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Lovestory Sasuke Uchiha - 2. Teil <3

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2 Kapitel - 22.132 Wörter - Erstellt von: ^^naruto_verrückter<3 - Aktualisiert am: 2013-06-15 - Entwickelt am: - 17.507 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Jetzt ist die Vergangenheit beendet. Amaya hat bereits das Waisenhaus besucht, hat dann die Hälfte der Kinder in Suna gelassen und ist weiter nach Konoha gegangen. Sie denkt, gut genug mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen zu haben, aber dann begegnet sie einer gewissen Person wieder...
ganz richtig, ihr habt's erraten!^^ Unser lieber Sasuke!

1
Alte und neue Bekannte


Das konnte jetzt einfach nicht sein. Mit offenem Mund starrte ich in die Richtung des Typen, der vor mir stand. Das war doch wohl… ein schlechter Scherz. Jemand versuchte, mich zu verarschen. Eine logischere Erklärung gab es nicht.
Obwohl, der Typ hatte doch nie behauptet, Sasuke zu sein…
Ich klappte meinen Mund zu und sah mit verschlossener Miene in seine Richtung. Bloß nichts anmerken lassen! „Wer bist du?“, wollte ich wissen. Mit einem Mal standen auch noch drei andere Leute hinter ihm. Oh Gott, wie sehr war ich denn bitte auf Sasuke fixiert gewesen, dass ich nicht bemerkt hatte, dass er auch noch Begleiter hatte!
Das heißt, wenn das überhaupt Sasuke war… aber es passte… und diese Augen… ^Bitte, bitte nicht. Bitte nicht.^ Jeder andere Zeitpunkt wäre mir recht gewesen, aber nicht, bitte nicht mit den Kindern.
Sein Blick glitt zu meinem Stirnband. Ich trug es immer noch am Arm, dort störte es einfach am wenigsten. „Du bist ein Konohanin. Mein Name ist Sasuke Uchiha, du solltest bereits von mir gehört haben.“
Er machte meine Pause.
Mein Verstand auch.
Seine Begleiter schwiegen und sahen mich einfach nur neugierig an. Ich ignorierte sie.
^Das… das kann… das kann einfach nicht sein! Völlig unmöglich!^ Ich schüttelte den Kopf und sah wieder in die Richtung des Anführers. Sprachlos. Wieso? Wieso ausgerechnet jetzt? Nach all der Zeit, all den ungenutzten Gelegenheiten?
„Du glaubst mir nicht? Dumm von dir. Aber egal. Wer seid ihr?“, fragte er jetzt herrisch. Dieser Tonfall…
Verdammt, es war Sasuke. Er war es wirklich. Ich musste zugeben, er hatte sich verändert – zum Guten hin, wie mein Herz noch hinzufügen möchte. Das Hemd gab den Blick auf seine Brust- und Bauchmuskeln frei…
Ich war verzweifelt. Scheiße, meine Gefühle hatten innerhalb von drei Jahren nicht nachgelassen und der Himmel verspottete mich. Was hatte ich getan? Womit hatte ich das verdient?
Eine Hand zupfte an meiner Hose. „Amaya“, flüsterte das Kind kaum hörbar. Ich ging in die Knie, aber ließ Sasuke dabei nicht aus den Augen. Er war trotz allem nicht derselbe wie früher, zumindest schrie das mein Verstand ununterbrochen, er war schließlich drei Jahre lang bei Orochimaru gewesen. Ähm, Sasuke nicht mein Verstand. „Was ist denn?“, fragte ich die Kleine. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie sich dabei an ihrer Schwester festklammerte. Hilfesuchend… sie hatte Angst, wie jeder andere hier auch.
Sogar ich. Mist, was sollte ich tun?
Durch die Kinder war ich verletzlicher als sonst. Erpressbar. Wenn Sasuke selbst als Druckmittel noch nicht ausreichen sollte. „Wer… wer ist das? Wer sind diese Leute? Was wollen die von uns?“ Die Augen des Kindes waren vor Angst geweitet. „Amaya… Amaya-chan, ich habe Angst. Sie sehen irgendwie böse aus…“
War Sasuke böse?
Gute Frage. Wahrscheinlich schon. Immerhin hatte er Konoha verraten. Fast Naruto getötet. Mich einfach so verlassen, ohne Abschied. Das alles nur um jemanden zu töten, um seine verdammte Rache zu bekommen. Und über die Begleiter von ihm wollte ich gar nicht erst nachdenken.
„Ich… ich weiß nicht“, gab ich zu. Ja, doch, eigentlich war er schon böse. Irgendwie. Aber mein dummes Herz wollte das nicht akzeptieren… und mein Verstand hatte bis jetzt noch keine Bestätigung erhalten, dass er böse war. So lange wollte ich also das Gegenteil glauben.
Erschrocken wich die Kleine so weit wie möglich zurück. Sie hatte allen Grund Angst zu haben… nein. Ich würde diese Kinder mit meinem Leben beschützen. Außerdem war das Sasuke – er würde doch nicht einfach so dreißig Kinder töten. Das könnte er nie tun. So war er einfach nicht.
^Er ist nicht mehr derselbe wie früher. Er war bei Orochimaru. Der Sasuke, den du kanntest, hätte Konoha nicht verraten, dich nicht verlassen und schon gar nicht versucht, seinen besten Freund zu töten. Und das alles nur für Rache…^ Ich zog das Mädchen wieder ein bisschen zu mir hin. „Hör mir zu. Du brauchst keine Angst zu haben. Ich werde niemals zulassen, dass die euch etwas antun“, fügte ich mit fester Stimme an das Kind gewandt hinzu. ^Niemals.^ Während ich das sagte, sah ich wieder mit schmalen Augen in Richtung Sasuke.
Verdammt, er machte es mir nicht grade einfach…
„Wer sind die Kinder?“, verlangte dieser auf einmal zu wissen. Hallo, geht es noch ein bisschen herrischer? Noch arroganter? Mann, und das schlimmste war, eigentlich dachte ich gar nicht so, aber ich musste meinem Herz einfach klarmachen, dass es mit diesem Scheiß aufhören musste. Wenn ich dafür Lügen denken musste, nun gut. Dann würde ich mir eben Lügen einreden.
Aber – habt ihr schonmal versucht, an etwas zu glauben, von dem ihr wisst, dass das Lügen sind? Völlig unmöglich. Trotzdem… das ging so einfach nicht weiter. „Ich wüsste nicht, was dich das angeht“, zischte ich also zurück und stellte mich wieder aufrecht hin.
Ähm, eigentlich bin ich ja der Meinung gewesen, ich sei gewachsen, aber unser Größenverhältnis war noch genau dasselbe wie das früher. Er könnte seinen Kopf immer noch locker auf meinen stützen…
NEIN! Nein, nein, nein! Wenn ich an unsere gemeinsame Zeit denke, dann wird das ganz sicher nicht positiv auf die Situation auswirken.
„Es geht mich ziemlich viel an“, erwiderte Sasuke kühl. Ah, Gänsehaut, dass eine Stimme so kalt sein konnte… „Ich habe nicht vor, irgendjemanden zu töten, aber ich werde nicht zögern, wenn ihr mich dazu zwingt.“ Ähm, wieso sollten wir ihn bitte dazu zwingen? Hatte der einen Knall?
Nein, schrie mein Herz. Nein, du solltest zuhören, er erzählt dir grade etwas wichtiges! Er ist nicht böse… Mein Verstand antwortete: Du dummes Herz, bringst nichts als Schmerzen. Er war bei Orochimaru, also mach dir keine falschen Hoffnungen.
Öhm, ja. Wieso konnte mein Herz reden? Scheiße, ich würde noch zur zwiegespaltenen Persönlichkeit werden. Die eine Hälfte völlig Sasukeverknallt und die andere Hälfte völlig gefühlskalt und rational denkend. Wie wäre es mit einer gesunden Mischung? Ich würde einfach einen Ratschlag von beiden annehmen: Ich würde zuhören und gleichzeitig akzeptieren, dass ich mir nur keine falschen Hoffnungen machen sollte. Das klang doch annehmbar.
„Also, ich frage noch ein letztes Mal: wer sind diese Kinder? Bist du für sie verantwortlich?“ Sasukes Gesicht war vollkommen regungslos, das war unheimlich! Bitte, bitte lass das nur ein Alptraum sein! „Das waren zwei Fragen“, antwortete ich unüberlegt. Wenn das ein Traum war, spielte es sowieso keine Rolle.
Wenn das allerdings Realität war, und danach sah es grade stark aus, dann hatte ich etwas unglaublich Dummes getan.
Sogar Sasuke schien dieser Meinung zu sein! Ähm, naja, eigentlich war es ja dumm WEGEN ihm, aber das konnte man mal für einen kurzen Moment außer Acht lassen. Der Blick in seinen Augen… plötzlich erinnerte er mich an den alten Sasuke, der mich auch immer so angesehen hatte, wenn er gedacht hatte, dass ich grade etwas völlig Dummes tat.
Mein Herz begann schmerzhaft zu pochen, verdammt, es tat weh. Mein Herz tat weh… es tat weh, wenn es schlug! Wieso? Warum nur? Ohne das es schlug, konnte ich nicht leben, aber mit dem Schlagen würde ich ganz sicher an den Schmerzen umkommen. Verdammt, Sasuke… wieso hasste mich die Welt?
Ah, ich hab doch gesagt, dass das Herz nichts als Schmerzen mit sich bringt, höhnte mein Verstand. Mein Herz war anscheinend beleidigt, denn es erwiderte nichts.
Wah, nicht schon wieder! Ich wurde geistesgestört! Ich redete mit mir selber! Hilfe, Psychiatrie! Irgendwie hatte ich sowieso das Gefühl, dass jeder zweite, den ich kannte, in die Psychiatrie eingeliefert werden müsse. Tja, ich gehörte jetzt wohl auch dazu.
„Heeeeey, Sasuke, das bringt doch eh nichts. Ich meine, die enden doch sowieso gleich alle wieder bewusstlos“, meinte einer seiner Begleiter. Scharf sah ich in seine Richtung, während der Typ mit weißen Haaren und Haifischzähnen unbeeindruckt an seinem Getränk schlürfte.
Wenn das stimmt, dann hast du ein Problem, teilte mir mein Verstand mit. Ach, ich geb's auf. Meinem Herzen würde ich die Gefühle nicht nehmen können und mein Verstand hatte immer recht, also… ich sollte auf meinen Verstand hören… soweit es irgendwie ging…
„Suigetsu. Halt dich da raus. Das ist Sasukes Sache“, begann die rothaarige Frau hinter Sasuke zu meckern. Meine Fresse, die ist ja unausstehlich. Ausnahmsweise waren Verstand und Herz mal einer Meinung, weshalb ich beschloss, dass sie wohl wirklich unausstehlich sein musste. Mein Verstand argumentierte mit der Tatsache, dass sie sofort auf meine Informationsquelle losging (er hatte mir immerhin verraten, dass sie uns angreifen würden) und mein Herz damit, dass sie Sasuke die ganze Zeit über angestarrt hatte.
