Auge der Seelen- Teil 2

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1 Kapitel - 9.219 Wörter - Erstellt von: Traumtänzer - Aktualisiert am: 2013-08-15 - Entwickelt am: - 5.143 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.5 von 5.0 - 8 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hogwarts zur Zeit der Rumtreiber. Der erste Kampf gegen Voldemort und die Geschichte einer jungen Frau, die als Untote für das Leben ihrer Freunde eintritt. Sie nimmt Rache an einem Mann, der einst als Tom Riddle in ihr Leben trat und an dessen Macht sie sich selbst die Schuld gibt.
Lasst euch mitnehmen auf eine Reise durch die Zeit und nach Ägypten zu alten Zaubern und magischen Welten, die längst vergessen schienen

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    Jagd Die nächsten Wochen verliefen ohne größere Ereignisse. Mein erstes Quidditchspiel dieses Schuljahres gegen Huffelpuff gewannen wir haushoch. I
    Jagd


    Die nächsten Wochen verliefen ohne größere Ereignisse. Mein erstes Quidditchspiel dieses Schuljahres gegen Huffelpuff gewannen wir haushoch. Ich traf mich fast täglich mit Severus und bald auch mit Lily und Regulus zum Lernen. In all der Zeit hatte ich kein Wort mit James, Sirius oder Peter gewechselt, nur Remus hatte irgendwann einmal gesagt, dass es ihm leid tue, er fände mich eigentlich ganz nett. Ich hatte nur traurig lächeln können und er hatte mir kurz die Hand auf den Arm gelegt und war dann davon gelaufen, als hätte er eine Art Blutsverrat begangen.
    Auch hatte ich mich viel mit Slytherin unterhalten, der sich nun die meiste Zeit des Tages in dem Gemälde, das in meinem Zimmer war, aufzuhalten schien. Die meisten Abende verbrachte ich jedoch alleine und nur meist nur in Begleitung meines Paradiesvogels. Hin und wieder besuchte mich Regulus und ich spürte, dass er sich gerne in meiner Nähe aufhielt, doch schien er ganz im Gegensatz zu seinem Bruder nicht ganz so gesprächig zu sein. Trotzdem bemühte er sich um mich und war auf seine ganz eigene Weise ein undurchschaubarer, aber angenehmer Zeitgenosse.
    Diesen Samstag fand allerdings das von allen lang ersehnte Quidditchspiel zwischen Griffindor und Slytherin statt.
    Ich war schon sehr früh am Spielfeld. Es war, wie an dem Tag, als ich zum ersten Mal in diesem winzigen Raum stand. Die Nervosität, bevor sich die Tore öffneten und die beiden Mannschaften hinaus aufs Spielfeld schossen. Die anderen Slytherinspieler standen dicht bei mir und schienen sich ähnlich zu fühlen, wie ich. Draußen tobte bereits die Menge und ich spürte das Herzrasen der Menschen um mich herum. Als mit einem lauten Knall die Tore aufflogen stieß ich mich vom Boden ab und folgte Marta an der Spitze unserer V- Formation, die über das Spielfeld jagte. Vorbei an jubelnden Slytherins und applaudierenden Lehrern. Angriffslustig lachte Regulus auf dem Besen, der mit meinem auf einer Höhe flog.

    Dann entdeckte ich James, er war ebenfalls ein Jäger und an gleicher Stelle, wie ich in der Formation. Als wir uns gegenüber waren funkelte er mich an, doch ich schüttelte nur traurig den Kopf. Für einen kurzen Moment entdeckte ich Verwirrung in seiner Miene, doch dann warf Madam Hooch, die Quidditchlehrerin, den Quaffel in die Höhe, ließ die Klatscher frei, ebenso, wie den goldenen Schnatz.
    Blitzschnell schoss ich auf den roten Quaffel zu. Einen Wimpernschlag vor James hatte ich den Ball erreicht und schnappte mit weißen Fingern danach. Ohne zu zögern tauchte ich unter meinem Gegenspieler hindurch. Kurz darauf spürte ich den Luftzug eines Klatschers und riss meinen Besen hoch, gerade noch rechtzeitig. Der magische und höchst aggressive Ball schoss an meinem linken Knöchel nur um eine Haaresbreite vorbei. Ich schnellte über das Feld. Nicht lange, da spürte ich die gegnerische Verfolgung im Nacken. Doch bevor sie mich erreichten gerieten sie ins Visier der Treiber, meiner Mannschaft.
    Nach dem ersten Slytherintor schienen auch die beiden anderen Jäger wach zu werden, sie folgten mir und erzielten durch meine Vorlagen selbst einige hervorragende Punkte. Doch dann geriet der Quaffel in James' Hände. Angriffslustig sah ich ihn an. Zu meiner großen Überraschung, ließ er sich auf die Herausforderung ein und flog geradewegs in die entgegengesetzte Richtung davon. Jeder kluge Spieler auf diesem Feld, hätte sich direkt auf den Weg zu den Torstangen gemacht, doch James wollte anscheinend beweisen, dass er besser war, als ich. Ich lächelte, das war er nicht.
    Laut lachend schoss ich ihm hinterher. Kurz darauf hatte ich ihn eingeholt.
    „Na, Lust auf ein kleines Spielchen?“ rief ich ihm zu.
    „Ich spiele nicht mit Schlangen“, entgegnete er kalt.
    „Das klingt stark nach Angst“, höhnte ich.
    „Pah, ich weiß nur, dass ihr das Wort Fairness nicht gerade groß schreibt!“
    „Doch tun wir, es ist ein Substantiv!“ Lachte ich und auch über sein Gesicht huschte ein Grinsen.
    „Also, was willst du spielen?“
    „Ich spiele nicht, ich gewinne“, meinte ich und schnappte dem abgelenkten Gegenspieler den Ball weg, legte eine Vollbremsung hin und schoss auf die Torstangen der Griffindors zu.
    Nach diesem Tor hielt ich mich bedeckter und trat nur noch in Erscheinung, wenn mein Team den Ball verloren, oder einer der Jäger von einem Klatscher getroffen wurde. James hingegen lief zu Höchstformen auf, er schien sichtlich gekränkt zu sein.
