. Er war zwar unglaublich, doch er würde mich nicht halten können, da war ich sicher. Regulus war viel zu zerbrechlich und sanft, er würde sich in meiner Welt selbst verlieren. Doch würde er sicherlich einen guten Vampir abgeben. Dennoch war ich erleichtert. Ich hatte richtig entschieden.
    Doch noch ein anderer Mann strich durch meine Gedanken, wenn auch auf eine andere Weise. Ich war Scabior sehr nahe gekommen, ein kluger Magier würde sich sofort daran machen meine Vergangenheit zu durchforsten. Da war ich sicher.

    Die Nacht blieb ruhig. Auch als ich einen Kontrollgang durchführte, fand ich keine zurückgebliebenen Todesser. Auch sonst waren nur noch wenige Schüler in der großen Halle und tanzten. In ihren Gesichtern spiegelte sich selige Ruhe und Unschuld wieder. Traurig sah ich durch sie hindurch. Einst war ich wie sie gewesen. Rein und unschuldig. Dann hatte ich Marius getroffen. Er war so wunderschön gewesen, hatte mich umworben und schon bald war ich ihm verfallen. Doch er fand mehr gefallen an mir, als bloß eine Mahlzeit. Ich faszinierte ihn und er wollte mich als seine Gefährtin. Unsere Liebe währte bis zu dem Tag, an dem er herausfand, dass ich eine Hexe war. Von jenem Moment an wurde ich von den Meinen verstoßen und gefürchtet. Marius versuchte zwar anfangs zu mir zu stehen, doch er war nicht stark genug.
    Unter den Menschen konnte ich nur im Verborgenen leben, da sie mich ebenso verstießen, wenn sie meine untote Seite erblickten. Nur wenige Zauberer hatten den Schneid mich trotzdem zu respektieren. Darunter vor allem meine Familie, sowie die Dumbledores und seit neustem auch der jüngste Black. Er schien mich sogar so lieben zu können. Dennoch wusste ich, dass ich ihn nicht zu meinem unsterblichen Gefährten machen konnte. Vielleicht war es auch die Angst, dass er mich verlassen könnte, sobald meine vampirische Anziehung nicht mehr auf ihn wirkte.
    „Ms. Lestrange? Amüsieren sie sich gut?“
    „Natürlich Professor Dumbledore“, antwortete ich förmlich.
    Der grauhaarige Mann hatte tiefe Sorgenfalten im Gesicht.
    „Ich denke, dass sich in der Schule nur noch Schulinterne Personen befinden“, flüsterte er.
    „Ja, doch ich denke ich werde Slytherin noch einmal durch die Gemälde der Schule schicken. Die Waschräume nehme ich mir persönlich vor. Bleibt bloß die Eulerei.“
    „Die kann ich übernehmen.“
    „Gut, aber du musst unbedingt auch überprüfen, ob sie sich durch Magie verbergen“, zischte ich leise.
    „Alira. Auch wenn es nicht so scheint, ich habe inzwischen auch etwas an Lebenserfahrung dazu gewonnen“, lächelte er.
    „Entschuldige“, gab ich leicht beschämt zurück.
    Er nickte und ich machte mich auf den Weg.
    Ich trat vor das Gemälde einer alten, buckligen Hexe.
    „Was willst du noch, geh ins Bett lästige Göre!“ schimpfte sie.
    „Nun mal ruhig Blut. Ich bitte dich mir Salazar Slytherin zu bringen. Sag ihm es sei sehr wichtig“, meinte ich höflich.
    Sie murrte nur, zog aber ab, da sie offenbar glaubte Slytherin würde mich erbost zurecht weisen, wenn ich ihn zu dieser Stunde noch wecken ließ.
    Nur wenige Minuten später tauchte das Abbild des jungen Schulgründers in dem Rahmen auf.
    „Das freche Ding hat dich rufen lassen... wie einen Hund. Hat wohl nicht mehr alle beisammen“, hetzte die Hexe.
    Slytherin, der mich im fahlen Schein erkannte, gebot ihr zu schweigen und schenkte mir ein erfreutes Lächeln.
    „Was kann ich für dich tun, Liebes“, grinste er freundlich.
    Leicht triumphierend sah ich die Hexe an, die sich schmollend verzog.
    „Ich benötige deine Hilfe. Es ist spät ich weiß, doch an diesem Abend waren jede Menge Menschen im Schloss, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Todesser, Ministeriumsleute und jegliche andere Zivilisten. Meine Bitte ist simpel, jedoch sehr viel verlangt: bitte durchsuche die Gänge und Räume, in denen sich Gemälde befinden nach unerwünschten Zurückgebliebnen. Und melde sie mir“, ich sah ihn bittend an.
    „Natürlich. Du hast mich seit Jahren um keinen Gefallen mehr gebeten, da kann ich doch diesen einen nicht ausschlagen. Ich werde mal sehen, ob ich Godric und die anderen dafür begeistert kriege auch zu helfen. Dann sind wir bestimmt schneller fertig“, entgegnete das Gemälde schmeichelnd.
    Manchmal wünschte ich mir ich hätte den echten Slytherin so kennen gelernt. Ich verstand mich so gut mit ihm und er war ein wahrer Freund.
    Als ich das erste Bad betrat, fühlte ich mich mir einen Schlag furchtbar einsam. Ich wusste nicht woran es lag, dennoch machte ich mich zügig daran den Raum zu überprüfen.
    „Homenum revelio!“ dieser Zauber offenbarte jede Person, die sich in meiner Nähe befand. Dennoch zeigte sich keine Reaktion.
