Die Geisha und der Verräter - Kapitel 2: Ein Ziel

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1 Kapitel - 1.961 Wörter - Erstellt von: Takara - Aktualisiert am: 2012-12-01 - Entwickelt am: - 2.073 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Haruka und Itachi haben sofort Freundschaft geschlossen. Dass sie in völlig verschiedenen Welten leben, ist ihnen egal.
Itachi lernt eines Nachmittags eine andere Seite hart trainierende Haruka kennen. Gemeinsam fassen die beiden Freunde einen Entschluss: Zu den Besten zu gehören.

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Als ich am nächsten Morgen zur Akademie ging, konnte ich meine Freude nur schwer verbergen. Zur Akademie gehen bedeutete Haruka zu sehen.
Sie war mir schon an ihrem ersten Tag an der Akademie aufgefallen. Die anderen hatten sie gar nicht wahrgenommen. Sie war unscheinbar und fiel kaum auf, das ist auch heute noch so. Aber ihre dunkelgrünen Augen fesselten mich einfach. Immer wieder hatte ich mich dabei erwischt, wie ich sie beobachtet habe.
In dem Jahr, in dem sie nun die Geisha-Schule schon besuchte, sind ihre Bewegungen geschmeidiger geworden, ihr Shamisen-Spiel präziser und ihre Worte gewählter. Obwohl sie sich immer kontrollierter verhielt, verlor sie im Gegensatz zu den anderen nichts von ihrem natürlichen Elan.
So war sie auch den anderen immer mehr aufgefallen, doch niemand von uns traute sich mit den angehenden Geisha zu sprechen. Die einen hörten, sie wären Künstlerinnen, die vor allem in der Musik ausgebildet wurden. Wir hörten sie oft auf dem Shimasen spielen oder sahen sie gelegentlich Tanzen. Andere behaupteten, sie lernten ganz andere Künste, die vor allem von unseren Senpais geschätzt wurden. Man sah sie oft bei den älteren Geisha-Schülerinnen. Deshalb sind wir jüngeren uns nicht sicher, was genau wir von diesen Mädchen halten sollen.
Meine Mutter hatte mir erklärt, dass die Mädchen Künste zur Unterhaltung lernen. Musik, Kalligrafie, Literatur, Konversation. Sie sagte, dass es kaum Mädchen und Frauen geben würde, die gebildeter wären. Selbst viele Kunoichi würden die Geishas um dieses Wissen beneiden.
„He, Itachi“, ruft Shisui und zeigt zum Tor Richtung Akademie. „Das ist doch deine kleine Geisha.“
„Sie ist nicht meine kleine Geisha“, äffe ich ihn nach und verdrehe die Augen. Ich mag sie, ja. Ich mag es noch mehr sie zu beobachten, das gebe ich auch zu. Aber ich würde sie nie als mein Eigen bezeichnen. Außerdem kenne ich sie bisher ja nur aus der Ferne, ich kann sie nicht einmal als meine Freundin bezeichnen.
Bevor ich zu Haruka laufen kann, kommen unsere Klassenkameraden Shigeru, Kenta und Yuto angelaufen.
„Itachi, du hast dich mit der kleinen Geisha gestern nach dem Unterricht noch unterhalten oder?“ „Stimmt es, was man sich über sie und die Senpais erzählt?“ „Wie sind sie?“ Fragen über Fragen, und keine davon kann oder will ich beantworten. Als ich endlich wieder freie Sicht habe ich Haruka um die Ecke verschwunden, auf dem Weg zu ihrem Unterricht.
Zu meinem werde ich schließlich auch von Shisui gezerrt, der mich von den anderen befreit. Obwohl wir die Geninprüfungen vor kurzem bestanden haben, erhalten wir weiterhin die theoretische Ausbildung im geschützten Bereich der Akademie und des Dorfes. Für Missionen hält man uns noch zu jung. Trotzdem wird von uns mehr verlangt als von den angehenden Genin. Doch das stört mich nicht. Solange wir in Ruhe unsere Ausbildung genießen können, solange kann kein Krieg herrschen. Und Frieden ist alles was ich mir wünsche.
Nach dem Unterricht verlasse ich das Trainingsgelände draußen als einer der ersten, schnappe mir meine Sachen und renne zum Tor, um dort auf Haruka zu warten. Ich bin gespannt, wie die Ergebnisse ihrer Prüfung vom Vortag sind. Zwar bin ich mir sicher, dass sie die Beste ist, doch vielleicht war es nur eine persönliche Meinung. Nachdem sämtliche Schüler das Gelände bereits verlassen haben und auch Shisui, der sich gerne etwas Zeit ließ, schon vor einigen Minuten vorgegangen war, gehe ich zum Gebäude zurück.
In der Eingangshalle höre ich bereits leise die Töne eines Shamisen und folge den Klängen. Sie führen mich die Treppen hinauf an den Ende des Ganges, in eines der größten Klassenräume. Es ist mit Tatamimatten ausgestattet, dafür fehlen Tische und Bänke, wie ich es aus unseren Klassenräumen gewohnt bin.