    Ich legte einige Kunststückchen an den Tag, während die Griffindors vergeblich versuchten an mir vorbeizukommen. Immer wieder hofften sie rechts, oder links an mir vorbei zu den Torstangen zu gelangen, doch zu des Hüters großer Freude, gelang dies keinem. Auch nicht, als sie begannen mich mit Klatschern zu beschießen. Ich lachte nur, wich jedem der gefährlichen Geschosse gekonnt aus. Irgendwann begann ich mich zu fragen, was wohl mit einem Klatscher passieren würde, wenn er auf meine steinharte Vampirhaut traf. Es würde mich auf alle Fälle verraten, das stand fest. Also griff ich erneut an, dieses ewige Ausgeweiche langweilte mich gewaltig. Wie ein Pfeil suchte ich die Höhe, um mich dann wie ein Adler im Sturzflug auf den Quaffel zu stürzen, den die Griffindors nach meinem Verschwinden auf einen Torringe zugefeuert hatten. Mich um die Eigene Achse drehend sauste ich auf den roten Ball zu. Mit einer einzigen fließenden Bewegung schloss ich die Finger darum, riss meinen Besen in die Waagerechte und schoss auf den Hüter des gegnerischen Teams zu. Ein Klatscher sauste auf mich zu und ich ließ mich unter meinen Besen rutschen, sodass das Geschoss mich verfehlte. Aus dem Augenwinkel sah ich die rot- goldenen Umhänge der Griffindors. Lachend beschleunigte ich und tauchte unter einem Gegner hindurch, der sich mir in den Weg stellte. Mit einem einzigen gezielten Wurf schickte ich den Quaffel zu Regulus, der nach dem Schnatz suchend neben dem obersten Torring der Griffindors kreiste. Damit hatte keiner gerechnet und doch reagierte der grün-silberne Slytherin sofort. Ohne zu zögern warf er den ihm zu gespielten Ball durch den vor ihm liegenden Torring.
    In diesem Moment erklang ein mir bekanntes Signal: der Schnatz war gefangen worden. Ganz offensichtlich nicht von unserem Sucher, doch trotzdem tobte das Haus Salazars. Es stand 210 zu 200 für Slytherin! Jubelnd drehte das Siegerteam eine Ehrenrunde. Der dunkelgrüne Umhang Martas wehte vor mir. Sie schrie, jubilierte und das Lachen meiner Mitspieler hallte in meinen Ohren. Ich lachte auch und sah mich zu den Spielern, die hinter mir flogen um. Alle waren sie überglücklich und winkten dem Publikum begeistert zu.
    Die Euphorie hielt weiter an, auch als wir in der Umkleide waren schnatterten alle fröhlich weiter. Marta drückte mich kurz an sich und schrei glücklich, auch die anderen fielen mir einer nach dem anderen um den Hals und dann einander. Nur Regulus hielt sich zurück und nickte mir mit einem unglaublichen Lächeln in einer etwas altmodischen Verbeugung zu.
    Da ich Angst hatte, es würde im Gemeinschaftsraum so weitergehen, schlich ich mich mit dem Vorwand auf Klo zu müssen, davon.
    In meinem Hals saß ein dicker Kloß, James hatte mich eine Schlange genannt und ich war mir sicher, dass er das nicht nur auf die Slytherins bezogen hatte.
    Mein zielloses Herumirren führte mich schließlich auf den Astronomieturm. Dort, an der höchsten Stelle des Schlosses, wehte mir der kalte Wind ins Gesicht. Ich öffnete das Fenster und setzte mich auf den Sims davor. Gedankenverloren starrte ich in das Dunkel. Vor einer gefühlten Ewigkeit war ich einmal aus Spaß von hier oben in die Tiefe gesprungen, nur um zu sehen, was geschehen würde. Für einen Moment spielte ich mit dem Gedanken erneut zu springen.
    „Man sollte doch meinen, du wärst auf dem Fest deines Hauses“, vernahm ich eine Stimme hinter mir.
    „Nein Remus, das ist nichts für mich. Ich liebe dieses Spiel und ich bin gut darin, doch kann ich mit diesem Vergöttern für einen Tag nichts anfangen“, entgegnete ich und beobachtete aus dem Augenwinkel, wie der Werwolf sich neben mir an die Wand lehnte.
    „Was ist geschehen, ich habe dich außer beim Quidditch nicht mehr lachen sehen, seit wir das letzte Mal mit einander sprachen?“ Fragte er vorsichtig.
    „Es hat sich etwas in mir verändert. Ich kann es nicht beschreiben, doch ich weiß, dass an meinem ersten Schultag ausgelöst wurde. Gespürt habe ich es seit dem nicht mehr, es ist als müsste meine Seele zerspringen“, gab ich zögernd zu.
    „Hast du denn etwas verloren, dass du so schnell gefunden hast?“ ich wusste was er meinte, auch wenn er sich sehr vorsichtig ausgedrückt hatte. Er meinte wohl, ich hätte mich sehr schnell, viel zu schnell an etwas gebunden.
    „Nein, es war ein Gefühl, dass ich seit einer sehr, sehr langen Zeit nicht mehr gefühlt hatte. lange habe ich es nicht gebraucht, doch jetzt wo es da war und nun wieder fehlt ist es als würde mich diese Leere zerstören.“
    Vorsichtig spürte ich ihn sich von der Wand lösen und mir nähren. Zögernd legte er mir seinen Arm um die Schulter und trotz seines Hundegestanks legte ich den Kopf dankend auf seine Brust. Einen Moment war ich nur dankbar. Er hatte nichts gesagt, mir nur einfach das gegeben, dass ich schon ewig nicht mehr bekommen hatte, eine ganz ungezwungene Zuwendung, die nichts, rein gar nichts mir einem romantischen Gefühl zu tun hatte.
    „Warum tust du das? Und das obwohl James mich zu hassen schient und du mich so gut, wie gar nicht kennst“, fragte ich schließlich.
    „Ich weiß nicht, was es ist, doch ich weiß, dass du mir in irgendeiner Weise ähnlich bist. Du weißt von meiner „Krankheit“, ich spüre es. Du bist kein Werwolf, doch du bist meiner „Welt“ nicht fern. Ich kenne das Gefühl, der Einsamkeit, die Last eines solchen Geheimnisses, doch ich weiß wie gut es tat, als mich jemand, trotzdem akzeptierte. James, Sirius und Peter sind für mich zum Animagus geworden, nur um auch bei mir zu sein, wenn der Vollmond nach mir greift“, meinte er ruhig. Er war zwar das Wesen, gegen das ich als Vampir eigentlich starke Abscheu und Hass empfinden sollte, doch Remus verstand mich wirklich.
    Noch eine Weile spürte ich sein Herz unter meinem Ohr schlagen, dann löste ich mich.
    „Und noch was, keiner von uns hasst dich. Sagen wir nur, du bist sehr dominant und so ganz anders, als die anderen Hexen hier. Du bist die erste Slytherin, die es in unseren Kreis geschafft hat“, lachte Remus leise.
    „Danke. Achso ich werde dir MEIN Geheimnis nicht verraten, aber...“, ich schwang die Beine auf die andere Seite des Fensters und stieß mich ab. Ich hörte noch Remus' Schrei, bevor ich durch die kalte Luft immer tiefer auf den Boden zuschoss.
    Er würde es wissen, doch was machte das schon? Er war ein Werwolf, ebenso wie ich ein Wesen der Nacht... und vielleicht ein Freund...