Woah, scheiße, war ich etwa eifersüchtig?
Auf diese Idiotin!
Sasuke hatte sie nicht einmal angesehen, sie war hässlich und reizbar. Nein danke, ich bleibe dann doch lieber ich selbst, trotz aller Geistesgestörtheit.
„Also, wirst du mir noch antworten?“, fragte mich Sasuke. Bei meinen unüberlegten Worten vorhin hatte er ganz leicht die Stirn gerunzelt, aber das hatte sich bereits wieder gelegt. Etwa so, als sei es ihm eigentlich vollkommen egal, was ich antwortete.
Ich hob den Kopf. Mein Verstand sagte ‚na gut' und mein Herz wollte sowieso alles tun, was er verlangte, also würde ich antworten. „Ich trage die Verantwortung, ja. Keiner der Kinder ist ein Ninja. Sie kommen nicht aus Konoha, sie suchen dort nur eine neue Heimat.“ Das reichte fürs erste. Mehr würde ihn sowieso nicht interessieren.
„Da haben sie sich den falschen Ort für eine Heimat ausgesucht“, höhnte Sasuke. ^Arschloch.^ Meine Kiefermuskeln spannten sich an, er war nicht mehr er selbst. Anscheinend hatte mein Verstand mal wieder recht gehabt. Nichts, aber auch gar nichts mehr an ihm erinnerte noch an früher. Er war nicht länger der Sasuke, den ich unbedingt zurückhaben wollte. Mein Herz krampfte sich zusammen, fast hätte ich mir an die Brust gefasst, so körperlich kam mir dieser starke Schmerz vor. Zerrissen… so ein Arschloch… „Konoha ist mein zu Hause und ich halte es sehr wohl für geeignet. Da du von dort verschwunden bist und dich einen Dreck darum kümmerst, kann ich es wohl besser beurteilen, als du es jemals könntest“, versuchte ich ihn fertigzumachen.
Okay, ja, ich geb's zu, schwacher Versuch. Aber mein dummes Herz hinderte mich IMMER NOCH daran, ihn einfach zu vergessen. Und hinzu kam die Tatsache, dass ich vorhin schon einmal unfreundlich gewesen bin.
^Nicht so denken!^ „Wenn du also erlaubst“, sagte ich betont höflich und ging ein paar Schritte voran. Doch er stellte sich mir in den Weg, ganz wie erwartet. Seine Begleiter gingen in Kampfstellung… scheiße… warum dachte ich nicht nach, bevor ich handelte? Verstand, wo bist du?
‚Hier bin ich!' OMG, was? Mein Verstand antwortete auf meine Fragen? Ähm, leicht unnormal… oh je, nach dieser Begegnung würde ich nicht mehr dieselbe wie früher sein, fürchte ich. Wenn ich sie denn überlebte, Sasuke hatte ja gesagt, dass er töten würde, wenn wir ihn zwingen würden.
„Weshalb sind Wachen aus Suna dabei?“, fragte Sasuke mich misstrauisch. ^Verschwinde einfach. Komm wann anders wieder^, hätte ich ihn am liebsten angeschrien. ^Du hattest so viele Gelegenheiten, mir zu begegnen, da suchst du dir ausgerechnet DIESEN Zeitpunkt aus?^
Aber ich konnte es nicht. Verdammt, verdammt, verdammt! Er machte mich immer noch schwach… Mein Denken konnte ich vergessen, fast hätte ich sogar meinen vorrangigen Willen aufgegeben.
Aber nein, ich war stärker geworden. Irgendetwas musste das Training und die Wartezeit doch bewirkt haben. Mal ganz abgesehen von den Strapazen und den Mauern, die ich um mein Herz errichtet hatte. Entschlossen sah ich ihm fest in die Augen. ^Verdammt, immer noch dieselben…^ Also richtete ich meinen Blick lieber auf seine Stirn. „Die Hälfte der Kinder ist in Suna untergekommen und bis nach Konoha sind es drei, bei den Kindern vier oder fünf Tage Fußmarsch. Es ist nur logisch, dass Suna als Verbündeter von Konoha seine Ninjas zur Verfügung stellt“, antwortete ich. Ich war alles andere als begeistert, wir waren doch nur noch einen Tag von Konoha entfernt.
Sag mal, wieso antwortete ich ihm eigentlich? Das ergab doch keinen Sinn. Oh, kurzer Themenwechsel, der merkwürdige Typ da drüben… der mit den Zähnen… der meinte doch, dass wir alle bewusstlos enden würden… NUR bewusstlos wäre ja eigentlich okay, aber dafür würden sie uns verletzen.
Auch die Kinder.
Und das konnte ich nicht zulassen.
„Und nur, damit das klar ist, ich werde nicht zulassen, dass ihr die Kinder in irgendeiner Art und Weise verletzt. Bewusstlos schlagen gehört dazu.“ Ja, das war meine Meinung. Und nein, nicht einmal Sasuke konnte mich davon abbringen.
Seine Miene war mal wieder völlig undurchschaubar. Was er wohl dachte? Ob er auch so eine merkwürdige Zerrissenheit spürte? Oder war er vollkommen auf seine Rache fixiert, so sehr, dass er alle Hindernisse einfach aus dem Weg räumen würde?
Waren seine Gedanken noch die gleichen?
Früher hätte er jetzt die Gegner analysiert, auf seinen eigenen Weg, um damit zu beginnen, schon Schwachpunkte zu finden oder Fallen aufzustellen. Nur für den Fall schob ich das kleine Mädchen ein wenig zurück, sodass ich mehr Platz hatte. Dabei holte ich mit der anderen Hand ein Kunai aus meiner Hosentasche.
Sasuke legte den Kopf leicht schräg. „Okay, keine lebenswichtigen Punkte treffen“, ermahnte er seine Begleiter und rannte auf unsere Gruppe zu.
Wow, verdammt, der war schnell!
Nur im allerletzten Moment konnte ich seinem Katana ausweichen, welches mich sonst im Bauch getroffen hätte. Doch er blieb nicht stehen, er rannte einfach weiter und schlug auf die Kinder ein.
Auf die Kinder.
Die Hölle brach los. Dreißig Kinder versuchten hier Sasuke Uchiha zu entkommen, mal ganz abgesehen von seinen Begleitern, die die Kinder sogar noch härter rannahmen. Die Wachen aus Suna hielten nicht lange durch, sie fielen einfach um wie Schachfiguren. Genauso wie die Kinder.
Hey, was sollte das? Ich meine, mir war klar, dass ich ein ziemlich guter Ninja war, aber diese Typen konnten doch nicht wirklich so schlecht sein, oder? Die sind doch auch ausgebildet worden! Ja, okay, der Beste unter ihnen war seit einem Vierteljahr Jonin, nicht besonders lange, und die meisten waren Chuunin, aber das war doch übertrieben. Die hatten doch alle die Chuunin-Auswahlprüfung hinter sich!
Und… wieso kümmerte sich niemand um mich? Oh, Mist, ich musste die Kinder beschützen!
„Amaya!“, schrie ein kleiner Junge und stolperte in meine Richtung. Er floh grade vor Sasuke, der ihn von der entgegengesetzten Seite der Gruppe aus ansah.
Rasch packte ich ihn und wirbelte ihn in der letzten Sekunde beiseite, Sasuke war so SCHNELL! Verdammt, ich hätte mehr mit Rock Lee trainieren müssen, dann würde ich das nicht ganz so unglaublich schnell finden. „Amaya!“, schrie der Kleine wieder und klammerte sich an meine Beine. „Loslassen“, zischte ich ihm zu. „Wenn ich dich beschützen soll, muss ich mich bewegen können!“
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Kurz: Sasukes Sicht
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Der Nächste. Wen sollte ich nehmen? Ah, der da, der schaut mich doch sowieso schon die ganze Zeit lang an.
Als der Junge bemerkte, dass ich ihn ansah, rannte er sofort in Richtung der schönen Anführerin. Ja, sie war wirklich schön, schöner als alle Frauen, die ich bisher gesehen hatte. Kaum zu glauben, dass ich sie aus Konoha gar nicht kannte. Und dass sie die Anführerin war, musste bedeuten, dass sie wohl etwas stärker als diese Schwächlinge von Suna-Wachen war.
Gemütlich rannte ich auf die beiden zu, wirklich anstrengend würde das ja nicht werden. Der kleine Junge schrie etwas, was, das konnte ich nicht genau hören, aber die Frau nahm ihn und wirbelte ihn beiseite.
Hey, die war ja schneller als die anderen! Also hatte ich mich nicht getäuscht, sie war tatsächlich besser. Jetzt war nur die Frage, ob sie wirklich etwas auf Lager hatte oder nicht. Wahrscheinlich eher nicht, sie kam aus Konoha… wenn sie Naruto oder noch schlimmer, Sakura ähnelte, konnte sie nicht wirklich gut sein.
„Amaya!“, schrie der kleine Junge und drückte sich an die Beine des Mädchens. Sie war ja relativ jung… so in etwa in meinem Alter…
Stopp.
Halt, warte einen Augenblick.
Wie hatte der Junge sie genannt? Amaya?
Das war doch nicht… das konnte doch nicht… nein, völlig unmöglich… doch nicht DIE Amaya…
Am liebsten hätte ich angehalten und nachgesehen. Aber das wäre viel zu verdächtig gewesen. Stattdessen drehte ich mich einfach um und warf ein paar Shuriken. Sie wehrte sie mit Leichtigkeit ab – und wandte mir dabei ihr Gesicht zu.
Nein. Das war doch völlig unmöglich. Diese Augen… nein. Nein. Nein! Von allen Leuten musste ich ausgerechnet ihr begegnen? Ausgerechnet jetzt!
Moment. Wenn das Amaya war… dann waren die Kinder…
SCHEIßE! Was sollte ich denn jetzt machen? Ich wollte sie auf keinen Fall verletzen… und die Kinder auch nicht. Verdammt, ich KONNTE die Kinder nicht verletzen, nicht, nachdem ich wusste, was sie durchgemacht hatten. Nicht, nachdem sie grade aus dem Waisenhaus entkommen sind. Was für Qualen sie schon erlebt hatten… und sie waren wirklich noch so KLEIN…
Grade schlug Suigetsu mit seinem Schwert nach einem Kind und es flog mehrere Meter weit, bevor es bewusstlos zusammenbrach. Nein, das musste aufhören.
Aber was zum Teufel sollte ich denn jetzt machen?
Genjutsu. Ich würde einfach alle einschlafen lassen. Vorher musste ich nur noch die anderen zurückrufen.
„Hey! Suigestu! Karin! Juugo! Verschwindet!“, schrie ich zu meinem Team zu. Verwirrt hielten alle an. „Aber… aber es sind noch welche übrig!“ schrie Suigestu zurück. Genervt sah ich ihn an. Konnte er denn nie tun, was man ihm sagte?
„Du Idiot, wenn Sasuke sagt, wir sollen gehen, dann werden wir gehen!“, schrie Karin ihn an. Kurz darauf waren sie tatsächlich verschwunden und ich aktivierte mein Sharingan.
