Vier Mädchen in der Welt von Harry Potter 5

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4 Kapitel - 47.090 Wörter - Erstellt von: Melli155 - Aktualisiert am: 2012-12-01 - Entwickelt am: - 7.440 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.4 von 5.0 - 5 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Drei wie vorher und ein neuer Kerl... mit Überraschungsfaktor in mindestens einer der Stories

1
Ich war eine Hexe! Noch immer konnte ich es nicht so recht glauben und auch meine Eltern, die neben mir am Gleis 9 Ÿ, einem Gleis, von dem wir nicht dachten, dass es wirklich existierte, bis wir es gefunden hatten, standen, scheinbar auch nicht. Soweit wir in Erfahrung bringen konnten, war ich die erste aus der ganze Familie, die eine magische Begabung besaß und ich war mir nicht sicher, ob das nun gut oder schlecht war. Meine Mum fühlte sich im Augenblick zwischen all den Zauberern und Hexen sichtlich unwohl, deshalb meinte sie: „Okay, Heather- Darling, viel Spaß in der Schule und lass von dir hören… oder lieber doch nicht, was würde die Leute sagen, wenn bei uns diese Eulen- Viecher ein- und ausfliegen“, dann gab sie mir einen Kuss und zusammen mit meinem Dad machte sie sich auf den Rückweg. Ich nahm ihr ihre Äußerung nicht weiter übel, so war meine Mum eben, immer auf den Ruf unserer Familie bedacht. Nach kurzem Zögern ergriff ich meinen Koffer und stieg in den Hogwartsexpress ein. Da in allen Abteilen bereits Schüler saßen, musste ich mich wohl oder übel irgendwo dazusetzen. Das erste Abteil, das noch freie Plätze hatte, gefiel mir allerdings überhaupt nicht, darin saßen zwei Jungs, der eine war rothaarig und sah einfach nur dämlich aus und der andere hatte ungekämmte schwarze Haare und eine äußerst unansehnliche Narbe auf der Stirn. Schnell ging ich weiter und kurz darauf kam ich an ein Abteil, in dem bereits vier Jungen und ein Mädchen saßen, dementsprechend war also noch ein Platz frei. Forsch öffnete ich die Tür und fragte: „Darf ich mich setzten?“. Alle schauten mich überrascht an, dann erwiderte einer der Jungs, er hatte weißblonde Haare und hellgraue Augen: „Bist du ein Reinblut?“, „ein was?“, gab ich leicht verwirrt zurück, woraufhin die anderen mich abfällig ansahen und irgendwann meinte ein anderer Junge, er war dunkelhäutig und starrte mich aus dunklen, schrägstehenden Augen angewidert an: „Raus hier, mit Schlammblütern reden wir nicht“. Was fiel diesem Kerl eigentlich ein? wütend funkelte ich ihn an und sagte dann zornig: „Ich hab keine Ahnung, was ein Schlammblut sein soll, aber ich finde, ihr solltet etwas mehr Respekt haben, immerhin ist mein Dad der Duke of Devonshire“. Augenblicklich herrschte Stille, bis das Mädchen neidisch wissen wollte: „Dein Vater ist wirklich ein Duke?“, woraufhin ich antwortete: „Mein Name ist Heather Cavendish und ja, mein Dad ist wie ich bereits gesagt habe der Duke of Devonshire“. Nun stellte sich der weißblonde Junge, der zuerst gesprochen hatte vor: „Mein Name ist Draco Malfoy und ich denke, du kannst bleiben“. So setzte ich mich zwischen ihn und einen ziemlich dumm wirkenden Jungen, der Vincent Crabbe hieß. In Laufe der Zugfahrt klärten mich die anderen darüber auf, was Reinblüter und Schlammblüter waren, wobei ich klar machte, dass ich vielleicht muggelstämmig aber noch lange kein Schlammblut war, denn in meinen Adern floss das Blut der Dukes of Devonshire. Irgendwie hatte ich sie von meinen Ansichten überzeugt, denn wir verstanden uns alle echt gut. Vor allem Pansy, so hieß das Mädchen, fand ich wirklich nett, auch wenn sie sich meiner Meinung nach etwas zu unterwürfig Draco gegenüber verhielt. Bei unserer Ankunft wurden wir von einem rieseigen Mann zu sich gerufen und Draco flüsterte uns abfällig zu: „Ein Halbriese, Dad meinte ja, Hogwarts wäre tief gesunken, aber so tief?“. Halbriese? Vergeblich versuchte ich mir vorzustellen, wir ein Riese und ein normaler Mensch ein Kind haben könnten, doch das einzige was passierte, war dass ich eine Gänsehaut bekam und mich angewidert schüttelte, sodass meine blonden Haare, die ich schulterlang und mit Pony trug, wild durch die Luft flogen, dann gab ich noch immer angeekelt zurück: „Widerlich… wie kann sowas entstehen?“. Daraufhin lachten meine neuen Freunde Pansy, Blaise, Draco und seine beiden Gorillas Vincent und Gregory hämisch. Auf einmal stand der schwarzhaarige Junge mit der Narbe, den ich im Zug gesehen hatte, vor uns und meinte: „Lasst Hagrid in Ruhe“. „Hat Potti den großen Trampel lieb?“, fragte Draco höhnisch und Pansy fuhr fort: „Mir wird gleich schlecht“. Der Junge warf uns einen wütenden Blick zu, dann folgen er und sein rothaariger Freund dem Halbriesen zu einem See. Immer zu viert sollten wir in ein Boot steigen und hinüberfahren. Während ich mit Draco, Blaise und Pansy in einem Boot saß, erklärten die drei mir, dass es sich bei dem Jungen um Harry Potter handelte und was es mit ihm auf sich hatte. Für mich klang es nach einem Idioten mit dem Drang immer im Mittelpunkt zu stehen. Vom anderen Ufer aus ging es hoch zur Schule und ich musste zugeben, dass das alte Schloss schon ziemlich beeindruckend war, auch wenn ich bereits viele Schlösser und Burgen gesehen hatte. Drinnen übernahm dann eine streng aussehende Frau, die sich als Professor McGonagall vorstellte, die Führung und betrat mit uns die Große Halle. Dort saßen bereits die älteren Schüler und warteten gespannt darauf, in welche Häuser wir kommen würden. Blaise erzählte mir, dass Slytherin das einzig wahre Haus wäre und nachdem ich das Lied des Sprechenden Huts gehört hatte, stimmte ich ihm zu. List, Stolz und wahre Freundschaft, das klang doch ziemlich vielversprechend. Da begann Professor McGonagall damit, die Namen zu verlesen und als ich aufgerufen wurde, trat ich ohne Angst nach vorne und setzte mich auf den dreibeinigen Stuhl, während sie mir den Hut auf den Kopf setzte. „Hoppla“, piepste der Hut mir ins Ohr, „ich hätte niemals gedacht, dass ich das einmal zu einem muggelstämmigen Schüler sagen würde, aber dein Haus ist auf jeden Fall SLYTHERIN!“. Unter lautem Applaus des Slytherintisches, erhob ich mich und setzte mich neben eine andere Erstklässlerin, die vor mir eingeteilt wurde, ihr Name war Millicent Bulstrode, sie hatte schwarze Haare, war ziemlich kräftig gebaut und war mir nicht gerade sympathisch. Trotzdem versuchte ich ein Gespräch mit ihr zu beginnen. „Hi, ich bin Heather Cavendish“, begann ich und überraschender Weise schien mein Name ihr etwas zu sagen, denn sie wirkte auf einmal sehr viel interessierter als zuvor, dann verengte sie die Augen und meinte: „Bist du nicht ein Schlammblut?“. Leicht verärgert antwortete ich: „Nein, meine Liebe, ich bin vielleicht muggelstämmig, aber in meinen Adern fließt ausschließlich altadliges Blut, somit dürfte es reiner sein, als das der meisten an diesem Tisch“. Sie wollte etwas erwidern, überlegte es sich dann jedoch anders und schwieg, immerhin hatten nicht einmal die älteren Slytherins einen abfälligen Kommentar abgegeben. Nach und nach kamen alle meine Freunde zu mir an den Tisch der Slytherins, Draco mit seinen Gorillas, Pansy und letzten Endes auch Blaise. Zudem hatte ich mich mit einem Mädchen namens Daphne Greengrass angefreundet, die mir genau gegenüber saß. Als alle Erstklässler in ihren Häusern waren, erschienen auf den Tischen die köstlichsten Speisen die ich jemals gesehen hatte und während ich mich hier und da ein wenig unterhielt, probierte ich alles einmal durch. So gut schmeckte nicht einmal das Essen, das unser privater Koch zubereitete. Nachdem alle fertig waren mit essen, wurden wir von den Vertrauensschülern in unseren Gemeinschaftsraum, der in den Kerkern lag, geführt. Wir Erstklässler schauten uns bewundernd um. Scheinbar lag der Raum unter dem See, denn durch kleine Fenster drang grünlich schimmerndes Licht hinein. Anschließend zeigte uns eine ziemlich unterkühlte Vertrauensschülerin mit dem Namen Anna die Schlafsäle. Dabei deutete sie einfach stumm auf eine der Türen. Wie kam man nur dazu so eine zur Vertrauensschülerin zu machen? Aber ich machte mir nichts daraus und betrat gefolgt von Pansy, Daphne und Millicent den Raum. Die vier Betten waren so aufgestellt, dass die Fußenden jeweils die anderen Betten berührten und die Kopfenden voneinander weg zeigten. Da keines der Betten besser war als die anderen, gab es keinen Streit, wer welches Bett nahm und letzten Endes legten wir uns sogar alle andersherum hin, sodass wir noch ein wenig reden konnten. „Ich muss unbedingt meiner kleinen Schwester Astoria schreiben, sie wollte alles über Hogwarts erfahren“, plapperte Daphne munter drauflos und Pansy meinte: „Mein Dad wird sich freuen, wenn er hört, wie kurz der Hut bei mir überlegt hat“. Bis nach Mitternacht ging es so weiter. Genauer gesagt bis Millicent einschlief und laut anfing zu schnarchen. Es war so laut, dass wir nicht mehr reden konnten und schlafen ging auch nur mit Watte in den Ohren. Viel zu früh, ich hatte das Gefühl, überhaupt nicht geschlafen zu haben, rüttelte mich Pansy wach. Sie war fertig angezogen und hüpfte munter durch den Raum, während wir anderen, noch immer im Halbschlaf, langsam begannen uns anzuziehen. Als auch wir fertig waren, gingen wir gemeinsam in den Gemeinschaftsraum, wo Pansy und ich uns gleich zu Draco, seinen Gorillas und Blaise gesellten. „Morgen Jungs“, begrüßte ich die vier und zusammen machten wir uns auf den Weg in die Große Halle zum Frühstück. Beim Essen bekamen wir auch unsere Stundenpläne und Draco rief begeistert: „Wir haben nachher bei unserem Hauslehrer, Professor Snape, Zaubertränke. Er ist der einzig fähige Lehrer an dieser Schule“. Pansy nickte begeistert, sie fand alles toll, was Draco sagte, und ich meinte: „Na mal sehn…“, dann schob ich mir einen großen Löffel Müsli in den Mund. Draco sollte Recht behalten. Professor Snape war bei weitem der beste Lehrer und das nicht nur, weil er uns Slytherins bevorzugte. Dazu kam dann auch noch, dass ich eine besondere Begabung im Fach Zaubertränke zu haben schien, denn nicht einmal die Gryffindor- Streberin Granger schaffte es, einen Trank zu brauen, der besser war als meiner. „Habt ihr das Gesicht von Granger gesehen?