    Ich benötigte keinen Schlaf, doch hatte ich doch die gesamte restliche Nacht in meinem Bett verbracht. Nach dem ich „gefrühstückt“ hatte, machte ich mich auf den Weg in die große Halle. Es war Sonntagmorgen und die Meisten schliefen noch. Nachdem ich kein bekanntes Gesicht erblickte entschied ich mich ein wenig über die Ländereien und vielleicht noch nach Hogsmeade, Großbritanniens einzigem nur von Zauberern bewohntem Ort, zu schlendern.
    Es war zwar erst November, doch hier in Schottland schneite es bereits zu dieser Zeit.
    Hogwarts Ländereien lagen majestätisch vor mir. Funkelnde Schneeflocken tanzten um mich herum und vereinzelt konnte ich kleine Gnome mit bunten Zipfelmützen aus dem Schnee herauslugen sehen.
    Über mir vernahm ich einen leisen, hellen Schrei. Ich blickte empor. Ephona kreiste über mir, um dann im Sturzflug Kurs auf meine Schulter zu nehmen. Der wunderschöne weiße Vogel landete sacht auf meinem dunkelgrünen Umhang. Sanft streichelte ich ihr über den Kopf.
    „Ich glaube, Ephona, dass das Licht langsam wieder zurückkehrt“, flüsterte ich ihr zu und sie nickte kaum merklich, als hätte sie mich verstanden.
    Dann griff ich in die Tasche und zog eine Hand voll Nüsse heraus. Gierig stürzte sich der sonst so anmutige, weiße Vogel darauf. Ein Ephonas ähnlicher Schrei ertönte. Diesmal stammte er von einem goldenen Phönix, der über uns hinwegflog. Ich erkannte das wundervolle Tier sofort, es war Fawkes, Dumbledors tierischer Begleiter. Wenn Fawkes so tief flog, konnte Dumbledore nicht weit sein. Suchend sah ich mich um.
    „Ob du deinem Paradiesvogel die gleichen Nüsse fütterst, die du einst immer Fawkes mitgebracht hast?“ vernahm ich die bekannte Stimme hinter mir.
    „Ja tue ich“, entgegnete ich und reichte Albus die kleinen Haselnüsse.
    Der edle Phönix sank auf die Schulter des Schulleiters, um die Leckereien aus dessen Handfläche zu picken.
    „Albus“, begann ich.
    „Ja Alira?“
    „Wie fühlte es sich an, als Gellert damals gegangen ist?“
    „Oh, ich denke mir, du weißt genau, wie sich das anfühlt, doch du musst dich Tom irgendwann stellen“, entgegnete er ruhig und wieder einmal beunruhigte er mich. Es war, als könne er meine Gedanken lesen.
    „Lass uns ein wenig gehen, dann erzähle mir, was es ist, dass dich bedrückt.“
    Wir schritten also in den Wald.
    „Ich habe längst mit Tom abgeschlossen, doch habe ich Angst davor ihn wiederzutreffen. Nicht dass er mir etwas tut, es ist mehr die Tatsache, dass ich hier in der kurzen Zeit, in der ich bereits hier bin etwas erfuhr, das mir in den letzten Jahrhunderten verwehrt war. Ich liebte und ich wurde begehrt, doch nie hatte ich.... die Worte... es ist nicht zu beschreiben...“
    „Doch, liebe Freundin, ich verstehe, was du meinst. Du willst nicht, dass er einem der Menschen, die du schätzt und die dich akzeptieren Schmerzen zufügt.“
    „Nie hatte ich solche Angst etwas zu verlieren. Ich muss einen Weg finden das bisschen Seele in seinem „Körper“ zu töten. Doch gibt es nur einen Weg dies zu tun.“
    „Du sprichst in Rätseln, was meinst du mit Stückchen Seele, auch wenn er böse ist, so besitzt er dennoch eine Seele.“
    „Nein Albus, das tut er nicht. Einmal vor langer Zeit verriet er mir sein Geheimnis, doch ließ er mich im selben Atemzug, in dem er mich küsste, den Unbrechbaren Schwur leisten. Nie werde ich es Jemandem verraten können. Es ist meine Schuld, dass mehr Menschen bis zu seinem Tode sterben müssen.“
    „Es ist nicht-“
    „Doch ist es.“
    „Dann musst du einen Weg finden ihn zu verfluchen. Wie du weißt kann selbst der mächtigste Zauberer seiner Prophezeiung nicht entkommen.“
    „Das ist wahr.“
    „Mir sind als junger Mann Geschichten eines Amuletts zu Ohren gekommen...“
    „Das sagenumwobene Amulett von Dalett, oder auch Auge der Seelen genannt.“
    „Ja, es heißt es wurde seit Ewigkeiten nicht mehr gefunden“, meinte Albus und seine blauen Augen bohrten sich in die Meinen.
    „Kennst du die ganze Legende“, wollte ich wissen.
    „Du erzähltest Gellert und mir davon, als wir dir sagten, dass wir die Heiligtümer des Todes suchen wollten.“
    „Doch ich verschwieg euch den wichtigsten Teil, den Teil in dem es darum ging unter welchen Umständen es zu finden und zu gebrauchen sei, alleine werde ich das niemals schaffen können.“
    „Du bist nicht alleine. Meine Liebe ich bin alt, doch einige Schüler deiner Klasse besitzen sehr viel überschüssige und ungenutzte Energie“, lachte Albus und auch ich musste schmunzeln. Ja ich wusste wen er meinte.
    In diesem Moment fiel mir ein, dass ich mich noch gar nicht bei ihm für meine „Versorgung“ bedankt hatte.
    „Albus, ich will nicht unhöflich sein, es war sehr aufmerksam, zuvorkommend und äußerst diskret von dir, doch dieses abgepackte Blut und hinzu kommt die fehlende Wärme, gibt mir nicht genügend Energie. Außerdem stillt es meinen Jagdtrieb nicht. Außerhalb der Schule lebe ich zwar auch überwiegend von Konserven, doch hier, wo ich ständig von Menschen umgeben bin... Ich muss gestehen, dass mich das Letzte Quidditchspiel fast die Kontrolle verlieren ließ. Es ist gefährlich, Albus. Ich bin gefährlich. Daher bitte ich dich außerhalb Hogwarts Grenzen auf lebendes umzusteigen. Eine meiner Gaben ist so zu überleben, ohne die menschliche Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.“
    „Ah, ich verstehe. Es tut mir leid, das hatte ich nicht bedacht.“
    „Ich kann dir versichern, wenige Menschen wissen, wie man einen wie mich versorgt“, lachte ich.
    „Was wohl auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass ihr in der Menschenwelt, sogar bei den Magier als ein Mythos geltet“, schmunzelte der silberbärtige Schulleiter.
    „Doch Aberforth hat es von Anfang an gewusst.“
    „Ja er erzählte mir davon, als ich ihm von meiner Angst um die Schüler erzählte. als du vor knapp drei Monaten vor mir standest traf mich fast der Schlag. Jedoch habe ich es vermutet, als ich dich bei Tom sah. Natürlich hast du dir mit Hilfe von Vielsafttrank viel Mühe gegeben es zu verbergen, doch irgendwie kamst du mir da schon bekannt vor. Du bist zu anmutig, zu erhaben für einen Menschen. Mit jedem deiner Schritte, mit jeder Geste, jedem Wimpernschlag hast du verraten, dass du unmöglich ein menschliches Wesen sein konntest.“
    „Du und Aberforth seid die einzigen Menschen, die es außer einem Teil meiner Familie wusstet, bis gestern“, fügte ich zögerlich hinzu, „seitdem weiß es ein Werwolf.“
    „Ah, Remus Lupin, ich hätte nicht gedacht, dass deine Wahl auf ihn fällt“, schmunzelte Albus.
    „Er hat es erfahren, weil er mich mehr versteht, als jeder andere hier. Es hat nichts mit romantischen Gefühlen zu tun.“
    „Nun, vielleicht übersteigt dies meine Kompetenzen, doch meinst du nicht, dass es langsam für dich an der Zeit wäre einen Gefährten zu wählen?“
    „Ich wählte ihn vor einiger Zeit, doch meine Wahl war falsch und seither habe ich beschlossen nie wieder darüber nachzudenken einem Menschen diese Macht, doch gleichzeitig auch diese Verantwortung aufzubürden.“
    „Es ist grotesk, dich hier zu sehen, so wie du vor einer Ewigkeit warst. Nur in deiner Stimme hört man Weisheit deiner Jahre“, lächelte Albus.
    Ich lachte und wie so oft spürte ich, wie alles Lebende um mich herum für einen Moment schauderte bei dem klaren Klang meiner Stimme.
