Die Erinnerung deines jungen Lebens Teil 2

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2 Kapitel - 8.756 Wörter - Erstellt von: Ida-93 - Aktualisiert am: 2012-11-01 - Entwickelt am: - 2.882 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 7 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Also hier ist der zweite Teil, meine FF:)

1
Und am Ende wirst du immer mein Held sein...





„Wie meinst du das?"
„Der Hokage gab mir damals dein Stirnband als du gingst. Seitdem habe ich es immer getragen, es war mein Glücksbringer."
Ich griff nach dem Knoten des Stirnbands und löste es. Danach tat ich auch es mit seinem.
„Lass uns tauschen, du bekommst meins und ich deins. So haben wir jeweils jeder einen Glücksbringer."
Kakashi war im Inbegriff das Stirnband zunehmen, als plötzlich neben uns wieder der Anführer schrie. Er wurde von einem Anbu festgehalten und gerade abgeführt.
„Du wirst es bereuen! Das schwöre ich dir!"
Ich erstarrte, als ich sah, wie er sich losriss und einen Kunai, den er an seinem Fuß befestigt hatte, herausholte.
„Wenn ich dich nicht haben kann, dann darf dich Niemand haben."
Der Anbu wollte nach ihm greifen, doch zu spät, der Kunai war in der Luft...
„Kleines!"
Kakashis Arme umfingen mich und er warf sich mit mir gemeinsam auf den Boden.
„A... alles... o... kay?"
Er war über mir gebeugt und hielt mich eng an sich gedrückt. Sein Gesicht war aschfahl und Blut tropfte, durch seine Maske hindurch, auf meine Wange. Vorsichtig strich er mir den Blutstropfen fort, bevor er kraftlos zusammensackte.
„Kakashi!"
Ich sah über seine Schulter hinweg seinen Rücken an und erschrak. In der Höhe der Schulterblätter, zu nahe am Herzen, steckte der Kunai.
„Kak... ashi...? Warum...?", meine Stimme war nur noch ein Flüstern, beinah schon weinerlich verzerrt.
„Kleines... Ich we... rde dich imm... er beschützen...", murmelte er an mein Ohr und schien ohnmächtig zu werden. Ich spürte wie sein Herzschlag kraftloser wurde, kaum noch wahrnehmbar.
„Nein... KAKASHI!"
Meine Finger vergruben sich tief in seinem Rücken und Tränen rannen über meine Wangen hinab zu meinen Nacken.
„Du darfst nicht... gehen... bi... tte!", mehrere Schluchzer unterbrachen mein flehendes Flüstern.
„Wein n... icht... Es... is... t viel... leicht... zu... spät je... tzt, a... ber ic...h muss es... di... r sagen..."
Ich hörte wie er rasselnd Luft holte, ein dumpfes Geräusch in meinen Ohren.
„Kleines... Ich... lieb...e d...", er brach ab und ich fühlte wie sein Herz einen letzten Schlag tat, bevor es zum Stillstand kam und alle Spannung aus seinen Körper wich...
In diesem Moment entrückte meine ganze Realität und ich sah nur noch rot...

Mir war es egal, dass Kyuubi erschien, egal wenn ich es nicht kontrollieren konnte, egal ob ich starb, alles war egal geworden...
Ich spürte wie das Chakra sich immer weiter ausbreitete, uns beide umschloss.
Ich war immer sauer gewesen, dass du mich ausgeschlossen hast, mich behandelst hast, als wäre ich das grauenvollste Monster auf Erden. Du hast mich immer unterdrückt, mit Gewalt und Hass gefangen gehalten, bis zu dem Moment als Kakashi in dein Leben trat. Ich verstand zum ersten Mal was Liebe war.
Aber hatte ich nicht schon zuvor Jemanden geliebt, meine Eltern zum Beispiel!
Ja du hast deine Eltern geliebt aber nicht so wie Kakashi. Deine Liebe zu ihm ging tiefer, sie wurde ein Teil von dir. Dein Herz, es gehörte nur ihm alleine. An dem Tag als du gingst und wir Kakashi verließen, wurde ich wieder wütend. Man nahm mir wieder weg, was ich so dringend brauchte. Meine Wut machte mich blind und ich wollte mich an jedem rächen...
Er schwieg einige Sekunden, bevor er fortfuhr.
Ich hatte sogar den Wunsch verspürt Kakashi zu töten, doch hinderte mich abermals deine Liebe zu ihm.
Yoni, wegen dir wurde ich nicht wie der Originale Kyuubi, ich habe von dir und Kakashi gelernt, was es heißt zu lieben. Und jetzt will ich dir meinen Dank zeigen...
Er ging ohne eine weitere Erklärung und das Chakra flammte noch einmal hoch auf, bevor es auch verschwand. Ich wollte gerade fragen, was er getan hatte, als ich einen fremden, aber zugleich vertrauten, Herzschlag an meiner Brust spürte. Der Schlag war stetig, kräftig...
Das konnte doch nicht sein!
Ich sah noch einmal auf Kakashis Rücken hinab und stellte erstaunt fest, dass der Kunai nicht mehr dort in seinem Fleisch steckte.
Du hast ihn geheilt?
Ich konnte nicht anders als die Frage zu stellen.
Ja... Aber ich bin jetzt müde und du wirst es auch sein.
Als hätte es nur dieses Stichwort bedurft, sah ich schon die schwarzen Flecken vor meinen Augen tanzen und ich glitt in die Dunkelheit.