“, wollte Draco lachend nach der Stunde wissen und Pansy und ich kicherten, während Greg und Vince dümmlich glucksten. Diese beiden Jungs konnte ich irgendwie nicht leiden. Sie waren so unfassbar unintelligent, dass es fast wehtat. Trotzdem gab Draco sich mit ihnen ab, vermutlich nutzte er sie als seine persönlichen Leibwächter, denn für viel mehr taugten diese kräftigen Dumpfbacken nicht. „Was machen wir jetzt? Bis zur Bettruhe sind noch drei oder vier Stunden“, fragte ich, nachdem ich mich beruhigt hatte und da weder Draco noch Pansy, von Greg und Vince erwartete ich überhaupt keine Antwort, etwas erwiderten, entschied ich, dass wir uns an den See setzen könnten. So beobachteten wir eine Weile den Riesenkraken, der anscheinen hier lebte und bald schon wurde mir klar, dass Pansy sich vor der Kreatur fürchtete. Lachend ging ich an ihr vorbei, machte ein paar Schritte ins Wasser und tätschelte einen Fangarm des Tiers. Daraufhin kreischte Pansy: „Iiiiih“, und Draco und ich brachen in Gelächter aus. Erst als es dämmrig wurde machten wir uns auf den Rückweg. Die folgenden Tage und Wochen vergingen ähnlich. Meistens traf man mich in Begleitung von Pansy und Draco, ab und zu auch mit Daphne und noch seltener mit Blaise oder Millicent. An Halloween platzte plötzlich unser unfähiger Lehrer in Verteidigung gegen die Dunklen Künste herein. Er stotterte etwas von wegen „Troll in den Kerkern“, dann brach er ohnmächtig zusammen. Ein Troll? Wie war ein Troll in die Schule gekommen? Da war ich von meiner Muggelprivatschule, die ich früher besucht hatte, etwas anderes gewohnt, trotzdem hatte ich sogut wie keine Angst. Während um mich herum Panik ausbrach, blieb ich ganz ruhig sitzen und wartete, dass Dumbledore etwas sagen würde. Er schieckte uns in unsere jeweiligen Gemeinschaftsräume, was die meisten von uns Slytherins nicht gerade erfreute, immerhin mussten wir nun dorthin, wo angeblich der Troll war. „Komm“, meinte ich zu Daphne, die den Schulleiter entsetzt anstarrte, packte sie am Arm und zog sie und Pansy hinter mir her. Kaum waren wir im Gemeinschaftsraum angekommen, entspannten sich alle und das übliche, überhebliche Geplauder erfüllte den Raum. „Mein Dad hat neulich eine Zweitvilla gekauft“, erzählte Pansy stolz und ich erwiderte: „Meinen Eltern gehört eine ganze Grafschaft“. Sie wurde ein wenig rot, fuhr dann allerdings fort: „Ja, aber es kann ja nicht jeder ein Duke sein“. Ich grinste hochmütig und gähnte unverhohlen. Dann fragte ich: „Willst du mit rüberkommen, Pan? Ich bin hundemüde“. Wie nicht anders zu erwarten nickte meine Freundin und zusammen verließen wir den Gemeinschaftsraum. Das Schuljahr verstrich und in den Sommerferien kam Pansy für vier Tage zu mir. Länger wollten meine Eltern keine fremde Hexe unter ihrem Dach haben, sie empfanden Magie als äußerst unheimlich. Trotzdem war meine Freundin begeistert. Unser Haus glich einem Schloss und mein Zimmer war mindestens so groß wie der gesamte Slytheringemeinschaftsraum. Am 1. September fuhr ich dann alleine mit dem Bus zum Bahnhof, da meine Eltern sich nicht noch einmal unter „das durchgeknallte Volk“, wie sie uns Hexen und Zauberer nannten, mischen wollten, es machte mir jedoch nichts aus. Ich war es gewohnt, dass meine Eltern wenig Zeit für mich hatten und sich lieber mit ihren Verwaltungstechnischen Aufgaben und hochrangigen Freunden beschäftigten als mit mir. Das war die Schattenseite meines Lebens, des Lebens einer Tochter eines Dukes. „Heather, Heather, Heather“, quietschte Pansy aufgeregt, sobald sie mich am Gleis entdeckte und fiel mir um den Hals, „meine Mum hat mir jetzt auch so ein Diamantenarmband geschenkt, wie du eins hast“. Na toll. Konnte ich nicht einmal etwas besitzen, das sie mir nicht nachkaufte? Egal. Ich setzte eine erfreute Miene auf und antwortete: „Cool, dann können wir Partnerlook machen“. Sie strahlte und zusammen stiegen wir in den Zug, wo wir uns zu Draco, Greg und Vince setzten. Dieses Jahr wurde in Hogwarts die Kammer des Schreckens geöffnet und da ich keine Ahnung hatte, was es damit auf sich hatte, fragte ich Professor Snape nach einer Unterrichtsstunde danach. „Es heißt in der Kammer lebe ein Monster“, begann er zu erklären und ich lauschte gespannt, „eine Kreatur, die seit der Gründung dieser Schule in einer Geheimen Kammer lebt und die, sobald die Kammer von Slytherins Erben geöffnet wird, die Schule von alles Schülern „säubern“ soll, die es nicht wert sind Zauberei zu studieren“. Natürlich begriff ich sofort. Damit waren Muggelstämmige gemeint, aber wenn ich in Slytherins Haus war, müsste ich doch eigentlich sicher sein, oder? Professor Snape musste meine Zweifel wohl bemerkt haben, denn er fuhr fort: „Blutsverräter und ähnliche Personen“. Langsam nickte ich, warum sollte Salazar Slytherin etwas gegen mich haben? Ich gehörte schließlich einer alten, adligen Blutlinie an. „Danke Professor“, verabschiedete ich mich und lief rasch zu meiner nächsten Stunde. In der nächsten Zeit wurden mehrere Schlammblüter angegriffen und mit jedem weiteren übergriff, machte ich mir ein wenig mehr Sorgen, aber als gegen Ende des Jahres dann Ginny Weasley, die Weasleys waren die größte Bande an Blutsverrätern, die es gab, in die Kammer entführt wurde, fielen alle meine Ängste von mir ab. Ich war niemals wirklich in Gefahr gewesen, ich als durch und durch adlige, wenn auch muggelstämmige Slytherin. In den Sommerferien ging ich dieses Mal mit zu Pansy und ich war fast ebenso von ihrem zu Hause begeistert, wie sie es von meinem gewesen war. Zwar war das Haus und ihr Zimmer nicht so groß wie meines, aber dafür war ich überall von Magie umgeben und zu ersten Mal in meinem Leben sah ich einen Hauself. Das war eine kleine Kreatur, die alle Hausarbeiten erledigte und immer unterwürfig und ergeben war. Eines Morgens las Mrs. Parkinson Pansy und mir aus der Zeitung vor, dass der berüchtigte Massenmörder Sirius Black aus Askaban, dem Zauberergefängnis, ausgebrochen war und meine Freundin wurde etwas panisch. Sie quietschte: „Aber mum, dann will ich nicht nach Hogwarts… so unfähig wie die alle sind, werden wir noch alle umgebracht“. Ihre Mum wollte davon allerdings nichts hören, immerhin war es wichtig, dass wir unseren Abschluss machten, egal was wir von den einzelnen Lehrern hielten. Zum Schulbeginn brachte uns Mr. Parkinson auf dem Weg zur Arbeit ans Gleis, wo Pansy sich gleich auf die Suche nach Draco machte und wohl oder übel musste auch ich mich im Zug zu ihm und seinen Leibwächtern setzten. Eigentlich hatte ich ja kein Problem mit ihm, wir waren sogar ziemlich gut befreundet, doch ich konnte Greg und Vince nicht ausstehen und da Draco immer mit ihnen abhing, suchte ich mir meist andere Leute. Auf einmal erloschen alle Lichter im Zug und wir blieben stehen, mitten auf einer Brücke. Außerdem wurde es mit jeder Sekunde kälter. Ängstlich rutschte Pansy näher an Draco, der zwischen uns saß, heran und auch ich lehnte mich unwillkürlich etwas an ihn. Da erschien eine widerliche, schorfig- schleimige Hand und öffnete unser Abteil. Eine Kreatur trat ein, wie ich sie in meinen schlimmsten Albträumen noch nicht gesehen hatte. Ich hatte das Gefühl ich würde nie wieder froh werden, doch dann verschwand die Kreatur wieder und langsam entspannte ich mich wieder und rutschte zurück auf meinen Platz. Nach einer Weile hatte ich meine Sprache wiedergefunden und fragte mit noch immer etwas zittriger Stimme: „Was war denn das?“. „Ein Dementor, einer der Wachen von Askaban. Er muss nach Black gesucht haben“, antwortete Draco, wobei auch seine Stimme nicht so wie sonst klang. Bald hatte wir uns alle wieder gefasst und als das Gerücht an unsere Ohren drang, genauer gesagt erzählte Blaise es uns, dass Harry Potter ohnmächtig geworden war, machten wir uns den Rest der Fahrt über ihn lustig. In der Großen Halle beim Festessen zogen wir uns dann unsere Umhänge über den Kopf als er vorbeiging und wedelten mit den Armen, während wir: „Huuuuuu“ und „Uuuaaaaaa“, machten. Gerade war er an uns vorbei, da rief ich Potter noch hinterher: „Achtung, Dementor!