„Gut, sehr gut“, murmelt jemand auf der anderen Seite der Tür. Es ist die Stimme einer Erwachsenen, wahrscheinlich eine Sensei der jungen Geisha. Ich gehe in eines der Nachbarzimmer, öffne ein Fenster und klettere nach draußen. Durch ein Fenster des großen Klassenraumes klettere ich in ihn hinein, ohne mich sehen zu lassen. Es kann schon Vorteile haben, ein Ninja zu sein.
Dann entdecke ich ein Mädchen in der Mitte des Raumes tanzen. Und wie sie tanzt. Ich habe zwar keine Ahnung, aber sie scheint eine Geschichte zu erzählen. Ihre Bewegungen sind elegant. Sie gehen ineinander über, als gäbe es durch Knochen und Gelenke keinerlei Einschränkungen. Dabei hält das Mädchen den Takt auf den Schlag genau ein. Sie scheint in ihrer Ausbildung schon sehr weit zu sein.
Ich werfe einen Blick zu der Frau, die den Shamisen spielt. Sie beobachtet die Tänzerin genau, jede ihrer Bewegungen. Doch im Gegensatz zu mir schein sie nicht sonderlich beeindruckt zu sein.
„Du musst mehr üben. Vor allem, wenn du die nächste Klasse überspringen willst. So schaffst du das nie.“
Das Mädchen nickt nur, setzt sich auf die Knie und verbeugt sich tief vor ihrer Sensei. „Jawohl, Sensei. Ich werde hart an mir arbeiten.“ Ich erkenne Harukas Stimme und sehe wieder zu ihr. Die Frau steht auf und verlässt den Raum. Haruka verharrt noch eine Weile in ihrer Position, bevor sie sich wieder aufrichtet, ihre Füße vor den Körper zieht und sie mit ihren Händen massiert. Sie scheint heute viel getanzt zu haben.
„Also mir hat es gefallen“, lobe ich sie. Sie zuckt zusammen, springt auf, rennt Richtung Tür und dreht sich um. Es ist erstaunlich, wie stark die menschlichen Instinkte, die man mich gelehrt hatte, bei ihr zu erkennen sind. Der Fluchtgedanke, das Gefühl von Vertrautheit, die Neugier. Sie murmelt etwas unverständliches und mustert mich entgeistert.
„Durch das Fenster“, erkläre ich ihr und deute auf das zu meiner Linken. Wieder zuckt sie leicht zusammen. Ich sollte in Zukunft darauf warte, dass sie ihre Fragen stellt. Es scheint ihr nicht zu gefallen, dass ich ihre offensichtlichen Gedanken erahne. Als sie sich etwas beruhigt hat, schaut sie den Flur entlang.
„Du solltest nicht hier sein“, flüstert sie. „Die Sensei sehen das nicht gerne. Es lenke uns nur ab, sagen sie.“
„Glaubst du daran? Dass dich meine Anwesenheit ablenkt?“, frage ich.
Sie überlegt kurz und schüttelt dann den Kopf.
„Du willst also ein Jahr überspringen?“, frage ich weiter und lenke vom Thema ab.
„Nicht hier“, sagt sie leise.
„Dann warte ich am Tor auf dich“, erwidere ich und verschwinde in einer Rauchwolke.
Ein paar Minuten später kommt Haruka mit kleinen, schnellen Schritten aus dem Gebäude. Nachdem sie um die Ecke gebogen ist, wird sie langsamer. Ich folge ihr unauffällig, warte, dass sie sich sicher fühlt. Sie geht in den Park und sucht einen ruhigen, abgelegenen Platz. Er ist von vielen Bäumen umgeben und wirkt so etwas abgeschottet. Hier bleibt sie nun stehen und dreht sich zu mir um.
„Warum warst du in dem Klassenraum?“, fragt sie. Ihr Blick drückt etwas wie Angst und Verunsicherung aus. Ich kann es nicht ganz einschätzen. Liegt es an der Tatsache, dass ich es unbemerkt in den Klassenraum geschafft habe?
„Ich wollte dich wegen deiner gestrigen Prüfung fragen. Als du nicht wie die anderen aus dem Akademiegebäude gekommen bist, habe ich drinnen nach dir gesucht“, erkläre ich ruhig.
„Aber wie konntest du... Ich... Kimura-sensei hat nicht mitbekommen, dass du da warst“, gibt sie unschlüssig von sich. Sie scheint mit meinem plötzlichen Auftauchen und dem Unerkannt-bleiben zuvor noch etwas zu kämpfen.
„Ich bin ein Ninja. Deswegen“, fasse ich es kurz. Ich möchte ihr die einzelnen Künste nicht erläutern. Es scheint, als gäbe sie sich mit dieser Antwort zufrieden. Zwar überdenkt sie ihrem Gesichtsausdruck nach noch die Situation einige Male und vor allem das, was sie davon halten muss, akzeptiert es letztendlich aber einfach.