Später

Ein unruhiges atmen.
Eine Träne geprägt von Kummer.
Ein Herz ohne regelmäßigen Schlag.
Eine zerbrochene Stimme.
Ein gehauchtes, unvollkommenes ich liebe dich.

Ich schrak aus diesem surrealen Traum und saß im nächsten Moment aufrecht im Bett. Meine stoßartige Atmung war für einige Minuten das einzige, was ich wahrnahm.
Ich löste meine verkrampften Finger aus der Bettdecke und streckte sie zur Beruhigung. Während ich das tat, sah ich mich im Zimmer um und musste verwundert feststellen, dass mir hier alles zu bekannt vorkam. Das war mein eigenes Zimmer bei meinem Ersatzvater zu Hause, aber war ich nicht in der anderen Welt gewesen? Hatte ich nicht Kakashi geholfen und bin später bewusstlos geworden? War alles nur ein Traum gewesen und nur eine Einbildung meines Unterbewusstseins gewesen, der meinen innersten Wunsch reflektiert hatte? Sollte ich doch nicht den Weg gefunden haben, um zurückzukehren?
„Kakashi...", sein Name glitt schwer über meine Lippen und kaum war er ausgesprochen, nahm mich die Einsamkeit in seine gierigen Klauen.
Alleine...
Schluchzer ließen meinen Körper erbeben und Tränen rannen mir über die Wangen. Ich hatte ihn für immer verloren, es gab einfach keinen Weg zurück.
So tief in meinen Kummer gefangen, bemerkte ich nicht wie sich die Matratze senkte und Jemand mir liebevoll über die Wange strich.
„Ich mag es einfach nicht, wenn du weinst."
Erst die Stimme ließ mich erschrocken hochblicken und durch meinen Tränenschleier sah ich ihn, den Mann der mich bis in meine Träume verfolgte.
„Kakashi!"
Diesmal war keine Spur Traurigkeit in seinem ausgesprochenen Namen sondern nur die pure Freude. Ich umarmte ihn stürmisch, sodass er sich mit einer Hand abstützen musste um nicht nach hinten umzufallen.
„Mein Kakashi", murmelte ich, während ich mein Gesicht an seiner Halsbeuge vergrub und seinen wunderbaren Duft einatmete. Er lachte und sein ganzer Körper vibrierte, was mir ein Lächeln abrang.
„Dein Kakashi?", fragte er mehr als amüsiert, doch seine Handlung zeigte deutlich, wie froh ihn diese Aussage machte. Er legte seine Arme um mich, zog mich ganz nahe an sich und sein Gesicht vergrub er meinen Haaren.
„Ja, mein Kakashi, nur meiner..."
Ich merkte wie er sich kurzzeitig anspannte, doch so schnell wie es gekommen war verflog es auch.
„Kleines...", seine Lippen waren nahe an meinen Ohr, ich konnte sie schon regelrecht spüren.
„Sag sowas nicht jetzt, du hättest mich fast aufgeweckt."
Mit, vor Schock, weit aufgerissen Augen, wollte ich mich ihm entziehen, stemmte mich mit aller Kraft gegen ihn, aber er hielt locker stand und hielt mich in seiner Umarmung gefangen. Wie hatte ich nicht erkennen können, dass das hier nur der Doppelgänger war?
„Bitte, bleib."
Meine Gegenwehr erstarb sofort, als ich die Einsamkeit in seiner Stimme hörte, dieselbe die mich vor ein paar Minuten gequält hatte.
„Wovor hast du Angst, dass du dich abwenden möchtest? Hast du vor mir Angst?"
Seine Frage traf mich mitten ins Herz. Ja, wovor hatte ich Angst, nicht vor ihm, oder?
Vielleicht...
Die Tatsache, dass er ein Doppelgänger war und Kakashi, als Original, sich nicht darin erinnern konnte, dass er dieses Jutsu anwendete? Oder aber auch, dass dieser hier den Standort des Portals kannte, aber nicht der Richtige Kakashi?
„Es ist schwer zu sagen, aber ich habe nicht vor dir Angst sondern eher vor dem was du bist."