“. Augenblicklich wirbelte er herum und Draco, Pansy, Blaise und ich konnten uns vor Lachen gar nicht mehr einkriegen. Sein Gesichtsausdruck war einfach zu komisch. Auch in den nächsten Tagen und Wochen spielten wir ab und zu in Potters Gegenwart Dementoren und jedes Mal zucke er zusammen, bevor er uns erkannte. Wie konnte man nur so blöd sein und gleichzeitig den größten dunklen Magier seit über einem Jahrhundert besiegen? In den auf dieses Jahr folgenden Sommerferien war ich wieder zu Hause. Meine Eltern gingen mir jedoch aus dem Weg und mieden es, mir in die Augen zu sehen, gerade so, als wäre ich eine Aussätzige! Irgendwann sprach ich sie dann darauf an: „Was ist denn los? Wieso guckt ihr mir nie in die Augen und tut so, als wäre ich nicht da?“. Daraufhin verließ meine Mum das Zimmer, doch mein Dad blieb. Er seufzte und antwortete schließlich: „Deine Mum und ich wissen nicht, wie wir mit deiner… Sonderlichkeit umgehen sollen. Ich meine, du bist das ganze Jahr in irgend so einer Schule, wo sie dir Zaubertricks beibringen und…“, an dieser Stelle brach er ab und schaute mir zum ersten Mal seit ich wieder hier war in die Augen. Seine Augen hatten die gleiche Farbe wie meine: ein dunkles Blaugrau und als ich ihn ansah, wurde mir klar, dass die Augen wirklich das einzige waren, was wir gemeinsam hatten. Mein Dad war liebevoll, aber auch streng und, trotz seines Standes als Duke, sehr bodenständig, während ich, mal davon abgesehen, dass ich eine Hexe war, mich ziemlich hochmütig und teilweise recht kühl verhielt. „Tut mir leid, Heather- Darling, du wirst immer unsere Kleine bleiben, aber es ist schwer für uns, vor allem für deine Mum“, mit diesen Worten wandte nun auch mein Dad sich zum Gehen. Da ich es gewohnt war, dass ich mich alleine beschäftigen musste, traf mich diese Aussage bei weitem nicht so schwer, wie sie vielleicht jemand anderes getroffen hätte. Meiner Gleichgültigkeit zu trotz, freute ich mich, als ich wieder im Hogwartsexpress zwischen Pan und Blaise saß. Außerdem waren noch Draco, der neben Pan saß, und natürlich auch seine Handlanger Greg und Vince mit im Abteil. Nach einer Weile trat auch Daphne ein, woraufhin Pan und ich zusammen rutschen, damit sie auch noch Platz fand. „Habt ihr auch schon gehört? Mein Dad sagt, dieses Jahr passiert etwas ganz besonderes in Hogwarts“, platzte sie kaum dass sie saß heraus. „Jetzt wo du's sagst… ja meine Dad meinte etwas ähnliches“, meinte Draco nachdenklich und Pan fügte noch hinzu: „Stimmt, meine Mum hat auch ein paar Andeutungen gemacht“. Meine Eltern hatten natürlich keine Ahnung, was in Hogwarts passieren würde, deshalb hielt ich mich aus dem Gespräch heraus, bis es sich um etwas anderes drehte. Beim Festessen in der Großen Halle klärte Dumbledore uns dann darüber, was dieses Jahr passieren würde, auf. Er verkündete, dass das Trimagische Turnier in Hogwarts stattfinden und dafür Schülerinnen und Schüler der Schule Beauxbaton und Durmstrang anreisen würden. Augenblicklich wurde es laut in der Halle. Alle Schüler waren begeistert, so auch ich. Endlich würde mal etwas richtig Spannendes in Hogwarts passieren. Wenige Wochen später kamen dann unsere Gäste an und die Durmstrangs setzten sich sogar zu uns an den Slytherintisch. Pansy flüsterte mir zu, dass einer von ihnen ein weltberühmter Quidditchspieler war, sein Name war Viktor Krum. Ich hatte allerdings nicht viel mehr als einen flüchtigen Blick für ihn übrig, was wahrscheinlich daran lag, dass ich aus einer Muggelfamilie kam und noch nie von ihm gehört hatte. Dafür zog ein anderer Durmstrang meine Blicke auf sich. Er war älter als ich, ich vermute, er war bereits volljährig, aber er lächelte mich so süß an, dass ich nicht anders konnte, als zurückzulächeln. Nach dem Essen kam er zu mir herüber und stellte sich vor, wobei seine Stimme einen starken russischen Akzent hatte: „Challo, ich bin Andrey Sokolow“. Pan und Daphne, die links und rechts von mir saßen, kicherten und entfernten sich. Die beiden zogen auch Draco, der irgendwie verärgert wirkte, und Blaise hinter sich her, damit ich alleine mit Andrey sprechen konnte, wofür ich ihnen sehr dankbar war. „Heather Cavendish… wollen wir noch kurz raus gehen, bis zur Nachtruhe haben wir noch zwei Stunden“, schlug ich vor und Andrey stimmte mir erfreut zu. Wir verstanden uns wirklich gut. Zusammen lästerten wir über die Schulleiterin von Beauxbaton, die anscheinend eine Halbriesin war, und ähnliches. Zudem war er ziemlich beeindruckt als ich ihm sagte, dass mein Dad der Duke of Devonshire war. Als ich dann zu Nachtruhe in meinem Gemeinschaftsraum war, empfingen mich sogleich Pansy, Daphne und Milli. „Mann, ist der heiß“, meinte Milli und Pan wollte aufgeregt wissen: „Wie ist es gelaufen?“. „Er heißt Andrey und ist total süß“, begann ich zu schwärmen, da erklang Dracos gehässige Stimme: „Na Cavendish, tollen Abend gehabt?“. Was hatte der denn? „Ich heiße HEATHER und was ist dein Problem, Draco?“, erwiderte ich leicht gereizt. „Mit einem Schlammblut streite ich mich nicht“, gab er kalt zurück. Wie konnte er nur? Jetzt war ich einfach nur noch wütend und schrie ihn an: „Nur weil deine Vorfahren allesamt mit ihrem Zauberstab herum gewedelt haben, heiß das noch lange nicht, dass du mehr wert bist als einer von uns. Außerdem wird deine armselige Familie niemals so viel Macht und Einfluss haben wie meine… gute Nacht, Malfoy“. Damit wandte ich mich ab und ging, gefolgt von Pan, die Draco noch einen kurzen Blick zuwarf, Daphne und Milli, in unseren Schlafsaal. „Der ist doch nur eifersüchtig“, vermutete Daphne, was Pan nicht gerade zu begeistern schien, immerhin war sie schon eine Ewigkeit in Draco verliebt. „Ach, soll der Idiot doch machen was er will, für mich ist er jedenfalls gestorben“, beendete ich unsere kleine Gesprächsrunde und kurz darauf lagen wir alle in unseren Betten und schliefen ein. Am darauffolgenden Morgen erwartete Andrey mich zu meiner Überraschung direkt vor unserem Gemeinschaftsraum. So ging ich gemeinsam mit ihm, Daphne und Blaise in die Große Halle zum Frühstücken. So lief das von nun an jeden Morgen ab und langsam ging der liebe Andrey mir auf die Nerven. Natürlich sah er gut aus, war echt süß und schien mich wirklich zu mögen, doch er war mir einfach zu anhänglich, ich brauchte meinen Freiraum. Zwar redeten mir meinen Freundinnen und auch Blaise immer gut zu, doch eigentlich hatte ich keine Lust mehr auf dieses Hinterhergedackel, trotzdem unternahm ich noch nichts, denn seit unseres Streits war Draco widerlich zu mir und beschimpfte mich sooft wie nur irgend möglich und es tat gut Andrey an meiner Seite zu wissen, der ihn immer wieder aufs Neue in seine Schranken wies. Am 24. November, dem Tag der ersten Aufgabe, war Draco mal wieder besonders fies. Als wir alle zu den Tribünen liefen, rief er mir laut zu: „Na, wo ist dein ach so toller Beschützer jetzt, Cavendish?“. Wo lag sein Problem? Wir waren doch sowas wie Freunde gewesen, oder nicht? „Und wo sind deine, Malfoy? Ich dachte wir wären Freunde, aber dieses Wort ist dir ja scheinbar fremd“, erwiderte ich nicht weniger gehässig als er zuvor. „Ah, da bist du ja“, ertönte Andreys Stimme hinter mir und die ganze Aufgabe über unterhielt ich mich mit ihm und dachte nicht ein einziges Mal mehr an Draco. Ich hatte gehofft, dass Potter von seinem Drachen gegrillt werden würde, ich wurde jedoch enttäuscht. Dieser aufgeblasene Wichtigtuer belegte sogar den ersten Platz. Nur wenige Tage später platze auf einmal Professor Snape in unseren Gemeinschaftsraum und verkündete, dass es einen Weihnachtsball geben würde. In diesem Moment war ich froh, dass ich Andrey noch nicht in den Wind geschossen hatte, so würde ich wenigstens eine Begleitung haben und Draco nicht die Genugtuung gönnen, alleine dort aufzukreuzen. Wie bereits vermutet, fragte mich Andrey gleich am nächsten Morgen, ob wir zusammen zum Ball gehen würden und ohne zu zögern sagte ich zu. Daphne ging mit Theodore Nott, Milli hatte selbst die Initiative ergriffen und einen Durmstrang gefragt und Pan wurde von Draco gefragt, was sie die nächsten Tage auf einer Art rosa Wolke fliegen ließ, wobei ich mir sicher war, dass sie Draco nichts bedeutete. „Hilfst du mir mit meiner Frisur, Heather?“, fragte Pansy verzweifelt am Tag des Balls und ich antwortete freundlich: „Klar, wenn ich mit mir fertig bin, ja?