Wettbewerb – Mein Tag am Strand – Die Begegnung

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2 Kapitel - 1.692 Wörter - Erstellt von: Pfirsichflip - Aktualisiert am: 2013-08-01 - Entwickelt am: - 815 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Dies ist mein - kurzer aber hoffentlich feiner - Beitrag zum Wettbewerb rund um das Thema "Mein Tag am Strand". Ich dachte mir, ich schreibe mal etwas Unkonventionelles und Anderes. Ich hoffe es gefällt euch ;)

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    „Herrlich!“ Seufzend warf Pitaya ihre langen, türkisen Locken über ihre Schulter und reckte ihr Gesicht der Sonne zu. Die Strahlen tanzten auf ihrer Haut und reflektierten kleine Regenbögen in alle Richtungen. „Bist du sicher, dass wir hier bleiben sollten?“, fragte die ängstliche Stimme ihres besten Freundes. Pitaya öffnete die Augen, die sie genüsslich geschlossen hatte und sah zu ihm hinab. „Ach Liu, jetzt mach dir deswegen mal keine Sorgen. Was soll schon passieren?“ Pitaya lächelte, doch Liu züngelte nervös mit seiner langen, gespaltenen Zunge und spreizte seine Federn. Liu war kein normales Wesen, genauso wenig wie Pitaya. Er hatte, wie bereits erwähnt, ein wunderschönes Gefieder, das in der aufgehenden Sonne rot und golden schimmerte. Seine Augen und sein Schnabel waren Schwarz, seine Krallen im Moment ebenfalls. Sobald er ins Wasser abtauchte veränderte sich seine Gestalt ein wenig: Die schmalen Krallen wurden breiter, zwischen ihnen bildeten sich Schwimmhäute und seine Federn legten sich ganz dicht an seinen Körper, wo sie ein Geflecht aus Schuppen bildeten. Den Schnabel, aus dem immer wieder seine Reptilienzunge hinaus züngelte, behielt er. Pitaya hatte den jungen Cloucha eines Tages halb verhungert im Schleppnetz eines Fischfangkutters entdeckt. Er hatte ihr leid getan, genau wie die anderen Tiere, die sich im Netz verfangen hatten. Vor lauter Wut hatte sie den Kutter zum kentern gebracht und die gesamte Mannschaft in ihren eigenen Netzen ertränkt. Sie hasste Männer, die waren grausam.
    Seit diesem Tag waren sie und Liu unzertrennlich gewesen. Pitayas Vater war nicht gerade glücklich darüber, wusste doch jeder, dass ausgewachsene Clouchas sehr gefährlich waren, doch schließlich hatte er die Freundschaft akzeptiert. Seine Tochter war sowieso nicht zu bremsen, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. Außerdem war Liu noch sehr jung und gerade einmal so groß wie ein Falke. Mit den Jahren würde er wachsen und schließlich die Ausmaße einer stattlichen Elefantendame erreichen. Mit 8 Metern Spannweite wäre er dann wahrlich der König der Lüfte.

