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Zwei Gesichter - Teil 37 (3. Staffel)

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2 Kapitel - 2.252 Wörter - Erstellt von: Liamera - Aktualisiert am: 2013-04-15 - Entwickelt am: - 1.654 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Rückblick zu Teil 36:

Keiner regte sich. Stattdessen wurden mir die unterschiedlichsten Gemütsregungen durch ihre Blicke zugeworfen.

Ich hingegen legte mich nun hin und mit zu ihnen gedrehten Rücken sprach ich:

"Seid froh das Itachi vor seinem Tod für eure Sicherheit gesorgt habt. Ohne ihn wärt ihr allerspätestens jetzt dran."

Noch immer rührten sie sich nicht. Doch es war mir auch recht egal, was sie mit diesen neuen Erkenntnissen taten.

1
Selbstfindung, denn unverhofft kommt oft - Kakashis Sicht

Das was ich dort gestern Abend hören und sehen musste, beunruhigte mich.
Ich hatte gedacht, dass Kaya auf dem Weg der Besserung sei, wir Sunagakure bald verlassen konnten.
Doch saß ihr Hass noch immer tief.
Gleichzeitig schien sie seit gestern entspannter.
Sie wollte ganz Konoha den Garaus machen, wollte mich noch immer besiegt sehen.
Erst durch das gute Zureden dieses Verbrechers Kisame und unter Berufung auf Itachis Wünsche wurde sie einsichtiger.
Den ganzen Morgen glitten ihre Hände an dieses Schmuckstück um ihren Hals, liesen ihre Augen glänzen.
Sie bat sogar in aller Höflichkeit Sakura darum ihr eine Serviette zu reichen.
Ihr Ton war dabei kühl wie immer.
Doch wirkte sie insgesamt einfach wieder wie sie selbst.
War das nun ein gutes Zeichen?
Die Zeit würde es zeigen. Doch musste ich aufpassen was ich tat.
Man konnte ihr nicht hinter den Kopf blicken, konnte nicht wissen ob sie nicht doch etwas plante.

"Können wir los?" riss die junge Frau mich aus meinen Gedanken.
Ich schaute ihr einen Moment in die klaren, grünen Augen ehe ich aufstand.
Ich hatte wieder einmal nicht gegessen, war zu sehr in Gedanken.
So packte ich also ein wenig ein um zwischendurch einen Happen zu mir nehmen zu können.
Dann gingen wir los.
Die Gruppe aus Chunin die wir betreuten machte großartige Fortschritte unter unserer Leitung.
Kaya war kühl und doch offen. Zunächst stieß sie einigen damit vor den Kopf, erreichte aber recht bald ein hohes Ansehen in der Gruppe.
Jeder kam mit dieser Art gut zurecht.
Nur ich tat mich schwer.
Mochte es daran liegen, dass ich Kaya anders kannte?
Ich zwang mich über andere Dinge nachzudenken und mich so meiner Aufgabe zu widmen.
Ganz glückte mir das Ganze nicht.
Ich hatte einen der Chunin gebeten mich anzugreifen, nur um zu sehen, ob er nun verstanden hatte wie er am besten auf seinen Gegner zuging.
Doch ein glockenhelles Lachen lenkte mich ab.
Kaya unterhielt sich mit einer jungen Frau und lachte laut auf.
Es war das erste Mal, dass ich das miterleben durfte.
Ihre Augen glänzten, ihre Finger lagen wie so oft an dieser Kette, sie lächelte und wirkte so unglaublich frisch.
Ich war fasziniert wie noch nie von ihr.
Doch als ich einen festen Schlag zu spüren bekam, war es vorbei damit.
Natürlich blieb den anderen nicht verborgen, dass ein erfahrener Jonin nun auf dem Boden lag und sich verdutzt umsah.
Selbst Kaya schien ein wenig überrascht.
Schnell streckten sich mir einige Hände entgegen um mir aufzuhelfen.
Durch die Menge trat Kaya und sah mich belustigt an.
"Na los Leute weiter gehts." rief sie laut.
Sofort bezogen alle wieder ihre vorherige Position und übten weiter das, was wir ihnen gezeigt hatten.
Mit ernstem Blick sah Kaya sich sichtlich zufrieden um.