“. Meine Freundin nickte dankbar und setzte sich auf ihr Bett um zu warten. Sie sah in ihrem schwarz- grünlichen Kleid recht ansehnlich aus, aber mein Kleid, das extra für mich angefertigt wurde, zog sogleich die Blicke aller meiner Schlafsaalgenossinnen auf sich. Es war nachtblau, bodenlang und eher eng geschnitten, die Ärmel waren aus hauchdünnem, silberfarbenem Stoff und reichten mit etwa bis zum Ellenbogen, dazu zog ich mir halbhohe, ebenfalls silberne Schuhe an, lockte meine blonden Haare ein wenig und steckte mir eine große Diamantspange hinein. Die anderen staunten nicht schlecht, will ich ja auch mal hoffen. Dann setzte ich mich neben Pansy und steckte ihr die schwarzen Haare mit mehreren grünlich glänzenden Klammern hoch. Anschließend verließen wir gemeinsam den Schlafsaal und gingen in den Gemeinschaftsraum. Sogleich kam ein grinsender Blaise auf uns zu und meinte: „Na ihr zwei hübschen“. Lachend verdrehte ich die Augen und fragte: „Mit wem gehst du, Casanova?“. Sein Grinsen wurde noch breiter als er erwiderte: „Sie heißt Amber und ist eine Französin, eine heiße Französin“. Pan und ich brachen in Gelächter aus und weil er den Grund dafür nicht so recht begriff, machte sich Blaise nun auf zu seiner „heißen Französin“. „Hey Pan, da drüben steht Draco… viel Spaß euch, ich geh mal zu Andrey“, flüsterte ich meiner Freundin zu und sie lief gleich zu ihrem Angebeteten, der scheinbar positiv überrascht von ihrem Aussehen war. Andrey erwartete mich so wie immer bereits vor dem Gemeinschaftsraum und als er mich erblickte, klappte ihm der Mund auf. Zufrieden trat ich auf ihn zu, hakte mich bei ihm unter und führte ihn in Richtung der Großen Halle. Leider musste ich feststellen, dass er kein besonders guter Tänzer war, deshalb verließen wir die Tanzfläche auch schon bald wieder und setzten uns an den Rand. Nach einer Weile, in der wir uns unterhalten hatten, ergriff Andrey meine Hand und führte mich aus der Halle. In der Eingangshalle drückte er mich dann gegen eine der Wände, ließ meine Hände jedoch nicht los, und wollte mich küssen. In diesem Augenblick hörte ich Dracos Stimme: „Weg von ihr, du Mistkerl, sie ist gerade mal 14!“. Zu meiner Erleichterung ließ Andrey nun von mir ab, doch aller Dankbarkeit zu trotz, war ich auch wütend, dass Draco sich in mein Leben einmischte, deshalb motzte ich ihn an: „Sag mal, kannst du dich nicht aus meinen Angelegenheiten raushalten? Was geht dich es an, mit wem ich wo bin und was ich dort tue?“. Damit hatten weder er noch Andrey gerechnet, denn alle beide starrten mich entgeistert an, doch als Andrey zu grinsen begann, fuhr ich auch ihn an: „Und was dich angeht, halt dich von mir fern… verschwinde“. Das tat er dann auch, so war ich mit Draco alleine. „Gern geschehen“, zischte er eingeschnappt und ich erwiderte bissig: „Ich brauche deine Hilfe nicht“. Mit diesen Worten stapfte ich ohne mich noch einmal umzudrehen zur Kerkertreppe und von dort aus in den Slytheringemeinschaftsraum. Dort saßen noch zwei Erstklässlerinnen, doch als ich sie anschrie, verzogen sie sich rasch in ihren Schlafsaal. Endlich hatte ich meine Ruhe. Wieso war ich so gemein zu Draco gewesen? Immerhin hatte er mich vor Andrey, der weiß ich was mit mir gemacht hätte, gerettet. Das wäre die Gelegenheit für eine Versöhnung gewesen, aber ich musste ja so verdammt stolz sein. Vermutlich würden Draco und ich uns niemals vertragen. Wir waren beide nicht in der Lage, unsere eigenen Fehler einzugestehen. Eigentlich fand ich es sehr schade, ich wollte ihn wieder als meinen Freund betrachten können, doch ich konnte nicht über meinen Schatten springen, ich konnte mich nicht entschuldigen und er würde ebenfalls nicht den ersten Schritt machen. Lange war ich noch nicht wieder da, als auch Milli hereinkam. Sie wirkte leicht verärgert, scheinbar war auch ihr Abend nicht nach ihrem Wunsch verlaufen. „Heather?“, fragte sie, sobald sie mich entdeckte, „warum bist du denn schon hier?“. Ein gequältes Lächeln aufsetzend antwortete ich: „Sagen wir es so: mein Abend hätte kaum schlimmer verlaufen können“. Nun setzte sie sich neben mich in einen Sessel und da ich nichts weiter zu meinem Abend sagte, erzähle sie mir von ihrem. Anscheinend hatte der Durmstrang, mit dem sie gegangen war, sich gleich nach dem ersten Tanz ein Mädchen von seiner Schule geschnappt und sie sitzen gelassen. So saßen wir vorm Kamin und regten uns über die Durmstrang- Jungs auf. Es tat gut, jemanden zu haben, der fast ebenso sauer war ich. Erst als Draco und Pansy, die glücklich an seinem Arm hing, eintraten, verzogen wir uns in unseren Schlafsaal, wo Pan kurz darauf zu uns stieß. „Und, wie war euer Abend?“, fragte sie gutgelaunt und ich erwiderte trocken: „Toll“, dann drehte ich ihr den Rücken zu und schlief ein, wurde allerdings etwa eine halbe Stunde später wieder geweckt, als Daphne in den Schlafsaal kam und sich auf ihr Bett warf. „Musste das jetzt so laut sein?“, brummte ich und sie murmelte sofort eine Entschuldigung und verhielt sich beim Umziehen ruhig. Es kam mir vor, als hätte ich kaum die Augen zugetan, als Pansy mich wieder weckte. „Hey Heather, aufstehen, es ist schon fast halb zwölf“, meinte sie lachend und als ich mich umsah, stellte ich fest, dass die anderen nicht mehr in ihren Betten lagen, aber es konnte doch noch gar nicht so spät sein. Verwirrt rappelte ich mich auf und betrachtete meinen Wecker: Halb zwölf. Wie war das möglich? „Na komm, du kannst doch nicht den ganzen Tag im Bett liegen bleiben“, plapperte Pan weiter und schließlich stand ich auf und zog mich an. Obwohl ich so lange geschlafen hatte, fühlte ich mich übermüdet und erschöpft, eine Tatsache, die auch meinen Freunden auffiel. Naja, außer Blaise, der sah selber so aus, als hatte er nicht geschlafen, was in seinem Fall auch gut möglich war. Beim Betreten des Gemeinschaftsraumes, sah ich Draco. Er saß in dem Sessel, in dem ich gestern gesessen hatte und starrte in den Kamin. Scheinbar hörte er unsere Schritte denn er drehte sich um und kurz trafen sich unsere Blicke, doch nach dem Bruchteil einer Sekunde wandte ich mich ab. Innerlich hätte ich mich selbst ohrfeigen können, aber ich brachte es einfach nicht über mich, mich für meinen Wutausbruch zu entschuldigen. Den ganzen Rest des Schuljahres ging ich Draco mehr oder weniger aus dem Weg und wenn wir einander begegneten, taten wir so, als wäre der andere nicht da. Meine Freunde, allen voran Pan, wollten wissen, was denn los war, doch ich sprach zu niemandem ein Wort. Das Jahr endete damit, dass Potter behauptete, der Dunkle Lord wäre wiedergekehrt, allerdings gab es kaum einen, der dem Glauben schenkte. In den Sommerferien verbrachte ich die letzten beiden Wochen bei Daphne. Ihre Familie war mir gegenüber ziemlich freundlich und ihre kleine Schwester, Astoria, wollte alles über das Leben als Tochter eines Dukes wissen. Zu Beginn unseres fünften Schuljahres, unserem ZAG- Jahr, bekamen wir eine neue Lehrerin in Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Diese Frau war klein, hässlich und trug nur pinke Kleidung, aber dafür erkannte sie, was Potter wirklich war: ein aufgeblasener, wichtigtuerischer Idiot, der immer im Mittelpunkt stehen musste. Wir Slytherins hingegen wurden von ihr mit Respekt und Wertschätzung behandelt. Viele Schüler aus den anderen Häusern versuchten unserer neuen Lehrerin, Professor Umbridge, Streiche zu spielen, doch aufgrund ihrer harten Maßnahmen, wagten die schon bald immer weniger. Ich für meinen Teil bewunderte diese Frau. Sie wusste genau, was sie wollte und scheute vor nichts zurück, um das auch zu bekommen. Im Frühsommer schließlich gründete sie ein sogenanntes Inquisitionskomando. Diesem konnten man sich anschließen, um seinem Haus weitere Hauspunkte zu verdienen. Milli, Pan und ich meldeten uns sofort freiwillig dafür und auch Draco, Greg und Vince. Von nun an hatten wir die Befugnis, den anderen Schülern Punkte abzuziehen, was wir natürlich sofort nutzten, um es Potter und seinen lächerlichen Freunden heimzuzahlen. Schon bald gelang uns ein weiter Sieg über Potter. Wir fanden heraus, dass er mit mehreren anderen Schülern eine Geheimorganisation führte und als eines von ihren Treffen beendet war, standen wir bereit und schnappten uns alle Mitglieder, sehr zu Professor Umbridges Freude. Dazu muss ich allerdings hinzufügen, dass wir nicht von ganz alleine darauf gekommen waren, ein Ravenclaw- Mädchen hatte uns einen Hinweis gegeben, aber immerhin. Nachdem wir alle Mitglieder dieser Geheimorganisation, die sie lächerlicher Weise „Dumbledores Armee“, nannte, zum Nachsitzen gebracht hatten, machten wir uns über sie lustig. „Ich hab die kleine Weasley und Potters Schlammblut- Freundin erwischt… Mann haben die doof geguckt“, lachte ich und Pan sagte nun ihrerseits: „Ja, und dieser Longbottom, der hat sich glaube ich in die Hose gemacht“. „Potti und seine Freunde…“, feixte Draco und ich erkannte meine Chance. „Ja, nicht wahr, endlich haben die mal bekommen, was sie verdienen“, meinte ich an Draco gewandt. Leicht überrascht schaute er mich an, doch dann grinste er und fuhr fort. Den ganzen Rückweg zu unserem Gemeinschaftsraum, plapperten wir munter weiter und als wir angekommen waren, konnte ich Draco wieder zu meinen Freunden zählen. „Was denn los? Ihr habt ja alle so gute Laune“, wollte Daphne wissen, sobald wir eintraten und Milli erklärte ihr die Situation. Kaum eine halbe Stunde später wusste ganz Slytherin Bescheid und überall wurde sich über Potter lustig gemacht. „Ich bin froh, dass wir wieder Freunde sind“, gestand ich Draco kurz bevor ich in meinem Schlafsaal verschwand, doch er packte mich am Handgelenk und gab zurück: „Ich doch auch, aber wieso bist du so stur?