    „Ja vielleicht verbringe ich deshalb so viel Zeit mit einem Bild.“
    „Oh, gut dass du mich darauf bringst, hatte ich dir gestattet das Gemälde des jungen Salazar Slytherins aus dem Westflügel zu entfernen?“
    „Ich bitte um Verzeihung, doch ist es nicht besser ein Gemälde zu stehlen, als einen Menschen in meinen Gemächern gefangen zuhalten?“
    „Du sprichst die Wahrheit, doch du hättest fragen können. Außerdem höre auf mich wie einen alten Mann zu behandeln.“
    „Aber du bist ein alter Mann, Albus“, lachte ich und er schmunzelte.
    „Über Alter, solltest du nicht so reden“, entgegnete er.
    „Wohin sollte dich dein Weg eigentlich führen, bevor du mich trafst?“
    „Oh, meine Liebe, ich wollte zu dir. Ich habe gestern Abend eine sehr informative Erfindung einiger dir sehr wohl bekannter Schüler konfisziert. Sie zeigt einem, wenn man das richtige Passwort kennt, den Grundriss der gesamten Schule und ihrer Geheimgänge. Hinzu kommt, dass sie alle Personen sowie deren derzeitigen Aufenthaltsort anzeigt. Sehr praktisch.“
    „Und dieses verzauberte Stück Pergament zeigt selbst Vampire?“
    „Nein, aber sie zeigte Sirius Black und mir war bereits vor Tagen aufgefallen, dass er dir ab und zu heimlich folgt. Dann sah ich heute auf der Karte, wie er die Schule ohne seine Freunde verließ. Damit war klar, dass du nicht fern sein konntest“, erklärte er.
    Erschrocken starrte ich ihn an: „wie kann das sein, ich habe ihn nicht gewittert?“
    „Richtig, du hast keinen Menschen wahrgenommen, aber bestimmt einen Hund?“
    „Ja, einen großen, schwarzen zottigen. Er war manchmal da, wenn ich im Wald war. Er hat irgendwann begonnen sich mir zu nähren und sich neben mir nieder zu lassen, ich habe ihn sogar des öfteren gestreichelt.“
    „Sind dir seine Gedanken nie aufgefallen!“
    „Ich lese die Gedanken der Tiere nicht, da ich es als unfair empfinde, sie sind nicht in der Lage zu versuchen die meinen zu lesen.“
    „Aber bei Muggeln findest du es richtig?“
    „Nein, aber notwendig, Menschen lügen, Tiere nicht.“
    „Da hast du Recht, aber vielleicht hättest du die Gedanken dieses Hundes besser gelesen, dann wäre dir aufgefallen, dass er ein Animagi ist.“
    „Der Hund war Sirius“, ich schüttelte den Kopf. Diesem Tier hatte ich so viel von mir preisgeben, hatte ihn mir näher kommen lassen, wie schon lange niemanden mehr. Mein Kopf hatte auf seinem Bauch geruht, während ich ihm von meinen Tagen an der Schule berichtete. Manchmal war er auch Nachts da gewesen und ich hatte ihm erzählt, was ich in den Sternen sehe. Doch zum Glück hatte ich nie von den alten Zeiten als Schüler erzählt, oder doch? Nein hatte ich sicher nicht!
    Albus sah mich besorgt an: „kennt er dein Geheimnis?“
    „Nein, doch er kennt MICH. Wäre ich nicht hier, wäre er nicht dein Schüler und wäre er kein „Freund“, wäre das Grund genug, ihn zu töten. In all den Jahren habe ich gelernt, nie viel von mir preiszugeben. Du bist einer der wenigen, da du von meiner schwarzen Seite weißt.“
    „Das erfüllt mich mit Stolz, doch du solltest mit Sirius darüber reden. Es sind bald Ferien und da dieses Jahr ein Ball zu Weihnachten stattfindet und James wahrscheinlich bleiben und Lily Evans dorthin zu führen gedenkt, wird auch der junge Mr. Black hier bleiben.“
    „Ein Ball?“
    „Findest du es altmodisch?“
    „Ganz im Gegenteil, ich finde es reizend. Denn, wie du dir sicher denken kannst, besitze ich sehr passende Gewandungen, für eine solche Angelegenheit“, lächelte ich.
    „Ich kann es mir bildlich vorstellen. Doch wie gerne ich dich schon im Voraus um einen Tanz bitten würde, muss ich bedenken, welch Aufsehen es erregen würde, wenn der Schulleiter mit einer Schülerin auf dem Ball erschient“, gluckste er, „außerdem möchte ich den jungen Herren das Spiel nicht verderben.“
    „Das mag sein, doch ich bin mir sehr sicher, dass sich Professor McGonagall sehr über eine Einladung freuen würde.“
    „Eine brillante Idee, doch nun zu dir, ich werde jetzt gehen. Du solltest ein wenig weiter gehen und deinen „Hund“ enttarnen“, grinste Albus und ging ohne ein weiteres Wort verträumt seiner Wege.
    Ein wenig enttäuscht blieb ich stehen, um dann seinem Rat zu folgen.
    Ich verließ den Wald, als eine eiskalte Böe durch meine Haare wehte. Adrenalin durchströmte meine Venen und atmete die schneidende Luft ein. Euphorisch breitete ich die Arme aus und trotze dem Schnee, der mir ins Gesicht peitschte. In diesem Moment spürte ich Leben in mir, schloss die Augen und schrie dem Wind angriffslustig entgegen.
    Ein vertrauter Geruch drang in meine Nase, es war der Hund, doch roch er nicht nach Hund, sondern nach Mensch. Sirius war als Mensch zu mir gekommen! Wollte er sein Spiel beenden?
    Langsam hob ich die Lieder. Ich wusste, dass mir der schwarzhaarige Junge gegenüber stand. Als ich ihm in die eisblauen Augen sah, hob sich sein linker Mundwinkel. Noch einige Herzschläge ruhte sein Blick auf meinen schwarzen Vampiraugen. Dann regte ich mich und schritt langsam und bedacht auf ihn zu. Ich merkte, dass er Angst hatte. Doch es schien nicht eine Angst vor mir, sondern vor meiner Nähe zu sein. Der Wind wirbelte seine glatten, pechschwarzen Haare durcheinander und der rot- goldene Griffindorschal glitt ihm leicht von der Schulter. Die Arme hatte er vor der Brust verschränkt, fast so, als wolle er verhindern, dass mich seine Hände berührten.
    „Ich dachte immer, das Verfolgen von Anderen ist auch in Kreisen der Löwen eine Unsitte“, feixte ich, als mich nur noch knapp ein Meter von ihm trennte.
    Sein linker Mundwinkel zuckte noch ein wenig höher.
    „Ich dachte immer, das Verzaubern von Anderen ist auch in den Kreisen der Schlangen eine Unsitte“, konterte er.
    „Keine Magie verwendete ich auf dich.“
    „Dann steht es wohl im Zweifel, für die Angeklagte.“
    „Doch du bist schuldig“, lachte ich.
    „Mag sein, doch vielleicht ist es auch bloß Zufall“, entgegnete er und ich spürte, wie er versuchte überlegen zu klingen.
    „Ach und wohin, sollte dich dein Weg dann führen?“
    „Zurück nach Hogwarts, zu meinem Frühstück.“
    „Das klingt einleuchtend“, gab ich gespielt geschlagen zu.
    „Ich hoffe, du begleitest mich, oder ist es eine Schande einem Löwen zu folgen?“
    „Die Frage ist, wer folgt hier wem?“ lachte ich und warf die Haare zurück.
    Auch Sirius lachte. Als wir uns auf dem Weg zu Schloss machten, sprachen wir kaum, erst als wir die steinernen Stufen der Eingangshalle erreichten vernahm ich seine sanfte und doch tiefe Stimme: „Warum bist du eigentlich wirklich hier?“
    „Ich bin gekommen, um dich und deine Welt zu retten“, antwortete ich wahrheitsgetreu, doch meine Betonung ließ ihn glaube, dass ich scherzte.
    „Dann wärst du eine Griffindor“, lachte er, „die Bösen kommen alle nach Slytherin.“
    „Lass das den Blutigen Baron nicht hören“, scherzte ich.
    „Vor dem habe ich keine Angst.“
    „Angst nicht, aber möchtest du Peeves Lieblingsopfer auf Lebenszeit werden?“ Höhnte ich.
    „Oh das wäre in der Tat eine Schlimme Strafe.“
    „Ja und außerdem, wenn die bösen Buben nach Slytherin kommen, warum sind James, Remus, Peter und du dann in Griffindor gelandet?“
    Auf diese Frage antwortete Sirius mit einem schelmischen Achselzucken.