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Scheiße.
Wenigstens hatte mich der Junge losgelassen. Aber das würde mir im Kampf gegen Sasuke nicht allzu viel helfen… jedenfalls ohne mein KekkeiGenkai.
Also: KekkeiGenkai aktivieren!
Doch bevor ich dazu kam, schmiss Sasuke ein paar Shuriken. Was brachte das? Hielt er mich wirklich für so schwach? Ich brauchte nicht einmal ein zweites Kunai, um die abzuwehren. Das machte doch keinen Sinn, er wusste schließlich, dass ich der Anführer war. Was sollte das also?
Und um der ganzen Situation noch das letzte bisschen Logik zu nehmen, schrie Sasuke plötzlich: „Suigestu! Karin! Juugo! Verschwindet!“
Wie gesagt, jetzt war keine Logik mehr übrig. Ich war nicht die einzige, die verwirrt darüber war. „Aber… aber es sind noch welche übrig!“ schrie der, den sie Suigestu genannt hatten, zurück. „Du Idiot, wenn Sasuke sagt, wir sollen gehen, dann werden wir gehen!“, gab die Unausstehliche dazu. Bei Gottes Namen, interessierte die sich überhaupt für Logik? Anscheinend nicht. Bei ihr gab es keinen Verstand, mit dem sich das Herz streiten konnte.
In dem Moment, wo sich Suigetsu, eine Art riesenmesserschwingender Haifischmensch, Karin, eine hirnlose Sasukeverknallte und Juugo, ein orangehaariges Monster, aus dem Staub machten, aktivierte ich mein KekkeiGenkai und steckte mein Kunai weg. Es wäre mir beim Fingerzeichenformen nur im Weg.
Meine Augen veränderten sich kaum, sie waren immer noch braun. Allerdings wurden die ganz, ganz schwachen grünen Ringe stärker und entfalteten sich wie eine Blume, bei der das braun die Schattierungen waren. Faszinierend, sagten die Leute dazu. Faszinierend, als wären meine Augen irgendeine Art von Kunstwerken. Man, die hatten ja so was von keine Ahnung! Es war sehr schwierig zu kontrollieren und hat mich viel Arbeit gekostet!
Aber, hey, ich beherrschte es! Und das war großartig!
Aber anscheinend war ich nicht die einzige, die ihr Erbe aktivierte. Sasukes Sharingan leuchtete mir entgegen und plötzlich fielen alle Kinder um.
Was war…?
Achso! Genjutsu!
Mein KekkeiGenkai bestand aus zwei Teilen: Nummer eins ist irgendetwas, was sehr, seeehr schwer zu erklären ist und Nummer zwei ist, dass Genjutsus in der Zeit, wo es aktiviert ist, mir nichts mehr anhaben können – naja, eigentlich ist es eher eine Nebenwirkung von Nummer eins.
Ähm, ja. Zurück zu Sasuke. Ich musste ihn wohl sehr geschockt haben… schließlich kannte er mein Erbe nicht… ach was, er hatte mich doch nicht einmal wiedererkannt! Oder, wenn doch, dann hat er es sich zumindest nicht anmerken lassen.
„Überrascht Uchiha?“, fragte ich ihn zuckersüß. Yes, endlich war ich einmal im Vorteil! Sasuke sah mich kühl an, sein Gesichtsausdruck typischerweise undeutbar und fragte mich nur: „Also keine Genjutsus?“ Ich lachte, aus seiner Stimme konnte ich eine leise Enttäuschung rausnehmen.
Oh Gott, scheiße, ich erinnerte mich noch so gut an Sasuke, dass ich ihn deuten konnte. Na das konnte ja noch lustig werden…
„Warum?“, fragte ich zurück. Keine Genjutsus, das hatte er jetzt auch schon bemerkt. Ah, ich hatte ziemliches Glück gehabt, dass ich mein Erbe noch rechtzeitig aktiviert hatte. „Warum was?“, lautete die Gegenfrage.
^Öhm, naja, warum vieles… warum begegnest du mir JETZT, warum schickst du die anderen weg, warum das Genjutsu, warum bist du nicht bei Orochimaru…^ Mein Verstand hatte mal wieder vollkommen recht, mein Herz fragte sich nur, warum er mich verlassen hatte. Dummes Herz. Zu nichts zu gebrauchen.
„Warum das Genjutsu? Und warum bist du nicht bei Orochimaru?“ Es war besser, wenn ich auf meinen Verstand hörte. Wenn ich die Frage meines Herzens stellte, dann würde er mich für geistesgestört halten. Sasuke hatte mich ja nicht einmal wiedererkannt… aus irgendeinem Grund tat das weh. Sehr weh. Dummes, dummes, dummes Herz!
„Orochimaru ist tot. Das Genjutsu war die schnellere Variante“, antwortete er knapp. „Nein“, flüsterte ich. „Nein, das ist noch nicht alles.“ Ich konnte immer noch erkennen, wann er log. Oh, Mist, gab es irgendwo in dieser Dimension eigentlich jemanden, der so verliebt war wie ich? Und der auch noch dumm genug war und es so offen zeigte wie ich?
Sasukes Gesicht verschloss sich wieder vollkommen. Nicht einmal ich konnte mehr sagen, was er jetzt dachte. „Das war alles. Selber schuld, wenn du es nicht glaubst.“ Ja nee, ist klar. Ich war mir zu 100% sicher, was ich gesehen hatte. Da konnte er labern so viel er wollte.
Ich glaube, es wäre aber nicht so ganz das Geschickteste, ihm das zu sagen. Er zog bereits sein Katana und rannte los, noch schneller als vorher. Würde er mich umbringen? Und ich musste die Kinder noch aus dem Genjutsu holen!
Hastig formte ich mehrere Fingerzeichen. „Sonnenstrahl – ewige Verkleinerung!“, schrie ich. Also, das war der schwierig zu erklärende Teil meines Erbes. Hm.
Was genau passierte, wusste ich selber nicht, ich kann nur sagen, dass es mit meinen Augen zusammenhing. Es war so, als würde ich wissen, wie Lupen aufgebaut waren und wie sie auf Augen wirkten. Ähm nicht nur Lupen, es war, als ob ich wüsste, wie das menschliche Auge Dinge wahrnahm. Auf genau diese Art und Weise konnte ich Sachen vergrößern und verkleinern, je nach dem, was ich meinen Augen befahl zu sehen. Oder andere coole Illusionen erschaffen. Dadurch entstand eben auch die Nebenwirkung mit den Genjutsus: ich sah nur das, was ich sehen wollte. Und das konnte ich Realität werden lassen, sozusagen durch Verzerrungen der Luft und des Lichts und so. Naja, Genjutsus wollte ich eben nicht sehen und ich wehrte sie folglich automatisch mit meinen Augen ab.
Ähm, das Meiste erreichte ich durch Lupen oder Verkleinerungsgläser, die waren nämlich sehr praktisch, da sie noch mehr konnten als nur Vergrößern oder Verkleinern. Also schuf ich mit meinen Augen immer eine Art Krümmung in der Luft, die einer Lupe oder einem Verkleinerungsglas glich und konnte auch die Vorteile dieser benutzen.
Und ich wusste genau, wie ich das einsetzen konnte. Direkt vor Sasuke schuf ich eine riesige Lupe, die die Sonnenstrahlen erfolgreich bündelten.
Schon mal versucht, ein Blatt Papier so zu verkokeln? Verdammt schwierig, kann ich euch sagen. Zunächst muss die Sonne ziemlich stark scheinen, dann braucht ihr auch noch mindestens zwei oder drei super-duper-Lupen, damit das Licht ausreichend gebündelt und auf einen Punkt projiziert wird. Und dann müsst ihr auch noch warten…
Tja, jetzt stellt euch mal vor, ihr habt eine Lupe, die so perfekt ist, dass sie das Licht besser bündelt als tausend kleine Lupen. Und dass ihr sie nach Belieben noch stärker machen könnt, wodurch auch keine Wartezeit mehr entsteht. Und dass die Sonne noch wunderbar im Wüstenstil scheint. Und dass vor euch die Person steht, die ihr mehr als alles andere auf der Welt hasst, da sie euch mehr verletzt hat, als irgendjemand oder irgendetwas es jemals könnte. Und dass diese Person dich bedroht hatte und auch die Personen, die du mehr als alles andere auf der Welt beschützen willst.
Na, cooles Gefühl, stimmt's?
Nein. Stimmt nicht.
Ich fühlte mich vollkommen dreckig und zerrissen, ich wollte Sasuke eigentlich nicht verletzen… und dieser Sonnenstrahl würde ihn hundertprozentig umbringen.
Schnell verdrängte ich Gedanken und Gefühle. Jetzt ging es nur noch darum, lebendig aus dieser Sache rauszukommen.
Und, hey, wenn ich Sasuke nicht umbrachte, könnte ich ihn vielleicht mit nach Konoha schleppen! Das würde Naruto sicher gefallen. Naja, wenn seine Begleiter nicht kamen, um ihn zu beschützen.
In der Zwischenzeit war Sasuke natürlich meinem Strahl ausgewichen. Das war aber nicht weiter schlimm, ich konnte die Lupe ja mit meinen Augen kontrollieren. Und gleichzeitig kämpfen und mehr Fingerzeichen formen. Da gab es kein Problem.
Das Problem lag bei meinem Gegner und bei meinen Gefühlen. Scheiße, Sasuke hatte das Sharingan. Er schien immer schon wissen, wo ich mich als nächstes hindrehte. Ich konnte ihn fast gar nicht erkennen! Und wenn ich ihn nicht sehen konnte, konnte ich ihn auch nicht angreifen!
Oh Gott, scheiße. Das hatte ich völlig vergessen!
Da ich Sasuke nicht traf, ging der Strahl in die Luft. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ich eines der Kinder traf, die immer noch auf dem Boden lagen.
SCHEIßE, SCHEIßE, SCHEIßE, SCHEIßE! Mann, ich war so eine Idiotin! Ich hatte verdammtes Glück gehabt, dass ich noch keines der Kinder abgefackelt hatte. Mist, wie sollte ich mich jetzt verteidigen? Trotzdem löste ich das Jutsu auf, ich konnte es nicht riskieren, eines der Kinder zu treffen.
Etwas zischte durch die Luft. Ich war zu langsam, es traf mich am Arm. Ein Kunai… von wo kam es? Naja, unwichtig, Sasuke wäre sowieso schon längst weg. Endlich schalteten meine Gefühle ab, sonst wäre ich wirklich am Arsch gewesen. Hm, jetzt musste ich ihn nur noch finden, er konnte mir doch nicht einfach so ein Kunai in den Arm werfen. ^Arschloch.^
Plötzlich stand etwas vor mir. Sasuke! Danke, danke an meine Reflexe, sonst wäre ich jetzt einen Kopf kürzer. Er schwang sein Katana so unheimlich schnell und geschmeidig…
Das war unnormal! Ich konnte ihn fast nicht sehen!