„Empty spaces fill me up with holes
Distant faces with no place left to go
Without you within me, I can find no rest
Where I'm goin' is anybody's guess

I tried to go on like I never knew you
I'm awake but my world is half asleep
I pray for this heart to be unbroken
But without you, all I'm going to be is incomplete
[...]"
(Backstreet Boys - Incomplete)

Sichtwechsel zum Doppelgänger Kakashi

„Ein einfacher Doppelgänger, nicht mehr und nicht weniger.“
Yoni versuchte wieder von mir abzurücken und diesmal ließ ich sie gewähren. Schließlich konnte ich sie nicht ewig in meinen Armen halten, auch wenn ich es mir so sehr wünschte. Ihre blauen Augen strahlten auch im fahlen Mondlicht und ich sah ein klein wenig Wut darin.
„Ein einfacher Doppelgänger erscheint aber nicht im Schlaf des Anwenders! Du bist etwas anders!“
Ich seufzte schwer. Wie hatte ich erwartet, dass sie sich mit dem simplen Satz zufrieden geben würde?
Eine Erklärung wollte sie und die musste ich ihr geben, denn das war ich ihr schuldig.
Tief holte ich Luft.
„Kleines, als du damals gingst, wollte ich nicht glauben, dass du nie wieder zurückkommst. Ich fing an auf eigene Faust einen Weg zu suchen, doch ich fand nichts. Keiner nannte mir die Stelle, wo das Portal geöffnet wurde, keiner wollte mir sagen welcher Anbu es zu verantworten hatte. Ich weiß nicht was sie befürchteten, was ich tun würde, wenn ich es wüsste.“
Ich verstummte und versuchte meine Gedanken zuordnen, was mir noch schwerer fiel, als sie ihre Hand auf meine Brust, genau auf der Höhe meines Herzens, legte. Immer wieder brachte sie mich aus dem Takt.
„Sie hatten Angst, dass du rächst, und das hat dich verletzt. Du wolltest mich nur finden und nichts anderes."
Ich strich ihr über die Wange und lehnte meine Stirn an ihre.
„Du kennst mich einfach.", ich sah tief in ihre Augen. „Du wolltest mich gerade wegstoßen, weil du den Unterschied nicht gesehen hast. Zwischen mir und dem Original..."
„Du kennst mich aber auch", sie seufzte und schloss ihre Augen, „Erzähl mir alles."
„Es begann auf einer Mission vor einigen Jahren. Ich half einer alten Frau, deren Enkel, wegen seinem Kekkei-Genkai, entführt wurde..."