    Dann versiegelte ich den Raum mit einigen alten ägyptischen Zaubersprüchen für Unbefugte. Zwar waren diese Zauber seit langer Zeit in Vergessenheit geraten, dennoch waren sie mächtig und standhaft. Man hatte sie vor knapp 600 Jahren verboten, da ihre Anwendung fatale Folgen haben kann, wenn sie ihr Meister nicht richtig beherrscht.
    Diese Prozedur wiederholte ich bei knapp zehn Bädern, als mich plötzlich ein Gemälde ansprach. Es war Godric.
    „Wir haben zwei gefunden. Sie verstecken sich in der Bibliothek in der Verbotenen Abteilung“, zischte er.
    „Danke. Ich bin schon auf dem Weg..“
    „Und noch was.“
    „Ja?“
    „Der junge Black steht ganz allein auf dem Astronomieturm. Er sieht nicht glücklich aus. Ihr seid doch befreundet?“
    Ich antwortete nicht, sondern rannte los. Binnen weniger Minuten hatte ich die Verbotene Abteilung erreicht. Es brannte eine kleine Laterne. Doch sie erhellte immer den Eingang dieses Bibliothekabschnitts. Ich wusste nicht, auf was ich treffen würde, also beschloss ich mir einen Vorteil zu verschaffen.
    Ein Wink meiner Hand ließ das Licht erlöschen und auch die nächtliche Bibliotheksbeleuchtung erstarb. Nun war es vollkommen dunkel. So konnten sie mich nicht sehen, doch ich erkannte messerscharf jeden Umriss.
    Vorsichtig öffnete ich das Schloss der Gittertür, welche die Verbotene Abteilung vor Schüleraugen schützte.
    Dann huschte ich hinein und verriegelte die Tür mit einigen Schutzzaubern. Schließlich wollte ich nicht, dass die Party zu schnell endete.
    Das Blut meiner „Gäste“ raste schnell und ich spürte ihre Anwesenheit deutlich. Sie standen hinter einem gigantischen Regal.
    „Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir die ganzen Schlammblüter schon auf der Feier erledigt“, zischte eine weibliche Stimme.
    „Sei nicht töricht Bellatrix. Wir sind bloß hier um ein wenig zu spionieren. Wenn dir das nicht passt, dann geh“, meinte ein Mann ruhig.
    „Du Feigling“, gab sie zurück.
    Oh Familie, dachte ich, als ich die Frau erkannte. Es war Bellatrix Lestrange. Zwar nicht im Blute mit mir verwandt, doch hatte sie einen späten Nachfahren meines Bruders geheiratet. Bellatrix war in meinen Augen der größte Schandfleck meiner Familie. Sie war unzivilisiert und dumm. Dennoch war sie auf Grund ihrer Bösartigkeit und Skrupellosigkeit nicht zu unterschätzen.
    Ich war auf ihrer und Rodolphus' Hochzeit gewesen, hatte mich jedoch stark im Hintergrund gehalten. Rabastan, Rodolphus' Bruder, war der einzige gewesen, mit dem ich kurz gesprochen hatte. Auch er war vollkommen verkommen. Seine Seele war mindestens genauso schwarz, wie meine. Mit dem Unterschied, dass meine die einer Untoten war.
    Der Mann, der sich neben Bellatrix an das Regal lehnte war groß und weißblond. Sein Blick war kühl und abschätzend. Beide hielten sie ihre Zauberstäbe fest umklammert.
    „Guten Abend“, sagte ich ruhig. Die Magier fuhren erschrocken zusammen.
    Hektisch schickte Bellatrix einen Todesfluch in die Richtung, aus der meine Stimme gekommen war, doch ich stand bereits dicht hinter ihrem Begleiter.
    „Es ist unhöflich sich zu verstecken und spionieren zu wollen“, flüsterte ich ihm ins Ohr und ich spürte wie ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken lief.
    Meine Augen glühten rot und als Bellatrix das sah erschrak sie.
    „Herr?“ fragte sie, wahrscheinlich glaubte sie ihren Lord zu sehen.
    Gellend lachte ich auf und stand ihr plötzlich gegenüber.
    Sie wollte mir ihren Zauberstab ins Gesicht richten, doch der Hexer hinter mir war schneller. Er schleuderte mir einen Todesfluch in den Rücken. Aber entgegen seiner Erwartung brach ich nicht zusammen. Warum auch, ich war ja schon tot.
    „Geht solange ihr noch könnt“, zischte ich. Beide rannten los, als sich meine weißen langen und eiskalten Finger nach ihnen ausstreckten.
    Doch als sie die verbarrikadierte Gittertür erreichten wurde aus Angst Panik.
    „Bellatrix!“ sie wirbelte herum.
    „Lass dich hier nie wieder blicken!“, dann trat ich an sie heran und flüsterte nur für sie hörbar „du hast den Namen meiner Familie besudelt!“
    dann griff ich nach ihren Handgelenk und nach dem ihres Partners. Schützte beide mit einem alten Zauber und disapperierte.
    Heftig schlugen wir vor dem Anwesen der Familie Black auf und ich ließ beide fallen.
    Die Straßenlaterne ließ ein fahles Licht auf mich fallen, doch beide erkannten mich nur als Scheme.
    Ihr Puls raste.
    „Wer seid Ihr“, fragte Bellatrix unterwürfig. Das war so typisch für sie. Wenn sie Angst hatte versuchte sie sich auf die Seite ihres Peinigers zu schlagen. Angewidert wandte ich mich ab.
    „Das ist für dich nicht wichtig. Doch sollte es für dich wichtig sein, dass ich weiß wer du bist, kleine Black!“
    Dann löste ich mich in schwarzem Rauch auf und verschwand.
    Zurück im Schloss lief ich in den Astronomieturm. Aus den Gedanken des Zauberers hatte ich entnommen, dass sie die einzigen gewesen waren. Somit war meine Arbeit hier getan.