    Nach diesem Morgen begann ich langsam wieder mehr Zeit mit den vier Rumtreibern zu verbringen. Es wurde Dezember und der Vollmond ließ nicht lange auf sich warten. Remus würde sich verwandeln.
    „Alira!“ Erklang die Stimme des Werwolfs, als ich gerade die Kellergewölbe der Slytherins verließ.
    „Ja? Was gibt's und was machst du hier unten?“
    „Wir, also ich und die drei Jungs, wollen heute Nacht in die heulende Hütte und ich wollte fragen, ob du Lust hast mitzukommen“, meinte er, als er mich erreicht hatte.
    „Gerne“, antwortete ich überrascht.
    „Gut, beherrschst du die Kunst der Animagi?“
    „Sicherlich, auch wenn ich nicht glaube, dass du mich jagen würdest.“
    „Ich weiß, doch sicher ist sicher. Wir treffen uns in einer Stunde vor dem Schloss, dann haben wir noch genügend Zeit, bis der Mond aufgeht.“
    „Das trifft sich hervorragend, ich muss nur noch dieses Buch zurück in die Bücherei bringen“, entgegnete ich und hielt ein altes, in Leder gebundenes Buch in die Höhe.
    „Der Fluch, unumstößlich, unumgänglich und unsterblich“, las Remus, „Was willst du denn damit, ich wette es ist aus der verbotenen Abteilung.“
    „Ja, aber das bleibt unser kleines Geheimnis“, zischte ich verschwörerisch.
    „Wie du meinst, dann bis gleich“, lächelte der Werwolf.
    Mit der Zeit hatte ich gelernt mich wie ein Mensch zu verhalten, denn normalerweise musste ich weder atmen und auch lästige Verdauungsmitbringsel blieben aus. Anfangs hatte ich mich daran gewöhnen müssen, dass ein dickes Buch, wie dieses in meiner Hand nicht mehr wog als eine Feder. Doch das durfte ich mir von keinem Menschen anmerken lassen. Also trug ich das Buch so, wie ich es von meiner Verwandlung getragen hätte: mit beiden Händen festumklammernd vor der Brust.
    „Soll ich nicht mitkommen“, meinte Remus lächelnd und griff nach dem alten Schinkel in meinen Armen. Zögernd sah ich ihn an, dann gab ich ihm nach.
    „Na schön, aber tu was ich dir sage, ich kenn mich in der Verbotenen Abteilung aus.“
    „Oh, stöbert da jemand heimlich in nicht erlaubten Büchern?“ Feixte Remus.
    „Nennen wir es „Erweitern des Horizontes“, deine Umschreibung klingt so strafbar.“
    „Wie du meinst, aber gutheißen werde ich dein Tun nicht.“
    „Sagt der, der sich des Nachts in der Schule herumtreibt, magische Karten von Geheimgängen erstellt und mit seinen Freunden so viele Schulregeln bricht, dass ich sie an dieser Stelle gar nicht alle aufzählen kann“, lachte ich.
    „Wenn du das jetzt schon sagen kannst, müssen wir wirklich schlimm sein“, scherzte Remus.
    „Nun ja, du sagst es selbst“, entgegnete ich und hakte mich lachend bei dem Werwolf unter.
    Seinen Hundegestank hatte ich mit der Zeit ertragen gelernt. Er war ein echter Freund, einer der war wie ein Bruder, er war wie ich. Das hielt uns zusammen.
    Ich wusste, dass ihm meine Nähe nicht unangenehm war, oder dass es ihn verwirrte, wie es die Menschen verwirrte, die mir gerne noch näher wären und romantische Gefühle hegten. Auf Werwölfe wirkte die Anziehungskraft meines Wesens nicht.
    Immer noch lachend stolperten wir in die Bibliothek. Sofort kam einer der für Ordnung sorgenden Geister auf uns zu. Es war der Hausgeist der Griffindors, Sir Nikolas.
    „Von ihnen und ihren Freunden, Mr. Lupin, bin ich leider nichts anderes gewöhnt. Von ihnen Ms. Lestrange war ich bisher immer anderes gewohnt, selbst als sie noch mit diesem Tom jede Nacht hier waren“, bemerkte er von oben herab.
    „Wer ist Tom“, erkundigte Remus sich und ich versteifte mich augenblicklich.
    „Nick, wir müssen nur ein Buch zurück bringen“, sagte ich, um der Frage des Werwolfs auszuweichen.
    „Ah, es stammt doch hoffentlich nicht aus der Verbotenen Abteilung, sie können sich sicherlich daran erinnern, dass Schüler, ganz gleich welchen Alters dort keinen Zutritt haben?“
    „Wie sie wissen, Nick, gelten für mich da einige andere Regeln“, hauchte ich so leise, dass es nur dem Geist möglich war es zu hören.
    „Na schön, legen sie es dort hin, ich werde mich darum kümmern“, meinte er und wies auf einen kleinen Tische zu unserer Linken. Remus war immer noch leicht verwirrt, als wir die Bibliothek verlassen hatten und uns auf den Weg ins Erdgeschoss machten.
    „Ach nichts ich bin nur über einige Wege mit einem, nennen wir es Rivalen von dem guten Nick verwandt. Dieser Verwandte ist sehr einflussreich in der Welt der Geister vor allem in der, der Kopflosen. Zu Begin meines Schuljahres bat Nick mich darum, dass ich ein Gutes Wort für ihn einlege, dass er auch die Feste der Kopflosen Geister besuchen darf.“
    „Achso, dann musst du ein sehr enger Verwandter dieses Geistes sein?“
    „Kann man sehen, wie man will“, im normal Fall tun Väter alles für ihr Töchter, wollte ich hinzufügen, verkniff mir das verräterische Kommentar jedoch.
    „Was für ein Animagi bist du eigentlich? Ich meine, nur damit ich dich erkenne“, lächelte Remus und wechselte so galant das Thema, da er zu merken schien, dass es mir unangenehm war.
    „Das wirst du dann sehen“, entgegnete ich.
    „Da bin ich dann mal gespannt.“
    Ich lachte und fragte mich in diesem Moment, wie schnell Werwölfe in ihrer menschlichen Gestalt wohl waren. Kurz sah ich mich um. Außer mir und Remus war keiner zu hören, zu sehen oder zu riechen. Dann schwang ich mich über das Treppengeländer und sprang die letzten zwei Stockwerke in die Tiefe. Auch Remus blickte über die Schulter, dann sprang er an die gegenüberliegende Wand, stieß sich ab und klammerte sich ein Stockwerk tiefer an die kalte Mauer. Nach einem weiteren Sprung stand er neben mir und lächelte schief.
    „Nicht so gut wie du, doch immerhin besser als ein einfacher Mensch“, meinte er.
    Glockenhelles Lachen erfüllte das gesamte Treppenhaus, als ich den Kopf in den Nacken legte und die blonden Locken schüttelte.
    „Nein, niemand kann es mit mir aufnehmen“, strahlte ich, immer noch lachend.
    „Ah, Remus, dachte mir doch, dass ich dich und unseren reizenden Gast vernommen habe“, strahlte Sirius mich an. Sein Lächeln war so ungezwungen. Seine Augen strahlten, als sie mich erblickten. Auch Peter hing wieder mal still und schüchtern an Sirius' Umhangssaum.
    „Na dann, jetzt wo wir alle vollzählig sind, kann es ja losgehen“, rief nun James hinter mir. Mein Herz jubilierte. Endlich schien ich dazuzugehören. Zu diesen wilden, freien und unbändigen jungen Männern.
    Vor den Toren des Schlosses begannen sich James, Sirius und Peter zu verwandeln. James wurde zu einem stolzen Hirsch, Sirius nahm die vertraute Gestalt des zottigen, riesigen, schwarzen Hundes an und Peter verwandelte sich unter Mühe in eine Ratte. Dann sahen sie mich alle fragend an.
    Ohne meinem Zauberstab zu gebrauchen ließ ich meine menschlichen Züge zu denen einer goldschimmernden Raubkatze werden. Doch in dieser Gestalt konnte ich meine Augenfarbe nicht mehr verbergen und so schimmerten sie wie helle Rubine im schwindenden Sonnenlicht.
    Ich vernahm, die erstaunten Geräusche meiner Gefährten und setzte mich erhaben auf die Hinterpfoten.
    „Können wir?“ Erkundigte sich Remus, der ungeduldig gen Himmel blickte.
    „Natürlich“, schnurrte ich und schritt den vieren voran.
    „Wollen wir mal sehn, wer der beste Animagus ist“, rief der Hirsch und aus seinem Rücken schossen zwei gewaltige Flügel.
    „Das ist ja ganz nett, aber kannst du damit auch fliegen?“ Feixte Sirius.
    Zwei Schläge und der Hirsch hob vom Boden ab. Doch war der Flug bereits nach einigen Atemzügen wieder vorüber.
    Ich hingegen wusste, wie man fliegt und ich hatte noch ein besonderes Extra auf Lager.
    „Zwar möchte ich euren Wettkampf nicht zu früh beenden, doch bitte ich um Erlaubnis es auch einmal zu versuchen“, richtete ich das Wort an James.
    „Klar, versuch mal, ob du das toppen kannst“, erwiderte er.
    Die Katzenkrallen wurden länger und wurden von einem schuppigen Schwarz. Auch der Rest meines Körpers veränderte sich. kurz darauf stand ich als knapp drei Meter hoher geflügelter Drache vor ihnen.
    Die Schwingen trugen mich in die Höhe und auch ein Feuerstrahl zierte kurz darauf den Himmel. Als ich wieder landete, hatte Remus begonnen sich zu verwandeln. So nahm ich wieder die Katzengestallt an und überhörte die neidischen Kommentare.
    Wir liefen zur heulenden Hütte und verbrachten dort die gesamte Nacht. Remus war ein hübscher Werwolf. Irgendwann wurden meine menschlichen Freunde müde und legten sich nieder. Wie selbstverständlich legte ich mich neben Sirius. Der zottige Hund war mir so vertraut, dass ich mich nicht scheute ihm näher zu kommen.
    Doch wusste ich, dass ich ihm so nah ihn menschlicher Gestallt niemals kommen würde.