Da! Ein Geräusch, es verriet Sasuke. Das Chidori… Scheiße, wenn er mich berührte, dann war ich tot. Das Chidori würde mich verbrennen. Und ich konnte ihn IMMER NOCH NICHT sehen! Wie sollte ich das hier überleben? Ich musste dieses Jutsu formen, aber das war kompliziert und dafür brauchte ich Zeit.
Verzweifelt formte ich ein kurzes Fingerzeichen und rief: „Verzerrung!“ Augenblicklich war ich für den Gegner nicht mehr klar erkennbar, etwas um mich herum brach das Licht merkwürdig und zoomte an manchen Stellen heran und an manchen weiter weg. Vorsichtbarkeitshalber verzerrte ich auch ein Stück meiner Umgebung mit, damit ich nicht gleich zu erkennen war.
Jetzt aber schnell. Nicht nur, dass dieses Jutsu Massen an Chakra verbrauchte, früher oder später würde Sasuke mich entdecken - und so wie ich ihn kannte war das eher früher als später. Ich machte einen Doppelgänger aus Licht oder was auch immer für einem Material meine Augen funktionierten und formte dann ein Ninjutsu. Mein Chakraelement war Erde, das war also relativ einfach.
Ich grub einen unterirdischen Gang bis…
Bis mir einfiel, dass das alles einen Dreck brachte, da das Sharingan Chakra sehen konnte.
Mist!
Ich holt tief Luft und setzte alle meine Hoffnung auf eine Karte. Naja, eigentlich auf zwei unterschiedliche, die das gleiche bewirkten, aber beide unwahrscheinlich waren.
Nummer eins: die Verzerrung, die ich geschaffen hatte, war von Chakra durchtränkt. Nummer zwei: ich konnte Augen das sehen lassen, was ich wollte, weshalb ich es auch Chakra sehen lassen konnte.
Hey! Nummer zwei machte wirklich keinen Sinn, ich hatte keine Ahnung, wie man das Chakra mit dem Sharingan wahrnahm. Aber bei Nummer eins gab es Hoffnung, irgendwohin mussten meine Massen an Chakra ja verschwinden, die ich für dieses Jutsu brauchte.
Blieb nur noch zu hoffen, dass da so viel Chakra war, dass Sasuke nicht sehen würde, dass ich gar nicht mehr hinter dieser Mauer stand. Also gut, jetzt unterdrückte ich mein Chakra…
Und hatte wieder ein Problem.
Wie sollte ich ein Jutsu formen, während mein Chakra unterdrückt war? Mann, scheiße! Das Leben war nicht fair!
Okay, okay. Kühlen Kopf bewahren. Ich würde ihn anders verwirren. Meinen Doppelgänger löste ich auf und sandte schnell von mir aus ein paar Strahlen aus. Die sollten jetzt wie Fangarme in verschiedene Richtungen greifen…
Hm, bei dieser ganzen Sache gab es nur einen winzigen Haken. Sollte Sasuke herausfinden, dass das alles nur eine Art Illusion war, könnte er einfach durch meine Verzerrungen durchlaufen. Es waren eben nur Verzerrungen.
WAH, ich musste mich jetzt konzentrieren! Mir lief die Zeit davon!
Ich holte tief Luft, ich hatte nur die Möglichkeit, alles einmal zu machen. ^Danke Sakura!^ Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihr tatsächlich mal wegen irgendetwas dankbar sein würde. Aber ich war grade tatsächlich saumäßig erleichtert, ihr Temperament hatte mich gerettet. Sie war immer dabei, irgendjemanden zu schlagen und so hatte ich ein Jutsu entwickelt, dass mich vor ihrer unnatürlichen Kraft schützte.
Korrekt: ICH, die größte, geistesgestörteste Idiotin weit und breit, hatte ein Jutsu entwickelt. Und dieses Jutsu wirkte, als würde ich mich hinter einer dicken, dicken Wand befinden. Die Wand bekam den Schaden ab, nicht ich. Und das Beste: die Wand krachte niemals ein, sie reparierte sich immer wieder von allein.
Oh Gott, wie klang denn das? Das klang ja so, als hätte Sasuke absolut keine Chance gegen mich. Ich mit meinen Lupen und der ultimativen Abwehr…
Das war eine Lüge. Meine Lupen wurden ja innerhalb von Sekunden außer Kraft gesetzt, aus Angst, die Kinder zu verletzen. Und das Verzerren würde bei seinem Sharingan auch nicht lange wirken, dazu kam dann das Chidori, welches meine Abwehr ohne Probleme durchbrechen würde. Das Jutsu war nicht annähernd so gut wie Gaaras Abwehr.
Alles in allem sah es also schlecht für mich aus. Sogar mehr als schlecht.
Ha! Fertig! Grade wollte ich loslaufen und angreifen, jetzt, da mich kein Kunai mehr am Rücken treffen könnte, da tauchte Sasuke plötzlich neben mir auf. „Nur Illusionen? Wie erbärmlich“, flüsterte er mir ins Ohr und rammte mir sein Katana in die Seite.
Das heißt, er versuchte es.
Von seinem Schwung und der Kraft wurde ich weit weg geschleudert, aber ansonsten bekam ich nichts ab. Für eine Sekunde zeichnete sich Unglauben auf seinem Gesicht ab, dann verschwand er wieder. Zu schnell für mich.
Mist. Wo war er jetzt wieder hin?
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Kurz: Sasukes Sicht
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Was zum…? Was war das? Wo war sie? Ich konnte überhaupt gar nichts mehr klar erkennen! Scheiße, ich wollte Amaya nicht verletzen! Aber aus irgendeinem Grund war sie immun gegen das Genjutsu gewesen und ich würde mich nicht von ihr aufhalten lassen, also musste ich wie bewusstlos schlagen.
Aber, verdammt, sie war besser als erwartet.
Dieses KekkeiGenkai… es war neu, sie hatte es noch nicht gehabt, als ich gegangen war. Ein Stich im meiner Brust. Wieso hatte ich nicht beides haben können? Rache und Liebe? Nein, ich wollte sie nicht verletzen. Auf keinen Fall. Ich liebte sie… nach all der Zeit, genauso sehr wie am Anfang.
Dieses Problem hatte sie offensichtlich nicht mehr, so, wie sie versucht hatte, mich zu verbrennen und wie sie mit mir redete. Mist, wieso? Wieso musste ich grade ihr begegnen? Ich hatte mich nicht einmal von ihr verabschieden können, da das mir das Herz gebrochen hätte und ich in Konoha geblieben wäre. Verdammt, war ich wirklich stark genug um Itachi zu besiegen, wenn ich nicht einmal meine ehemalige Freundin bewusstlos schlagen konnte? Ich musste sie ja nicht töten… und trotzdem würde ich sie am liebsten mit mir nehmen, um sicher zu gehen, dass ihr niemand je etwas antun würde.
Oh, und sie war stark. Obwohl sie aus Konoha kam, war sie stärker geworden.
Angestrengt starrte ich auf diese Wand. War das eine Wand? Konnte man es einfach so zerbrechen wie eine Wand? Wahrscheinlich nicht, ihre Gabe schien irgendetwas mit dem Licht zu sein. Sonst hätten die Sonnenstrahlen sich nicht gebündelt. Folglich sollte das einfach nur eine Illusion sein, so ähnlich wie ein Genjutsu.
Da! Irgendetwas in der Mitte des Streifens bewegte sich.
Was zum Teufel…? Was waren das für Strahlen? Brannten die auch, so wie die von der Sonne? Naja, die hatten jedenfalls keine Ahnung, wo ich war, sie schienen einfach nur in der Luft rumzufuchteln. Armselig. Denen könnte ich leicht ausweichen.
Ich musste nur noch nachsehen, ob meine Vermutung mit der Illusion stimmte. Vorsichtig nahm ich ein Shuriken und warf ihn ganz an den Rand der Wand, von dort aus würde sie ihn nicht so leicht bemerken.
Ich lag richtig. Er durchstieß die Wand ohne Probleme.
^Nun gut, wollen wir doch mal sehen, was meine Kleine so macht.^ Bei diesem Gedanken musste ich gequält lächeln, verdammt, ich hatte nicht erwartet, dass man jemanden so sehr vermissen konnte. ^Amaya…^
Ich rannte um die Wand, die eine Art Kreis um sie geformt hatte. Hinter ihr ging ich dann gradewegs durch diese Mauer, wobei ich so leise wie möglich war. Sie war dabei, irgendwelche Fingerzeichen zu formen. Meine Anwesenheit hatte sie noch nicht bemerkt… was formte sie da? Diese Kombination hatte ich noch nie gesehen! Ich musste sie daran hindern, das Jutsu zu beenden! Was sie damit wohl machen würde?
Hastig griff ich nach meinem Schwert und landete neben ihr. Sie sah mich erschrocken an und ich konnte nicht wiederstehen. Ich musste sie einfach noch einmal aufziehen. „Nur Illusionen? Wie erbärmlich“, flüsterte ich in ihr Ohr. Als sie zusammenzuckte, musste ich lächeln. Wehmütig, mein Herz tat schon wieder weh. Und ich dachte, vor allem Mädchen befiele der Liebeskummer… das ich nicht lache…
Scheiße, jetzt stand ich in der perfekten Position. Ich musste nur das Katana in ihren Bauch rammen und sie würde zusammenklappen.
Aber – das war Amaya! Nicht irgendwer, sondern Amaya!
^Und was macht dieses Mädchen so besonders? Sie hat keine Gefühle mehr für dich, du hast Konoha, sie und deine Freunde verraten. Alle einfach im Stich gelassen. Und sie hat vorhin schonmal versucht, dich abzufackeln.^ Ja, Amaya dachte logisch, wie schon immer. Sie war einzigartig, denn trotz diesem rationalem Verstand, dem man immer trauen konnte, besaß sie einen starken Gerechtigkeitssinn, hatte viel durchgemacht und hatte mehr Tiefe als jedes andere Mädchen, dem ich bisher begegnet war. Und sie war stark.
Schnell rammte ich ihr mein Schwert zwischen die Rippen. ^Amaya, es tut mir so leid, aber du schaffst das. Und ich muss, ich MUSS meinen Clan einfach rächen. Du hast dein Ziel ja schon erreicht…^
Äh, Moment mal. Also, ich hatte es jedenfalls vorgehabt, ihr mein Katana in den Bauch zu rammen. Ich hatte sie getroffen, das hatte ich auch gespürt, aber warum war sie dann nicht verletzt! Sie flog mir davon und landete etwa fünfzig Meter weiter auf dem Boden. Was war das? Hatte sie ihr Jutsu beendet? Scheiße, ich war zu langsam gewesen. Grade, als ich genug Kontrolle über mich gehabt hatte.
Na gut, wollen wir mal sehen, was dieses Jutsu alles aushält…
--
Aua.
Verdammt, der Aufprall war nicht sehr angenehm. Und der Boden war auch nicht das, was man bequem nennen konnte…
WAAAAH, ICH IDIOTIN! Was lag ich denn bitte noch hier rum? Sasuke würde mich umbringen! Immerhin war er mit dem Katana auf mich losgegangen!
