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Ein unerwarteter Weg

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3 Kapitel - 2.899 Wörter - Erstellt von: DACF - Aktualisiert am: 2013-04-01 - Entwickelt am: - 900 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Flavio, ein junger, verarmter Medizinstudent, versucht in den Armenvierteln von Varea wieder auf die Beine zu kommen. Unvertraut mit den örtlichen Sitten gelangt er allerdings schon nach kurzer Zeit auf die Todeslisten einer gefährlichen Organisation

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Flavio packte seine paar Habseligkeiten in einen abgewetzten Beutel. Mit besonderer Vorsicht wickelte er seine medizinischen Instrumente in ein Tuch, schließlich waren sie das Wertvollste, das er besaß. Als er endlich all seine Sachen gepackt hatte, nahm er seinen Beutel zögernd auf und schritt zur Tür. Flavio hatte alles versucht um eine Stelle in der Universität zu bekommen, aber ohne die richtigen freundschaftlichen Verbindungen hatte er es nicht geschafft, einen Posten zu ergattern. Das Erbe seines Vaters hatte gerade gereicht, um das Lehrgeld an für sein Medizinstudium zu finanzieren. Er erinnerte sich an die Worte seines todkranken, frustrierten Vaters, der meinte sein Sohn solle in keinesfalls in seine Fußstapfen treten und ein ordentliches Handwerk lernen und so hatte er beschlossen Medizin zu studieren.
Mit einer gewissen Wehmut verließ Flavio nun seine Zimmer, dass ihm fast 5 Jahre als zu Hause gedient hatte. Nun war seine Ausbildung zu Ende und er saß auf der Straße. Aufgrund des Scheiterns der Geschäfte seines Vaters waren die Verbindungen zu den höheren Schichten der Gesellschaft komplett abgebrochen und die Wahrscheinlichkeit eine lukrative Stelle als Leibarzt bei einem Adligen oder gut gestelltem Bürger zu bekommen ging daher gegen null. Also hatte Flavio beschlossen sein Glück in den Armenvierteln von Varea zu versuchen, da er die Alternative als Feldarzt in den ständigen Auseinandersetzungen des Imperiums zu dienen nicht sehr attraktiv fand. Und so macht er sich auf den Weg und ließ sein früheres Leben hinter sich.