    Als die Ferien begannen reisten nur wenige Schüler ab, da die Meisten am Weihnachtsball teilnehmen wollten.
    Es war ein klarer Morgen, als ich Fawkes vor meinem Fenster sah und den Vogel hineinließ.
    „Na was hast du denn da?“ fragte ich das Tier, als ich ihm einen Brief aus dem Schnabel nahm.

    Bitte komm schnell zu mir!

    Albus

    Ganz offensichtlich hatte Dumbledore jegliche Ausschmückung weggelassen. Somit ging ich von etwas Wichtigem aus und machte mich sofort auf den Weg.
    Es war noch früh, weshalb die Gänge noch fast leer waren.

    „Profess-“, begann ich, als ich das Büro betrat, doch das Gesicht, dass ich neben dem von Albus sah ließ mich abbrechen, „Aberforth!“ rief ich freudig und lief auf den alten Geheimniswahrer zu. Schloss ihn kurz in die Arme.
    „Wie geht es dir?“ überfiel ich ihn.
    „Mir geht es gut, doch ich denke Albus möchte mit dir über etwas sprechen“, drängte er mich etwas traurig ab.
    Fragend sah ich den Schulleiter an.
    „Man hat veranlasst, dass der Weihnachtsball öffentlich wird.“
    „Was?“
    „Ja das Ministerium möchte das so.“
    „Riddle möchte das so“, zischte ich scharf.
    „Wahrscheinlich. Das bedeutet, dass es hier von Todessern wimmeln wird. Dennoch denke ich nicht, dass sie uns angreifen werden. Sie sind lediglich hier um Schüler zu werben.“
    „Gut, ich werde die Augen offen halten“, meinte ich.
    „Und noch Etwas...“
    „Ja?“
    „Viele Kollegen machen sich Sorgen, dass du auf Grund deines Namens zur dunkeln Seite gehörst.“
    „Aber das tue ich nicht und das wisst ihr“, empört sah ich die beiden Brüder an.
    „Alira, bitte verzeih mir. Doch Voldemort rekrutiert in alle Richtungen, auch soll er sich im Moment auf dem Weg nach Rumänien befinden“, meinte Albus etwas zögernd.
    Die beiden vertrauten mir nicht richtig. Doch ich konnte es nachvollziehen, lange hatten wir uns nicht gesehen und die Menschen veränderten sich meist sehr stark in einer solchen Zeit. Woher sollte Albus wissen, dass dies bei den meisten Vampiren nicht der Fall war. Schließlich war es für uns nicht viel Zeit.
    „Sie suchen nach Vampiren?“
    „Ja und sie suchen nach jungen Vampiren, denen sie Versprechungen machen können.“
    „Gut dann haben wir eine Chance“, überlegte ich.
    „Warum sollte es von Vorteil sein, wenn sie jung sind?“ erkundigte sich Aberforth irritiert.
    „Weil sie entbehrlich sind. Es gibt auch in der Welt der Untoten eine Art Verwaltung. Die Vampire, die gegen unsere Gesetzte verstoßen werden eliminiert. Ein Krieg ist eine ganz eindeutige Provozierung der alten Vampire. Sollten sich diese jungen tatsächlich Voldemort anschließen wird man Kommandos ausschicken, die auf diskretem Wege diese Gesetzesbrecher töten.“
    „Aber wenn es ein Gesetz ist, dass man von eurer Existenz nichts wissen darf, weshalb jagt man dich dann nicht?“
    „Weil sie mich fürchten. Zudem gelten bestimmte Sonderregelungen bei Magiern. Da Vampire irgendwo zur magischen Welt gehören müssen mächtige Zauberer von unserer Existenz wissen.
    Wenn du mich nicht kennen würdest hätte man sicher einen Gesandten zu dir geschickt, um dich zu unterrichten.“
    „Ihr seid sehr organisiert“, bemerkte Aberforth verblüfft.
    „Es sind eher alte Traditionen.“

    Zu meiner Erleichterung hatte ich nicht noch mehr erzählen müssen. Es war nur noch eine Woche bis zum Ball, somit beschloss ich zu jagen.
    Ich musste weg von hier, irgendwo in einen Muggelort. Gerade als ich die steinernen Stufen hinuntereilte vernahm ich schnelle Schritte hinter mir.
    „Hey“, gegrüßte mich der junge Zauberer.
    „Regulus, was gibt es?“
    „Nun ja. Ich- ich wollte dich fragen, ob du es dir überlegt hast?“
    Vor gut zwei Wochen hatte er mich bereits gefragt, ob ich ihn zum Ball begleiten würde. Damals war ich davon ausgegangen, dass mich sein Bruder Sirius noch fragen würde, doch das hatte der junge Black nicht getan. Ich hatte Regulus gern und er war ein hübscher junger Mann. Obwohl er auch einige Jahre unter meinem sterblichen Alter lag sah man ihm das kaum an. Zudem war er einer der Kandidaten, die anfällig für die schwarze Magie waren. Und als seine Begleitung auf dem Ball würde ich ihn am besten schützen können.
    „Allerdings. Ich denke ich werde deine Einladung mit Freuden annehmen“, lächelte ich.
    Er strahlte.
    „Aber du Regulus, ich muss weiter. Hab noch was wichtiges zu erledigen. Bitte entschuldige mich“, meinte ich und lief los.

    Farryvill war ein größeres Muggledorf. Doch hier lebten vor allem Zuhälter und Mörder. Ich kannte den Ort seit einigen Jahren und bevorzugte hier zu speisen. Es war bereits dämmrig und eine Frau meines Alters wurde hier schnell zum Opfer eines Gewaltverbrechens. Doch ganz im Gegenteil zu den sterblichen Frauen suchten wir Vampire diese Verbrecher. Denn je böser der Mann, desto süßer das Blut.
    Ich schlich durch eine finstere Gasse, als ich frisches Blut roch. Schritte folgten mir. Es waren zwei Männer.
    Oh das trifft sich gut, ich habe wirklich großen Hunger, grinste ich. Und tatsächlich war es höchste Zeit.
    Einer der Beiden kam auf mich zu, der andere war mir gefolgt.
    „Na, so alleine, in so einer Gegend?“ erkundigte sich einer der beiden schmierig.
    „Du solltest dir jemanden suchen, der auf dich aufpasst“, höhnte der andere.
    „Schau dir nur an, wie hübsch sie ist“, meinte er und packte mein Gesicht.
    „Impedimenta“, murmelte ich zu ihm und sein Körper erstarrte. Ich löste mich aus dem Griff des Gelähmten und schritt auf seinen Partner zu.
    „Lauf“, zischte ich, doch er lachte nur. Zornig schossen meine Finger auf seine Kehle zu und umklammerten sie. Ich hob in die Höhe und er begann zu schreien.
    „Langlock!“ seine Zunge klebte nun an seinem Gaumen, er war unfähig weiter zu schreien.
    Langsam ließ ich ihn wieder sinken, um ihn dann in einer fließenden Bewegung zu mir zu ziehen und ihm die Zähne in den Hals zu bohren. Seine Haut war kaum Widerstand und sein Blut war köstlich. In diesem Moment huschte kurz ein ganz absurder Gedanke durch meinen Kopf. Ob ich wohl bei Toms Blut einen Zuckerschock bekommen würde?
    Der leblose Körper meines ersten Opfers sank eiskalt zu Boden, während ich mich den geweiteten Augen meines zweiten Verfolgers nährte.
    „Du hast sicher nicht gedacht, dass sich das kleine Mädchen, dem du nachgelaufen bist, als dein Todesengel erweist“, flüsterte ich ihm ins Ohr.
    Seine Lähmung löste ich mit einem Wink meiner Hand.
    „I- ich“, stotterte er.
    Da ich eigentlich satt war ritzte ich ihm die Haut auf der Wange ein. Vorsichtig kostete ich sein Blut. Es war nicht so gut, wie das seines Kumpanen.
    „Du hast Glück gehabt. Obliviate“, zischte ich und verschwand.
    Noch ehe er die Straße verlassen hatte würde er alles was mit mir zu tun hatte vergessen haben.
    Um den Kopf noch etwas frei zu bekommen lief ich durch den Wald, der an Ort angrenzte.
    Ich beschleunigte und sehr bald war ich für alle um mich herum bloß noch eine verschwommene Scheme. Doch dann hörte ich eine grausame Stimme und gleichzeitig stieg mir ein widerwärtiger Gestank in die Nase.
    Sofort blieb ich stehen.
    Unweit von mir standen einige dunkel gekleidete Gestallten. Einer von ihnen hielt eine junge Frau am Kragen ihres Umhanges fest. Die Männer waren Waldläufer, oder auch Kopfgeldjäger. Einer von ihnen war dem Geruch nach ein Werwolf. Als ich näher trat erkannte ich die Zauberstäbe in ihren Händen. Das hier war einer der Greifertrupps von denen Albus mir erzählt hatte. Sie durchsuchten das Land nach flüchtigen Gesuchten.
    „Welche Abstammung?“, blaffte der Halbmensch.
    „Reinblütig. Ich schwöre es!“ zitterte die rothaarige Hexe.
    „Aber du riechst nach Muggel!“
    „Wie heißt du denn“, erkundigte sich ein schwarzhaariger Magier kühl.
    „Molly Weasley“, gab sie zurück.
    „Ich glaube ihr Mann arbeitet im Ministerium, Scabior“, meinte ein anderer kleinlaut.
    „Im Ministerium“, wiederholte Scabior und stolzierte um sie herum, während er sie abschätzend musterte.
    „Greyback wir haben Besuch“, stellte der kühle Zauberer fest.
    „Oh ich würde sagen, die hübsche gehört mir“, gab der Werwolf zurück und kam auf mich zu. Ich hatte nicht vor wegzulaufen. Genaugenommen wollte ich mir das ganze aus der Nähe ansehen, wollte wissen mit was ich es zu tun hatte.
    „Mein Name ist Alira Lestrange“, hauchte ich und ging geradewegs an dem auf mich zulaufenden Zauberer vorbei.
    „Verwandt mit Rabastan Lestrange?“ wollte einer der Greifer wissen.
    „Entfernt. Was haben sie mit dieser Frau vor?“ erkundigte ich mich höflich.
    „Nun sie ist vermutlich nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen“, erwiderte er, ganz offensichtlich eingeschüchtert von meinem Namen.
    „Gut, dann wünsche ich, dass sich die Greifer des dunklen Lords nun wieder ihrer Aufgabe zuwenden. Schließlich bezahlen wir sie nicht für das Feststellen von magischem Blut!“
    Mein Ton und die gebieterische Haltung schüchternen die meisten von ihnen ein. Bloß Scabior und der Werwolf blieben skeptisch, ließen die Frau aber gehen und auch ich wandte mich ab.
    Ich löste mich stielvoll in schwarzem Rauch auf. Vielleicht war das etwas zu dramatisch, allerdings war es nicht meine Absicht klein und schüchtern zu wirken. Ganz im Gegenteil ich liebte es, wenn sie mich fürchteten und über mein Wesen rätselten. Es war immer von Vorteil wenn einige der eigenen Gegner mit Angst an mich dachten.