Flashback

„Ich danke Ihnen junger Mann, dass sie mir meinen kleinen Enkel zurückgebracht haben. Seit dem Tod meiner Tochter, ist er das einzige was mir geblieben ist."
„Dafür brauchen Sie mir nicht zu danken. Das ist meine Pflicht.", ich verbeugte mich noch, bevor ich gehen wollte, doch hielt sie mich zurück.
„Warten Sie. Ich möchte mich noch erkenntlich zeigen."
Ich hob abwehrend die Hände und schenkte ihr ein freundliches Lächeln, obwohl mir bewusst war das sie es unter der Maske nicht sehen konnte.
„Sie müssen mir nichts geben. Ich habe ihren Enkel gerne geholfen, dass war Lohn genug."
Sie trat näher an mich und betrachtete mich eingehend. Irgendetwas an ihr war unheimlich. Waren es vielleicht ihre Augen, die ein so helles blau ausstrahlten, dass sie fast mit dem Weiß darin verschmolzen? Ihr Gesicht, dass kaum gealtert war?
Oder durchfuhr mich ein kalter Schauer wegen dem was sie sagte...?
„Sie scheinen Jemanden sehr zu vermissen und sind beinah am verzweifeln, weil Sie sie nicht finden."
„Woher...!"
Ihre schmalen Lippen verzogen sich zu einem wissenden Lächeln und sie schien bis in mein Inneres, meine Seele, sehen zu können.
„Mein Sohn, ich habe schon so lange gelebt. Ich weiß wenn ein Mann eine Frau vermisst und sich nach ihr sehnt. Und wenn ich Sie so ansehe, dann habe ich das Gefühl, dass sie etwas besonderes zusein scheint, deswegen möchte ich Ihnen ein Jutsu zeigen, dass Ihnen vielleicht helfen wird."
Ich hatte kaum Zeit mein Stirnband hochzuschieben als sie schon begann Fingerzeichen zu formen und ohne überhaupt etwas dagegen unternehmen zu können machte ich es ihr nach.
„Jutsu des Doppelgänger der Sehnsucht."
Ich musste mich anstrengen um den Namen des Jutsus zuhören und dann noch war ich verwirrt. Nie zuvor hatte ich von einer solchen Technik gehört.
Sie formte das letzte Fingerzeichen und ein zufriedener Ausdruck legte sich auf ihrem Gesicht.
„So..."
Ich sah mich um und suchte nach den Doppelgängern, doch weit und breit war keiner zusehen.
„Wo sind sie?"
Das Jutsu hatte doch funktioniert, ich hatte ganz deutlich gespürt wie Chakra aus meinen Körper geflossen war.
„Unsichtbar für das Auge, sichtbar für das Herz."
Ohne jegliche andere Erklärung wendete sie sich um und ging in ihr Haus.

Flashback Ende

„Ich folgte ihr nicht... Ich hielt es für lächerlich was sie sagte. Wie konnte ein Jutsu unsichtbar sein und dann doch wieder nicht? Wo gab es denn den Unterschied zwischen Auge und Herz?"
Ich schüttelte grinsend den Kopf.
„Wie naiv ich doch war, um es nicht zu begreifen.", ich führte es nicht aus, sie musste wissen was ich meinte und somit fuhr ich weiter fort in der Geschichte.
„Nun ich vergaß die Begegnung auch schnell wieder und auch das Jutsu. Hätte ich mich vielleicht daran erinnert, hätte ich auf die Idee kommen können warum ich immer so unruhig wurde, wenn ich einschlief. Das Jutsu, hat mehrere besondere Eigenschaften, die eine ist ja, dass ich nur im Schlaf des Anwenders erscheine. Das ist deswegen so, weil das Jutsu eine gewisse Menge an Chakra benötigt und diese kann ich mir am besten im Schlaf holen, ohne das Original wirklich zu erschöpfen. Die zweite Eigenschaft von mir ist, dass mich keiner außer dir sehen kann. So kann ich mich ungestört bewegen. Eine andere Eigenschaft die du vielleicht noch kennen solltest oder die du dir denken kannst, ist das sich der Anwender nicht an mich oder was ich tue erinnern kann, nicht wie bei anderen Doppelgängern. Alles bleibt im Unterbewusstsein, wo die Person keinen Zugriff hat."
Ich machte eine Pause, um ihr Zeit zugeben alles zu verdauen. Ihre Augen waren weiterhin geschlossen, ihre Stirn an meiner gelehnt. Deswegen nahm ich ganz deutlich wahr, wie sie sie bewegte.
„Aber gibt es einen Weg, dass das wahre Ich sich auch erinnert?"
„Ich denke..."
Sie wich ein wenig zurück und musterte mich.
„Du denkst? Sag schon, ich möchte dir helfen."
„Es muss dasselbe wie bei dir sein Kleines, dass eine starke Emotion dein Gedächtnis hervorruft."
Ihre Augen weiteten sich kurzzeitig, doch schnell entspannte sie sie wieder und wich meinem Blick aus. Ich versuchte aus ihrer merkwürdigen Reaktion etwas herauszulesen, doch gelang es mir nicht.
„Kleines? Was bedrückt dich?"
Sofort waren ihre Augen wieder auf mich gerichtet und ich musste meins ein wenig zusammenkneifen, damit mich die Sonne, die gerade aufging, nicht blendete. Hatten wir tatsächlich solange miteinander geredet, dass schon der morgen dämmerte?
„Naja, ich unterstütze deine These nicht so richtig. Du sagtest das eine starke Emotion, mir mein Gedächtnis wiedergeben kann. Nur ist es nicht immer so gewesen. Nehmen wir unseren ersten Kuss miteinander..."
Ich konnte nicht anders als sie zu unterbrechen.
„Das war nicht unser erste Kuss miteinander.", sagte ich schmunzelnd.
Ihre kompletten Gesichtszüge entglitten ihr und ihr Mund klappte auf. Lächelnd legte ich meine Hand unter ihr Kinn und drückte es nach oben.
„Es zieht."
„Wi... wie meinst d... du... DAS!"