Damals hätte sie die anderen gelobt, wäre mit Begeisterung dabei gewesen.
Doch heute setzte sie sich neben mich, zog ihre Knie an ihre Brust und schaute sich das Schauspiel mit ernstem Blick an.
Kein Lächeln lag auf ihren Lippen, keine Geste der Fröhlichkeit schimmerte durch.
Sie hatte sich so sehr verändert seit damals.
Ob es an den Geschehnissen in Konoha lag?
Ob es wirklich meine Schuld war, dass sie sich in ihrer Persönlichkeit so verändert hatte?
Jiraiya erklärte mir oft, dass ich ein guter Ninja sein mochte, ein guter Freund und Sensei.
Doch würde ich die Frauen nicht verstehen.
Nie hatte ich wirklich geliebt, mich nie auf etwas eingelassen.
Das wurde mir zum Verhängnis als ich dieser Frau begegnete.
Ich lernte zu lieben und abzuweisen, verstand nicht, dass ich einen Fehler begann, sah nicht das offensichtliche.
Ich trieb sie in die Arme einer Verbrecherbande und verlangte von ihr all das Geschehene zu vergessen, noch einmal neu anzufangen.
Es war klar, dass das nicht klappen konnte.
Schmerzlich wurde mir bewusst, dass ich mir all meine Chancen verspielt haben musste.
Wenn ich Glück hatte, würde ich als Freund zu ihr durchdringen können.
Doch konnte ich nicht erwarten, dass diese Frau mich irgendwann wieder liebte.
Dabei brannten meine Gefühle immer stärker. Gerade in diesem Moment spürte ich wieder das Verlangen sie für mich haben zu wollen, sie schützend in meine Arme zu nehmen.
Es tat weh, diesem Verlangen niemals nachkommen zu können.
Dann schaute sie mich plötzlich eiskalt an.