    Es war bereits morgen, als ich das Schloss erreichte. Ich strahlte. Auf den steinernen Stufen saß Remus, ganz vertieft in ein dickes Buch.
    „Was liest du denn da? Es sind Ferien“, begrüßte ich ihn und ließ mich neben ihn sinken.
    „Ablenkung“, gab der junge Mann zurück.
    „Okay und von was?“
    „Versprich mir, dass du es nicht verrätst.“
    „Gut, von mir erfährt niemand etwas“, versicherte ich ihm.
    „Kennst du Liane Bottems?“
    „Ist sie nicht Sucherin von Huffelpuff?“
    „Ja, ich habe sie gefragt, ob sie mit mir zum Ball gehen möchte...“
    „Und? Was hat sie gesagt?“
    „Sie hat gesagt, dass sie darüber nachdenkt. Aber ich weiß, dass auch Richard sie fragen will, da hab ich keine Chance“, murmelte er betrübt.
    Richard saß in unserem Zaubertränkekurs, ein wirklich hübscher junger Mann, doch sehr oberflächlich.
    „Gewinn sie für dich, bevor er sie fragt“, riet ich.
    „Und wie?“
    „Schenk ihr verzauberte Rosen. Oder frag sie noch mal, aber diesmal außergewöhnlich.“
    „Was außergewöhnliches? Beim nächsten Vollmond vielleicht“, lächelte Remus sarkastisch.
    „Mach besser das mit den Rosen“, ich lachte. Auch er lachte und so saßen wir und ich war mir sicher wir stellten uns beide die Vollmondszene vor.
    „Mit wem gehst du eigentlich zum Ball?“ wollte Moony plötzlich wissen.
    „Ich glaube das gibt noch Probleme...“, seufzte ich.
    „Warum? Ich dachte das du dort mit Sirius erscheinen wirst?“
    „Das dachte ich auch, aber er hat mich einfach nicht gefragt. Und bereits vor einem Monat hat mich sein Bruder, Regulus, gebeten ihn zu begleiten. Damals habe ich ihm gesagt, ich müsse es mir noch überlegen, da ich auf Sirius' Frage gehofft hatte. ja und als Regulus mich gestern erneut fragte hab ich zugesagt“, murmelte ich mehr zu mir selbst, da ich Angst hatte, Remus könne mir böse sein.
    „Warum schaust du denn so betrübt? Regulus ist doch ein stattlicher junger Mann. Wenn es Sirius nicht auf die Reihe bekommt dich zu fragen muss er damit leben“, meinte der Werwolf zu meiner Überraschung und nahm mich in den Arm.
    „Aber es ist sein Bruder...“
    „Na und? Ich kenne Regulus nicht, nur dass Sirius ihn nicht leiden kann. Doch wenn er dich mag, warum nicht? Du heiratest ihn ja nicht gleich, nur weil du mit ihm tanzen gehst. Ich werde Sirius raten, sich auf dem Ball um dich zu bemühen, wenn du ihm wirklich wichtig bist.“
    „Danke. Ich denke zwar nicht, dass ich gut für ihn bin, aber ich will ihn als Freund nicht verlieren. Weißt du, was ich meine?“
    „Ja. Doch ich glaube er würde es verstehen. Er ist auch mit mir befreundet, obwohl er mein Geheimnis kennt.“
    „Wie soll ich das denn anstellen? Hallo Sirius, pass auf ich bin ein Vampir. Und du kannst nicht zu meinem Gefährten werden, weil ich dich eigentlich auch zum Frühstück verspeisen könnte?“
    „Du weißt genauso gut wie ich, dass du ihm nicht wehtun würdest. Es ist deine Angst. Du bist nicht das Monster, dass du selbst in dir seihst“, meinte Remus und zog mich kurz an sich, um mich dann loszulassen.
    „Und jetzt Kopf hoch! Es werden sowieso alle sehr neidisch auf Regulus sein, wenn du auf dem Ball erscheinst“, lachte er.
    Ich grinste.
    „Da seid ihr ja“, rief James.
    „Was gibt's?“ erwiderte Remus.
    „Lily hat ja gesagt“, strahlte er.
    „Glückwunsch“, meinte ich.
    „Sie hat sich wohl mit Schniefulus gestritten. Was will sie eigentlich mit dem?“
    ‚Die beiden kennen sich seit sie Kinder sind. Außerdem ist er eigentlich ganz in Ordnung.“
    „Das du das sagst war klar. Frag mich warum die schönsten Frauen dieser Schule so viel Gefallen an ihm finden. Na egal auf alle Fälle ist er heulend weggerannt. Aber ich schwöre, ich war es nicht“, mit unschuldiger Miene sah er mich an, ganz so als hätte er Angst ich könne ihm böse sein.
    „Tja James, das Dunkle wird es sein“, grinste Remus.
    „Ja kauf dir ein Buch über schwarze Magie und sie sind dir alle verfallen“, ertönte Sirius' Stimme.
    Das zerschmetterte meine Taktik ihm bis zum Ball aus dem Weg zu gehen. So hätte ich ihm das mit seinem Bruder nicht erklären müssen.
    „Ich muss los. Slughorn hat mich zu sich zitiert, bin eh schon viel zu spät dran“, entschuldigte ich mich und stand auf. Natürlich hatte mein Verschwinden nichts mit dem Hauslehrer Slytherins zu tun. Ich wollte nach Severus sehen.
    Ich spürte, wie die Jungen mir verwundert nachsahen, bis ich im Schloss verschwunden war.
    Dann blieb ich stehen und konzentrierte mich auf die Gerüche um mich herum. Als ich meinen Geist öffnete überflutete mich eine Welle von Eindrücken. Schwindelig lehnte ich mich gegen eine Wand. Doch dann spürte ich ihn und lief in die Richtung los, aus der ich seinen Duft vernommen hatte.
    Nach einigen Treppen sah ich ihn an einem Fenster lehnen.
    „Severus?“
    Erschrocken fuhr er herum. Seine Augen waren rot und es war deutlich, dass James Recht gehabt hatte. der junge Zauberer hatte geweint.
    „Darf ich mich zu dir stellen?“
    Darauf war er nicht gefasst gewesen, doch nach einer kurzen Pause nickte er knapp.
    „Ich war auch einmal unglücklich verliebt. Er zog seine Magie mir vor und war irgendwann so besessen, dass er nicht mehr in der Lage war so etwas wie Liebe zu empfinden. Mein Kopf sagte mir, dass wir uns auseinander gelebt hatten und ich solle ihn gehen lassen. Jeder von uns hatte ein eigenes Leben, eigene Interessen und ganz anderen Umgang. Doch mein Herz konnte es nicht. Letztendlich musste ich mir eingestehen, dass ich ohne ihn besser dran war. Ich kann verstehen, was du fühlst. Doch durch dein Interesse an der dunkeln Magie gewinnst du Lily nicht zurück. Zwar hat sie sehr starke Gefühle für dich, doch Severus sie hat begonnen dich wegen deiner Neigung zum Bösen zu verachten. Das ist nicht was du willst...“
    „Du verstehst gar nichts!“ fauchte er mich an.
    „Aber du?“
    „Verdammt ich liebe sie!“
    „Und das schon eine ganze Weile“, seufzte ich.
    „Woher-?“
    „Severus ich bin nicht blind. Doch ich denke, dass du erst einmal Gras über euren Streit wachsen lassen musst. Aber achte auf sie, sei für sie da, wenn sie dich braucht.“
    „Pah! Sie hat doch jetzt Potter!“
    „So darfst du nicht denken. James hat Lily wirklich gern. Doch du kannst sie nicht von ihm wegbringen, wenn du dich Voldemort anschließt! Ich habe gesehen, wie deine feinen Schwarzmagier Freunde deinen Fluch an verschiedenen Tieren ausprobiert habt! Severus, diese Magie ist gefährlich“, mahnte ich energisch. Der junge Zauberer war im Grunde ein sehr mutiger junger Mann, doch seine Neigung zu Riddle war gefährlich.
    „Du hast doch keine Ahnung von schwarzer Magie!“
    „Oh du irrst dich, die habe ich. Ich habe bis vor meinem Umzug Durmstrang besucht. Dort unterrichtet man auch schwarze Magie, wie du vielleicht weißt. Gellert Grindelwald wird dort von nicht wenigen Lehrern als Idol angesehen und ich denke nicht das Igor Karkaroff einen Unfall hatte und deshalb seinen linken Unterarm versteckt! Severus ich war auf einer Schule wo sich nicht bloß ein Haus dem Dunkeln Lord anschließen wollte!“
    „Dann hast du ja kein Problem damit, wenn es auch einige dieser Schule tun!“ zischte er.
    „Oh doch, das habe ich, vor allem wenn ich dann gegen meine Freunde kämpfen muss!“
    „Freunde? Wir sind niemals Freunde gewesen!“
    Seine Worte waren wie ein Schlag in den Bauch.
    „Du bist doch einer dieser Rumtreiber geworden. Hängst ständig mit diesen Wichtigtuern rum. Und dieser Black-“
    „Genug!“
    „Du wagst es mir den Mund zu verbieten? Du bist des Zeichen Slytherins nicht würdig!“
    „Nicht würdig? Das sagt der, der bald wie ein Wurm vor dem Dunkeln Lord umherkriechen wird! Du widerst mich an, Severus Snape!“
    „Crutio“, rief er, doch ich blockte den Folterfluch gekonnt.
    „Bist du noch ganz bei Trost? Crutio ist unverzeihlich! Ich werde das niemandem erzählen, doch merke dir, in jedem Duell würde ich dich besiegen, also gib mir niemals den Anlass dich anzugreifen!“ zischte ich und wandte mich ab.
    Severus war verloren, beherrscht von Schmerz. Doch so zerstörerisch würde Lily ihm nicht verzeihen.