Sichtwechsel zu Yoni

Er kam mir näher.
„Erinnere dich."
Seine Lippen waren nur noch einen Hauch von meinen entfernt und sein Atem, trotz der Maske, strich mir über die Wangen.
„Ich kann nicht."
„Doch du kannst, ich weiß das du es kannst Kleines."
Er kam mir ein Stückchen näher ohne aber meine Lippen zu berühren, was für mich unmöglich schien.
„Kakashi, nicht... Du wachst sonst auf."
Ich wollte zurückweichen, aber er legte eine Hand in meinen Nacken und hinderte mich daran.
„Nur ganz kurz.", murmelte er noch, bevor sich unsere Lippen berührten. Naja sie berührten sich nicht wirklich, seine Maske war dazwischen, aber es war nicht unangenehm, keineswegs. Es fühlte sich vertraut an, als hätten wir es schon einmal getan...

„Was ist ein Geburtstag ohne Flaschendrehen?"
Kurenai sah in die Runde und blieb bei mir hängen.
„Oder was meint das Geburtstagskind?"
Das hatte sie mit Absicht gemacht, so konnte ich nicht mehr sagen, dass ich nicht wollte ohne das ich als Spielverderber galt.
„Ja, können wir machen. Wahrheit oder Pflicht?"
Die anderen nickten und setzten sich schon, während ich in die Küche lief um eine Flasche zu holen.
Meine Eltern, die am Küchentisch saßen und sich unterhielten, staunten als ich nach einer leeren Flasche griff und gehen wollte.
„Prinzessin was machst du damit?"
Ich blieb an der Tür stehen und sprang ungeduldig von einem Bein zum anderen.
„Wir wollen Flaschendrehen spielen."
„Na schön, aber treibt es nicht zu weit", lachte mein Vater und meine Mutter stimmte ein.
Verwirrt zuckte ich mit den Schultern, doch kümmerte mich nicht weiter drum sondern rannte zurück ins Wohnzimmer. Ich quetschte mich zwischen Kakashi und Gai, was ich später noch bereuen sollte...
„Na gut, du beginnst Kurenai, es war deine Idee", sagte ich. Ich legte die Flasche in die Mitte und sie holte Schwung. Sie drehte sich und drehte sich, bis sie an Geschwindigkeit verlor und schließlich stehen blieb, mit den Flaschenhals auf mich gerichtet.
Ich schluckte, Kurenai war für ihre Fragen und Pflichten gefürchtet. Egal was ich nahm, ich wäre verloren.
„Wahrheit oder Pflicht?"
„Wahrheit!", schlimmer als die Pflicht konnte es nicht sein.
„Oh oh, hat da Jemand Angst?"
Nicht darauf eingehen, nicht eingehen! Ich wiederholte den Satz als wäre es ein Mantra.
„Nein."
„Natürlich hast du Angst, sonst würdest du Pflicht nehmen. Du bist ein kleines feiges Kind."
Sie hatte mich. Kurenai wusste es, dass ich nicht gerne Feige genannt wurde und sie nutzte es schamlos aus.
„Na schön, Pflicht."
Ihr Lächeln wurde hinterhältig und sie warf einen unschuldigen Blick zu Kakashi und Gai.
„Du musst deinen Sitznachbar auf den Mund küssen und zwar ganze zehn Sekunden."
„Vergiss es!"
Ich schüttelte vehement den Kopf. Sie hatte es darauf abgesehen und hatte mich deswegen so provoziert.
„Du kannst es nicht ablehnen, so sind nicht die Spielregeln. Also wen nimmst du? Kakashi oder Gai?"
Ich verengte meine Augen zu Schlitzen und warf ihr einen wütenden Blick zu. Das gab Rache. Als meine beste Freundin wusste sie ganz genau, dass ich Gai nicht mochte und das war noch harmlos ausgedrückt.
„Kakashi", presste ich hervor. Mein Mund war plötzlich ganz trocken und meine Hände im Gegensatz dazu nass geschwitzt.
Ich drehte mich vorsichtig zu ihm und stellte erleichtert fest, dass auch er nervös aussah, bzw. sich nervös umsah.
„Na los! Macht schon!", feuerte uns Kurenai an, doch ich kümmerte mich nicht darum. Meine Aufmerksamkeit galt einzig und allein Kakashi. Ich bemerkte wie er haderte sich die Maske hinunterzuziehen. Es war ihm unangenehm das alle sein Gesicht sehen würden. Wir hätten nach draußen gehen können, aber Kurenai hätte ihren Beweis und es mit eigenen Augen sehen wollen... Ich fuhr mir noch einmal mit der Zunge über die Lippen, bevor ich mich einfach nach vorne beugte und ihn auf den Mund küsste, mit der Maske davor.
So hatte ich meinen ersten Kuss bekommen an meinen achten Geburtstag von Kakashi. Im Nachhinein mein schönstes Geschenk jemals...