"Alles in Ordnung?" fragte sie.
Sie zeigte keine Gefühlsregung.
Und doch hatte ich das Gefühl, dass diese Frage aufrichtig gemeint war.
Ich nickte.
Dann schaute auch ich den trainierenden Leuten zu.
Kaya stand derweil auf um bei zwei jungen Männern einzugreifen.
Sie schien ihnen etwas zu erklären, hob den Arm des einen in eine andere Position, trat dem anderen so kräftig gegen das Schienenbein das dieser einsackte.
Dann schien sie ihm etwas zu erklären.
Anschließend stand er mit festem Stand wieder da.
Sie nickte zufrieden und beobachtete die beiden einen Moment ehe sie wieder zurück kam und sich schwer seufzend nach hinten fallen lies.
Wie gern ich ihr durch das Haar gestrichen hätte welches sich seidig auf den Sandboden verteilte.
Sie schaute mich argwöhnisch an.
"Keine Ahnung was du denkst, aber es gefällt mir nicht." sagte sie.
Ich vergas wie so oft ihre Fähigkeit, tiefer in einen Menschen hineinblicken zu können als andere Leute.
"Du wirkst bedrückt." stellte sie nun fest.
"Es ist alles nicht so einfach." wich ich dieser Feststellung aus.
"Keine Ahnung was du hast, aber es wäre doch gelacht wenn gerade jemand wie du sich nicht durchsetzen könnte. Immerhin legst du dich auch mit mir an." sagte sie recht freundlich für ihre Verhältnisse.
Dennoch waren ihre Augen kalt.
Es tat weh sie so zu sehen, es tat weh sie nicht für mich zu haben und es tat weh, dass sie soviele Menschen durchschaute aber nicht um die Echtheit meiner Gefühle zu ihr wusste.
Verträumt sah sie in den Himmel, spielte mit dieser Kette um ihren Hals.
Sie würde Itachi immer präsent halten, ihr das Gefühl geben er sei bei ihr.
Sie würde ihn nicht vergessen.
Bis zum heutigen Tage liebte sie ihn bedingungslos.
An seiner Stelle hätte ich sein können schoß es mir durch den Kopf.
Wäre ich nicht so unfähig gewesen, würde ich mit ihr wahrscheinlich in Konoha durch die schneeverschneiten Straßen gehen und zuschauen, wie der Frühling allmählich zurückkehrte.
Der Gedanke schmerzte und doch gab ich die Hoffnung noch nicht auf.
Ich beobachtete das Training der uns zugeteilten Leute ehe auch ich mich einen Moment nach hinten legte, mich auf die Seite drehte um sie anzusehen.
Sie schien belustigt.
Das leichte Lächeln auf ihren Lippen, der Schalk in ihren Augen.
Sie war einfach so wunderschön.
Ich streckte meine Hand aus, wollte ihr eine Strähne aus dem Gesicht streichen als sie mich urplötzlich wegschlug so das ich wieder mit dem Rücken auf dem Boden lag.
Sie war über mich gebeugt, ihr Gesicht nahe dem meinen.
Was sollte das?
Ich schaute sie erschrocken an, erkannte aber das sie keine bösen Absichten zu haben schien.
"Das war ja Wahnsinn." hörte ich dann eine Stimme.
Kaya lächelte zufrieden und drehte sich um. Ihre Haltung entspannte sich.
Sie saß immer noch über mich gebeugt.
"Das ist der Überraschungseffekt von dem ich dir eben erzählt habe." lachte Kaya nun zufrieden.
Ich erkannte einen der beiden Männer von eben vor uns.
Dieser lachte ebenfalls auf und ging anschließend wieder.
Warum er eigentlich gekommen war blieb ein Geheimnis.
Dann sah Kaya entschuldigend zu mir.
"Tut mir leid." sagte sie beschämt und doch lachte sie ihr glockenhelles Lachen.
Mir fielen Jiraiyas Worte ein die er mir vor langer Zeit einmal sagte.
"Sei spontan mein junger Freund. Richte dich nach der Situation und du kannst nichts verkehrt machen." sagte er damals als ich ihn um Rat fragte nachdem ich Kaya traf die ich zu dem Zeitpunkt noch für Sayrana hielt.

Ich sollte mich der Situation anpassen?
Ich drückte Kayas Knie mit festen Griff hinunter, der junge Frau kam ins straucheln und kniete nun auf dem Boden, die Arme links und rechts neben meinen Schultern ausgestreckt um diesen kleinen Sturz abzufangen.
Sie schaute für einen kurzen Moment verängstigt und unsicher, lachte dann aber hell auf.
Sie schien zu verstehen, das es nur ein Spiel war. Eine Reaktion auf ihr Handeln.
So grinste sie mich leicht an trotz eisiger Kälte in den Augen.
"Ich war besser." stellte sie grinsend fest.
Ihre langen Haare hingen ihr an der Seite hinunter, die Spitzen berührten mein Gesicht.
Sie hob einen Arm um sie sich nach hinten zu streichen.
Ich hingegen packte ihren anderen Arm und zog ihn nach vorn.
Dann passierte etwas unvorhersehbares.
Sie fiel. Soweit ja noch nachvollziehbar.
Ich hatte den Überraschungsmoment tatsächlich auf meiner Seite doch fiel sie gerade auf mich zu und nicht wie erwartet an mir vorbei.
Unsere Augen lagen auf einer Höhe, ihre Nase schlug sanft auf den Stoff meiner Maske und dann lagen ihre Lippen auf meinen.
Sie schien verwirrt, bestürzt und erschrocken.
Es dauerte einen Moment ehe wir beide begriffen was gerade passiert war.
Kaya richtete sich blitzschnell auf, ihre Finger auf ihre Lippen gepresst.
Tränen lagen in ihren Augen.
Ich richtete mich auf, war von der Situation überrumpelt.
"Wie konntest du?" flüsterte sie kaum hörbar.
Sie sah mich an und schwieg. Mir stellte sich eher die Frage warum sie nicht auf den Rücken zu meiner rechten fiel sondern genau auf mich zu. Es war wirklich unglaublich was für ein Pech ich doch wieder hatte.
"Sie lagen dort..." sprach sie nun.
Die Tränen rannen über ihre Wangen.
Es war offensichtlich, dass ich nicht der erste war der sie küsste. Es war offensichtlich, dass sie an Itachi dache der ihr den letzten Kuss gab.
Dann verschwand sie mit wehenden Haaren von dem Gelände.