Schnell sprang ich wieder auf meine Beine – nur um sofort wieder zu Boden zu gehen. Irgendetwas war mit Wucht auf meinen Kopf geknallt. Wollte er mir den Schädel einschlagen? Schön, das hatte Sakura oft genug versucht, nie geklappt.
Hastig stand ich auf, ich musste auch mal angreifen, sonst würde das hier ja nichts werden. Dann könnte ich mein Leben und die Kinder vergessen. Was für eine Scheißsituation!
Da! Ein Schatten! Ich warf ein Shuriken, war aber mal wieder viel zu langsam. Hm, ich hätte WIRKLICH mehr mit Lee trainieren sollen. Egal, was für ein Idiot er war, er war ein schneller Idiot.
Ernsthaft, wenn ich weiter über solche Sachen während dieses Kampfes nachdachte, dann würde ich sterben! Konnte ich mich denn nie zusammenreißen?
Entnervt zog ich mein eigenes Katana und biss die Zähne zusammen. Jetzt hieß es konzentrieren…
Hey, konnte ich meine Augen eigentlich auch dazu bringen, Sasukes Bewegungen zu sehen? Das wäre doch mal etwas nützliches!
Öhm, was wollte ich denn erreichen? „Zeitlupe!“, schrie ich und setzte einfach mal ein bisschen Chakra frei. Da war ja sogar das Wort Lupe drin, wie lustig… okay, irgendetwas hatte meinen Verstand zerstört. Ich schien so ziemlich am Ende zu sein, wenn ich über solche Sachen nachdachte.
Und – BÄÄÄM! Es funktionierte! Naja, ein bisschen zumindest. Ich konnte Sasuke jetzt als Schatten sehen, der zwischen den Kindern hin- und herhuschte.
Da kam er wieder!
Sofort zückte ich mein Katana und blockte den Angriff. Gleichzeitig setzte ich zu einem hohen Tritt an – ziemlich dumm von mir, so im Nachhinein gesehen. Sasuke wich einfach aus und packte mein Bein. Er riss es herum und wollte mich auf den Boden befördern, aber ich nutzte diesen Schwung um ihn mit meinen anderen Fuß ins Gesicht zu treten.
Yeeeeees, Treffer! Zwar ein ziemlich schwacher und ich lag jetzt auf dem Boden und mir war ein bisschen schwindelig von den vielen Umdrehungen, aber so könnte ich es schaffen. Kaum berührte ich den Boden, rollte ich auch schon zur Seite und wich damit einem Kunai aus.
Scheiße, nein! Mein Katana! Ich sprang auf und formte ganz nebenbei einen Doppelgänger, der sich mein Katana schnappte. Ich ließ ihn auf Sasuke zurennnen, während ich ein bisschen Chakra in meine rechte Hand fließen ließ. Kurz bevor der Doppelgänger von Sasukes Katana getroffen wurde, warf er mir meins zu. Wie nebenbei pflückte Sasuke es aus der Luft – damit waren dann seine beiden Hände beschäftigt.
Rasch ließ ich meine Hand auf ihn zusausen, doch, verdammt, er wich einfach aus. Mist! Ich war an so bewegliche und schnelle Gegner nicht gewöhnt! Mal das Gefährlich beiseitegelassen…
Sasuke schleuderte mein Katana weg, tauschte seins in die linke Hand und rechts erschien stattdessen das Chidori.
JETZT war ich am Arsch.
Mein tolles Jutsu konnte ich vergessen, das hielt so etwas nicht aus. Alles, was mir blieb, war ausweichen: und darin war ich viel zu schlecht. Maaaaaan, musste dieser Idiot auch noch das Chidori beherrschen? Reichte eine perfekte Schwertführung, ein perfekter Körper und das Sharingan nicht?
Wieso hasste mich der Himmel!
Und wieso versank ich, während ich in Lebensgefahr schwebte, in Selbstmitleid?
Danach war der Kampf schnell zu Ende. Mein KekkeiGenkai nützte nichts mehr wirklich und für mein neues Jutsu galt dasselbe. Etwa fünf Schlägen konnte ich ausweichen, aber dann hatte Sasuke einfach keine Lust mehr und wurde noch schneller.
Hatte er die ganze Zeit nur mit mir gespielt? Keine Ahnung…
Sein Chidori traf mich und ich ging zu Boden. Aua, mein Bauch… ich konnte von Glück reden, noch nicht tot zu sein. Anscheinend hatte die Wand doch ein bisschen abgefangen, denn mein Bauch war nicht durchbohrt. Ich spuckte Blut… aua… scheiße… ich würde sterben… ich Idiot…
Tja, das war dann wohl ich: umgebracht von der Person, die ich liebe.
Moment mal.
Das gibt es doch nicht. Wie konnte ich ihn IMMER NOCH lieben? Er hatte mich grade fast umgebracht!
Wo wir grade schon dabei sind, wieso tötete er mich eigentlich nicht vollständig?
„Mädchen, du wirst mit mir kommen“, flüsterte mir eine Stimme ins Ohr. Ich verschluckte mich vor Schreck an meinem Blut und musste heftig husten. Aaaaaah, scheiße, tat das weh! Aber… WAS ZUM TEUFEL MEINTE SASUKE MIT ‚DU WIRST MIT MIR KOMMEN'! „In dir steckt Potenzial, du bist stark. Dein KekkeiGenkai ist… interessant und deine Dummheit werde ich dir schon noch austreiben.“
Hahaha, guter Scherz! Niemand konnte mir meine Dummheit austreiben, nicht mal ich selber… halt. Hieß das, ich würde nicht sterben? Aber was ist mit den Kindern? Er würde mich mitnehmen? Wohin?
Ähm, jetzt hatte ich Angst. Was würde er mit mir machen? Ich empfand so viel Entsetzen, dass sogar mein Husten aufhörte. „Aufstehen“, flüsterte er in mein Ohr. Dabei spürte ich, wie sich etwas um mein Handgelenk legte.
Eine Schnur? Eine Schlange? Irgendein Jutsu? Ich weiß es nicht.
Jedenfalls stand ich auf, was gar nicht so einfach war. Ich musste die ganze Zeit an die Kinder denken… „Was… was ist mit den Kindern? Ich bin für sie verantwortlich“, brachte ich mit erstickter Stimme heraus. Verdammt, ich wollte nicht sterben, indem ich mich Sasuke widersetzte, aber ich konnte die Kinder doch nicht alleine lassen!
„Es gibt doch noch die Suna-Wachen“, antwortete Sasuke ungerührt und zog ein wenig an meinen Armen. So ein arroganter Idiot. Ich hatte grade das Chidori in den Bauch bekommen! Mal ganz abgesehen davon, dass die Suna-Wachen, wie eben festgestellt, alles Schwächlinge waren.
Nachdem ich mich auf die Beine gequält hatte, musste ich ein bisschen gebückt laufen, mein Bauch… dieser Arsch von Sasuke hatte mich tatsächlich in den Bauch mit Chidori getroffen!
Und ich fand eigentlich gar nicht, dass er so ein Arsch war… immerhin hatte ich überlebt…
Nein! Meine beschissenen Gefühle waren wieder dabei, mich zu hintergehen! Und ich konnte absolut gar nichts dagegen machen, weil Gefühle nunmal nicht logisch waren. Selbst wenn würde das nicht viel bringen, weil mein Verstand ja nur auf drei Fakten konzentriert war: Nummer eins: mein Bauch. Nummer zwei: Flucht und somit die Kinder und die Nummer drei war – Sasuke.
Okay, ich geb's zu, beim letzten würde Logik doch helfen.
Hab ich schonmal erwähnt, wie gutaussehend er war? Er lief vor, ich natürlich brav hinterher und ich durfte seinen Rücken betrachten. Und seine Haare… wow, die sahen so weich aus! Wie gerne ich sie berühren würde. Ich war sogar schon dabei, die Hand zu heben, als mir wieder auffiel, dass die hinter meinem Rücken gefesselt waren. Wunderbar, mit einem Schlag zurück in die Realität.
Wir liefen nicht lange, bis zu den anderen drei waren es höchstens fünf Minuten. Aber es waren fünf beschissene Minuten, fünf WIRKLICH beschissene Minuten. Nur zu gerne hätte ich gesehen, wie mein Bauch aussah. Wahrscheinlich blau und lila mit ein bisschen Blut… wäääh… vielleicht war es doch besser, das ich ihn nicht sah.
Gott sei Dank war mein Hemd dunkel! Ja, schon klar, in der Wüste hatte ich das noch verflucht, aber dunkel war einfach praktischer. Und ich würde niemanden zeigen, wie sehr Sasuke mich verletzt hatte. Weder körperlich noch seelisch. Ich war schließlich nicht der Schwächling, für den mich alle irgendwie hielten. Weil ich klein war? Möglicherweise. Alles Idioten, ich hatte nicht einmal mit meiner vollen Stärke gekämpft.
JA, ich gestehe schon wieder, ich bin schuldig. Ich konnte einfach nicht auf Leben und Tod mit Sasuke kämpfen… ich wollte ihn ja nicht einmal verletzen… scheiße, ich war so naiv…
Jedenfalls warteten Sasukes Begleiter schon auf uns. „Sasuke! Wir haben uns schon gefragt, ob du überhaupt noch vorhattest, zurückzukommen, das hat ja ewig gedauert“, beschwerte sich sofort der weißhaarige Typ. Sasuke blieb gelassen und unterbrach die Frau, bevor sie anfangen konnte, auf den Haifischtypen loszugehen. Wie war noch einmal sein Name? Sugetsu? Sugatsu? Sugotsu? Irgend so etwas eben. Und die Frau war einfach nur die Unausstehliche, die brauchte von mir aus keinen Namen.
Mein Herz freute sich diebisch darüber, dass Sasuke sie nicht beachtete. Er hatte sie einfach unterbrochen – noch ein Pluspunkt. Noch einer, weil er die Kinder ja schon vorher in Ruhe gelassen hatte. Zumindest am Ende, das Genjutsu hatte immerhin keinem wehgetan.
Mein Verstand war damit beschäftigt, meine jetzige Situation zu analysieren. Wo war ich? Wer war dabei? Was für Fähigkeiten hatten die? Wie hoch war meine Chance, wieder lebendig aus dieser Sache rauszukommen? Bestand eine Fluchtmöglichkeit, ohne irgendwen zu gefährden? Ziele? Erpressungsmöglichkeiten? So etwas eben…
Zu meiner Enttäuschung konnte ich auf die meisten dieser Fragen nicht wirklich antworten. Wo war ich? Etwa einen halben Tag von Konoha entfernt. Ohne die Kinder war ich schneller. Wer war dabei? Ich alleine auf der einen Seite, auf der anderen Seite Sasuke, der Haifischtyp, die Unausstehliche und der Orangehaarige. Was für Fähigkeiten hatten die? Sasuke besaß das Sharingan, hervorragende Genjutsus und Ninjutsus, Chidori und das verfluchte Mal. Der Haifischtyp hatte ein unheimlich langes Schwert, was eher aussah wie ein Küchenmesser. Bei der Vorstellung, wie der Typ damit Gemüse schnitt, musste ich grinsen. Weitere Fähigkeiten kannte ich nicht. Die Unausstehliche schien keine besonderen Fähigkeiten zu besitzen, zumindest nicht, was den Kampf anging. Oder sie hatte sie zumindest nicht gegen die Kinder eingesetzt – aber irgendetwas Besonderes musste sie schon haben, sonst hätte Sasuke sie ja nicht mitgenommen.