Kakashi löste sich wieder von mir und strich mir sanft über die Wange.
„Mein erster Kuss...", flüsterte ich fassungslos.
„Und mein erster Kuss."
Ungläubig blickte ich ihn an. Das war sein erster Kuss? Niemals! Er war doch so hübsch und das schon im Kindesalter, ihm waren sicherlich eine Horde Mädchen hinterhergelaufen.
„Es schmeichelt mir das du so erstaunt bist, aber es stimmt. Kleines, du warst seit langem der erste Mensch den ich mochte und der mich wirklich mochte... Wer sollte schon einen kleinen arroganten, eingebildeten Bengel mögen? Du hast dich nicht von meiner Art abschrecken lassen und hinter meiner Fassade mein wahres Ich gesehen... Aber ich denke wir sollten wieder zurück zum Thema. Du sagtest etwas von unseren Kuss?"
Ich brauchte einen Moment um den plötzlichen Themenwechsel zu folgen.
„Ähm... also bei unseren, nun zweiten, Kuss, da hatte ich doch auch keine Erinnerung bekommen?"
Er schob die Augenbrauen zusammen und schien zu überlegen. Hatte er das gar nicht bedacht?
„Das meinst du. Ich ahne was der Stop sozusagen für eine Erinnerung war... meine Worte. Sie waren negativ und das Negative schlägt das Positive, sogar in der Mathematik."
Ich verdrehte die Augen, als er Mathe mit ansprach, doch nickte, denn es machte Sinn was er vermutete.
„Ja, daran kann es liegen... Sag mal, etwas anderes interessiert mich. Wie hast du das Portal gefunden?"
„Wie ich bereits sagte, konnte mich keiner außer dir sehen, also konnte ich ungehindert Dokumente lesen und fand auch endlich die Stelle wo das Portal geöffnet wurde. Ich las in den Zetteln, dass der Anbu damals beim ausführen des Jutsus einen Fehler machte, indem er das Fingerzeichen falsch ausführte. Das Portal schloss sich zu schnell und so konnte er dich nicht mehr zu der Familie bringen. Wie ich richtig verstanden hatte, brachte er dich rüber, ging wieder zurück um einige Sachen von dir zu holen, doch als er gerade diese nehmen wollte, schrieen alle plötzlich auf. Das Portal hatte sich schon geschlossen... Da der Anbu zu erschöpft war das Jutsu noch einmal auszuführen wurde ihnen allen klar, dass sie dich verloren hatten. Mir kam aber etwas komisch an der Sache vor, das Portal schloss sich doch so oder so. Irgendwo musste es noch einen Fehler geben! Ich ging also zu der beschriebenen Stelle und suchte wie verrückt und landete irgendwann in einer anderen Gegend. Unabsichtlich war ich durch das Portal geschritten. In Panik geraten sah ich mich um und entdeckte es prompt. Kurz wunderte ich mich warum ich es nicht vorher bemerkt hatte, doch das war dann egal. Ich hatte einen Weg gefunden, dich zu finden. Denn das war der Fehler; das Portal hatte sich nach einiger Zeit wieder geöffnet und nie mehr geschlossen."
Ich rieb mir mit einer Hand über die Stirn und brauchte einige Sekunden um seinen Worte zu verdauen. Also so hatte er das Portal gefunden, aber wie lange war es her? Wie lange hatte er gebraucht mich zu finden? Und warum sahen nur wir beide aus dieser Welt das Portal und kein anderer? Ich stellte ihm all diese Fragen und er kommentierte es mit einem Augenzwinkern.