Ich war verwirrt, wusste nicht wie das schon wieder passieren konnte.
Es war doch alles ganz anders geplant.
Ich richtete mich auf und widmete mich ausgiebig den anderen von denen einige die Szene unangenehmerweise mitbekommen hatten.
Blieb abzuwarten was heute Abend folgen würde.


"Was wirst du tun wenn wir wieder zurück sind?" fragte Sakura gerade an Kaya gewandt.
"Wie bitte?" erwiderte diese verwirrt.
Sakura sah sie skeptisch an winkte dann aber ab.
Seit dem Vorfall vor vier Tagen war Kaya sehr gedankenverloren, wieder schweigsam und kühler denn je.
Seit heute Morgen war sie zwar wieder gesprächiger aber doch ständig in Gedanken.
Die Situation schien sie hart getroffen zu haben.
Aber sie fing sich wieder, lies sich nicht unterkriegen.
Unsere Mission hatten wir erfolgreich und zu vollster Zufriedenheit des Kazekagen ausgeführt.
Er versöhnte sich sogar mit Kaya wenn man das so sehen wollte.
Diese war eine ganz andere Frau als jene, mit der wir nach Sunagakure aufgebrochen waren.
Ich würde es schaffen, einen Weg zu ihr zu finden.
Dem war ich mich sicherer denn je.

Kommentare (10)

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Otakugirl (94141)
vor 549 Tagen
Omfg ich bin bei teil 14 und denke mir nur so: giga facepalm!!!! Wie kann kakashi nur so abgrundtief bescheuert sein aber sooo o eine geile Story ich hänge an den Zeilen
Hiko Nanashi (08807)
vor 785 Tagen
Diese Geschichte war einfach wundervoll. (Wundervoll ist maßlos untertrieben aber egal...) Ich konnte nicht aufhören zu lesen und meine Mutter musste mir das Handy gewaltsam aus der Hand reißen damit ich zum essen komme...Großes Lob und viel Erfolg beim erstellenweiterer ffs. Weiter so! :D
Scatty-chan (33960)
vor 923 Tagen
Ich liebe diese Geschichte! Vielen Dank fürs schreiben! :D ^^
Tanja (59062)
vor 1070 Tagen
Die letzten 3 Kapitel hab Ich nicht gelesen. Ich trauere Immernoch um Hidan Und sogar um itachi obwohl Er Mir egal war bevor Ich zu lesen begonnen Habe. Selbst Auf shikamaru hab Ich einen leichten hass. Einfach wunderbar traurig. Bitte bitte mach Auch eine Geschichte wo Die haupperson Auf Hidan steht.
LuniiStar (31516)
vor 1106 Tagen
Bitte weiter schreiben! Ich lese sooo gerne deine FF
Anime-Fan (25325)
vor 1171 Tagen
Bitte schreib weiter ich halte es sonst nicht mehr aus! ★
Nightcoregirl (99671)
vor 1280 Tagen
Die Geschichte ist so schön. Ich muss weinen. ★
Laura (07743)
vor 1308 Tagen
Wie spannend mach unbedingt weiter!!!!!!
lea (53167)
vor 1324 Tagen
das ist eine sehr tolle geschichten und ich glaub das war die erste geschichte wo ich weinen musste. ich fande das das ein würdiges Ende ist aber ich fände es besser wenn du die geschichte weiterschreiben würdest
eleanor (66147)
vor 1334 Tagen
höre bitte nicht auf