Außer… außer… mein Herz lehnte allein die Vorstellung schon ab. Die war einfach unausstehlich! Sasuke konnte nichts mit ihr haben. Egal, ob das Sinn machen würde oder nicht.
Blieb noch der Orangehaarige, der das verfluchte Mal ebenfalls zu haben schien. Außer dieses Mal schien er nichts zu können… aber so, wie er es einsetzte, brauchte er auch nichts anderes. Okay, wie hoch war meine Chance, lebendig aus dieser Sache rauszukommen? Keine Ahnung, das hing alles von den nächsten paar Minuten ab. Bestand Fluchtmöglichkeit, ohne jemanden zu gefährden? Nein, eher nicht, die Kinder waren noch viel zu sehr in der Nähe. Später vielleicht – wenn ich die Fähigkeiten von allen kannte und die Kinder in Sicherheit waren. Ziele? Keine Ahnung. Wahrscheinlich Itachi Uchiha töten. Erpressungsmöglichkeiten? Nein. Oder doch, keine Ahnung.
Da habt ihr es, ich war ganz schön am Arsch. Ich konnte die Leute, die mich gefangen hielten, einfach nicht einschätzen.
„Das“, begann Sasuke plötzlich und ich erstarrte. Er hatte eine so schöne Stimme… nein, nein, nein! Ich war hier eine Gefangene, ich sollte hier so schnell wie möglich verschwinden. Betonung liegt hierbei auf MÖGLICH. Und dieser beschissene Uchiha konnte mir egal sein, genauso wie seine doofe Stimme, sein unglaublicher Körper, sein wunderbarer Geruch und… Fuck, ich konnte ihn ja nicht einmal beschimpfen, ohne dass es in einem Lobgesang endete. „Das ist ein neues Mitglied.“
WAS! Ungläubig sah ich in Sasukes Richtung. Das war's mit den romantischen Gedanken. Ich war ganz sicher nicht ein neues Mitglied. Das konnte er so was von vergessen.
Sein Blick wurde amüsiert, als er meinen Gesichtsausdruck sah. Scheiße, ich musste wieder meine ausdruckslose Miene finden. „Auch wenn sie wohl mehr Gefangene ist als das.“ Na da war einer aber mal wieder aufmerksam. Er machte eine Handbewegung und auf einmal waren meine Arme wieder frei. Sollte der doch sterben gehen, schmerzvoll verbrennen, qualvoll ersticken, gewaltsam erstochen oder brutal zermalmt. Wie war mir grade ziemlich egal…
Nein!, protestierte mein Herz wieder. Ach, das könnte ich gleich mit töten.
Wenigstens waren meine Hände wieder einsatzfähig. Als erstes ließ ich meine Schultern kreisen, langsam kehrte das Gefühl in sie zurück. Danach massierte ich meine Handgelenke und sah die Mitglieder genauer an. Immerhin würde ich jetzt wohl oder übel – eher übel – mehr Zeit mit ihnen verbringen müssen.
„Heeey, wie heißt du eigentlich?“, fragte mich auf einmal der Typ mit Haifischzähnen. OMG, diese Zähne! Das war verdammt unheimlich. „Und wieso hat Sasuke dich jetzt eigentlich gefangen?“ Hm, DAS wüsste ich auch gerne. Obwohl es eindeutig besser war als sterben.
„Ich bin Amaya“, lächelte ich ihn an. Dabei schielte ich unauffällig in Sasukes Richtung, von dem allerdings keine erkennbare Reaktion kam. Hatte ich mich geirrt und er wusste doch, wer ich war? War ich ihm so egal? „Ähm, und ich schätze, ich bin wegen meinen Kampffähigkeiten hier.“
Der Weißhaarige pfiff und sah Sasuke an. „Sag bloß, die hat was drauf?“ Sasuke zuckte nur die Achseln und meinte, wir würden weitergehen.
^So ein Arschloch!^ Er hatte zu 100% gemerkt, dass er mich mit seinem Chidori getroffen hatte. Und das tat WEH verdammt, war der eigentlich so beschränkt? Oder wollte er mich quälen, genauso, wie er offenbar Naruto quälen wollte?
„Ja, ich habe so einiges drauf“, knurrte ich den Typen an. „Und du solltest aufpassen, dass ich dir damit nicht gleich eins überziehe!“ Eigentlich war ich ja nicht so, aber irgendwie war ich grade ziemlich aggressiv und brauchte irgendetwas, woran ich das auslassen konnte.
„So ist das also. Kannst du ja gerne mal ausprobieren“, grinste der Typ einfach nur. „Ich bin übrigens Suigestu.“ Ich seufzte. Nur zu gerne würde ich es ausprobieren, unterdrückte diesen Drang jedoch erfolgreich. „Nett dich kennen zu lernen.“ Er grinste breiter und ich musste jetzt doch auch ehrlich grinsen. Dieses Grinsen war einfach ein Witz für sich, ich verspürte den Drang, laut loszulachen.
^Ein verrückter Haufen.^
Die Frau würdigte mich keines Blickes und schien meine Anwesenheit auch sonst vollkommen zu ignorieren. Na gut, sollte sie doch. Ich hatte ja schon vorher beschlossen, dass sie keinen Namen brauchte. Stattdessen lächelte mich der riesige orangehaarige Typ freundlich an. „Ich bin Juugo.“ Ich lächelte zurück, der schien ja trotz seiner Größe ganz in Ordnung zu sein. „Amaya“, antwortete ich also. Da die Frau immer noch keine Anstalten machte, sich vorzustellen, übernahm Suigetsu das für sie. Ich hatte so das Gefühl, das der nichts lieber als Reden tat.
„Das ist die Nervensäge Karin“, meinte er und deutete mit seinem Getränk in Richtung hässliche Unausstehliche. „WAS HAST DU GESAGT SUIGETSU!“, schrie die Frau und ich grinste. Tja, ich glaube, hier hatte ich jemanden gefunden, der meine Gedanken teilte. Da hatte jemand aber ein paar Sympathiepunkte gesammelt. Karin holte aus und schlug nach Suigetsu. Doch anstatt ihn zu treffen, traf sie Wasser.
AAAAH! Suigetsu war ein Wassermensch! Er hatte nicht nur Haifischzähne, er wurde sogar zu Wasser! Oh Gott, scheiße, gab es hier denn niemanden normalen?
„Mach dir nichts draus, die sind immer so“, antwortete Juugo auf meine Gedanken. Ich zog eine Grimasse. „Was meinst du mit immer?“ Wieder lächelte er und wurde mir wirklich sympathisch. Ja, hier würde ich es aushalten können: Sasuke wollte mich nicht töten, er hatte mich als Mitglied vorgestellt, Juugo war nett und freundlich und schien mir Sachen zu erklären und Suigetsu teilte meine Meinung im Hinblick auf Karin. Karin konnte dann Suigetsu nerven, falls er mir nervig wurde. Klang doch ganz gut.
„Das geht den ganzen Tag über so. Sie scheinen einander aufrichtig zu hassen“, erläuterte Juugo mir.
Moment.
Den ganzen Tag!
Mist, das hatte ich nicht gewollt. Das würde ich keine fünf Tage überleben, spätestens dann hätte ich einen Nervenzusammenbruch. Scheiße. Gott sei Dank schienen sich Sasuke und Juugo nicht an diesem Gezanke zu beteiligen, vielleicht konnte ich mich einfach bei denen verstecken…
Beim Gedanken, mich bei Sasuke zu verstecken, wurde ich rot. Nein, ich würde mich wohl eher mit Juugo anfreunden.
Dann liefen wir los. Es wurde nicht wirklich viel geredet, nur Suigetsu nervte. Er schien keinerlei Ausdauer zu haben, dabei war er noch nicht einmal so verletzt wie ich!
Mittlerweile war ich mir übrigens nicht mehr sicher, ob ich aus dieser Sache noch lebend rauskommen würde. Mein Bauch trieb mich langsam aber sicher an den Rand meiner Selbstbeherrschung. Es wurde immer schwieriger, diese Verletzung zu überspielen, bis es nach drei Stunden völlig unmöglich wurde.
Seit einer Stunde lief ich schon gebückt, damit ich meine Bauchmuskeln entspannen konnte. Aber das war anscheinend nicht genug, immer noch schien sich ein Loch in mich fressen zu wollen. Ein böses, hässliches, ausgefranstes Loch… seit einer Viertelstunde war ich am Keuchen und mein Sichtfeld verengte sich immer weiter. Juugo sah mich schon merkwürdig an und ich betete zu Gott, dass Suigetsu wieder nach einer Pause fragen würde.
Natürlich wurde mir dieser Wunsch mal wieder nicht erfüllt. Hiermit erkläre ich alle Religionen zu totalem Reinfall.
Ich war kurz davor, einfach zusammenzubrechen, als Juugo mich dann endlich fragte, was los sei. „Ähm… gar nichts“, antwortete ich erstickt, was aber mehr wie eine Frage klang als wie eine Antwort. Wir beide waren hinter den anderen, die letzten, also blieb er einfach stehen und fasste mich am Arm. „Mit dir stimmt doch was nicht“, beharrte er.
Ich kniff die Augen zusammen. Lügen konnte ich nicht, keine Kraft mehr übrig, aber auch für anderes hatte ich keinen Kraftvorrat mehr. Also hielt ich mir einfach die Hände vor den Bauch und hoffte, dass er verstand. „Bist du verletzt?“, fragte Juugo sofort. Ha, wusste ich es doch, er war intelligent. Stumm nickte ich und musste mich dazu zwingen, meine Hände wieder von meinem Bauch zu nehmen.
Juugo kniete sich derweil hin, ansonsten war er viel zu groß. Vorsichtig hob er mein Hemd an und sog scharf die Luft ein. „Was war DAS?“, fragte er schockiert. „Chidori“, presste ich mit Mühe hervor. Wah, scheiße, das tat WEH!
„Hey, Sasuke, Pause!“, schrie Juugo zu den anderen. Suigetsu seufzte erleichtert auf, während Karin und Sasuke eher genervt aussahen. „Amaya ist verletzt“, erklärte er allen und mir wurde das grade ziemlich peinlich. Nein, Aufmerksamkeit war immer noch nichts für mich. Ich spürte, wie ich knallrot wurde.
