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Die Schatzinsel - Part 1 Bristol

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2 Kapitel - 3.339 Wörter - Erstellt von: Larrypen - Aktualisiert am: 2013-01-01 - Entwickelt am: - 1.798 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 5 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Eine Geschichte über Jims Abenteuer auf der Schatzinsel, der dort nicht nur einen Schatz heben muss, sondern sich auch mit der Frage konfrontiert sieht, ob er im tiefsten Herzen ein Freibeuter, ein englischer Gentleman oder vielleicht doch jemand ganz anderes ist...

Eine neue Version von Robert Louis Stevensons Schatzinsel...

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Die Winterstürme hatten Einzug nach Bristol erhalten und die Stadt schien unter der drückende Kälte zu schrumpfen. Es war mittlerweile Dezember und
Die Winterstürme hatten Einzug nach Bristol erhalten und die Stadt schien unter der drückende Kälte zu schrumpfen. Es war mittlerweile Dezember und der eisige Wind trug bereits Schneeflocken in sich und machte es den Bewohnern der Stadt und den anlaufenden Schiffen nahezu unmöglich sich ins Freie zu wagen. Dennoch wagte sich Squire John Trelawny an diesem Abend aus dem Haus. Obwohl es noch recht früh war, hatte es schon zu dunkeln begonnen und die Schenkenbesitzer hatten die Laternen an den Eingängen entzündet. John Trelawny, ein stämmiger Mann mit robuster Gesundheit, hatte den Mantelkragen hochgeschlagen, in einem halbherzigen Versuch, sich gegen das Wetter zu schützen und stemmte sich während des Laufens gegen den Wind.
Der Grund, weshalb er sich in diesem schrecklichen Wetter vor die Tür bewegte, lag darin, dass er verabredet war. David Livsey erwartete ihn im "Seemannsgarn" und John Trelawny war entschlossen, diese Verabredung wahrzunehmen. Livsey, seines Zeichens Arzt, war erst vor Kurzem nach Bristol gezogen und hatte seine eigene Praxis eröffnet und obwohl John den jungen Mann noch nicht sehr lange kannte, hatte er den schmalen Arzt mit dem spitzen Gesicht und seiner ausschweifenden Ausdrucksweise bereits ins Herz geschlossen. John war schnell bereit, einen Menschen gern zu haben, aber diesmal war es anders. Der Arzt faszinierte ihn. John war sich sicher, dass aus dem, was sich momentan noch als eine Art freundlicher Respekt bezeichnen ließ, eine tiefe und innige Freundschaft entstehen könnte. Deshalb hatte er an diesem Abend sein Anwesen verlassen und deshalb trotzte er dem Wetter. Um sich mit einem jungen Mann im Gasthaus einen Drink zu gönnen.
Doch dazu sollte es nicht kommen. Als John um die letzte Ecke zum Gasthaus bog, waren seine Schritte zügiger geworden. Er war spät dran und er kannte Livsey zumindest gut genug, um zu wissen, dass dieser Unpünktlichkeit verabscheute. Doch die fliegende Schritte stockten, als er im Vorbeigehen an ein Bündel Lumpen stieß, die ihn aus dem Gleichschritt brachten. John blieb stehen und betrachtete den Haufen verärgert. Der Wirt würde sich eine Beschwerde von ihm einhandeln, wenn er seinen eigenen Laden nicht sauber halten konnte. Verstimmt drehte er sich um, um das Gasthaus zu betreten und seiner Wut Luft zu machen, indem er jemanden anschrie, als das Bündel sich bewegte. Hatte sich ein Hund darunter vor dem Wetter verkrochen? Vorsichtig und jedezeit bereit zurückzuweichen, sollte ihn etwas anspringen, näherte sich John dem Bündel und ging in die Hocke. Suchend sah er sich um und entdeckte schließlich einen Ast, offenbar von einem der Zierbäume am Hafen, der sich für seine Zwecke eignete, denn John hatte nicht vor diesen Schmutz mit den Fingern zu berühren. Mit spitzen Fingern und weit von sich gestreckt ergriff er den Stock und stupste vorsichtig gegen das Bündel. Da war etwas Festes darunter verborgen, auch wenn es sich nicht mehr bewegte. Möglicherweise etwas Totes. Es wäre äußerst unschön, das verendete Tier hier liegen zu lassen. Auch wenn es heute nur wenig Gäste geben würde. John Trelawny war im Gegensatz zu den meisten seiner Freunden mit einer gesunden Portion Neugier gesegnet. Mehr als gesund, würden manche vielleicht sagen. Doch diese Neugier sollte heute sein Leben für immer ändern. Immer noch mit dem Stock als verlängerten Arm hob John vorsichtig die oberste Lumpenschicht an und schob sie zur Seite. Was darunter zum Vorschein kam war jedoch kein Hund und auch keine Katze oder irgendwelches anderes Getier. Es war der blasse, reglose Arm eines Kindes.
John zuckte zurück. Für ein paar Sekunden war er so geschockt, dass er keinen Muskel rühren konnte und nichts anderes tun konnte, als das anzustarren, was unter dem Lumpenbündel zum Vorschein gekommen war. Erst langsam drang die Realität wieder zu ihm durch und ließ ihn handeln. Er sprang auf und stürzte in die Gaststube.