„Ganz gut. Die Prüfung, meine ich“, greift sie meine indirekt gestellte Frage auf. Sie ist gut darin, Gesprächsfäden zu halten und wieder aufzugreifen. Ob es das ist, was meine Mutter mit Konversation meinte? Dinge wieder zu erwähnen, die zuvor und in einem anderen Zusammenhang genannt worden sind? „Und ja, ich will das nächste Jahr überspringen. Je schneller ich zu einer Minarai werde, desto besser.“
„Minarai?“, harke ich nach. Was meint sie damit?
Haruka überlegte einen Moment. „Zur Zeit bin ich eine einfache Geisha-Schülerin. Es ist gleichzusetzen mit den Anwärtern an der Ninja-Akademie. Die Minarai entspricht einem Genin.“ Ich bin überrascht, welches Wissen sie über die Stufen meiner Ausbildung zu haben scheint. Die Vergleiche, die sie setzt, helfen mir sehr, zu verstehen, was sie mir sagen will. „Ich folge meiner Onee-san, während sie arbeitet, und lerne durch zuschauen. Sie ist für mich das, was für euch der Sensei ist. Dann kommt die Stufe der Maiko, einem Genin mit dem Potenzial eines Chuunin. Sie agiert mit ihrer Onee-san, folgt ihr zu Ihren Auftritten und nimmt aktiv daran teil. So kann sich die Maiko ein Netzwerk an Kontakten aufbauen, das für ihren Erfolg wichtig ist, und an Bekanntheit gewinnen. Nach zwei bis fünf Jahren ist die Ausbildung abgeschlossen und es findet eine Zeremonie statt. In dieser wird aus der Maiko eine vollwertige Geisha.“
„Warum willst du das so schnell schaffen?“, frage ich. Haruka scheint sehr ehrgeizig zu sein. Bevor sie antwortet, wendet sie sich von mir ab.
„Die Ausbildung kostet viel Geld. Es ist die Pflicht einer Geisha, dieses Geld an die Okiya, ihr zu Hause, zurück zuzahlen.“
„Bezahlen das deine Eltern nicht?“ Keiner von uns Ninja muss das Geld für die Ausbildung zurückzahlen.
„Sie sind vor einem Jahr gestorben. Außerdem hatten wir nicht viel Geld. Sie hatten nur eine kleines Geschäft. Die Okiya hat mich aufgenommen und zur Geisha-Schule geschickt.“
Vor einem Jahr, also beim Angriff des Neunschwänzigen. Ich erinnere mich, wie Vater meine Mutter, Sasuke und mich fortgeschickt hat. Mutter hatte fürchterliche Angst. Nicht nur um uns, sondern auch um ihre gute Freundin Kushina, die bald ein Kind gebären sollte. Mutter hatte sich immer wieder vorgestellt, wie die beiden Kinder gemeinsam aufwachsen und gute Freunde werden würden. Nach dem Tod ihrer Freundin trauerte sie lange, nur langsam fing sie sich wieder. Sasuke half ihr dabei und lenkte sie immer wieder ab.
„Das tut mir Leid, Haruka“, flüstere ich. Wie kann ich sie nur aufmuntern? Ich wollte sie nicht traurig machen.
Mit einem strahlenden Lächeln stelle ich mich vor sie.„Lass uns beide hart trainieren und zu den Besten unserer Jahrgänge gehören. Dann helfe ich dir mit meinem Lohn, deine Ausbildung zu bezahlen“, schlage ich vor.
Sie sieht mich überrascht an, lächelt dann aber auch.„Okay. Lass uns die Besten werden.“

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Arya Stark ( 92589 )
Abgeschickt vor 82 Tagen
Schade dass du abgebrochen hast ,hätt ich echt nicht von dir gedacht...
TG (Traurige Grüße)
Arya
Sayuri Daikichi ( 44159 )
Abgeschickt vor 713 Tagen
Wunderschön!!!
Nora Fants ( 89906 )
Abgeschickt vor 944 Tagen
hi OMG das war das beste was ich mit Misaki-Meisterin der Luft je gelesen habe ich habe voll geheuelt und muss sagen das eine welt für mich zu sammen bricht wenn du keine geschichten mehr schreibst ich kann nicht mehr ohne deine geschichten bitte bitte höhr damit nicht auf das währ nett und wie währe es wenn du mal eine geschichte mit Neji das währe toll super mega ;-) danke sehr.
sasura ( 51151 )
Abgeschickt vor 1005 Tagen
Mach weiter xDD ich möchte genauso wie FUfuknuddelipups wissen wie es weiter geht! :c Mach bitte schneeeelll weiter!
Fufuknuddelipups ( 72108 )
Abgeschickt vor 1123 Tagen
Bist du behindert? Ich hab den ganzen [BEEP]n Tag diese extrem geile Storry gelesen und getzt hast du noch krin Ende?! Jetzt aber mal zack zack weiter schreiben. Sonst werd ich noch wahnsinnig. Dass man auch jedem in den [BEEP] treten muss -.-