Sasuke runzelte ganz leicht die Stirn, wahrscheinlich das äußerste, was er an Gesichtsausdrücken so auf Lager hatte. „Verletzt?“, wiederholte er. Mit viel Mühe riss ich mich ein letztes Mal zusammen und bediente mich an meinem Sarkasmus. „Nein, ich bin immer so langsam, das macht einfach mehr Spaß!“, schleuderte ich ihm entgegen. Hatte er wirklich nicht bemerkt, wie er mich mit dem Chidori verletzt hatte? Wie doof konnte man sein? Ich hatte doch sogar Blut gespuckt!
Arroganter Idiot!
Seine Miene glättete sich wieder. „Na, dir schein es ja noch ziemlich gut zu gehen“, meinte er nur, drehte sich wieder um und lief weiter.
Mir klappte trotz aller Schmerzen der Mund auf. Für diesen Arsch hatte ich tatsächlich Gefühle?
„Sasuke, ich sag es nur ungern, aber ihr Bauch sieht wirklich übel aus“, versuchte es Juugo noch einmal.
Aber entweder er hatte keinen wirklichen Einfluss im Team oder er war zu wenig überzeugend, jedenfalls reagierte Sasuke überhaupt nicht. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass Sasuke ein arrogantes Arschloch war, das klang immer noch am plausibelsten. Karin schnaubte verächtlich und meinte nur, dass sie auf einen weiteren Schwächling im Team durchaus verzichten könne. Am liebsten hätte ich sie heftig in ihre hässliche Fresse geschlagen, aber dummerweise hinderte mich eine gewisse Verletzung daran. Ihr Glück. Nächstes Mal könnte dieses Miststück was erleben.
Suigetsu war der einzige, den das zu interessieren schien. „Ernsthaft? Zeig mal“, verlangte er und ging ebenfalls in die Knie. Hm, ich war einfach zu klein… Mist… konnte man seinen Körper nicht zum Wachsen zwingen?
Ich schaffte es nicht, mein Hemd anzuheben, das musste der Haifischtyp schon selber machen.
Kaum hatte er das getan, ließ er es auch schon wieder fallen. Ich war mittlerweile ziemlich neugierig, wie mein Bauch denn jetzt aussah, dass alle so extrem darauf reagierten, aber ich sah lieber nicht nach. Am Ende würde ich noch in Ohnmacht fallen… Scherz, aber es würde meiner Entschlossenheit ganz sicher nicht helfen. „Wow, das sieht WIRKLICH übel aus. Wie hast du das denn gemacht?“, wollte Suigetsu wissen, während er sich wieder auf die Beine kämpfte.
Da ich nicht fähig war zu antworten, übernahm Juugo das. „Sasuke hat Chidori gegen sie eingesetzt“, erläuterte er. Daraufhin sah der Haifischtyp mich mit einer Mischung aus Respekt und Entsetzen an. „Naja, gut abgewehrt, das muss man dir lassen“, grinste er mich an. Unsicher lächelte ich zurück. War das ein Kompliment?
„Hey, Suigetsu, wenn ihr noch weiter so rumtrödelt werdet ihr zurückbleiben“, rief Karin uns unbeteiligt zu. Das war offenbar eine Anweisung von Sasuke gewesen, diesen Tipp hätte sie uns niemals von sich aus gegeben. Selbst wenn er unnötig war.
„Elende Nervensäge“, knurrte Suigetsu und drehte sich in Karins Richtung. Ich musste jetzt doch grinsen, scheiß auf meinen Bauch, es tat einfach zu gut, das zu hören. Danach drehte er sich entschlossen wieder in meine Richtung und starrte mich aus seinen violetten Augen an. „Geht's denn?“, versicherte er sich.
Okay, ab jetzt war er nur noch Suigetsu, nicht mehr der Haifischtyp, er war mir definitiv sympathisch.
Ich nickte mit zusammengebissenen Zähnen und versuchte, einen Schritt weiter zu gehen. Da musste ich jetzt durch. „Suigetsu, sie ist damit schon drei Stunden lang gelaufen“, erinnerte Juugo ihn. Sein Gesichtsausdruck wurde Mitleidig und Schuldbewusst und er murmelte vor sich hin, wieso zum Teufel er derjenige war, der so oft um eine Pause gebeten hatte. Dann hob er die Stimme und rief Sasukes Namen.
Sasuke war alles andere als begeistert, aber durch die Tatsache, dass die Hälfte seines Teams darauf bestand, stehen zu bleiben, kam er schließlich doch rüber. „Dann zeig mal“, verlangte er auch. Mir war das ziemlich peinlich, bei den anderen okay, aber bei Sasuke…
Gänsehaut.
Mit viel Mühe schaffte ich es, mein Hemd anzuheben. Aber die Schmerzen war auf jeden Fall besser, als die Schmerzen, die ich bekommen würde, wenn Sasuke mich berühren würde.
Sein Gesichtsausdruck versteinerte sich und ich sah so etwas wie Schuldgefühle in seinen Augen aufblitzen. „Warum hast du nichts gesagt?“, fuhr er mich an. Hallo, geht's noch? ER war es doch, der mich verletzt hatte. ER sollte das doch bemerkt haben. Suigetsu und Juugo hatten das außerdem für mich übernommen. Und anstatt sich zu entschuldigen, musste er mich gleich anfahren.
Mann, ich vermisste den alten Sasuke so sehr…
Ich konnte ihn einfach nur ansehen, meine Stimme funktionierte nicht mehr. „Karin, komm her“, rief Sasuke über seine Schulter. Na toll, was sollte das denn jetzt wieder werden? War diese dumme Tussi ein Medic-nin? Lieber verreckte ich an meinen Schmerzen, als mich von der behandeln zu lassen.
OMG, meinte ich das ernst? War ich wirklich so eifersüchtig? War ich völlig gestört?
Ich zwang mir ein gekünsteltes Lächeln aufs Gesicht, als das rothaarige Ungeheuer herkam. Sie würdigte mich mal wieder keines Blickes, ihre Augen gafften nur Sasuke an. Innerlich verschaffte mir das wenigstens ein bisschen Genugtuung, ich wusste noch von früher, dass Sasuke diese Mädchen einfach nur nervig fand.
^Aber er ist nicht mehr der Alte^, erinnerte mich mein Verstand wieder. Ein Stich in meinem Herzen. Genoss er jetzt diese fanatische Aufmerksamkeit? Ist er zu dem Typ Mann geworden, der jeden Tag ein anderes Mädchen nahm, nur so zum Spaß?
Naja, konnte mir doch egal sein. Meinte zumindest mein Verstand. Und ich konnte ihn verstehen, Sasuke war ein arroganter Idiot.
„Was ist denn, Sasuke?“, fragte Karin mit klimpernden Augen. Hilfe, ich glaub, ich muss mich gleich übergeben… was übrigens nicht am Bauch lag… naja, jedenfalls nicht nur…
Anstatt zu antworten, hob Sasuke mein Hemd hoch. Augenblicklich wurde ich knallrot, dabei hatte er mich noch nicht einmal berührt! Scheiß Gefühle. Nächstes Leben werde ich Stein.
Die Unausstehliche starrte einfach nur entsetzt auf meinen Bauch und ich versuchte mich – erfolglos, leider – ein bisschen aufzurichten. Plötzlich krempelte sie ihren Ärmel hoch und Sasuke ließ mein Hemd endlich wieder los. Sie hielt mir ihren Arm hin und ich sah sie ausdruckslos an. Was sollte das? „Na mach schon, wir haben nicht ewig Zeit“, zischte sie mich an.
Also, ich hätte ihr dieses Mal sogar gehorcht – wenn ich gewusst hätte, was ich denn jetzt machen sollte. Ihr Arm gab mir denkbar wenig Informationen. Obwohl… da waren Narben… ganz schön viele… es sah aus, als wären das Zahnabdrücke…
Bevor irgendjemand etwas sagen konnte, biss ich einfach in ihren Arm. Und hoffte, dass ich mich nicht zum Narren machte. Aber was Besseres war mir einfach nicht eingefallen und ich würde ganz sicher nicht zulassen, dass mir diese minderbemittelte Tussi irgendetwas erklären musste.
Ah! Was war das? Mein Bauch… es fühlte sich an, als würde meine Verletzung nach außen gedrückt werden. Das war doch nicht normal? Erschrocken ließ ich von Karins Arm ab und richtete mich auf.
Moment mal. Ich konnte wieder grade stehen und es tat nicht weh! Wow, was war das für eine Heiltechnik? Okay, jetzt wusste ich auch, warum diese Nervensäge im Team war. Das war verdammt beeindruckend.
Aber, ganz im Ernst: es war mir scheißegal.
Ich war zwar dankbar, dass meine Verletzung geheilt war, aber ich mochte sie immer noch nicht. Dafür müsste schon ein wahres Weltwunder geschehen.
„Okay, dann können wir ja jetzt weiter“, sagte Sasuke emotionslos und stand wieder auf. Ich nickte und ging ein paar Schritte zurück. Zurück zu Suigetsu und Juugo, die beiden waren in Ordnung. Sasukes Gegenwart bereitete mir Schmerzen und Karins Gegenwart machte mich aggressiv, da zog ich die beiden anderen vor.
Juugo sah mich besorgt an und ich lächelte ihm zu. Er war sogar schwer in Ordnung, er schein jemand zu sein, mit dem ich mich auch außerhalb dieses Teams verstehen könnte. Dann grinste ich Suigetsu zu. „Danke!“, rief ich herzlich. Bei ihm war ich mir nicht so sicher mit außerhalb des Teams, aber innerhalb auf jeden Fall. Er grinste zufrieden zurück und strahlte: „Für dich immer wieder!“ Ich grinste noch mehr und fühlte mich beim Laufen erstaunlich leicht und frei von allen Schmerzen.
Ähm, keinen falschen Eindruck bekommen: das lag nicht an Suigetsu, es lag an der Tatsache, dass ich keine Bauchschmerzen mehr hatte. Und dass ich endlich offen Lächeln konnte. Scheiße, egal was für ein arroganter Idiot Sasuke war, er hatte ein Teil meines Herzens. Und ohne diesen Teil konnte ich nicht lachen – aber jetzt hatte ich ihn wieder…
Dafür kam dann bald die Erschöpfung. Seelisch war ich schon im Waisenhaus total am Ende gewesen, Sasuke hatte mir dann den Rest gegeben. Körperlich hatte ich seit ca zwei Wochen nicht mehr richtig geschlafen, hatte einen Kampf mit der Wüstensonne hinter mir, einen Kampf mit Sasuke, vier Stunden Wanderung und eine Heilung. Ja, ich war müde.
Juugo bemerkte das. Er war erstaunlich aufmerksam, keine Ahnung, woran er das denn jetzt wieder gemerkt hatte. „Müde?“, fragte er mich plötzlich. Verlegen zuckte ich nur mit den Achslen. „Ein bisschen“, gab ich aber trotzdem zu. Er sah zu Sasuke. „Wir werden wohl noch mindestens eine Stunde laufen.“ Eine Stunde nur noch! Ich war erleichtert. „Schaffst du das noch?“, fragte mich Juugo besorgt, woraufhin ich ihn angrinste. „Klar, ohne die Verletzung geht es mir wunderbar!“
Er lächelte, glaubte mir aber nicht ganz. Suigetsu hätte es mir abgekauft, Juugo nicht. Eben die Art von Person, die ich gerne mag, etwas aufmerksamer als der Rest.