“. Lachend machte ich mich von ihm los und erwiderte: „Sagt der Richtige… naja egal, ich geh jetzt schlafen, gute Nacht“. Im Juni bekamen wir als Inquisitionskomando noch einmal etwas zu tun. Wir erwischten Potter, wie er in Professor Umbridges Büro versuchte durch den Kamin mit jemandem Kontakt aufzunehmen. Außerdem überwältigten wir vier seiner Freunde, die Schmiere standen. Ich quetschte die kleine Weasley gegen die Wand, während Professor Umbridge versuchte Harry zu entlocken, was er vorhatte. Er und seine Schlammblut- Freundin tischten der Lehrerin eine recht seltsame Geschichte auf und verließen schließlich mit ihr das Zimmer. Sie waren noch nicht lange weg, als einer von Potters Freunden, eine Schachtel mit Süßigkeiten aus der Tasche zog. Augenblicklich schnappte sich Greg die Schachtel und stopfte sich selbst ein Schokotoffee nach dem anderen rein. Auch Milli wollte sich bedienen, doch da klingelten bei mir die Alarmglöckchen. „Halt! Gib dem Wiesel doch selbst mal eins von seinen Toffees“, forderte ich sie auf und sichtlich verwundert kam sie dem auch nach. Der Weasley- Junge sträubte sich ziemlich heftig und als Greg plötzlich riesige Eiterpickel bekam, bestätigte sich meine Vermutung. „Das wirst du noch bereuen“, zischte ich den Jungen an, während ich noch immer seine Schwester gegen die Wand presste, was bei weitem schwerer war als gedacht, immerhin war sie etwa so groß wie ich und nicht gerade die Schwächste. Nun zuckte ein böses Grinsen über Millis Gesicht und sie fing damit an, allen unseren Gefangenen die Schokotoffees in den Mund zu stopfen. Nach kürzester Zeit hatten alle vier ebensolche Pickel wie Greg im Gesicht und da das ziemlich ekelhaft aussah, ließen wir sie gehen. Wir hatte ja auch noch was anderes zu tun, als auf Professor Umbridges Rückkehr zu warten. „Woher wusstest du, dass mit den Süßigkeiten was nicht stimmt?“, wollte Pansy beim Verlassen des Büros wissen und ich antwortete: „Weiß nicht, war so ein Gefühl“. Den Rest des Tages machten wir uns über die Pickelfressen lustig und als wir am nächsten Morgen in die Große Halle kamen, waren wir noch gut gelaunt, bis Draco eine Ausgabe des Tagespropheten zugeschickt bekam. Auf der Titelseite stand dick und fett: Minister gibt zu: Der Dunkle Lord ist zurück. Geschocktes Gemurmel setzte ein und auch ich begann mir Sorgen zu machen, wie könnte ich auch nicht, bei alledem, was um mich herum gemurmelt wurde. Die Ferien verbrachte ich zu Hause, wo alles beim Alten war, oder zumindest fast, denn auch meine Eltern schienen mitbekommen zu haben, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Ein wenig machte ich mir Sorgen um sie, deshalb riet ich ihnen, das Haus so selten wie möglich zu verlassen, ein Ratschlag, den sie auch tatsächlich berücksichtigten. Am 1. September am Gleis 9 Ÿ war Daphne die einzige von meinen Freunden, die ich entdecken konnte, deshalb setzte ich mich mit ihr zusammen in ein Abteil, in dem bereits Blaise saß. Es dauerte überhaupt nicht lange, da kamen auch Draco und seine beiden Gorillas, denn etwas anderes waren Greg und Vince einfach nicht und noch einmal kurz darauf quetschte sich auch noch Pansy in unser Abteil, wobei mir auffiel, wie nah sie und Draco beisammen saßen. Irgendwie störte mich das, aber ich ließ mir nichts anmerken, ich wollte ja keinen neuen Streit mit Draco riskieren. Auch in Hogwarts fiel mir auf, dass Draco viel Zeit mit Pansy verbrachte, doch ich versuchte mir einzureden, dass das daran lag, dass die beiden Vertrauensschüler waren. Dieses Jahr hatten wir einen neuen Lehrer in Zaubertränke, da Professor Snape Verteidigung gegen die Dunklen Künste übernahm. Gleich nach unserer ersten Stunde kam Professor Slughorn, so hieß der neue Lehrer, zu mir und lud mich zu irgendeinem Treffen ein. Wie ich mitbekam, wurden auch Blaise und Potter eingeladen. „Was soll das denn? Slug- Club? Der spinnt doch“, beschwerte ich mich bei Blaise, der daraufhin laut anfing zu lachen und erwiderte: „Schon aber man sollte es sich mit ihm nicht verscherzen, immerhin hat er gute Kontakte“. Belustigt verdrehte ich die Augen und ging mit ihm zusammen zum Mittagessen. Das erste Slug- Club- Treffen war einfach lächerlich, aber wie sollte es bei Potter, seiner Schlammblut- Freundin und Longbottom als Gästen auch anders sein? Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass Professor Slughorn ziemlich an mir und meiner Familie interessiert war, denn andauernd ließ er einen der anderen links liegen und begann mich mit Fragen zu löchern. Als wir endlich gehen konnten, waren Blaise und ich nervlich am Ende. Dieser Kerl verstand es wirklich nur zu gut, Leuten auf die Nerven zu gehen. Im Gemeinschaftsraum ließen wir uns deshalb auch nur noch in zwei Sessel fallen und schalteten völlig ab. Zumindest bis Pansy ankam und wissen wollte, wie das Treffen gewesen war. Meine Antwort fiel, aufgrund meines Zustandes, härter aus als geplant: „Mach was wichtiges, dann kannst du selber sehen, wie es ist“. Geschockt starrte sie mich an, doch ich stand auf und lief an ihr vorbei in unseren Schlafsaal, wo ich sogleich einschlief. Beim Frühstück am darauffolgenden Morgen, setzte sich Pansy neben mich und sagte: „Tut mir leid wegen gestern… Blaise hat mir erklärt, wie nervig das Ganze war…“, „schon gut, schon gut“, beruhigte ich sie. Wenn jemand sich entschuldigte, war ich keine nachtragende Person. Gerade als ich aufgegessen hatte, erschien auch Draco am Tisch und augenblicklich fiel mir auf, dass er irgendwie müde und seltsam in sich gekehrt wirkte. Er setzte sich gegenüber von Pan und mir neben Blaise und stocherte in seinem Rührei herum. Was war denn mit ihm los? Unschlüssig blieb ich sitzen und musterte ihn, bis er aufsah und mich anfuhr: „Is was?“. Kopfschüttelnd erhob ich mich und ging wieder in den Gemeinschaftsraum, wo ich zusammen mit Milli und Daphne Hausaufgaben machte. Nach einer Weile stieß auch Pan zu uns, scheinbar hatte Draco auch sie angemotzt. Die Tage und Wochen vergingen und während Dracos Verhalten immer komischer wurde, mussten Blaise und ich auch an immer neuen Slug- Club- Treffen teilnehmen, auch wenn sie uns noch so auf die Nerven gingen. Zu Weihnachten veranstaltete Professor Slughorn auch eine Weihnachtsparty, bei der jeder von uns eine Begleitung mitbringen konnte. Blaise ging mit irgend so einer Tussi aus Ravenclaw und ich hatte keine Ahnung, mit wem ich gehen sollte. Mein erster Gedanke war es gewesen, mit Blaise zu gehen, nur so als Freunde, aber das konnte ich ja jetzt vergessen. Also war ich gezwungen, mir einen anderen Begleiter zu suchen. Kurz spielte ich mit dem Gedanken, Draco zu fragen, verwarf ihn aber rasch wieder. So ging ich wohl oder übel alleine zur Weihnachtsparty. Als ich ankam, war bereits ein ansehnliches Fest im Gange und ich mischte mich unter die Leute, damit Professor Slughorn mich nicht wieder ausquetschte. Ich war noch nicht lange da, als auf einmal der Hausmeister, Filch, hereingeplatzt kam. Hinter sich zerrte er niemand anderes als Draco in den Raum. Filch wollte gerade damit beginnen, Draco anzuschwärzen, da ergriff ich die Initiative. „Wieso trödelst du denn immer solange, Draco? Könnten Sie bitte meine Begleitung loslassen?“, sagte ich erst genervt an Draco und anschließend leicht gereizt an Filch gewandt. Sogleich mischte auch Professor Slughorn sich ein: „Ah, ja, danke Filch, aber ich denke, das wäre geklärt… Sie können gehen“. Missmutig brummend verdrückte sich Filch wieder und ich zog unterdessen Draco hinter mir her in eine ruhigere Ecke. „Was sollte das? Wieso schleichst du jetzt durch die Schule… und sag mir jetzt nicht, du wolltest dich auf diese Party schleichen, das glaube ich dir eh nicht“, forderte ich ihn auf. Anfangs war sein Blick verschlossen und unnachgiebig, doch je länger ich ihn aus meinen dunkelblaugrauen Augen ansah, desto verzweifelter wurde sein Blick. „Was ist los, Draco?“, fragte ich noch einmal, dieses Mal allerdings sanfter und endlich knickte er ein. „Nicht hier… komm mit“. Mit diesen Worten ergriff er meine Hand und führte mich in Richtung Tür, da stellte sich uns Professor Slughorn in den Weg und meinte: „Ah wie schön… was für ein reizendes Paar Sie beide doch abgeben“. Ich bezweifelte stark, dass Draco und ich ein „reizendes Paar“ abgaben, trotzdem lächelte ich, stellte mich auf die Zehenspitzen, sodass mein Gesicht nur Millimeter von Dracos entfernt war und hoffte, dass unser Lehrer genug Anstand hatte, sich abzuwenden, was er glücklicher Weise auch tat. Kaum war sein Blick nicht mehr auf uns gerichtet, trat ich einen Schritt zurück und zischte: „Schnell weg“. Das schien Draco aus seiner Starre zu lösen und zusammen huschten wir durch die Tür und entfernten uns immer weiter von der Party. Erst als wir am Klo der Maulenden Myrte angekommen waren, blieb er stehen. Bevor er mir jedoch alles erzählen konnte, mussten wir erstmal Myrte verjagen, was aber ziemlich schnell ging. Eine Klopapierrolle nach ihr geworfen und weg war sie. „Also, was ist los?