Die Geisha und der Verräter - Kapitel 1: Eine Begegnung

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1 Kapitel - 2.362 Wörter - Erstellt von: Takara - Aktualisiert am: 2012-12-01 - Entwickelt am: - 2.202 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Nach dem dritten Weltkrieg blüht in Konoha die Zeit der Geishas wieder auf. Vor allem Waisenmädchen, die während des Krieges ihre Eltern verloren haben, werden in Okiyas aufgenommen und ausgebildet. Die ersten Jahre gehen die Mädchen zur Akademie. Sie teilen sich das Schulgebäude mit den Ninja, trotzdem haben sie kaum etwas miteinander zutun.
So treffen auch Itachi und Haruka eines Tages aufeinander. Wem sie sich eigentlich gegenübersehen, ahnen sie noch nicht.

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Kapitel 1 - Eine Begegnung
Ich bin mit Kazumi, meiner vier Jahre älteren Schwester, auf dem Weg zur Akademie. Unsere Unterrichtsräume befinden sich in dem selben Gebäude wie die der Ninja. Meine Schwester hat in den ersten Stunden Tanz, welches in dem großen Raum am Ende des Ganges im Erdgeschoss unterrichtet wird, und ich Shamisen, welches im ersten Stockwerk unterrichtet wird. An der Treppe verabschieden wir uns, Kazumi läuft mit kurzen Trippelschritten ihren Freundinnen hinter her. Natürlich tragen wir Kimono, allerdings sind diese als Schuluniform zu verstehen. Sie sind dunkelblau, dünne gelbe und rote Linien bilden ein elegantes Muster auf dem schlichten blau, der Obi hat eine kräftige orange Farbe. Er sieht nicht schlecht aus, doch ich hoffe am Ende meiner Ausbildung wesentlich schönere und elegantere Kimono tragen zu können.
Ich sehe Kazumi kurz nach. Als sie dann in ihrem Raum verschwindet, gehe ich die Treppe hinauf. Es kommt, wie es kommen musste: Einige junge Ninja rennen an mir vorbei, einer von ihnen stößt mich. Ich verliere mein Gleichgewicht und drohe, nach vorne auf die Stufen zu stürzen. Im letzten Moment legt sich ein Arm um meine Taille, ein anderer um meine Schultern und ziehen mich nach hinten. Erschrocken lasse ich mein Shamisen fallen. Anstatt auf die Stufen zu fallen, falle ich nach hinten, die Arme lösen sich von mir. Mein Puls rast, das fließende Blut dröhnt in meinen Ohren, mein Atem geht schnell, ich zittere am ganzen Körper.
Neben dem stets respektvollem Verhalten anderen gegenüber wurde mir von klein auf eines klargemacht: Eine Geisha, die nicht schön ist, deren Gesicht verstellt ist, wird nie eine erfolgreiche Geisha sein – ein Unfall kann ihren Ruin bedeuten.
„Ist mit dir alles okay?“, holt mich eine Stimme in die Gegenwart zurück. Nun merke ich, dass ich nicht auf dem harten Boden sondern dem Schoß von jemandem sitze. Schnell springe ich auf, drehe mich der Person zu und verbeuge mich tief. Bloß nicht in die Augen schauen, ich darf ihm nicht in die Augen schauen.
„Ja, mein Herr. Vielen Dank für Ihre Hilfe. Haben Sie sich verletzt?“, erwidere ich schnell, wie man mich gelehrt hatte.
Mein Gegenüber beantwortet mit einem „Nein“ meine Frage. Verwirrung und Überraschung klingen in seiner Stimme.
„Das beruhigt mich. Bitte entschuldigen Sie mich“, bitte ich ihn und eile die Treppe hoch. Die Situation ist mir ziemlich unangenehm und ich will einfach nur in meine Klasse, in der Hoffnung dieses Ereignis zu vergessen.
„Hey, warte!“, ruft mir die schöne Stimme hinterher. Ich drehe mich oben um und schaue zu dem Jungen hinunter, direkt in seine Augen, in denen ich mich sofort verliere. Es sind dunkle, ehrliche Augen mit einem sanften, liebevollen Blick.