Livsey war schon da und saß im Schankraum. An der Falte zwischen seinen Augen konnte John erkennen, dass er eindeutig schon zu lange wartete, doch das war im Moment nicht wichtig. "Livsey!", polterte er keuchend, obwohl er keine zehn Meter gerannt war. "Draußen vor der Tür! Ein Kind!"

Eines musste man dem Doktor lassen. Er zögerte keine Sekunde oder vergeudete wertvolle Zeit mit nutzlosen Fragen. Auf der Stelle erhob er sich und war mit vier großen Schritten durch den Schankraum geeilt. Er stieß die Tür zur kalten Luft auf und war eine Sekunde später hinter ihr verschwunden. John dagegen stand keuchend im Raum und die wenigen Schankgäste einschließlich des Wirtes blickten ihn erwartungsvoll an.
"Ein Kind?", harkte Monnie, der Wirt nach und stellte das Glas, dass er gerade poliert hatte ab. "Was macht ein Kind vor meinem Lokal? Bei diesem Wetter?"
"Ist es tot?", fragte der alte Pete mäßig interessiert. Doch John zuckte nur ahnungslos mit den Schultern.
"Ich weiß nicht. Dachte erst es wär ein Hund oder so."
"Hoffe es ist keiner von diesen Gassenjungen", schnaubte Monnie. "Die versauen mir noch das Geschäft." Besorgt warf er sich das Poliertuch über die Schulter und ging zur Tür. Diesmal folgte ihm John auf den Fuß.

Die eisige Luft schlug ihm entgegen wie eine Welle. Er musste die Augen zukneifen, um etwas zu sehen. Als er sie wieder öffnete, konnte er Livsey erkennen. Der Mann kniete auf dem Boden und hatte sich tief über das Kind gebeugt. Im Gegensatz zu John schien er keine Hemmungen zu haben und tastete mit konzentriertem Gesicht den spindeldürren Körper ab. Dann hob er es hoch und wandte sich zu den beiden Neuankömmlingen um.
"Ist es tot?", wiederholte Monnie Petes Frage und betrachtete skeptisch die kleine Gestalt.
"Noch nicht", erwiderte der Doktor und schob sich an John und Monnie vorbei ins warme Innere. "Aber wir haben nicht viel Zeit. Holt mir Decken und heißes Wasser. Das Kleine ist halb erfroren." "Wird es...?", fragte John, der nicht willens war, den Satz zu beenden.
"Ich tue, was ich kann", erwiderte Livsey kurz angebunden. "Ihr könntet mir am Besten aus den Weg treten, das würde die Sache vereinfachen."