    Regungslos stand ich eine ganze Weile einige Schritte hinter Regulus.
    „Wie war es als du Sirius heute Abend mit diesem Mädchen gesehen hast?“ wollte er plötzlich wissen.
    „Es war genau so“, meinte ich und trat neben ihn ans Fenster.
    Der Wind strich mir zärtlich durchs Haar und umspielte eiskalt mein Gesicht.
    Ohne zu überlegen griff ich nach seiner Hand. Er wich nicht zurück, sondern lehnte zögerlich seinen Kopf an meine Schulter.
    „Warum bist du hier“, fragte er nach einer Weile.
    „Weißt du ich habe viele Menschen gesehen. Sie tun Dinge impulsiv und unüberlegt. Ich verurteile dich nicht für deine Gefühle.“
    „Aber ich weiß, dass ich nicht gut genug für dich bin“, flüsterte er den Tränen nahe.
    „Das ist nicht wahr, es ist nur so, dass ich Angst habe.“
    „ Wovor musst du dich denn fürchten?“
    „Glaub mir das geht. Nur weil ich unsterblich bin, bin ich noch lange nicht perfekt“, seufzte ich.

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1376561551
Auge der Seelen- Teil 3
Auge der Seelen- Teil 3
Dies ist der dritte Teil der Geschichte um Alira Lestrange. ich hoffe es gefällt euch und ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen... und über eine kleine Einschätzung: wem könnte sie letztendlich ihre liebe schenken? Regulus Black, Sirius Bl...
http://www.testedich.de/quiz32/quiz/1376561551/Auge-der-Seelen-Teil-3
http://www.testedich.de/quiz32/picture/pic_1376561551_1.gif
2013-08-15
402D
Harry Potter

Kommentare (66)

autorenew

Hündchen ( von: DaDa Star)
vor 23 Tagen
So was tolless habe ich nich nie gelesen!
♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡♥♡

LG Hündchen
JoyEggli ( von: JoyEggli)
vor 243 Tagen
Bitte schreib weiter! Nice!