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1376214155
Auge der Seelen- Teil 2
Auge der Seelen- Teil 2
Hogwarts zur Zeit der Rumtreiber. Der erste Kampf gegen Voldemort und die Geschichte einer jungen Frau, die als Untote für das Leben ihrer Freunde eintritt. Sie nimmt Rache an einem Mann, der einst als Tom Riddle in ihr Leben trat und an dessen Macht si...
http://www.testedich.de/quiz32/quiz/1376214155/Auge-der-Seelen-Teil-2
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2013-08-11
402D
Harry Potter

Kommentare Seite 4 von 4
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JoyEggli ( von: JoyEggli )
Abgeschickt vor 186 Tagen
Bitte schreib weiter! Nice!

Ps: Es wäre voooll lieb, wenn ihr mal hier
vorbei schauen würdet. Thx...

http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1473280183/Sirius-Black-und-ich
Fiona Granger ( 41543 )
Abgeschickt vor 204 Tagen
Bitte schreib schnell weiter! 🙏🏻
Forever Here ( 91543 )
Abgeschickt vor 301 Tagen
Biiiiiiittttttteeeee schreib weiter!
Ich finde diese Fan Fiktion sehr cool und auch berührend !!!
Annabeth de Villiers ( 77587 )
Abgeschickt vor 325 Tagen
Bitte schreib weiter ich finde es super ich habe noch nie so etwas schönes und bewegendes gelesen und habe echt heulen müssen obwohl ich eigentlich nicht so der Gefühls Typ bin.
sarana ( 31112 )
Abgeschickt vor 328 Tagen
Schreib weiter!!!! Biiiiittteeeeee....
LilyPotter ( 39077 )
Abgeschickt vor 383 Tagen
Es ist gerade soooooooo spannend!!!!
Bitte schreib weiter.
Glg LilyPotter
Laila Malfoy ( 78872 )
Abgeschickt vor 433 Tagen
Ich habe noch niieee so ne gute Geschichte gelesen 😍!
Kleiner Tipp: Werde Autorin!!!!!😍😍😍
Wann kommt die nächste 😍!
Jasi ( 75550 )
Abgeschickt vor 434 Tagen
Meiner Meinung nach solltest du mal über eine Kariere als Autor nachdenken!!
Du hast aufjedenfall das zeug dazu :-*
Jasi ( 69199 )
Abgeschickt vor 434 Tagen
Du hast echt einen coolen Schribstil der sehr angenehm ist
Die Geschichte ist auch Wunderschön
Schreib bitte weiter

Lg. Jasi
Cool ( 53068 )
Abgeschickt vor 473 Tagen
OMG, das ist sooooooooooooooooooooo... Schön. Du musst unbedingt weiterschreiben.
GLG.
Cool
Traumtänzerin ( 71681 )
Abgeschickt vor 503 Tagen
Vielen lieben Dank für eure Kommentare! Die Geschichte ist tatsächlich schon in Arbeit und sollte bis Ostern komplett fertig sein, dann gibt es alles auf einmal 😊
Liebe Grüße und bleibt wach
Eure Traumtänzerin
Meni ( 81808 )
Abgeschickt vor 516 Tagen
Wie cool du musst unbedingt weiterschreiben du hast es total drauf und das Zeug zur Autorin deine Geschichten sind einfach Hammer Traumtänzerin;):);-)

WOW
Cat x ( 11686 )
Abgeschickt vor 522 Tagen
Liebe Traumtänzerin! Ich finde dein Geachichten WUNDERVOLL und bitte dich, weiterzuschreiben.achbittr weiter!
PS: tut .ir Leid das ich mich so ausdrücke, aber wir haben seit einem halben Jahr Briefe verfassen in Deutsch:'(
Miss Phantasia ( 83090 )
Abgeschickt vor 554 Tagen
Genial !!!!!
Deine Ideen sind wirklich großartig und als sie den Schülern ihre Geschichte mit dem Tod von ihrem Geliebten erzählt hat hab ich total geheult !
Du musst umbedingt weiter solche Geschichten schreiben !
Dracoretta malfoy ( 00662 )
Abgeschickt vor 555 Tagen
du hast das Zeug zur Autorin toll wann geht die Geschichte endlich weiter
Die verrückte XD ( 39705 )
Abgeschickt vor 591 Tagen
Wow hab die ff zu ende gelesen und ich kann nur eins sagen DER WAHNSINN du hast so ultra talent und glaub mir ich spreche aus erfahrung bin ein rieeesssseeeeeennnnnnn fan!!! Freu mich riesig auf die nächsten teiek hoffe die kommen bald!!!
Bis irgendwann dann eure verrückte XD
CeCePc ( 68174 )
Abgeschickt vor 683 Tagen
Wow du schteibst echt gut ! Kommt noch ein näster Teil ? Ich finde die Ideen echt gut ;)
LG deine CeCePc
sirius fan ( 37282 )
Abgeschickt vor 737 Tagen
Geeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiil!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!
Mirja11 ( 22383 )
Abgeschickt vor 743 Tagen
Wow, wow, wow!
Mehr kann man dazu einfach nicht sagen!
Einfach nur WOW!!!
Louise McGonagall ( 92475 )
Abgeschickt vor 750 Tagen
Genial mehr kann ich nicht sagen !!!