    „Lass uns wieder nach Hause schwimmen, ich habe irgendwie ein ungutes Gefühl“, holte Liu Pitaya wieder aus ihren Gedanken. Erneut blickte sie zu ihrem kleinen Freund hinunter. „Nagut“, meinte sie schließlich seufzend und ließ sich von dem Felsen langsam ins Wasser gleiten. Die zwei Freunde hatten es sich auf einem Felsengebilde ein kleines Stück vor der Küste gemütlich gemacht. In etwa 200 Metern Entfernung lag der verlassene Strand in der Morgensonne. Gerade als Pitaya abtauchen wollte, hörte sie einen furchtbaren Schrei vom Strand her und wandte sich um. Sie beobachtete, wie 3 Männer hinter einer jungen Frau her rannten und ihre Messer und Säbel schwangen. Sie kreisten sie ein und trieben sie zum Meer. „Komm her du Hexe, lass dich endlich verbrennen!“, schrie einer von ihnen und sprang mit seinem Messer vor. Die Frau schrie auf und wich weiter zurück, doch die Klinge hatte sie erwischt und die Haut über ihrem Schlüsselbein aufgerissen. Blut sickerte hervor und die junge Frau weinte. Immer weiter trieben die Männer sie zurück und Pitaya konnte das Blut riechen, das in die Fluten tropfte. Haie kamen näher und beäugten neugierig, was sich am Strand abspielte. Pitaya dachte nach. Liu schwamm aufgeregt vor ihrer Nase hin und her und beobachtete ebenfalls die Szene. „Komm, lass uns abhauen, bevor die Haie uns entdecken!“ Sie betrachtete ihren Freund mit einem Schmunzeln und antwortete: „Für einen Cloucha bist du viel zu ängstlich, weißt du das?“ Liu züngelte ihr beleidigt entgegen, sagte jedoch nichts weiter.
    Als Pitaya sich wieder den Menschen am Strand zuwendete sah sie, wie 6 weitere Männer auf den Strand gelaufen kamen. 2 Von ihnen hielten einen Dritten zwischen sich und als dieser die junge Frau erblickte, schrie er auf. „Nein, Silvana! Bitte, lasst sie gehen, sie hat doch nichts getan!“ Er wehrte sich aus Leibeskräften, doch die Männer hielten ihn fest und einer ihrer Komplizen schlug ihn hart in die Magengrube. Der Mann, der sich anscheinend um die Frau sorgte, sackte in sich zusammen und spuckte Blut.
    „Das reicht!“ Pitaya tauchte ab und schwamm so schnell sie konnte auf den Strand zu. Ihr Fischschwanz ähnelte dem eines Haies, wodurch sie sich relativ schnell und lautlos durch die Ozeane bewegen konnte. Sie passierte einige der Meeresjäger, die noch immer auf das Blut der jungen Frau aus waren und sie daher gar nicht beachteten. Liu, der sich nach kurzer Überlegung ein Herz gefasst hatte, erhob sich währenddessen aus dem Wasser und flog über der Oberfläche dahin, seine Freundin im Wasser stets im Auge behaltend. Als Pitaya nur noch wenige Meter von der Frau entfernt war, die mittlerweile bis zur Hüfe im Wasser stand, erhob sie sich soweit sie konnte aus dem Wasser und bleckte ihre spitzen Zahnreihen. Die Männer, denen sie sofort ins Auge fiel, richteten ihre Waffen auf sie und schauten sich unschlüssig an.
    „Lasst sie gehen!“, sagte Pitaya und ließ ihre Stimme dabei möglichst bedrohlich klingen. Einige der Männer wichen einen Schritt zurück, doch einer kam auf sie zu. Er war wohl der Anführer, denn es war auch derjenige, der die Frau verletzt hatte. Pitaya bleckte ihre Zähne weiter und knurrte ihn an, doch er ließ sich nicht verschrecken. „Eine Meerjungfrau!“, rief er ungläubig und ließ seinen Blick bewundernd über ihren Körper wandern. Pitaya lachte kurz auf. „Dummer Mensch. Sehe ich wirklich aus wie eine von diesen einfältigen, verspielten Wassergeistern? Ich bin eine Droima, ein Wasserdrache!“ Der Mann blieb stehen und grinste böse. „Für eine Meerjungfrau werden wir sicher eine Menge Gold bekommen, wenn wir sie verkaufen.“ Er schien sie gar nicht gehört zu haben und streckte nun die Hand nach ihr aus. Das war zu viel für die junge Droima. Obwohl der Mann noch etwa 6 Meter entfernt stand schoß sie blitzschnell auf ihn zu, packte seine Schultern und drückte ihn in die Wellen. Das Wasser war nicht tief, doch Pitaya war stark und der Mann hatte keine Chance. Sie ertränkte ihn an Ort und Stelle, während die Umstehenden sie mit Grausen beobachteten.