Ps: Es wäre voooll lieb, wenn ihr mal hier
vorbei schauen würdet. Thx...

http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1473280183/Sirius-Black-und-ich
Fiona Granger (41543)
vor 261 Tagen
Bitte schreib schnell weiter! 🙏🏻
Forever Here (91543)
vor 358 Tagen
Biiiiiiittttttteeeee schreib weiter!
Ich finde diese Fan Fiktion sehr cool und auch berührend !!!
Annabeth de Villiers (77587)
vor 382 Tagen
Bitte schreib weiter ich finde es super ich habe noch nie so etwas schönes und bewegendes gelesen und habe echt heulen müssen obwohl ich eigentlich nicht so der Gefühls Typ bin.
sarana (31112)
vor 385 Tagen
Schreib weiter!!!! Biiiiittteeeeee....
LilyPotter (39077)
vor 440 Tagen
Es ist gerade soooooooo spannend!!!!
Bitte schreib weiter.
Glg LilyPotter
Laila Malfoy (78872)
vor 490 Tagen
Ich habe noch niieee so ne gute Geschichte gelesen 😍!
Kleiner Tipp: Werde Autorin!!!!!😍😍😍
Wann kommt die nächste 😍!
Jasi (75550)
vor 491 Tagen
Meiner Meinung nach solltest du mal über eine Kariere als Autor nachdenken!!
Du hast aufjedenfall das zeug dazu :-*
Jasi (69199)
vor 491 Tagen
Du hast echt einen coolen Schribstil der sehr angenehm ist
Die Geschichte ist auch Wunderschön
Schreib bitte weiter

Lg. Jasi
Cool (53068)
vor 530 Tagen
OMG, das ist sooooooooooooooooooooo... Schön. Du musst unbedingt weiterschreiben.
GLG.
Cool
Traumtänzerin (71681)
vor 560 Tagen
Vielen lieben Dank für eure Kommentare! Die Geschichte ist tatsächlich schon in Arbeit und sollte bis Ostern komplett fertig sein, dann gibt es alles auf einmal 😊
Liebe Grüße und bleibt wach
Eure Traumtänzerin
Meni (81808)
vor 573 Tagen
Wie cool du musst unbedingt weiterschreiben du hast es total drauf und das Zeug zur Autorin deine Geschichten sind einfach Hammer Traumtänzerin;):);-)

WOW
Cat x (11686)
vor 579 Tagen
Liebe Traumtänzerin! Ich finde dein Geachichten WUNDERVOLL und bitte dich, weiterzuschreiben.achbittr weiter!
PS: tut .ir Leid das ich mich so ausdrücke, aber wir haben seit einem halben Jahr Briefe verfassen in Deutsch:'(
Miss Phantasia (83090)
vor 611 Tagen
Genial !!!!!
Deine Ideen sind wirklich großartig und als sie den Schülern ihre Geschichte mit dem Tod von ihrem Geliebten erzählt hat hab ich total geheult !
Du musst umbedingt weiter solche Geschichten schreiben !
Dracoretta malfoy (00662)
vor 612 Tagen
du hast das Zeug zur Autorin toll wann geht die Geschichte endlich weiter
Die verrückte XD (39705)
vor 648 Tagen
Wow hab die ff zu ende gelesen und ich kann nur eins sagen DER WAHNSINN du hast so ultra talent und glaub mir ich spreche aus erfahrung bin ein rieeesssseeeeeennnnnnn fan!!! Freu mich riesig auf die nächsten teiek hoffe die kommen bald!!!
Bis irgendwann dann eure verrückte XD
CeCePc (68174)
vor 740 Tagen
Wow du schteibst echt gut ! Kommt noch ein näster Teil ? Ich finde die Ideen echt gut ;)
LG deine CeCePc
sirius fan (37282)
vor 794 Tagen
Geeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiil!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!
Mirja11 (22383)
vor 800 Tagen
Wow, wow, wow!
Mehr kann man dazu einfach nicht sagen!
Einfach nur WOW!!!