John sollte sich im Nachhinein eingestehen, dass er erst nach dem dritten oder vierten Grog wieder bewusst aufnahmefähig war. Er überließ das Chaos dem Doktor und seinen fähigen Händen. Dieser hatte das Kommando in die Hand genommen und erteilte mit strenger Stimme Befehle, die sofort von einigen hilfsbereiten Männern ausgeführt wurden, während die anderen die Hälse reckten, um ja nichts zu verpassen. Als John später an den Tisch trat, an dem Livsey mit hochgekrempelten Ärmeln seine Arbeit verrichtete, konnte er mittlerweile erkennen, dass es sich bei dem Kind um ein Mädchen handelte von vielleicht sechs oder sieben Jahren. Ein schmutziges Mädchen mit ungewaschenem kurzen Haar, aber eindeutig ein Mädchen.
"Wir müssen das Waisenhaus informieren", sagte Livsey und blickte auf zu John. "Zumindest solange, bis wir feststellen können, ob sie irgendwo vermisst wird. Auch wenn ich nicht darauf wetten würde."
John nickte. Es gab viele elternlose Kinder in Bristol. Es war äußerst wahrscheinlich, dass dieses Mädchen Eines davon war. Zumindest der Kleidung nach zu urteilen, die ärmlich und schmutzig war, stammte sie wohl nicht aus gutem Hause. John seufzte.Irgendwie war ihm das alles heute zu viel. "Das Waisenhaus liegt am anderen Ende von Bristol", sagte er nach einer Weile. "Es wird selbst mit der Kutsche zwei Stunden dauern bis wir dort sind. Und bei diesem Wetter..." Er brauchte nicht weiter zu sprechen. Überrascht drehte sich Livsey zu ihm um.
"Euer Angebot in Ehren, Squire, aber Ihr müsst mich nicht begleiten. Ich denke, es reicht, wenn einer von uns beiden den Weg auf sich nimmt und da ich der Arzt bin und Ihr..."
"Zum Teufel!", unterbrach ihn John fluchend. "Ich werde Euch nicht bei diesem Wetter alleine fahren lassen. Was wollt Ihr vier Stunden lang alleine in der Kutsche machen? Däumchen drehen? Außerdem...", er legte Livsey die Hand auf die Schulter und nahm ihn zur Seite. "Hätte ich da einen anderen Vorschlag." Der Doktor zog die Augenbrauen hoch.
"Nehmt das Mädchen mit zu mir", sagte John. Livsey wollte protestieren, doch John schnitt ihm mit einer energischen Geste das Wort ab.
"Nein, hört auf! Es ist spät und es hat keinen Sinn mehr, den ganzen Weg heute Abend noch zurückzulegen. Mein Haus ist nicht weit von hier entfernt und die Kleine kann über Nacht dort bleiben, es ist genug Platz." Der Doktor zögerte.
"Seid Ihr Euch sicher, dass Ihr das möchtet?", fragte er.
"Ich hab von diese Abend genug", gestand John. "Lasst uns einfach noch einen Grog bei mir trinken und die ganze Sache morgen in Ruhe angehen. Außerdem...", seufzte er. "Habt Ihr Euch eine Pause verdient." Livsey nickte.
"In Ordnung", sagte er. "Ich werde meine Sachen packen und dann können wir fahren." Im Gehen wandte er sich noch einmal um.
"Ich danke Euch, Squire, für Eure Großzügigkeit." John lächelte.
"Nicht der Rede wert, Livsey", entgegnete er. "Ihr seid derjenige, dem Anerkennung gebührt, denn Ihr habt heute Abend Großartiges geleistet. Euch die Reise zu ersparen und Euch einen heißen Grog anzubieten, ist das Mindeste, dass ich für Euch tun kann. Und in meinem Haus seid Ihr immer willkommen." Ein seltenes Lächeln huschte über das Gesicht des jungen Doktors, als er dankend den Kopf neigte und in diesem Moment ging John auf, dass der Abend vielleicht doch nicht ganz so schlimm gewesen war.
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Die Schatzinsel - Part 1 Bristol
Die Schatzinsel - Part 1 Bristol
Eine Geschichte über Jims Abenteuer auf der Schatzinsel, der dort nicht nur einen Schatz heben muss, sondern sich auch mit der Frage konfrontiert sieht, ob er im tiefsten Herzen ein Freibeuter, ein englischer Gentleman oder vielleicht doch jemand ganz a...
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2012-12-26
4060
Bücher

Kommentare (1)

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Sona14 (14941)
vor 1037 Tagen
Sorry, passt nicht zu dieser Gescihcte hier, aber schreib bitte die Geschichte"Das Kind der Lestranges" weiter:( Du hast in der Beschreibung on DKdL geschrieben, das du Fans erfreuen möchtest, aber du machst uns traurig, weil so eine Gute Geschichte nicht weitergeschrieben wird!