Als ich nach einer Viertelstunde dann nur noch auf den Boden sah und wie automatisch einen Fuß vor den anderen setzte, hob er mich ohne Vorwarnung hoch und setzte mich auf seine Schultern.
Also, das war ein Schock! Stellt euch vor, ihr geht wie eine Maschine teilnahmslos immer weiter und denkt dabei darüber nach, wie ihr aus einer bescheuerten Situation wieder rauskommt, wie man Liebe unterdrückt und warum der Himmel euch hasst – und dann hebt euch plötzlich jemand hoch und du kommst dir vor wie eine Spielzeugpuppe.
„Ähm, Juugo, was soll das?“, wollte ich ein wenig verunsichert von dem großen Kerl wissen. „Ich kann einfach nicht mehr mit ansehen, wie du dich wie ein Automat vorwärts bewegst. Du siehst vollkommen erschöpft aus.“ Wo er Recht hat, hat er recht, da konnte man nichts machen. Trotzdem, mich einfach so auf die Schultern setzen… ich klammerte mich an seine Stirn und hoffte einfach, dass er mich nur nicht loslassen würde. Ich würde sicher runterfallen.
Verrückt, ich war eine ausgebildete Kunoichi, noch dazu eine gute, ich würde immer zuerst auf den Füßen landen und trotzdem hatte ich Angst, dass ich runterfallen würde. Verrückt. Aber das Gefühle keine Logik haben, das wusste ich ja schon. Leider.
Wie gesagt, nächstes Leben würde ich Stein werden. Die haben keine Gefühle.
Nach einer Viertelstunde Angespanntheit beschloss ich einfach, mich zu entspannen. Es war cool hier oben, ich konnte alles und jeden sehen. So groß wäre ich gerne immer! „Sag mal Juugo, stört es eigentlich manchmal, groß zu sein?“, fragte ich meinen Träger. Dann nahm ich meine Arme und stützte sie kühn auf seine Haare. Uh, die waren schön weich, da konnte man doch glatt einschlafen!
Juugos Gesichtsausdruck konnte ich leider nicht sehen, aber seine Stimme verriet mir, dass er lächelte. „Manchmal, ja. Alle Leute drehen sich zu dir um, nie bleibst du unbemerkt. Außerdem denken viele, ich wäre böse…“ Bei diesem Satz verdunkelte sich seine Stimme. Wieso? Hatte er ein Trauma, da ihn viele Leute für böse hielten? „Ist wahrscheinlich aber besser so“, meinte er.
Nein, das konnte ich so nicht sitzen lassen. Er war der beste in Sasukes bescheuertem Team! „Ach, ich finde dich nicht böse“, sagte ich also leichthin. Seine Schulternmuskeln spannten sich an und der griff seiner Hände um meine Knöchel wurde fester. „Solltest du aber“, knurrte er.
Was? Wieso sollte ich Juugo böse finden? Ich fand ihn nett… scheiße, in was war ich denn da wieder geraten? „Aber ich finde dich nett“, widersprach ich also. „Nett und höflich und aufmerksam. Du machst dir Gedanken über deine Umwelt und du hast mir geholfen, obwohl du mich nicht einmal kanntest.“ So, das sollte er jetzt erst mal verkraften. Die reine Wahrheit, keine geistesgestörten Fantasien, die auch ich manchmal von unterschiedlichen Situationen hatte.
Juugo schwieg eine Weile, bis er dann meinte, er wäre ein Monster. Dazu konnte ich nichts wirkliches sagen, wie machte man einem Menschen klar, dass er kein Monster war? „Juugo… du bist kein Monster. Schau, du kümmerst dich um andere. Das tut ein Monster nicht.“ Er schien alles andere als glücklich über meinen Standpunkt zu sein. „Ich bin ein Monster. Das verfluchte Mal… ich habe es nicht richtig unter Kontrolle. Manchmal bricht das Monster einfach so aus mir heraus und ich töte Leute, einfach so.“
War das der Grund, weshalb er sich für ein Monster hielt? Ha, das war kein Monster. Nicht wirklich. Er hätte mal Gaara mit dreizehn kennen lernen sollen, DAS war ein Monster. Ähm, irgendwie… zwar noch kein ganzes, sonst hätte er nicht normal werden können, aber auf jeden Fall mehr als Juugo. „Nein. So lange du einen Teil in dir hast, der das Töten ablehnt und Frieden will, so lange bist du kein Monster. Nicht einmal Gaara war ein wirkliches Monster… hast du schon von ihm gehört? Der Kazekage aus Suna?“ Ich ließ ihm keine Zeit zu antworten, natürlich hatte er schon von ihm gehört. Jeder Idiot hatte schon von ihm gehört, er war grade mal sechzehn und Kazekage, außerdem war er ein Jinchuuriki gewesen.
„Naruto, ein Junge aus Konoha, hat aus ihm diesen wundervollen Kazekagen gemacht. Naruto ist… erstaunlich. Er kann Menschen verändern. Gaaras früheres Ziel war es, allen seine Existenz zu beweisen, indem er Leute tötete. Jeder, der ihn schief ansah, ihm im Weg stand oder ihm einfach nicht gefiel, der starb. Und dann kam Naruto und hat ihm ins Gewissen geredet, hat ihm klar gemacht, dass man nur dann ein Monster ist, wenn man es selbst zulässt. Du kannst den anderen jeder Zeit das Gegenteil beweisen, kannst alles zeigen, dass du mehr als nur ein Monster bist. Durch einen starken Willen kann man fast alles erreichen, weißt du“, beendete ich meine kleine Rede wehmütig. Ich hatte es ja nicht für möglich gehalten, aber ich vermisste diese ungeheure Nervensäge Naruto Uzumaki.
Verrückte Sachen, diese Gefühle.
Juugo schwieg. Vermutlich musste er das erstmal verarbeiten und sich klarmachen, dass das auch wirklich stimmte. Er schwieg so lange, dass ich fast einschlief. Seine Haare waren so weich und er hielt mich fest, ich würde nicht runterfallen. Seine Schultern waren gemütlich und die Sonne schön warm… ich bettete meinen Kopf neben meine Arme und schloss die Augen. „Stimmt… stimmt das wirklich?“, fragte Juugo mich. Nur im Halbschlaf konnte ich noch antworten. „Hm-hm. Ich sollte dir irgendwann mal Naruto vorstellen…“ Und dann war ich weg.

Kommentare (54)

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kohana chan (48569)
vor 31 Tagen
Die story is so schön!ich liebe Storys mit sasuke. und du kannst so gut schreiben du musst unbedingt noch ein paar Storys machen❤
sasuke-venus-uchiha (83754)
vor 51 Tagen
Nice!♡♥ Ich liebe Lovestorys vorallem mit sasuke
Freya (26063)
vor 108 Tagen
Omg das ist das beste was ich je gelesen habe, mach bitte weiter so
SilentPain (14458)
vor 519 Tagen
Diese Geschichte war einfach genial,als ich in der Bahn saß
müsste ich mich so zusammenreißen das ich kein Lachanfall
bekamm...
Also ich würde mich freuen wenn du noch ein Teil zu dieser
Geschichte machen würdest=°_°=
Smiley Pixar 12 (22036)
vor 525 Tagen
Sie war sooooo süß einfach oberhammergeilo aber am Ende hätte sie etwas romantischer sein können aber einfach oberhammergeilo : )
Line-Chan (29892)
vor 626 Tagen
Die stoey war soooooo süß und das ende war sooooo schön *Heul* *Schlurz* 😍😭😢😢😢😢😢❤
Akisa-chan (24733)
vor 786 Tagen
OMFG ich bin so derbe bei dieser story durch gedreht ich komm einfach nicht darauf klar😍
nanami (74971)
vor 830 Tagen
OMG!!! Die Story ist so geil!!! Total gut!!! Ich finde dich cool!!! Tnx für die Story!!!
Lara-chan (25236)
vor 831 Tagen
Also...ich habe sie gelesen und durchgeheult....enterder vor lachen,trauer oder freude :) du hast einen wunderwunderwunderschööööööönen schreibstyle der mir wunderwunderwundergut (ich weiß das das gutes deutsch ist) gefält. ich danke vielmals für die Geschichte....deine Lara-chan :)
Lara-chan (01895)
vor 832 Tagen
Halllo.... ich bin froh das du der gleichen meinung bist wie ich! Die Uchiha Brüder müssen sich wieder vereinen. Ich hab grad erst den anfang von der 1 gelesen aber ich schreibe nochmal wenn ich fertig mit allen bin...Liebe grüße von deiner Lara-chen :))
Anithing Silver (19621)
vor 862 Tagen
Sorry, hat den Rest verschluckt:
Geile Story, das stellt meine einfach in den Schatten...naja, ich denke du bist auch wesentlich älter als ich, denn ich bin erst 12. Und du?
Anithing Silver (19621)
vor 862 Tagen
@Natsumi Uchiha :Ach und meine ist plötzlich nur noch mittelmäßig? Nennst du dich dann Amaya Uchiha?
@^^naruto_verrückter
Natsumi Uchiha (76889)
vor 870 Tagen
DIE BESTE GESCHICHTE ÜBERHAUPT !!!!!
Quizzer &#128151; (82866)
vor 897 Tagen
Ich liebe deine Geschichte und musste oft lachen , auch wenn mich meine Schwester für verrückt erklärt hat als ich ohne einen , für sie , unverkennbaren Grund plötzlich einen Lachflash hatte und ich mich fast nicht mehr beruhigen konnte 😂😉 Du hast echt toll geschrieben , außerdem hast du auch Gefühle gut wiedergegeben und deshalb konnte ich mich Super in die Figuren reinversetzen , mach weiter so 😁😁
Yui chan (29541)
vor 918 Tagen
Das ist so toll von dir geschrieben dass ich zum heulen angefangen hab ..
ciara-chan (36357)
vor 946 Tagen
Super Geschichte;-) ich kann mich sehr gut in amaya reinversetzen außerdem hat die Story sehr viel Humor
anja (17779)
vor 950 Tagen
schreib weiter es war götlich das zu lesen
Ayumi (31638)
vor 960 Tagen
Kannst du bitte weiter schreiben o.o
Amaya (63280)
vor 985 Tagen
Ich habe schon ein Paar Narutolovestorys kommentiert, aber hauptsächlich One Piece. Ich habe noch nie eine so mege gute Lovestory gelesen, schreib bitte noch mal so was...ach übrigends, gute Auswahl beim Namen! ;)
Amy03 (73493)
vor 1000 Tagen
Ich lese die geschichte schon zum 4 mal aber ich muss sie immer und immer wieder lesen ich musste fast weinen als das mit itachi war und ich bin sonst kein itachi fan (ich mag mehr sasuke *-*,hihi) Du hast es so schon geschrieben so herztzerreisend mach noch ein geschichte bitte bitte bitte ^-^