„Du hast...“ Er steht neben mir, zieht mich etwas nach hinten und hält mich in seinem Arm fest. „...das hier vergessen.“ Ich drehe meinen Kopf und schaue ihm wieder in die Augen. Er ist schnell, vermutlich hat er mich wieder vor einem Sturz bewahrt. Diese Vermutung wird bestätigt, als sein Griff fester wird. „Bist du sicher, dass alles okay ist?“
Ich wende meinem Blick schnell ab, ich darf ihm doch nicht in die Augen schauen. „Ja. Ich danke Ihnen, geehrter Herr.“
„Bitte lass das ‚Sie’ und ‚Herr’. Ich bin Itachi“, stellt er sich vor. „Wie ist dein Name?“
„Haruka.“
Ich bin verwirrt. So sehr, dass ich nicht einmal sagen kann, was mich überhaupt durcheinander bringt.
„Haruka, geht es dir wirklich gut? Bitte antworte ehrlich.“
„Ja, He... Itachi“, antworte ich unsicher. „Mir geht es gut.“ Ich schaue kurz zu ihm. Dieser kurze Blick reicht, um die Skepsis in seinem Gesicht zu erkennen. Bevor ich mich wieder in seinen Augen verliere, wende ich meinen Blick schnell wieder ab. Was mache ich mir auch vor, er macht die Ausbildung zum Ninja. Er muss Lügen erkennen. Aber ich mache meine Ausbildung zur Geisha. Ich muss in der Lage sein, selbst einen Ninja anlügen zu können, ohne erwischt zu werden. Eine Fähigkeit, die ich mir offenbar noch aneignen muss
„Jetzt geh zu deinem Unterricht“, meint er sanft. „Schließlich willst du eine großartige Geisha werden, oder?“
„Ja“, erwidere ich mit einem Lächeln.
„Pass auf dich auf.“ Er lässt mich los und dirigiert mich vorsichtig in die Richtung zum Klassenraum.
Die Stunden gehen nur sehr langsam vorbei. Wir werden im Shamisenspiel geprüft, einer nach dem anderen, wir anderen sind Publikum. Ich bin die letzte die spielt. Ich lege mein ganzes Herzblut in mein Spiel, so sehr liebe ich dieses Instrument.
Am Ende der Stunde entlässt uns unsere Sensei, die Bewertung werden wir erst am nächsten Tag erfahren.
Kazumi wartet bereits auf mich unten an der Treppe. Sie fragt mich, wie die Prüfung war und erzählt dann von ihrem Unterricht.
„Haruka!“, ruft jemand hinter uns. Wir drehen uns um und ich erkenne Itachi, der in unsere Richtung läuft.
„Haruka-chan, wer ist das?“, fragt mich meine Neesan, doch ich nehme sie gar nicht wahr, ich habe nur Augen für Itachi. Jetzt habe ich zum ersten Mal die Gelegenheit, ihn genauer zu mustern. Er trägt dunkelgraue bis schwarze Kleidung – ein kurze Hose, ein T-Shirt mit hohem Kragen und die für Ninja typischen Sandalen. Eine hellbraune Tasche trägt er quer über seinen Oberkörper.
„Hey, Haruka. Ich wollte fragen, wie deine Prüfung gelaufen ist?“ Ich sehe ihn verwirrt an. Ich hatte heute morgen doch keine Prüfung erwähnt, oder etwa doch?
„Ähm... Entschuldigen Sie bitte meine Frage. Sie kennen meine kleine Schwester?“, mischt sich Kazumi in das Gespräch ein. Itachi deutet eine Verbeugung an.
„Mein Name ist Uchiha Itachi. Wir haben uns heute Morgen aufgrund eines... Vorfalls kennengelernt“, stellt er meiner Neesan sich und die Situation vor. Dann sieht er mich erwartungsvoll an. Ich sehe zur Seite.
„Die Ergebnisse werden uns erst morgen bekanntgegeben“, beantworte ich seine Frage.
„Du musst dir keine Sorgen machen, du warst die beste“, versichert er mir mit einem Lächeln. Überrascht sehe ich ihm in die Augen. Woher weiß er...?
„Ich bin ein Ninja“, beantwortet er meine unausgesprochene Frage mit einem Augenzwinkern. Ich erröte. Zum einen, weil er mir ein Kompliment gemacht hat, zum anderen, weil ich mir der Tatsache seiner Ausbildung nicht bewusst war. Wieder wende ich meinen Blick ab. Es ist mir unangenehm, dass er so viel in meinem Blick erkennen kann.
„Ich gehe dann mal...Bis später, Haruka-chan“, gibt Kazumi von sich und geht.