Mit größter Konzentration legte Flavio die Schiene um den gebrochenen Fuß, während das schmerzhafte Aufstöhnen seines Patienten an sein Ohr drang. Schließlich beendete er seine Arbeit und blickte zufrieden auf sein Werk. Die Schiene sah genauso aus wie die aus den Übungen auf der Universität. „Du solltest den Fuß ihn nächster Zeit nicht belasten, ich werden in einigen Tagen noch einmal vorbei schauen um den Sitz der Schiene zu überprüfen.“, erklärte Flavio, um schließlich den Dank und die Bezahlung vom Vater des jungen Patienten entgegenzunehmen.
Zufrieden verließ Flavio das schäbige hölzerne Gebäude, das ganz typisch für diesen Teil des Armenviertels war. Er begab sich zu seiner neuen Praxis die eigentlich nur aus einem billigen Hinterzimmer einer Schenke bestand, dass ihm der Wirt für eine Behandlung für einen Monat überlassen hatte. Zum Glück gab es einen Hintereingang zu seiner Praxis, sodass Flavio nicht ständig durch den Schankraum laufen musste, wo sich allerlei zwielichtige Gestalten herumtrieben, denen man bei Nacht lieber nicht über den Weg laufen wollte. Als er seine Praxis betrat fiel, dass Licht auf einen aufgeräumten Raum mit ärmlichen Möbelstücken ausgestattet. In der Mitte befand sich ein hölzerner Tisch auf dem Lederriemen angebracht waren um Patienten bei Operationen von hindernden Bewegungen abzuhalten. Seine wertvollen Werkzeuge hatte er in einem kleinen Schrank eingesperrt und in der rechten Ecke stand ein abgenutztes Bett mit einer mit Stroh gefüllten Matratze. Alles in allem war es für jemanden mit einer Herkunft wie Flavio eine lächerliche Unterkunft. Er hatte in seiner Kindheit, als die Geschäfte seines Vaters noch gut liefen, in Saus und Braus gelebt und auch auf der Universität kein schlechtes Leben geführt. Aus diesem Grund konnte sich Flavio mit seinem neuen zu Hause nicht wirklich anfreunden, doch er war fest entschlossen, es wieder ganz nach oben zu schaffen. Und zumindest stand er wie vor einer guten Woche, beim Verlassen der Universität, nicht mehr ganz ohne Dach über dem Kopf da. In seinen Tagträumen von einem besseren Leben versunken, merkte er erst gar nicht, dass zwei Gestalten hereintraten. Erst als der Größere der beiden ihm mit einem lauten „Hey, Quacksalber“ ansprach, drehte sich Flavio zu ihnen um und musterte die Beiden genauer. Der Jüngere war mit Sicherheit kaum älter als fünfzehn und besaß eine auffallende Zahnlücke. Der Ältere war ein kräftiger Kerl, dessen mehrmals gebrochene Nase von einer gewaltbehafteten Vergangenheit erzählte. Noch bevor er irgendwie reagieren konnte, war der Ältere bereits einige Schritte auf ihn zugegangen. Plötzlich sah Flavio eine Faust auf ihn zukommen. Sein Versuch dem Schlag auszuweichen scheiterte aufgrund seiner der Überraschung geschuldetem Langsamkeit kläglich und so erwischte es in mit voller Wucht im Gesicht. Flavio stolperte zurück und stürzte gegen die hölzerne Ablage hinter ihm. Was mit einem lauten metallenen Scheppern quittiert wurde. In Erwartung weiterer Schläge versuchte Flavio wieder auf die Beine zu kommen und eine Abwehrhaltung einzunehmen. Doch der kräftige, glatzköpfige Kerl macht keine Anstalten nachzusetzen. „Du schuldest einigen Leuten eine Menge Geld“, meinte er stattdessen. „Tatsächlich“, brachte Flavio hervor „Ich könnte mich nicht erinnern, dass ich mir von irgendjemanden Geld geliehen habe.“ „Du hast den Verwalter verärgert“, erklärte der Schläger. Ehrlich verwirrt blickt Flavio nun zu ihm auf, er hatte keine Ahnung, wer der Verwalter war, noch hatte er bis zu diesem Moment gewusst das so ein Amt überhaupt existierte. Was dem Glatzkopf offenbar auch nicht entging und so klärte er Flavio auf, „Jeder der hier Geschäfte machen will oder einem Handwerk nachgehen will, hat dies dem Verwalter zu melden. Der Verwalter sorgt im Gegenzug für die Sicherheit in diesem Viertel, ansonsten würde das Viertel, aufgrund des Fehlens jeglicher staatlicher Ordnungsorgane im Chaos versinken. Du siehst also beide Seiten profitieren davon und du willst doch auch deinen Beitrag beisteuern, nicht wahr? Und damit du uns in Zukunft nicht wieder auf den Verwalter vergisst, überbringe ich dir hiermit seine Grüße!“. Schon traf Flavio der nächste Schlag und er ging wieder zu Boden, wo der Besucher des Verwalters auf ihn eintrat. Vergebens versuchte Flavio den Tritten zu entgehen, als er plötzlich einen metallisch, schimmernden Gegenstand auf dem Boden erspähte und ohne viel nachzudenken zugriff. Es war ein Skalpell, das er offenbar vergessen hatte. Zum ersten Mal in seinem Leben war Flavio glücklich, über den Umstand, dass er beim Aufräumen etwas vergessen hatte. Flavio nahm ihn und stach dem Angreifer das Skalpell in die Ferse seines linken Beines. Überrascht schrie dieser auf und stürzte auf Flavio. Gefangen unter dem Leib des wutentbrannten Glatzkopfes, der nach diesem Angriff wohl kaum noch Skrupel hatte ihn zu Tode zu prügeln, sah Flavio nun nur noch eine Chance. Und so stach er dem noch immer überraschten Schläger das Skalpell mehrmals hintereinander in den Hals. Blut spritze aus den getroffenen Adern in Flavios Gesicht und als er sich mit einiger Mühe vom leblosen Körper seines Peinigers befreite, musste er mit seinem blutüberströmten Gesicht einen furchterregenden Anblick abgeben, denn der Junge der sich bisher zurückgehalten hatte, stürmte nun angsterfüllt ins Freie. Obwohl die Situation noch einmal glimpflich für Flavio ausgegangen war, hatte er das Gefühl, dass er sich nun mächtige Feinde gemacht hat

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