    Mit einem kalten Lächeln wand sie sich den Anderen zu, doch die wichen zurück. Die junge Frau stand nun direkt neben ihr und schaute sie aus großen Augen an, während die Männer, die sie gejagt hatten, fluchtartig den Strand verließen. „Danke“, sagte sie schließlich leise und betrachtete Pitaya voller Erstaunen. Die Haare der Droima hingen in trockenen Locken über ihre Schulter, die Haut schimmerte silbern und Blau und reflektierte das Sonnenlicht, welches in Regenbögen in alle Richtungen strahlte. Wo bei einem Menschen die Beine sind, straffte die Haut sich über eine starke Schwanzflosse, deren Flosse ein rasiermesserscharfes Ende aufwies. Pitaya nickte nur und wollte schon wieder davon schwimmen, als ihr Blick auf den Mann fiel, der im Sand kniete. Er hatte die Augen schockiert aufgerissen und starrte die beiden Frauen an. Ein leises Fauchen kam aus ihrer Kehle, doch die Frau, die sie gerade gerettet hatte, beruhigte sie. „Das ist mein Bruder, Jakuba. Er wird mir nichts tun.“ Sie watete hinaus zu ihrem Bruder, der sich schnell erhob und sie in die Arme schloss. „Den Göttern sei Dank, du bist gerettet!“ Dann schaute er Pitaya an, die noch immer im Meer vor der Küste schwamm. „Danke, dass du mir meine geliebte Schwester gerettet hast. Wie kann ich dir das nur jemals vergelten?“ Pitaya schüttelte den Kopf. „Hört auf das Meer zu verschmutzen und esst weniger Fisch, dann bin ich schon glücklich.“ Jakuba versprach ihr, nie wieder einem Meerestier etwas zu leide zu tun und auch Silvana stimmte ihm zu. Zufrieden wollte Pitaya schon nach Hause schwimmen, als ihr etwas einfiel. Sie löste ihre Hülle und befreite den Drachen, der ihr inne wohnte. Ihr Fischschwanz wurde zu einem Drachenschwanz, die Hände zu Klauen und die türkisen Haare bedeckten nun ihr gesamtes Rückgrat mit einer Linie langen, seidigen Fells. Pitaya hatte nun etwa das 5-fache ihrer Körpergröße und die Geschwister schauten beeindruckt zu, wie sie sich an Land zog. Sie brachte sich direkt vor ihnen in Stellung und die beiden Menschen bekamen doch langsam Angst. Pitaya riss ihr Drachenmaul auf und hauchte die Geschwister an. Ihr Atem roch nach dem Meer, nach dem Wind und nach dem süßen Duft karibischer Inseln. Dann war alles vorbei. Pitaya hatte wieder ihre ursprüngliche Gestalt angenommen und schwamm winkend davon, Liu direkt hinter ihr. „Ich dachte, du magst Männer nicht?“, fragte er, doch sie zuckte die Schultern, während sie abtauchte. „Ja, aber vielleicht sind sie nicht alle gleich. Wer weiß, vielleicht kann er die Welt ein wenig gesünder machen.“

    Silvana und Jakub standen vollkommen verdutzt am Strand. Keiner von ihnen wusste, warum das Wesen sie angehaucht hatte, doch anscheinend hatte sie es gut mit ihnen gemeint, sonst wären sie nun beide auf dem Grund des Meeres. „Komm, lass uns gehen“, meinte Jakub schließlich und nahm die Hand seiner Schwester. Gemeinsam gingen sie nach Hause. Von diesem Tag an hatten sie nur noch Glück in ihrem Leben und eines war sicher: Sie würden diesen Tag am Strand niemals vergessen!


    Und die Moral dieser kleinen Geschichte? Sie gut zu deiner Umwelt, dann ist sie auch gut zu dir!

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Bella ( 3.220 )
Abgeschickt vor 485 Tagen
Top. Ich mag Liu sooooooooooooooooo! Echt schöne Geschichte. Meerestiere ess ich eh nie nur Fisch manchmal. Ich verschmutze auch nicht die Umwelt. Soll aber nicht heißen dass ich ne Ökutussi bin!!!!! Ich liebe einfach nur Tiere!!!!!!♥♥♡♡♥♥♡♡♥♥♥♡♡♡