“, fragte ich als alles ruhig war und er zog ohne ein Wort zu sagen den linken Ärmel seines Umhangs hoch, sodass ich eine Art Tätowierung auf seinem Unterarm erkennen konnte. Er blickte auf und sah mich an, als erwartete er, dass ich schreiend weglief, doch das tat ich nicht, warum auch? Letztlich begann er leise zu sprechen: „Das ist das Dunkle Mal, das Zeichen des Dunklen Lords… ich bin ein Totesser“. Langsam setzte mein Gehirn diese Informationen zusammen und ich bekam eine Gänsehaut, trotzdem blieb ich nach wie vor direkt neben ihm stehen. „Wolltest du das?“, fand ich schließlich meine Sprache wieder und er schüttelte zögerlich den Kopf. „Er bedroht mich und meine Familie“, flüsterte er und ich legte ihm sanft eine Hand auf die Schulter. „Wenigstens bist du ehrlich zu mir“, gab ich ebenso leise zurück, dann machten wir uns auf den Weg in unseren Gemeinschaftsraum, denn Lust auf Slughorns Weihnachtsparty hatten wir beide nicht. In den folgenden Tagen, war ich öfters mit Draco unterwegs, dafür wurde ich allerdings von Pan fast vollkommen ignoriert, denn natürlich hatte es sich rumgesprochen, dass Draco und ich zusammen auf Slughorns Party waren. Eines Abends warf sie mir vor: „Wie konntest du mir das nur antun? Du wusstest doch, dass ich seit der ersten Klasse in Draco verliebt bin“, „hör mal zu, Pan, ich war mit ihm nur auf dieser Party, es ist ja nicht so, als wären wir ein Paar“, gab ich leicht gereizt zurück, aber sie ließ sich nicht beruhigen und steigerte sich immer weiter in die Sache hinein: „Ja und ihr seid schon nach kurzer Zeit von dort verschwunden, alleine… mach mir nichts vor Heather!“. Wie konnte man nur so doof sein? Da ich Draco versprochen hatte, mit niemandem ein Wort darüber zu wechseln, beschloss ich nun klein bei zu geben: „Gut, du hast Recht, wir sind seit der Party zusammen… zufrieden?“. Ihr Gesichtsausdruck war so geschockt, dass ich mir ein Lachen verkneifen musste, dann sprang sie auf und rannte aus dem Raum. Oh Mann, sie hatte es ja nicht anders gewollt. „Was denn mit Pansy los?“, wollte Daphne, die gerade hereinkam, wissen, doch ich lief rasch an ihr vorbei und Pansy hinterher. Im Gemeinschaftsraum saßen nur noch drei Personen: Draco und seine Gorillas. Ausgerechnet Draco erblickte mich und fragte: „Was hast du mit Pansy gemacht?“. Kurz zögerte ich, aber dann kam ich zu dem Schluss, dass ich ihm wohl besser die Wahrheit erzählen sollte, Greg und Vince waren eh zu dämlich, um etwas zu kapieren, deshalb konnte ich auch vor ihnen offen sprechen. Langsam setzte ich mich neben Draco und begann zu erklären: „Also… Pan hat viele Fragen gestellt… und irgendwann wurde es mir zu dumm und ich habe gesagt…, dass… eh… dass wir ein Paar wären, da ist sie ausgerastet und weggerannt“. Einen Moment lang starrte er mich nur gänzlich überrumpelt an, dann schien er sich zu fassen und gab aufgebracht zurück: „Du hast WAS? Nicht, dass ich nicht froh wäre, Pansy los zu sein, aber WIE KONNTEST DU SOWAS SAGEN?“, nun beruhigte er sich ein wenig und fuhr leiser fort: „Wir werden das jetzt eine Weile durchziehen müssen… als wenn ich nicht schon genug Probleme hätte“. Damit erhob er sich und ging, gefolgt von seinen Gorillas, in den Jungenschlafsaal. „Probleme“, war es für ihn wirklich so schlimm, eine Weile lang so zu tun, als wäre er mit mir zusammen? Ich wollte es mir nicht eingestehen, aber eigentlich hatte ich mir eine andere Reaktion erhofft. Mehr als verstimmt kehrte ich in meinen Schlafsaal zurück und legte mich, ohne noch ein Wort mit Daphne oder Milli zu wechseln, ins Bett, wo ich auch sogleich einschlief. So kam es, dass Draco und ich von nun an einen auf glückliches Pärchen machen mussten, wobei wir andauernd von Slughorn zu hören bekamen, wie gut wir doch zueinander passen würden. Wenn der wüsste… Dadurch, dass wir sooft zusammen unterwegs waren, bekam ich auch mit, wie Draco sich in irgendwas hineinsteigerte. Zwar vermutete ich, dass es mit seiner Rolle als Totesser zu tun hatte, doch da er mir keine Antworten auf meine Fragen gab, konnte ich mir dessen nicht sicher sein. Die Tage und Wochen verstrichen. Meine Freundschaft mit Pansy war unwiderruflich dahin, aber dafür verstand ich mich umso besser mit Daphne und Milli, die Pan schon von Anfang an nicht sonderlich gut leiden konnten. Im Sommer drangen dann Totesser in die Schule ein, meiner Vermutung nach hatte Draco sie hereingelassen, und Professor Snape tötete Dumbledore. Danach flohen die Totesser gemeinsam mit Snape und Draco. Meine Eltern, die scheinbar, wie auch immer, mitbekommen hatten, was in meiner Schule passiert war, holten mich gleich am nächsten Morgen nach Hause. „Und sowas nennen diese Leute Schule“, wetterte meine Mum die ganze Fahrt über und im Stillen musste ich ihr Recht geben. Was war das denn für eine Schule, an der der Schulleiter von einem der Lehrer ermordet wird? Trotz allem bearbeitete ich meine Eltern die ganzen Ferien über, damit sie mich wieder nach Hogwarts ließen, immerhin war dies mein Abschlussjahr. Äußerst widerwillig ließen sie mich schließlich am 1. September gehen. Ich stand am Gleis und sah Daphne, die mit Astoria im Schlepptau, gerade damit beschäftigt war, in den Zug einzusteigen und wollte ihr zurufen, doch da packte mich plötzlich ein kräftiger Mann und zerrte mich hinter einen Pfeiler. „Das ist sie. Das ist das Schlammblut“, zischte eine weitere Stimme, die aber eindeutig nicht zu dem Mann gehörte, der mich festhielt. Nur den Bruchteil einer Sekunde später verschwamm die Welt um mich herum und ich hatte das unangenehme Gefühl, durch einen Schlauch gepresst zu werden. Zum Glück hielt dieses Gefühl jedoch nicht lange an und als es vorüber war, befand ich mich nicht mehr auf dem lärmenden Bahnhof von King's Cross, sondern vor dem schmiedeeisernen Gatter eines alten Herrenhauses. Die beiden Männer, die mich entführt hatten, ergriffen jeweils einen meiner Arme und führten mich durch das Tor zum Haus. Eigentlich war das Anwesen ziemlich schön, doch angesichts der Umstände meines Aufenthalts, fand ich es eher unheimlich. Noch bevor wir die Eingangstür erreicht hatten, wurde diese von innen aufgerissen und eine großgewachsene, dunkelhaarige Frau, die vermutlich einmal sehr schön gewesen war, trat heraus. Sie verzog ihr Gesicht zu einem bösartigen Lächeln, zog ihren Zauberstab und kreischte: „Crucio!“. Heftige Schmerzen durchzuckten meinen Körper und augenblicklich ging ich zu Boden, wo ich mich weiterhin vor Qual krümmte. In diesem Moment erklang eine Männerstimme: „Bella, der Dunkle Lord wollte sie unversehrt!“. Der Dunkle Lord. Langsam stieg die Panik in mir hoch, während die Schmerzen nachließen. Meine Entführer packten erneut meine Arme und schleiften mich hinter sich her ins Haus. In der prächtigen Eingangshalle schlängelte sich eine riesige Schlange über den Boden und aus dem Salon hörte ich mehrere grausame Stimmen miteinander sprechen. Kaum war die Tür hinter uns ins Schloss gefallen, rief eine hohe, kalte Stimme, von der ich mir instinktiv sicher war, dass sie dem Dunklen Lord gehörte: „Bring sie herein, Bella“. Nun ergriff die Frau meinen Oberarm und zerrte mich beinahe schon aufgeregt in den Salon. In diesem Salon erblickte ich auch den Dunklen Lord höchstpersönlich. Er hatte rote Augen und schlitzartige Nasenlöcher wie eine Schlange. „Ah, wen haben wir denn da? Wenn das nicht das kleine Schlammblut ist, das die Ehre des Hauses meiner Ahnen verschmutzt hat“, sagte er mit seiner grausamen Stimme und mir gefror das Blut regelrecht in den Adern, „ruf den Jungen, Lucius, dies soll seine Prüfung werden“. Daraufhin erhob sich ein weißblonder Mann, der große Ähnlichkeit mit Draco hatte und ich ahnte schlimmes.
*Dracos Sicht* „Draco, komm runter, ER will dich sehen“, ertönte die leicht verängstigte Stimme meines Dads. Seit er aus Askaban kam, war er nicht mehr derselbe und auch ich hatte mich verändert. „Komm runter, oder widersetzt du dich den Befehlen des Dunklen Lords?“, rief er erneut und langsam erhob ich mich von meinem Bett, auf dem ich bis gerade noch gelegen hatte. Zögernd stieg ich die Treppe hinab und verharrte kurz vor der Tür zum Salon. Was würde der Dunkle Lord von mir wollen? Sicher nichts Gutes! Ich hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit Heather, die von meiner fanatischen Tante festgehalten wurde und die pure Angst im Gesicht zu stehen hatte. „Draco“, hauchte sie, doch ich reagierte nicht, ich konnte nicht reagieren, zu entsetzt war ich. Nun begann der Dunkle Lord zu sprechen: „Da du ja meine letzte dir aufgetragenen Aufgabe nicht erfüllen konntest, gebe ich die eine weitere Chance: töte das Mädchen!“. Nein! Das konnte ich nicht. Lieber würde ich selber sterben. Heather war meine Freundin, ich kannte sie seit unserer ersten Fahrt nach Hogwarts. Das war heute vor genau sechs Jahren. Ich konnte sie doch nicht einfach töten.