„Meine Theorie warum nur wir beide es sehen ist die, dass nur die Menschen die bereits hindurch geschritten sind es sehen können. Danach fiel es mir nicht schwer das Portal zu finden bzw. sehen. Es hatte eine lange Zeit gedauert bis ich das Portal fand, insgesamt zwei Jahre. Weil erstens, wie gesagt ich es nicht sehen konnte und zweitens öfter auf Mission war und das weiter weg. Mein Doppelgänger erscheint an dem Ort wo ich einschlafe und manchmal war die Distanz einfach zu weit. Im vergangenen Jahr also fand ich es schließlich, aber es nahm wieder ein ganzes Jahr in Anspruch bis ich dich traf Kleines..."
Ich stand auf und tigerte durch den Raum. Kakashi saß geduldig auf dem Bett und beobachtete mich, doch irgendwann wurde es ihm zu bunt und er stellte sich vor mir.
„Kleines, was ist? Hat es dich sehr geschockt?"
Mit großen Augen sah ich zu ihm empor und schüttelte langsam den Kopf.
„Nein, nein. Aber ich frage mich, was wäre gewesen wenn ich nicht diese Semesterferien gekommen wäre? Eigentlich hatte ich es auch nicht vorgehabt, da aber Papa in den Urlaub gefahren ist und so ungern sein Haus alleine lassen wollte, erbarmte ich mich. Kakashi was wenn ich nicht hier gewesen wäre, hättest du nach einiger Zeit aufgegeben?"
Er legte eine Hand auf meinen Nacken und sah mir tief in die Augen.
„Nein Kleines, niemals hätte ich aufgegeben. Hörst du? Niemals..."
Wo gerade noch Panik meinen Körper durchflossen hatte, war es jetzt die Erleichterung.
„Wirklich?", piepste ich.
Seine Hand wanderte zu meiner Wange und strich unter meinem Auge entlang, genau wie damals in unserer ersten Nacht.
„Ja, ich hätte bis zu meinem Ende nach dir gesucht."
Tränen der Rührung sammelten sich in meinen Augen und ich musste mich beherrschen um nicht zu weinen. Nein, jetzt wollte ich ihm zeigen, wie wichtig er mir war. Ich legte meine Handflächen auf seine Brust und sah ihn mit festen Blick an.
„Kleines? Wa...?"
Ich ließ ihn nicht aussprechen, indem ich einen Finger auf seine Lippen legte.
„Diesmal bin ich mit reden dran."
Ich holte tief Luft und legte mir meine Worte zurecht.
„Kakashi, als ich dich das erste Mal im Bus sah, dachte ich mir was du für ein merkwürdiger Mann seist und doch hast du mich schon in der ersten Sekunde für dich eingenommen. Du hast in dem Moment mein Leben auf einen Schlag geändert. Ich wusste nicht was mit mir geschah. Plötzlich hatte ich Erinnerungen, wachte an einem fremden Ort auf und zum krönenden Abschluss sagte man mir ich käme aus einer anderen Welt."
Kurz schüttelte ich den Kopf als Zeichen des Unglaubens.
„Du warst in all der Zeit mein sicherer Hafen. Du gabst mir das Gefühl von zu Hause, ein Platz an dem ich mich sicher fühlte und kein anderer Zutritt hatte, außer wir beide. Ich muss gestehen am Anfang wollte ich nur weg, auch von dir. Aber die Zeit die wir miteinander verbrachten war so schön, dass ich kurz davor war zubleiben. Unser Kuss und deine Ablehnung ließen mich jedoch vor dieser Entscheidung zurückweichen und ich ging, in dem Bewusstsein das ich einen großen Fehler beging, gar den größten meines Lebens. Ich erkannte erst dann richtig was ich fühlte, mein ganzes Leben schon gefühlt habe..."
Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und beugte mich zu seinem Ohr vor.
„Ich liebe dich Kakashi...", flüsterte ich und spürte wie ein Ruck durch seinen ganzen Körper ging. Plötzlich hatte ich keinen Widerstand mehr unter meinen Handflächen und stolperte einen Schritt nach vorne.

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