„Tut mir Leid, Haruka“, sagt er leise. „Ich... wollte dich nicht in Verlegenheit bringen.“
„Hör bitte damit auf“, flüstere ich. Er sieht mich verwirrt an, doch ich halte meinen Blick gesenkt. „Meine Gedanken zu lesen, meine ich...“, füge ich noch leiser hinzu.
„Habe... ich dir Angst gemacht?“, fragt er nun völlig verunsichert. Ich schüttle leicht den Kopf. Er seufzt erleichtert. „Puh, das beruhigt mich. Ich mag dich nämlich echt gerne, Haruka!“, verkündet er nun lachend. Wieder schießt mir die Röte ins Gesicht. „Gehen wir heute Abend etwas spazieren?“
Ehe ich genauer darüber nachgedacht habe, stimme ich zu. Er verabschiedet sich von mir und ich gehe nach Hause.
Mutter bleibt es nicht verborgen, dass ich sehr in Gedanken bin. Itachis Verhalten wundert mich. Ich dachte immer, Ninja seien gefühlskalt, würden wie Maschinen funktionieren, aber Itachi war anders. Auch schaute er uns Geishas nicht mit dem merkwürdigen Blick an, den die anderen jungen Ninja uns zuwarfen. Er geht mit uns wie mit jedem anderen normalen Menschen um.
Ich bin so in Gedanken versunken, dass ich gar nicht mitbekommen habe, das es bereits dunkel geworden war. Erst als Mutter mich zu sich rief, wurde ich mir der Gegenwart bewusst.
„Haruka, da ist ein Junge, der mir dir reden möchte.“
Ich renne zu ihr, verbeuge mich.
„Was hat es damit auf sich, Haruka? Was möchte er von dir?“
„Er hatte mir heute morgen in der Schule mehrfach geholfen, als ich zu stürzen drohte. Ich möchte ihm den Gefallen tun und ihn begleiten, um so meine Schuld zu begleichen.“
Sie sieht mich einen Moment nachdenklich an. Ich fürchte schon, sie würde mir verbieten Itachi zu begleiten.
„Nun gut, das scheint nur angemessen. Bleib nicht zu lange weg.“
„Das werde ich nicht, Okaa-san. Vielen Dank.“
Ich eile zur Tür und gehe auf Itachi zu. Der Blick, mit dem er mich ansieht, gefällt mir nicht. Er ist so... kalt. Itachi dreht sich um und geht Richtung Park. Etwas unbeholfen folge ich ihm in gebürtigem Abstand – 3 Schritte. Wir gehen den breiten Weg entlang, der nur spärlich beleuchtet ist. In dieser Dunkelheit fühle ich mich nicht besonders wohl. Auf der Brücke bleibt Itachi dann stehen.
„Du musst mir nicht folgen, wenn es nur eine Pflicht ist, die du erfüllen musst, Haruka“, sagt er leise, dennoch laut genug, sodass ich es verstehe.
„So ist es nicht, Itachi“, antworte ich.
„Wie dann?“ Er dreht sich zu mir um. In seinem Blick erkenne ich, dass er wohl ziemlich verletzt ist. Ich beiße mir auf die Lippe und sehe zur Seite. Das wollte ich so nicht.
„Mutter hätte mich anders nicht gehen lassen.“
Ein Lächeln breitet sich über sein Gesicht aus. Dann springt er hoch, setzt sich auf das Brückengeländer und winkt mich zu sich. Ich bleibe neben ihm stehen.
„Wie ist es, zu einer Geisha ausgebildet zu werden?“
Überrascht sehe ich ihm in die Augen. Mit dieser Frage habe ich nicht gerechnet. Doch es scheint ihn wirklich zu interessieren. Ich stelle mich an das Geländer und schaue ins Wasser, die Worte sollen gut gewählt sein.
„Es... Die Regeln sind sehr streng. Wir müssen viel üben und stets darauf achten, was wir wann wo und wie machen. Auch was wir sagen muss stets gut überlegt sein.“
Ich starre weiter auf die Wasseroberfläche, die im Schein des Mondes glitzert. Eine Geisha zu werden ist wie in einem goldenen Käfig zu leben. Einem werden viele Privilegien zuteil, doch der Preis ist hoch.
„Wir dürfen nicht wir selbst sein, wir müssen unser Gegenüber unterhalten, auf seine Bedürfnisse eingehen, auch wenn es uns persönlich widerstrebt“, füge ich hinzu.