*normale Sicht* Draco. Er stand keine fünf Meter von mir entfernt und doch kam es mir vor, als würde uns eine halbe Unendlichkeit trennen. Man verlangte von ihm, mich zu töten. Zwar wollte ich die Hoffnung nicht aufgeben, doch wenn ich ihn so betrachtete, merkte ich, dass er innerhalb der Sommermonate den letzten Rest freien Willens, den er zum Schuljahresende noch gehabt, verloren hatte. Trotzdem suchte ich seinen Blick und als ich ihn fand, öffnete Draco den Mund und flüsterte, allerdings laut genug, dass alle Anwesenden es verstehen konnten: „Ich kann das nicht“, dann senkte er den Blick und einen Augenblick lang glaubte ich, eine Träne in seinen Augen gesehen zu haben, aber da war sein Gesicht schon in den Schatten verschwunden. „Ehrlich gesagt: Ich bin enttäuscht“, meinte der Dunkle Lord, „aber ich denke, Bella hat bestimmt Spaß daran, dem Mädchen eine Lektion zu erteilen… nicht töten, das ist Dracos Aufgabe und die wird er auch erfüllen. Spätesten wenn die Kleine ihn selber darum anfleht“. So ganz begriff ich diese Aussage nicht, doch das boshafte Grinsen der Frau, die anscheinend Bella hieß, ließ nichts Gutes vermuten. Und tatsächlich: Sie zückte ihren Zauberstab und richtete ihn auf mich. Auf der Stelle kamen die Schmerzen zurück und ich konnte auch nicht verhindern, dass ich ab und an laut aufschrie. So folterte sie mich eine ganze Weile, bis ich meinen Körper kaum noch spürte. Erst als das Zimmer um mich herum zu verschwimmen begann, ließ sie von mir ab und irgendjemand schaffte mich in einen dunklen Kellerraum. Völlig entkräftet blieb ich einfach dort liegen, wo der Kerl mich fallengelassen hatte. Von nun an wurde ich jeden Tag mehrfach gefoltert, allerdings wurde genauestens darauf geachtet, dass ich weder starb, noch auch nur das Bewusstsein verlor. Ich sollte alles miterleben, sollte die Schmerzen voll und ganz spüren. Es war schrecklich. Schon bald wünschte ich mir, Draco hätte mich an jenem Tag als ich hier ankam getötet, doch das war nun vorbei. Also musste ich mir anders behelfen. Mit der Zeit lernte ich meinen Geist loszulassen, sodass ich wie ein außenstehender Beobachter mitverfolgen konnte, wie Bella meinen Körper schund ohne jedoch die Schmerzen direkt zu spüren. Ich hatte einen Ausweg gefunden, einen Weg, der Qual zu entgehen.
*Dracos Sicht* Ich war ein Feigling! Ein verdammter Feigling! Während ich mich hier in meinem Zimmer versteckte, folterte meine Tante Heather. Obwohl ich keinen Laut hörte, war ich mir dessen sicher. Sie folterte Heather mehrmals täglich, doch sie würde sie nicht töten, denn das war meine Aufgabe. Niemals würde ich sie erfüllen können, aber andererseits litt Heather, sie litt so unendlich…
*normale Sicht* Mein Zeitgefühl hatte ich schon lange verloren. War ich seit Tagen, Wochen oder schon seit Monaten hier? Ich wusste es nicht. Von mir selbst abgekapselt nahm ich die Welt um mich herum kaum noch wahr. Eines Tages stellte ich am Rande fest, dass ich nicht mehr alleine in diesem Keller war. Ein alter Mann und ein Kobold, oder etwas in der Art, wurden ebenfalls hier gefangen gehalten. Außerdem wurde später auch noch ein blondes Mädchen bei uns eingesperrt, aber ich sprach mit keinem von ihnen auch nur ein Wort. Ich war überhaupt nicht mehr in der Lage zu sprechen, ich lebte und war doch bereits fort. Irgendwann passierte viel auf einmal, doch das einzige an das ich mich noch erinnern kann, war, dass ein Hauself erschien und uns alle aus diesem Kerker fortbrachte. Plötzlich befanden wir uns an einem schönen Strand. Ich konnte das Meer rauschen hören, allerdings klang es, obwohl ich es deutlich nur wenige Meter von mir entfernt sah, wie aus weiter Ferne. Auch die Sicht auf das Geschehen war irgendwie seltsam. Als wenn ich in der Luft schweben würde, blickte ich auf vier Gestalten hinab. Ein alter Mann lag schwach im Sand und ein hellblondes Mädchen versuchte ihm aufzuhelfen. Neben den beiden rappelte sich ein zerschundener Kobold auf und etwas abseits lag ein weiteres Mädchen. Sie hatte blonde, schulterlange Haare und starrte mit leerem Blick in den Himmel. Da erschien noch eine Person. Ein junger Mann mit roten Haaren kam auf die anderen zugerannt. Scheinbar sprach er kurz mit dem hellblonden Mädchen, sicher war ich mir nicht, da ich nichts hörte, dann wies er den Flüchtlingen den Weg zu einem hübschen Häuschen. Während der alte Mann und der Kobold, gestützt von dem Mädchen, das gerade mit dem Mann gesprochen hatte, in Richtung des Hauses gingen, schob der Rothaarige seine Arme unter das andere Mädchen, hob sie hoch und trug auch sie zum Haus. Mit einem Schlag überkam mich heftige Übelkeit und nach und nach wurde alles schwarz. Als ich wieder zu mir kam, spürte ich einen starken Schmerz, der meinen ganzen Körper durchfuhr und augenblicklich entfuhr mir ein Schrei. „Sie kommt zu sich“, erklang da die Stimme einer Frau direkt neben mir und ich versuchte die Augen zu öffnen, was mir letzten Endes auch gelang. Ich lag in einem Bett und eine junge, ausgesprochen schöne Frau beugte sich besorgt über mich. Sie legte mir eine Hand auf die Stirn und fragte: „Ast du Schmerzen?“. Nicht im Stande zu sprechen, nickte ich leicht und ihre Miene wurde noch besorgter. Die Frau holte ein Glas von einem kleinen Tischchen und hielt es mir an die Lippen. Das Zeug, was auch immer es war, schmeckte widerwärtig, doch es machte mich auch unglaublich müde. Deshalb schloss ich meine Augen wieder und ließ mich zurück in die Dunkelheit gleiten. Als ich das nächste Mal aufwachte, war ich alleine in dem Zimmer, von dem ich keine Ahnung hatte, wie ich hineingekommen war. Verwirrt schaute ich mich um und musste feststellen, dass ich nicht auch nur im Geringsten wusste, wo ich war. Also stand ich langsam auf und tappte zur Zimmertür, wobei ein heftiger Schmerz meinen ganzen Körper durchzuckte. Vorsichtig öffnete ich die Tür und kam an eine Treppe. „Hallo?“, rief ich laut und fragend nach unten und augenblicklich hörte ich Schritte. Die junge Frau, die auch zuvor an meinem Bett gesessen hatte, eilte die Stufen nach oben. „Du solltest liegen bleiben…“, meckerte sie los, doch ich konnte ihr auch ansehen, dass sie erleichtert war zusehen, dass es mir besser ging, dabei kannte ich sie noch nicht einmal. „Mir geht's gut… wo bin ich eigentlich und wer sind Sie?“, fand ich meine Sprache wieder und sie antwortete: „Du hast drei Wochen lang ohne ein Lebenszeischen in diesem Zimmer gelegen, isch glaube nischt, dass du jetzt durchs Aus spazieren solltest“. Das war keine Antwort auf meine Fragen, allerdings drei Wochen? Das war eine lange Zeit. Was war in der Zwischenzeit geschehen? Sie musste wohl meine Unsicherheit bemerkt haben, denn die junge Frau legte mir einen Arm um die Schultern und führte mich zurück in das Zimmer, in dem ich aufgewacht war. Gerade wollte sie den Mund aufmachen, als plötzlich die Stimme eines Mannes ertönte: „Fleur! Hogwarts! Es gib eine Schlacht!“. Hogwarts? Schlacht? An Stelle der Frau, die scheinbar Fleur hieß, erwiderte ich: „Schlacht? Gegen wen?“. Es stellte sich heraus, dass dies die letzte Schlacht gegen den Dunklen Lord werden würde und natürlich wollte ich dabei sein. Ich wollte mich rächen, egal was Fleur und ihr Mann dazu sagten, die beiden hatten kein Recht, darüber zu entscheiden, was ich tat und was nicht. So kam es, dass ich keine Viertelstunde später zwischen den beiden durch das Dorf Hogsmeade lief. Wir kamen am „Eberkopf“ an und wurden von dort aus durch einen Geheimgang in die Schule geschleust. Kaum stand ich im Korridor im siebenten Stock, da begann der Kampf. Da ich mir der Tatsache, dass ich nicht die beste im Zaubern war, durchaus bewusst war, hielt ich mich an Fleur und ihren Mann und zu dritt gelang es uns sogar, den ein oder anderen Totesser auszuschalten. Trotzdem war ich ziemlich froh, als der Dunkle Lord uns eine Pause gewährte, in der ich mich einfach auf den Boden setzte und in meinen Gedanken versank. Auf einmal erklang erneut die Stimme des Dunklen Lords, er verkündete, dass Harry Potter tot wäre und dass wir aufgeben sollten. Ich hatte noch nie sonderlich viel von Potter gehalten, aber nun wünschte ich mir nichts anderes, als dass er wieder aufstehen und weiterkämpfen würde. Die Totesser hatten sich triumphierend uns gegenüber aufgebaut und warteten nur noch auf den Befehl, um uns das letzte zu geben. Unter ihnen erkannt ich auch die Frau, die mich immer gefoltert hatte und ein starker Hass stieg in mir auf. Da erblickte ich auch die Eltern von Draco, die sich suchend nach ihrem Sohn umblickten und schließlich auch seinen Namen riefen: „Draco! Komm her, zu uns“. Nun schaute auch ich mich um und dort stand er: etwas abseits aber eindeutig auf unserer Seite. Noch. Denn jetzt trat er einen Schritt vor und ging zu seinen Eltern, wobei mir auffiel, dass sein Blick ausdruckslos und leer war. Dann geschahen viele Dinge auf einmal: Neville Longbottom erschlug die Schlange des Dunklen Lords und in der allgemeinen Verwirrung verschwand Harry, er lebte. Sofort brach der Kampf von neuem aus, doch dieses Mal dauerte er nicht lange, denn bald hatte Harry den Dunklen Lord besiegt. Wir hatten gewonnen. Erleichtert lehnte ich mich gegen eine Wand und auf der Stelle kehrten die Schmerzen zurück. Anscheinend war ich doch noch nicht so fit gewesen, wie ich dachte. Ich sackte zu Boden und verlor mich in der mir nur allzu bekannten Schwärze.
*Dracos Sicht* „Lass uns hier verschwinden“, zischte meine Mum mir zu, denn sie war sich der Tatsache, dass wir hier reichlich fehl am Platz waren durchaus bewusst. Überall um uns herum freuten sich die Verteidiger von Hogwarts, auch wir waren froh, allerdings hatten wir am Ende auf der falschen Seite gestanden. Trotzdem, einen Blick ins Innere der Schule musste ich noch werfen. Vieles war zerstört, doch das würde man wieder richten können. Gerade wollte ich mich abwenden, da entdeckte ich Heather. Sie war hier. Aber sie lag reglos auf dem Boden. Nein! Bitte nicht! So schnell ich konnte, lief ich zu ihr und kniete mich neben sie. Ich konnte keine Verletzungen finden, das war jedoch bei Fluchschäden öfters der Fall. Bitte, sie durfte nicht tot sein, nicht jetzt, wo ich endlich frei vom Dunklen Lord war. „Heather“, flüsterte ich ihren Namen, doch natürlich reagierte sie nicht. Wie lange ich dort auf dem Boden gesessen hatte, weiß ich nicht mehr. Die Welt um mich herum schien stillzustehen. Erst als meine Eltern, sie waren wohl auf der Suche nach mir, plötzlich neben mir standen, kam ich wieder im Hier und Jetzt an. „Draco… es…“, begann meine Mum leise, doch dann unterbrach sie sich selbst und rief: „Sie kommt zu sich“.
*normale Sicht* Jemand hielt mich fest und es tat gut, sehr gut sogar. In meiner Nähe hörte ich eine Frau sprechen, aber ich verstand nicht, was sie sagte, nur den Namen „Draco“ hörte ich raus. Deshalb strengte ich mich an und öffnete meine Augen. Es war tatsächlich Draco, der mich festhielt und als er bemerkte, dass ich wach war, drückte er mich so fest an sich, dass ich beinahe erstickt wäre. „Oh Heather… ich bin so froh, dass es dir gut geht… es tut mir alles so leid… glaubst du, wir könnten noch einmal von vorne anfangen?“, sagte er matt und ich überlegte. Konnte ich ihm verzeihen? Konnte ich über die Tatsache hinwegsehen, dass ich Monate lang im Keller seines Hauses eingesperrt gewesen war und gefoltert wurde, ohne dass er mir geholfen hatte? Konnte ich ihm verzeihen, dass er sich gerade eben auf die Seite des Dunklen Lords gestellt hatte? Ich wusste keine Antworten auf diese Fragen. Er bemerkte meine Verwirrung und Unsicherheit und senkte den Blick. „Gib mir Zeit, ich kann das im Moment nicht entscheiden“, erwiderte ich schließlich. Eine kleine Flamme der Hoffnung erschien in seinen Augen und mit einem leichten Lächeln zog er mich vorsichtig auf die Füße. Er ließ es sich nicht nehmen, mich zu mir nach Hause zu bringen, wofür ich ihm sehr dankbar war und als ich mit meinen Eltern, die keine Ahnung hatten, was ich im letzten Jahr hatte durchstehen müssen, im Salon saß, wurde mir klar, dass ich keine nachtragende Person war, ich hatte Draco bereits verziehen. Da ich allerdings auch meinen Stolz hatte, machte ich mich nicht von mir aus auf den Weg zu ihm. Ich wartete, bis er zu mir kam, was nach gut zwei Monaten auch der Fall war. Eines Tages stand er einfach vor der Tür. „Hey Heather… ich hab es nicht mehr ausgehalten… was ist nun? Also ich kann es auch verstehen, wenn du mich nie wieder sehen willst…“. Was redete der denn da nur wieder für einen Mist? Ohne zu zögern machte ich noch einen Schritt auf ihn zu und küsste ihn. Als ich mich von ihm löste, starrte er mich geschockt an und ich meinte: „Ich denke von dieser Ausgangsposition können wir weiter machen“. Ein ungläubiges, aber auch überglückliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht. Er zog mich an sich und gab mir gleich noch einen Kuss. Von da an waren wir zusammen und fünf Jahre später machte Draco mir einen super süßen Heiratsantrag, den ich natürlich sofort annahm. Wir feierten unsere Hochzeit auf dem Anwesen meiner Familie und es war einfach traumhaft. Direkt nach unserem Eheversprechen, gestand ich Draco, dass er Vater werden würde und er war außer sich vor Freude. Zur Geburt unseres Sohnes Scorpius Hyperion übergab mein Dad sein Amt als Duke of Devonshire offiziell an Draco und mich. Der hohe Rang meiner Familie war wahrscheinlich der einzige Grund, warum Dracos Eltern über meine Muggelstämmigkeit hinwegsahen, aber das war mir egal, denn eigentlich waren sie sogar ziemlich freundlich. Sie hatten wohl Schuldgefühle, weil ich in ihrem Haus so gelitten hatte, doch diesen Abschnitt meines Lebens hatte ich verdrängt und alles in allem war ich einfach nur glücklich.

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Himmelsfeder ( 50602 )
Abgeschickt vor 439 Tagen
Kann mir jemand erklären was hier gemeint ist?:

Nun ruhte die Blicke der beiden auf mir und das ganze wurde mir von Sekunde zu Sekunde unangenehmer, bis George schließlich sagte: „Du bist etwas besonderes, Elektra, du bist nicht farblos, du leuchtest… schau doch mal“. Zögerlich betrachtete ich meine helle Haut und hielt mir eine meiner weißblonden Haarsträhnen vors Gesicht. Es stimmte. Es sah wirklich so aus, als würden meine Haare leuchten. Da erst wurde ich mir vollends dessen bewusst, was George gesagt hatte und augenblicklich schoss mir die Röte in meine sonst so blassen Wangen.

LG

Himmel
Himmelsfeder ( 64871 )
Abgeschickt vor 442 Tagen
Cooooooool. Einfach genial.
.mrxrielu. ( 69645 )
Abgeschickt vor 496 Tagen
Geniale Idee - genial umgesetzt!!!
AmyAnime Lovegood ( 83090 )
Abgeschickt vor 535 Tagen
Josephines Story ist echt süüüüüüß !!!
Kann es sein das du denn Namen Ivy-Márie aus "Erben der Nacht" hast ?
Die restlichen Storys mag ich aber auch ! ;)
Lyanna ( 59717 )
Abgeschickt vor 546 Tagen
Die Geschichten sind alle supiiiiii!!
Und ich finde es sehr nett von dir dass Remus,Sirius,Tonks umd Regulus nicht sterben.
Gwendolyn.R ( 38339 )
Abgeschickt vor 682 Tagen
Jede der Geschichten War auf ihre Art toll😍😍😍
Kira ( 45773 )
Abgeschickt vor 694 Tagen
Warum kommen fast immer die gleichen Jungs vor? Mit der Zeit wirds langweilig. Ich mag Fred und George aber Liebesgeschichten mit denen sind langweilig. Meine Lieblings Character sind Draco♥ und Voldemort♡. Ich mag mehr die böseSeite da ist mehr Spannung.
kira ( 20088 )
Abgeschickt vor 715 Tagen
Genial. Einfach genial!!!!
KleinTini ( 09544 )
Abgeschickt vor 740 Tagen
OMG das ist so schön😍 ich weiß Garnichts welche meine Lieblingsgeschichte ist ❤
MissChyoko ( 86551 )
Abgeschickt vor 759 Tagen
Ohhhh jaaaa!!!! Eine Harry-Geschichte!!! Das wäre toll!!! ♥ Dein Schreibstil gefällt mir, aber ich fände es schöner, wenn du es ein bisschen mehr zwischen den beiden Personen knistern lässt. Ich habe jetzt nur die Draco-Story gelesen, aber ich finde deine Ideen echt cool.
harrypotterfan ( 01846 )
Abgeschickt vor 765 Tagen
Hi, ich finde deine geschichten echt klasse!!! Und ich hinterlasse so gut wie nie einen kommentar! Kannst du vielleicht eine geschichte mit harry schreiben? Ich wäre dir unendlich dankbar! Dein harrypotterfan
Aqua ( 59031 )
Abgeschickt vor 783 Tagen
Bei Elektras Geschichte musste ich weinen!😭
lilli und ginny weasly ( 92628 )
Abgeschickt vor 804 Tagen
Lilli: danke , dass du fred überleben lässt.

Ginny : super geschichte
Em ( 65937 )
Abgeschickt vor 988 Tagen
Am schönsten finde ich Elekras story die ist so schön und traurig! Aber es sind alle gut schreib bitte weiter!
Skyfire ( 53694 )
Abgeschickt vor 1034 Tagen
Echt gut geschrieben mach bitte weiter :)
verbavera ( 62506 )
Abgeschickt vor 1085 Tagen
This is really cute story - and I say that although I can't understand all the german words!
joelle ( 33410 )
Abgeschickt vor 1166 Tagen
hallo :) Ich bin neu und habe gerade das 3 Kapitel meiner geschichte draussen:) könnt ihr sie vielleicht mal lesen? Wäre echt nett kommentiert mir dann ob sie euch gefallen hat :) einfach Liebesgeschichte Draco eingeben bei Fan Fictions :) Danke
& Ich liebe deine gschichte *0*
heii ( 68775 )
Abgeschickt vor 541 Tagen
Irgendwie schräg...
Abby Sciuto ( 97054 )
Abgeschickt vor 541 Tagen
Ähm, ja, irgendwie seltsam, oder nicht? Wie ist so etwas überhaupt möglich??? Wäre schön wenn sich Melli155 mal dazu äußern könnte. *räusper*
Bella L. ( 89698 )
Abgeschickt vor 541 Tagen
Ich auch....wer hat das gemacht?