„Sicher, dass du von der Geisha-Ausbildung redest?“, fragt Itachi und lacht traurig auf. Ich schaue zu ihm herüber und beobachte, wie er seinen Kopf hängen lässt. „Ich breche gerade sämtliche Regeln, die ein Ninja einhalten sollte. Vor allem die 25. Ninja-Vorschrift...“
„Was besagt diese Ninja-Vorschrift?“, frage ich vorsichtig.
„‚Ein Ninja darf keine Gefühle zeigen!’“ Entgeistert schaue ich ihn an. Von so strengen Vorschriften habe ich nie gehört. „Wenn ich dich sehe, kann ich mich da nicht dran halten.“ Er macht eine kurze Pause, dann springt er plötzlich vom Geländer, stellt sich vor mich und ergreift meine Hände. „Versteh das bitte nicht falsch! Ich... finde es gut, dass es so ist. Es bedeutet, dass ich bei dir ich selbst sein kann. Und ich möchte, dass du auch bei mir du selbst sein kannst.“ Für einen Moment glaube ich, mich zu täuschen, doch ich erkenne tatsächlich einen leichten Rotschimmer auf seinen Wangen. „Ich mag dich echt gerne, Haruka. Sehr sogar. Du bist nicht nur hübsch und talentiert, sondern auch ein liebes, freundliches Mädchen.“
Das Ganze überrumpelt mich. Wäre das Geländer nicht, würde ich einige Schritte nach hinten taumeln, erschlagen von den Schmeicheleien. Dabei kennen wir uns kaum! Ich sehe verlegen zur Seite.
„Vor allem wenn du so schüchtern zur Seite guckst, bist du echt süß!“
Ich hebe meinen Kopf und sehe ihn wieder verwundert an. Es ist fast so, als würde er mich schon lange kennen.
„Ich habe dich die letzten Monate viel beobachtet.“ Er wendet den Blick verlegen zur Seite. „Aber nie hatte ich den Mut, dich anzusprechen.“
Ich muss leise kichern und nun ist er derjenige, der den anderen verwundert anschaut.
„Du, ein junger Ninja des berühmten Uchiha-Clan, talentiert und umschwärmt von vielen, jungen, hübschen Mädchen – ob Kunoichi oder nicht – willst mir gerade erklären, dass du schüchtern bist?“ Erneut muss ich kichern. „Das ist niedlich.“
Das Rot auf seinen Wangen wird kräftiger.
„Sehen wir uns morgen?“, fragt er leise, mir einen vorsichtigen Blick zuwerfend. Ich nicke zur Antwort.
Dann geschehen die Dinge schneller, als ich es wirklich realisieren kann. Itachi richtet sich wieder zur vollen Größe auf, schaut mich mit seinen dunklen Augen und einem strahlenden Lächeln an.
„Super!“
Dann sieht er mich kurz... Ich weiß nicht – unsicher, nachdenklich, abschätzend vielleicht – an. Was danach geschieht kann nur eine Illusion gewesen sein: Er legt eine seiner Hände sanft an meine Wange und haucht mir einen Kuss auf die andere.
„Bis morgen!“ Darauf ist er verschwunden.

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Arya Stark ( 92589 )
Abgeschickt vor 86 Tagen
Schade dass du abgebrochen hast ,hätt ich echt nicht von dir gedacht...
TG (Traurige Grüße)
Arya
Sayuri Daikichi ( 44159 )
Abgeschickt vor 717 Tagen
Wunderschön!!!
Nora Fants ( 89906 )
Abgeschickt vor 947 Tagen
hi OMG das war das beste was ich mit Misaki-Meisterin der Luft je gelesen habe ich habe voll geheuelt und muss sagen das eine welt für mich zu sammen bricht wenn du keine geschichten mehr schreibst ich kann nicht mehr ohne deine geschichten bitte bitte höhr damit nicht auf das währ nett und wie währe es wenn du mal eine geschichte mit Neji das währe toll super mega ;-) danke sehr.
sasura ( 51151 )
Abgeschickt vor 1009 Tagen
Mach weiter xDD ich möchte genauso wie FUfuknuddelipups wissen wie es weiter geht! :c Mach bitte schneeeelll weiter!
Fufuknuddelipups ( 72108 )
Abgeschickt vor 1126 Tagen
Bist du behindert? Ich hab den ganzen [BEEP]n Tag diese extrem geile Storry gelesen und getzt hast du noch krin Ende?! Jetzt aber mal zack zack weiter schreiben. Sonst werd ich noch wahnsinnig. Dass man auch jedem in den [BEEP] treten muss -.-